Jamaika übernimmt 2027 die Ausrichtung des zweiten CTO Air Connectivity Summits: Am 23. Februar trifft sich die Branche in Kingston, um bessere Flugverbindungen in und aus der Karibik voranzutreiben. Das erste Treffen dieser Art fand 2026 auf Bermuda statt — mit konkreten Ergebnissen.
Was hinter dem CTO Air Connectivity Summit steckt
Die Caribbean Hotel and Tourism Association (CHTA) veranstaltete diese Woche in Antigua ihr Caribbean Travel Marketplace. Dort kündigte Jamaikas Tourismusminister Edmund Bartlett an: Kingston wird am 23. Februar 2027 Gastgeber des zweiten jährlichen Air Connectivity Summits der Caribbean Tourism Organization (CTO).
Das Ziel des Gipfels ist nüchtern formuliert: Flugverbindungen innerhalb der Karibik verbessern und die Region für internationale Airlines attraktiver machen — beides unter dem Druck globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten.
Was beim ersten Gipfel auf Bermuda erreicht wurde
Die Premiere fand 2026 auf Bermuda statt. Am Ende stand ein Memorandum of Understanding (MoU) — ein formaler Rahmen, der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ländern und Organisationen festhält. Das MoU ist rechtlich nicht bindend, legt aber Schwerpunkte fest:
- Bessere Erreichbarkeit der Karibik-Inseln per Flugzeug
- Aufbau von institutionellen Kapazitäten im Luftfahrtsektor
- Förderung nachhaltiger und widerstandsfähiger Flugverbindungen
Dass Jamaika jetzt die Folgekonferenz ausrichtet, ist kein Zufall: Das Land gehört zu den größten Tourismusmärkten der Karibik und hat ein starkes Interesse daran, mehr Direktflüge aus Europa und Nordamerika anzuziehen.
Was das für deinen Jamaika-Urlaub bedeutet
Kurzfristig ändert sich für Urlauber nichts. Aber solche Gipfeltreffen wirken mittel- bis langfristig: Wenn mehr Airlines überzeugt werden, Karibik-Routen zu öffnen oder auszubauen, steigt der Wettbewerb — und damit oft auch der Druck auf die Ticketpreise.
Jamaika selbst wird über den Norman Manley International Airport in Kingston und den Sangster International Airport in Montego Bay angeflogen. Aus Deutschland gibt es keine Direktverbindung; Umsteiger nutzen meist London Heathrow, Amsterdam oder New York. Mehr Flugoptionen in der Region würden besonders Karibik-Rundreisen leichter machen, bei denen Inseln oft nur über US-amerikanische Drehkreuze erreichbar sind.
Karibik-Konnektivität: ein strukturelles Problem
Die Karibik leidet seit Jahren unter fragmentierten Flugverbindungen. Wer etwa von Jamaika nach Barbados fliegen will, muss häufig über Miami oder San Juan auf Puerto Rico umsteigen — obwohl beide Inseln keine 3.000 Kilometer auseinanderliegen. Innerkaribische Direktflüge sind teuer und selten.
Genau das soll der Summit adressieren. Ob sich daran bis 2027 etwas ändert, hängt davon ab, ob Airlines und Regierungen konkrete Abkommen schließen — das MoU von Bermuda war ein erster Schritt, kein Ergebnis.



