Vaduz ist die Hauptstadt Liechtensteins und mit rund 5.700 Einwohnern eine der kleinsten Hauptstädte Europas — und gleichzeitig eine der dichtesten Kunst-Kapitel der Alpen. Auf wenigen hundert Metern entlang der Städtle-Fußgängerzone reihen sich das Kunstmuseum Liechtenstein mit dem schwarzen Kubus der Architekten Morger Degelo Kerez (eröffnet im November 2000), die Hilti Art Foundation mit ihrem hellen Anbau von 2015, das Liechtensteinische Landesmuseum im historischen Gasthof Engel, die Schatzkammer Liechtenstein mit Fabergé-Eiern und Mondgestein, das Postmuseum und das Briefmarkenzentrum. Über allem thront auf einem 120 Meter hohen Felsen das Schloss Vaduz aus dem 12. Jahrhundert, Wohnsitz des regierenden Fürstenhauses. Die Liechtensteinische Kunstsammlung des Fürsten Hans-Adam II. gilt mit über 1.700 Werken von Rubens bis Rembrandt als eine der grössten und ältesten privaten Sammlungen der Welt, Teile davon sind in den Liechtenstein Museen in Wien und in der Hilti Art Foundation in Vaduz zu sehen. Hinzu kommen die Fürstliche Hofkellerei mit Pinot Noir und Chardonnay aus eigenen Weinbergen am Schlosshang, das Rote Haus als Wahrzeichen des Mittelweinbergs, das Kabarett- und Konzerthaus TAK und ein Skulpturenweg mit über 30 Stationen quer durch den Ort. Wer Vaduz nicht nur als Bus-Halt zwischen Zürich und München versteht, sondern als Kunstkapitel des Alpenraums liest, findet auf zwei Tagen Kunsthistorie auf Weltklasse-Niveau.

Anreise und Erreichbarkeit

Vaduz liegt im Rheintal zwischen den Schweizer Kantonen St. Gallen und Graubünden im Westen und dem österreichischen Vorarlberg im Osten, am rechten Rheinufer auf 455 Metern Höhe. Das Fürstentum Liechtenstein hat keinen eigenen Flughafen und keinen Bahnanschluss in Vaduz selbst — die Anreise läuft über die Schweizer Nachbarbahnhöfe Buchs SG und Sargans. Drei Tage reichen für das gesamte Kunstkapitel, ein Tag für die wichtigsten Highlights.

Mit der Bahn und dem ÖPNV

Der nächste internationale Bahnhof ist Buchs SG mit Direktverbindungen aus Zürich (1:10 Stunden) und Stuttgart, Sargans bedient Verbindungen aus Chur und Mailand. Von Buchs SG fährt der LIEmobil-Bus Linie 11 alle 15 Minuten nach Vaduz Post (10 Minuten Fahrt, 3,40 CHF), Linie 12 verbindet Sargans über Triesen nach Vaduz. Innerhalb Liechtensteins decken die LIEmobil-Linien das ganze Land ab — Tagesticket 7 CHF, Wochenkarte 22 CHF. Die Bushaltestelle Vaduz Post liegt mitten in der Städtle-Fußgängerzone, 50 Meter vom Kunstmuseum entfernt.

Mit dem Auto

Aus Süddeutschland geht es über die A96 nach Lindau, dann über die A14 durch Vorarlberg zur Grenze bei Schaanwald oder Tisis. Von München sind es rund 270 Kilometer, von Stuttgart 280 Kilometer, von Zürich 120 Kilometer. Im Zentrum von Vaduz sind die Tiefgaragen Kunstmuseum, Marktplatz und Aeulestraße empfehlenswert, Stundensatz 1,50 bis 2,50 CHF. Die Städtle-Fußgängerzone ist autofrei.

Mit dem Flugzeug

Der nächste internationale Flughafen ist Zürich-Kloten (ZRH) mit 120 Kilometern Entfernung, Fahrtdauer mit Bahn und Bus rund 2 Stunden über Zürich HB und Buchs SG. Friedrichshafen (FDH) am Bodensee bietet sich von Norden an (90 Kilometer), Innsbruck (INN) und München (MUC) sind weitere Optionen. Direkte Flughafenshuttles gibt es keine, Taxi vom Zürcher Flughafen rund 400 CHF.

Vor Ort bewegen

Vaduz ist komplett zu Fuß erschliessbar — vom Kunstmuseum bis zum Schloss-Aufstieg am Fürstensteig sind es 15 Gehminuten, zum Roten Haus im Mittelweinberg 20 Minuten bergauf. Die Citytrain-Bummelbahn fährt im Sommer von April bis Oktober täglich vom Städtle hoch zum Schloss und zurück (35 Minuten Rundfahrt, 12 CHF). Mietfahrräder gibt es bei LIEmobil ab 12 CHF pro Tag, der Rheindamm-Radweg verbindet Vaduz mit Schaan und Balzers.

Zürich → Vaduz 120 km ~1:30 h via A3 und A13
München → Vaduz 270 km ~3:00 h via A96 und A14
Stuttgart → Vaduz 280 km ~3:15 h via A81 und A14
Buchs SG → Vaduz 8 km ~10 min Bus 11 alle 15 min
Friedrichshafen → Vaduz 90 km ~1:30 h via B31 und A14

Kunstmuseum Liechtenstein — der schwarze Kubus von Morger Degelo Kerez

Das Kunstmuseum Liechtenstein an der Städtle 32 wurde am 12. November 2000 eröffnet und ist das wichtigste Museum für moderne und zeitgenössische Kunst im Fürstentum. Die Basler Architekten Meinrad Morger und Heinrich Degelo entwarfen zusammen mit dem in Zürich lehrenden Christian Kerez einen kompakten Kubus aus dunklem, hochpoliertem Beton, der schwarze Basalt-Kies und grünen Rheinkies enthält und je nach Lichteinfall in tiefem Anthrazit, Schwarz oder Grünschwarz schimmert. Der Bau gilt als eine der wichtigsten Schweizer Museumsarchitekturen der frühen Jahrtausendwende und wurde mehrfach preisgekrönt, unter anderem mit der Auszeichnung Beton der Beton Suisse.

Architektur und Materialität

Der Kubus misst 60 mal 30 Meter und ist rund 12 Meter hoch, im Inneren ergibt sich auf drei Geschossen eine Ausstellungsfläche von rund 2.000 Quadratmetern. Die Fassade wurde aus 60 grossen Betonelementen vor Ort gegossen, geschliffen und poliert — das Ergebnis ist eine fast spiegelnde Oberfläche, in der sich die umliegenden Bürgerhäuser und das Schloss Vaduz reflektieren. Im Inneren bestimmen weiße Wände, geschliffene Estrichböden und das natürliche Oberlicht den Charakter. Die Halle im Erdgeschoss mit ihrer rund 8 Meter hohen Decke ist für grossformatige Installationen ausgelegt.

Sammlung und Programm

Die Sammlung des Kunstmuseums umfasst rund 700 Werke der internationalen Kunst seit den 1960er-Jahren mit Schwerpunkten auf Minimal Art, Arte Povera und Konzeptkunst — vertreten sind unter anderem Joseph Beuys, Bruce Nauman, Sigmar Polke, Mario Merz, Roman Signer, Pipilotti Rist und Olafur Eliasson. Wechselausstellungen drei- bis viermal jährlich zeigen monografische und thematische Positionen. Geöffnet Di bis So 10 bis 17 Uhr, Do bis 20 Uhr, Eintritt 15 CHF (kombinierbar mit Hilti Art Foundation und Landesmuseum als 3er-Ticket 25 CHF).

Hilti Art Foundation — der helle Anbau von Klee bis Picasso

Direkt an das Kunstmuseum angedockt steht seit 2015 die Hilti Art Foundation, ein 12 Meter hoher zylindrischer Anbau aus weiß gestrichenem Sichtbeton, ebenfalls von Morger Degelo entworfen. Der Kontrast zum schwarzen Kubus daneben ist Programm — Schwarz und Weiss, polierter und matter Beton, modern und klassisch. Die Foundation zeigt auf drei Stockwerken rund 230 Werke aus der Privatsammlung des Unternehmers Michael Hilti.

Sammlung der Moderne

Schwerpunkte sind die klassische Moderne und Nachkriegskunst — vertreten sind Paul Klee mit mehreren Hauptwerken, Pablo Picasso mit Arbeiten aus der kubistischen und der Wiener-Werkstätten-nahen Phase, Fernand Léger, Wassily Kandinsky, Max Beckmann, Alberto Giacometti, Henri Laurens, Lyonel Feininger, Pierre Bonnard und Cy Twombly. Die Werke werden in wechselnden Hängungen gezeigt, zwei Schwerpunktausstellungen pro Jahr ergänzen das Programm. Der Eintritt ist im Kombiticket mit dem Kunstmuseum enthalten (15 CHF), geöffnet zu denselben Zeiten.

Liechtensteinische Kunstsammlung — die Fürstensammlung

Die Liechtensteinische Kunstsammlung des Fürstenhauses ist eine der grössten und ältesten privaten Sammlungen der Welt — sie umfasst über 1.700 Gemälde, Skulpturen, Möbel und Tapisserien aus rund 500 Jahren europäischer Kunstgeschichte. Die Sammlung wurde im 17. Jahrhundert von Karl I. von Liechtenstein gegründet und durch jede Generation systematisch erweitert. Schwerpunkt ist die Malerei des 16. bis 18. Jahrhunderts mit zentralen Werken von Peter Paul Rubens (mehrere Hauptwerke, darunter das Bildnis der Clara Serena Rubens und der Decius-Mus-Zyklus), Rembrandt van Rijn, Anthony van Dyck, Frans Hals, Lucas Cranach d. Ä., Albrecht Dürer und Lucio Fontana in der modernen Erweiterung.

Wo die Werke zu sehen sind

Die Hauptbestände sind in den Liechtenstein Museen in Wien zu sehen — im Gartenpalais Rossau und im Stadtpalais in der Bankgasse. In Vaduz selbst sind ausgewählte Werke regelmässig in Wechselausstellungen der Hilti Art Foundation und des Kunstmuseums zu sehen, das Landesmuseum zeigt fürstliche Möbel und Tapisserien. Der private Wohnsitz Schloss Vaduz selbst ist nicht öffentlich zugänglich, dort werden die wichtigsten Stücke verwahrt. Quellen wie liechtenstein.li und tourismus.li listen aktuelle Sammlungs-Ausstellungen.

Liechtensteinisches Landesmuseum — Geschichte und Volkskultur

Das Liechtensteinische Landesmuseum an der Städtle 43 ist im historischen Gasthof Engel von 1438 und dem ehemaligen Zollhaus von 1737 untergebracht — beide Gebäude sind selbst Kulturdenkmal. Auf rund 1.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt das Museum die Geschichte Liechtensteins von der Steinzeit über die römische Besiedlung des Rheintals, die Zeit der Grafen von Vaduz und der Erhebung zum Fürstentum 1719 bis zur Gegenwart. Geöffnet Di bis So 10 bis 17 Uhr (Mi bis 20 Uhr), Eintritt 10 CHF.

Sammlungs-Schwerpunkte

Die Dauerausstellung gliedert sich in 42 Themenräume — Archäologie mit Funden aus dem Lutzengütle bei Eschen (Bronzezeit), römische Münzen und Keramik, das mittelalterliche Vaduz mit Burgenbau, die Hexenprozesse des 17. Jahrhunderts, die Zeit der Befreiung durch Napoleon, die Industrialisierung mit der Spoerry-Textilfabrik in Vaduz und das 20. Jahrhundert mit der Wandlung vom Agrar- zum Finanzplatz. Im Anbau die Fürstliche Schatzkammer.

Schatzkammer Liechtenstein — Fabergé-Eier und Mondgestein

Die Schatzkammer Liechtenstein (Fürstliche Schatzkammer) ist ein eigenständiger Museumsteil des Landesmuseums und einer der unterschätzten Höhepunkte Vaduz. In gepanzerten Vitrinen werden die kostbarsten Schätze des Fürstenhauses und einzelner Sammler präsentiert — darunter drei Fabergé-Eier aus der Sammlung Hans-Adam II., der prächtige Friedensthaler aus der fürstlichen Münzsammlung, eine seltene Erstausgabe der Goldenen Bulle Karl IV. und mittelalterliche Reliquiare.

Mondgestein und Tüpoarmstein

Besondere Stücke sind ein kleines Stück Mondgestein, das Liechtenstein 1973 von US-Präsident Richard Nixon als Geschenk erhielt (Probe der Apollo-17-Mission), und der Tüpoarmstein — ein 9 Kilogramm schwerer Liechtensteiner Meteorit, der 1973 in Schellenberg gefunden wurde. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Sammlung von Mineralien aus den Drei-Schwestern-Bergen und einer Russland-Sammlung Eduard von Falz-Feins mit Ikonen und Zaren-Porzellan. Eintritt ist im Landesmuseums-Ticket enthalten.

Briefmarkenmuseum und Postmuseum

Liechtenstein ist seit der ersten eigenen Briefmarkenausgabe im Jahr 1912 ein Sammlerstaat — die Liechtensteiner Briefmarken gelten als besonders gut gestaltet und bei Philatelisten weltweit gefragt. Das Briefmarkenmuseum in der Städtle 37 zeigt die komplette Geschichte der liechtensteinischen Philatelie auf rund 200 Quadratmetern. Die Sammlung umfasst alle bisher erschienenen Briefmarken-Serien sowie Probedrucke, Originalentwürfe und Druckplatten.

Postmuseum mit Original-Kutsche

Das angegliederte Postmuseum (Liechtensteinisches PostMuseum) zeigt die Geschichte des liechtensteinischen Postwesens seit 1817 — von der österreichischen Postroute über das Postvertragsverhältnis mit der Schweiz bis zur eigenen Liechtensteinischen Post AG. Highlights sind eine restaurierte Postkutsche aus dem 19. Jahrhundert, alte Briefkästen und Telegrafen-Apparate. Beide Museen haben freien Eintritt, geöffnet täglich 10 bis 17 Uhr.

Fürstliche Hofkellerei Vaduz und Weingüter

Die Fürstliche Hofkellerei Vaduz an der Feldstraße 4 ist das älteste und prominenteste Weingut Liechtensteins — gegründet 1712 und bis heute im Besitz des Fürstenhauses. Auf rund 4 Hektar Rebfläche am Schlosshang und am Herrengass wachsen Pinot Noir (Hauptsorte), Chardonnay, Gewürztraminer und Riesling-Silvaner. Die Weinberge werden biologisch bewirtschaftet und zählen zu den nördlichsten Pinot-Noir-Lagen des Alpenraums.

Weinprobe und Vinothek

Die Vinothek der Hofkellerei ist Di bis Fr 14 bis 18 Uhr und Sa 10 bis 16 Uhr geöffnet, Weinproben für Gruppen ab 6 Personen nach Voranmeldung. Klassiker sind der Vaduzer Schlosshalde (Pinot Noir Barrique, 38 CHF), der Herawingert Chardonnay (24 CHF) und der Süsswein Süsser Bub. Weitere Weingüter im Land sind das Weingut Schwarzes Beck in Vaduz, das Weingut Castellum in Eschen und die Weinbauschule Plankis. Insgesamt bewirtschaften 100 Winzer rund 21 Hektar Reben — Liechtenstein ist eines der kleinsten Weinbauländer der Welt.

Schloss Vaduz — Burg auf dem Fels

Hoch über der Stadt thront auf einem 120 Meter hohen Felssporn das Schloss Vaduz (Schloss Liechtenstein), Wohnsitz des regierenden Fürstenhauses. Die Kernburg stammt aus dem 12. Jahrhundert, der Bergfried ist mit fast 40 Metern Mauerdicke einer der ältesten erhaltenen Bauten im Rheintal. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde das Schloss von den Herren von Brandis und Sulz erweitert, ab 1712 ist es im Besitz der Familie Liechtenstein, regelmässig bewohnt erst seit 1939 durch Fürst Franz Josef II.

Zugang und Schlossanlage

Das Schloss selbst ist nicht öffentlich zugänglich — bewohnt durch Fürst Hans-Adam II. und Regierender Erbprinz Alois mit Familie. Der Schloss-Vorplatz und der Vorhof sind aber frei zu betreten, von dort öffnet sich ein Panorama-Blick über das gesamte Rheintal von Sargans bis zum Alpenrhein-Mündungsdelta am Bodensee. Der Aufstieg vom Städtle führt über den Fürstensteig durch Mischwald, Gehzeit 15 bis 20 Minuten, Höhenunterschied 60 Meter. Am Staatsfeiertag 15. August öffnet das Fürstenpaar die Schlossgärten — zigtausend Liechtensteiner und Gäste werden im Hofgarten mit Erfrischungen empfangen.

Rotes Haus im Mittelweinberg

Etwas unterhalb des Schlosses, mitten in den Schlosshalde-Reben, steht das Rote Haus mit seinen markanten roten Fassadenflächen und dem Erkertürmchen — eines der bekanntesten Wahrzeichen Vaduz. Das Haus stammt aus dem 14. Jahrhundert und gehörte ursprünglich dem Kloster St. Johann im Thurtal, ab 1807 ist es in Privatbesitz. Heute Stützpunkt des Weinguts Bühler, nicht öffentlich begehbar, aber von außen ein beliebtes Foto-Motiv.

Städtle-Fußgängerzone und Skulpturenweg

Die Städtle ist die zentrale Fußgängerzone Vaduz, autofrei von der Bushaltestelle Vaduz Post bis zum Regierungsgebäude. Auf rund 400 Metern reihen sich Kunstmuseum, Hilti Art Foundation, Landesmuseum, Schatzkammer, Briefmarken- und Postmuseum, das Rathaus und das Regierungsgebäude. Die Architektur mischt Liechtensteiner Bürgerhäuser des 19. Jahrhunderts mit modernen Solitären wie dem Kunstmuseum.

Stationen Skulpturenweg

Entlang der Städtle und in den anliegenden Quartieren stehen über 30 Skulpturen im öffentlichen Raum — der Vaduzer Skulpturenweg ist eine der dichtesten Open-Air-Galerien der Alpen. Vertreten sind Werke von Henry Moore (Reclining Figure am Peter-Kaiser-Platz), Fernando Botero (Reiterstandbild am Marktplatz), Alberto Giacometti, Niki de Saint Phalle, Hans Arp, Bruno Weber und Liechtensteiner Bildhauern wie Georg Malin und Hans Frommelt. Eine kostenlose Skulpturenweg-Karte gibt es im Tourist-Info-Büro in der Städtle 39, die Strecke dauert etwa 90 Minuten zu Fuß.

Die wichtigsten Kunst-Stationen im Überblick

Kunstmuseum Liechtenstein

Schwarzer Beton-Kubus von Morger Degelo Kerez, eröffnet 2000. Schwerpunkt internationale Kunst seit den 1960er-Jahren mit Beuys, Nauman, Polke und Rist. Eintritt 15 CHF.

Hilti Art Foundation

Weisser Zylinder-Anbau von 2015. Rund 230 Werke der klassischen Moderne mit Klee, Picasso, Léger, Kandinsky und Giacometti aus der Sammlung Michael Hilti.

Liechtensteinisches Landesmuseum

Historischer Gasthof Engel von 1438. 42 Themenräume zur Geschichte Liechtensteins von Bronzezeit bis Gegenwart. Eintritt 10 CHF inklusive Schatzkammer.

Schatzkammer Liechtenstein

Fabergé-Eier aus Sammlung Hans-Adam II., Mondgestein-Probe Apollo 17, Tüpoarmstein-Meteorit und Russland-Sammlung Falz-Fein. Im Landesmuseum integriert.

Briefmarken- und Postmuseum

Komplette liechtensteinische Briefmarkenhistorie seit 1912 und Postgeschichte seit 1817 mit Original-Kutsche. Beide Museen mit freiem Eintritt, täglich 10 bis 17 Uhr.

Schloss Vaduz und Rotes Haus

Burg aus dem 12. Jahrhundert auf 120-Meter-Fels, Fürstenwohnsitz. Innen nicht zugänglich, Vorhof frei. Mittelweinberg mit Rotem Haus aus dem 14. Jahrhundert.

Kunstmuseum und Hilti Art Foundation im Vergleich der Vaduzer Museen

Kriterium
Kunstmuseum
Hilti Foundation
Landesmuseum
Schatzkammer
Briefmarken
Architektur
Schwarzer Beton-Kubus 2000
Weisser Zylinder 2015
Gasthof Engel 1438
Im Landesmuseum
Städtle 37
Schwerpunkt
Moderne ab 1960
Klassische Moderne
Landesgeschichte
Fürstliche Schätze
Philatelie seit 1912
Hauptnamen
Beuys, Nauman, Rist
Klee, Picasso, Léger
Lutzengütle-Funde
Fabergé, Mondgestein
Original-Druckplatten
Eintritt
15 CHF
Im Kombiticket
10 CHF
Im Landesmuseum
Frei
Empfohlene Zeit
90 Minuten
60 Minuten
90 Minuten
30 Minuten
30 Minuten
Geöffnet
Di-So 10-17, Do 20
Wie Kunstmuseum
Di-So 10-17, Mi 20
Wie Landesmuseum
Täglich 10-17
Profil
Wechselausstellungen
Dauerhängung
Dauerausstellung
Kuriositäten-Kabinett
Sammler-Fokus

Wer Vaduz an einem Tag kompakt erleben will, kombiniert Kunstmuseum, Hilti Art Foundation und Landesmuseum mit Schatzkammer im 3er-Kombiticket für 25 CHF — Briefmarken- und Postmuseum sind kostenlos und gut für Pausen zwischendurch.

Kabarett TAK, Galerien und Off-Szene

Das TAK Theater am Kirchplatz in Schaan (5 Bus-Minuten von Vaduz Post) ist die wichtigste Bühne Liechtensteins für Kabarett, Konzerte, Schauspiel und Tanz. Die Spielzeit umfasst rund 100 Vorstellungen jährlich, das Programm setzt auf zeitgenössische Positionen und gastiert mit deutschsprachigen Compagnien. Tickets von 25 bis 55 CHF, Saalplan mit 240 Sitzplätzen. Im Vaduzer Saal gegenüber dem Rathaus finden zusätzlich Klassik-Konzerte und Lesungen statt.

Galerien-Szene

Neben den drei grossen Museen hat Vaduz eine kompakte Galerien-Szene — die Galerie am Lindenplatz an der Städtle 36 zeigt zeitgenössische Liechtensteiner Künstler, die Galerie Wilfried Seitz konzentriert sich auf grafische Arbeiten und Editionen, die Galerie Kaiserin in der Aeulestraße ist Schaufenster für junge Positionen. Die Mehrzahl der Galerien hat Do bis Sa nachmittags geöffnet, einige nur nach Vereinbarung.

Praktische Tipps für Vaduz Kunst

  • Kombiticket 3er für 25 CHF

    Das 3er-Ticket kombiniert Kunstmuseum Liechtenstein, Hilti Art Foundation und Landesmuseum mit Schatzkammer für 25 CHF — einzeln zahlt man 40 CHF. Erhältlich an den Kassen, ein Jahr gültig. Briefmarken- und Postmuseum sind kostenlos und nicht im Kombiticket nötig.

  • Donnerstagabend bis 20 Uhr im Kunstmuseum

    Donnerstags ist das Kunstmuseum bis 20 Uhr geöffnet, das Landesmuseum mittwochs ebenfalls bis 20 Uhr. Ideal für Berufstätige aus dem Rheintal und für Tagesausflügler, die früh am Abend nach Buchs SG zurückfahren wollen. Ab 17 Uhr sind die Ausstellungsräume meist sehr leer.

  • + Schlossvorplatz statt Schlossinneres

    Das Schloss selbst ist nicht öffentlich zugänglich, der Vorhof aber schon. Der Aufstieg über den Fürstensteig dauert 15 bis 20 Minuten, der Blick über das gesamte Rheintal lohnt jeden Schritt. Beste Lichtbedingungen kurz nach Sonnenaufgang und bei Sonnenuntergang.

  • i Hofkellerei nur am Nachmittag

    Die Vinothek der Fürstlichen Hofkellerei ist Di bis Fr 14 bis 18 Uhr und Sa 10 bis 16 Uhr geöffnet, geführte Weinproben mit 6 bis 8 Weinen kosten 35 CHF pro Person und müssen mindestens drei Tage vorher reserviert werden. Quellen wie hofkellerei.li und tourismus.li listen aktuelle Termine.

  • Skulpturenweg-Karte gratis

    Die kostenlose Skulpturenweg-Karte ist im Liechtenstein Center an der Städtle 39 erhältlich, dort gibt es auch die Tourist-Information. Der Rundweg dauert rund 90 Minuten und führt vom Peter-Kaiser-Platz mit Moore-Skulptur über den Marktplatz mit Botero-Reiterstandbild zurück zum Kunstmuseum.

  • Sprache und Verständigung

    Amtssprache Deutsch in einer Liechtensteinischen Dialektvariante, die dem Vorarlberger und Sankt Galler Dialekt nahekommt. Hochdeutsch wird überall verstanden und gesprochen, Englisch in Hotels und Museen flächendeckend. Französisch und Italienisch eingeschränkt — wegen der Schweizer Anbindung in Buchs SG und Sargans.

  • Beste Reisezeit Mai bis Oktober

    Mai und Juni bringen 18 bis 24 Grad mit Wiesenblüte am Schlosshang, September und Anfang Oktober ähnliche Werte mit Weinlese in der Hofkellerei. Juli und August warm bis 28 Grad und manchmal feuchtschwül durch Föhn. Winter mit Schloss-Beleuchtung in der Adventszeit besonders stimmungsvoll.

  • Citytrain im Sommer

    Die Vaduzer Bummelbahn Citytrain fährt April bis Oktober täglich von der Städtle hoch zum Schloss-Vorplatz und zurück — 35 Minuten Rundfahrt, 12 CHF Erwachsene, 6 CHF Kinder. Erspart den steileren Fürstensteig, ideal bei wenig Zeit oder mit Kindern. Abfahrt vom Liechtenstein Center an der Städtle 39.

Insider-Tipps

Galerien-Abend donnerstags

Donnerstagabends ist nicht nur das Kunstmuseum bis 20 Uhr geöffnet, sondern auch die Mehrzahl der kleineren Galerien an der Städtle und in der Aeulestraße. Wer um 17 Uhr im Kunstmuseum startet, kann bis 19 Uhr zwei Galerien dazunehmen und den Abend im Restaurant Adler oder im Marée am Marktplatz mit Liechtensteiner Käseknöpfle ausklingen lassen.

Staatsfeiertag 15. August

Der Staatsfeiertag Liechtensteins am 15. August ist der einzige Tag im Jahr, an dem das Fürstenpaar die Schlossgärten öffnet. Tausende Liechtensteiner und Gäste werden im Hofgarten mit Bier und Würstchen empfangen, am Nachmittag spielen Blasmusikkapellen aus allen Gemeinden, abends Feuerwerk über dem Rheintal. Bahn- und Bus-Verbindungen sind verstärkt, Hotels Monate vorher gebucht.

HÄUFIGE FRAGEN

Was macht Vaduz als Kunststandort besonders?

Vaduz ist mit rund 5.700 Einwohnern eine der kleinsten Hauptstädte Europas und gleichzeitig eines der dichtesten Kunstkapitel der Alpen. Auf 400 Metern Städtle-Fußgängerzone reihen sich das Kunstmuseum Liechtenstein im schwarzen Beton-Kubus von Morger Degelo Kerez, die Hilti Art Foundation mit Klee und Picasso, das Landesmuseum im Gasthof Engel von 1438, die Schatzkammer mit Fabergé-Eiern, Briefmarken- und Postmuseum. Über allem thront Schloss Vaduz auf einem 120 Meter hohen Felsen.

Wer hat das Kunstmuseum Liechtenstein gebaut?

Das Kunstmuseum Liechtenstein wurde von den Basler Architekten Meinrad Morger und Heinrich Degelo gemeinsam mit Christian Kerez entworfen und am 12. November 2000 eröffnet. Der schwarze Beton-Kubus mit hochpolierter Fassade aus 60 Elementen mit schwarzem Basalt-Kies und grünem Rheinkies misst 60 mal 30 Meter und gilt als eine der wichtigsten Schweizer Museumsarchitekturen der frühen Jahrtausendwende.

Was zeigt die Hilti Art Foundation?

Die Hilti Art Foundation ist ein weißer Zylinder-Anbau an das Kunstmuseum, eröffnet 2015 und ebenfalls von Morger Degelo entworfen. Sie zeigt rund 230 Werke der klassischen Moderne und Nachkriegskunst aus der Privatsammlung des Unternehmers Michael Hilti — darunter Paul Klee, Pablo Picasso, Fernand Léger, Wassily Kandinsky, Max Beckmann, Alberto Giacometti, Lyonel Feininger und Cy Twombly in wechselnden Hängungen.

Wie groß ist die Liechtensteinische Kunstsammlung des Fürstenhauses?

Die Liechtensteinische Kunstsammlung umfasst über 1.700 Werke aus rund 500 Jahren europäischer Kunstgeschichte und gilt als eine der grössten und ältesten privaten Sammlungen der Welt. Sie wurde im 17. Jahrhundert von Karl I. von Liechtenstein gegründet und durch jede Generation systematisch erweitert. Schwerpunkte sind Peter Paul Rubens (Decius-Mus-Zyklus, Bildnis Clara Serena), Rembrandt, van Dyck, Frans Hals, Cranach und Dürer.

Wo sind die Werke der Fürstensammlung zu sehen?

Die Hauptbestände sind in den Liechtenstein Museen in Wien zu sehen — im Gartenpalais Rossau und im Stadtpalais in der Bankgasse. In Vaduz selbst sind ausgewählte Werke regelmässig in Wechselausstellungen der Hilti Art Foundation und des Kunstmuseums Liechtenstein zu sehen. Das Liechtensteinische Landesmuseum zeigt fürstliche Möbel und Tapisserien. Quellen wie liechtenstein.li und tourismus.li listen aktuelle Sammlungs-Ausstellungen.

Was ist die Schatzkammer Liechtenstein?

Die Schatzkammer Liechtenstein (Fürstliche Schatzkammer) ist ein eigenständiger Museumsteil des Landesmuseums und einer der unterschätzten Höhepunkte Vaduz. In gepanzerten Vitrinen werden drei Fabergé-Eier aus der Sammlung Hans-Adam II. gezeigt, dazu eine Probe Mondgestein der Apollo-17-Mission, der 9 Kilogramm schwere Tüpoarmstein-Meteorit von 1973, die Russland-Sammlung Eduard von Falz-Feins mit Ikonen und Zaren-Porzellan und Mineralien aus den Drei-Schwestern-Bergen.

Kann man Schloss Vaduz besichtigen?

Das Schloss Vaduz selbst ist nicht öffentlich zugänglich, da es Wohnsitz des regierenden Fürstenhauses ist — Fürst Hans-Adam II. und Erbprinz Alois mit Familie. Der Schlossvorhof und der Vorplatz sind aber frei zu betreten, von dort öffnet sich ein Panorama-Blick über das gesamte Rheintal. Der Aufstieg vom Städtle über den Fürstensteig dauert 15 bis 20 Minuten, Höhenunterschied 60 Meter. Am Staatsfeiertag 15. August öffnet das Fürstenpaar die Schlossgärten.

Was ist das Rote Haus?

Das Rote Haus mit seinen markanten roten Fassadenflächen und dem Erkertürmchen steht unterhalb des Schlosses mitten in den Schlosshalde-Reben und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Vaduz. Das Gebäude stammt aus dem 14. Jahrhundert und gehörte ursprünglich dem Kloster St. Johann im Thurtal, ab 1807 in Privatbesitz. Heute Stützpunkt des Weinguts Bühler, nicht öffentlich begehbar, aber von außen ein beliebtes Foto-Motiv des Mittelweinbergs.

Was bietet die Fürstliche Hofkellerei Vaduz?

Die Fürstliche Hofkellerei Vaduz an der Feldstraße 4 wurde 1712 gegründet und ist bis heute im Besitz des Fürstenhauses. Auf rund 4 Hektar Rebfläche am Schlosshang und am Herrengass wachsen biologisch bewirtschafteter Pinot Noir, Chardonnay, Gewürztraminer und Riesling-Silvaner. Die Vinothek ist Di bis Fr 14 bis 18 Uhr und Sa 10 bis 16 Uhr geöffnet, Weinproben für Gruppen ab 6 Personen nach Voranmeldung mit Klassikern Schlosshalde und Herawingert.

Was ist der Skulpturenweg in Vaduz?

Entlang der Städtle und in den anliegenden Quartieren stehen über 30 Skulpturen im öffentlichen Raum — der Vaduzer Skulpturenweg ist eine der dichtesten Open-Air-Galerien der Alpen. Vertreten sind Werke von Henry Moore (Reclining Figure am Peter-Kaiser-Platz), Fernando Botero (Reiterstandbild am Marktplatz), Alberto Giacometti, Niki de Saint Phalle, Hans Arp und Liechtensteiner Bildhauern wie Georg Malin. Eine kostenlose Karte gibt es im Liechtenstein Center an der Städtle 39.

Wie kommt man am besten nach Vaduz?

Liechtenstein hat keinen eigenen Flughafen und keinen Bahnanschluss in Vaduz. Anreise läuft über die Schweizer Bahnhöfe Buchs SG (Direktverbindungen aus Zürich in 1:10 Stunden) und Sargans, von dort fährt der LIEmobil-Bus Linie 11 alle 15 Minuten in 10 Minuten nach Vaduz Post (3,40 CHF). Aus Süddeutschland mit dem Auto über A96 Lindau und A14 durch Vorarlberg — von München 270 Kilometer in 3 Stunden, von Zürich 120 Kilometer in 1:30 Stunden.

Lohnt sich das Kombiticket der drei Museen?

Das 3er-Kombiticket für 25 CHF umfasst Kunstmuseum Liechtenstein, Hilti Art Foundation und Liechtensteinisches Landesmuseum mit Schatzkammer. Einzeln zahlt man 40 CHF — die Ersparnis beträgt 15 CHF und das Ticket ist ein Jahr gültig. Briefmarken- und Postmuseum sind ohnehin kostenlos, ebenso der Skulpturenweg im öffentlichen Raum. Damit ist das Kombiticket der wirtschaftlichste Einstieg in das Kunstkapitel Vaduz. Quellen wie tourismus.li listen aktuelle Preise.
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