Atlas Ocean Voyages hat sein Arktis-Programm für 2028 veröffentlicht. Geplant sind 13 Expeditionsrouten zwischen 7 und 17 Nächten, verteilt auf Svalbard, Grönland, Island und Ostkanada. Gefahren wird mit den Schiffen World Navigator und World Voyager. Für dich heißt das: mehr Auswahl bei Länge und Region, dazu laut Anbieter bis zu 30 Prozent Frühbucher-Rabatt und 1.500 US-Dollar Flugguthaben.
Was 2028 neu ist
Atlas Ocean Voyages gehört zur portugiesischen Mystic Invest Holding und fährt im Expeditionssegment mit kleinem Schiff, aber gehobener Ausstattung. Für 2028 ist das Arktis-Portfolio deutlich breiter als in vielen Vorjahren. Statt weniger Standardrouten gibt es 13 Fahrten mit klarer Streuung bei Dauer und Zielgebiet. Eine Woche reicht für kürzere Arktis-Einstiege. Wer tiefer einsteigen will, kann bis zu 17 Nächte unterwegs sein.
Neu im Programm sind die Thule-Siedlungen im Nordwesten Grönlands. Dazu kommen die bekannten Ziele im hohen Norden: Svalbard mit Eisbären und Gletschern, Island mit Westfjorden und Papageientauchern sowie Ostkanada mit Labrador und Neufundland als spätes Saisongebiet. Genau diese Mischung macht die Saison übersichtlicher: Du wählst zuerst zwischen Tierwelt, Eis und Küstenlandschaft, danach erst die Route.
Die vier Reisegebiete im Überblick
Svalbard
Der Archipel liegt bei rund 78 Grad Nord. Hier stehen Eisbären, Walrosse, Polarfüchse und Gletscherfronten im Mittelpunkt. Die kleinen Schiffe von Atlas sind groß genug für Komfort, aber klein genug für Fjorde und enge Passagen, in die klassische Großschiffe nicht hineinkommen.
Grönland
Im Programm stehen sowohl die Thule-Region im Nordwesten als auch die großen Fjordsysteme im Südwesten. Dort siehst du kalbende Gletscher, oft ruhige Wasserflächen und Küsten, an denen kleine Siedlungen weit auseinanderliegen. Das ist die Region für Reisende, die möglichst viel Eis und möglichst wenig Infrastruktur wollen.
Island
Die Westfjorde bringen Papageientaucher-Kolonien, steile Klippen und kurze Wege zu kleinen Häfen. Dazu kommt die gewohnte Mischung aus Vulkanlandschaft und heißen Quellen. Island eignet sich gut als kurzer Einstieg oder als Abschluss einer längeren Nordatlantikreise.
Ostkanada
Labrador und Neufundland bilden das Ende der Saison. Dort sind die Gewässer ruhiger als im hohen Norden, aber im Frühjahr und Frühsommer treiben Eisberge aus dem Labradorstrom vorbei. Vor der Küste sind auch Buckelwale ein Thema.
Thule-Region
Die neu aufgenommenen Ziele in Nordwestgrönland gehören zu den abgelegensten im Programm. Genau das macht sie spannend: wenige Siedlungen, viel Distanz zwischen den Orten und ein klarer Expeditionscharakter. Hier geht es weniger um Infrastruktur als um Anfahrt, Wetter und gute Sicht.
Nordatlantik als Gesamtroute
Wer mehrere Gebiete kombinieren will, findet im Programm Routen mit klarem Nordatlantik-Fokus. Das ist praktisch, wenn du Grönland mit Island oder Ostkanada verbinden willst. So lassen sich unterschiedliche Landschaften in einer Reise abdecken, ohne ständig das Schiff zu wechseln.
Die wichtigsten Erlebnisse an Bord und an Land
Tierbeobachtung in Svalbard
Zodiac-Ausflüge bringen dich nah an Eisbären, Walrosse und Polarfüchse heran, ohne die Tiere zu stören. Die beste Zeit liegt laut Saisonlogik in Juli und August, wenn das Packeis weiter zurückgeht.
Gletscherfahrten in Grönland
Vor kalbenden Gletscherfronten zu stehen, gehört zu den klassischen Momenten auf Grönland-Routen. An besonders ruhigen Tagen wirken die Fjorde fast still, bis sich wieder ein Stück Eis löst und ins Wasser fällt.
Papageientaucher in Island
An den Westfjord-Klippen sind die Chancen auf gute Beobachtungen hoch. Ein Fernglas reicht oft aus, für nähere Blicke werden bei Expeditionsreisen häufig kurze Zodiac-Stopps eingesetzt.
Eisberge vor Ostkanada
Vor Neufundland und Labrador treiben im Frühjahr noch Eisberge durch die Gewässer. Einige stammen aus sehr altem Eis, das über den Labradorstrom südwärts gelangt. Das ist kein Showeffekt, sondern schlicht die normale Saison dort oben.
Landgänge in kleinen Siedlungen
Gerade in Grönland und Svalbard zählen kleine Orte und Forschungsstationen zu den Höhepunkten. Die Besuche dauern meist nicht lange, geben aber einen direkten Eindruck vom Leben in der Arktis.
Bordleben ohne Massenprogramm
Die beiden Schiffe setzen eher auf ruhige Abende, gute Aussicht und kurze Wege als auf Theater und Wasserrutschen. Wenn du lieber Deck, Horizont und Gespräch suchst als Dauerbespaßung, passt das gut.
Anreise und Erreichbarkeit
Die Reisen selbst starten je nach Route in Häfen in Europa oder Nordamerika. Für dich ist vor allem wichtig, wie du den jeweiligen Einschiffungshafen erreichst. Bei Arktisreisen läuft die Anreise oft über Reykjavík, Tromsø, Kangerlussuaq, Nuuk oder kanadische Nordatlantik-Häfen. Die endgültige Route entscheidet also auch über Flug, Umstieg und Vorübernachtung.
Mit dem Flugzeug
Für Island ist Reykjavík der naheliegende Drehpunkt, für Svalbard meist Longyearbyen mit Anschluss über Norwegen. Grönland wird häufig über Kangerlussuaq oder Nuuk angebunden, Ostkanada über Flughäfen in Neufundland oder Labrador. Gerade bei Expeditionsreisen lohnt sich ein Puffer von mindestens einer Nacht vor Abfahrt.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Für die eigentlichen Arktis-Häfen ist die Bahn nur bis zum Abflughafen in Europa relevant. In Deutschland kommst du per Fernverkehr gut nach Hamburg, Frankfurt, München oder Berlin, von dort geht es weiter per Flug. Wer eine Route über Norwegen oder Island startet, sollte die Zubringerflüge früh mitdenken.
Mit dem Auto
Wenn du über deutsche Flughäfen anreist, ist das Auto nur für die Fahrt zum Airport relevant. Für Hamburg, Frankfurt und München gibt es Parkhäuser und Langzeitparkplätze, die du vorab reservieren kannst. Bei einer Abreise ab Nordnorwegen oder Island spielt das Auto für Reisende aus Deutschland praktisch keine Rolle.
Vor Ort bewegen und planen
Bei Expeditionskreuzfahrten läuft vor Ort fast alles über das Schiff, die Zodiacs und organisierte Landgänge. Das ist ein Vorteil, weil du keine Transfers selbst koordinieren musst. Gleichzeitig musst du mit wetterbedingten Änderungen rechnen. Genau das gehört bei Arktisreisen zum normalen Ablauf.
Wann buchen?
Atlas Ocean Voyages wirbt für 2028 mit einem Frühbucher-Vorteil von bis zu 30 Prozent und 1.500 US-Dollar Flugguthaben. Das ist attraktiv, wenn du ohnehin früh planst und bei Anreise sowie Kabinenwahl flexibel bist. Bei Arktisreisen gilt besonders: Die besten Kabinen und die günstigsten Termine sind oft früh weg.
Die Saison läuft typischerweise von Juni bis September. Für Svalbard sind Juli und August am stärksten, weil das Eis weiter zurückgeht und Tierbeobachtungen leichter werden. Grönland und Island funktionieren auch im Juni gut. Ostkanada wird eher gegen Saisonende spannend, wenn die Küste und der Eisberg-Drift-Mix zusammenkommen.
Kleine Unterschiede zwischen den Zielregionen
Die Tabelle hilft dir vor allem bei der ersten Auswahl. Wenn du Eisbären sehen willst, ist Svalbard naheliegend. Wenn du möglichst viel Eis und möglichst wenig Infrastruktur suchst, ist Grönland stärker. Island funktioniert gut, wenn du Arktis mit kurzer Anreise kombinieren willst. Ostkanada lohnt sich, wenn du die späte Saison mit Eisbergen und Walen willst.
Praktische Tipps für die Buchung
- €Früh buchen lohnt sich
Atlas nennt bis zu 30 Prozent Frühbucher-Rabatt plus 1.500 US-Dollar Flugguthaben. Solche Vorteile hängen meist an bestimmten Kontingenten. Wer Kabine, Route und Termin schon kennt, sollte nicht zu lange warten.
- ✦Route vor Reisedatum wählen
In der Arktis entscheidet zuerst das Ziel, dann die Länge. Svalbard, Grönland, Island und Ostkanada liefern sehr unterschiedliche Bilder. Wenn du Eisbären willst, nimm Svalbard. Wenn du Eisberge suchst, prüfe Ostkanada.
- +Eine Nacht Puffer einplanen
Bei Expeditionskreuzfahrten ist ein Vorabend im Startort fast Pflicht. Wetter, Umstiege oder Gepäckprobleme treffen dich sonst direkt an der Pier. Das gilt besonders bei Abfahrten über Island, Norwegen oder Nordkanada.
- iBinoculars nicht vergessen
Für Tierbeobachtungen reichen oft Fernglas und Kamera mit gutem Zoom. Gerade bei Papageientauchern, Walrossen oder entfernten Eisbären macht das einen großen Unterschied. Auf See sind kurze Brennweiten oft zu wenig.
- ⌘Weniger ist an Bord mehr
Packe warm, winddicht und in Schichten. Auf dem Außendeck kann es selbst im Sommer kalt werden. Handschuhe, Mütze und rutschfeste Schuhe gehören ins Gepäck, nicht erst in die Überlegung vor Ort.
- ♿Mobilität vorher prüfen
Die Kombination aus Schiff, Zodiac und Landgang ist nicht für jede Mobilität gleich gut geeignet. Wenn du eingeschränkt bist, frag vor der Buchung nach Einstiegswegen, Treppen und Ausstiegsbedingungen. Kleine Expeditionsschiffe sind komfortabel, aber nicht automatisch barrierefrei.
- ☀Beste Lichtzeit nutzen
In der Arktis sind die langen hellen Tage ein echter Vorteil. Fotografisch ist das gut, weil du mehr Spielraum am späten Abend hast. Für Tierbeobachtungen und Küstenfahrten lohnt sich das besonders.
- ☂Wetter immer mitdenken
Routenänderungen gehören im hohen Norden dazu. Plane nicht zu eng und erwarte keine starre Tagesfolge. Genau das macht Expeditionsreisen aus, nicht trotz, sondern wegen der Flexibilität.
Insider-Tipp zur Auswahl
Welche Route passt zu dir?
Wann die Buchung Sinn macht
Wenn du 2028 ernsthaft mit einer Arktisreise liebäugelst, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Vorplanung. Die Verfügbarkeiten sind begrenzt, besonders bei den beliebten Sommerterminen. Sinnvoll ist eine Buchung dann, wenn du zuerst das Ziel festlegst und danach die Reisedauer. So vermeidest du, dass du am Ende nur noch zwischen sehr kurzen oder sehr langen Alternativen wählen kannst.
Für viele Reisende ist die 7-Nächte-Variante der Einstieg. Wer etwas mehr Zeit hat, fährt mit 10 bis 14 Nächten oft besser, weil An- und Abreise nicht im Verhältnis zur Seereise zu klein wirken. Die längsten Routen mit 17 Nächten sind interessant, wenn du mehrere Regionen kombinieren willst. Dann wird aus der Arktisreise eher eine Reise, die sich wirklich lohnt, wenn du den Norden intensiv sehen willst.
Fragen vor der Buchung
Wichtig sind vor allem drei Punkte: Wie viel Polarerfahrung du mitbringst, wie flexibel du bei Wetter und Routenänderungen bist und wie viel Anreise du zusätzlich einplanen willst. Wer das sauber vorab klärt, trifft schneller die richtige Route. Danach bleiben nur noch Kabine und Termin.




