Heringsdorf ist das mondänste der drei Usedomer Kaiserbäder – berühmt für seine prächtigen Bädervillen, die längste Seebrücke Deutschlands und den Baumwipfelpfad über dem Küstenwald. Dieser Guide beantwortet die häufigsten Fragen zu Anreise, Sehenswürdigkeiten, Kosten und Ausflügen kompakt an einem Ort.
Wo liegt Heringsdorf – und woher der Name?
Heringsdorf liegt in Mecklenburg-Vorpommern auf der Ostseeinsel Usedom, direkt an der Grenze zu Polen. Zusammen mit Ahlbeck und Bansin bildet es die drei Kaiserbäder; Bansin und Ahlbeck gehören heute zur Gemeinde Ostseebad Heringsdorf. Der Name geht auf die Heringsfischerei zurück, von der die ursprüngliche Fischersiedlung lebte. Zum mondänen Seebad wurde der Ort im 19. Jahrhundert: Oberforstmeister Georg Bernhard von Bülow ließ 1825 auf dem Kulm das klassizistische „Weiße Schloss" als erstes Gästequartier errichten und legte damit den Grundstein für die Bäderkultur.
Anreise nach Heringsdorf
Von Berlin erreicht man Heringsdorf in gut drei Stunden mit dem Auto über die B111 oder per Bahn mit Umstieg auf die Usedomer Bäderbahn (UBB) ab Züssow. Auf der Insel verbindet die UBB die Kaiserbäder im Takt. Der Flughafen Heringsdorf bietet saisonale Verbindungen; das Angebot wechselt je nach Anbieter und Sommerflugplan. Vor Ort kommt man bequem zu Fuß, mit dem Rad oder der Bäderbahn voran.
Sehenswürdigkeiten
Die Seebrücke Heringsdorf
Die Seebrücke ist mit rund 508 Metern die längste Seebrücke Deutschlands. Die heutige Konstruktion aus Stahl und Glas entstand 1994/1995 nahe dem Standort der historischen Kaiser-Wilhelm-Brücke von 1893. Auf der Brücke laden Geschäfte und Gastronomie zum Verweilen ein, und der Blick über Strand und Bäderarchitektur ist einzigartig.
Baumwipfelpfad Usedom
Der Baumwipfelpfad führt in bis zu 23 Metern Höhe durch die Kronen des Küstenwaldes. Der barrierearme Pfad ist insgesamt rund 1.350 Meter lang (Hauptpfad und Turmrampe zusammen) und mündet in einen etwa 33 Meter hohen Aussichtsturm mit Rundblick über Insel und Ostsee.
Riesenrad „Circle of Life"
Direkt an der Promenade dreht sich das 50 Meter hohe Riesenrad „Circle of Life", eines der größten transportablen Riesenräder der Welt. Von den klimatisierten Gondeln reicht der Blick weit über die Kaiserbäder und bis nach Polen.
Was kann man in Heringsdorf unternehmen?
Neben Baden und langen Strandspaziergängen lohnt die Promenade mit ihren Villen, Cafés und Boutiquen. Beliebt sind Radtouren – auch mit dem E-Bike – entlang der Küste, Schiffsausflüge und die Veranstaltungen der Saison, darunter Wochenmärkte und die Kaisertage. Wer die Nachbarbäder erkunden will, folgt der durchgehenden Strandpromenade: Von Heringsdorf nach Ahlbeck läuft man rund 30 bis 40 Minuten. Wie lange man in die andere Richtung braucht, steht im Detail unter Von Bansin nach Heringsdorf zu Fuß.
Ausflüge nach Polen
Die polnische Grenze liegt unmittelbar hinter Ahlbeck. Bis ins polnische Świnoujście (Swinemünde) sind es von Heringsdorf nur rund sechs Kilometer – bequem mit der UBB, dem Bus, dem Rad oder zu Fuß entlang der Promenade. Weiter östlich locken Ausflüge nach Stettin (Szczecin).
Praktisches: Kurtaxe und Kosten
Für den Aufenthalt wird eine Kurabgabe erhoben. In der Hauptsaison liegt sie bei rund 3,50 Euro pro Person und Nacht, in der Nebensaison bei etwa 1,50 Euro. Mit der Kurkarte sind zahlreiche Leistungen vor Ort verbunden. Strandkörbe lassen sich tageweise mieten; eine frühe Reservierung in der Hauptsaison lohnt sich.


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