Monaco hat eine neue Tourismuskampagne: „Monaco, Everything At Once“ wirbt damit, dass das Fürstentum auf gerade mal 2 Quadratkilometern Fläche Sportereignisse, Gourmetrestaurants, Wellness und Strand vereint. Sandrine Camia, stellvertretende Direktorin der Monaco Government Tourist Authority, erläuterte das Konzept auf einem Besuch in London.
Kleine Fläche, breites Programm
Wer Monaco nur vom Grand Prix oder vom Casino kennt, unterschätzt das Fürstentum. Auf 2 km² — kleiner als viele deutsche Innenstädte — drängen sich Luxushotels, Michelin-Restaurants, ein Opernhaus, Strandabschnitte am Mittelmeer und internationale Sportevents. Genau das macht Camia zum Kern der neuen Kampagne.
Der Gedanke dahinter: Reisende müssen nicht zwischen Erholung, Kultur und Abenteuer wählen. Monaco liefert alles davon — und du läufst von einer Erfahrung zur nächsten, ohne auch nur ins Taxi zu steigen.
Was „Everything At Once“ konkret meint
Die Kampagne listet keine abstrakten Versprechen auf. Monaco hat tatsächlich die Infrastruktur, um verschiedene Reisestile unter einen Hut zu bringen:
- Sport: Formel-1-Grand-Prix, Monaco Yacht Show, Rolex Monte-Carlo Masters (Tennis)
- Gourmet: mehrere Restaurants mit Michelin-Sternen, darunter das Le Louis XV von Alain Ducasse im Hôtel de Paris
- Kultur: Opéra de Monte-Carlo, Musée Océanographique auf dem Felsen
- Wellness: Spa-Angebote in Häusern wie dem Thermes Marins Monte-Carlo
- Strand: Larvotto-Strand, der einzige öffentliche Sandstrand des Fürstentums
- Nachtleben: Casino de Monte-Carlo, Bars und Clubs im Stadtteil La Condamine
Das klingt nach Standardprogramm — ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass du zwischen diesen Orten maximal 20 Minuten läufst. Das ist der eigentliche Wettbewerbsvorteil, den Monaco mit der Kampagne ausspielt.
Zielgruppe: Reisende mit hohem Budget und wenig Zeit
Camia betonte laut dem Interview, dass Monaco gezielt Reisende mit hoher Kaufbereitschaft anspricht. Das Fürstentum konkurriert nicht über den Preis, sondern über Dichte und Qualität. Wer drei Tage hat und möglichst viel erleben will — ohne Abstriche bei Komfort oder Gastronomie — ist die Kernzielgruppe.
Das erklärt auch die Stoßrichtung der Kampagne: keine Rabatte, keine Last-Minute-Logik. Monaco setzt auf internationale Sichtbarkeit bei zahlungskräftigen Leisure-Reisenden und Geschäftsreisenden, die Meetings mit Ausflügen verknüpfen.
Einordnung: Was die Kampagne leisten soll
„Monaco, Everything At Once“ ist kein Umschwung in der Tourismusstrategie — das Fürstentum hat sich seit Jahrzehnten als Luxusziel positioniert. Die Kampagne schärft aber das Argument: nicht Monaco als Einzel-Event-Destination, sondern Monaco als Mehrzweck-Trip für eine anspruchsvolle Reisegruppe.
Dass Camia das Konzept ausgerechnet in London präsentierte, ist kein Zufall. Britische Reisende zählen zu den wichtigsten Quellmärkten für das Fürstentum, und die Verbindungen von London nach Nizza sind gut. Die offizielle Tourismus-Website Monacos listet alle Events und Unterkünfte auf Deutsch.
Für deutsche Urlauber mit begrenztem Urlaubsbudget ist Monaco keine naheliegende Wahl. Wer aber einen kurzen, dichten Trip plant — drei bis vier Tage, Mittelmeer-Flair, gehobene Gastronomie, vielleicht kombiniert mit ein paar Tagen in Nizza oder Cannes — für den rechnet sich der Aufpreis eher als gedacht.




