- Kultur-Dreieck: Weimar, Erfurt und die Wartburg bei Eisenach liegen jeweils nur eine gute halbe Bahnstunde auseinander.
- Natur-Doppel: Rennsteig-Wandern im Thüringer Wald plus Urwald-Feeling im Nationalpark Hainich mit Baumkronenpfad.
- Preis-Tipp: Thüringen zählt zu den günstigsten Urlaubsländern Deutschlands — selbst in den Ferien findest du bezahlbare Quartiere.
Thüringen wird gern unterschätzt — und genau das ist sein Vorteil. Auf engem Raum stapelt das „grüne Herz Deutschlands" Weltkultur und Waldwildnis: Luther übersetzte auf der Wartburg die Bibel, Goethe und Schiller machten Weimar zum Zentrum der deutschen Klassik, das Bauhaus wurde hier gegründet — und zwischendrin zieht sich der Rennsteig als berühmtester Höhenweg des Landes über die Kämme. Wo sonst liegen vier UNESCO-Welterbestätten in einer Bahnstunde?
Urlaub in Thüringen: die Highlights
Erfurt überrascht jeden Erstbesucher: Die Krämerbrücke ist die längste durchgehend bebaute und bewohnte Brücke Europas, dahinter erheben sich Dom und Severikirche über einer fast vollständig erhaltenen Altstadt. Weimar ist begehbare Geistesgeschichte — Goethehaus, Schillerhaus, Anna-Amalia-Bibliothek und Bauhaus-Museum in Laufdistanz. Die Wartburg über Eisenach verbindet Lutherstube und Sängersaal mit einem Panoramablick über den Thüringer Wald. Und der Nationalpark Hainich zeigt mit seinem Baumkronenpfad, wie Deutschland aussah, als es noch Urwald war — seit 2011 UNESCO-Weltnaturerbe.
Fünf Thüringen-Erlebnisse
Rund 170 Kilometer Kammweg von Hörschel bis Blankenstein — als Tagesetappe oder Wochen-Tour, mit „Gut Runst!" als Wandergruß.
Lutherstube, Sängersaal, Elisabeth-Kemenate — die geschichtsträchtigste Burg Deutschlands.
Deutsche Klassik und Moderne-Geburtsstätte in einer Stadt der kurzen Wege.
Nach Weimar →Über den Wipfeln des UNESCO-Buchenurwalds — mit Aussichtsturm und Wildkatzendorf nebenan.
Tropfsteine in Mineralfarben — als besonders farbenreiche Schaugrotte bekannt geworden.
Anreise nach Thüringen
Erfurt liegt seit dem ICE-Ausbau mitten im Schnellfahrnetz — Berlin, Frankfurt und München sind jeweils in gut zwei bis zweieinhalb Stunden erreichbar. Thüringen ist damit eines der am besten angebundenen Wochenendziele Deutschlands.
Erfurt: die schönste Unbekannte
Wäre Erfurt in Süddeutschland, stünden hier Reisebusse Schlange — so gehört die Stadt noch ihren Bewohnern. Die Krämerbrücke mit ihren 32 bewohnten Fachwerkhäusern ist einzigartig nördlich der Alpen, das Ensemble aus Dom und Severikirche über den Domstufen eine der großen Kulissen des Landes (im Sommer Bühne der DomStufen-Festspiele). Dazwischen: Fischmarkt, Zitadelle Petersberg mit Horchgängen und eine Kneipendichte, die für eine 215.000-Einwohner-Stadt erstaunlich ist. Ein voller Tag reicht für die Highlights — zwei sind besser.
Rennsteig praktisch geplant
Die klassische Komplett-Wanderung dauert fünf bis sechs Tage, üblich von West (Hörschel) nach Ost (Blankenstein) — so hast du die Steigungen am Anfang und den Wind im Rücken. Wer nur schnuppern will, nimmt die Kammetappen um Oberhof oder den Abschnitt am Inselsberg mit den weitesten Blicken. Gepäcktransfer bieten viele Rennsteig-Pensionen an, die Bahn bringt dich über Eisenach und die Rennsteig-Zubringer an die Startpunkte. Markierung: das weiße „R" — verlaufen ist praktisch unmöglich.
Drei ehrliche Spartipps für Thüringen
Erstens: Die Thüringen-Card bündelt über 200 Eintritte (Wartburg, Feengrotten, Baumkronenpfad) — bei zwei, drei Besichtigungen pro Tag rechnet sie sich schnell. Zweitens: Weimar-Museen sind mit der Moderne-Card oder Kombitickets der Klassik Stiftung deutlich günstiger als einzeln. Drittens: Übernachte in Erfurt statt Weimar — größeres Angebot, bessere Preise, und die Klassikerstadt ist per Bahn in 15 Minuten erreicht.
Beste Reisezeit für Thüringen
Mai bis Oktober ist die Kernzeit: Frühling und Frühsommer für den Rennsteig und die Buchenwälder des Hainich, der Oktober für Laubfärbung über den Kämmen. Die Städte funktionieren ganzjährig — im Advent locken der Erfurter Weihnachtsmarkt vor der Dom-Kulisse und Weimars stimmungsvolle Plätze. Im Winter wird der Thüringer Wald rund um Oberhof zur Langlauf-Hochburg; alpinen Skiurlaub darfst du hier allerdings nicht erwarten.
„Die Bratwurst gehört in Thüringen auf den Rost, nicht in die Pfanne — und ins Brötchen kommt Born-Senf, niemals Ketchup. Wer das beherzigt, wird an jeder Bude wie ein Einheimischer behandelt."
Thüringen mit Kindern und durch den Magen
Für Familien ist Thüringen ein Geheimtipp mit kurzen Wegen: Baumkronenpfad und Wildkatzendorf im Hainich, die Feengrotten mit Grubenhelm, Sommerrodelbahnen im Thüringer Wald und die Erfurter ega mit Deutschlands großem Spielplatz-Klassiker. Kulinarisch führt kein Weg an der Thüringer Rostbratwurst vorbei — über Holzkohle, mit Born-Senf — und an den Thüringer Klößen, die sonntags in fast jeder Gaststube auf den Tisch kommen. Dazu: Eichsfelder Spezialitäten im Norden und überraschend gute Weine an der Saale-Unstrut-Grenze.
