Prerow liegt auf dem Darß, dem mittleren Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, etwa 70 km nordöstlich von Rostock. Der Ort hat rund 1.500 Einwohner, ist aber im Sommer zehnmal so voll. Der 14 km lange Weststrand (Darßer Ort bis Ahrenshoop) zählt zu den wenigen wilden Naturstränden der deutschen Ostseeküste, der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft beginnt am Ortsrand und im Herbst rasten bis zu 70.000 Kraniche zwischen Bodden und Darßwald. Anders als Zingst (Seebrücke, Hotel-Viertel) oder Wustrow (Bäderarchitektur, kleiner) bleibt Prerow Naturort — Bohlenwege durch die Düne, Reetdach-Häuser mit geschnitzten Darßer Türen, kein Hochhaus weit und breit.
Anreise und Erreichbarkeit
Prerow liegt am Ende einer Stichstraße — Durchgangsverkehr gibt es nicht. Aus dem Süden lohnt die Bahn bis Ribnitz-Damgarten und dann der Bus, mit dem Auto bist du aus Berlin oder Hamburg in unter vier Stunden vor Ort. Service-Adressen und Veranstaltungen pflegt der Kur- und Tourismusbetrieb auf ostseebad-prerow.de.
Mit dem Auto
Du fährst die A20 bis Abfahrt 22 Stralsund oder Abfahrt 21 Bad Sülze, dann über B105 und L21 in 50 Minuten ins Ortszentrum. Aus dem Süden alternativ über A19 bis Rostock und B105 Richtung Ribnitz-Damgarten.
Die L21 ist die einzige Hauptzufahrt zur Halbinsel — Freitagnachmittags und Sonntagvormittags staut es zwischen Pruchten und Wieck regelmäßig. Plan in der Hochsaison eine halbe Stunde Puffer ein.
Mit der Bahn
Prerow hat keinen Bahnhof. Nächster Halt ist Ribnitz-Damgarten West an der Linie RE 9 (Rostock – Stralsund), von dort fährt der Bus 210 der VVR im Stunden- bis Zwei-Stunden-Takt über Born und Wieck. Fahrzeit Ribnitz bis Prerow rund 50 Minuten.
Fahrpläne der Regionalzüge auf bahn.de. In der Hochsaison fährt zusätzlich der Darß-Express direkt ab Rostock — wenige Verbindungen, ohne Umstieg.
Mit dem Flugzeug
Nächster Verkehrsflughafen ist Rostock-Laage (RLG), 80 km westlich, mit Mietwagen in 1:15 Stunden. Für internationale Anschlüsse lohnt eher Hamburg (HAM) oder Berlin-Brandenburg (BER).
Parken vor Ort
Vier zentrale Parkflächen: Parkplatz Nordstrand, Parkplatz Seestraße, Tagesparkplatz am Ortseingang und Stellflächen entlang der Strandstraße. Tagestickets 5 bis 8 EUR, Stundengebühr meist 1,50 EUR. Die meisten Reetdach-Pensionen haben eigene Flächen, oft kostenfrei für Hausgäste. In der Hochsaison sind die Strandparkplätze ab zehn Uhr voll — früh starten oder das Park-and-Ride in Wieck nutzen.
Strände und Naturhighlights
Der Weststrand zieht sich über rund 14 km vom Darßer Ort an der Nordwestspitze bis nach Ahrenshoop — vom Prerower Ortskern sind es 8 km bis zum Darßer Ort. Anders als an den meisten Ostseebädern fehlen Buhnenkamm und durchgehende Strandkorb-Reihen — die Düne wandert, der Wald reicht stellenweise bis fast ans Wasser. Hinterland: der Darßwald, 6.000 Hektar Küstenwald aus Buchen, Eichen und Kiefern.
Weststrand
Der Weststrand gehört teilweise zum Nationalpark — vor Prerow klassisch nutzbar mit Strandkorb-Service, weiter westlich Richtung Darßer Ort Naturstrand ohne Infrastruktur. Strandkörbe an drei Stationen am Hauptzugang Nordstrand, Tagesmiete 10 bis 13 EUR. Wassertiefe über die ersten 30 Meter flach, danach fällt der Grund schneller ab als an der Lübecker Bucht. DLRG-Aufsicht im Sommer. Wer Ruhe will, läuft 15 Minuten Richtung Westen — Strandkörbe enden, unverstellter Blick auf Düne und Wald beginnt.
Darßer Ort
Die Nordwestspitze der Halbinsel, 8 km vom Ortskern entfernt, nur zu Fuß oder mit dem Rad. Direkt am Turm beginnt ein Naturlehrpfad durch den anwachsenden Darßwald — die Halbinsel wächst hier durch Sandanlandung pro Jahr um mehrere Quadratmeter nach Norden.
Hundestrand und FKK
Hundestrand am östlichen Ortsende Richtung Zingst, 1,5 km vom Hauptzugang, ganzjährig — sonst gilt vom 15. März bis 31. Oktober Strandverbot, strenger als an vielen anderen Ostseebädern wegen der Brutgebiete. Prerow hat eine FKK-Tradition aus der DDR-Zeit; heute liegt ein offizieller FKK-Bereich im westlichen Strandabschnitt, etwa 2 km Länge.
Nationalpark und Kranichrast
Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft beginnt am westlichen Ortsausgang und erstreckt sich über 786 Quadratkilometer — Halbinsel, Bodden und Teile von Hiddensee. Deutschlands drittgrößter Nationalpark, gegründet 1990, mit 143 km Wanderwegen und 85 km Radwegen. Zwischen Mitte September und Mitte Oktober rasten auf den Bodden bis zu 70.000 Kraniche auf dem Zug nach Süden — die größte Konzentration in Mitteleuropa. Abends fliegen sie aus den Nahrungsfeldern auf die flachen Boddengewässer. Beste Beobachtungspunkte: der Turm bei Pramort und das NABU-Kranich-Zentrum bei Groß Mohrdorf. Rastzahlen pflegt kraniche.de wöchentlich.
Top-Sehenswürdigkeiten
Seemannskirche Prerow
Reetgedeckter Bau 1726–1728 errichtet, 1830 als Backsteinbau erneuert, am alten Friedhof gelegen — mit hölzernem Dachreiter, barockem Altar und Schiffsmodellen als Votivgaben. Der älteste Stiftungseintrag stammt von 1788. Im Sommer Konzertreihe mit Kammermusik und norddeutscher Orgelmusik, kostenlos oder mit kleinem Eintritt.
Darßer Türen
Kunstvoll geschnitzte Hauseingangstüren mit Pflanzen-, Schiffs- und Symbolmotiven, eingeschnitzt und farbig gefasst. Tradition aus dem 18. und 19. Jahrhundert, als Bauern und Seeleute ihre Häuser identifizierbar machen wollten. Im Heimatmuseum stehen ältere Originale, im Ortskern findest du dutzende noch in Funktion — die dichteste Zone ist die Bergstraße und Buchenstraße.
Alter Leuchtturm Darßer Ort
1848 errichtet, 35 Meter hoch, aus rotem Backstein. Heute Teil des Natureums mit Ausstellung zur Halbinsel-Geologie und kleinem Meeresaquarium. Rundblick bei klarem Wetter über Hiddensee, Fischland und Bodden. Erreichbar nur zu Fuß oder mit dem Rad — 8 km ab Prerow, zwei Drittel im Wald, der Rest am Strand.
Heimatmuseum Prerow
Reetgedecktes Kapitänshaus von 1827, ältestes Wohngebäude des Ortes. Drei Räume mit Fischerei-Geräten, Schiffsmodellen und einer Sammlung historischer Darßer Türen. Eintritt unter 5 EUR. Lohnt im Schlechtwetter.
Darßwald und Hohe Düne
6.000 Hektar Küstenwald zwischen Prerow, Zingst und Born — Buche, Stieleiche, Waldkiefer mit Heideflächen. Der Wald reicht stellenweise bis auf 50 Meter ans Meer. Die "Hohe Düne" ist mit über 12 Metern eine der höchsten Wanderdünen der deutschen Ostseeküste. Komplett im Nationalpark.
Künstlerkolonie Ahrenshoop
10 km westlich auf dem Fischland, mit dem Rad in 30 Minuten. Seit Ende des 19. Jahrhunderts Künstlerort — Paul Müller-Kaempff und Anna Gerresheim gründeten eine norddeutsche Variante von Worpswede. Im Kunstmuseum Ahrenshoop hängen Werke der ersten Generation.
Beobachtungsturm Pramort
Östlich der Halbinsel auf einem Werder im Bodden, 15 km von Prerow. Holzturm mit Blick auf flaches Boddenwasser — im Herbst der wichtigste Punkt für Kranich-Beobachtung. Erreichbar nur mit dem Rad oder zu Fuß ab Zingst. Im September und Oktober rasten abends bis zu 50.000 Tiere sichtbar.
Aktivitäten und Erlebnisse
Was du in Prerow unternimmst, hängt vom Wetter und der Reisegruppe ab:
Bei Sonne
- Radtour zum Darßer Ort: 8 km, über Küstenwanderweg im Wald oder am Strand, Leihrad ab 10 EUR pro Tag
- Stand-Up-Paddling auf dem Bodden: Verleih am Hafen ab 22 EUR pro Halbtag, ruhige Fläche ohne Wellen
- Wandern auf der Hohen Düne: markierter Pfad ab Nordstrand-Zugang, 90-Minuten-Schleife
- Kanutour auf dem Prerowstrom: Boddenarm zwischen Hafen und Bodden, Halbtag 25 EUR
- Beachvolleyball: öffentliche Felder am Hauptstrand, kostenlos
- Strandsegeln (Blokart): auf dem festen Sand des östlichen Weststrands; Schnupperkurse 35 EUR pro 90 Minuten, Verleih ab 4 Beaufort
- Sandfang-Tour mit Ranger: 2,5-Stunden-Wanderung zum aktiven Sandanlandungs-Bereich am Darßer Ort, dreimal pro Woche ab Natureum, 12 EUR pro Person
- Bernstein-Suche: nach Weststurm zwischen Prerow und Ahrenshoop; beste Funde November bis März in Tang-Streifen direkt nach Sturm
Bei Regen
- Heimatmuseum Prerow Ortsgeschichte und Darßer Türen
- Natureum Darßer Ort Halbinsel-Geologie und Meeresaquarium am alten Leuchtturm
- Kunstmuseum Ahrenshoop Künstlerkolonie der Jahrhundertwende und norddeutsche Moderne
- Erlebnisbad in Zingst Bad mit Saunalandschaft, 8 km östlich
- Ozeaneum Stralsund 75 km östlich, eines der größten Aquarien Deutschlands
Mit Kleinkindern
Der Hauptstrand fällt flach ab — über die ersten 20 Meter knietief, gut für erste Schwimmversuche. Spielplätze am Kurpark und Hafen. Buggy-tauglich sind die Bohlenwege durch die Düne. Strandkorb am Vortag reservieren. Für Tier-Erlebnisse lohnt der Wildpark Marlow (40 km) mit Wölfen, Bären und Greifvögeln.
Sportlich
Joggingstrecke entlang des Weststrands: 8 km bis zum Darßer Ort, ohne Ampel oder Querung. Untergrund Sand — für harten Boden auf den Bohlenwegen. Reiten ist auf dem Darß Tradition — Reiterhöfe in Wieck und Born bieten Strandritte außerhalb der Hauptsaison.
Gastronomie und regionale Spezialitäten
Die Küche auf dem Darß ist Boddenküche — Hering, Aal, Zander, dazu Wild aus dem Darßwald und Lammfleisch von den Salzwiesen. Eigene Tradition: der Darßer Hechtkloß, eine Hechtbällchen-Suppe mit Sahne, in mehreren Restaurants auf der Karte.
Fischbrötchen-Buden
Am Hafen stehen zwei klassische Fischbrötchen-Stände, geöffnet von Ostern bis Mitte Oktober. Bismarck, Brathering, Krabben, geräucherter Aal vom hauseigenen Räucherofen — 4 bis 7 EUR. Im Ortskern an der Strandstraße eine dritte Bude mit längeren Öffnungszeiten in der Nebensaison.
Restaurants im Ort
- Strandhaus Prerow regionale Karte mit Boddenfisch und Wild, Reservierung Pflicht (Hauptgericht 22 bis 32 EUR)
- Dünenhus Fisch- und Bistrokarte in einem Reetdach-Haus aus dem 19. Jahrhundert (16 bis 26 EUR)
- Hafenkneipe Prerow ehrliche Karte direkt am Wasser, Spezialität geräucherter Aal vom Bodden
- Restaurant am Leuchtturm in Zingst, 10 km östlich, mit regionaler Sterne-Ambition
Cafés, Markttag und Mitbringsel
Das Kaffeehus an der Bergstraße führt Sanddorn-Torte, Buchweizen-Pfannkuchen und Honigbrote aus eigener Bäckerei. Café Kranich am Ortsausgang Richtung Zingst hat einen Buchladen mit Naturliteratur — beliebt bei Birdwatchern. Wochenmarkt Donnerstag und Samstag 8 bis 13 Uhr am Gemeindeplatz: Honig, Käse aus Born, Fisch vom Kutter, im Spätsommer Sanddorn. Zum Mitnehmen lohnen Sanddorn-Saft, geräucherter Boddenaal frisch vom Räucherofen am Hafen, Lammwurst von den Salzwiesen-Lämmern aus einer Metzgerei in Born und Hechtkloß-Mischung.
Events und Saisonkalender
Die wichtigsten Termine — generisch nach Quartal, weil sich Daten jährlich verschieben:
Frühjahr (April bis Juni)
Saisoneröffnung Anfang Mai mit Strandkorb-Aufstellung und Kurkonzertreihe im Pavillon. Mitte Mai Frühlingsmarkt am Gemeindeplatz mit Sanddorn-Setzlingen und Reetdach-Handwerk. Im Juni Kammermusik mehrmals im Monat in der Seemannskirche, erste Kanu-Kurse auf dem Bodden.
Sommer (Juli bis September)
Hauptsaison. Anfang Juli das Umweltfotofestival "Horizonte" in Zingst — eines der größten europäischen Naturfoto-Treffen. Mitte Juli Reetdach-Tage in Wieck und Born mit alten Handwerkstechniken. Im August die Darßer Naturfilmfestival-Vorpremiere mit Wildlife-Filmen. Anfang September Kranichbeobachtungs-Touren mit Rangern, Buchung über die Tourist-Info.
Herbst (Oktober bis November)
Mitte September bis Mitte Oktober Kranichzeit — bis zu 70.000 Vögel zwischen Prerow, Zingst und Hiddensee. Geführte Touren am Beobachtungsturm Pramort, Einflug zwischen 17 und 19 Uhr. Im Oktober schließen die Strandservice-Anbieter, Anfang November Drachenfest am Nordstrand, kostenfrei.
Winter (Dezember bis Februar)
Adventsmarkt am Gemeindeplatz Anfang Dezember, kompakter als die Märkte in Stralsund und Rostock. Silvester ohne offizielles Feuerwerk — der Nationalpark schränkt Pyrotechnik wegen der Tierwelt ein. Im Januar und Februar fast menschenleer, die wenigen geöffneten Wellnesshotels haben gute Preise.
Geschichte und Kultur
Prerow wird erstmals 1392 urkundlich erwähnt, ursprünglich als slawische Siedlung am Boddenufer. Der Name kommt vermutlich aus dem slawischen "prerov" für "Übergang" — passt zur Lage zwischen Bodden und offener Ostsee.
Vom Seefahrerdorf zum Seebad
Lange war Prerow Fischer- und Seefahrerort. Im 18. und 19. Jahrhundert hatten viele Familien Männer auf großer Fahrt — Hamburger Reeder warben am Darß gezielt junge Seeleute. Die Reichtümer aus der Schifffahrt finanzierten die Reetdach-Häuser mit den Darßer Türen. 1818 öffnete ein erstes Badehaus, der Aufstieg zum Seebad begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit der bürgerlichen Sommerfrische.
Künstlerkolonie und DDR-Zeit
Anfang des 20. Jahrhunderts strahlte die Ahrenshooper Künstlerkolonie auch nach Prerow aus — die offene Düne, das Licht, die Reetdach-Häuser galten als Motivlandschaft. Während der DDR-Zeit wurden viele Häuser FDGB-Ferienheime, der Weststrand einer der bekanntesten FKK-Strände der DDR. Durch den Nationalpark-Status seit 1990 ist die Bauentwicklung deutlich begrenzt.
Marinestützpunkt am Darßer Ort
Weniger bekannt: Am Darßer Ort betrieb die NVA bis 1990 einen Marinestützpunkt mit Funkbeobachtungsstation, der Westabschnitt war Sperrgebiet. Paradoxe Folge: Weil der Bereich unzugänglich blieb, konnte sich die Düne ungestört nach Norden vorschieben — diese Schutzzone machte den heutigen Naturpark erst möglich. Betonfundamente in der Heide bei Pramort sind noch sichtbar.
Plattdeutsch auf dem Darß
Auf dem Darß lebt das Plattdeutsche stärker als an vielen norddeutschen Küsten. Auf dem Wochenmarkt hörst du es zwischen Älteren noch regelmäßig, an Hofschildern findest du teils zweisprachige Schreibweisen. Plattdeutsche Lesungen finden im Winterhalbjahr in der Seemannskirche und im Heimatmuseum statt.
Wetter und beste Reisezeit
Das Klima auf dem Darß ist gemäßigt mit kühlen, häufig windigen Sommern und milden, nassen Wintern. Die Wassertemperatur erreicht im August Höchstwerte um 18 bis 19 Grad, im Oktober fällt sie schnell unter 12 Grad. Das Mikroklima ist windexponiert — die Halbinsel ragt weit ins offene Meer, Westwind ist die Standardrichtung.
Beste Reisezeit für Familien
Mai & Juni
Hochsaison
Juli & August
Kraniche & Natur
Mitte September bis Mitte Oktober
Wellness & Ruhe
November bis Februar
Praktische Tipps
- € Kurtaxe 3,20 EUR pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison, 1,60 EUR in der Nebensaison. Wird über das Hotel mitabgerechnet, gilt als Strandzugang und Rabatt-Schlüssel im Bus 210 und für Heimatmuseum und Natureum.
- Hund Hunde ausgewiesener Hundestrand am östlichen Ortsende ganzjährig erlaubt, sonst vom 15. März bis 31. Oktober Strandverbot — strenger als an vielen anderen Ostseebädern. Im Nationalpark Leinenpflicht.
- WLAN WLAN kostenfreies Hotspot-Netz am Gemeindeplatz, am Hafen und vor der Tourist-Info. Im Nationalpark bewusst keine Verstärker — Empfang im Darßwald oft schwach.
- + Apotheke & Ärzte eine Apotheke in der Strandstraße, zwei Hausarztpraxen. Nächstes Krankenhaus: Boddenklinik Ribnitz-Damgarten (35 km), für Schwereres Universitätsmedizin Rostock oder Klinikum Stralsund.
- € Geldautomaten Sparkasse Vorpommern an der Strandstraße und Edeka am Ortsausgang Richtung Zingst. In den Sommerferien manchmal leer — am Anreisetag abheben.
- ♿ Barrierefreiheit Bohlenwege durch die Düne teilweise rollstuhltauglich, der Hauptzugang Nordstrand mit Rollstuhlrampen, drei Strandrollstühle über die Tourist-Info kostenfrei.
- i Tourist-Information Gemeindeplatz 1, ganzjährig geöffnet, in der Saison sonntags. Karten, Kurkarten, Strandkorb-Reservierung und Ranger-Touren.
Insider-Tipps
Der Bohlenweg durch die Hohe Düne
Östlich vom Hauptstrand-Zugang führt ein 800 Meter langer Bohlenweg durch die Hohe Düne — wenig markiert, kaum besucht. Du gehst durch Strandhafer und Krüppelkiefern, am höchsten Punkt eine kleine Aussichtskanzel mit Blick über Strand und Wald. Vom Hauptzugang in 15 Minuten, im Hochsommer hast du den Bereich oft fast für dich.
Altes Bootshaus am Prerowstrom
Am Boddenufer, etwa 500 Meter südlich vom Hafen, steht ein altes Reetdach-Bootshaus aus den 1920ern. Privater Steg davor, kein Zugang zum Wasser für Fremde — aber der Blick aus der Ferne ist eine Postkarte. Im Spätsommer sitzen abends Reiher auf dem Steg. Erreichbar über den Boddenuferweg vom Hafen.
Sanddorn-Hof zwischen Born und Wieck
Auf der Strecke zwischen Born und Wieck liegt ein kleiner Hof mit eigener Sanddorn-Plantage. Saft, Likör, Marmelade, im Spätsommer Beeren zum Selbstpflücken. Nicht ausgeschildert — frag in der Tourist-Info oder im Edeka am Ortsausgang nach. Mit dem Rad in 25 Minuten von Prerow.
Aussichtskanzel am Bressower Bülten
Versteckt zwischen Prerow und Born, etwa 4 km südlich vom Hafen, liegt eine kleine Holz-Aussichtskanzel am Rand der Boddenwiesen — kein Hinweisschild, der Pfad zweigt vom Boddenuferweg rechts ab. Blick auf die flache Boddenkante, im Frühjahr brüten Rotschenkel und Kiebitz, im Herbst rasten Kraniche sichtbar. Bestes Licht morgens vor neun.
Umgebung und Tagesausflüge
Drei Tagestouren für drei Wettertypen:
Bei Sonne: Ahrenshoop und Fischland (10 km)
Mit dem Rad in 30 Minuten über den Ostseeküstenradweg, mit dem Auto in 15 Minuten. Vor Ort: das Kunstmuseum Ahrenshoop mit Werken der ersten Künstlerkolonie-Generation, Bummel durch die Galerien, Mittagessen in einem Reetdach-Restaurant. Rückfahrt entlang der Steilküste — der Hohe Ufer-Abschnitt zwischen Ahrenshoop und Wustrow ist landschaftlich der schönste der Halbinsel.
Bei Wechselwetter: Stralsund und Ozeaneum (75 km)
Mit dem Auto 1:15 Stunden. Stralsund ist UNESCO-Welterbe — Backsteingotik, Hafen mit der Gorch Fock I, das Ozeaneum als eines der größten Aquarien Deutschlands (Tagesticket etwa 19 EUR).
Bei Regen: Greifswald und Karrendorfer Wiesen (60 km)
Mit dem Auto eine Stunde. Greifswald: Hansestadt mit gotischer Universität, Caspar-David-Friedrich-Zentrum (der Maler ist hier geboren), Pommersches Landesmuseum. Bei Wetterbesserung Abstecher zu den Karrendorfer Wiesen — renaturierte Salzwiese am Bodden mit Beobachtungsturm, im Frühjahr und Herbst Tausende Wat- und Wasservögel.
Tagesausflüge weiter weg
- Insel Hiddensee mit der Fähre ab Schaprode auf Rügen. Autofreie Insel mit Klippenküste, Leuchtturm Dornbusch und der Künstlersiedlung Vitte.
- Rügen (etwa 100 km östlich): Sassnitz, Königsstuhl, Binz, Jagdschloss Granitz. Anfahrt rund 1:45 Stunden, ein Tagesausflug reicht für einen Schwerpunkt-Ort.
- Rostock und Warnemünde 70 km westlich, eine Stunde. Kröpeliner Tor, Marienkirche, Strand und Leuchtturm Warnemünde.




