Valletta ist mit rund 5.700 Einwohnerinnen und Einwohnern die kleinste Hauptstadt der Europäischen Union und gleichzeitig eine der dichtesten konzentrierten Welterbe-Städte des Mittelmeerraums. Die Stadt liegt auf einer 1.000 Meter langen und 600 Meter breiten Felshalbinsel zwischen den beiden Naturhäfen Grand Harbour und Marsamxett Harbour und wurde 1566 nach der erfolgreichen Verteidigung Maltas gegen die Osmanen vom Johanniter-Großmeister Jean Parisot de Valette als planmässige Festungsstadt gegründet. Seit 1980 zählt der gesamte historische Stadtkern zum UNESCO-Welterbe, 2018 war Valletta Europäische Kulturhauptstadt. Was die Stadt besonders macht, ist die Mischung aus barocker Pracht (St. Johns Co-Kathedrale mit Caravaggios Enthauptung Johannes des Täufers), militärischer Festungsarchitektur (Mauern bis 47 Meter Höhe, Bastionen, Kavaliere) und einem geschlossenen Stadtbild aus 320 Monumenten auf engstem Raum. Direktflüge aus allen grösseren deutschen Städten erreichen Malta in rund 3 Stunden, vom Flughafen Luqa bist du in 25 Minuten in der Altstadt.
Anreise und Erreichbarkeit
Malta liegt rund 80 Kilometer südlich von Sizilien und ist von Deutschland aus ausschließlich per Flugzeug sinnvoll erreichbar. Die Insel ist EU-Mitglied, Schengen-Raum, du brauchst nur den Personalausweis. Die Anreise ist vom Hauptverkehrsknoten Flughafen Luqa (MLA) aus mit Bus, Taxi oder Mietwagen organisiert — innerhalb Vallettas kommst du am besten zu Fuß zurecht, die ummauerte Altstadt misst gerade einmal 1.000 mal 600 Meter und ist autofrei.
Mit dem Flugzeug
Direktflüge aus Deutschland gibt es ganzjährig aus Frankfurt (FRA), München (MUC), Düsseldorf (DUS), Berlin (BER), Hamburg (HAM), Köln (CGN), Stuttgart (STR) und Hannover (HAJ) — Flugzeit jeweils 2:45 bis 3:15 Stunden. Bedient werden die Strecken von Lufthansa, Eurowings, KM Malta Airlines (der Nachfolger von Air Malta seit März 2024), Ryanair und Wizz Air. Vom Flughafen Luqa (Malta International Airport, MLA) bist du in 25 Minuten in Valletta — der Express-Bus X4 fährt alle 30 Minuten zum City Gate direkt am Stadteingang, Ticket 2,50 Euro im Sommer, 2 Euro im Winter (ein Tagesticket kostet 21 Euro). Ein Taxi mit Festpreis kostet 25 bis 30 Euro für die Strecke.
Mit dem Auto auf Malta
Ein Mietwagen ist auf Malta nur sinnvoll, wenn du Tagesausflüge nach Mdina, in die Blaue Grotte oder an die Nordküste planst — innerhalb Vallettas selbst ist Parken extrem schwierig und teuer. Wichtig — auf Malta herrscht Linksverkehr (britisches Erbe seit der Kolonialzeit), Lenkrad rechts, Kreisverkehr gegen den Uhrzeigersinn. Mietwagen ab 25 Euro pro Tag in der Nebensaison, im Sommer 50 bis 70 Euro. Parken in Valletta selbst nur am MCP-Parkhaus unter dem Floriana-Platz (Tagessatz rund 18 Euro) oder im Park-and-Ride Blata l-Bajda mit kostenlosem Shuttle in die Innenstadt.
Mit dem öffentlichen Bus
Malta hat ein dichtes und günstiges Bus-Netz, das nahezu jeden Punkt der Hauptinsel erreicht. Zentraler Knoten ist die Valletta Bus Terminal am City Gate (auch Triton-Brunnen-Platz genannt) direkt vor dem Stadtgrund. Von hier fahren Busse nach Mdina (Linie 51, 52, 53, Fahrzeit 35 Minuten), Mellieha und Cirkewwa für die Gozo-Fähre (Linie 41, 42, 49, Fahrzeit 90 Minuten), Marsaxlokk (Linie 81, 85, 50 Minuten) und in alle anderen Orte der Insel. Tickets bekommst du am Automaten oder beim Fahrer, ein Einzelticket gilt 2 Stunden und kostet 2 Euro im Winter, 2,50 Euro im Sommer. Die Tallinja Card als 7-Tage-Pass kostet 21 Euro und lohnt sich ab dem dritten Fahrtag. Fahrplaninfos und Echtzeitdaten findest du bei publictransport.com.mt, dem offiziellen Betreiber.
Mit Fähre und Wassertaxi
Vom Valletta Waterfront unter den Festungsmauern verkehrt die Valletta-Sliema Ferry über den Marsamxett Harbour nach Sliema (5 Minuten, 1,50 Euro) und die Valletta-Cospicua Ferry über den Grand Harbour zu den Drei Städten (8 Minuten, 1,50 Euro). Beide fahren alle 30 Minuten. Traditionelle Dghajsa-Wassertaxis (bunt bemalte Holzboote) übernehmen den klassischen Hafenrundkurs vom Lascaris Wharf — ideal für die schönsten Foto-Perspektiven auf die Bastionen.
Vor Ort bewegen und Parken
In Valletta selbst gehst du zu Fuß — die ummauerte Altstadt ist 1.000 Meter lang und 600 Meter breit, die Hauptachsen Republic Street und Merchants Street durchziehen die Stadt in voller Länge. Wichtig ist gutes Schuhwerk, die Stadt ist auf einem Felsrücken gebaut, alle Querstraßen führen mit teils erheblichem Gefälle und Treppen zu den Hafen-Bastionen hinab. Ein Aufzug (Barrakka Lift, 1 Euro pro Fahrt) verbindet den Lascaris Wharf am Grand Harbour mit den Upper Barrakka Gardens 58 Meter darüber — perfekt nach Hafen-Erkundungen ohne Treppen-Marathon.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Valletta
Valletta ist auf engstem Raum eine der monumentalsten Städte Europas — die UNESCO listet 320 historisch bedeutsame Bauwerke innerhalb der Mauern, was rein rechnerisch ein Monument pro Hektar bedeutet. Die folgenden sechs Orte gehören in jedes Programm, unabhängig davon, ob du einen Tagesausflug oder eine ganze Woche planst.
St. Johns Co-Kathedrale
Die 1573 bis 1577 von Girolamo Cassar erbaute Konventskirche des Johanniterordens wirkt von außen wie eine schmucklose Festung aus honigfarbenem Globigerina-Kalkstein — der Kontrast zum Inneren ist gewollt und dramatisch. Hinter den nüchternen Mauern entfaltet sich ab 1660 unter Großmeister Cotoner eines der opulentesten Barock-Interieure Europas, jeder Quadratzentimeter ist mit Vergoldungen, Marmor-Intarsien und Grabplatten überzogen. Höhepunkt ist die Oratorium-Kapelle mit Caravaggios riesigem Gemälde Die Enthauptung Johannes des Täufers (1608) — das einzige Werk, das der Maler je signiert hat, 361 mal 520 Zentimeter groß. Eintritt 15 Euro für Erwachsene, 12 Euro für Senioren und Studierende, Audioguide inklusive. Öffnungszeiten Montag bis Freitag 9:30 bis 16:30 Uhr, Samstag bis 12:30 Uhr, sonntags geschlossen.
Großmeisterpalast und Waffenkammer
Der Palazzo Magistrale an der Republic Street war von 1571 bis 1798 Sitz des Johanniter-Großmeisters, später Sitz des britischen Gouverneurs und seit der Unabhängigkeit 1964 Repräsentationssitz des maltesischen Staatspräsidenten — entsprechend gibt es Bereiche, die wegen Staatsbesuchen kurzfristig geschlossen werden. Das Palais wurde 2021 nach sechsjähriger Renovierung wiedereröffnet, die Staatsräume zeigen Wandteppiche aus Gobelin-Manufakturen, Fresken zu Seeschlachten der Johanniter und das prächtige Throngemach. Die angeschlossene Armeria (Waffenkammer) zeigt 5.000 Rüstungen und Waffen der Johanniter aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Eintritt 12 Euro, Kombiticket Palast plus Waffenkammer 14 Euro.
Upper Barrakka Gardens und Saluting Battery
Die Upper Barrakka Gardens auf der höchsten Stelle der Bastion Saint Peter and Paul bieten den grandiosesten Ausblick der Stadt — 58 Meter über dem Grand Harbour blickst du direkt auf die Drei Städte Vittoriosa, Senglea und Cospicua am gegenüberliegenden Ufer und auf die Werften der einstigen Royal Navy. Die Saluting Battery direkt unterhalb des Gartens feuert seit dem 16. Jahrhundert jeden Tag pünktlich um 12:00 und 16:00 Uhr eine zeremonielle Kanonensalve ab (Eintritt zum Battery-Plateau 3 Euro, von oben kostenlos). Der Barrakka Lift verbindet die Gärten mit dem Lascaris Wharf am Hafen.
Festungsmauern und Bastionen
Vallettas Festungsanlage gilt als eines der mächtigsten militärischen Bauwerke Europas und ist nach der Belagerung von 1565 in nur 15 Jahren entstanden — Architekten waren der italienische Militäringenieur Francesco Laparelli und sein Schüler Girolamo Cassar. Die Mauern erreichen bis zu 47 Meter Höhe und sind bis zu 18 Meter dick, die Bastionen tragen Namen wie Saint Michael, Saint John, Saint James und Saint Peter and Paul. Ein durchgehender Wanderweg auf den Mauern existiert nicht, die spannendsten Abschnitte erlebst du am Fort Saint Elmo an der Halbinselspitze (zugleich Kriegsmuseum mit Eintritt 10 Euro), an den Lower Barrakka Gardens und am Hastings Garden im Norden.
Casa Rocca Piccola
Das einzige bewohnte Adelspalais Vallettas, in Familienbesitz der Marchese de Piro seit dem 17. Jahrhundert. Die Familie öffnet zwölf Zimmer für Besucher und führt selbst durch das Anwesen — von der Bibliothek mit 18-Jahrhunderts-Möbeln bis in die Luftschutzkeller, die im Zweiten Weltkrieg 100 Personen Schutz boten. Eintritt 9 Euro inklusive Führung in Englisch (alle 30 Minuten), Öffnungszeiten Montag bis Samstag 10:00 bis 17:00 Uhr.
Manoel Theatre
Eines der ältesten noch bespielten Theater Europas, 1731 vom Großmeister António Manoel de Vilhena errichtet und 1732 mit einer Aufführung der Tragödie Merope eröffnet. Der ovale Zuschauerraum mit drei Logen-Rängen aus blattvergoldetem Holz fasst 623 Plätze, die Akustik gilt als hervorragend. Tagsüber Führungen (8 Euro, alle 30 Minuten), abends Aufführungen von Oper, Schauspiel und Konzert — Tickets zwischen 15 und 60 Euro, das Programm findet sich auf visitmalta.com.
Die sechs Pflicht-Sehenswürdigkeiten im Überblick
St. Johns Co-Kathedrale
Konventskirche der Johanniter mit dem opulentesten Barock-Interieur des Mittelmeers und Caravaggios signiertem Hauptwerk. Eintritt 15 Euro, Audioguide inklusive, Besuchsdauer 60 bis 90 Minuten.
Großmeisterpalast
Sitz des maltesischen Präsidenten mit Staatsräumen, Gobelin-Wandteppichen und 5.000 Rüstungen in der Armeria. Eintritt 14 Euro Kombiticket, Besuch rund 90 Minuten.
Upper Barrakka Gardens
Höchster Aussichtspunkt der Stadt mit Panorama auf den Grand Harbour und die Drei Städte. Tägliche Kanonensalve um 12 und 16 Uhr, Eintritt kostenlos, Barrakka Lift 1 Euro.
Fort Saint Elmo
Bastion an der Spitze der Halbinsel, heute National War Museum mit Exponaten zur Belagerung 1565 und zur deutsch-italienischen Bombardierung 1940 bis 1943. Eintritt 10 Euro.
Casa Rocca Piccola
Bewohnte Adelsresidenz aus dem 17. Jahrhundert mit zwölf zu besichtigenden Räumen und Familienführung durch die Marchese de Piro. Eintritt 9 Euro, 60 Minuten.
Manoel Theatre
Eines der ältesten bespielten Theater Europas von 1731 mit dreirangigem Holz-Logen-Saal und 623 Plätzen. Tagesführung 8 Euro, abends Oper und Konzert ab 15 Euro.
Tagesausflüge ab Valletta
Malta ist mit 27 Kilometer Länge und 14 Kilometer Breite klein genug, um jeden Punkt von Valletta aus in maximal 90 Busminuten zu erreichen. Die folgenden vier Ziele gehören zu den lohnenswertesten Tagestouren — ein bis zwei davon passen in jeden Valletta-Aufenthalt.
Mdina, die Stille Stadt
Maltas ehemalige Hauptstadt im Zentrum der Insel, eine mittelalterliche Festungsstadt auf einem 185 Meter hohen Felsplateau mit 300 Einwohnern und absolutem Fahrverbot innerhalb der Mauern — daher der Beiname Silent City. Hauptattraktionen sind die St. Pauls-Kathedrale (Eintritt 10 Euro inklusive Diözesanmuseum), der Palazzo Falson mit Antiquitätensammlung (10 Euro) und die Bastions-Spaziergänge mit Ausblick bis nach Valletta. Anfahrt mit Bus 51, 52 oder 53 ab Valletta in 35 bis 45 Minuten. Direkt vor den Toren liegt Rabat mit den Katakomben des heiligen Paulus, eine römische Begräbnis-Anlage mit 30 Kammern und Korridoren.
Blaue Grotte und Marsaxlokk
Die Blaue Grotte (Blue Grotto) an der Südküste ist ein System aus sieben Meeresgrotten unter den Klippen von Wied iz-Zurrieq — Bootsfahrten starten von einer kleinen Anlegestelle direkt unter der Grotte, dauern 25 Minuten und kosten 10 Euro pro Person. Die schönsten Lichtverhältnisse sind am Vormittag zwischen 9 und 13 Uhr, bei Wind über Stärke 4 verkehren die Boote nicht. Kombiniere den Ausflug mit dem Fischerort Marsaxlokk im Südosten der Insel — dort finden bunte Luzzu-Boote (das Auge des Osiris am Bug schützt traditionell vor Unheil), der Sonntagsmarkt am Hafen ist die grösste Fischauktion Maltas. Anfahrt Bus 81 oder 85 ab Valletta in 50 Minuten.
Gozo, die grüne Schwesterinsel
Gozo ist Maltas Nachbarinsel im Norden, 14 Kilometer lang, 7 Kilometer breit, deutlich grüner und ruhiger als die Hauptinsel. Die Fähre Gozo Channel verkehrt zwischen Cirkewwa (Nordspitze Malta) und Mgarr (Südküste Gozo) alle 45 Minuten, Überfahrt 25 Minuten, Ticket 4,65 Euro hin und zurück (nur auf der Rückfahrt zahlbar). Highlights sind die Zitadelle von Victoria (Eintritt 5 Euro), die Megalith-Tempel von Ggantija (UNESCO-Welterbe, älter als Stonehenge und die Pyramiden, Eintritt 9 Euro), die Bucht von Dwejra mit Inland Sea und die Salzpfannen von Xwejni Bay. Für einen Tagesausflug brauchst du ab Valletta gut 4 Stunden Anreise (Bus 41 nach Cirkewwa 90 Minuten, Fähre 25 Minuten, dann Bus auf Gozo) — ein eigener Mietwagen oder eine geführte Tour spart deutlich Zeit.
Die Drei Städte
Vittoriosa (Birgu), Senglea (L-Isla) und Cospicua (Bormla) sind die ältere Vorgängerstadt Vallettas am gegenüberliegenden Ufer des Grand Harbour — hier residierte der Johanniterorden von 1530 bis zur Gründung Vallettas. Heute sind die Drei Städte ein wenig besuchtes Juwel mit dem Fort Sant Angelo (Eintritt 10 Euro), der Inquisitionspalast (6 Euro) und engen Gassen ohne Touristenströme. Anfahrt einfach mit der Cospicua-Fähre vom Valletta Waterfront in 8 Minuten, eine der schönsten Bootsfahrten Maltas.
Valletta und Mdina im Vergleich
Valletta selbst ist das Herzstück, die anderen Ziele lassen sich problemlos als Halbtags- bis Tagestouren ergänzen. Wer Gozo ernsthaft erleben möchte, sollte mindestens eine Nacht auf der Insel einplanen.
Geschichte und Charakter
Vallettas Existenz ist die direkte Folge der Großen Belagerung von 1565 — damals belagerten 40.000 osmanische Soldaten unter Sultan Süleyman die schwach befestigten Stützpunkte des Johanniterordens auf der Halbinsel Birgu (heute Vittoriosa). Nach vier Monaten Kampf, dem Tod von 9.000 Verteidigern und einem Entsatz aus Sizilien zogen die Osmanen ab. Großmeister Jean Parisot de Valette beschloss unmittelbar danach, den bisher unbefestigten Sciberras-Felsrücken zu einer uneinnehmbaren Festungsstadt auszubauen — der Grundstein wurde am 28. März 1566 gelegt, die Stadt nach ihrem Gründer benannt.
Die Bauleitung übernahm der päpstliche Militäringenieur Francesco Laparelli aus Cortona, nach dessen Tod 1571 sein maltesischer Schüler Girolamo Cassar. In nur 15 Jahren entstand eine vollständig geplante Renaissance-Festungsstadt mit Schachbrett-Straßennetz, einheitlichen Hausfluchten aus Globigerina-Kalkstein und einem Verteidigungsring aus acht Bastionen. Die Johanniter regierten Malta noch 230 Jahre, bis Napoleon 1798 auf dem Weg nach Ägypten die Insel kampflos einnahm. Nur zwei Jahre später kapitulierten die Franzosen vor den Briten — bis zur Unabhängigkeit 1964 war Malta britische Kronkolonie und wichtigster Mittelmeer-Stützpunkt der Royal Navy.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Malta zum am meisten bombardierten Ort Europas — zwischen Juni 1940 und Dezember 1942 fielen rund 14.000 Bomben auf die Insel, vor allem auf Valletta und den Grand Harbour. König George VI verlieh der Zivilbevölkerung 1942 als einzigem geografischen Ort weltweit das George Cross für Tapferkeit, das bis heute in der Flagge Maltas oben links erkennbar ist. Wiederaufbau und EU-Beitritt 2004 haben Valletta zu dem gemacht, was es heute ist — eine selbstbewusste kleine Hauptstadt mit Weltklasse-Kultur und entspanntem Mittelmeer-Lebensgefühl.
Essen und Übernachten
Maltesische Küche ist eine Mischung aus sizilianischen, arabischen und britischen Einflüssen — typische Gerichte sind Pastizzi (Blätterteig-Taschen mit Ricotta oder Erbsen, Streetfood-Klassiker für 50 Cent), Fenkata (geschmortes Kaninchen, Nationalgericht), Bragioli (Rindrouladen mit Speck und Ei), Aljotta (Fischsuppe mit Knoblauch) und Ftira (maltesisches Brot mit Thunfisch, Oliven und Tomaten). Lokale Weine kommen vorwiegend von der Trauben-Sorte Gellewza (rot) und Ghirgentina (weiss), die grossen Weingüter sind Marsovin, Delicata und Meridiana — Flasche im Restaurant 22 bis 35 Euro.
Die besten Restaurants Vallettas liegen im sogenannten Strait Street-Viertel und entlang der Merchants Street — Empfehlungen sind Noni (modern-maltesisch im Gewölbekeller, Tasting-Menü 75 Euro), Rampila (am Bastions-Tunnel, Hauptgang 22 bis 28 Euro), Trabuxu Bistro (Naturweine und kleine Teller), Caffe Cordina am Republic Square (klassisches Wiener Stil-Cafe seit 1837). Frühstück und Snacks holst du dir bei Crystal Palace in Rabat oder Maxim Bakery direkt am City Gate.
Unterkünfte in Valletta reichen vom Boutique-Hotel im sanierten Adelspalais bis zum AirBnB im Gewölbekeller. Top-Adressen sind das The Phoenicia (Five-Star-Hotel direkt vor dem Stadttor mit Pool und Hafenblick, Doppelzimmer ab 280 Euro), das Iniala Harbour House am Lascaris Wharf (Designer-Hotel, ab 450 Euro) und das Ursulino Valletta (Boutique-Hotel im Klosterkomplex, ab 180 Euro). Wer günstiger sucht, findet in Sliema (per Fähre 5 Minuten) oder Saint Julians Doppelzimmer ab 80 Euro.
Praktische Tipps für Valletta
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Heritage Malta Multi-Pass spart deutlich
Der 30-Tage-Pass Multisite Heritage Malta kostet 50 Euro für Erwachsene und gilt für 23 Welterbe-Stätten inklusive Großmeisterpalast, Fort Saint Elmo, Inquisitionspalast, Ggantija auf Gozo und Hagar Qim. Bereits bei drei besuchten Sites lohnt sich der Pass.
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St. Johns Co-Kathedrale früh besuchen
Caravaggios Hauptwerk hängt im Oratorium, einem kleinen Seitenraum, in den nur 15 bis 20 Besucher gleichzeitig passen. Wer um 9:30 zur Öffnung erscheint, hat oft zwei bis drei Minuten allein vor dem Gemälde — ab 11 Uhr stehen die Tagesgäste der Kreuzfahrtschiffe Schlange.
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Kanonensalve perfekt timen
Die Saluting Battery in den Upper Barrakka Gardens feuert täglich um 12:00 und 16:00 Uhr eine zeremonielle Salve über den Grand Harbour. Stelle dich 15 Minuten vorher an der Brüstung der oberen Gärten auf, von dort hast du den besten Blick auf die Kanone, den Hafen und die Drei Städte gleichzeitig.
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Linksverkehr ernst nehmen
Wer einen Mietwagen nimmt, sollte sich bewusst sein, dass auf Malta Linksverkehr herrscht — Kreisverkehre laufen gegen den Uhrzeigersinn, das Lenkrad ist rechts, und die Verkehrsschilder sind teils sehr eigenwillig platziert. Für Tagesausflüge ist ein Taxi-Festpreis oder eine geführte Tour oft die entspanntere Wahl.
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Tallinja-Card für mehrere Bustage
Die 7-Tage-Karte Tallinja Explore kostet 21 Euro und gilt unbegrenzt auf allen Bussen Maltas und Gozos. Lohnt sich schon ab dem dritten Fahrtag — bei Tagesausflügen nach Mdina, Marsaxlokk und Gozo schnell amortisiert. Karten gibt es am Flughafen, am Valletta-Terminal und in vielen Tabakläden.
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Barrakka Lift gegen Treppen-Marathon
Valletta ist auf einem Felsrücken gebaut, alle Querstraßen führen mit teils erheblichem Gefälle und Treppen zu den Hafen-Bastionen hinab. Der Barrakka Lift verbindet die Upper Barrakka Gardens 58 Meter hoch mit dem Lascaris Wharf am Grand Harbour — perfekt nach Hafen-Erkundungen ohne Treppen-Marathon. Eine Fahrt kostet 1 Euro.
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Wasser und Sonnenschutz im Sommer
Im Juli und August klettert das Thermometer regelmässig über 35 Grad, die Globigerina-Kalksteinwände reflektieren die Hitze zusätzlich. Trink-Brunnen gibt es nur wenige, am Triton-Brunnen am City Gate und an der Republic Square. Trink-Flasche, Sonnenhut und Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor mitnehmen.
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Winter ist Hochsaison für Kulturreisen
Zwischen November und März liegen die Temperaturen tagsüber bei angenehmen 15 bis 18 Grad, die Sehenswürdigkeiten sind menschenleer und die Hotelpreise um 40 bis 50 Prozent günstiger. Lediglich an Weihnachten und Neujahr füllen sich die Stadt und das Programm mit Festivitäten — die maltesischen Krippen sind weltweit berühmt.
Insider-Tipps
Strait Street nach Einbruch der Dunkelheit
Die schmale Strait Street parallel zur Republic Street ist tagsüber unscheinbar, abends verwandelt sie sich in das Ausgehviertel Vallettas — Trabuxu Bistro, Loop Bar und Tico Tico sind die Klassiker, das Mama Roux im Cellar serviert Cajun-Küche zu Live-Musik. Ab 22 Uhr füllt sich die Straße mit Einheimischen.
Manoel Island und die Lazaretto-Ruinen
Vom Sliema-Ufer aus erreichbar, fast nie auf Touristenrouten — die Insel beherbergt das verfallene Lazaretto-Quarantänehaus aus dem 17. Jahrhundert und die Fort Manoel-Festung, die für Game of Thrones als Drehort der Großen Septe von Baelor diente. Aktuell wird die Insel zu einem Resort umgebaut, der historische Charme verschwindet nach und nach — also bald hin.




