Was die Studie konkret sagt
Mehr als die Hälfte der europäischen Reisenden, genau 53,2 Prozent, interessiert sich laut DERTOUR für Slow Travel. Fast 64 Prozent wollen im Urlaub bewusst entschleunigen. Bei den deutschen Befragten liegt der Wert sogar bei fast 68 Prozent. Das ist kein Randthema mehr, sondern ein klarer Buchungstrend.
Auch der Blick auf die Art des Reisens verändert sich. Mehr als 58 Prozent bevorzugen wenige prägende Erlebnisse statt vieler kleiner Programmpunkte. Über 55 Prozent möchten Menschen vor Ort, Natur und Kultur intensiver kennenlernen. Das passt zu Reisen, bei denen du länger an einem Ort bleibst und weniger zwischen Sehenswürdigkeiten springst.
Warum Slow Travel so gut ankommt
Die Studie nennt drei Treiber: mehr Zeit am Reiseziel, weniger Stress und mehr Wohlbefinden. Fast 59 Prozent der Slow-Travel-Befürworter sagen, dass sie den Ort dadurch intensiver erleben. Rund 52 Prozent verbinden langsameres Reisen mit persönlichem Wohlbefinden und weniger Stress. Fast 23 Prozent sehen darin die Chance auf intensivere Begegnungen mit Menschen vor Ort und lokaler Kultur.
Ein Nebeneffekt ist der Preis. Rund 23 Prozent der europäischen Reisenden sehen im langsameren Reisen auch eine Möglichkeit, Geld zu sparen. Bei deutschen Reisenden zwischen 45 und 55 Jahren liegt dieser Wert bei knapp 28 Prozent.
Solo-Reisen: Allein unterwegs, aber nicht automatisch einsam
Der zweite große Trend im Report sind Solo-Reisen. Die Studie zeigt nicht nur, dass Menschen lieber langsamer reisen. Sie zeigt auch, dass viele Urlaub bewusst für sich selbst planen. Das passt zu digitalen Auszeiten, Ruhephasen und Reisen ohne feste Begleitung.
Für wen Solo-Reisen gut passen
- Wenn du keine Kompromisse bei Tempo und Tagesplanung willst.
- Wenn du ein Ziel suchst, an dem du viel zu Fuß erledigen kannst.
- Wenn du Ruhe brauchst und nicht jeden Tag Programm willst.
- Wenn du vor Ort lieber spontan entscheidest als vorab alles festzulegen.
Welche Angebote auf diesen Trend einzahlen
DERTOUR nennt als Beispiel die neuen „Go with the Flow“-Rundreisen von Meiers Weltreisen. Sie verbinden organisierte Abläufe mit mehr Freiheit unterwegs. Das ist für Reisende interessant, die sich nicht komplett selbst um Transfers und Etappen kümmern wollen, aber auch keinen eng getakteten Ablauf suchen.
Im Hotelbereich verweist DERTOUR auf das „Slow Glamour“-Konzept der Hotelmarke ananea. Auch hier geht es um weniger Tempo, mehr Zeit und einen ruhigeren Rahmen für den Aufenthalt. Für die Einordnung des Marktumfelds lohnt außerdem ein Blick auf den DERTOUR Group-Auftritt mit den Studienhinweisen der Gruppe.
Was das für deine Urlaubsplanung heißt
Praktische Buchungslogik
- Weniger Orte, mehr Nächte: Ein fester Standort senkt Transferstress.
- Mehr freie Zeit einplanen: Nicht jeden Tag mit Ausflügen füllen.
- Unterkünfte mit guter Lage wählen: So erledigst du vieles zu Fuß.
- Solo-freundliche Ziele prüfen: Gute Infrastruktur ist wichtiger als großes Animationsprogramm.
Für welche Zielgruppen das besonders passt
- Paare: Wenn ihr im Urlaub nicht von Programmpunkt zu Programmpunkt hetzen wollt.
- Best Ager: Wenn Ruhe, Übersicht und längere Aufenthalte wichtiger werden.
- Alleinreisende: Wenn du selbst über Tempo, Essen und Tagesablauf entscheiden willst.
- Familien mit älteren Kindern: Wenn ihr ein Ziel mit wenig Ortswechseln sucht.
Einordnung: Warum der Trend bleibt
Der Report beschreibt keine kurzfristige Laune, sondern ein verändertes Reiseverständnis. Viele Menschen wollen im Urlaub nicht mehr möglichst viel abhaken. Sie wollen einen Ort kennenlernen, ohne jeden Tag zu verplanen. Genau deshalb passen Slow Travel und Solo-Reisen so gut in die aktuelle Nachfrage: Sie geben mehr Kontrolle, weniger Hektik und oft auch mehr Raum für echte Erholung.
Für Veranstalter und Hotels heißt das: weniger Schlagworte, mehr klare Angebote. Wer heute überzeugen will, sollte transparent sagen, wie lange ein Aufenthalt dauert, wie viele Transfers nötig sind und wie viel freie Zeit wirklich bleibt. Genau dort liegt der Unterschied zwischen netter Marketingidee und buchbarem Produkt.
FAQ
- Was bedeutet Slow Travel in der Praxis? Du bleibst länger an einem Ort, machst weniger Ausflüge und planst mehr freie Zeit ein.
- Ist Solo-Reisen nur etwas für junge Leute? Nein. Der Trend spielt laut Bericht auch bei älteren Zielgruppen eine Rolle, die flexibel und in Ruhe reisen wollen.
- Kann Slow Travel auch günstiger sein? Ja, laut Studie sehen rund 23 Prozent der Befragten darin auch ein Sparpotenzial. Bei 45- bis 55-jährigen Deutschen liegt der Wert bei knapp 28 Prozent.
- Welche Reiseform passt dazu besonders gut? Aufenthalte mit einem Standort, Rundreisen mit wenigen Etappen oder Hotels mit guter Lage und wenig Transferaufwand.





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