Helsinki ist die nordische Designhauptstadt am Finnischen Meerbusen, gegründet 1550 von König Gustav I. Wasa, seit 1812 Hauptstadt Finnlands und Heimat von rund 660.000 Menschen im Kernstadtgebiet sowie 1,5 Millionen in der Metropolregion. Der weißgelbe klassizistische Senatsplatz, die zinnoberrote Uspenski-Kathedrale, die in den Granit gehauene Felsenkirche Temppeliaukio und die UNESCO-Welterbe-Seefestung Suomenlinna prägen ein kompaktes Stadtbild zwischen Ostsee, Schären und über 300 Inseln. Der Designdistrikt im Viertel Punavuori bündelt 200 Boutiquen, Studios und Galerien auf wenigen Quadratkilometern. Wer drei bis vier Tage einplant, verbindet Senatsplatz, Marktplatz Kauppatori, Saunakultur und einen Tagestrip nach Porvoo oder per Schnellfähre nach Tallinn zu einer kompletten Ostsee-Hauptstadt-Tour.

Anreise und Erreichbarkeit

Helsinki liegt rund 1.600 Kilometer Luftlinie nordöstlich von Frankfurt am östlichen Rand der Europäischen Union. Die Anreise aus Deutschland erfolgt fast immer per Flugzeug, wobei sich für Bahn- und Schiffsfans alternative Routen über Stockholm und die Ostseefähre Silja Line oder Viking Line anbieten. Innerstädtisch ist Helsinki eine kompakte Fußgängerstadt mit hervorragend ausgebautem ÖPNV unter der Marke HSL.

Mit dem Flugzeug

Der Flughafen Helsinki-Vantaa (HEL) liegt 17 Kilometer nördlich des Stadtzentrums und wird von Lufthansa, Finnair, Eurowings und Ryanair ab Frankfurt, München, Hamburg, Berlin und Düsseldorf täglich direkt angeflogen. Die Flugzeit beträgt 2:15 bis 2:45 Stunden. Die Ringbahn der Strecke I oder P bringt Reisende in 30 Minuten zum Hauptbahnhof Helsinki, Tickets über die HSL-App oder Automaten kosten 4,50 Euro für die Zonen ABC. Taxis verlangen Festpreise um 50 Euro, Mietwagen sind am Terminal verfügbar, lohnen sich aber nur bei Weiterreise in die finnischen Seengebiete.

Mit der Fähre aus Stockholm oder Tallinn

Wer Helsinki klimafreundlich erreichen möchte, kombiniert ICE oder Nachtzug nach Hamburg oder Kopenhagen mit der Strecke Kopenhagen–Stockholm und dann eine Übernachtfähre Stockholm–Helsinki mit Silja Symphony oder Viking Grace. Die Überfahrt dauert 16 Stunden, Kabinen ab 90 Euro pro Person. Aus dem Süden verkehrt im Halbstundentakt der Tagespendel Tallinn–Helsinki mit Tallink Megastar, Viking XPRS oder Eckerö Finlandia, Überfahrt 2 Stunden, ab 25 Euro one-way. Die Westhafen-Terminals Länsisatami und Katajanokka liegen jeweils nur 2 Kilometer vom Senatsplatz entfernt und sind per Tram 7 oder 9 erreichbar.

Mit der Bahn innerhalb Finnlands

Der Hauptbahnhof Helsinki (Päärautatieasema) wurde 1919 von Eliel Saarinen im Nationalromantik-Stil errichtet und ist Drehkreuz der staatlichen Bahn vr.fi. Von hier fahren Schnellzüge der Marke Pendolino und InterCity nach Turku (2 h), Tampere (1:35 h), Rovaniemi (8 h) und über Lahti weiter nach St. Petersburg, wobei die Russland-Verbindung Allegro derzeit ausgesetzt ist. Wer Schären-Inseln oder Lappland anschließt, plant Helsinki am Anfang oder Ende der Reise.

Vor Ort bewegen und Parken

Helsinki ist eine Fußgängerstadt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zwischen Senatsplatz, Esplanadi, Marktplatz und Designdistrikt liegen in einem Umkreis von 1,5 Kilometern. Der HSL-Verbund umfasst Metro, Tram, Bus, Nahverkehrszüge und die Ferry zur Festung Suomenlinna. Tageskarten kosten 9 Euro, 3-Tages-Karten 18 Euro, alle Tickets über die HSL-App oder per Kontaktloskarte direkt am Validator. Mietwagen lohnen sich nicht: Parkhäuser im Zentrum verlangen 4 bis 6 Euro pro Stunde, Straßenparken ist zonenweise auf 2 Stunden begrenzt. Stadträder via Citybike Helsinki kosten 5 Euro pro Tag, das Netz umfasst 350 Stationen zwischen April und Oktober.

Frankfurt 1.600 km ~2:30 h Direktflug FRA-HEL
München 1.700 km ~2:40 h Direktflug MUC-HEL
Hamburg 1.300 km ~2:15 h Direktflug HAM-HEL
Stockholm 400 km ~16 h Übernachtfähre
Tallinn 85 km ~2 h Schnellfähre

Wahrzeichen und Pflichtstopps im Zentrum

Das Herz Helsinkis schlägt zwischen Senatsplatz und Marktplatz Kauppatori. Auf 800 Metern Spaziergang konzentrieren sich die wichtigsten Bauwerke, die das Stadtbild seit 200 Jahren prägen und die für jede Helsinki-Reise unverzichtbar sind. Wer einen einzigen Tag in der Stadt hat, läuft diese Achse vom Dom über die Esplanadi-Allee bis zum Hafen ab.

Senatsplatz und Dom (Tuomiokirkko)

Der Senatsplatz ist Helsinkis Stadtwohnzimmer und gilt als architektonisches Meisterwerk des Klassizismus. Der deutsche Architekt Carl Ludwig Engel entwarf das Ensemble zwischen 1822 und 1852, nachdem Zar Alexander I. die Stadt zur Hauptstadt des Großfürstentums Finnland erhoben hatte. Die schneeweiße Domkirche thront auf 30 Stufen über dem Platz, ihre zentrale grüne Kuppel erreicht eine Höhe von 62 Metern. Im Inneren wirkt der Dom protestantisch nüchtern, im Sommer finden hier kostenlose Orgelkonzerte statt. Der Platz selbst ist autofrei und dient Open-Air-Konzerten, Weihnachtsmärkten und im Mai dem Vappu-Studentenfest.

Uspenski-Kathedrale

Nur 600 Meter östlich des Doms steht die zinnoberrote Uspenski-Kathedrale auf einer Felskuppe der Halbinsel Katajanokka. Sie ist die größte orthodoxe Kirche Westeuropas, errichtet 1862 bis 1868 nach Plänen von Alexei Gornostajew aus Backstein im russisch-byzantinischen Stil. Dreizehn vergoldete Zwiebeltürme symbolisieren Christus und die zwölf Apostel. Der Innenraum mit Ikonostase und goldenen Kronleuchtern ist kostenlos zugänglich, eine angemessene Kleidung wird erwartet. Der Standort auf dem Felsen erlaubt vom Vorplatz aus einen Panoramablick auf den alten Hafen und die Marktplatz-Achse.

Felsenkirche Temppeliaukio

Im Stadtteil Töölö, 1,5 Kilometer nordwestlich des Hauptbahnhofs, liegt die Temppeliaukio-Kirche. Die Brüder Timo und Tuomo Suomalainen sprengten 1969 einen Kirchenraum aus einem natürlichen Granitfelsen heraus. Die Kupferkuppel mit 24 Metern Durchmesser ruht auf 180 Glasstreben, das ungefilterte Tageslicht und die Felswände erzeugen eine außergewöhnliche Akustik. Wegen ihres exzellenten Klangs finden hier wöchentlich Kammermusik- und Orgelkonzerte statt. Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, Adresse Lutherinkatu 3.

Marktplatz Kauppatori und Esplanadi

Direkt am alten Hafen breitet sich der Marktplatz Kauppatori aus. Von April bis Oktober verkaufen 50 Stände frischen Fisch, Beeren der Saison wie Moltebeeren und Preiselbeeren, Pelzmützen und finnische Designwaren. Die Fähren nach Suomenlinna legen am Marktrand ab. Wer dem Trubel entfliehen will, biegt in die parallel verlaufende Esplanadi-Allee ein, eine grüne Promenade mit Linden, dem Café Kappeli von 1867 und Flagshipstores von Marimekko, Iittala und Aarikka. Im Sommer treten auf der Esplanadi-Bühne kostenlos finnische Bands auf.

Die sechs Highlights von Helsinki im Überblick

Senatsplatz und Dom

Klassizistisches Ensemble von Carl Ludwig Engel zwischen 1822 und 1852 erbaut. Das schneeweiße Wahrzeichen mit grüner Kuppel auf 30 Stufen über dem autofreien Platz ist Helsinkis meistfotografiertes Postkartenmotiv.

Suomenlinna

UNESCO-Welterbe-Seefestung auf sechs Inseln, 1748 begonnen als schwedische Bastion. Heute autofreie Wohninsel mit Wallanlagen, Museen, U-Boot Vesikko, Restaurants und 15-minütiger Fährfahrt vom Marktplatz Kauppatori.

Felsenkirche

Aus dem Granit gesprengter Kirchenraum von 1969 mit 24-Meter-Kupferkuppel und legendärer Akustik. Eintritt 8 Euro, wöchentliche Orgelkonzerte in Töölö, kein vergleichbares Bauwerk weltweit.

Designdistrikt Punavuori

200 Boutiquen, Galerien und Designer-Studios auf wenigen Quadratkilometern. Marimekko-Pop-up-Stores, Iittala-Outlets, junge Modelabels und das Designmuseum auf der Korkeavuorenkatu bilden das größte Designquartier Nordeuropas.

Saunakultur

Öffentliche Saunen Löyly an der Hernesaarenranta, Allas Sea Pool am Hafen und das traditionsreiche Kotiharjun Sauna von 1928. Sauna gehört zum finnischen Alltag wie Kaffee, UNESCO-Kulturerbe seit 2020.

Tagestrip Porvoo

Mittelalterliche Holzstadt 50 Kilometer östlich, gegründet 1346. Rote Speicherhäuser am Fluss, kopfsteingepflasterte Altstadtgassen, Dom von 1414. Bus J aus Helsinki-Kamppi alle 30 Minuten, Fahrtzeit 1 Stunde, hin und zurück 18 Euro.

Suomenlinna im Detail

Die Seefestung Suomenlinna verteilt sich auf sechs Inseln vor dem Hafen Helsinkis und wurde 1991 als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet. Schweden begann den Bau 1748 unter Augustin Ehrensvärd als Bollwerk gegen das expandierende Russland. Nach der Eroberung 1808 nutzte das Zarenreich die Anlage als russische Marinebasis, seit 1918 ist sie finnisches Staatsgebiet. Heute leben 800 Menschen auf den Inseln, gleichzeitig besuchen jährlich rund 1 Million Touristen die Wallanlagen, das Suomenlinna-Museum, das U-Boot Vesikko, das Spielzeugmuseum und sechs Restaurants. Die HSL-Fähre verkehrt im Sommer alle 20 Minuten ab Marktplatz Kauppatori, Überfahrt 15 Minuten, Tickets gelten als normales Stadtticket. Wer einen ganzen Tag einplant, läuft die Hauptroute über die blauen Wegweiser zwischen Hauptanleger Iso Mustasaari, Kirche, Königstor und Aussichtsplattform am Südende.

Designdistrikt und finnische Marken

Der Designdistrikt umfasst die Stadtteile Punavuori, Ullanlinna und Teile von Kaartinkaupunki südlich der Esplanadi. Über 200 Boutiquen, Galerien, Antiquariate und Designerstudios konzentrieren sich auf 25 Straßen. Wichtige Adressen sind das Designmuseum auf der Korkeavuorenkatu 23 mit der vollständigen Geschichte finnischen Designs seit 1875, der Marimekko-Outlet am Bulevardi 16 mit 30 Prozent Rabatt auf Vorjahresware, sowie die Concept-Stores Lokal, Salakauppa und Artek auf der Keskuskatu. Die Marke Marimekko entstand 1951 mit dem ikonischen Mohnblumen-Print Unikko. Iittala-Glas geht zurück auf eine Glashütte von 1881. Alvar Aaltos Hocker Stool 60 von 1933 gilt als Inkunabel finnischer Möbelgeschichte und wird unverändert produziert.

Stadtteile im Vergleich

Kriterium
Kruununhaka
Punavuori
Kallio
Töölö
Katajanokka
Charakter
Klassisch, Senat
Design, hip
Bohème, jung
Bürgerlich, Konzerthaus
Hafenviertel, Uspenski
Top-Sight
Dom
Designmuseum
Hakaniemi-Halle
Felsenkirche
Uspenski-Kathedrale
Gastro
Café Engel
Story, Bronda
Sandro, Roslund
Elite, Sipuli
NJK, Savoy
Hotel-Tipp
Hotel Katajanokka
Klaus K Design Hotel
Hotel Helka
Hotel Crowne Plaza
Hotel Haven
ÖPNV
Tram 4, 5
Tram 6
Metro Kallio
Tram 4, 10
Tram 4, 5
Geeignet für
Erstbesucher
Designfans
Nachtschwärmer
Kulturreisende
Hafenliebhaber

Die Stadtteile sind alle in 15 Gehminuten vom Senatsplatz erreichbar, was Helsinki zu einer extrem kompakten Hauptstadt macht.

Saunakultur in Helsinki

Finnland zählt 3 Millionen Saunen bei 5,5 Millionen Einwohnern. Die UNESCO erklärte die finnische Saunakultur 2020 zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. In Helsinki gibt es etwa zehn öffentliche Saunen mit ganz unterschiedlichem Charakter. Die moderne Architektur-Sauna Löyly an der Hernesaarenranta bietet eine Holzkohle-Sauna, eine Rauchsauna und einen Sprung in die offene Ostsee, Eintritt 23 Euro. Allas Sea Pool direkt am Marktplatz Kauppatori kombiniert Sauna, beheiztes Süßwasser-Becken und ein gefiltertes Meerwasser-Becken auf einer Pontonplattform, ideal für eine schnelle Pause zwischen Sightseeing-Stationen. Das Traditions-Haus Kotiharjun Sauna im Stadtteil Kallio besteht seit 1928 und betreibt die letzte verbliebene öffentliche Holzofen-Sauna. Eintritt 14 Euro, Handtücher und Saunabier inklusive Atmosphäre.

Tagestrips: Porvoo oder Tallinn

Helsinki eignet sich als Basis für zwei spektakuläre Tagesausflüge. Porvoo ist die zweitälteste Stadt Finnlands und liegt 50 Kilometer östlich. Die mittelalterliche Holzstadt mit ihren ikonischen roten Speicherhäusern am Fluss Porvoonjoki entstand bereits 1346. Sehenswert sind der Dom von 1414, die Brücke Vanha silta und das Wohnhaus des finnischen Nationaldichters Johan Ludvig Runeberg. Die Anreise erfolgt mit dem Bus J ab Helsinki-Kamppi alle 30 Minuten, Fahrtzeit 1 Stunde, hin und zurück 18 Euro. Tallinn liegt 85 Kilometer südlich auf der anderen Seite des Finnischen Meerbusens und ist die Hauptstadt Estlands. Die mittelalterliche Hansestadt-Altstadt mit Domberg, Rathausplatz und Stadtmauer ist UNESCO-Welterbe. Schnellfähren von Tallink, Viking Line oder Eckerö verkehren stündlich, Überfahrt 2 Stunden, Hin- und Rückfahrt ab 50 Euro. Wer früh um 7:30 Uhr abreist und um 22 Uhr zurückkommt, hat 10 Stunden in Tallinn.

Praktische Tipps für Helsinki

  • Helsinki Card lohnt sich ab zwei Tagen

    Die Helsinki Card kostet 49 Euro für 24 Stunden, 61 Euro für 48 Stunden und 71 Euro für 72 Stunden. Inkludiert sind ÖPNV, Suomenlinna-Fähre, über 30 Museen und ein Audio-Stadtrundgang. Wer mindestens vier Museen plus die Festung besucht, spart deutlich.

  • HSL-App vor der Anreise installieren

    Die App hsl.fi der Verkehrsbetriebe verkauft Einzeltickets, Tageskarten und Mehrtagespässe für Metro, Tram, Bus und Suomenlinna-Fähre. Bezahlung per Kreditkarte oder PayPal, Tickets erscheinen als QR-Code, kein Fahrkartenkauf am Automaten nötig.

  • + Drei Tage als Minimum einplanen

    Tag 1 für Senatsplatz, Esplanadi, Marktplatz und Felsenkirche. Tag 2 ganz für Suomenlinna inklusive Mittagessen und Wanderung über alle Inseln. Tag 3 für Designdistrikt, Sauna-Erlebnis und optional Porvoo-Tagestrip. Weniger Zeit wirkt gehetzt.

  • i Beste Reisezeit ist Mai bis September

    Im Juni und Juli sind die Tage durch die nördliche Lage extrem lang, in Helsinki dämmert es zwischen 23 und 4 Uhr nur kurz, ohne dass es richtig dunkel wird. Die Außen-Saunen, Schären-Cafés und Esplanadi-Konzerte funktionieren nur im Sommer wirklich.

  • Tourismusportal myhelsinki.fi für Aktuelles

    Die offizielle Tourismus-Plattform myhelsinki.fi listet Veranstaltungen, Restaurant-Empfehlungen, kuratierte Stadtteil-Touren und News zu Eröffnungen. Vor der Reise hilft sie bei der Wahl zwischen Helsinki Festival im August und Lux Helsinki im Januar.

  • Barrierefreiheit ist hoch

    Helsinki ist eine der barrierefreundlichsten Hauptstädte Europas. Alle Metro-Stationen verfügen über Aufzüge, neue Tram-Modelle sind niederflurig, Suomenlinna ist auf den Hauptwegen mit Rollstühlen befahrbar, allerdings nur eingeschränkt auf den Wallanlagen. Allas Sea Pool hat einen Pool-Lift.

  • Vappu und Juhannus als Erlebnis-Termine

    Am 1. Mai feiert ganz Helsinki das Studentenfest Vappu mit weißen Studentenmützen am Brunnen Havis Amanda am Marktplatz und Picknicks im Park Kaivopuisto. Die Mittsommer-Sonnenwende Juhannus rund um den 21. Juni leert die Stadt fast komplett, die meisten Helsinkier fahren ans Sommerhaus.

  • Auch bei Regen lohnt sich Helsinki

    Bei Schlechtwetter eignen sich Designmuseum, Ateneum-Kunstmuseum, Kiasma für moderne Kunst, das warme Allas Sea Pool und die Markthalle Hakaniemi. Sauna funktioniert sowieso bei jedem Wetter und ist bei Regen besonders stimmungsvoll.

Insider-Tipps

Geheimtipp: Markthalle Hakaniemi

Die Markthalle Hakaniemi im gleichnamigen Arbeiterviertel nördlich des Hauptbahnhofs wurde nach einer dreijährigen Komplettsanierung 2023 wiedereröffnet. Im Erdgeschoss verkaufen 70 Stände finnische Spezialitäten von Karelischen Piroggen über geräucherten Lachs bis zu Moltebeer-Marmelade, im Obergeschoss befinden sich ein Foodcourt mit acht Restaurants und ein Café mit Blick auf den Hafen. Bedeutend günstiger als die Restaurants in Kruununhaka und ein Fenster zur echten finnischen Esskultur. Metro Hakaniemi, geöffnet Montag bis Samstag.

Schären-Bootstour ab Hafen

Ab Marktplatz Kauppatori starten zwischen Mai und September Schären-Bootstouren mit der Reederei Royal Line, die in 1:30 Stunden die nahen Schäreninseln Pihlajasaari, Vasikkasaari und die UNESCO-Festung Suomenlinna abklappert. Tickets 25 Euro, Buchung am Anleger. Wer das ruhige Helsinki sehen will, wählt eine Sonnenuntergangs-Tour um 19 Uhr im Juni und Juli, dann liegen die Granitfelsen golden in der Abendsonne.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie viele Tage sollte man für Helsinki einplanen?

Drei bis vier Tage sind ideal. Tag 1 für das klassische Zentrum mit Senatsplatz, Dom, Marktplatz Kauppatori und Felsenkirche. Tag 2 komplett für die UNESCO-Welterbe-Festung Suomenlinna. Tag 3 für Designdistrikt, Saunabesuch und Markthalle Hakaniemi. Tag 4 für einen Tagestrip nach Porvoo oder Tallinn.

Wie kommt man von Deutschland nach Helsinki?

Schnellster Weg ist der Direktflug. Lufthansa, Finnair und Eurowings fliegen täglich ab Frankfurt, München, Hamburg, Berlin und Düsseldorf zum Flughafen Helsinki-Vantaa. Flugzeit 2:15 bis 2:45 Stunden. Alternativ Bahn nach Stockholm und Übernachtfähre Silja oder Viking Line in 16 Stunden.

Wann ist die beste Reisezeit für Helsinki?

Mai bis September für lange helle Tage, Außen-Saunen, Schären-Touren und Esplanadi-Konzerte. Juni und Juli besonders schön mit Mittsommer-Phänomen, in dem es kaum dunkel wird. Dezember lohnt sich für die Adventsmärkte am Senatsplatz und das Lichtfestival Lux Helsinki im Januar.

Lohnt sich die Helsinki Card?

Ab zwei vollen Sightseeing-Tagen ja. Die Karte kostet 49 Euro für 24 Stunden, 61 Euro für 48 Stunden und 71 Euro für 72 Stunden. Inkludiert sind ÖPNV mit Metro, Tram, Bus, Suomenlinna-Fähre und über 30 Museen. Bei mindestens vier Museumsbesuchen plus Festung spart man deutlich.

Wie kommt man zur Festung Suomenlinna?

Mit der HSL-Fähre direkt vom Marktplatz Kauppatori. Im Sommer alle 20 Minuten, Überfahrt 15 Minuten. Tickets gelten als normales Stadtticket der HSL, das heißt mit Tageskarte oder Helsinki Card inklusive. Erste Abfahrt früh morgens, letzte Rückfahrt gegen Mitternacht.

Was kostet eine öffentliche Sauna in Helsinki?

Das moderne Löyly an der Hernesaarenranta kostet 23 Euro pro Eintritt mit Holzkohle-Sauna, Rauchsauna und Sprung in die Ostsee. Allas Sea Pool am Marktplatz kostet 16 Euro mit Sauna und beheiztem Pool. Die Traditions-Sauna Kotiharjun in Kallio kostet 14 Euro mit Holzofen-Atmosphäre seit 1928.

Was ist der Designdistrikt von Helsinki?

Ein 25 Straßen umfassendes Viertel südlich der Esplanadi in den Stadtteilen Punavuori, Ullanlinna und Kaartinkaupunki. 200 Boutiquen, Galerien und Designer-Studios darunter Marimekko-Outlet, Iittala, Artek und das Designmuseum auf der Korkeavuorenkatu 23 bilden das größte Designquartier Nordeuropas.

Ist Porvoo oder Tallinn der bessere Tagestrip?

Porvoo punktet mit kurzer Anreise von 1 Stunde per Bus J, mittelalterlicher Holzstadt und den ikonischen roten Speicherhäusern am Fluss. Tallinn bietet eine komplette UNESCO-Altstadt mit Domberg und Stadtmauer, dafür 2 Stunden Schnellfähre und Grenzübertritt nach Estland. Wer wenig Zeit hat wählt Porvoo, Sammler eines weiteren Hauptstadt-Erlebnisses fahren nach Tallinn.

Welche Sprache spricht man in Helsinki?

Offiziell sind Finnisch und Schwedisch, in der Praxis sprechen über 90 Prozent der Bevölkerung fließend Englisch. Speisekarten, Museums-Texte und ÖPNV-Hinweise sind dreisprachig finnisch, schwedisch und englisch. Mit Englisch kommt man problemlos durch, einige Höflichkeitsfloskeln auf Finnisch wie Kiitos für Danke werden gern gehört.

Welche Währung gilt in Helsinki?

Der Euro, Finnland ist seit 1999 Mitglied der Eurozone. Kartenzahlung dominiert auch bei Kleinstbeträgen, Bargeld ist kaum nötig. Kontaktloszahlung per Karte oder Smartphone funktioniert im ÖPNV, in Restaurants und sogar an Marktständen. Geldautomaten der Marke Otto verteilt im Stadtgebiet.

Wie barrierefrei ist Helsinki?

Sehr gut. Alle Metro-Stationen haben Aufzüge, moderne Tram-Modelle sind niederflurig, das Hauptbahnhofs-Gebäude ist komplett zugänglich. Suomenlinna ist auf den Hauptwegen mit Rollstuhl befahrbar, allerdings nicht auf den Wallanlagen und Treppen. Allas Sea Pool verfügt über einen Pool-Lift, viele Restaurants bieten ebenerdige Eingänge.

Wo übernachtet man am besten in Helsinki?

Erstbesucher buchen im Stadtteil Kruununhaka oder Katajanokka für maximale Nähe zu Senatsplatz und Marktplatz. Designfans wählen das Klaus K im Designdistrikt Punavuori. Wer Nightlife sucht, ist in Kallio richtig. Töölö eignet sich für Konzert-Reisende wegen der Nähe zum Musikhaus und zur Felsenkirche. Hotels ab 130 Euro im Sommer, im Winter deutlich günstiger.
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