Liechtenstein ist mit 160 Quadratkilometern, rund 40.000 Einwohnern und einer Ausdehnung von etwa 25 Kilometern Länge und maximal 6 Kilometern Breite der sechstkleinste Staat der Welt. Die Besonderheit ist die doppelte Binnenlage zwischen der Schweiz im Westen und Österreich im Osten — eines von nur zwei Ländern weltweit, die ausschließlich von Binnenländern umgeben sind. Das Fürstentum ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage, regiert vom Haus Liechtenstein mit Sitz auf Schloss Vaduz hoch über der Hauptstadt. Die mittelalterliche Burg Gutenberg in Balzers gehört zu den eindrucksvollsten Wehranlagen, in Triesenberg lebt das Erbe der Walser-Einwanderer aus dem 13. Jahrhundert mit eigener Mundart bis heute. Schaan ist mit rund 6.000 Einwohnern die größte Gemeinde und Industriestandort, Balzers liegt im Süden, Eschen prägt das Unterland. Das Liechtensteinische Landesmuseum erzählt die Geschichte vom Bronzezeitalter bis zur Gegenwart, das Briefmarkenmuseum würdigt die philatelistische Tradition als kleine Kunst, das Kunstmuseum zeigt moderne und zeitgenössische Sammlungen. Der Bankenplatz prägt die Wirtschaft mit dem diskutierten Steueroptimierungs-Aspekt, während Hilti aus Schaan als Werkzeug-Weltkonzern in über 120 Ländern operiert. Amtssprache ist Deutsch, die alltägliche Mundart Alemannisch, politisch dominieren die Vaterländische Union VU und die Fortschrittliche Bürgerpartei FBP.
Anreise und Erreichbarkeit
Liechtenstein liegt im Alpenrheintal zwischen den Schweizer Kantonen Sankt Gallen und Graubünden auf der einen und dem österreichischen Bundesland Vorarlberg auf der anderen Seite. Das Land hat keinen eigenen Flughafen und keinen eigenen Bahnhof mit Fernverkehr — die Anreise erfolgt fast immer über Zürich, Sankt Gallen oder Buchs SG auf Schweizer Seite oder über Feldkirch in Vorarlberg. Zwei bis drei Tage reichen für die wichtigsten Orte und Themen, vier Tage erlauben Wanderungen ins Malbun-Tal und Tagesausflüge.
Mit dem Auto
Aus Süddeutschland kommend führen die A96 oder A7 über das Allgäu, dann die A14 Vorarlberg-Autobahn bis Feldkirch und schließlich über die Grenze bei Schaanwald. Aus der Schweiz erreicht man Liechtenstein über die A13 Sankt Gallen — Chur mit Ausfahrt Trübbach oder Buchs SG, dann über die Rheinbrücke nach Vaduz oder Balzers. Von München sind es 240 Kilometer (2:30 h), von Zürich 110 Kilometer (1:15 h), von Bregenz 35 Kilometer (40 Minuten). Schweizer und Vorarlberger Autobahnvignetten sind nötig. Im Land selbst gibt es keine Autobahnen, sondern die Hauptstraße H16 von Balzers durch Vaduz bis Schaanwald.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der nächste internationale Bahnhof ist Buchs SG auf Schweizer Seite mit Direktverbindungen aus Zürich (1:10 h über Sargans), aus Wien über Innsbruck und Feldkirch sowie aus München über Memmingen. Von Buchs SG fährt der Liechtenstein-Bus Linie 12 alle 20 Minuten direkt nach Vaduz (15 Minuten, 3,40 Franken). Der Bahnhof Schaan-Vaduz auf der ÖBB-Strecke Feldkirch — Buchs SG bedient den Regionalverkehr. LiMobil verbindet alle 11 Gemeinden mit getakteten Linien.
Mit dem Flugzeug
Der nächste internationale Flughafen ist Zürich-Kloten (ZRH) mit 120 Kilometern Entfernung und 1:20 h Fahrtzeit. Auch Friedrichshafen (FDH) am Bodensee mit 90 Kilometern und Innsbruck (INN) mit 170 Kilometern sind Optionen. Shuttle Liemobil Express fährt mehrmals täglich ab Zürich.
Vor Ort bewegen
Das Land ist mit dem Auto in maximal 30 Minuten von Süd nach Nord durchquert. Ohne Auto nutzt man LiMobil mit Tagesticket für 7,80 Franken im ganzen Land — Linie 11 ist das Rückgrat zwischen Balzers und Schaanwald, Linie 21 fährt hinauf nach Triesenberg, Steg und Malbun. Der Liechtenstein-Weg führt auf 75 Kilometern in 5 Etappen durch alle 11 Gemeinden.
Doppeltes Binnenland zwischen Schweiz und Österreich
Liechtenstein ist eines von nur zwei Ländern weltweit, die als doppelte Binnenstaaten gelten — sie haben weder selbst Meereszugang noch teilen sie eine Grenze mit einem Staat, der Meereszugang hat. Das andere Land mit dieser Eigenschaft ist Usbekistan. Liechtenstein ist auf 41,1 Kilometer Grenze zur Schweiz und 34,9 Kilometer zu Österreich beschränkt — beide Nachbarstaaten sind selbst Binnenländer. Diese Insellage zwischen Alpenstaaten prägt Geschichte und Identität seit Jahrhunderten.
Geographie zwischen Rhein und Rätikon
Das Staatsgebiet erstreckt sich auf 25 Kilometern zwischen Balzers im Süden und Ruggell im Norden, die maximale Breite beträgt 6 Kilometer zwischen Rhein und Rätikon-Gebirge. Höchster Punkt ist der Vorder Grauspitz mit 2.599 Metern, niedrigster Punkt das Ruggeller Riet mit 430 Metern. Der Westen liegt im Rheintal mit Industrie und Landwirtschaft, der Osten steigt in zwei Stufen ins Hochgebirge — zunächst auf das Sonnenplateau um Triesenberg, dann hinauf zur Walsergemeinde Steg und zum Skigebiet Malbun auf 1.600 Metern.
Geschichte der Eigenständigkeit
Das Fürstentum entstand 1719 durch den Erwerb der Herrschaft Schellenberg (1699) und der Grafschaft Vaduz (1712) durch Fürst Anton Florian von Liechtenstein und deren Erhebung zum Reichsfürstentum durch Kaiser Karl VI. Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 wurde Liechtenstein souverän und gehörte zum Rheinbund, später zum Deutschen Bund. Im 19. Jahrhundert war das Land Zollverein-Mitglied mit Österreich, ab 1924 mit der Schweiz. Der Fürst wohnte bis 1938 in Wien und Mähren, erst Fürst Franz Josef II. (1906 bis 1989) zog 1938 dauerhaft auf Schloss Vaduz.
Konstitutionelle Erbmonarchie und das Fürstenhaus
Liechtenstein ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage — eine seltene Mischform. Der Fürst hat verfassungsmäßig mehr Macht als europäische Monarchen vergleichbarer Größenordnung, er kann den Landtag auflösen, Gesetze sanktionieren oder verweigern und Notverordnungen erlassen. Gleichzeitig wählt das Volk den 25-köpfigen Landtag in allgemeiner Wahl, dieser ernennt die Regierung. Die Verfassung von 1921 wurde 2003 in einer Volksabstimmung zugunsten des Fürsten geändert.
Das Haus Liechtenstein
Das Haus Liechtenstein gehört zu den ältesten Adelsgeschlechtern Europas und lässt sich bis ins 12. Jahrhundert auf die Burg Liechtenstein südlich von Wien zurückführen. Über 800 Jahre war die Familie in Niederösterreich, Mähren und Schlesien beheimatet, besaß Schlösser wie Eisgrub (Lednice) und Feldsberg (Valtice) im heutigen Tschechien sowie Wiener Stadtpaläste. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Familie ihre tschechoslowakischen Besitzungen durch die Beneš-Dekrete. Heute regiert Fürst Hans-Adam II. seit 1989, hat 2004 die Regierungsgeschäfte an Erbprinz Alois übertragen, ohne formell abzudanken.
Schloss Vaduz als Sitz des Fürsten
Schloss Vaduz steht auf einem Felssporn rund 120 Meter über der Hauptstadt und ist seit 1938 dauerhafter Wohnsitz der Fürstenfamilie. Der älteste Teil ist der Bergfried aus dem 12. Jahrhundert, der Hauptbau stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Renovierungen unter Fürst Johann II. fanden zwischen 1905 und 1912 statt. Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich — Touristen können die Mauern, Türme und das Wappen von außen bewundern. Am 15. August, dem Staatsfeiertag, lädt das Fürstenpaar zum Empfang in den Schlossgarten — der einzige Tag, an dem das Innere für eingeladene Gäste geöffnet ist.
Burg Gutenberg in Balzers
Die Burg Gutenberg in Balzers am südlichen Ende des Landes ist neben Schloss Vaduz die zweite große Festungsanlage Liechtensteins. Die Burg thront 70 Meter über dem Dorf und wurde erstmals 1263 urkundlich erwähnt. Sie wechselte mehrfach den Besitzer, gehörte zeitweise den Habsburgern und brannte 1795 vollständig nieder. 1905 erwarb der Bildhauer Egon Rheinberger die Ruine und baute sie bis 1912 originalgetreu wieder auf — heute ist die Burg im Besitz des Staates und wird als Begegnungs- und Veranstaltungsort genutzt. Konzerte, Hochzeiten und Empfänge finden hier statt, der Innenhof und die Mauern sind frei zugänglich.
Geschichte und Funde
Auf dem Burghügel haben Archäologen Funde aus der Bronzezeit (rund 3.000 v. Chr.) entdeckt, darunter Keramik, Bronze-Schwerter und Schmuck — die ältesten besiedelten Spuren auf liechtensteinischem Gebiet. Die heutige Burganlage besteht aus dem rechteckigen Bergfried, dem zweistöckigen Palas, einer Kapelle und der Ringmauer. Der Aufstieg vom Dorfzentrum dauert 15 Minuten, der Blick reicht über das gesamte Alpenrheintal.
Eschen, Schaan und Triesenberg
Liechtenstein gliedert sich in 11 Gemeinden, die historisch zwei Regionen bilden — das Oberland mit Vaduz, Schaan, Triesen, Triesenberg, Balzers und Planken, das Unterland mit Eschen, Mauren, Gamprin, Ruggell und Schellenberg.
Schaan — größte Gemeinde und Industriestandort
Schaan ist mit rund 6.000 Einwohnern die einwohnerstärkste Gemeinde und liegt nördlich an Vaduz angrenzend. Hier befindet sich der Hauptsitz von Hilti, auch Ivoclar Vivadent (Dentalmaterial) und Hilcona (Lebensmittel) prägen den Ort. Sehenswert sind die Pfarrkirche St. Laurentius mit dem römischen Kastell darunter (3. Jahrhundert n. Chr.) und das Theater am Kirchplatz TAK als wichtigstes Theater des Landes mit jährlich 200 Vorstellungen.
Eschen — Unterländer Hauptort
Eschen liegt im Unterland und gilt mit rund 4.500 Einwohnern als zweitgrößte Gemeinde der Region. Das Pfarrhaus aus dem 17. Jahrhundert und die St. Martins-Kirche bilden den historischen Dorfkern. In Eschen befindet sich die Universität Liechtenstein mit Schwerpunkten Wirtschaft, Architektur und Recht — einzige staatliche Hochschule mit rund 700 Studierenden. Die Bauernhausmuseen im Ortsteil Nendeln zeigen das traditionelle alemannische Bauerntum.
Triesenberg und das Walser-Erbe
Triesenberg liegt auf dem Sonnenplateau rund 900 Meter über dem Rheintal und ist eine der höchstgelegenen Gemeinden. Im 13. Jahrhundert wanderten alemannische Bergbauern aus dem Schweizer Wallis ein und besiedelten die hochalpinen Gegenden um Triesenberg, Steg und Malbun. Sie brachten ihre eigene Mundart mit, die als Walserdeutsch oder Wallisertüütsch bekannt ist — markante Merkmale sind lange Diphthonge und archaische Wortformen. Das Walsermuseum dokumentiert die Migration und das Alltagsleben, die St. Josephs-Kirche aus dem 18. Jahrhundert mit Zwiebelturm prägt den Ortskern.
Balzers am Südende
Balzers schließt das Land im Süden ab und liegt direkt an der Schweizer Grenze zum Kanton Sankt Gallen. Über dem Dorf thront die Burg Gutenberg. Mit rund 4.700 Einwohnern ist Balzers die viertgrößte Gemeinde und Standort der Inficon AG, einem führenden Hersteller von Vakuummesstechnik. Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus und die Kapelle St. Peter prägen das Ortsbild.
Die wichtigsten Themen und Orte im Überblick
Schloss Vaduz
Sitz des Fürstenhauses seit 1938, auf Felssporn 120 Meter über der Hauptstadt. Bergfried 12. Jahrhundert, Hauptbau 16. und 17. Jahrhundert. Nicht öffentlich zugänglich, Außenmauern frei sichtbar — Symbol der Monarchie.
Burg Gutenberg Balzers
Mittelalterliche Burg aus dem 13. Jahrhundert, 1905 von Egon Rheinberger wiederaufgebaut. Bronzezeitliche Funde am Burghügel. Heute staatlich genutzt für Konzerte und Veranstaltungen, Innenhof frei zugänglich.
Triesenberg Walser-Dorf
Sonnenplateau auf 900 Metern mit alemannisch-walserischer Tradition seit dem 13. Jahrhundert. Eigene Mundart Wallisertüütsch, Walsermuseum, Zwiebelturm-Kirche St. Joseph. Tor zum Malbun-Skigebiet.
Schaan Industriestandort
Größte Gemeinde mit 6.000 Einwohnern, Hauptsitz von Hilti mit weltweit 33.000 Mitarbeitenden. Theater am Kirchplatz TAK, römisches Kastell des 3. Jahrhunderts unter der Pfarrkirche.
Landesmuseum Vaduz
Liechtensteinisches Landesmuseum mit Sammlungen von der Bronzezeit bis zur Moderne — Archäologie, Münzen, Religiöses, fürstliche Schätze. Auch das Briefmarkenmuseum und das Kunstmuseum stehen nebenan.
Hilti-Hauptsitz
Werkzeug-Weltkonzern aus Schaan, 1941 gegründet von Martin Hilti. Über 33.000 Mitarbeitende, Geschäfte in 120 Ländern, weltbekannt für Bohrhammer und Befestigungslösungen — wichtigster Wirtschaftsfaktor.
Vergleich der wichtigsten Gemeinden
Liechtenstein erschließt sich über seine 11 Gemeinden — wer Vaduz, Schaan, Triesenberg und Balzers gesehen hat, kennt die wichtigsten Charaktere von Hauptstadt, Industrie, Walser-Höhendorf und mittelalterlicher Burgensilhouette.
Liechtensteinisches Landesmuseum, Briefmarkenmuseum und Kunstmuseum
Die drei wichtigsten Museen des Landes liegen alle in der Hauptstadt Vaduz, in fußläufiger Nähe zum Zentrum am Städtle. Wer alle drei Museen besucht, versteht Liechtenstein in seiner historischen, philatelistischen und künstlerischen Dimension — ein halber Tag reicht für einen Überblick, ein ganzer Tag für vertiefte Betrachtung.
Liechtensteinisches Landesmuseum
Das Liechtensteinische Landesmuseum am Städtle in Vaduz vereint drei historische Häuser und zeigt auf 1.700 Quadratmetern die Geschichte des Landes von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Highlights sind die bronzezeitlichen Funde von Burg Gutenberg, römische Münzen und Glaswaren aus dem Kastell Schaan, mittelalterliche Reliquien, fürstliche Goldschmiedearbeiten und Modelle der Burgen. Das Untergeschoss ist der Naturgeschichte gewidmet. Eintritt 10 Franken, geöffnet Di bis So 10 bis 17 Uhr, Do bis 20 Uhr.
Postmuseum als Briefmarkenmuseum
Das Postmuseum (oft Briefmarkenmuseum genannt) befindet sich ebenfalls im Komplex des Landesmuseums und dokumentiert die berühmte philatelistische Tradition Liechtensteins. Das Fürstentum gilt seit der Herausgabe der ersten eigenen Marken 1912 als Eldorado der Briefmarkenkunst — die Auflagen sind klein, die Motive künstlerisch hochwertig, oft mit Fürstenporträts, Trachten oder Landschaften. Sammler aus aller Welt schätzen die Liechtensteiner Marken als kleine Kunst. Eintritt frei mit Landesmuseum-Ticket.
Kunstmuseum Liechtenstein
Das Kunstmuseum Liechtenstein am Städtle ist ein moderner, schwarzer Würfelbau aus Basalt-Beton, 2000 fertiggestellt nach Plänen der Schweizer Architekten Morger Degelo Kerez. Die Sammlung umfasst moderne und zeitgenössische Kunst seit 1950 mit Werken von Joseph Beuys, Andy Warhol, Roman Signer und Pipilotti Rist. Hinzu kommt die Hilti Art Foundation als private Sammlung mit klassischer Moderne — Picasso, Klee, Giacometti, Kirchner. Eintritt 15 Franken.
Bankenplatz und Steueroptimierungs-Aspekt
Liechtenstein hat sich seit den 1920er-Jahren neben Werkzeug- und Industriestandort auch als Bankenplatz etabliert. Heute sind rund 15 Banken im Land registriert, allen voran die LGT Bank als private Bank des Fürstenhauses (gegründet 1920), die VP Bank (1956) und die Liechtensteinische Landesbank LLB (1861, älteste Bank des Landes). Das Geschäftsmodell beruhte traditionell stark auf Vermögensverwaltung, Privat-Banking und der Vermittlung an Kunden aus Deutschland, Österreich, Italien und Übersee.
Steueroptimierungs-Ruf und Wandel
Der Steueroptimierungs-Aspekt prägte das öffentliche Bild Liechtensteins jahrzehntelang — niedrige Steuern, das Konstrukt der Stiftung und der Anstalt ermöglichten Vermögensverwaltung mit international diskutierter Diskretion. Nach der Liechtenstein-Affäre 2008 (Datendiebstahl bei der LGT mit Steueraffären in Deutschland) hat das Land den Kurs grundlegend geändert. Seit 2009 wendet Liechtenstein internationale Transparenzstandards an, hat über 30 Doppelbesteuerungsabkommen, ist seit 2017 OECD-konform mit automatischem Informationsaustausch und steht auf keiner schwarzen Liste mehr. Die Schweizer-Franken-Anbindung, die EWR-Mitgliedschaft seit 1995 und der hohe Wohlstand bleiben tragende Säulen — pro Kopf gehört Liechtenstein mit über 165.000 US-Dollar BIP zu den reichsten Ländern der Welt.
Hilti — der Werkzeug-Weltkonzern
Hilti AG aus Schaan ist das größte Industrieunternehmen Liechtensteins. Gegründet 1941 von Martin Hilti (1915 bis 1997) als Schlosserei-Unternehmen, wuchs Hilti zum Weltmarktführer für Befestigungstechnik, Bohrhammer und Diamantbohrtechnik. Heute beschäftigt Hilti weltweit über 33.000 Mitarbeitende in 120 Ländern, der Umsatz lag 2024 bei rund 6,3 Milliarden Schweizer Franken. Das Unternehmen befindet sich im Besitz des Martin-Hilti-Familientrusts und ist nicht börsennotiert. Der Hauptsitz in Schaan beschäftigt rund 2.500 Personen vor Ort.
Sprache, Mundart und politisches System
Amtssprache ist Deutsch, im Alltag wird fast ausschließlich Alemannisch gesprochen — in zwei Hauptvarianten. Im Tal (Vaduz, Schaan, Eschen, Balzers, Triesen) dominiert das Tal-Liechtensteinisch, eng verwandt mit dem Vorarlberger und Sankt Galler Rheintal-Dialekt. In Triesenberg und den Walser-Gemeinden Steg und Malbun wird Walserdeutsch (Wallisertüütsch) gesprochen — ein archaischer Dialekt aus der Walser-Migration des 13. Jahrhunderts.
Politische Landschaft
Das politische System wird seit Jahrzehnten von zwei großen Parteien dominiert — der Vaterländischen Union VU (gegründet 1936, christlich-konservativ-volkstümlich) und der Fortschrittlichen Bürgerpartei FBP (gegründet 1918, liberal-bürgerlich). Seit den 1930er-Jahren regieren beide meist gemeinsam in einer Konkordanz-Koalition. Hinzu kommen die Freie Liste (grün-linksliberal, seit 1985) und die Demokraten pro Liechtenstein DpL (rechtskonservativ). Frauenstimmrecht gibt es erst seit 1984 — Liechtenstein war das letzte Land Europas mit dieser Einführung.
Kleines Staatsgebiet 25 Kilometer lang, 6 Kilometer breit
Mit 160 Quadratkilometern ist Liechtenstein das viertkleinste Land Europas (nach Vatikan, Monaco und San Marino) und der sechstkleinste Staat der Welt. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 25 Kilometer, die Ost-West-Breite 6 Kilometer. Trotz der geringen Größe gibt es alpine Hochtäler mit Gipfeln über 2.500 Metern, Mischwald-Hänge, Rheintal-Ebenen und Riedlandschaften — eine geographische Vielfalt auf kleinstem Raum.
Praktische Tipps für Liechtenstein
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Schweizer Franken als Währung
Liechtenstein hat den Schweizer Franken seit 1924 als offizielle Währung — Euro werden in Hotels, Restaurants und vielen Geschäften akzeptiert, der Wechselkurs ist meist ungünstig (oft 1 zu 1). Kartenzahlung ist überall akzeptiert, Geldautomaten in Vaduz, Schaan, Balzers und Eschen verbreitet.
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Liechtenstein-Pass im Tourist-Office
Das Tourismusbüro am Städtle in Vaduz stempelt für 3 Franken einen offiziellen Liechtenstein-Pass-Eintrag in den Reisepass — beliebt bei Sammlern und Souvenir-Touristen. Weitere Informationen über Veranstaltungen und Wanderkarten auf tourismus.li.
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Staatsfeiertag 15. August
Am Mariä Himmelfahrt ist Staatsfeiertag mit Empfang des Fürstenpaares im Schlossgarten von Vaduz. Gottesdienst, Festakt am Mittag, Volksfest und Feuerwerk am Abend. Hotels lange vorher reservieren, Stimmung ist ausgelassen — sonst öffentlich nicht zugängliche Schlossanlage einen Tag offen.
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LiMobil als landesweiter ÖPNV
Die landeseigene Buslinien-Gesellschaft LiMobil verbindet alle 11 Gemeinden im 20-Minuten-Takt. Tagesticket kostet 7,80 Franken und gilt im ganzen Land, eine Einzelfahrt 3,40 Franken. Ohne Auto ist man problemlos mobil — Anschluss-Linien nach Buchs SG, Sargans, Feldkirch.
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Liechtenstein-Weg in 5 Etappen
Der Liechtenstein-Weg führt auf 75 Kilometern in 5 Tagesetappen durch alle 11 Gemeinden — von Balzers im Süden bis Schellenberg im Norden. Markierung mit weiß-rot-weißen Logos der Landesfarben, mittlere Schwierigkeit, eine begleitende App führt durch 147 Themenstationen.
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Fürstenfamilie und Schloss-Etikette
Schloss Vaduz ist nicht öffentlich zugänglich, das Fürstenpaar wohnt dort tatsächlich. Fotografieren von außen ist erlaubt, Drohnen sind im gesamten Schlossbereich verboten. Wer dem Fürsten begegnet, sagt einfach Guten Tag — das Land ist informell, royale Titel werden im Alltag selten benutzt.
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Wandersaison Mai bis Oktober
Mai bis Mitte Juli bringen frisches Grün, dichte Almwiesen und blühende Alpenflora. Hochsommer Juli und August mit längeren Tagen, September und Anfang Oktober mit goldenem Licht und stabilen Hochs ideal für Fürstensteig und Malbun-Höhenwege. November bis April Schnee in den Hochlagen.
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Skifahren im Malbun
Das Skigebiet Malbun auf 1.600 Metern bietet 23 Pistenkilometer, 4 Liftanlagen und ist familienfreundlich überschaubar. Tageskarte 49 Franken (Erwachsene), Anfahrt mit LiMobil-Linie 21 ab Vaduz in 30 Minuten. Saison von Mitte Dezember bis Anfang April, schneesicher durch Höhenlage.
Insider-Tipps
Malbun und das Ruggeller Riet
Wer Natur sucht, fährt nach Malbun ins Skigebiet oder ins Ruggeller Riet im äußersten Norden. Das Ruggeller Riet ist ein Niedermoor mit 92 Hektar Fläche und eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete des Landes — bedeutsam für Brachvögel, Bekassinen und den Großen Feuerfalter. Beobachtungstürme und ein Lehrpfad sind frei zugänglich.
Küche und Hofkellerei
Die Liechtensteiner Küche teilt mit dem Vorarlberger und Bündner Raum die alpine Tradition. Klassiker sind Käsknöpfle (Spätzle mit Bergkäse und Röstzwiebeln), Ribel (Maisgries-Speise) und Hafalaab (Brotsuppe mit Weckknödel). Die fürstliche Hofkellerei in Vaduz baut Pinot Noir am Schlossberg an, die Trauben werden direkt unter dem Schloss geerntet.



