Tönning liegt auf der Halbinsel Eiderstedt an der Mündung der Eider in die Nordsee, rund 25 km westlich von Husum und 18 km nordöstlich von St. Peter-Ording. Die Stadt zählt etwa 5.000 Einwohner und ist kein Seebad mit langem Sandstrand, sondern eine kleine Hafenstadt mit historischer Altstadt, dem Eider-Sperrwerk als Ingenieurslandmarke und dem Multimar Wattforum als zentralem Besucherzentrum für das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Wer Nordsee-Urlaub mit Backstein-Packhäusern, Marschland und freiem Watt-Blick statt Strandkorb-Reihen sucht, ist hier richtig — die Stimmung bleibt gelassen und unprätentiös.
Anreise und Erreichbarkeit
Tönning liegt am Südufer der Eider auf der Halbinsel Eiderstedt — die Anreise führt aus dem Süden über die A23 bis Heide und weiter über die B5 und die L33 quer durch die Marsch. Service-Adressen pflegt die Tourist-Information am Marktplatz auf toenning.de.
Mit dem Auto
Aus dem Süden: A23 bis Ausfahrt Heide-West, dann B5 nach Friedrichstadt und über die L33 in 20 Minuten ins Tönninger Zentrum. Aus dem Norden: A7 bis Schleswig, B201 über Husum, dann B5 und L33 — Strecke ab Husum 25 km, Fahrtzeit 30 Minuten. Die Eider-Brücke direkt am Sperrwerk ist nur für Fußgänger und Radfahrer offen, der PKW-Verkehr läuft über die Eider-Brücke bei Friedrichstadt.
An den Anreise-Samstagen im Juli und August ist die L33 ab Friedrichstadt staufällig. Wer flexibel ist, fährt früh am Morgen oder unter der Woche an.
Mit der Bahn
Tönning hat einen eigenen Bahnhof an der Strecke Husum — St. Peter-Ording. Die Regionalbahn RB64 fährt im Stundentakt aus Husum, Fahrtzeit 35 Minuten. Aus Hamburg per IC bis Husum, dort Umstieg in die RB nach Tönning — gesamt rund 3:30 Stunden. Vom Bahnhof Tönning sind es 600 Meter zu Fuß in den Hafen, 1,5 km zum Multimar Wattforum (Bus oder Taxi).
Fahrpläne und Verbindungen unter bahn.de. Mit Fahrrad in der Bahn: die RB64 hat ein Mehrzweckabteil, in der Hauptsaison ohne Reservierung — also früh am Bahnsteig sein.
Mit dem Flugzeug
Nächster Verkehrsflughafen: Hamburg (HAM), 175 km, ab dort per Mietwagen oder per IC nach Husum mit Anschluss-RB. Sylt-Flughafen (GWT) liegt 90 km entfernt, wird aber nur saisonal angeflogen. Für Anreisen aus Süd- oder Westeuropa lohnt der Mietwagen-Anschluss ab Hamburg.
Parken vor Ort
Tönning hat mehrere Parkflächen rund um Hafen und Marktplatz: Parkplatz am Hafen (kostenfrei für eine Stunde, Tagesticket 4 EUR), Parkplatz am Multimar Wattforum (Tagesticket 5 EUR), Marktplatz-Parken (Parkscheibe, max. 2 Stunden). Für längere Aufenthalte lohnt der Parkplatz am Bahnhof — kostenfrei und 600 Meter zum Hafen. Wohnmobile gehören auf den ausgewiesenen Stellplatz an der Westerhever Straße.
Eider, Hafen und Watt
Tönning ist kein Seebad — wer Sandstrand sucht, fährt 18 km weiter nach St. Peter-Ording. Hier dreht sich alles um Hafen, Eider und Wattenmeer. Drei Wasser-Erlebnisse stehen im Mittelpunkt:
Hafenpromenade und Packhäuser
Der Tönninger Hafen ist heute Sportboot- und Kutterhafen mit Gastronomie entlang der Kaikante. Die historischen Packhäuser am Hafen stammen aus dem 17. Jahrhundert, als Tönning Hauptumschlagplatz für den Holland-Handel war. Heute beherbergen sie Restaurants, ein Hafenmuseum und kleine Läden. Spaziergang vom Hafenkopf entlang der Promenade bis zum Sportboothafen: rund 1,2 km, durchgehend buggy-tauglich. Lohnt am späten Nachmittag, wenn die tief stehende Sonne die Backsteinfassaden anwärmt.
Eider-Sperrwerk
Das Eider-Sperrwerk steht 5 km westlich von Tönning, am Übergang von Eider zur Nordsee — gebaut zwischen 1967 und 1973 mit fünf Sieltoren über die rund 4,9 km lange Querung. Es ist das größte Küstenschutzbauwerk Deutschlands und schützt die gesamte Eiderstedter Marsch vor Sturmfluten. Auf der Eiderbrücke führt ein Fuß- und Radweg, von dem aus du die Tor-Konstruktion und die Schleusenkammer einsehen kannst. Anfahrt mit dem Auto in 7 Minuten, mit dem Rad in 25 Minuten über den Eider-Radweg.
Eider-Watt und Schiffstouren
Bei Niedrigwasser läuft das Watt vor Tönning frei — Wattflächen ziehen sich vom Hafen Richtung Eider-Mündung. Geführte Wattwanderungen ab Multimar Wattforum, etwa zwei Stunden, 14 EUR Erwachsene. Schiffstouren auf der Eider starten vom Hafen mit der MS Adler ab April: Hafenrundfahrt 45 Minuten, Sperrwerk-Tour zwei Stunden inklusive Schleusen-Durchfahrt. Tickets 16 bis 28 EUR. Fahrplan saisonal — Hochsaison täglich, Nebensaison nur am Wochenende.
Top-Sehenswürdigkeiten
Multimar Wattforum
Zentrales Besucherzentrum für das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer mit großem Walskelett, 30 Aquarien und einer 250.000-Liter-Anlage mit lebenden Schweinswalen. Eintritt 13 EUR Erwachsene, 9 EUR Kinder. Zwei bis drei Stunden Aufenthalt. Lohnt an jedem Wettertag — bei Regen sowieso, bei Sonne als Mittagspause. Mehr unter multimar-wattforum.de.
Eider-Sperrwerk
Größtes Küstenschutzbauwerk Deutschlands, gebaut 1967 bis 1973, mit fünf Sieltoren und einer Schleuse. 5 km westlich von Tönning, kostenfreie Besichtigung vom Fuß- und Radweg auf der Brücke. Aussichtsplattform mit Tafeln zur Funktionsweise. Halbtagesausflug per Rad, kombiniert mit Picknick auf der Eider-Nordseite.
Historischer Marktplatz
Der Tönninger Marktplatz wird vom Alten Rathaus von 1612 und der spätgotischen St. Laurentius-Kirche aus dem 15. Jahrhundert gerahmt. Rund um den Platz Backsteinhäuser des 17. und 18. Jahrhunderts. Wochenmarkt mittwochs und samstags von 8 bis 13 Uhr mit frischem Fisch, Bauernkäse und Marsch-Gemüse. Kostenfrei.
Packhäuser am Hafen
Reihe historischer Backstein-Packhäuser aus dem 17. Jahrhundert entlang der Hafenkante — Zeugnisse der Zeit, als Tönning Holland-Hafen für Schleswig-Holstein-Gottorf war. Heute Restaurants, kleines Hafenmuseum und Galerien. Eintritt Hafenmuseum 4 EUR, kompakte Sammlung mit Modell-Schiffen und Karten zum Holland-Handel. Lohnt eine Stunde.
St. Laurentius-Kirche
Spätgotische Hauptkirche von Tönning, errichtet im 15. Jahrhundert mit Erweiterungen im 17. Jahrhundert. Sehenswert: der Renaissance-Altar von 1602, das geschnitzte Chorgestühl und die Orgel von 1796. Zugang in der Saison werktags 10 bis 17 Uhr, kostenfrei. Sommerkonzerte mit Kirchenmusik aus der Region.
Westerhever Leuchtturm
Westlich von Tönning öffnet sich die Halbinsel Eiderstedt — Marsch mit Salzwiesen, Schafsweiden und der charakteristische rotweiße Westerhever Leuchtturm (Baujahr 1908) auf einer Warft mitten im Wattenmeer. Anfahrt 35 km mit dem Auto, vor Ort Wanderung 30 Minuten zum Turm. Eines der meistfotografierten Motive der Nordsee.
Hafenrundfahrt MS Adler
Vom Tönninger Hafen starten Hafenrundfahrt (45 Minuten, 16 EUR) und Sperrwerk-Tour (zwei Stunden, 28 EUR mit Schleusendurchfahrt). Saisonbetrieb von April bis Oktober, Hochsaison täglich, Nebensaison Donnerstag bis Sonntag. Lohnt für Familien und für den Blick aufs Sperrwerk vom Wasser aus.
Friedrichstadt — Holländerstadt
15 km östlich von Tönning liegt Friedrichstadt — Anfang des 17. Jahrhunderts von niederländischen Glaubensflüchtlingen gegründet, mit Grachten und Treppengiebel-Häusern. Halbtages-Ausflug mit Auto oder Rad. Kombination mit Tönning ergibt zwei sehr unterschiedliche Hafen-Charaktere.
Aktivitäten und Erlebnisse
Tönning ist Aktivurlaub mit Marsch-Tempo — Radfahren, Wattwandern, Schiffstouren. Was du machst, hängt von Wetter und Reisegruppe ab:
Bei Sonne
- Radtour über Eiderstedt: Tönning — Westerhever Leuchtturm — St. Peter-Ording, 35 km Rundkurs durch Marsch und Salzwiesen, Leihrad ab 12 EUR pro Tag
- Eider-Radweg zum Sperrwerk: 5 km am Eiderdeich entlang, Rückfahrt am Nordufer für eine 12-km-Schleife
- Wattwanderung mit Naturführer ab Multimar Wattforum, zwei Stunden, 14 EUR Erwachsene, ab sechs Jahren empfohlen
- Hafenrundfahrt mit MS Adler, 45 Minuten ab 16 EUR, Sperrwerk-Tour mit Schleusendurchfahrt 28 EUR
Bei Regen
- Multimar Wattforum: Schweinswal-Becken, Walskelett, 30 Aquarien — drei Stunden für Familien
- Hafenmuseum in den Packhäusern, kompakt zur Holland-Handels-Geschichte
- Wikinger Museum Haithabu in Schleswig (60 km), Halbtages-Ausflug
- NordseeMuseum Husum (25 km), Storm-Stadt mit maritimer Sammlung
- Dünen-Therme St. Peter-Ording bei wirklichem Schlechtwetter — Erlebnisbad mit Saunalandschaft
Mit Kleinkindern
Tönning ist familienfreundlich, aber nicht klassischer Strand-Urlaub. Für Kleinkinder lohnen Multimar Wattforum (das Schweinswal-Becken zieht zuverlässig), Hafenpromenade mit Eis-Stand und der Spielplatz am Marktplatz. Für richtigen Sandstrand mit Strandkorb fährst du tagesweise nach St. Peter-Ording (18 km, 25 Minuten Auto).
Sportlich
Joggingstrecke entlang der Hafenpromenade Richtung Eider-Mündung: 5 km in eine Richtung, ohne Querung. Eider-Radweg von Tönning bis Friedrichstadt: 18 km, weitgehend autofrei. Stand-Up-Paddling auf der ruhigen Eider ab 25 EUR Halbtag. Vogelbeobachtungs-Touren mit dem NABU starten ab Multimar Wattforum, vor allem im Frühjahr und Herbst zur Zugzeit.
Gastronomie und regionale Spezialitäten
Die Küche von Tönning ist Nordsee-Fischküche mit nordfriesischer Bodenständigkeit: Scholle, Aal, Krabben, Matjes — dazu Friesentorte, Pharisäer und Lammgerichte vom Eiderstedter Salzwiesen-Lamm. Drei Anlaufpunkte:
Fischbrötchen am Hafen
Am Tönninger Hafen halten sich zwei Räuchereien mit Direktverkauf — Bismarckhering, Brathering, Matjes und Krabbenbrötchen ab 5 EUR. Der Stand am Hafenkopf öffnet ab 10 Uhr und geht bis Sonnenuntergang, Zahlung in Bar oder mit EC. Für eine warme Mahlzeit lohnen die Restaurants entlang der Kaikante.
Restaurants im Ort
- Restaurant Schipperhus: in einem Packhaus am Hafen, gehobene Fischküche, Hauptgericht 22 bis 32 EUR, Reservierung empfehlenswert
- Hafenrestaurant Tönning: Fisch- und Bistrokarte mit Eider-Blick, gut für Familien (Hauptgericht 16 bis 26 EUR)
- Restaurant am Markt: traditionelle norddeutsche Küche mit Eiderstedter Lamm, gemütliche Stube
- Fischerstube: einfacher Mittagstisch direkt am Kai, Backfisch und Krabbensalat ab 14 EUR
Cafes und Backwaren
Das Café am Hafen führt Friesentorte aus eigener Backstube und Pharisäer (Kaffee mit Rum und Sahnehaube). Im Marktcafé am Marktplatz gibt es selbstgebackene Kuchen und norddeutsches Frühstück mit Buttermilch und Schwarzbrot. Beide Adressen sind in der Nebensaison montags geschlossen.
Markttag
Wochenmarkt jeden Mittwoch und Samstag von 8 bis 13 Uhr am Marktplatz: frischer Fisch vom Kutter, Salzwiesen-Lamm aus der Marsch, Sanddorn-Produkte und nordfriesischer Honig. Wer in einer Ferienwohnung kocht, deckt sich hier ein.
Regionale Spezialitäten zum Mitnehmen
- Eiderstedter Lammwurst aus der Salzwiesen-Lamm-Zucht
- Friesentee-Mischungen mit Hagebutte, Kamille oder Lavendel
- Sanddorn-Likör und -Marmelade aus nordfriesischer Eigenproduktion
- Geräucherter Aal und Matjes direkt aus den Räuchereien am Hafen
Events und Saisonkalender
Tönning hat einen ruhigen Veranstaltungskalender mit zwei Höhepunkten im Sommer. Die wichtigsten Termine im Jahresverlauf — generisch nach Quartal, weil Daten sich jährlich verschieben:
Frühjahr (April bis Juni)
Saisonstart der Schiffstouren mit MS Adler Anfang April, parallel öffnen die Hafenrestaurants ihre Terrassen. Im Mai die Vogelzug-Saison im Wattenmeer — geführte Touren ab Multimar Wattforum, NABU-Exkursionen über die Salzwiesen. Mitte Juni das Tönninger Hafenfest mit Kutterregatta und Live-Musik am Kai.
Sommer (Juli bis September)
Hauptsaison. Im Juli die Eiderstedter Lammwochen — Restaurants in Tönning und Umgebung servieren Salzwiesen-Lamm in besonderen Variationen. Anfang August das Multimar-Familienfest am Wattforum mit Mitmach-Stationen und Forschertag. Im September das große Hafenfest-Wochenende mit Fischauktion, Friesenchor und Feuerwerk über der Eider. Über den Sommer mehrmals im Monat Kirchenkonzerte in St. Laurentius.
Herbst (Oktober bis November)
Anfang Oktober die Eiderstedter Lamm-Auktion mit Verkauf direkt vom Hof. Mitte Oktober schließen die meisten Schiffstour-Anbieter. Die Vogelzug-Saison dreht: Ringelgänse, Knutts und Singschwäne kommen zum Überwintern. Multimar Wattforum bietet im November verlängerte Vogel-Beobachtungstouren.
Winter (Dezember bis Februar)
Adventsmarkt am Marktplatz im Dezember — kompakter Markt mit Friesentee, Glühwein und Räucherfisch direkt vom Kutter. Silvester am Hafen oder Kerzenkonzert in St. Laurentius. Im Januar und Februar ist Tönning fast menschenleer — die Zeit für Sturmspaziergänge zum Sperrwerk und gemütliche Abende im Restaurant. Wer im Februar kommt, erlebt das Watt im Winterkleid und die Marsch unter weiter, klarer Luft.
Geschichte und Kultur
Tönning wird erstmals 1187 in den Urkunden erwähnt und erhält 1590 das Stadtrecht von Herzog Johann Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf. Der Name geht zurück auf den altfriesischen Personennamen "Toning" — die Endung "-ing" deutet auf eine frühe Sippen-Siedlung hin.
Holland-Hafen und Gottorfer Residenz
Im 17. Jahrhundert war Tönning eine der wichtigsten Hafenstädte der schleswig-holsteinischen Westküste. Herzog Johann Adolf ließ den Hafen modernisieren, die Festungsanlagen ausbauen und die Stadt zur militärischen Bastion gegen Dänemark machen. Tönning war zeitweise zweite Residenz der Gottorfer Herzöge — Spuren davon finden sich in den Backstein-Packhäusern und der erweiterten St. Laurentius-Kirche.
Belagerung und Niedergang
1700 und erneut 1713 wurde Tönning belagert und zerstört — die zweite Belagerung im Großen Nordischen Krieg führte zum Schleifen der Festung. Damit endete die militärische und politische Bedeutung. Im 18. und 19. Jahrhundert lebte Tönning vom Holland-Handel mit Käse, Vieh und Pferden, geriet aber zunehmend in den Schatten von Husum und Hamburg. Mit dem Bau der Eisenbahn 1854 (Tönning — Flensburg) erlebte die Stadt einen kurzen Aufschwung als Hafen für den Kontinental-Verkehr nach England.
Eider-Sperrwerk und Wattenmeer-Schutz
Das Eider-Sperrwerk wurde zwischen 1967 und 1973 erbaut, nachdem die Sturmflut 1962 die Schwäche des bisherigen Eider-Deich-Systems offengelegt hatte. Das Bauwerk schützt die gesamte Eiderstedter Marsch und kann bei Sturmflut den Eider-Wasserstand vom Nordsee-Pegel abkoppeln. Mit der Einrichtung des Nationalparks Wattenmeer 1985 und dem UNESCO-Welterbe-Status 2009 wurde Tönning zum Tor zum Wattenmeer — das Multimar Wattforum entstand 1999 als zentrales Besucherzentrum.
Wetter und beste Reisezeit
Das Klima von Tönning ist gemäßigt-maritim mit nordfriesischem Wind: kühle Sommer, milde Winter, viele Sonnenstunden im Frühjahr und Herbst. Die Wassertemperaturen erreichen im August Höchstwerte um 18 Grad in der Eidermündung, im Oktober fallen sie schnell unter 13 Grad. Die offene Nordsee bei Helgoland ist zwei Grad kühler — die Eider als Mündungstrichter wärmt sich im Sommer durch die Sonneneinstrahlung etwas auf. Klimadaten beziehen sich auf DWD-Stationen List/Sylt und Husum sowie die BSH-Boje Helgoland-Reede.
Beste Reisezeit für Familien
Mai & September
Hochsaison
Juli & August
Wellness & Ruhe
November bis Februar
Praktische Tipps
- € Kurtaxe: 2,50 EUR pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison, 1,50 EUR in der Nebensaison. Wird über das Hotel mitabgerechnet, dient als Rabatt-Schlüssel im Multimar Wattforum und für Schiffstouren.
- 🐕 Hunde: an der Hafenpromenade ganzjährig erlaubt mit Leinenpflicht, im Watt vom 15. März bis 15. Oktober Leinenpflicht (UNESCO-Naturerbe). Eigener Hundeauslauf-Bereich an der Eider-Brücke.
- 📶 WLAN: kostenfreies Stadt-WLAN am Marktplatz und am Hafen, Reichweite begrenzt. Im Multimar Wattforum verlässliches Gäste-WLAN.
- + Apotheke & Ärzte: Tönninger Apotheke an der Bahnhofstraße, zwei Hausarztpraxen im Ort. Notdienst rotiert mit Garding und Friedrichstadt. Nächstes Krankenhaus: Klinikum Nordfriesland Husum (25 km).
- € Geldautomaten: Sparkasse und VR-Bank am Marktplatz, weitere Automaten am Hafen. Viele kleine Pensionen nehmen nur EC-Karte oder Bar — Kreditkarten oft nicht akzeptiert.
- ♿ Barrierefreiheit: Hafenpromenade und Marktplatz weitgehend rollstuhltauglich, das Multimar Wattforum ist komplett barrierefrei. Schiffstouren mit der MS Adler nach Voranmeldung mit Rollstuhl-Zugang.
- ⚓ Schiffstouren-Buchung: in der Hauptsaison am Vortag reservieren, sonst stehst du am Kai vor verkauften Tickets. MS Adler nimmt Bar oder Karte direkt am Bootssteg.
- i Tourist-Information: am Marktplatz im Rathaus, ganzjährig geöffnet, in der Saison auch Sonntags. Karten zu Eiderstedt und Wattenmeer, Veranstaltungspläne, Gastgeberverzeichnis.
Insider-Tipps
Drei Spots und eine Sturm-Empfehlung, die nicht in jedem Reiseführer stehen:
Eider-Watt mit Wattführer im September
Statt der Standard-Tour im Juli lohnt die kleinere Tour Mitte September — weniger Leute, mehr Zeit für Brandgänse und Säbelschnäbler. Anmeldung über Multimar Wattforum, zwei Stunden, 14 EUR. Gummistiefel mitbringen, im September oft mit Frühnebel über dem Watt.
St. Laurentius bei Konzert
Die Kirche aus dem 15. Jahrhundert hat eine Renaissance-Orgel von 1796 mit warmem Klang. Im Sommer Konzertreihe mit Orgel- und Kammermusik, Eintritt 12 bis 18 EUR. Beste Plätze in den Seitenschiffen wegen der Akustik. Termine über die Tourist-Information.
Bäckerei am Marktplatz früh am Morgen
Frische Schwarzbrot-Ecken aus dem Steinofen, dazu Friesisches Schwarzbrot mit Sauerteig-Krume. Früh hin (vor halb acht) — danach reicht der Vorrat oft nicht mehr für alle Hotelfrühstücke. Dazu eine Tüte Friesentee aus eigener Mischung mit Hagebutte und Lavendel.
Sturmtage am Sperrwerk
Wenn der Westwind im Herbst Stärke 8 oder 9 erreicht, lohnt der Spaziergang am Eider-Deich Richtung Sperrwerk. Wind drückt das Wasser über den Eider-Pegel, die Sieltore schließen, hinter den Toren brodelt die Sturmflut. Halte Abstand zur Deichkante. Nächste Café-Pause: Hafenrestaurant Tönning.
Umgebung und Tagesausflüge
Tönning liegt zentral auf Eiderstedt — von hier aus erreichst du jeden Punkt der Halbinsel und die Nachbarstädte in unter 45 Minuten. Drei Tagestouren für drei Wettertypen:
Bei Sonne: St. Peter-Ording und Strand (18 km)
Mit dem Auto in 25 Minuten, mit dem Bus in 40 Minuten. Vor Ort: 12 km Sandstrand mit Pfahlbauten, Strandsegeln und Kitesurfen, Strandbar-Atmosphäre. Mittagessen in einer Pfahlbau-Bude, Rückfahrt am späten Nachmittag. Mehr unter St. Peter-Ording.
Bei Wechselwetter: Husum und Storm-Stadt (25 km)
Mit der RB64 in 35 Minuten, mit dem Auto 30 Minuten. Vor Ort: das NordseeMuseum Husum, das Theodor-Storm-Haus, der Binnenhafen, der Schlosspark. Wenn das Wetter aufklart: Spaziergang an der Hafenkante mit Krabbenbrötchen-Pause. Bei Regen das Schloss vor Husum mit der Krokus-Blüte (im März).
Bei Regen: Friedrichstadt — Holländerstadt (15 km)
Mit dem Auto in 20 Minuten. Vor Ort: Grachten-Rundfahrt mit Tretboot, niederländische Treppengiebel-Häuser am Marktplatz, kleines Holländer-Museum. Mittagessen in einer der gemütlichen Stuben. Lohnt halben Tag, kombinierbar mit dem Tönning-Programm.
Eiderstedt-Vollständigkeit (12 bis 35 km)
- Westerhever Leuchtturm: rotweißes Wahrzeichen auf der Warft, 35 km Auto, Wanderung 30 Minuten
- Garding: Marsch-Marktort mit barocker Stadtkirche, Auto 12 Minuten
- Vollerwiek: älteste Kirche der Halbinsel und Wattenmeer-Blick, Auto 15 Minuten
- Katinger Watt: Vogelreservat westlich des Sperrwerks mit Beobachtungstürmen, Auto 12 Minuten



