- Insel der Gegensätze: 10 Minuten trennen Partymeile und Kathedralen-Altstadt, 40 Minuten Strandliege und Tramuntana-Gipfel — die Ortswahl entscheidet den Urlaub.
- Beste Zeit: Mai/Juni und September/Oktober — badewarm, aber ohne Hochsommer-Hitze und -Preise.
- Mietwagen früh buchen: Die schönsten Buchten und Bergdörfer erreichst du nur motorisiert — in den Ferien sind Wagen knapp und teuer.
Kaum eine Insel wird so unterschätzt wie die bekannteste des Mittelmeers: Hinter dem Ballermann-Klischee liegt ein Mallorca mit ernstzunehmendem Gebirge, honigfarbenen Bergdörfern, einer Hauptstadt voller Kunst und Buchten, die es mit der Karibik aufnehmen. Wer die richtigen zwanzig Kilometer fährt, wechselt die Welt.
Mallorca-Urlaub: welche Ecke passt zu dir?
Palma ist Städtereise am Meer: La Seu über dem Hafen, Altstadt-Patios, Museen und die beste Gastro-Szene der Balearen. Die Serra de Tramuntana im Westen — UNESCO-Welterbe — gehört Wanderern und Rennradfahrern: Valldemossa, Deià und Sóller sind die schönsten Dörfer, das Cap Formentor der dramatischste Aussichtspunkt. Der Norden um Alcúdia und Pollença verbindet Familienstrände mit Altstadt-Flair. Der Osten versteckt die Bilderbuch-Calas zwischen Artà und Santanyí (Cala Mondragó, Cala Figuera), der Süden den Naturstrand Es Trenc. Und die Playa de Palma? Ist genau das, was du erwartest — und lässt sich wunderbar meiden oder gezielt feiern, je nach Geschmack.
Fünf Mallorca-Erlebnisse
Die historische Holzbahn von Palma durch die Berge — Orangental und Hafen-Tram inklusive.
Auf dem GR221 zwischen Deià und Sóller — Steineichen, Terrassen, Meerblick bei jeder Rast.
Karibisch türkis ohne Hotelburgen — früh kommen, Parkplätze sind das Nadelöhr.
Morgens Kathedrale im Gegenlicht, mittags Mercat de l'Olivar, abends Tapas in Santa Catalina.
Die Serpentinenstraße zum Leuchtturm — im Sommer tagsüber busreguliert, morgens magisch leer.
Anreise und unterwegs auf Mallorca
Mallorca steuert gegen Übertourismus: Zufahrten zu Hotspots wie Es Trenc oder Formentor sind im Hochsommer teils reguliert, Parken wird konsequent kontrolliert. Früh starten oder Busse nutzen erspart Frust und Knöllchen.
Beste Reisezeit für Mallorca
Die Badesaison läuft von Mai bis Oktober — das Meer ist im September/Oktober am wärmsten, die Luft milder als im glühenden Juli/August. Frühling und Herbst gehören Wanderern und Radfahrern: Die Tramuntana ist von Oktober bis Mai ideal, im Hochsommer zu heiß. Ein Geheimtipp bleibt der Spätwinter, wenn ab Ende Januar Millionen Mandelbäume blühen und die Insel rosa-weiß färben. Nur der November und der Dezemberanfang sind wetterlaunisch — gut für Palma-Städtetage, unsicher für alles andere.
„Buche die erste und letzte Nacht in Palma und dazwischen ein Fincahotel im Inselinneren — so bekommst du Stadt, Strand und das stille Mallorca in einer Woche, ohne täglich Koffer zu schleppen."
Mallorca mit Kindern und durch den Magen
Familien fahren am besten in den Norden: Die Buchten von Alcúdia und Playa de Muro fallen flach ab, dahinter warten Naturpark s'Albufera und Ausflüge per Boot. Regentage rettet das Aquarium in Palma mit seinem Haitunnel, Abkühlung liefern die Wasserparks. Kulinarisch reicht Mallorca weit über Sangría hinaus: Ensaimada zum Frühstück, Pa amb oli als ehrlichstes Inselgericht, Tumbet aus dem Gemüsegarten, dazu Wein aus Binissalem und zum Abschluss ein Hierbas. Marktbesuch nicht vergessen — Sineu (Mittwoch) ist der ursprünglichste der Insel.
Drei ehrliche Spartipps für Mallorca
Erstens: Randsaison fliegen — Mai und Oktober kosten oft die Hälfte des Augusts, bei besserem Wander- und ordentlichem Badewetter. Zweitens: Inselinneres statt erste Meereslinie — Agroturismos und Dorfhotels in Santanyí, Artà oder Sineu sind günstiger und schöner als vieles an der Küste. Drittens: Menú del día — das Mittagsmenü der Dorfrestaurants liefert drei Gänge zum Preis eines Touristen-Hauptgerichts an der Promenade.


