Liechtenstein ist mit 160 Quadratkilometern Fläche und rund 39.000 Einwohnern eines der kleinsten Länder der Welt, gehört aber mit dem Drei-Schwestern-Massiv, dem Rätikon und dem Naafkopf-Stock zu den dichtesten Wanderregionen des gesamten Alpenraums. Mehr als 400 Kilometer markierte Wege ziehen sich quer durch das Fürstentum, von den Rebhängen am Rhein auf 450 Metern bis zum höchsten Gipfel Vorder Grauspitz auf 2.599 Metern. Der klassische Fürstensteig zieht in einem grandiosen Höhenbogen vom Gaflei oberhalb Triesenberg über die Drei Schwestern bis nach Planken, der Liechtensteiner Höhenweg durchquert das Land in fünf Tagen über 50 Kilometer mit rund 4.200 Höhenmetern und das autofreie Bergdorf Malbun auf 1.600 Metern dient als Basis für den Augstenberg, den Naafkopf und die SAC-Pfälzerhütte. Die Hauptwandersaison reicht von Juni bis Mitte Oktober, ab Ende Juni sind die Hochlagen schneefrei, im September fallen die Temperaturen in den Bergdörfern auf angenehme 15 bis 20 Grad mit klarer Fernsicht über das Rheintal. Wer fünf bis zehn Tage einplant, kombiniert Fürstensteig, Drei-Schwestern-Steig, eine Etappe des Höhenwegs mit Übernachtung auf der Pfälzerhütte und eine ruhige Auszeit im Saminatal, dem einzigen unbesiedelten Tal des Landes.
Anreise und Erreichbarkeit
Die meisten Wanderreisen nach Liechtenstein beginnen in Vaduz oder direkt im Bergdorf Malbun, das nur 40 Autominuten von der Hauptstadt entfernt liegt. Für das Drei-Schwestern-Massiv und den Fürstensteig im Norden ist Schaan oder Planken der Sprungbrett-Ort, für den Falknis und das Saminatal das Tal um Triesenberg. Die offizielle Plattform tourismus.li bündelt Tourenvorschläge, Hüttenreservierungen und aktuelle Wegverhältnisse, wird im Beitrag aber bewusst ohne Verlinkung als Plain-Text genannt, weil hier keine externen Links gesetzt werden.
Mit dem Auto
Aus Deutschland führt die Route über München, Bregenz und die A14 bis zum Grenzübergang Schaanwald, aus Zürich über die A13 mit Ausfahrt Sevelen oder Trübbach und der Rheinbrücke nach Vaduz. Beide Anreisen dauern aus dem süddeutschen Raum rund drei Stunden, aus Zürich knapp 90 Minuten. Innerhalb des Landes sind alle Trailheads über asphaltierte Hauptstraßen und schmale Bergsträßlein wie die Malbunstrasse oder die Bergstrasse nach Gaflei zu erreichen, im Winter sind Schneeketten oberhalb Triesenberg häufig Pflicht. Für die letzten Höhenmeter ist kein Allradantrieb nötig, die Sträßchen sind ganzjährig geräumt.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Liechtenstein besitzt keinen eigenen Personenfernverkehr, der nächstgelegene Bahnhof Buchs SG in der Schweiz wird stündlich aus Zürich und Sargans bedient. Vom Bahnhof Buchs verkehren Linienbusse der LIEmobil im 10-Minuten-Takt nach Schaan und Vaduz, weiter nach Triesenberg und Malbun jede halbe Stunde. Ein Tagesticket für das gesamte Busnetz kostet 5,30 CHF, eine Wochenkarte 24 CHF. Vom Bahnhof Sargans führt der Liniebus 12E nach Vaduz in 30 Minuten. Innerhalb des Landes ist das Busnetz so engmaschig, dass Trailheads vom Eschnerberg im Norden bis Steg im Süden ohne eigenes Auto erreichbar bleiben.
Mit dem Flugzeug
Der nächstgelegene große Flughafen ist Zürich-Kloten in rund 80 Minuten Autodistanz oder zwei Stunden per Bahn-Bus-Kombination über Sargans. Friedrichshafen am Bodensee liegt 75 Minuten entfernt, Memmingen rund zwei Stunden. Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum lohnt die Anreise per Auto oder Bahn jedoch fast immer mehr als der Flug, weil die Distanzen kurz und die Zugverbindungen über Sargans oder Buchs SG dicht sind.
Vor Ort bewegen und Parken
In Malbun stehen mehrere kostenlose Tagesparkplätze direkt am Talschluss zur Verfügung, ebenso am Trailhead Gaflei oberhalb Triesenberg, am Parkplatz Sücka für den Höhenweg und an der Talstation der Sareisbahn. In Vaduz lohnt sich die Tiefgarage am Rathausplatz für 2 CHF pro Stunde, in Schaan die Parkgarage Lindaplatz. Das Busnetz der LIEmobil ist dichter als in vielen alpinen Wanderregionen und ersetzt das Auto vollständig, vor allem für eine Punkt-zu-Punkt-Wanderung wie den Fürstensteig oder den Liechtensteiner Höhenweg.
Fürstensteig - die klassische Höhenwanderung über das Rätikon
Der Fürstensteig gilt seit seiner Eröffnung im Jahr 1898 als ikonischer Wanderweg Liechtensteins und führt in einem grandiosen Höhenbogen vom Parkplatz Gaflei oberhalb Triesenberg auf 1.483 Metern über den Kuhgrat auf 2.123 Metern bis zum Aussichtspunkt Drei Schwestern und weiter über die Garsellitürme nach Planken im Tal. Die klassische Tagesetappe misst 14 Kilometer, dauert sechs bis sieben Stunden und überwindet 950 Höhenmeter im Aufstieg und 1.500 im Abstieg. Drahtseile sichern die ausgesetzten Passagen am Kuhgrat und an der Schaufelegg, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind Pflicht. Vom Grat öffnet sich der Blick im Westen ins Rheintal mit Vaduz und Sargans, im Osten in das österreichische Brandnertal und im Süden bis zum Säntis. Bei klarer Sicht reicht der Blick nach Norden bis zum Bodensee.
Drei-Schwestern-Steig - das markante Wahrzeichen im Norden
Die Drei Schwestern bilden mit ihren drei nahezu identisch geformten Felstürmen das geologische Wahrzeichen des liechtensteinischen Rätikon. Der Hauptgipfel Drei Schwestern erreicht 2.052 Meter, der Garsellakopf 2.105 Meter. Vom Parkplatz Bargella oberhalb Planken auf 1.150 Metern führt der Drei-Schwestern-Steig in vier bis fünf Stunden hin und zurück über Almböden und kurze Drahtseilstellen zum Gipfelkreuz. Aufstieg 900 Höhenmeter, technisch T3 mit einigen Sicherungen. Die Route lässt sich als Variante des Fürstensteigs in einer Tagesschleife mit Abstieg über die Sarojahütte und Gaflei verlängern. Aussicht über das Drei-Schwestern-Massiv bis zur Sulzfluh und zum Drusenfluh in Vorarlberg.
Liechtensteiner Höhenweg - komplette Durchquerung in fünf Tagen
Der Liechtensteiner Höhenweg ist mit 50 Kilometern und rund 4.200 Höhenmetern der ikonische Fernwanderweg des Fürstentums und wurde 1976 eröffnet. Er führt in fünf bis sechs Tagesetappen von Gaflei über das Rappenstein-Massiv, das Bargellajoch, das Saminatal und die Pfälzerhütte bis nach Malbun. Tagesetappen liegen zwischen 8 und 14 Kilometern und 800 bis 1.300 Höhenmetern, technisch zwischen T2 und T3. Übernachtet wird in der Sücka-Hütte auf 1.402 Metern, im Berggasthaus Sareis auf 2.000 Metern, in der SAC-Pfälzerhütte auf 2.108 Metern oder in den Hotels von Malbun. Der Weg ist mit weiß-rot-weiß markiert, eine Bestmarkierung mit eigenem Logo führt seit 2018 zuverlässig durch alle Etappen. Beste Reisezeit Juli bis Mitte September.
Malbun - Bergdorf auf 1.600 Metern
Malbun ist das einzige hochalpine Bergdorf Liechtensteins und liegt am Talschluss eines hochgelegenen Hochkessels auf 1.600 Metern, eingerahmt von Augstenberg, Schönberg und Galinakopf. Im Winter ist Malbun Skiort mit zwei Sesselbahnen und sieben Pisten zwischen 1.600 und 2.000 Metern, im Sommer das alpinste Wanderdorf des Landes. Die Sareisbahn bringt Wanderer in 20 Minuten auf 2.000 Meter, von dort führen Pfade zum Augstenberg auf 2.359 Metern, zum Naafkopf auf 2.570 Metern und zur SAC-Pfälzerhütte. Hotels wie das Gorfion, das Turna oder das Vögeli bieten Halbpension ab 95 CHF pro Person, im Tal stehen kostenlose Tagesparkplätze und zwei Tourenwarte-Stationen für aktuelle Verhältnisse.
Sareis-Hochmoor und Bergrestaurant
Auf 2.000 Metern oberhalb von Malbun erstreckt sich das Sareis-Hochmoor, eines der wenigen alpinen Hochmoore Liechtensteins mit Wollgras, Sonnentau und seltenem Alpenfettkraut. Vom Berggasthaus Sareis an der Bergstation der Sareisbahn führt ein 90-minütiger Rundweg über Holzstege durch das Moor mit Blick auf das Drei-Schwestern-Massiv und das Saminatal. Das Berggasthaus selbst serviert Käseschnitten, Älplermagronen aus Liechtensteiner Käse und hausgemachten Kuchen, Hauptgericht 22 bis 32 CHF. Die Sareisbahn fährt von Mitte Juni bis Mitte Oktober, eine Berg- und Talfahrt kostet 21 CHF, eine Tageskarte für alle Bergbahnen Malbun 28 CHF.
Augstenberg - aussichtsreicher Gipfel über Malbun
Der Augstenberg auf 2.359 Metern ist einer der populärsten Wandergipfel im Süden Liechtensteins und bildet zusammen mit dem Naafkopf den klassischen Tagesbogen über Malbun. Vom Hotel Gorfion in Malbun führt der Aufstieg in viereinhalb Stunden hin und zurück über die Sareisalm und das Augstenbergjoch zum Gipfelkreuz mit 760 Höhenmetern, technisch T2 mit einer kurzen Drahtseilstelle. Vom Gipfel reicht der Blick im Osten in das Vorarlberger Montafon, im Süden zur Madrisa und im Westen zum Säntis. Eine Verlängerung führt in zwei weiteren Stunden zum Naafkopf auf 2.570 Metern, dem nordöstlichsten Eckpunkt der Schweiz, Österreich und Liechtenstein.
Falknis Mountain - der wilde Westgipfel
Der Falknis mit 2.560 Metern ist der markanteste Gipfel im westlichen Rätikon und gilt unter Kennern als anspruchsvollste Tagesbergtour Liechtensteins, obwohl er offiziell auf Bündner Seite liegt. Klassischer Ausgangspunkt aus Liechtenstein ist Balzers im Süden des Landes auf 480 Metern. Eine lange Tagestour führt über Mäls, Elltal und die Falknishütte in acht bis neun Stunden hin und zurück zum Gipfel, mit 2.000 Höhenmetern und Kletterstellen im oberen II. Grad. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Pflicht, im oberen Drittel verläuft der Weg über brüchigen Kalk. Aussicht von Bodensee bis zum Piz Bernina und nach Süden in das Prättigau.
Saminatal - das einzige unbesiedelte Tal des Landes
Das Saminatal zwischen Triesenberg, Steg und dem Hauptkamm Rätikon ist mit rund 13 Kilometern Länge das einzige vollständig unbesiedelte Tal Liechtensteins. Der Talbach Samina entspringt am Bettlerjoch unterhalb der Pfälzerhütte und mündet bei Frastanz in die Ill. Vom Parkplatz Steg auf 1.300 Metern führt ein einfacher Familienweg in zwei bis drei Stunden hin und zurück durch Fichtenwald, vorbei an Almböden und kleinen Brücken bis zur Alpe Valüna. Der Talgrund wirkt fast skandinavisch ruhig, nur unterbrochen vom Klang der Glocken der Alpkühe und der gelegentlichen Sichtung von Steinböcken und Murmeltieren. Eine Verlängerung führt in fünf Stunden hinauf zur SAC-Pfälzerhütte.
Bergrestaurant Pfälzerhütte - die SAC-Hütte über dem Bettlerjoch
Die SAC-Pfälzerhütte auf 2.108 Metern am Bettlerjoch ist die einzige bewirtschaftete Bergstation Liechtensteins und seit 1928 in Betrieb. Die Hütte wird von der SAC-Sektion Pfalz betrieben, bietet 70 Schlafplätze in Lagern und Doppelzimmern und ist von Mitte Juni bis Mitte Oktober geöffnet. Halbpension kostet 95 CHF im Lager und 125 CHF im Doppelzimmer, eine Tagesetappe Suppe und Hauptgericht 32 CHF. Wanderer erreichen die Hütte in dreieinhalb Stunden von Malbun über die Augstenbergroute oder in vier Stunden vom Saminatal über Alpe Valüna. Reservierung im Hochsommer Juli und August zwingend, weil die Hütte am Liechtensteiner Höhenweg und an mehreren Übergängen ins Vorarlberger Brandnertal liegt.
Alpenpfade Triesenberg - das Hochdorf über Vaduz
Triesenberg liegt auf 884 Metern hoch über dem Rheintal und ist das einzige Walser-Siedlungsdorf Liechtensteins. Die Walser, eine im 13. Jahrhundert aus dem Wallis eingewanderte Gemeinschaft, prägen das Ortsbild bis heute mit dunklen Holzhäusern, einer typischen Mundart und einem eigenen Walsermuseum am Dorfplatz. Vom Parkplatz Gaflei führen mittelschwere Alpenpfade über die Sücka-Hütte, das Bargellajoch und den Kuhgrat in fünf bis sechs Stunden hinüber zum Drei-Schwestern-Massiv. Eine kürzere Familienroute zieht in zwei Stunden vom Dorfzentrum über den Walserwald zur Hochebene Masescha mit Blick auf Vaduz und das Schweizer Rheintal.
Wandersaison Juni bis Oktober im Detail
Die Hauptwandersaison in Liechtenstein beginnt Mitte Juni, wenn die Talwege im Eschnerberg und Schaaner Wald durchgehend blütenreich sind und die Hochlagen am Drei-Schwestern-Massiv erste schneefreie Etappen erlauben. Im Juli und August sind alle Routen begehbar, in Malbun und auf dem Augstenberg tagsüber 15 bis 22 Grad. Im Tal um Vaduz steigen die Temperaturen oft auf 28 bis 32 Grad, im Hochsommer empfiehlt sich der frühe Aufstieg vor 7 Uhr. September gilt als beste Reisezeit mit klaren Tagen, kalter Nacht über 1.500 Metern und intensiver Fernsicht. Ab Mitte Oktober schließen Pfälzerhütte und Sareisbahn, die ersten Schneefälle erreichen die Hochlagen.
Eschnerberg - das tiefe Plateau für Familien und Senioren
Der Eschnerberg im Norden des Landes ist mit Höhen zwischen 600 und 750 Metern die familienfreundlichste Wanderregion Liechtensteins und verbindet die Orte Eschen, Mauren und Schellenberg über ein dichtes Netz markierter Themenwege. Der Historische Höhenweg Eschnerberg führt in fünf Stunden über 15 Kilometer von Bendern über die Burgruine Schellenberg bis nach Mauren, mit nur 250 Höhenmetern. Entlang der Strecke informieren 13 Stationen zur Frühgeschichte mit dem Volkssiedlungs-Fund Lutzengütle und dem Borscht. Die Region eignet sich ganzjährig, im Frühling für Wildblumen, im Herbst für Weinlese in den Hängen oberhalb von Mauren und Schellenberg.
Schaaner Wald und Steg-Malbi-Park
Der Schaaner Wald zieht sich auf einer Höhe zwischen 500 und 700 Metern oberhalb von Schaan und ist ein beliebtes Naherholungsgebiet mit dem Skater-Park, dem Vita-Parcours und einem 8 Kilometer langen Themen-Naturlehrpfad. Familien finden auf dem Plateau zahlreiche Feuerstellen, Picknickplätze und einen ausgeschilderten Kinderwagenweg. Etwa eine halbe Autostunde weiter südlich, im Hochtal von Steg auf 1.300 Metern, lockt der Malbi-Park am Stegersee mit Wassertretbecken, Spielplatz und Holzbrücken - eine ideale Tagesalternative für Familien mit kleinen Kindern, wenn das Hochgebirge zu anstrengend wäre. Auf dem nahegelegenen Gänglesee schwimmen im Sommer Forellen im klaren Bergwasser.
Wildlife - Steinböcke, Murmeltiere und Gämsen
Liechtenstein beherbergt rund 250 Steinböcke, die vor allem rund um die Drei Schwestern, am Augstenberg und am Falknis ganzjährig leben. Wer früh am Morgen am Kuhgrat unterwegs ist, trifft mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Tiere am Wegrand. Murmeltiere besiedeln die Almböden um Sareis, auf der Alpe Valüna und am Bettlerjoch. Eine Steinadler-Brutpopulation von vier bis sechs Paaren kreist über dem Naafkopf und dem Saminatal, gelegentlich begleitet von Bartgeiern aus dem grenznahen Wiederansiedelungsprojekt. Bestes Beobachtungsfenster ist die Stunde nach Sonnenaufgang. Im Walsermuseum Triesenberg gibt es eine Ausstellung zur alpinen Tierwelt mit Karten der Beobachtungsplätze.
Die sechs zentralen Wanderformen in Liechtenstein im Überblick
Tageswanderung
Vier- bis Sechs-Stunden-Touren auf markierten Wegen am Drei-Schwestern-Massiv, im Saminatal oder am Sareis-Hochmoor. 300 bis 900 Höhenmeter, Trailheads per Bus oder eigenem Auto. Ideal für Einsteiger ab acht Jahren und Senioren mit guter Kondition. Geführte Halbtagestouren ab 65 CHF pro Person.
Mehrtagestour
Königsdisziplin ist der Liechtensteiner Höhenweg über 50 Kilometer in fünf Etappen mit Übernachtungen in Sücka-Hütte, Pfälzerhütte und Bergasthaus Sareis. Tagesetappen 8 bis 14 Kilometer, Höhenmeter 800 bis 1.300. Halbpension in den SAC-Hütten ab 95 CHF, Reservierung im Hochsommer Pflicht.
Klettersteig
Der Fürstensteig mit Drahtseilsicherungen am Kuhgrat und an der Schaufelegg gilt als alpiner Klassiker, in Malbun ergänzt der Klettersteig Geissstein mit Schwierigkeit B bis C das Angebot. Helmpflicht, eigene Sets ab Sportgeschäft Bargetzi in Vaduz für 35 CHF pro Tag mietbar.
Bergrestaurant
Sareis auf 2.000 Metern, Pfälzerhütte auf 2.108 Metern, Sücka-Hütte auf 1.402 Metern und Alpe Valüna auf 1.405 Metern bieten warme Küche mit Käseschnitten, Älplermagronen und Wildgerichten. Hauptgericht 22 bis 36 CHF, Bargeld empfohlen, Karte in größeren Hütten möglich.
Wildbeobachtung
Frühmorgens am Kuhgrat, an der Alpe Valüna oder oberhalb des Bettlerjochs zeigen sich regelmäßig Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere. Geführte Wildbeobachtungstouren ab Malbun starten um 5 Uhr früh und kosten 90 CHF pro Person inklusive Fernglas und Bergführer mit Lokalkenntnis der Reviergrenzen.
Schneeschuh
Von Dezember bis März ergänzen rund 35 Kilometer geräumte Winterwanderwege und vier markierte Schneeschuhrouten das Angebot, besonders im Hochtal von Steg und auf dem Plateau Sücka. Verleih in Malbun ab 25 CHF pro Tag, geführte Sonnenaufgangs-Touren mit Sternstoss-Anbieter ab 95 CHF inklusive Heißgetränk.
Vergleich der drei zentralen Wanderregionen Liechtensteins
Die Tabelle hilft bei der Wahl der Wanderregion - alpiner Hochgrat-Charakter im Norden, sanftes Hochtal mit Hüttenkultur im Süden, ruhige Themenwege im Rheintal-Plateau für Familien.
Praktische Tipps für das Wandern in Liechtenstein
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Schweizer Franken bereithalten
Liechtenstein nutzt seit 1924 den Schweizer Franken als offizielle Währung. Euro werden in größeren Hotels und Restaurants in Vaduz, Schaan und Malbun akzeptiert, der Kurs ist allerdings ungünstig. Wer länger im Land bleibt, wechselt am Bahnhof Buchs SG oder hebt direkt in Vaduz Bargeld ab. Auf der Pfälzerhütte und der Alpe Valüna wird ausschließlich Bargeld akzeptiert, pro Person und Hüttenübernachtung 95 bis 125 CHF einplanen.
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Saison Juni bis Oktober mit Hochlagen-Limit
Im Juni sind tiefe Lagen blütenreich, Hochlagen am Fürstensteig und am Falknis oft bis Anfang Juli schneebedeckt. Juli und August sind alle Routen begehbar, in den Hochlagen tagsüber 15 bis 22 Grad. September ist mit warmen Tagen und klaren Nächten ideal für den Höhenweg und längere Gipfeltouren. Ab Mitte Oktober schließen Pfälzerhütte und Sareisbahn.
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Pfälzerhütte rechtzeitig reservieren
Die SAC-Pfälzerhütte ist im Hochsommer von Mitte Juli bis Ende August häufig zwei bis vier Wochen im Voraus ausgebucht. Die Reservierung läuft direkt über die SAC-Sektion Pfalz per Telefon oder Online-Formular. Stornogebühr 30 CHF pro Person bei Absage weniger als drei Tage vor Anreise. Wer flexibel ist, plant Werktage im September für die Übernachtung ein.
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Bestmarkierung und Tour-Verhältnisse
Alle Hauptwege im Fürstentum sind mit weiß-rot-weiß markiert, der Liechtensteiner Höhenweg seit 2018 zusätzlich mit eigenem Logo. Aktuelle Wegverhältnisse, Schneereste auf Gipfeltouren und Wetterwarnungen veröffentlicht die Tourismusplattform tourismus.li täglich. Offline-Karten in Komoot, Outdooractive oder swisstopo-App vorab herunterladen, in Hochlagen ist der Mobilfunk lückenhaft.
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Bergführer für Fürstensteig und Falknis
Der Fürstensteig ist mit Drahtseilen gut gesichert, aber wegen Ausgesetztheit anspruchsvoll - ein lokaler Bergführer aus Triesenberg oder Malbun kostet 350 bis 420 CHF pro Tag und Gruppe bis vier Personen. Für den Falknis liegen die Preise inklusive Material und Logistik bei 480 bis 550 CHF pro Tag, weil Kletterstellen im II. Grad zu sichern sind und die Tour neun Stunden dauert.
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Barrierefreiheit punktuell vorhanden
Im Hochgebirge nicht realisierbar. Der Eschnerberg-Höhenweg ist auf dem ersten Drittel zwischen Bendern und Mauren mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar, ebenso der Malbi-Park am Stegersee und der untere Walserwald bei Triesenberg. Die Sareisbahn ist barrierefrei zugänglich, die Plattform an der Bergstation auf 2.000 Metern bietet Aussicht ohne Hindernisse - eine gute Option für Senioren mit Mobilitätsproblemen.
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Früher Aufbruch wegen Nachmittagsgewitter
Im Rätikon bauen sich nachmittags zwischen 14 und 17 Uhr häufig Hitzegewitter auf. Auf exponierten Graten wie dem Fürstensteig und dem Augstenberg ist Aufbruch zwischen 6 und 7 Uhr morgens sinnvoll, damit Abschnitte oberhalb der Baumgrenze vor dem Nachmittag erledigt sind. Wetterprognose verlässlich über das Tourenwarte-Telefon in Malbun oder die SAC-Hüttenwirte am Vorabend.
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Regenkleidung und warme Schicht einplanen
Selbst im Hochsommer drohen in den Hochlagen kurze Regenschauer mit Temperatursturz auf 8 bis 12 Grad. Leichte Regenjacke, Regenüberzug für den Rucksack und ein warmes Fleece gehören in den Tagesrucksack. Im Juni oder Oktober zusätzlich wasserdichte Hose und Mütze, in den Almhütten und auf der Pfälzerhütte ist auch im Juli abends Heizen üblich. Wanderstöcke entlasten die Knie auf dem steilen Fürstensteig-Abstieg nach Planken.
Insider-Tipps
Käseschnitten-Mittag im Berggasthaus Sareis
Wer nach der Sareisbahn das Hochmoor umrundet hat, findet im Berggasthaus Sareis auf 2.000 Metern eine der besten alpinen Mittagsküchen des Landes. Die Käseschnitte aus Liechtensteiner Bergkäse, Spinat und Ei kommt mit knuspriger Brotkante und einer Wirsing-Beilage, dazu ein Glas Vaduzer Riesling-Sylvaner, Hauptgericht 24 bis 32 CHF. Auf der Sonnenterrasse sitzt man mit Blick auf das Augstenbergjoch und das Drei-Schwestern-Massiv.
Walser-Abend in Triesenberg
Triesenberg auf 884 Metern eignet sich am Vorabend einer Fürstensteig-Tour als kultureller Anker. Das Walsermuseum am Dorfplatz öffnet bis 17 Uhr und erzählt auf zwei Stockwerken die Geschichte der im 13. Jahrhundert eingewanderten Walser-Gemeinschaft. Restaurants wie das Kulm, das Edelweiss und der Steinbock servieren Käsknöpfle, Ribel mit Apfelmus und Mostbröckli, dazu ein Glas Triesenberger Riesling-Sylvaner aus der Hofkellerei. Vom Dorfanger reicht der Blick im Westen über das Rheintal bis zu den Schweizer Alpen.



