Wer 2026 in den Urlaub fährt, will sich danach besser fühlen — nicht erschöpft. Das zeigt der neue European Travel Trend Report der DERTOUR Group, Teil II, basierend auf 8.000 Befragungen in 13 europäischen Ländern. Das Ergebnis: Bewegung im Urlaub ja — aber bitte ohne Wettkampfcharakter.
Was die Zahlen sagen
Mehr als die Hälfte der befragten Europäer (52,5 %) wählt lieber eine gesundheitsbewusste Reise mit Fokus auf Wohlbefinden als einen klassischen Aktivurlaub mit klarer sportlicher Ausrichtung. In Deutschland liegt dieser Anteil bei 61,1 % — der höchste Wert im Ländervergleich.
Gleichzeitig zeigen 35 % der befragten Europäer Interesse an Urlaubsformen, bei denen Sport und körperliche Aktivität eine Hauptrolle spielen. Auch hier ist Deutschland mit 42,7 % überdurchschnittlich aktiv — nur eben auf die entspannte Art.
Multi-Activity schlägt Mono-Sport
Der größte Gewinner im Segment der aktiven Urlaubsformen ist das Multi-Activity-Format. 43 % der deutschen Befragten, die sportorientiert reisen möchten, wollen dabei nicht auf eine Disziplin festgelegt werden. Ein Tag Wandern, der nächste Rad fahren, abends Yoga — das ist das neue Ideal.
Interessant: Diese Formate sprechen Frauen und Männer fast gleich stark an. Frauen liegen mit 45,7 % nur knapp vor Männern (42,9 %). Bei anderen Reiseformen sind die Unterschiede deutlicher.
„Betrachtet man das heutige Reiseverhalten, zeichnet sich ein klarer Wandel darin ab, wie Reisende einen guten Urlaub definieren. Wohlbefinden und Sport werden zunehmend als Teil derselben Suche nach Balance verstanden — aktiv bleiben, entschleunigen und sich erholt fühlen.“
Retreats: DACH-Märkte vorne dabei
Fitness-, Yoga- und Wellness-Retreats sind kein Trend mehr — sie sind Mainstream, zumindest in der DACH-Region. Schweiz und Deutschland führen das europäische Ranking an, mit 34 % beziehungsweise 33 % Interesse an Retreat-Formaten.
Das verdrängt nach und nach das leistungsorientierte Modell: Marathonlager, Triathlon-Camps oder Intensiv-Trainingscamps verlieren gegenüber Angeboten, die Bewegung mit Erholung verbinden.
Was das für deine Urlaubsplanung bedeutet
Der Report liefert mehr als Statistiken — er zeigt, wo Reiseveranstalter ihre Angebote hinentwickeln. Wer 2026 einen Wellnessurlaub plant, findet zunehmend Formate, die Yoga-Morgen, geführte Wanderungen und Abend-Spa kombinieren, statt ein einziges Programm durchzupeitschen.
- Retreats buchen: Yoga- und Wellness-Retreats in den Alpen, an der portugiesischen Küste oder auf Mallorca boomen — Frühjahrs- und Herbsttermine oft schnell ausgebucht
- Multi-Activity-Pakete vergleichen: Viele Veranstalter bündeln jetzt Wandern, Biken und Yoga in einem flexiblen Wochenpaket
- Zielgruppe prüfen: Retreats sprechen eher Frauen an, Live-Sportevents und Intensivlager eher Männer — das hilft bei der Auswahl, wenn du mit einer Gruppe reist
- Altersunabhängig denken: Der Wunsch nach Balance im Urlaub zieht sich laut Report durch alle Altersgruppen — kein Thema nur für Ü50
Die Daten stammen aus einer Primärerhebung von DERTOUR Group — einem der größten europäischen Reiseveranstalter — ergänzt durch Buchungsauswertungen aus 16 Märkten. Das macht den Report zu einer der breitesten Datenquellen zum europäischen Reiseverhalten in diesem Segment. Teil I des Reports ist bereits erschienen; Teil II fokussiert explizit auf Wellness und Sport.




