Sechs Jahre in Folge hat die World Travel Awards Explora zur weltbesten Expeditionsreise-Marke gekürt. Das chilenische Unternehmen betreibt sieben Lodges in Chile, Peru, Bolivien und Argentinien — und versteht sich weniger als Hotelbetreiber, sondern mehr als Tor zu abgelegenen Naturräumen. Der Ansatz: tief rein, nichts überstürzen, und dabei Naturschutz mitdenken.
Was Explora vom klassischen Luxus-Resort trennt
Ein Infinity-Pool mit Bergblick reicht Explora nicht. Zentrales Prinzip ist die Expedition selbst — geführte Touren, die tiefer in das jeweilige Ökosystem führen, als es ein Tagesausflug vom nächsten Stadthotel je könnte. Patagoniens Steppen, die Atacama-Wüste, der Titicacasee: Jeder Standort wurde bewusst gewählt, weil er wissenschaftlich und ökologisch besonders ist.
Das klingt nach Marketing — aber die Praxis ist konsequent. Explora beschäftigt eigene Naturführer, die mit den Gästen Geologie, Flora und Fauna des jeweiligen Gebiets erarbeiten. Wer nur schöne Fotos machen will, ist nicht falsch hier. Wer aber verstehen will, warum die Atacama die trockenste Wüste der Erde ist, bekommt das erklärt — draußen, an Ort und Stelle.
Die sieben Standorte — von der Wüste bis zum Gletscher
Explora verteilt seine sieben Lodges über vier Länder und dabei über sehr unterschiedliche Klimazonen. Das ist kein Zufall — jeder Standort deckt ein eigenes Ökosystem ab:
- Atacama (Chile): Hochplateau, Geysire, Salzseen — einer der extremsten Lebensräume der Erde
- Patagonien (Chile/Argentinien): Torres del Paine, Wind, Gletscher, Granittürme
- Bolivien: Altiplano, Salar de Uyuni und die Kolonialstadt Potosí im Hintergrund
- Peru: Sacred Valley der Inka, Verbindung zu Machu Picchu und andinen Kulturen
Was alle Standorte gemeinsam haben: Sie liegen nicht in der Nähe von Flughäfen oder Städten. Die Anreise gehört dazu, und das ist gewollt.
Naturschutz als Betriebsmodell
Explora formuliert Naturschutz nicht als Nebenprojekt, sondern als Kernziel. Die Idee dahinter: Wer Gebiete tief erlebt, versteht ihre Zerbrechlichkeit — und ist eher bereit, sie zu schützen. Das ist eine These, die sich in der Reisebranche gerade stark verbreitet, von Expedition-Kreuzfahrten in der Antarktis bis hin zu Öko-Lodges in Kenia.
Was der sechste Award-Titel bedeutet
Die World Travel Awards gelten als einer der wichtigsten Branchen-Benchmarks im globalen Tourismus. Sechs Mal in Folge als beste Expeditionsreise-Marke gewählt zu werden, ist kein Zufallsergebnis — es zeigt, dass das Konzept funktioniert und von Branchenkennern und Reisenden gleichermaßen anerkannt wird.
Gleichzeitig wächst der Markt für sinnhaftes Reisen spürbar. Anbieter wie Explora, aber auch Expedition-Kreuzfahrtlinien wie Hurtigruten oder Aurora Expeditions, profitieren davon, dass immer mehr Reisende Erfahrungen suchen, die über das reine Dabeisein hinausgehen. Die Frage ist nicht mehr nur wohin, sondern wie tief.
Expedition-Tourismus bezeichnet Reisen, bei denen das aktive Erkunden eines Naturraums im Mittelpunkt steht — meist mit fachkundiger Begleitung, oft in abgelegenen Gebieten, immer mit dem Ziel, das Gebiet zu verstehen statt nur zu sehen.
Lohnt sich Explora für deutsche Reisende?
Patagonien, die Atacama und das Sacred Valley stehen auf vielen Reise-Bucketlists — aber wer dort wirklich tief einsteigen will, stößt schnell an Grenzen: Sprachbarriere, unbekannte Wege, fehlende Einordnung. Explora löst genau das, allerdings zu einem Preis, der nicht für jeden Urlauber passt.
Wer zwei Wochen Südamerika plant und bereit ist, einen substanziellen Teil des Budgets in eine einzige Lodge zu stecken, bekommt dafür Zugang zu Gebieten und Wissen, das sich mit keinem Reiseführer ersetzen lässt. Wer dagegen vier Länder in zehn Tagen sehen will, ist bei Explora falsch aufgehoben — das Konzept braucht Zeit und Bereitschaft, sich auf einen Ort einzulassen.




