Belgrad, Hauptstadt von Serbien, liegt auf einem Hochplateau über dem Zusammenfluss von Save und Donau und zählt mit Umland rund 1,7 Millionen Einwohner. Die Stadt blickt auf mehr als 2.000 Jahre wechselvolle Geschichte zurück, von der römischen Garnison Singidunum über die osmanische und habsburgische Festungsphase bis zur jugoslawischen Hauptstadt nach 1918. Die Kalemegdan-Festung mit Park, die Fußgängerzone Knez Mihailova, das Bohème-Viertel Skadarlija aus dem 19. Jahrhundert, der weiße Sveti-Sava-Tempel mit 82 Metern Höhe und die schwimmenden Splavovi-Floßclubs auf Save und Donau prägen das Bild. Der Flughafen Nikola Tesla (BEG) liegt 18 Kilometer westlich der Innenstadt und wird ganzjährig aus den meisten deutschsprachigen Großstädten direkt angeflogen, die reine Flugzeit liegt unter zwei Stunden.

Anreise und Erreichbarkeit

Belgrad ist aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor allem per Flugzeug bequem zu erreichen, ergänzend kommen Auto, Fernbus und Bahn in Frage. Die Stadt liegt verkehrsgünstig am Schnittpunkt der Korridore X (Salzburg–Belgrad–Niš) und VII (Donau), was sie zu einem natürlichen Drehkreuz zwischen Mitteleuropa und Südosteuropa macht. Wer ohnehin eine Donau-Kreuzfahrt plant, kann Belgrad auch vom Wasser aus erkunden, da Flusskreuzfahrtschiffe direkt am Save-Ufer unterhalb der Festung anlegen.

Mit dem Flugzeug

Der Flughafen Nikola Tesla (IATA-Code BEG) liegt 18 Kilometer westlich der Innenstadt im Stadtteil Surčin. Direktflüge gibt es ganzjährig aus Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Stuttgart, Wien und Zürich, im Sommer zusätzlich saisonale Verbindungen aus Hamburg, Memmingen und Salzburg. Reine Flugzeit aus dem deutschsprachigen Raum liegt bei 1:30 bis 1:50 Stunden. Vom Terminal in die Innenstadt fährt die Buslinie A1 zur Endhaltestelle Slavija im 20-Minuten-Takt und braucht knapp 30 Minuten, der städtische Bus 72 fährt günstiger zum Block 45 in Neu-Belgrad. Ein offizielles Taxi mit Voucher (am Schalter im Ankunftsbereich kaufen) kostet je nach Zone 1.800 bis 2.800 Dinar, das entspricht 15 bis 24 Euro.

Mit dem Auto

Aus Süddeutschland sind es rund 1.200 Kilometer über München, Salzburg, Maribor, Zagreb und Slavonski Brod nach Belgrad, ab Wien etwa 620 Kilometer. Die Strecke führt am Ende über die Autobahn A3 von der kroatischen Grenze bis Belgrad, die durchgehend vierspurig ausgebaut, aber mautpflichtig ist. Die Maut auf serbischem Boden zwischen Šid und Belgrad beträgt rund 5 bis 6 Euro für PKW. Wer mit dem eigenen Wagen kommt, sollte eine grüne Versicherungskarte mitführen, in der die Gültigkeit für Serbien (SRB) eingetragen ist, und für Slowenien sowie Ungarn separat E-Vignetten buchen.

Mit der Bahn

Bahnreisende erreichen Belgrad seit der Fertigstellung der Schnellfahrstrecke Belgrad–Novi Sad 2022 deutlich angenehmer als früher, eine durchgehende Verbindung aus Deutschland gibt es jedoch nicht. Üblich sind Umstiege in Wien oder Budapest mit anschließendem Nachtzug oder Tagesverbindung über Subotica nach Belgrad. Die nationale Bahn Srbija Voz (srbvoz.rs) betreibt unter anderem die Soko-Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Belgrad-Centar (Prokop) und Novi Sad mit 200 km/h Spitze und 33 Minuten Fahrzeit. Der zentrale Personenbahnhof ist seit 2018 Belgrad-Centar im Stadtteil Prokop, der alte Hauptbahnhof Beograd Glavna ist stillgelegt und wird zum Museum umgebaut.

Mit dem Fernbus

Bequemer und meist günstiger als die Bahn sind Nachtbusse. Linien aus Wien, München und Stuttgart fahren über Graz, Maribor und Zagreb und brauchen rund 14 bis 18 Stunden bis zum Busbahnhof Beograd. Innerhalb Serbiens betreibt die staatliche Bg Prevoz (bgprevoz.rs) den städtischen Linienbusverkehr; nationale Fernlinien laufen über den BAS-Busbahnhof am Save-Ufer.

Vor Ort bewegen / Parken

Innerhalb Belgrads lohnt sich kein Mietwagen. Das öffentliche Netz aus Tram, Bus und Trolleybus deckt alle relevanten Stadtteile ab. Eine Einzelfahrt im Bg Prevoz-System kostet 50 Dinar bei elektronischer Karte (Bus Plus) und 89 Dinar als Papierticket beim Fahrer. Wer das Auto dabei hat, parkt am besten in einer der bewachten Garagen rund um den Platz der Republik oder am Knez-Mihailova-Eingang. Die Altstadt ist weitgehend Fußgängerzone, in den blauen Zonen kostet das Parken werktags 100 bis 130 Dinar pro Stunde.

München 1.020 km ~11 h via A8/A1/A3
Wien 620 km ~6:30 h via A4/A3
Zagreb 395 km ~4 h via A3
Budapest 385 km ~4:30 h via M5/A1
Frankfurt (BEG) 1.405 km Luftlinie ~1:50 h Direktflug

Kalemegdan — die Festung über zwei Flüssen

Die Festung Kalemegdan ist das historische und emotionale Herz Belgrads. Sie erhebt sich auf einem 125 Meter hohen Sporn dort, wo die Save in die Donau mündet, und vereint römische, byzantinische, serbische, osmanische und österreichische Bauphasen auf rund 60 Hektar. Der Name Kalemegdan stammt aus dem Türkischen und bedeutet sinngemäß Schlachtfeld der Festung. Heute ist das Areal der größte Park der Stadt, der frei zugänglich ist und vor allem zum Sonnenuntergang stark frequentiert wird, weil die Aussichtsplattform Sahat-Kula einen der besten Blicke auf den Zusammenfluss bietet.

Oberstadt und Aussicht

Die Oberstadt umfasst die Reste der mittelalterlichen Despoten-Burg von Stefan Lazarević aus dem frühen 15. Jahrhundert, das Stambol-Tor aus osmanischer Zeit und die Statue des Pobednik (Sieger) von Ivan Meštrović aus dem Jahr 1928, die über dem Save-Donau-Zwickel thront. Von hier blickt man auf die andere Save-Seite mit Neu-Belgrad und der Großen Kriegsinsel (Veliko Ratno Ostrvo), die als Vogelschutzgebiet eines der wichtigsten Brut- und Rastareale für Reiher und Kormorane an der mittleren Donau ist.

Unterstadt und Donau-Hafen

Die Unterstadt führt zu den Donau-Toren Karl VI. und Vidin-Tor sowie zum Nebojša-Turm aus dem 15. Jahrhundert, der eines der ältesten erhaltenen Wehrtürme der Stadt ist und heute ein kleines Museum zur osmanischen und serbisch-revolutionären Geschichte beherbergt. Von der Unterstadt führt ein Fußweg hinunter zum Donauufer, von wo aus die Schiffe nach Zemun und zur Großen Kriegsinsel ablegen.

Militärmuseum und Ruzica-Kirche

Im Inneren der Festung liegen das Militärmuseum mit über 30.000 Exponaten von der Antike bis zum Kosovo-Krieg sowie die kleine Ruzica-Kirche aus dem 15. Jahrhundert, deren Kronleuchter aus Patronenhülsen und Säbeln aus dem Ersten Weltkrieg geschmiedet sind. Unmittelbar daneben sprudelt die Heilige-Petka-Quelle, die als wundertätig gilt und ganzjährig von Pilgern besucht wird.

Save-Donau-Zusammenfluss und Ada Ciganlija

Der Zusammenfluss (Ušće) der grünlich-trüben Save und der gelbbraunen Donau ist von der Festung aus optisch klar zu erkennen, weil beide Flüsse erst nach etwa zwei Kilometern wirklich vermischen. Direkt am Ušće-Park stehen das Museum für zeitgenössische Kunst (MSU) von 1965 und der frühere Sava-Centar, ein Kongresszentrum aus jugoslawischer Zeit. Auf der Save-Seite liegt Ada Ciganlija, eine ehemalige Donauinsel, die 1967 zur Halbinsel umgestaltet wurde und mit ihrem 7 Kilometer langen Kiesstrand und dem Seeufer Belgrads beliebtester Sommerbadeort ist. Die Wassertemperatur erreicht im Juli und August 23 bis 25 Grad, der Eintritt ist frei.

Knez Mihailova und Republikplatz

Die Fußgängerzone Knez Mihailova (Knez-Mihailo-Straße) erstreckt sich rund einen Kilometer vom Republikplatz bis zum Kalemegdan-Park und gilt als die Flaniermeile der Stadt. Sie wurde 1870 angelegt und ist seit 1979 unter Denkmalschutz; die Häuser stammen mehrheitlich aus der österreichisch-ungarischen Bauphase 1870 bis 1910. Hier reihen sich Cafés, Buchhandlungen, Galerien und internationale Modeketten. Der Republikplatz (Trg Republike) am südlichen Ende mit dem Reiterstandbild des Fürsten Mihailo Obrenović von 1882, dem Nationalmuseum und dem Nationaltheater ist der wichtigste Treffpunkt der Stadt.

Nationalmuseum

Das Nationalmuseum Serbiens wurde 1844 gegründet und nach 15-jähriger Restaurierung 2018 wiedereröffnet. Es zeigt auf drei Etagen Funde von der Vinča-Kultur über mittelalterliche Ikonen bis zu Werken von Paja Jovanović, Uroš Predić und einer kleinen, aber feinen Sammlung französischer Impressionisten mit Renoir, Monet und Degas. Der Eintritt kostet 300 Dinar, donnerstags ist der Besuch frei.

Boemska Skadarlija

Direkt östlich des Republikplatzes beginnt das alte Bohème-Viertel Skadarlija. Die kopfsteingepflasterte Skadar-Straße ist seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Künstlerquartier; hier verkehrten Dichter wie Đura Jakšić und Branislav Nušić. Heute reihen sich traditionelle Kafanas (Wirtshäuser) wie Tri Šešira (Drei Hüte) von 1864, Dva Jelena (Zwei Hirsche) und Šešir Moj aneinander, in denen abends Tamburica-Musiker spielen und serbische Spezialitäten wie Ćevapi, Pljeskavica und Karađorđeva Schnitzel serviert werden.

Sveti-Sava-Tempel und Vračar

Der Tempel des Heiligen Sava (Hram Svetog Save) auf dem Vračar-Plateau ist mit einer Höhe von 82 Metern und einer Grundfläche von 7.570 Quadratmetern eine der größten orthodoxen Kirchen der Welt. Die Bauzeit erstreckt sich seit der Grundsteinlegung 1935 bis heute; die Kuppel steht seit 1989, die monumentalen Mosaiken im Innenraum mit 15.000 Quadratmetern goldgrundiger Bildfläche wurden 2017 bis 2020 fertiggestellt. Der Tempel steht dort, wo nach Überlieferung der osmanische Großwesir Sinan Pascha 1595 die Reliquien des serbischen Nationalheiligen Sava verbrannte. Der Eintritt ist frei, die Krypta unter der Hauptkirche ist täglich von 7 bis 19 Uhr geöffnet.

Zemun — barockes Donau-Viertel

Zemun, am rechten Donauufer gegenüber dem Kalemegdan gelegen, war bis 1918 eine eigenständige habsburgische Grenzstadt und wurde erst 1934 nach Belgrad eingemeindet. Das Viertel hat sich seinen mitteleuropäisch-barocken Charakter mit niedrigen, pastellfarbenen Häusern, schmalen Gassen und Donau-Promenade weitgehend bewahrt. Wahrzeichen sind der Gardoš-Hügel mit dem Millenniumsturm (Kula Sibinjanin Janka) von 1896, der zur Tausendjahrfeier Ungarns errichtet wurde und einen Donaupanoramablick bietet, sowie die Donau-Promenade Kej Oslobođenja mit Fischrestaurants. Zemun ist von der Innenstadt mit Bus 15, 84 oder 704 in 25 Minuten erreichbar.

Splavovi — die schwimmenden Clubs

Eine Belgrader Spezialität sind die Splavovi, schwimmende Bars und Nachtclubs auf Pontons an Save- und Donauufer. Es gibt rund 80 dieser Floßclubs, die sich auf drei Hauptzonen verteilen: am Save-Ufer in der Karađorđeva-Straße zwischen Brankov-Brücke und Ada-Brücke, am Donau-Ufer unterhalb des Kalemegdan und in Neu-Belgrad an der Save-Mündung. Die Saison reicht von April bis Oktober, der Eintritt ist meist frei, Getränke kosten 300 bis 600 Dinar. Das Musikspektrum reicht von Turbofolk über House und Techno bis zu Live-Brass-Bands. Wichtig zu wissen: Im Winter ziehen viele Splavovi in feste Clubs in der Innenstadt um, einige bleiben aber als Restaurants ganzjährig geöffnet.

Die 6 Belgrad-Erlebnisse im Überblick

Kalemegdan zum Sonnenuntergang

Eine Stunde vor Sonnenuntergang über die Knez Mihailova hinauf in den Festungspark, an der Pobednik-Statue auf den Save-Donau-Zwickel blicken und das Farbenspiel der Flüsse abwarten. Anschließend hinunter zur Skadarlija auf ein Karađorđeva-Schnitzel.

Sveti-Sava-Mosaiken

Der riesige Innenraum entfaltet seine Wirkung erst, wenn man drinnen steht. Besonders eindrucksvoll sind die goldgrundigen Kuppelmosaiken und die mannshohen Heiligenfiguren an den Pfeilern. Die Krypta zeigt zusätzlich eine reiche Ikonenausstellung.

Splav-Nacht auf der Save

Ab 23 Uhr füllen sich die Floßclubs an der Karađorđeva. Wer Turbofolk und Brass-Sound erleben will, geht ins Freestyler oder Lasta; wer es internationaler mag, probiert Hot Mess oder River. Reservierung am Wochenende empfohlen.

Zemun-Spaziergang

Vom Bus-Stop Magistratski Trg durch die kleinen Gassen hinauf zum Gardoš-Turm, dann hinunter zur Donau-Promenade und in einem der Fischrestaurants wie Šaran oder Reka Smederevsku Karpfen mit Polenta probieren.

Bohème-Abend in Skadarlija

Ab 19 Uhr in einer der vier traditionellen Kafanas einkehren, das mehrgängige Menü mit Ćevapi, Pljeskavica und Šljivovica genießen und sich auf die Tamburica-Bands einlassen, die zwischen den Tischen wandern und Liederwünsche annehmen.

Tagestrip Novi Sad

Mit dem Soko-Hochgeschwindigkeitszug ab Belgrad-Centar in 33 Minuten nach Novi Sad, dort die Festung Petrovaradin über der Donau besichtigen, durch die Altstadt mit Marienkirche und Trg Slobode bummeln und am Abend zurück nach Belgrad.

Belgrader Stadtteile im Vergleich

Kriterium
Stari Grad (Altstadt)
Savamala
Vračar
Dorćol
Zemun
Charakter
Historisch, touristisch
Bohème, gentrifiziert
Bürgerlich, ruhig
Trendig, kreativ
Habsburg-Barock
Top-Ziel
Kalemegdan, Knez Mihailova
Beton Hala, Ufer-Bars
Sveti-Sava-Tempel
Donaupromenade, Cafés
Gardoš-Turm
Hotelpreise (DZ)
80 bis 160 EUR
70 bis 140 EUR
60 bis 110 EUR
70 bis 130 EUR
50 bis 95 EUR
Restaurants
Touristisch, gehoben
Hip, international
Familiengastronomie
Bistros, Craft Beer
Fisch, traditionell
Nachtleben
Skadarlija-Kafanas
Splavovi an der Save
Wenig, ruhig
Bars, Live-Musik
Fischrestaurants
Anbindung
Tram 2, alle Linien
Bus 23, 37, fußläufig
Tram 2, 9, 10
Tram 2, 5, 10
Bus 15, 84, 704
Ideal für
Erstbesucher
Nightlife-Gäste
Familien, ruhig
Hipster, Wiederkehrer
Donau-Spaziergänger

Die Preise gelten für ein Doppelzimmer in der Nebensaison; in der Hauptsaison Mai bis September und über Silvester können sie um 30 bis 50 Prozent höher liegen.

Geschichte und Charakter

Belgrad ist eine der ältesten kontinuierlich besiedelten Städte Europas. Die Kelten gründeten im 3. Jahrhundert vor Christus die Siedlung Singidūn auf dem Festungshügel, die Römer machten daraus die Garnison Singidunum als Teil der Donau-Limesgrenze. Nach byzantinischer, bulgarischer und ungarischer Herrschaft wurde Belgrad 1284 erstmals serbisch unter König Stefan Dragutin. 1521 eroberte Sultan Süleyman die Stadt, sie blieb bis 1867 mit Unterbrechungen osmanisch. 1882 wurde Belgrad Hauptstadt des Königreichs Serbien, 1918 Hauptstadt des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, später Jugoslawiens. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt mehrfach bombardiert, am 24. März 1999 begann die 78-tägige NATO-Bombardierung im Kosovo-Krieg, deren Spuren bis heute am früheren Verteidigungsministerium in der Kneza-Miloša-Straße sichtbar sind.

Essen und Trinken

Die serbische Küche ist deftig, fleischlastig und osmanisch-pannonisch geprägt. Klassiker sind Ćevapi (gegrillte Hackröllchen), Pljeskavica (große flache Hackpatty), Karađorđeva Schnitzel (mit Kajmak gefülltes Schweineschnitzel), Sarma (Kohlrouladen) und Burek (Blätterteigtaschen mit Käse oder Fleisch). Als Beilagen reicht man Kajmak (gesalzener Sahnerahm), Ajvar (Paprika-Auberginen-Püree) und Šopska-Salat. Getrunken wird Šljivovica (Pflaumenschnaps), serbischer Wein aus Šumadija oder Negotin und Bier von Jelen, Lav oder Bitter Heart Craft. Eine typische Mahlzeit in einer Kafana mit Vorspeise, Hauptgang und Getränk liegt bei 1.500 bis 2.500 Dinar, das entspricht 13 bis 22 Euro.

Praktische Tipps für den Belgrad-Aufenthalt

  • Geld und Karten

    In Serbien zahlt man in Dinar (RSD), Euro werden nur in wenigen Hotels akzeptiert. Geldautomaten gibt es flächendeckend, die Banken NLB Komercijalna, Raiffeisen und UniCredit erheben in der Regel keine Zusatzgebühren für EU-Karten. Hebe größere Beträge auf einmal ab, da pro Transaktion oft 200 bis 400 Dinar Bankgebühr fällig werden. Kreditkarten werden in Hotels, Restaurants und Supermärkten flächendeckend akzeptiert, in kleinen Kafanas und Bäckereien ist Bargeld Pflicht.

  • Beste Reisezeit

    Die ideale Reisezeit für Belgrad sind die Monate Mai bis Juni sowie September und Oktober, weil dann die Tagestemperaturen bei angenehmen 22 bis 28 Grad liegen und die Schwüle des Hochsommers ausbleibt. Juli und August können brütend heiß werden mit über 35 Grad, ideal allerdings für die Splavovi-Saison. Im Winter ist die Stadt günstig und atmosphärisch, mit gelegentlichem Schnee, aber kurze Tage und geschlossene Floßclubs sollten eingeplant werden.

  • + Verkehrsmittel

    Belgrad hat ein dichtes Netz aus Tram, Bus und Trolleybus, das von Bg Prevoz betrieben wird. Hol dir gleich am Anreisetag eine Bus-Plus-Karte am Kiosk (250 Dinar Pfand plus Guthaben), dann zahlst du nur 50 statt 89 Dinar pro Fahrt. Tickets müssen beim Einsteigen am Validator entwertet werden. Kontrollen sind häufig, Schwarzfahren kostet 5.000 Dinar.

  • i Tourist-Info

    Die offizielle Tourismusorganisation der Stadt Belgrad betreibt mehrere Info-Points, der zentrale liegt an der Knez Mihailova Nr. 5 (täglich 9 bis 21 Uhr). Hier bekommst du kostenlose Stadtpläne, Eventkalender und Beratung auf Deutsch und Englisch. Die nationale Tourismusorganisation Serbiens (TOB) informiert online auf tob.rs über regionale Themen wie Donau-Schifffahrt und Klöster.

  • Sprache und Verständigung

    Serbisch wird in zwei Schriften geschrieben: Kyrillisch (auf offiziellen Schildern, Bahnhöfen und in Behörden) und lateinisch (in Restaurants, Hotels, Geschäften). Englisch wird in Hotels und Restaurants nahezu durchgängig gesprochen, Deutschkenntnisse sind häufig vorhanden, besonders in der Gastronomie. Eine handvoll Grußformeln wie Dobar dan (Guten Tag), Hvala (Danke) und Molim (Bitte) wird sehr geschätzt.

  • Barrierefreiheit

    Die Innenstadt ist nur teilweise barrierefrei. Die Knez Mihailova und der Republikplatz sind eben gepflastert, der Kalemegdan-Park hat gepflasterte Hauptwege, aber zur Oberstadt führen Treppen. Sveti-Sava-Tempel und Nationalmuseum haben Rampen und Aufzüge. Niederflur-Trams verkehren auf den Linien 2, 5 und 10, in vielen älteren Bussen ist der Einstieg jedoch nur über Stufen möglich.

  • Schutz vor Hitze

    Im Juli und August steigen die Temperaturen oft über 35 Grad bei gefühlt 90 Prozent Luftfeuchte vom Fluss her. Plane Außenbesichtigungen wie Kalemegdan oder Gardoš für den frühen Morgen oder den späten Nachmittag, mittags eignen sich klimatisierte Museen wie das Nationalmuseum oder das MSU. Trinkbrunnen gibt es in jedem Park, das Wasser ist trinkbar.

  • Sicherheit

    Belgrad gilt als sehr sichere europäische Hauptstadt mit niedriger Kleinkriminalitätsrate. Vorsicht ist lediglich an touristisch frequentierten Stellen wie Republikplatz und Hauptbusbahnhof wegen Taschendieben geboten. Inoffizielle Taxis an Flughafen und Bahnhof meiden, immer die offiziellen Voucher-Taxis oder Apps wie CarGo und Yandex Go nutzen.

Insider-Tipps aus der Redaktion

Kleiner Geheimtipp Beton Hala

Die Beton Hala an der Save direkt unter dem Kalemegdan ist eine ehemalige Hafenhalle, in der sich heute zwölf der besten Restaurants Belgrads aneinanderreihen, von Sushi (Iguana) über Mediterran (Comunale) bis serbische Moderne (Frans). Die Lage am Wasser mit Blick auf die Brankov-Brücke ist abends bei Sonnenuntergang unschlagbar. Reservierung am Wochenende dringend empfohlen.

Kleiner Geheimtipp Avala-Turm

Wer einen halben Tag übrig hat, fährt mit Bus 401 oder 402 von Voždovac zum 511 Meter hohen Avala-Berg (16 Kilometer südlich der Stadt). Der Avala-Fernsehturm von 204 Metern Höhe wurde 1965 errichtet, 1999 von der NATO zerstört und 2010 originalgetreu wiederaufgebaut. Die Aussichtsplattform in 122 Metern Höhe ist täglich 9 bis 20 Uhr geöffnet und kostet 300 Dinar Eintritt.

4-Phasen-Plan für drei Tage Belgrad

Belgrad und die Donau-Region

Belgrad ist nicht nur Stadtziel, sondern auch idealer Ausgangspunkt für Touren entlang der mittleren Donau. Stromabwärts erreicht man in zweieinhalb Stunden den Beginn der Đerdap-Schlucht (Eisernes Tor), eines der spektakulärsten Donauabschnitte Europas mit bis zu 300 Meter hohen Felswänden. Stromaufwärts liegt nach 75 Kilometern die Festungsstadt Smederevo aus dem 15. Jahrhundert, die größte erhaltene Festungsanlage auf dem Balkan. Die Šumadija-Region südlich Belgrads ist Serbiens wichtigste Wein- und Pflaumenanbaugegend mit Weingütern wie Aleksandrović und Janko, die für Tagesbesuche aus der Stadt offen sind.

Praktische Hinweise zur Visumpflicht und Aufenthalt

EU-Bürger und Bürger der Schweiz benötigen kein Visum für Serbien und können sich bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen ohne weitere Formalitäten aufhalten. Der Reisepass oder Personalausweis muss noch mindestens 90 Tage nach Ausreise gültig sein. Wer länger als 24 Stunden bleibt, muss sich bei der Polizei anmelden — Hotels und offizielle Apartmentvermieter erledigen das automatisch. Achte beim Check-out, dass du den Anmeldezettel (Prijava) mitbekommst, da er bei der Ausreise gelegentlich kontrolliert wird.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie weit ist der Flughafen Nikola Tesla vom Belgrader Zentrum entfernt?

Der Flughafen Belgrad Nikola Tesla (BEG) liegt 18 Kilometer westlich der Innenstadt im Stadtteil Surčin. Die Buslinie A1 fährt in rund 30 Minuten zur Endhaltestelle Slavija, ein offizielles Voucher-Taxi kostet 1.800 bis 2.800 Dinar (15 bis 24 Euro) je nach Zone.

Wie lange dauert ein Direktflug von Deutschland nach Belgrad?

Die reine Flugzeit aus Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Stuttgart, Wien oder Zürich liegt zwischen 1:30 und 1:50 Stunden. Direktverbindungen werden ganzjährig angeboten, im Sommer kommen saisonale Flüge aus Hamburg, Memmingen und Salzburg hinzu.

Welche Währung gilt in Belgrad und kann ich überall mit Karte zahlen?

Die Landeswährung ist der Serbische Dinar (RSD), 1 Euro entspricht etwa 117 RSD. Kreditkarten werden in Hotels, Restaurants und Supermärkten flächendeckend akzeptiert, in traditionellen Kafanas, Bäckereien und an Marktständen ist Bargeld erforderlich.

Was ist die beste Reisezeit für Belgrad?

Ideal sind die Monate Mai und Juni sowie September und Oktober mit Tagestemperaturen von 22 bis 28 Grad. Juli und August können brütend heiß werden mit über 35 Grad, eignen sich aber für die Splavovi-Saison auf Save und Donau. Im Winter ist die Stadt günstig und atmosphärisch.

Wie sicher ist Belgrad für Touristen?

Belgrad gilt als eine der sichersten europäischen Hauptstädte mit niedriger Kleinkriminalitätsrate. Vorsicht ist nur an stark frequentierten Stellen wie Republikplatz und Busbahnhof wegen Taschendieben geboten. Inoffizielle Taxis sollten gemieden werden, stattdessen Apps wie CarGo oder Yandex Go nutzen.

Was sind die Splavovi und wo finde ich sie?

Splavovi sind schwimmende Bars und Nachtclubs auf Pontons an Save- und Donauufer. Es gibt rund 80 davon, die sich auf drei Zonen verteilen: Save-Ufer an der Karađorđeva, Donau-Ufer unterhalb des Kalemegdan und Neu-Belgrad. Die Saison läuft von April bis Oktober, Eintritt ist meist frei.

Lohnt sich ein Tagestrip nach Novi Sad?

Ja, sehr. Mit dem Soko-Hochgeschwindigkeitszug von Belgrad-Centar erreichst du Novi Sad in nur 33 Minuten. Sehenswert sind die Festung Petrovaradin über der Donau, die Altstadt mit der Marienkirche und der Platz der Freiheit (Trg Slobode). Auch das jährliche Exit-Festival findet hier im Juli statt.

Welcher Stadtteil eignet sich am besten als Quartier?

Erstbesucher wohnen am besten in Stari Grad (Altstadt) mit Kalemegdan und Knez Mihailova in Gehweite. Vračar ist ruhiger, bürgerlicher und günstiger, ideal für längere Aufenthalte. Dorćol ist trendig und kreativ, Savamala dagegen perfekt für Nachtschwärmer wegen der nahen Splavovi.

Welche Schrift wird in Belgrad verwendet, Kyrillisch oder Lateinisch?

Beide. Offizielle Schilder, Bahnhöfe und Behörden nutzen meist Kyrillisch, Restaurants, Hotels und Geschäfte oft Lateinisch. In Touristengebieten wirst du beide Schriften nebeneinander finden. Englisch wird in Hotels und Restaurants weitgehend gesprochen, Deutsch ist in der Gastronomie verbreitet.

Wie viele Tage braucht man für Belgrad?

Drei volle Tage reichen für Kalemegdan, Sveti-Sava-Tempel, Skadarlija, Zemun und einen Splav-Abend. Wer einen Tagestrip nach Novi Sad oder die Šumadija-Weinroute machen möchte, plant vier bis fünf Tage ein. Für eine vollständige Erkundung der Donau-Region mit Đerdap-Schlucht sind sieben Tage ideal.

Wie funktioniert das öffentliche Verkehrssystem in Belgrad?

Belgrad hat ein dichtes Netz aus Tram, Bus und Trolleybus, betrieben von Bg Prevoz. Mit einer Bus-Plus-Karte (250 Dinar Pfand am Kiosk) zahlst du 50 Dinar pro Fahrt, mit Papierticket beim Fahrer 89 Dinar. Eine Tageskarte ist nicht erhältlich, eine Wochenkarte kostet 1.300 Dinar.

Welche serbischen Spezialitäten muss man probieren?

Ćevapi (gegrillte Hackröllchen), Pljeskavica (große Hackpatty), Karađorđeva Schnitzel (mit Kajmak gefülltes Schweineschnitzel), Sarma (Kohlrouladen) und Burek (Blätterteigtaschen). Dazu Kajmak, Ajvar und Šopska-Salat. Getrunken wird Šljivovica (Pflaumenschnaps), serbischer Wein aus Šumadija und Bier von Jelen oder Lav.
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