Bukarest ist mit rund 1,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern die Hauptstadt Rumäniens und die grösste Stadt am Schnittpunkt zwischen Mitteleuropa, Balkan und Schwarzmeer-Raum. Die Stadt liegt im südrumänischen Tiefland am Fluss Dambovita, gut 60 Kilometer nördlich der Donau und 220 Kilometer südlich der Karpaten. Wer Bukarest zum ersten Mal besucht, trifft auf eine erstaunliche Schichtung — auf den orthodoxen Kirchenkern aus dem 17. Jahrhundert um Lipscani und die Patriarchen-Kathedrale, auf die franzoesisch geprägten Bürgerhaus-Boulevards der Belle Epoque rund um den Calea Victoriei, auf die gigantomanen Beton-Achsen des Ceausescu-Regimes mit dem Parlamentspalast als Wahrzeichen und auf das junge, kreative Bukarest in Vierteln wie Floreasca, Universitate und Dorobanti. Externe Tourist-Infos zu Stadt und Region findest du auf bucharest-tourist-info.com.
Anreise und Erreichbarkeit
Bukarest ist aus Deutschland bequem per Flug erreichbar und über die rumänische Staatsbahn (CFR Calatori, Domain cfrcalatori.ro) auch auf der Schiene erschlossen, allerdings mit langen Fahrzeiten. Wer mit dem Auto kommt, nutzt die Autobahn A1 von Westen über Sibiu und Pitesti sowie die A3 aus Richtung Brasov, die in Etappen aus den Karpaten in die Hauptstadt führt. Innerhalb der Stadt übernimmt das dichte Metro-, Tram- und Bus-Netz der STB (Societatea de Transport Bucuresti, Domain stbsa.ro) die Hauptlast.
Mit dem Flugzeug
Der internationale Flughafen Henri Coanda (OTP, häufig auch Bukarest-Otopeni genannt) liegt 18 Kilometer nördlich der Innenstadt und ist mit rund 14 Millionen Passagieren pro Jahr der wichtigste Airport Rumäniens. Aus Deutschland fliegen Lufthansa, Tarom, Wizz Air, Ryanair und Eurowings die Strecken ab Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart, Flugzeit rund 2:15 bis 2:45 Stunden. Sparpreise der Low-Cost-Anbieter starten ab 39 Euro one-way, Lufthansa-Flexpreise liegen bei 220 bis 320 Euro. Vom Terminal Plecari (Abflug) bis Sosiri (Ankunft) brauchst du rund 4 Minuten Fußweg. Die Express-Buslinie 783 fährt alle 15 Minuten zum Piata Unirii im Zentrum (Fahrzeit 40 bis 55 Minuten, 7 RON), die neue Metro-Linie M6 von Otopeni in die Stadtmitte ist in Bau.
Mit der Bahn
Der Hauptbahnhof Gara de Nord liegt im Stadtviertel Sector 1 rund 2 Kilometer nordwestlich der Altstadt. Direktverbindungen aus Deutschland gibt es nicht, der schnellste Weg führt mit dem Nightjet ab Wien Hauptbahnhof oder einer Tageszug-Kombination über Budapest und Cluj-Napoca, die Gesamtfahrzeit liegt zwischen 26 und 34 Stunden. Praktischer ist die Bahn ab Budapest mit dem Nachtzug der CFR Calatori (gut 16 Stunden, Schlafwagen ab 89 Euro). Buchung über cfrcalatori.ro. Innerhalb Rumäniens bedient CFR von Gara de Nord die wichtigsten Städte — Brasov in 2:30 bis 3:00 Stunden, Cluj-Napoca in 9 bis 11 Stunden, Constanta am Schwarzen Meer in 2:30 Stunden mit dem InterCity.
Mit dem Auto
Aus Deutschland ist die Strecke ein Mehrtages-Trip. Ab München sind es rund 1.500 Kilometer via Wien, Budapest und die rumänische A1 (Fahrzeit gut 16 bis 18 Stunden netto, zwei Übernachtungen empfehlenswert). Die Autobahn-Vignette Rumäniens (Rovinieta) ist Pflicht und kostet 3 Euro für 7 Tage, 7 Euro für 30 Tage, Kauf online oder an Grenztankstellen. Die ungarische Autobahn-Vignette (e-matrica) und die österreichische Pickerl-Vignette gelten zusätzlich. Innerhalb Bukarests sind Bulevardul Magheru, Calea Victoriei und Bulevardul Unirii die Hauptachsen — Vorsicht beim Stau-Niveau zur Rush Hour, von 7:30 bis 10:00 Uhr und von 17:00 bis 19:30 Uhr.
Vor Ort bewegen und Parken
Bukarest hat ein 4-Linien-Metronetz (M1, M2, M3, M5), das die wichtigsten Stadtteile verbindet — Einzelticket 3 RON, Tagesticket 8 RON, die Karte Multiplu für 10 Fahrten 25 RON. Trams und Trolleybusse werden von STB betrieben (stbsa.ro), das gleiche Ticket gilt. Taxi-Apps wie Bolt und Uber sind günstig und verlässlich (Innenstadt-Fahrt 8 bis 15 RON, kein lokales Trinkgeld erwartet). Wer mit dem Auto in die Altstadt fährt, parkt am besten in den Tiefgaragen Unirii Shopping Center, Promenada Mall oder am Parlamentspalast — Tagessätze 25 bis 50 RON.
Bukarests Hauptattraktionen im Detail
Bukarest ist eine Stadt mit grossen Massstäben, in der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten breit über das Zentrum verteilt sind. Vom Parlamentspalast im Süden bis zum Herastrau-Park im Norden sind es 6 Kilometer Luftlinie — wer alles abdecken möchte, kalkuliert mindestens drei volle Tage und nutzt die Metro M2 entlang der Nord-Süd-Achse als Hauptverkehrsmittel. Die Stadt belohnt Geduld: Zwischen Lipscani-Gasse und Beton-Boulevard wechseln sich Atmosphären häufig im Häuserblock-Takt ab.
Parlamentspalast (Palatul Parlamentului)
Der Parlamentspalast ist mit 365.000 Quadratmetern Grundfläche das schwerste Verwaltungsgebäude der Welt und nach dem Pentagon das zweitgrösste. Nicolae Ceausescu liess den Bau ab 1984 als Casa Poporului (Haus des Volkes) errichten, die Architektin Anca Petrescu war bei Baubeginn 28 Jahre alt. Heute beherbergt der Komplex das rumänische Parlament, das Nationalmuseum für Zeitgenössische Kunst (MNAC) und ein Kongresszentrum. Geführte Touren in englischer Sprache dauern 60 bis 90 Minuten, Eintritt für die Standard-Tour 60 RON, mit Untergeschoss 80 RON, Reisepass-Vorlage Pflicht. Online-Reservierung über die offizielle Website empfehlenswert, besonders an Wochenenden. Der Palast ist mit Metro M1 oder M3 bis Izvor erreichbar.
Altstadt Lipscani und Centrul Vechi
Die Altstadt zwischen Strada Lipscani, Strada Smardan und Curtea Veche ist das historische Handelszentrum aus dem 17. und 18. Jahrhundert und nach der Sanierung ab 2010 das touristische Herz Bukarests. Kopfsteinpflaster-Gassen, Galerien, Cafés und unzählige Restaurants reihen sich auf wenigen Hundert Metern aneinander. Highlights sind die Caru cu Bere (Bierwagen) aus dem Jahr 1879 mit neogotischem Holzinterieur, die kleine Stavropoleos-Kirche aus dem Jahr 1724 mit ihrem Brancoveanu-Stil-Portal, das Hanul lui Manuc als ältester noch funktionierender Gasthof Bukarests von 1808 und die Buchhandlung Carturesti Carusel in einem ehemaligen Bank-Atrium. Abends ist das Viertel laut und feierfreudig — Reservierung in beliebten Restaurants empfehlenswert.
Athenaeum (Ateneul Roman)
Das Rumänische Athenaeum am Calea Victoriei ist das wichtigste Konzerthaus des Landes und Sitz des renommierten George-Enescu-Symphonieorchesters. Der neoklassizistische Rundbau mit Säulenportikus und Kuppel wurde 1888 vom franzoesischen Architekten Albert Galleron eröffnet, das Innere zeigt ein 25 Meter langes Fresken-Band mit 25 Szenen aus der rumänischen Geschichte. Tagsüber Führungen (15 RON), abends Konzert-Programm der George-Enescu-Philharmoniker, Tickets ab 30 RON. Das jährliche George-Enescu-Festival im September gilt als wichtigstes Musikfestival Südost-Europas. Direkt gegenüber liegt das Hotel Athenee Palace Hilton.
Patriarchen-Kathedrale und neue Volkserlösungs-Kathedrale
Die kleine Patriarchen-Kathedrale auf dem gleichnamigen Hügel südlich der Altstadt ist seit 1668 das spirituelle Zentrum der rumänisch-orthodoxen Kirche. Der Kirchen-Komplex aus weiss-gekalkten Brancoveanu-Stil-Bauten umfasst die Kathedrale, das Patriarchen-Palais und die Sommer-Residenz des Patriarchen. Ein paar Hundert Meter weiter südlich entsteht die neue Volkserlösungs-Kathedrale (Catedrala Mantuirii Neamului), die als grösste orthodoxe Kirche der Welt nach Fertigstellung 2025 mit 120 Metern Höhe und 6.000 Sitzplätzen die alte Patriarchen-Kathedrale ablösen soll. Frühlings-Besuch im April und Mai besonders eindrucksvoll, wenn die orthodoxe Osterzeit mit Mitternachts-Liturgien und Kerzenprozessionen zelebriert wird.
Herastrau-Park und Dorfmuseum
Der Herastrau-Park (offiziell Parcul Regele Mihai I) im Norden ist mit 187 Hektar die grüne Lunge Bukarests, gruppiert um den künstlichen Herastrau-See. Hier joggen, radeln und picknicken die Bukarester an Wochenenden, dazu Bootsverleih, Spielplätze und ein offenes Sommer-Theater. Am Westufer liegt das Muzeul Satului (Dorfmuseum), eines der ältesten Freilichtmuseen Europas, gegründet 1936 vom Soziologen Dimitrie Gusti. Auf 100.000 Quadratmetern zeigen 272 originale Bauernhäuser, Kirchen, Mühlen und Werkstätten aus allen rumänischen Regionen die ländliche Architektur vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Eintritt 30 RON, geöffnet täglich 9 bis 19 Uhr, im Winter bis 17 Uhr. Erreichbar mit Metro M2 bis Aviatorilor.
Kommunistisches Erbe und Civic Centre
Wer das kommunistische Bukarest verstehen möchte, läuft den Bulevardul Unirii vom Piata Unirii nach Westen bis zum Parlamentspalast — die 3,2 Kilometer lange Achse wurde in den 1980er-Jahren als Ceausescus Antwort auf die Champs-Elysees angelegt, breiter als das Pariser Vorbild und mit Springbrunnen-Reihe in der Mittel-Allee. Für den Bau wurden ein Fünftel der Bukarester Altstadt abgerissen, 19 Kirchen verlegt oder versetzt, 40.000 Einwohner zwangsumgesiedelt. Das Kotroceni-Museum im Präsidenten-Palast und das Cotroceni-Kloster zeigen die andere Seite — königliche Residenzen vor der Kommunismus-Ära. Empfehlenswert ist eine geführte Communism-Tour (Anbieter wie Walkabout Free Tours), die mit Original-Erinnerungen die Schichten zusammenbringt.
Die 6 zentralen Bukarest-Erlebnisse im Überblick
Parlamentspalast-Tour
Geführte 90-Minuten-Tour durch das schwerste Verwaltungsgebäude der Welt mit Audienzsaal, Sala Drepturilor Omului und Marmor-Treppenhaus. Eintritt 60 bis 80 RON je nach Tour-Variante, Reisepass-Vorlage Pflicht, Online-Reservierung über die offizielle Website empfehlenswert.
Lipscani-Abend mit Caru cu Bere
Cevapcici, Mititei und ein Glas Murfatlar im neogotischen Stadtmonument von 1879. Reservierung Pflicht, Hauptgang 35 bis 60 RON, Folklore-Abend ab 20 Uhr inkludiert. Anschließend Bar-Hopping in der Strada Smardan und am Macca-Villacrosse-Passage.
Athenaeum-Konzert
Symphonisches Repertoire der George-Enescu-Philharmoniker in einem der schönsten Konzertsäle Europas. Tickets ab 30 RON, das jährliche Enescu-Festival im September ist die internationale Spitze. Tagsüber Führungen für 15 RON, die das Fresken-Band im oberen Saal zeigen.
Dorfmuseum am Herastrau
Freiluftmuseum mit 272 originalen Bauernhäusern aus allen rumänischen Regionen. Eintritt 30 RON, gut 2 bis 3 Stunden Rundgang. Im Anschluss Spaziergang um den Herastrau-See, Bootsverleih für 25 RON pro Stunde oder Kaffee in der Sommerterrasse des Hotel Pullman.
Frühlings-Patriarchen-Kathedrale
Orthodoxes Zentrum auf dem Patriarchen-Hügel mit dem typischen Brancoveanu-Stil-Mauerwerk. Eintritt frei, Frühlings-Besuch zur Osterzeit im April mit Mitternachts-Liturgien besonders eindrucksvoll. Erreichbar mit Bus 385 oder zu Fuß vom Piata Unirii in 12 Minuten.
Tagestrip Bran und Sinaia
Tagesausflug in die Karpaten — Schloss Bran als Dracula-Pilger-Ziel und Peles-Schloss als königliche Sommer-Residenz, beide rund 2:30 Stunden Auto-Fahrt nordwärts. Geführte Tagestour über Veranstalter ab 220 RON inkl. Transport, Eintritte separat 60 RON pro Schloss.
Die wichtigsten Bukarest-Stadtteile im Vergleich
Die Stadtteilwahl entscheidet über Ruhe und Erlebnis. Die Altstadt um Lipscani ist nachts laut, dafür touristisch praktisch. Wer ruhiger schlafen möchte, wählt Dorobanti oder Floreasca und ist mit Metro M2 in 8 bis 12 Minuten am Piata Universitate.
Rumänische Küche, Cafés und Mititei
Die rumänische Küche ist herzhaft, balkanisch geprägt und unterschätzt. Das Nationalgericht Mici (auch Mititei genannt) sind gegrillte Hackfleischwürstchen aus Rind, Lamm und Schwein mit Knoblauch und Pfefferkörnern, traditionell mit Senf und einem Glas Bier serviert. Sarmale (Kohlrouladen in Sauerkraut) und Ciorba de burta (saure Kuttelsuppe) gehören ebenso ins Standard-Repertoire wie Mamaliga (Polenta) mit Schafskäse und Sahne. Süss-Klassiker sind Papanasi (gefüllte Quark-Krapfen mit saurer Sahne und Marmelade), Cozonac (Hefe-Brot mit Walnuss-Füllung) und Eis aus den Cofetarie-Geschäften der Belle Epoque.
Caru cu Bere und Hanul lui Manuc
Caru cu Bere an der Strada Stavropoleos ist seit 1879 die berühmteste Bierhalle Bukarests. Das neogotische Interieur mit Buntglasfenstern und geschnitzter Holzdecke macht das Lokal zur Pflichtadresse, abends Folklore-Show mit Tanz und Live-Musik. Hauptgang Mici-Teller 35 bis 50 RON, dazu Ursus oder Timisoreana vom Fass. Das Hanul lui Manuc am Piata Centura Veche ist der älteste noch funktionierende Gasthof Bukarests von 1808 und kombiniert rumänische Klassiker mit einem ruhigen Innenhof. Reservierung an Wochenenden empfohlen.
Cafés und neue Bistros
Das Bukarester Café-Niveau hat in den letzten zehn Jahren stark zugelegt. Origo Coffee Shop an der Strada Lipscani serviert Spezialitäten-Kaffee aus eigener Röstung, Ground Zero am Calea Victoriei ist Foodie-Treffpunkt für Filterkaffee und Avocado-Toast. M60 in Dorobanti vereint Coworking und Brunch, Pain Plaisir an der Calea Floreasca ist die Pariser Bäckerei-Adresse mit Croissants ab 6 RON. Die Patisserie Capsa am Calea Victoriei besteht seit 1852 und ist neben Sprüngli und Demel die letzte habsburgische Konditorei-Tradition Osteuropas.
Tagesausflüge ab Bukarest
Bukarest ist Ausgangspunkt für die beliebtesten Karpaten-Tagestouren Rumäniens. Die A3 nach Norden und die nationale Bahnstrecke nach Brasov ermöglichen Halbtages- und Tages-Ausflüge in die Schloss-Region. Detaillierte Tour-Infos zu Routen findest du auf bucharest-tourist-info.com.
Schloss Bran und Dracula-Mythos
Schloss Bran am Pass zwischen Walachei und Siebenbürgen liegt rund 170 Kilometer nordwestlich von Bukarest und gilt als bekanntestes Schloss Rumäniens. Der mittelalterliche Wehrbau aus dem 14. Jahrhundert wird als Bran Castle weltweit mit Bram Stokers Dracula-Roman verknüpft, obwohl der historische Vlad Tepes (Dracula) das Schloss nie als Residenz nutzte. Nach 1920 diente es als königliche Sommer-Residenz von Königin Maria. Eintritt 60 RON, Anreise ab Bukarest mit dem Auto via A3/E60 in 2:30 Stunden oder mit Bahn nach Brasov plus Bus 1A nach Bran. Geführte Tagestouren ab Bukarest ab 220 RON inkl. Transport.
Peles-Schloss und Sinaia
Peles-Schloss in Sinaia ist die ehemalige Sommer-Residenz der rumänischen Königsfamilie und gilt als einer der schönsten Schloss-Bauten Mittel-Europas. Der Neorenaissance-Bau aus den Jahren 1873 bis 1914 wurde von König Karl I. von Hohenzollern-Sigmaringen errichtet, der Innenraum kombiniert italienische, deutsche und französische Stil-Elemente. Eintritt 60 RON für die Standard-Tour, 95 RON für die erweiterte Tour mit Königlichen Privat-Apartments. Sinaia liegt 130 Kilometer nördlich von Bukarest, Anreise mit Bahn (CFR Calatori ab Gara de Nord, 2:00 Stunden) oder Auto (A3/DN1, 2:30 Stunden). Im Winter Ski-Anschluss an Sinaia-Cota 2000 mit Gondelbahn.
Brasov und Siebenbürgen
Brasov ist mit 250.000 Einwohnern eine der schönsten siebenbürgischen Städte und in 2:30 Stunden Bahnfahrt ab Bukarest erreichbar. Der Sfatului-Platz mit dem alten Rathausturm, die Schwarze Kirche (grösste gotische Hallenkirche östlich von Wien) und der Berg Tampa mit Hollywood-artigem Brasov-Schriftzug machen die Stadt zu einer kompakten Tagestour. Kombination mit Schloss Bran und Schloss Rasnov möglich, dann allerdings besser als Übernachtungs-Trip.
Snagov-See und Kloster
Der Snagov-See 40 Kilometer nördlich von Bukarest ist Naherholungs-Ziel und gleichzeitig Schauplatz der vielleicht eigenartigsten Dracula-Geschichte. Das Snagov-Kloster auf der Insel im See gilt als mutmassliche Grabstelle von Vlad Tepes — der genaue Ort ist bis heute umstritten. Anreise mit Bus 444 ab Piata Presei Libere in 50 Minuten, im Sommer Boots-Verleih und Strandbäder.
Saisons in Bukarest — wann lohnt sich was?
Bukarest hat ein ausgeprägtes Kontinentalklima mit heißen Sommern und kalten Wintern. April bis Juni ist die angenehmste Reisezeit mit 18 bis 26 Grad, blühender Tilia-Allee-Mile und der orthodoxen Osterzeit als kulturellem Höhepunkt. Der Juli und August können mit 35 Grad und mehr drückend werden, dafür ist die Stadt in Sommer-Modus mit Open-Air-Kinos und Außenterrassen-Restaurants. September und Oktober kombinieren mildes Wetter (18 bis 24 Grad) mit dem George-Enescu-Festival und dem internationalen Filmfestival. Der Winter von Dezember bis Februar bringt Temperaturen um den Gefrierpunkt und gelegentlich starken Schneefall, dafür Adventsmärkte am Piata Constitutiei und im Cismigiu-Park.
Praktische Tipps für deinen Bukarest-Aufenthalt
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Bargeld und Karte clever kombinieren
Bukarest ist eine der günstigsten Hauptstädte der EU — Tagesbudget für Sparsame ab 35 Euro, Mittelklasse 70 bis 100 Euro, gehoben ab 150 Euro. Karte funktioniert in 95 Prozent der Geschäfte, kleine Marktstände und ältere Tickets brauchen Bargeld. Geld wechseln an Casa de Schimb (Wechselstuben) der grossen Banken Banca Transilvania oder BCR, niemals an Schaltern am Flughafen oder im Hotel mit schlechten Kursen.
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Taxi-App statt Straßentaxi
Bolt und Uber sind günstig (Innenstadt-Fahrt 8 bis 15 RON) und vermeiden Tarif-Diskussionen mit Straßentaxen, die manchmal mit überhöhten Tarifen arbeiten. Bei legitimen Taxis am Flughafen Schalter Speed Taxi oder Cobalcescu nutzen, der reguläre Tarif liegt bei 2,99 RON pro Kilometer plus 4,50 RON Startgebühr.
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Metro-Karte vor dem Einsteigen lösen
Das Bukarester Metronetz hat 4 Linien mit gut 70 Stationen und ist die schnellste Stadt-Verbindung. Karte am Automaten oder Schalter in der Station Multiplu kaufen — 10 Fahrten für 25 RON. Tickets der STB (stbsa.ro) für Tram, Bus und Trolleybus sind separat, alternativ die kontaktlose Karte Activ kaufen, die für Metro und STB gleichermassen gilt.
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Reisepass für Parlamentspalast
Der Parlamentspalast verlangt zur Tour-Teilnahme die Vorlage eines gültigen Reisepasses oder Personalausweises, der vor dem Eintritt überprüft wird. Reservierung mindestens 24 Stunden vorher über die offizielle Website empfehlenswert, an Wochenenden auch eine Woche im Voraus. Tasche und grössere Rucksäcke werden eingelagert, die Tour dauert 60 bis 90 Minuten.
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Rumänische Höflichkeit beachten
Buna ziua (Guten Tag) beim Eintreten in Geschäfte und Restaurants ist Standard, La revedere beim Verlassen. Trinkgeld in Restaurants 10 Prozent, in Cafés und Bars die Rechnung aufrunden. Multumesc bedeutet Danke und wird von rumänischer Seite häufig gehört. Englisch funktioniert in Hotels, Restaurants und Tourismus problemlos, Deutsch in einigen älteren Belle-Epoque-Häusern.
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Barrierefreiheit eingeschränkt
Bukarest hat in den letzten Jahren aufgerüstet, der Metro-Standard ist allerdings nicht durchgängig barrierefrei — viele Stationen haben nur Treppen. Die neueren Linien M5 und Teile von M3 sind mit Lift ausgestattet, M1 und M2 nur an grossen Knoten wie Piata Unirii. Bei eingeschränkter Mobilität vorab bei den Hotels nachfragen, in der Altstadt erschweren Kopfsteinpflaster und schmale Bürgersteige den Rollstuhl-Zugang.
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Sommer-Hitze klug überstehen
Juli und August können mit 35 Grad drückend werden, die Stadt-Klimaanlagen in Cafés und Malls sind dann die wichtigsten Refugien. Tagesplanung mit Vormittags-Sightseeing (vor 12 Uhr) und Nachmittags-Pause im Hotel oder Mall, abends ab 18 Uhr zurück auf die Straße. Trinkwasser an Brunnen-Bars (Cismigiu-Park, Herastrau-Park), nicht direkt aus Wasserhähnen.
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Regen- und Schnee-Plan parat haben
Wenn das Wetter im Herbst oder Winter kippt, lohnt sich ein konzentrierter Indoor-Tag — Parlamentspalast-Tour am Vormittag, Mittagessen im Hanul lui Manuc, am Nachmittag Nationalmuseum für Rumänische Geschichte oder Kunstmuseum am Calea Victoriei. Alle drei Häuser sind mit Metro M1 oder M3 erreichbar, dazwischen warme Cafés.
Insider-Tipps
Geheimtipp Therme Bukarest
Therme Bukarest am Stadt-Nordrand ist mit 250.000 Quadratmetern Wasser- und Wellness-Fläche das grösste Thermal-Bad Mittel-Europas und ein lokal beliebter Sonntags-Treff. Drei Bereiche — Galaxy für Familien, Elysium als Erwachsenen-Sauna-Welt und Palm für Lounge-Schwimmen. Tageseintritt 159 RON für Elysium plus Palm, mit Bus 459 ab Piata Presei Libere in 25 Minuten erreichbar.
Geheimtipp Hanul cu Tei
Hanul cu Tei ist ein restaurierter Bürger-Innenhof zwischen Strada Lipscani und Strada Blanari mit kleinen Antiquitäten-Läden, Galerien und Cafés. Das Ensemble aus dem 19. Jahrhundert wurde 2008 saniert und ist heute ein ruhiger Kontrapunkt zum Lipscani-Tumult. Ab 17 Uhr Konzerte und Lesungen im Innenhof, freier Eintritt zu vielen Galerien.
Geheimtipp Strada Franceza und Strada Carol
Wer die ursprüngliche Bukarester Belle-Epoque-Atmosphäre sucht, läuft den Calea Victoriei hinunter und biegt an der Strada Franceza nach Süden ab — hier reihen sich erhaltene Bürgerhäuser, die alte franzoesische Botschaft und das Geschäfts-Atrium Pasajul Macca-Villacrosse aneinander, das wegen seines Glasdachs Bukarests kleines Paris-Atrium genannt wird. Direkt anschließend die Strada Carol I mit dem Cercul Militar-Komplex, der Carturesti-Buchhandlung im Verzeichnis Carusel und der Patisserie Capsa von 1852.
Häufige Fragen rund um deinen Bukarest-Trip
Die wichtigsten Detail-Fragen zu Anreise, Tagesausflügen, Budget und Verhalten haben wir in den unten ausklappbaren FAQs zusammengefasst — von der Reisepass-Pflicht im Parlamentspalast über die Rovinieta-Vignette bis zum richtigen Trinkgeld im Restaurant.




