Kurzfassung: Laut einer neuen Booking.com-Studie wollen 83 Prozent der deutschen Reisenden nachhaltiger reisen. Die große Lücke liegt zwischen Anspruch und Verhalten: Jüngere reden häufiger über Nachhaltigkeit, ältere setzen öfter konkrete Dinge um. Außerdem beeinflussen Extremwetter, Hitze und überfüllte Orte die Reiseplanung immer stärker.

Die Studie von Booking.com zeigt vor allem eins: Nachhaltigkeit ist im Reisealltag angekommen, aber nicht bei allen Generationen gleich. Die Befragung umfasst laut Unternehmensangaben 32.500 Reisende in 35 Ländern. In Deutschland sagen 83 Prozent, dass nachhaltigeres Reisen wichtig ist. Das ist ein klarer Auftrag an Hotels, Veranstalter und auch an dich bei der Buchung.

Was die Studie wirklich zeigt

Jüngere sprechen häufiger über Absichten

Generation Z und Millennials haben die stärksten Nachhaltigkeitspläne für die nächsten zwölf Monate. Laut der Studie wollen 73 Prozent der Gen Z und 71 Prozent der Millennials nachhaltiger reisen. Bei den Babyboomern sind es nur 40 Prozent. Das klingt nach einem klaren Vorsprung der Jüngeren. Beim Verhalten kippt das Bild aber.

Ältere setzen öfter konkrete Schritte um

51 Prozent der Babyboomer recyceln auf Reisen. Bei Millennials sind es 29 Prozent, bei der Gen Z 34 Prozent. 58 Prozent der Babyboomer kaufen im Urlaub regionale Produkte. Bei jüngeren Reisenden liegt der Anteil laut Studie bei gut einem Drittel. Und bei der Vermeidung von Reisen in der Hauptsaison liegen die Babyboomer mit 74 Prozent deutlich vor der Gen Z mit 37 Prozent.

  • Gen Z: viele Nachhaltigkeitsabsichten, aber weniger konkrete Alltagsmaßnahmen.
  • Millennials: ähnlich wie Gen Z, bei Recycling deutlich schwächer.
  • Babyboomer: weniger große Worte, mehr Verhalten im Urlaub.

Extremwetter verändert die Buchung

Ein zweiter Punkt ist für deine Reiseplanung noch wichtiger: Wetterrisiken beeinflussen Buchungen heute deutlich stärker. 63 Prozent der deutschen Befragten berücksichtigen Extremwetter bei der Wahl des Reiseziels. 64 Prozent achten darauf beim Reisezeitpunkt. 63 Prozent meiden Orte, die für Extremwetter bekannt sind.

Hitze und Naturereignisse verschieben Ziele

29 Prozent der Deutschen haben Reisepläne in den letzten zwölf Monaten wegen Stürmen, Waldbränden oder Überschwemmungen storniert oder ändern müssen. 49 Prozent sagen, bestimmte Ziele seien zu heiß geworden. 41 Prozent haben Destinationen wegen Berichten über Extremwetter von ihrer Wunschliste gestrichen. Das ist kein Randthema mehr, sondern Teil der Buchungsentscheidung.

„Der diesjährige Reise- und Nachhaltigkeitsbericht zeigt, dass die Generationen zwar unterschiedliche Auffassungen davon haben, was nachhaltigeres Reisen ausmacht, die Anpassung an extreme Wetterbedingungen und das aktive Vermeiden von Menschenmassen aber mittlerweile in allen Altersgruppen zur Norm gehören“, sagt Danielle D'Silva, Director of Sustainability bei Booking.com.

Was du aus der Studie für deine Reise ableiten kannst

Wenn du nachhaltiger reisen willst, hilft oft nicht das große Vorsatz-Programm, sondern ein kleiner, konkreter Schritt: außerhalb der Hauptsaison fahren, regionale Küche wählen, öfter Bahn statt Flug prüfen.
  • Reisezeit prüfen: 42 Prozent der Deutschen planen laut Studie Reisen außerhalb der Hauptsaison. Das entlastet Orte und spart oft Geld.
  • Temperaturen mitdenken: 18 Prozent suchen gezielt kühlere Ziele. Für Südeuropa kann das im Hochsommer ein echter Unterschied sein.
  • Überfüllung meiden: 43 Prozent wollen überlaufene Orte bewusst umgehen. Das passt zu Städten, Inseln und Küstenorten mit starkem Tagesausflugsverkehr.
  • Regionale Produkte einplanen: Der Einkauf vor Ort ist ein einfacher Hebel, der direkt im Urlaubsalltag funktioniert.

Einordnung: Warum das für die Branche wichtig ist

Für Hotels, Destinationen und Veranstalter bedeutet das: Nachhaltigkeit wird nicht mehr nur abgefragt, sondern auch mit der Reisezeit, der Zielwahl und dem Verhalten vor Ort verknüpft. Wer im Sommer mit Hitzewellen kämpft oder unter Übertourismus leidet, spürt diese Veränderung zuerst. Offizielle Branchenreihen wie die DEHOGA-Einordnungen und Tourismusstudien von Verbänden zeigen seit Jahren, wie sensibel Nachfrage und Auslastung auf Preis, Wetter und Saison reagieren. Diese Booking.com-Zahlen passen genau in dieses Bild.

Konkrete Buchungsfrage: Was heißt das für deinen nächsten Urlaub?

Wenn du nachhaltig reisen willst, musst du nicht alles umkrempeln. Drei Dinge bringen am meisten: frühere oder spätere Reisezeit wählen, Unterkünfte mit klaren Umweltmaßnahmen vergleichen und vor Ort Wege zu Fuß, per Rad oder mit dem ÖPNV einplanen. Das ist einfacher als viele Schlagworte rund um Nachhaltigkeit.

Für Familien kann das heißen: lieber Schulferien mit Randlagen prüfen, statt im teuersten Kernzeitraum zu buchen. Für Ältere kann es heißen: weniger Hitze, weniger Gedränge, mehr Ruhe. Für Städte- und Strandurlaub gilt gleichermaßen: Wer die Nebensaison mitdenkt, reist oft entspannter.

Fazit für deine Planung

Die Studie von Booking.com zeigt kein neues Trendwort, sondern ein ziemlich klares Muster: Nachhaltigkeit ist als Wunsch breit angekommen. Der Unterschied liegt im Alltag. Ältere Reisende handeln in mehreren Punkten konsequenter, während Jüngere den Begriff häufiger nutzen. Für dich heißt das: nicht auf große Versprechen achten, sondern auf konkrete Reiseentscheidungen, die wirklich Wirkung haben.

Weiterlesen: Was du bei nachhaltigen Buchungen prüfen kannst

  • Sitzt die Unterkunft nah an Strand, Bahnhof oder Zentrum?
  • Gibt es echte Angaben zu Mülltrennung, Handtuchwechsel und regionalem Einkauf?
  • Passt der Reisezeitraum zur Hitze- und Auslastungslage vor Ort?
  • Ist die Anreise mit Bahn oder Direktflug eine realistische Alternative?

HÄUFIGE FRAGEN

Wann lohnt sich eine Reise außerhalb der Hauptsaison?

Wenn du weniger Menschen, oft mildere Preise und entspanntere Abläufe willst. Laut Studie planen 42 Prozent der Deutschen genau das.

Sind jüngere Reisende wirklich nachhaltiger?

Nicht nach dieser Studie. Jüngere nennen Nachhaltigkeit häufiger als Ziel, ältere setzen aber öfter konkrete Dinge wie Recycling oder regionale Produkte um.

Spielt Extremwetter bei der Buchung schon eine große Rolle?

Ja. 63 Prozent der deutschen Befragten achten bei der Zielwahl darauf, 64 Prozent beim Reisezeitpunkt.

Muss nachhaltiges Reisen teurer sein?

Nicht zwingend. Nebensaison, kürzere Wege vor Ort und regionale Angebote können den Urlaub sogar günstiger machen.

Was ist der einfachste erste Schritt?

Prüfe zuerst Reisezeit und Anreise. Wer die Hauptsaison meidet und Wege vor Ort reduziert, setzt schon einen spürbaren Hebel.
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