Neue Daten der Business Travel Show Europe zeigen: Der Schutz für Minderheiten und vulnerable Gruppen auf Dienstreisen hat im Jahresvergleich abgenommen. Unternehmen, die ihre Reisepolitik nicht aktiv anpassen, riskieren nicht nur das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden — sondern auch rechtliche Konsequenzen. Die Messe findet am 24. und 25. Juni 2026 in der ExCeL London statt.
Was die Daten zeigen
Die Erhebung der Business Travel Show Europe macht deutlich, dass Fortschritte beim Thema inklusive Fürsorge auf Dienstreisen ins Stocken geraten sind. Der Jahresvergleich zeigt einen Rückgang — nicht nur beim tatsächlichen Schutz vulnerabler Reisender, sondern auch beim Bewusstsein dafür in Einkaufs- und Travel-Management-Abteilungen.
Besonders betroffen: LGBTQ+-Reisende, Frauen, Menschen mit Behinderungen und Angehörige ethnischer Minderheiten. Für diese Gruppen hängt das Risikoprofil einer Dienstreise stark vom Reiseziel ab — und viele Arbeitgeber berücksichtigen das schlicht nicht systematisch.
Warum der Rückschritt problematisch ist
Dass sich Zahlen verschlechtern, obwohl das Thema mehr Aufmerksamkeit bekommt als je zuvor, ist kein Widerspruch — es zeigt, wie groß die Lücke zwischen Absicht und Umsetzung in vielen Unternehmen noch ist. Travel-Manager stehen oft unter Kostendruck und priorisieren Buchungseffizienz. Inklusive Fürsorge bleibt dabei ein Nice-to-have, kein Standard.
Das Auswärtige Amt veröffentlicht für jedes Reiseziel Sicherheitshinweise — darunter auch Hinweise zu rechtlichen Risiken für LGBTQ+-Personen. In mehr als 60 Ländern ist gleichgeschlechtliche Partnerschaft noch immer strafbar, in einigen mit drastischen Strafen. Wer Mitarbeitende ohne entsprechende Vorbereitung dorthin schickt, handelt fahrlässig.
Was Arbeitgeber jetzt tun sollten
Die Daten der Business Travel Show Europe senden ein klares Signal: Wer Duty of Care ernst nimmt, muss aktiv werden — und zwar jetzt, nicht nach dem nächsten Vorfall.
Konkrete Schritte für Travel Manager
- Reiserichtlinien auf vulnerable Gruppen prüfen — nicht nur auf Kosten und Klasse
- Zielland-spezifische Risikoeinschätzungen in den Buchungsprozess integrieren
- Klare Kommunikation: Wer ist im Notfall erreichbar, und wie?
- Mitarbeitende aktiv befragen — anonyme Umfragen zeigen Lücken schneller als Audits
- Externe Spezialisierung prüfen: Anbieter wie International SOS oder ISOS bieten ziellandgenaue Risikoanalysen an
Was du als Dienstreisender selbst tun kannst
Warte nicht darauf, dass dein Arbeitgeber von sich aus aktiv wird. Du hast das Recht, vor jeder Dienstreise eine Risikoeinschätzung zu verlangen — und du darfst eine Reise ablehnen, wenn deine persönliche Sicherheit nicht gewährleistet ist. Das gilt auch dann, wenn es keine explizite Unternehmensrichtlinie dazu gibt.
- Lies die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für dein Zielland
- Frag im Vorfeld: Gibt es einen 24/7-Notfallkontakt?
- Bring das Thema in der HR-Abteilung oder beim Travel Manager an — schriftlich
- Informiere dich über lokale Gesetze, besonders wenn du zur LGBTQ+-Community gehörst
Der Rückgang in den Daten der Business Travel Show Europe ist ein Warnsignal — aber kein unabwendbares. Unternehmen, die jetzt in inklusive Reisepolitik investieren, schützen nicht nur ihre Mitarbeitenden, sondern auch sich selbst. Und wer als Reisender weiß, welche Rechte er hat, ist im Zweifel besser aufgestellt als derjenige, der einfach mitfliegt.




