Marriott Bonvoy hat seinen Loyalty Trends Report 2026 veröffentlicht — mit einem klaren Befund für Asien-Pazifik (ohne China): 89 % der Reisenden nutzen mindestens ein Treueprogramm, aber die Art der Nutzung unterscheidet sich je nach Markt und Reisemotivation deutlich. Indien zählt zu den am schnellsten wachsenden Loyalty-Märkten der Region.
Treueprogramme sind überall — aber nicht gleich
Wer in Asien-Pazifik reist, hat fast sicher eine Loyalty-Karte im Gepäck. 89 % der Befragten sind laut Marriott Bonvoys Report in mindestens einem Programm eingeschrieben. Die entscheidende Frage ist nur: Was erwarten diese Menschen eigentlich davon?
Der Report zeigt, dass die Antwort je nach Land sehr unterschiedlich ausfällt. Das klassische Modell — Nächte sammeln, Freizimmer einlösen — reicht längst nicht mehr als alleinige Strategie. Reisende in der APEC-Region verlangen zunehmend Alltagswert, also Punkte und Vorteile, die auch abseits des Hotels relevant sind, und Prämien, die zu ihrer konkreten Reisemotivation passen.
Indien als Wachstumsmotor
Besonders hervorgehoben wird im Report Indien. Der Markt gilt als einer der dynamischsten der gesamten APEC-Region, wenn es um Loyalty-Engagement geht. Treiber sind laut Marriott Bonvoy zwei Faktoren: der Wunsch nach erlebnisorientierten Reisen und ein starkes Interesse an aspirativen Prämien — also Belohnungen, die sich nach mehr anfühlen als ein Rabatt-Gutschein.
Was das konkret bedeutet: Indische Reisende wollen für ihre gesammelten Punkte eher besondere Erlebnisse einlösen — Upgrades, exklusive Zugang zu Events, lokale Erfahrungen — als schlicht ein Gratisnacht-Zimmer in einer Standardkategorie.
Weg vom Einheitsmodell
Der Report signalisiert eine klare Richtung für die Hotelbranche: Ein Treueprogramm, das in Japan gut funktioniert, muss in Australien oder Thailand nicht dieselben Ergebnisse liefern. Marktspezifisches Verhalten, lokale Reisekulturen und unterschiedliche Erwartungen an den Alltagsnutzen von Programmpunkten machen eine regionale Differenzierung notwendig.
- Alltagswert: Punkte, die auch beim Einkaufen, bei Restaurants oder durch Partner-Angebote gesammelt werden können, gewinnen an Bedeutung
- Erlebnis-Prämien: Freizimmer allein reichen nicht mehr — Reisende wollen Upgrades, Spa-Zugang oder kulturelle Erlebnisse einlösen
- Lokale Differenzierung: Was Reisende in Singapur motiviert, unterscheidet sich messbar von den Erwartungen in Indien oder anderen Märkten
- Reisemotivation als Treiber: Die Art, wie jemand reist — Geschäftsreise, Familienurlaub, Abenteuertrip — prägt, welche Loyalty-Vorteile überhaupt wahrgenommen werden
Was das für dich als Reisender bedeutet
Für alle, die selbst bei Programmen wie Marriott Bonvoy oder vergleichbaren Hotel-Treueprogrammen eingeschrieben sind, lohnt ein Blick auf die eigene Nutzung: Sammelst du vor allem Punkte durch Hotelnächte, oder nutzt du auch die Alltags-Partner, über die viele Programme inzwischen verfügen — also Kreditkarten, Flugbuchungen, Mietwagen oder Restaurant-Kooperationen?
Der Report macht deutlich, dass Hotelketten ihre Programme zunehmend in diese Richtung ausbauen werden. Wer das früh versteht und sein Punktekonto aktiv über mehrere Kanäle befüllt, kommt schneller in höhere Statusstufen — und kann dann genau die Erlebnis-Prämien einlösen, die laut dem Report am stärksten nachgefragt werden: Zimmer-Upgrades, besonderer Zugang, individuelle Erfahrungen vor Ort.
Für Reisende, die häufig in der APEC-Region unterwegs sind — ob für Arbeit oder Urlaub — dürfte sich das Angebot in den nächsten Jahren spürbar weiterentwickeln. Die Zahlen aus dem Report geben Hotels und Ketten einen klaren Auftrag, stärker auf regionale Unterschiede einzugehen. Davon könnten Reisende direkt profitieren, sofern sie ihr Programm aktiv nutzen und nicht nur Karte einschecken lassen.




