Sevilla ist mit rund 685.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Spaniens und die Hauptstadt Andalusiens. Die Stadt am Guadalquivir vereint maurisches, christliches und barockes Erbe wie kaum eine andere europäische Metropole — die Kathedrale Santa María de la Sede ist die größte gotische Kirche der Welt, der Real Alcázar gilt als ältester noch genutzter Königspalast Europas, und das Archivo de Indias bewahrt die Originaldokumente der spanischen Eroberung Amerikas. Drei dieser Gebäude wurden 1987 gemeinsam ins UNESCO-Welterbe aufgenommen. Wer Sevilla im April besucht, erlebt mit der Semana Santa und der Feria de Abril zwei der intensivsten Feste Südeuropas, im Sommer ist die Stadt mit 38 bis 42 Grad eine der heißesten Großstädte des Kontinents. Die Anreise gelingt per Direktflug aus Deutschland in rund drei Stunden zum Aeropuerto de Sevilla (SVQ), per Bahn über Madrid mit dem Hochgeschwindigkeitszug AVE in 2:30 Stunden oder per Mietwagen ab Málaga in 2:15 Stunden über die A-92.

Anreise und Erreichbarkeit

Sevilla liegt im Tiefland des Guadalquivir-Tals, rund 100 Kilometer von der Atlantikküste entfernt und in der südwestlichen Ecke der Iberischen Halbinsel. Aus Deutschland erreicht man die Stadt am schnellsten per Direktflug zum Aeropuerto de Sevilla (SVQ), klimafreundlicher per Bahn über Madrid mit dem Hochgeschwindigkeitszug AVE oder bequem per Mietwagen ab den Küstenflughäfen Málaga und Faro. Die offizielle Tourismusseite visitasevilla.es bündelt aktuelle Veranstaltungstermine, Eintrittsinformationen und mehrsprachige Stadtpläne, Bahnreisende prüfen Fahrpläne und Tickets auf renfe.com, der Plattform der spanischen Staatsbahn Renfe. Das städtische Bus- und Tramnetz wird von tussam.es betrieben und stellt Linienkarten sowie Tarife bereit.

Mit dem Flugzeug — Sevilla San Pablo (SVQ)

Der Aeropuerto de Sevilla San Pablo (SVQ) liegt 10 Kilometer nordöstlich der Innenstadt und ist der sechstgrößte Flughafen Spaniens. Direktflüge ab Deutschland bedienen vor allem Frankfurt, München, Düsseldorf und Berlin in der Saison März bis Oktober, die Flugzeit beträgt rund 2:50 bis 3:10 Stunden. Lufthansa fliegt ab München, Vueling und Iberia bedienen Saisonverbindungen, Ryanair und Eurowings übernehmen die Low-Cost-Strecken. Außerhalb der Saison ist ein Umstieg in Madrid oder Barcelona häufig. Vom Flughafen zum Stadtzentrum pendelt der Bus EA Especial Aeropuerto alle 30 Minuten in 35 Minuten für 4 Euro pro Strecke, Taxis kosten 25 Euro tagsüber und 28 Euro abends bis zur Plaza de Armas.

Mit der Bahn — AVE über Madrid

Die klimafreundliche Alternative führt mit dem ICE bis Paris Gare de Lyon oder Barcelona Sants, von dort weiter mit dem TGV oder AVE. Praktischer ist die zweitägige Anreise per Nachtzug Berlin–Paris und Anschluss-AVE Paris–Madrid und Madrid–Sevilla, alternativ Lufthansa Express ab Frankfurt nach Madrid mit Bahn-Anschluss. Der Hochgeschwindigkeitszug AVE Madrid–Sevilla braucht für die 471 Kilometer nur 2:30 Stunden bei stündlicher Taktung, Tickets ab 30 Euro im Vorverkauf. Die AVE-Strecke war 1992 die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke Spaniens und ist nach wie vor Aushängeschild der Renfe. Endbahnhof Santa Justa liegt 2 Kilometer östlich der Altstadt, von dort 10 Minuten per Stadtbus C1, C2 oder Taxi 8 Euro.

Mit Mietwagen ab Málaga oder Faro

Viele Reisende kombinieren Sevilla mit einem Andalusien-Rundtrip ab Málaga, weil dort die Flugauswahl aus Deutschland deutlich größer ist und Flüge oft 50 bis 100 Euro günstiger ausfallen. Die Fahrt von Málaga nach Sevilla auf der A-92 dauert 2:15 Stunden für 220 Kilometer, von Faro in Portugal über die A-22 und A-49 in 2:00 Stunden für 200 Kilometer. Beide Strecken sind mautfrei, ausgezeichnet ausgebaut und führen durch reizvolle Landschaft. In Sevilla gilt eine Umweltzone (ZBE) im Casco Antiguo, Parken in der Innenstadt nur in Parkhäusern (Plaza de la Concordia, Plaza Nueva, Estación de Santa Justa) für 18 bis 26 Euro pro Tag.

Vor Ort bewegen — Tram, Bus, Fahrrad

Die Altstadt Sevillas ist überwiegend Fußgängerzone, die Wege zwischen Kathedrale, Real Alcázar und Plaza de España sind alle unter 15 Minuten zu Fuß zurückzulegen. Das städtische Verkehrsnetz TUSSAM betreibt 39 Buslinien sowie die einzige Tramstrecke MetroCentro auf der Avenida de la Constitución zwischen Plaza Nueva und Prado de San Sebastián. Die Metro Sevilla mit nur einer Linie L1 verbindet die südlichen Vororte mit der Innenstadt und ist für Touristen kaum relevant. Ein Einzelticket kostet 1,40 Euro, eine aufladbare Karte Tarjeta Multiviaje 0,69 Euro pro Fahrt. Das städtische Fahrradverleihsystem Sevici bietet an 260 Stationen Räder, die ersten 30 Minuten kostenlos. Sevilla hat über 180 Kilometer ausgebaute Radwege und gilt als fahrradfreundlichste Großstadt Spaniens.

Frankfurt 2.030 km ~3:00 h Direktflug saisonal
München 2.090 km ~3:10 h Direktflug mit Lufthansa
Madrid 530 km ~2:30 h AVE oder 5:30 h Auto
Málaga 220 km ~2:15 h via A-92
Faro (Portugal) 200 km ~2:00 h via A-22 und A-49

Die großen Wahrzeichen — Kathedrale, Giralda und Real Alcázar

Sevillas historisches Zentrum bewahrt eine Dichte an Welterbe-Bauwerken, die nur wenige europäische Städte vorweisen können. Auf 1,5 Kilometern Distanz reihen sich die größte gotische Kathedrale der Welt, der älteste noch genutzte Königspalast Europas und das zentrale Archiv der spanischen Eroberung Amerikas. Wer früh am Morgen vor Öffnung der Schalter ansteht oder online vorab bucht, schafft alle drei UNESCO-Stätten an einem einzigen Tag.

Kathedrale Santa María de la Sede

Die Kathedrale von Sevilla ist mit einer Grundfläche von 11.520 Quadratmetern und einem Innenraum von 23.500 Kubikmetern die größte gotische Kirche der Welt und die drittgrößte Kirche überhaupt nach dem Petersdom in Rom und der Kathedrale von Saint Paul in London. Sie wurde zwischen 1401 und 1519 auf dem Fundament der vorhergehenden Almohaden-Moschee errichtet, die Auftraggeber sollen laut Chronik gesagt haben: Lasst uns eine Kirche bauen, so groß, dass jene, die sie vollendet sehen, uns für verrückt halten. Im Inneren liegt das Grabmal von Christoph Kolumbus, getragen von vier allegorischen Königen, und der mit 23 Metern Höhe größte Altaraufsatz der christlichen Welt mit 45 Szenen aus dem Leben Jesu. Eintritt kostet 13 Euro inklusive Giralda und Patio de los Naranjos, kostenlos montags 14:30 bis 17:30 Uhr mit Voranmeldung.

Giralda — Glockenturm der Kathedrale

Der 104 Meter hohe Giralda-Turm war ursprünglich das Minarett der Almohaden-Moschee aus dem 12. Jahrhundert und wurde nach der christlichen Reconquista 1248 als Glockenturm der Kathedrale weitergenutzt. Die unteren 76 Meter sind im typischen islamischen Backsteinstil mit Sebka-Mustern verziert und stammen von 1184 bis 1198, der christliche Aufsatz mit Glockenstube und Wetterfahne (Giraldillo, eine 4 Meter hohe Bronzefigur des Glaubens) wurde 1568 hinzugefügt. Der Aufstieg führt über 34 sanft ansteigende Rampen (statt Treppen, damit die Muezzine zu Pferd hochreiten konnten) und endet auf einer Aussichtsterrasse mit dem schönsten Panorama über Sevilla. Im Eintritt zur Kathedrale enthalten.

Real Alcázar — ältester noch genutzter Königspalast Europas

Der Real Alcázar de Sevilla ist seit über 1.000 Jahren Residenz der jeweiligen Herrscher und wird bis heute von der spanischen Königsfamilie als offizielle Residenz in Sevilla genutzt — ein Rekord, den kein anderer Palast Europas vorweisen kann. Die ältesten Teile stammen aus der maurischen Almohaden-Zeit des 12. Jahrhunderts, der prächtige Mudéjar-Palast Pedros I. wurde ab 1364 von muslimischen Handwerkern aus Granada und Toledo für einen christlichen König errichtet. Höhepunkte sind der Patio de las Doncellas mit goldenen Stuckarbeiten und Azulejo-Fliesen, der Salón de los Embajadores mit der vergoldeten Kuppel, sowie die ausgedehnten Gärten mit Brunnen, Pavillons und Pfauen auf 60.000 Quadratmetern. Eintritt 14,50 Euro für Erwachsene, kostenlos montags 18 bis 19 Uhr (April bis September) bzw. 16 bis 17 Uhr (Oktober bis März). Vorabbuchung über die offizielle Website dringend empfohlen, weil Tickets oft Wochen im Voraus ausgebucht sind.

Archivo General de Indias

Zwischen Kathedrale und Real Alcázar liegt das Archivo General de Indias, ein Renaissance-Bau von 1584 nach Plänen Juan de Herreras, ursprünglich als Casa Lonja für den Handel mit Übersee konzipiert. Seit 1785 bewahrt es auf 9.000 Quadratmetern und in 43.000 Aktenbündeln die zentralen Dokumente der spanischen Eroberung und Verwaltung Amerikas — darunter Tagebücher von Kolumbus, Verträge mit den indigenen Völkern und Karten der ersten Weltumsegelung Magellans. Eintritt frei, geöffnet Montag bis Samstag 9:30 bis 16:30 Uhr, Sonntag bis 14 Uhr. Die wechselnden Ausstellungen lohnen sich auch ohne Spanischkenntnisse durch die historischen Dokumente und Karten.

Die sechs Highlights im Überblick

Plaza de España

Die monumentale halbkreisförmige Anlage wurde 1928 für die Iberoamerika-Ausstellung 1929 errichtet und gilt als prächtigste Platzanlage Spaniens. Mit 200 Metern Durchmesser, 50 Azulejo-Bänken für jede Provinz Spaniens, einem Kanal mit Bootsverleih (6 Euro für 35 Minuten) und vier Brücken für die alten Königreiche der Iberischen Halbinsel. Bekannt aus Star Wars Episode II als Planet Naboo. Eintritt frei.

Barrio Santa Cruz

Das ehemalige Judenviertel östlich der Kathedrale ist mit seinen engen Gassen, weißgetünchten Häusern und plätschernden Brunnenhöfen das stimmungsvollste Quartier Sevillas. Plaza de Doña Elvira, Plaza de Santa Cruz und die Calle Agua bilden das Herz, abendliche Tapas-Bars öffnen ab 20 Uhr. Die Casa de Pilatos am Nordrand verbindet Mudéjar- und Renaissance-Architektur.

Triana — Stadtviertel jenseits des Guadalquivir

Triana liegt westlich des Flusses und gilt als Wiege des Flamenco und der sevillanischen Keramik. Markt Mercado de Triana, Capilla del Carmen, Castillo de San Jorge mit Inquisitionsmuseum und die Straße Calle Betis mit Blick auf die Altstadtfront. Die Brücke Puente de Triana von 1852 verbindet die beiden Stadthälften.

Torre del Oro

Der zwölfeckige Wehrturm am Guadalquivir wurde 1220 von den Almohaden als Teil der Stadtbefestigung errichtet und kontrollierte einst die Schiffbarkeit des Flusses mittels einer Kette zum gegenüberliegenden Turm. Heute beherbergt der 36 Meter hohe Turm das Marinemuseum und eine Aussichtsplattform. Eintritt 3 Euro, montags frei.

Metropol Parasol — Las Setas

Die größte Holzkonstruktion der Welt steht seit 2011 als Pilz-förmige Schwammplastik über der Plaza de la Encarnación. Der deutsche Architekt Jürgen Mayer entwarf das 150 mal 70 Meter große Tragwerk aus Birkenfurnier-Sperrholz. Auf der Dachpromenade laufen Besucher in 28 Metern Höhe mit Panoramablick. Eintritt 15 Euro inklusive Getränk auf der Sky-Bar.

Casa de Pilatos und Palacio de las Dueñas

Die beiden Stadtpaläste sind weniger bekannt als der Real Alcázar, aber ebenso eindrucksvoll. Casa de Pilatos kombiniert Mudéjar-Höfe mit Renaissance-Galerien und römischen Skulpturen (Eintritt 12 Euro). Palacio de las Dueñas ist der Privatpalast der Herzöge von Alba mit antiken Statuen und Bougainvillea-Höfen (Eintritt 12 Euro). Beide liegen 10 Minuten Fußweg von der Kathedrale entfernt.

Stadtteile im Vergleich — wo wohnen, wo ausgehen?

Kriterium
Santa Cruz
Arenal
Triana
Macarena
Nervión
Charakter
historisch, touristisch
elegant, Stierkampf
authentisch, Flamenco
bürgerlich, Märkte
modern, Shopping
Hotelpreis
180 bis 350 Euro
160 bis 320 Euro
110 bis 220 Euro
90 bis 180 Euro
100 bis 190 Euro
Nightlife
moderat, Touristen
moderat, Tapas-Bars
sehr lebendig, Calle Betis
authentisch, Einheimische
gering, Geschäftsviertel
ÖPNV-Anbindung
Fußgängerzone, Tram am Rand
Tram MetroCentro
Bus C3, C4, 5, 40
Bus 13, 14, C3
Metro L1, Bus 22, 32
Familienfreundlich
ja, aber laut
ja, kurze Wege
moderat, Markt-Flair
sehr, ruhig
ja, Shopping
Nähe Wahrzeichen
Kathedrale, Alcázar
Torre del Oro, Stierkampfarena
Markt, Calle Betis
Basílica de la Macarena
Stadion Sánchez-Pizjuán
Empfehlung
Erstbesucher, Sightseeing
elegante Mittelklasse
junge Reisende, Foodies
Familien, Budget
Business, Shopping

Preise sind Indikatoren für ein 4-Sterne-Hotel im Doppelzimmer in der Nebensaison. Während Semana Santa und Feria de Abril verdoppeln sich die Preise und Hotels sind oft seit Jahresbeginn ausgebucht.

Tagesausflüge — Córdoba und Cádiz

Sevilla ist idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge nach Andalusien — zwei Welterbestätten lassen sich per Hochgeschwindigkeitszug AVE in unter zwei Stunden erreichen. Wer mehr als drei Nächte in Sevilla plant, sollte mindestens einen Tag für Córdoba einplanen, Cádiz lohnt sich für Strandfreunde, und Granada mit der Alhambra ist in 2:30 Stunden per Bahn ebenfalls als langer Tagesausflug machbar.

Córdoba — Mezquita und Judería

Córdoba liegt 140 Kilometer nordöstlich von Sevilla und ist mit dem AVE in 45 Minuten zu erreichen, Tickets ab 25 Euro pro Strecke. Höhepunkt ist die Mezquita-Catedral, eine im 8. Jahrhundert errichtete Moschee mit 856 Säulen aus rotweißem Hufeisenbogen-Muster, in deren Mitte nach der Reconquista eine gotisch-barocke Kathedrale eingebaut wurde — der wohl bizarrste, aber zugleich schönste Sakralbau Europas. Die Judería rundherum mit ihren weißgetünchten Häusern und Blumenhöfen wurde 1984 UNESCO-Welterbe. Eintritt zur Mezquita 13 Euro, montags bis samstags 8:30 bis 9:30 Uhr kostenlos. Im Mai findet das Patios-Festival statt, bei dem private Innenhöfe der Stadt blumengeschmückt geöffnet werden.

Cádiz — älteste Stadt Westeuropas

Cádiz liegt 125 Kilometer südwestlich von Sevilla am Atlantik und gilt mit einer Gründung durch Phönizier um 1100 vor Christus als älteste kontinuierlich bewohnte Stadt Westeuropas. Mit dem AVE erreicht man die Stadt in 1:45 Stunden, mit dem Direktbus in 1:30 Stunden für 14 Euro. Die Altstadt liegt auf einer Halbinsel im Atlantik, umgeben von Stränden — der Playa de la Caleta zwischen den beiden Festungen aus dem 16. Jahrhundert ist Schauplatz der Eröffnungsszene des James-Bond-Films Stirb an einem anderen Tag. Höhepunkte sind die Kathedrale mit der goldenen Kuppel, der Torre Tavira (älteste Aussichtsturm der Stadt) und der Mercado Central. Im Februar findet der Karneval von Cádiz statt, einer der berühmtesten Spaniens.

Pueblos Blancos und Ronda

Die weißen Dörfer Andalusiens (Pueblos Blancos) liegen verstreut in der Provinz Cádiz und Málaga, am bekanntesten sind Arcos de la Frontera (90 Minuten Auto), Grazalema (2 Stunden) und das spektakulär über einer Schlucht thronende Ronda (2 Stunden). Ronda hat mit der 98 Meter tiefen Tajo-Schlucht und der Puente Nuevo aus dem 18. Jahrhundert eine der dramatischsten Stadtansichten Europas. Tagesausflug nur mit Mietwagen sinnvoll, organisierte Bustouren ab Sevilla kosten 75 bis 110 Euro.

Praktische Tipps für den Sevilla-Trip

  • Tickets online vorab buchen

    Real Alcázar und Kathedrale sind nahezu durchgehend stark frequentiert, in der Hauptsaison März bis Mai sowie September bis November sind Spontan-Tickets oft Wochen im Voraus vergeben. Online-Buchung über die offiziellen Websites spart 60 bis 90 Minuten Wartezeit und ermöglicht zeitgenaue Slots. Im Real Alcázar sind die ersten Slots morgens um 9:30 Uhr am ruhigsten.

  • Sommerhitze umplanen

    Von Juni bis September klettern die Temperaturen täglich auf 38 bis 42 Grad, Sevilla ist eine der heißesten Großstädte Europas. Sightseeing am besten zwischen 8 und 12 Uhr morgens oder ab 19 Uhr abends, mittags Siesta wie die Sevillanos. Die Altstadt-Gassen sind eng und schattig, die Plaza de España hingegen schattenlos und mittags unerträglich. Ausreichend Wasser einplanen und Sonnenhut.

  • + Kostenlose Eintrittszeiten nutzen

    Real Alcázar ist montags von 18 bis 19 Uhr (April bis September) bzw. 16 bis 17 Uhr (Oktober bis März) kostenlos. Die Kathedrale ist montags 14:30 bis 17:30 Uhr frei mit Voranmeldung. Mezquita in Córdoba ist montags bis samstags 8:30 bis 9:30 Uhr kostenlos. Torre del Oro montags frei. Plant aber 60 Minuten zusätzliche Wartezeit ein.

  • i Tapas-Etikette beachten

    Tapas sind keine Mahlzeit, sondern eine Esskultur — Sevillanos ziehen abends von Bar zu Bar (Tapeo) und bestellen pro Lokal ein bis zwei kleine Portionen mit einem Getränk. Pro Person kalkuliert man 5 bis 8 Euro pro Bar. Klassiker sind Jamón Ibérico, Salmorejo, Espinacas con Garbanzos, Pescaíto Frito. Beste Tapas-Routen: Calle Mateos Gago in Santa Cruz, Alameda de Hércules, Calle Pureza in Triana.

  • Flamenco nicht in Touristenshows

    Authentischer Flamenco findet sich in den Peñas (Flamenco-Vereinen) wie La Carbonería in Santa Cruz (Eintritt frei, Konsumzwang) oder Casa de la Memoria mit 90-minütigen Vorstellungen für 18 Euro. Große Tablao-Bühnen wie El Arenal sind teurer (39 bis 70 Euro), aber kommerzieller. In Triana donnerstags bis samstags spontaner Flamenco in den Bars der Calle Pureza nach 22 Uhr.

  • Altstadt-Kopfsteinpflaster bedenken

    Die Gassen im Barrio Santa Cruz und in Triana haben grobes historisches Kopfsteinpflaster, Rollstuhl- und Rollatorfahrt ist erschwert. Real Alcázar hat einen barrierefreien Eingang an der Calle Joaquín Romero Murube, die Kathedrale hat einen Aufzug zum Hauptschiff (nicht zur Giralda). Die neuen TUSSAM-Busse sind alle Niederflur. Plaza de España ist vollständig barrierefrei zugänglich.

  • Semana Santa und Feria meiden oder planen

    Die Karwoche (März/April) und die Feria de Abril zwei Wochen später sind die intensivsten Feste, gleichzeitig aber für normalen Sightseeing-Tourismus schwierig — Hotels verdoppeln Preise und sind seit Monaten ausgebucht, Hauptattraktionen sind teils geschlossen, die Stadt ist voller Prozessionen und Festzelte. Wer die Feste erleben will, bucht frühzeitig, wer normale Stadt-Erfahrung sucht, kommt zwei Wochen davor oder danach.

  • AVE-Tickets im Vorverkauf sparen

    Renfe bietet AVE-Tickets nach Madrid und Córdoba 60 Tage im Voraus zu Promo-Tarifen ab 18 bzw. 25 Euro, am Tag der Abfahrt kosten dieselben Strecken oft das Dreifache. Online-Buchung auf renfe.com mit deutscher Kreditkarte funktioniert problemlos. Sitzplatzreservierung im AVE ist Pflicht, Bordrestaurant in der Touristenklasse Turista verfügbar.

Insider-Tipps

Ufer-Spaziergang am Guadalquivir

Der schönste Spaziergang Sevillas führt vom Torre del Oro die Uferpromenade Paseo de Cristóbal Colón flussaufwärts zur Plaza de Cuba, über die Brücke Puente de San Telmo nach Triana und am Westufer die Calle Betis zurück zur Puente de Triana. Insgesamt 3 Kilometer, gut eine Stunde, mit Blick auf die Altstadtfront und stimmungsvoll am späten Nachmittag bei goldenem Licht. Im Sommer ankern an der Promenade schwimmende Bars mit Sundownern.

Früh in den Real Alcázar

Der Real Alcázar öffnet 9:30 Uhr, wer zur Öffnung kommt, hat den Patio de las Doncellas und die Gärten fast für sich, bevor die Reisegruppen ab 11 Uhr in Wellen einfließen. Besonders die Salones de Carlos V und die Casa de Contratación sind in den ersten 60 Minuten am stimmungsvollsten. Tickets mit Slot 9:30 Uhr 60 Tage im Voraus über die offizielle Website buchen.

Flamenco-Stammlokal in Triana

In der Casa Anselma in der Calle Pagés del Corro spielt seit 1990 die ehemalige Flamenco-Tänzerin Anselma jeden Abend (außer Sonntag) ab 23 Uhr ein spontanes Flamenco-Programm mit wechselnden Gästen aus der lokalen Szene. Eintritt frei, Konsumzwang von rund 5 Euro pro Person, sehr enge Atmosphäre, frühzeitig vor 22:30 Uhr da sein. Alternative La Carbonería in Santa Cruz mit ähnlichem Konzept.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie lange dauert die Anreise von Deutschland nach Sevilla?

Der schnellste Weg ist der saisonale Direktflug ab Frankfurt, München, Düsseldorf oder Berlin in 2:50 bis 3:10 Stunden zum Aeropuerto de Sevilla San Pablo (SVQ). Außerhalb der Saison März bis Oktober ist ein Umstieg in Madrid oder Barcelona häufig, dann liegt die Gesamtreisezeit bei 5 bis 7 Stunden. Mit dem AVE über Madrid braucht die reine Bahnfahrt 2:30 Stunden, die Anreise aus Deutschland per Bahn ist meist zweitägig mit Übernachtung in Paris oder Barcelona.

Brauche ich für Spanien einen Reisepass?

Nein, Spanien ist EU-Mitglied und Schengen-Staat. Der deutsche Personalausweis reicht für die Einreise und touristische Aufenthalte. Für Kinder unter 12 Jahren ist ein eigener Kinderausweis oder Reisepass nötig. Visumpflicht gibt es nicht. Krankenversicherung gilt mit der europäischen Versichertenkarte EHIC bei akuten Behandlungen kostenlos.

Wie kommt man am besten vom Flughafen SVQ in die Innenstadt?

Der Bus EA Especial Aeropuerto pendelt alle 30 Minuten zwischen Flughafen und Plaza de Armas und braucht 35 Minuten, Ticket kostet 4 Euro pro Strecke. Erste Abfahrt 4:30 Uhr, letzte 1:15 Uhr nachts. Taxis kosten 25 Euro tagsüber und 28 Euro abends sowie sonntags zur Innenstadt und brauchen 20 bis 30 Minuten. Uber und Cabify sind in Sevilla verfügbar, oft günstiger als Taxi.

Was kostet der Eintritt zum Real Alcázar?

Der reguläre Eintritt für Erwachsene kostet 14,50 Euro, ermäßigt 7 Euro für Studenten und Senioren über 65, kostenlos für Kinder unter 14 Jahren. Der Eintritt zu den oberen königlichen Räumen Cuarto Real Alto kostet zusätzlich 5,50 Euro mit zeitgenauem Slot. Montags ist der Eintritt frei von 18 bis 19 Uhr (April bis September) bzw. 16 bis 17 Uhr (Oktober bis März). Tickets sollten zwei bis vier Wochen im Voraus über die offizielle Website gebucht werden.

Wann sind Semana Santa und Feria de Abril und lohnt sich der Besuch?

Die Semana Santa ist die Woche vor Ostersonntag mit 60 Prozessionen täglich durch die Altstadt, die Feria de Abril startet zwei Wochen nach Ostern und dauert sechs Tage mit über 1.000 Festzelten (Casetas) im Stadtteil Los Remedios. Beide Feste sind weltberühmt und beeindruckend, allerdings sind Hotels verdoppelt im Preis und seit Monaten ausgebucht, Hauptattraktionen teils geschlossen. Wer die Feste erleben will, bucht 6 bis 12 Monate vorher, wer ruhige Stadt sucht, kommt zwei Wochen vor oder nach diesen Terminen.

Wie funktioniert der ÖPNV in Sevilla und was kostet ein Ticket?

Die städtische Verkehrsgesellschaft TUSSAM betreibt 39 Buslinien und die Tramstrecke MetroCentro. Ein Einzelticket kostet 1,40 Euro, eine aufladbare Karte Tarjeta Multiviaje 0,69 Euro pro Fahrt nach Aufladen ab 7 Euro. Ein Tagesticket kostet 5 Euro, ein 3-Tage-Touristenticket 10 Euro. Die Tarjeta Turística ist beim Stadtbus EA Especial Aeropuerto nicht gültig. Die Metro L1 ist für Touristen kaum relevant, da sie die Vororte anbindet.

Welches Stadtviertel eignet sich am besten zum Übernachten?

Für klassisches Sightseeing eignet sich Santa Cruz (180 bis 350 Euro pro Nacht im 4-Sterne-Hotel) mit direktem Zugang zu Kathedrale und Real Alcázar. Arenal am Fluss ist elegant und ruhiger (160 bis 320 Euro). Triana jenseits des Flusses ist authentischer und günstiger (110 bis 220 Euro) mit lebendigem Nachtleben. Macarena im Norden bietet bürgerliches Sevilla für Familien (90 bis 180 Euro). Nervión ist modern und auf Geschäftsreisende ausgerichtet.

Was sollte man in Sevilla unbedingt essen?

Tapas-Klassiker sind Jamón Ibérico de Bellota, Salmorejo (kalte Tomatensuppe mit Schinken und Ei), Espinacas con Garbanzos (Spinat mit Kichererbsen), Pescaíto Frito (frittierter Mischfisch) und Carrillada (geschmorte Schweinebäckchen). Süß sind Pestiños zur Karwoche und Yemas de San Leandro. Beste Tapas-Lokale Eslava in San Lorenzo, El Rinconcillo (älteste Bar Sevillas von 1670), Las Golondrinas in Triana und La Brunilda. Pro Bar 5 bis 8 Euro pro Person.

Wann ist die beste Reisezeit für Sevilla?

März bis Mai mit milden Temperaturen von 18 bis 28 Grad und blühenden Orangenbäumen ist die schönste Reisezeit, gleichzeitig aber Hochsaison mit hohen Preisen. September bis November bietet 20 bis 30 Grad und weniger Andrang. Juli und August sind mit 38 bis 42 Grad extrem heiß und für intensives Sightseeing kaum geeignet. Der Winter Dezember bis Februar ist mild mit 12 bis 18 Grad tagsüber, gelegentlichem Regen und günstigeren Preisen.

Wie viele Tage sollte man für Sevilla einplanen?

Für die Hauptsehenswürdigkeiten Kathedrale, Giralda, Real Alcázar, Plaza de España und Barrio Santa Cruz reichen 2 bis 3 Tage. Mit Tagesausflug nach Córdoba oder Cádiz kommt man auf 4 bis 5 Tage. Wer zusätzlich Granada oder Ronda besuchen will, plant 6 bis 7 Tage ein. Ein verlängertes Wochenende mit 3 Nächten ist die häufigste Aufenthaltsdauer und reicht für die Altstadt plus einen halben Tag Triana.

Lohnt sich ein Tagesausflug nach Córdoba per AVE?

Ja, Córdoba liegt nur 140 Kilometer nordöstlich von Sevilla und ist mit dem Hochgeschwindigkeitszug AVE in 45 Minuten erreichbar. Tickets ab 25 Euro pro Strecke im Vorverkauf. Hauptattraktion ist die Mezquita-Catedral mit ihren 856 Säulen und dem ikonischen Hufeisenbogen-Wald, kombiniert mit der UNESCO-geschützten Judería. Ein voller Tagesausflug von 8 bis 19 Uhr reicht für Mezquita, Alcázar de los Reyes Cristianos und Mittagessen in der Judería.

Was kostet ein Wochenende in Sevilla durchschnittlich?

Ein verlängertes Wochenende für zwei Personen mit drei Nächten im 4-Sterne-Hotel in Santa Cruz, ÖPNV-Tagestickets, Tapas-Touren und drei Attraktionen (Kathedrale plus Giralda, Real Alcázar, Las Setas) kommt auf rund 850 bis 1.200 Euro außerhalb der Hochsaison. Mit Tagesausflug Córdoba per AVE kommen 80 Euro pro Person hinzu. Saisonaler Direktflug ab 120 Euro pro Strecke, in der Hauptsaison März bis Mai sowie September bis November können Hotels deutlich teurer ausfallen.
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