Wenn du zu Hause Müll trennst und Wasser sparst, im Urlaub aber beim Handtuchwechsel und Buffet plötzlich großzügiger wirst, bist du nicht allein. Laut einer repräsentativen HolidayCheck-Studie sagt jeder dritte der Befragten, der sich daheim nachhaltig verhält, dass er das im Urlaub zumindest teilweise aufgibt. Die Umfrage zeigt auch: Viele machen nicht aus Protest schlapp, sondern wegen fehlender Infos, fehlender Infrastruktur und Bequemlichkeit.
Die Studie trifft einen Nerv, weil sie kein Moralthema draus macht. Sie zeigt eher, wo unterwegs kleine Hürden aus ausgeräumten Vorsätzen wieder Ausreden machen.

Was die Umfrage wirklich zeigt

Im Kern geht es nicht um ein paar Einzelfälle am Buffet. HolidayCheck beschreibt ein Muster: Zu Hause achten viele auf Mülltrennung, Wasserverbrauch und Einkauf. Im Urlaub kippt das Verhalten oft, weil der Alltag wegfällt und die Umgebung andere Regeln setzt.

Besonders deutlich wird das bei den Punkten, die im Hotel oder am Reiseziel direkt sichtbar sind: Handtücher häufiger wechseln, länger duschen, Teller voll laden und Essensreste stehen lassen. Laut HolidayCheck nennen viele Befragte dafür drei Gründe: fehlende Infrastruktur, unklare Vorgaben und den Wunsch, sich im Urlaub auch mal etwas zu gönnen.

Warum das nicht nur ein Moralproblem ist

Die Studie legt nahe: Wer nachhaltiger reisen will, braucht einfache Abläufe. Wenn der richtige Abfallbehälter fehlt oder Regeln zur Mülltrennung nur halb erklärt werden, sinkt die Bereitschaft sofort. Das ist kein neues Phänomen, aber es erklärt, warum gute Vorsätze am Ferienort schneller verschwinden als daheim.

Die größten Stellschrauben im Urlaub

  • Handtücher und Zimmerreinigung: Die Hälfte der Befragten würde laut HolidayCheck seltener frische Handtücher anfordern oder auf die Reinigung verzichten, wenn es dafür einen kleinen Rabatt gäbe.
  • Verständliche Regeln: Viele wollen klar sehen, wie Müll getrennt wird und was vor Ort erwartet wird.
  • Weniger Umwege: Tipps vom Hotel oder Portal helfen, wenn du vor Ort nachhaltiger essen, anreisen oder dich bewegen willst.
  • Preis spielt mit: Nachhaltige Angebote müssen laut Studie leichter auffindbar und preislich nachvollziehbar sein.

Was du als Gast direkt tun kannst

  • Beim Check-in nachfragen: Gibt es Sammelstellen für Müll, Trinkwasser oder einen Verzicht auf tägliche Reinigung?
  • Am Buffet kleiner starten: Nimm erst eine Portion und hol dir bei Bedarf nach. Das senkt Food Waste sofort.
  • Leitungswasser prüfen: In vielen Orten spart das unnötige PET-Flaschen.
  • Zu Fuß, per Rad oder ÖPNV: Wenn die Wege kurz sind, braucht es oft kein Mietauto.

Relevanz für Hotels und Anbieter

Für Hotels ist die Studie praktisch, weil sie eine einfache Regel bestätigt: Nachhaltigkeit klappt besser, wenn sie bequem ist. Das passt auch zu den Zielen vieler Häuser, die heute schon mit digitalen Gästemappen, klaren Reinigungsoptionen und regionaler Küche arbeiten. Das DEHOGA-Umfeld diskutiert solche Themen seit Jahren, vor allem dort, wo Energie, Wasser und Abfall direkt Kosten machen.

Wo du nachhaltige Angebote besser erkennst

Halte bei der Buchung nach konkreten Angaben Ausschau: Reinigungsrhythmus, Mobilitätsinfos, regionale Lieferketten oder zertifizierte Häuser. Wenn ein Hotel nur von „grün“ spricht, aber keine Details nennt, hilft dir das wenig. Wenn es dagegen nachvollziehbar erklärt, wie Handtuchwechsel, Mülltrennung und Verpflegung laufen, kannst du realistischer entscheiden.


Einordnung für die Reiseplanung

Die HolidayCheck-Umfrage zeigt vor allem eins: Nachhaltigkeit scheitert im Urlaub selten an Ablehnung. Meist scheitert sie an fehlender Orientierung. Genau da können Hotels, Veranstalter und Portale ansetzen. Wenn du selbst bewusster reisen willst, such dir bei der Buchung die kleinen Hebel: gute ÖPNV-Anbindung, klare Infos zur Zimmerreinigung, regionale Küche und wenig Verpackung am Frühstücksbuffet.

Der große Effekt entsteht nicht aus Perfektion. Er entsteht aus vielen kleinen Entscheidungen, die dir den Urlaub nicht schwer machen. Genau deshalb sind einfache Hinweise vor Ort oft mehr wert als eine lange Nachhaltigkeits-Überschrift auf der Hotelwebsite.

FAQs

Warum verhalten sich viele im Urlaub weniger nachhaltig?

Weil der Alltag wegfällt und viele vor Ort keine klaren Regeln oder passende Infrastruktur finden. Dazu kommt der Wunsch, sich im Urlaub auch mal etwas zu gönnen.

Woran erkennst du ein nachhaltigeres Hotel?

Achte auf konkrete Infos zu Handtuchwechsel, Zimmerreinigung, Mülltrennung, regionalen Produkten und Mobilität. Vage Begriffe reichen nicht.

Lohnt sich der Verzicht auf tägliche Zimmerreinigung?

Ja, wenn das Hotel es sauber organisiert. Laut HolidayCheck würde die Hälfte der Befragten dafür sogar einen kleinen Rabatt akzeptieren.

Was kannst du sofort selbst ändern?

Iss am Buffet bewusster, nutze weniger Einwegverpackung und frag nach ÖPNV, Trinkwasser und Reinigungsrhythmus. Das sind einfache Schritte mit direkter Wirkung.

Ist Nachhaltigkeit im Urlaub immer teurer?

Nicht automatisch. Die Studie zeigt eher: Viele wollen klare, bezahlbare und gut sichtbare Optionen. Wenn das Angebot verständlich ist, steigt die Bereitschaft deutlich.

HÄUFIGE FRAGEN

Warum verhalten sich viele im Urlaub weniger nachhaltig?

Weil der Alltag wegfällt und viele vor Ort keine klaren Regeln oder passende Infrastruktur finden. Dazu kommt der Wunsch, sich im Urlaub auch mal etwas zu gönnen.

Woran erkennst du ein nachhaltigeres Hotel?

Achte auf konkrete Infos zu Handtuchwechsel, Zimmerreinigung, Mülltrennung, regionalen Produkten und Mobilität. Vage Begriffe reichen nicht.

Lohnt sich der Verzicht auf tägliche Zimmerreinigung?

Ja, wenn das Hotel es sauber organisiert. Laut HolidayCheck würde die Hälfte der Befragten dafür sogar einen kleinen Rabatt akzeptieren.

Was kannst du sofort selbst ändern?

Iss am Buffet bewusster, nutze weniger Einwegverpackung und frag nach ÖPNV, Trinkwasser und Reinigungsrhythmus. Das sind einfache Schritte mit direkter Wirkung.

Ist Nachhaltigkeit im Urlaub immer teurer?

Nicht automatisch. Die Studie zeigt eher: Viele wollen klare, bezahlbare und gut sichtbare Optionen. Wenn das Angebot verständlich ist, steigt die Bereitschaft deutlich.
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