Europäische Travel Manager kämpfen 2026 an mehreren Fronten gleichzeitig: Geopolitische Risiken, steigende Hotelpreise und lückenhafte Datenlage belasten das Tagesgeschäft. Eine aktuelle Branchenumfrage zeigt, wo die Programme hängen — und was helfen könnte.

Kosten rauf, Kontrolle runter

Geschäftsreisen boomen — zumindest auf dem Papier. Business Travel Show Europe hat frische Umfragedaten aus dem europäischen Markt veröffentlicht, und die zeichnen ein zwiespältiges Bild. Firmenkunden buchen wieder mehr, Budgets wachsen global um rund 5 %. Doch je mehr Reisen stattfinden, desto lauter werden die Klagen über mangelnde Kontrolle.

Hotelbuchungen sollen 2026 um 6,3 % zulegen — die Zimmerpreise ziehen allerdings mit 3,9 % Zuwachs ebenfalls an. Wer das als Travel Manager mit einem fixen Budget ausbalancieren muss, merkt schnell: Mehr Volumen bedeutet nicht automatisch mehr Spielraum.

Drei Dauerbrenner: Geopolitik, Kosten, Datenlücken

Die Umfrage — laut Business Travel Show Europe Anfang 2026 veröffentlicht — zeigt drei Themenblöcke, die Travel Manager europaweit beschäftigen.

Geopolitische Unsicherheit

Reiserouten, die vor zwei Jahren noch Routine waren, brauchen heute eine Risk-Einschätzung. Ob Naher Osten, Osteuropa oder bestimmte asiatische Märkte — viele Unternehmen fahren ihre Reiserichtlinien enger. Das kostet Zeit und sorgt intern für Reibung, wenn Geschäftsreisen kurzfristig umgeplant oder abgesagt werden müssen.

Kostendruck trotz wachsender Budgets

Makroökonomische Sorgen landen in der Umfrage direkt hinter Geopolitik auf der Problemliste. Höhere Flug- und Hotelpreise, dazu ein stärkerer Euro gegenüber einigen Handelspartnerwährungen — Travel Manager sollen sparen, während die Reisekosten steigen. Klassische Zwickmühle.

Datenzugang und Gebührentransparenz

Ein oft unterschätztes Problem: Wer nicht weiß, was seine Reisenden tatsächlich ausgeben und warum, kann kaum gegensteuern. Laut Recherche-Daten zur Umfrage nennen europäische Travel Manager fehlenden Datenzugang und mangelnde Gebührentransparenz als handfeste operative Baustellen — nicht als abstraktes Zukunftsthema.

Duty of Care: Mehr Pflicht, mehr Aufwand

Wer Mitarbeitende auf Dienstreise schickt, haftet für deren Sicherheit — das ist nicht neu, aber die Anforderungen werden schärfer. Mehr meldepflichtige Risikozonen, stärkere regulatorische Erwartungen und gestiegene Mitarbeiteransprüche machen Duty-of-Care zur echten Vollzeitstelle. Kleinere Unternehmen ohne eigenes Travel-Management-Team merken das besonders.

KI und neue Technologien als Ausweg?

Laut Branchenanalysen zu 2026 positionieren sich Anbieter von Travel-Management-Software zunehmend mit KI-Funktionen: automatische Risikoerkennung, smarte Umbuchungsvorschläge, echtzeit-basierte Kostentransparenz. Das klingt vielversprechend, ist aber für viele Einkäufer noch eine Blackbox. Welche Tools im Alltag wirklich helfen, ist eines der Hauptthemen auf der Business Travel Show Europe im Juni 2026 in London.

Was das für Vielreisende bedeutet

Wenn Travel Manager unter Druck stehen, spüren das früher oder später die Reisenden selbst: striktere Buchungsrichtlinien, weniger Flexibilität bei der Hotel- oder Flugwahl, engere Genehmigungsprozesse. Gleichzeitig bedeutet eine bessere Datenlage im Unternehmen theoretisch auch fairer gestaltete Policies — wer weiß, was Reisende brauchen, kann realistische Budgets setzen statt pauschaler Deckelungen.

Spannend wird, ob die Branche den KI-Hype in echte Arbeitserleichterung übersetzt. Auf der Business Travel Show Europe in London (24.–25. Juni 2026, Excel London) werden genau diese Fragen unter über 1.000 Fachbesuchern diskutiert — mit konkreten Lösungsvorschlägen, nicht nur Problemen.

  • Geopolitisches Risk-Monitoring in Echtzeit wird Pflichtstandard, nicht Nice-to-have
  • Transparente Gebührenstrukturen bei Buchungstools rücken in Verhandlungen nach oben
  • Duty-of-Care-Prozesse brauchen digitale Unterstützung — manuelle Lösungen skalieren nicht
  • Datenzugang entscheidet, wer bei steigenden Preisen noch gegensteuern kann

HÄUFIGE FRAGEN

Steigen die Budgets für Geschäftsreisen 2026?

Ja, weltweit werden Geschäftsreise-Budgets 2026 um rund 5 % wachsen. Europäische Unternehmen treiben dieses Wachstum laut aktuellen Prognosen besonders stark an.

Was ist die größte Sorge europäischer Travel Manager aktuell?

Laut einer aktuellen Branchenumfrage stehen Kostenkontrolle und makroökonomische Risiken ganz oben — gefolgt von geopolitischer Unsicherheit und wachsenden Duty-of-Care-Pflichten.

Werden Geschäftsreisen durch virtuelle Meetings weniger?

Der Einfluss von Video-Calls auf Reisenachfrage schrumpft laut aktuellen Daten — Präsenztermine gewinnen also wieder an Gewicht, besonders in Europa.

Was ist die Business Travel Show Europe 2026?

Die Business Travel Show Europe findet am 24. und 25. Juni 2026 in der Excel London statt. Sie bringt über 1.000 Travel Buyer, Anbieter und Branchenvertreter zusammen.

Wo liegen die Probleme mit Hotelbuchungen für Firmenkunden?

Hotelübernachtungen im Firmenbereich sollen 2026 um 6,3 % zunehmen, gleichzeitig steigen die Zimmerpreise um etwa 3,9 %. Das macht Kostenkontrolle für Reisemanager schwieriger.
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