Warum diese Küchen gerade spannend sind
Die irische Küche läuft nicht mehr nur über klassische Pub-Gerichte. In Tourism Ireland-nahen Kulinarik-Storys tauchen heute Restaurants auf, die mit Austern, Jakobsmuscheln, Hummer, Krabben und Fisch arbeiten und den Kontakt zu Bauern, Fischern und Produzenten sehr eng halten. Das passt zu einer Szene, die in Galway, Belfast und im Norden der Insel deutlich profilierter geworden ist.
Der Bericht über die Köchinnen zeigt drei verschiedene Wege: Live-Fire und Braai bei Kristin Reagon, tägliche Menüwechsel und starker Produzentenkontakt bei Jess Murphy, klare Reduktion bei Lottie Noren. Wenn du Irland kulinarisch verstehen willst, sind genau solche Adressen interessanter als die üblichen Standardlisten.
Die drei Adressen aus dem Bericht
Lasair im Finn Lough, County Fermanagh
Kristin Reagon leitet hier ein rein weibliches Team. Das Restaurant setzt auf Live-Fire-Cooking, Braai-Tradition und Menüs mit fünf Geschmacksprofilen. Der Seeteufel mit Safran-Chermoula und Cashew-Kokos-Mantel ist das Signaturgericht des Hauses.
Kai in Galway
Jess Murphy kocht seit 2011 im West End von Galway. Das Menü wechselt täglich, weil das Restaurant mit rund 100 lokalen Erzeugern und Fischern arbeitet. 2024 bekam das Kai als einziges Restaurant in Irland den Michelin Green Star.
EDO und Beau in Belfast
Lottie Noren führt mit EDO an der Upper Queen Street eine Bib-Gourmand-Adresse. Mit Beau im Cathedral Quarter kam im Herbst 2025 ein zweites Restaurant dazu, das laut Bericht direkt in den Guide Michelin aufgenommen wurde.
Was du dort auf dem Teller erwarten kannst
Irische Produkte statt Standardmenü
Die moderne irische Küche dreht sich stark um Meeresfrüchte und Fisch. In den Küstenregionen und Städten landen Austern, Venusmuscheln, Jakobsmuscheln, Hummer und Krabben auf den Karten. Dazu kommen Süß- und Salzwasserfische aus kurzen Lieferketten. Das ist kein Marketing-Satz, sondern schlicht der Stoff, mit dem viele dieser Küchen arbeiten.
Feuer, Reduktion und Tagesform
Bei Lasair steht das offene Feuer im Mittelpunkt. Im Kai bestimmt der Einkauf vom Morgen das Abendmenü. Und bei EDO oder Beau geht es eher um Präzision und klare Tellerbilder. Das macht die Szene so lesbar: Jede Adresse hat ihren eigenen Takt.
Anreise nach Galway, Belfast und Fermanagh
Mit dem Flugzeug
Für Galway passt meist Dublin Airport am besten. Von dort fährst du mit dem Mietwagen oder Bus weiter nach Westen. Belfast erreichst du direkt über den Belfast International Airport oder über George Best Belfast City Airport. Für Finn Lough in County Fermanagh ist der Mietwagen praktisch, weil die letzte Strecke ländlich ist.
Mit Bahn und Auto
Von Dublin kommst du mit dem Zug nach Galway. Nach Belfast ist die Bahnverbindung ab Dublin ebenfalls eine einfache Lösung, wenn du nicht selbst fahren willst. Für Fermanagh brauchst du im Regelfall ein Auto oder einen vorab gebuchten Transfer.
Fahrzeiten als grobe Orientierung
- Hamburg nach Dublin: Direktflug oft rund 2 Stunden, plus Weiterfahrt.
- Berlin nach Dublin: meist rund 2,5 Stunden Flugzeit.
- München nach Dublin: etwa 2,5 Stunden Flugzeit.
- Von Dublin nach Galway: rund 2 bis 2,5 Stunden auf der Straße.
- Von Belfast nach Fermanagh: je nach Ziel im County meist etwa 1,5 bis 2 Stunden mit dem Auto.
Worauf du bei der Buchung achten solltest
Insider-Tipps für den Food-Trip
- Plane in Galway einen Spaziergang durchs West End ein. Dort liegen viele kleine Adressen dicht beieinander.
- In Belfast lohnt sich ein Abend im Cathedral Quarter mit einem zweiten Restaurantbesuch am nächsten Tag.
- Frag bei Hotels nach Food-Taxis oder Transferpartnern. Auf dem Land spart dir das Stress nach dem Dinner.
- Wenn du Fisch magst, setz Irland nicht nur mit Lachs gleich. Austern und Muscheln gehören genauso dazu.
Welche Hotels passen dazu?
Für Galway suchst du am besten ein kleines Stadthotel oder ein Haus mit guter Lage zum West End. In Belfast passt ein zentral gelegenes Hotel im Cathedral Quarter oder in der Nähe der Upper Queen Street. Für Fermanagh ist Finn Lough selbst die naheliegende Wahl, wenn du das Dinner mit einer Übernachtung am See verbinden willst.
Wenn du den Trip ausbauen willst, nimm keine allzu weiten Strecken pro Tag. Irland funktioniert kulinarisch besser, wenn du weniger Orte, dafür mehr Zeit an jedem Tisch einplanst.
FAQ
- Wann reist du für so einen Food-Trip am besten?
Von Frühjahr bis Herbst ist das Wetter stabiler und du kannst Städte und Küstenabschnitte besser verbinden. Für Restaurantreisen selbst ist aber fast das ganze Jahr möglich. - Ist so ein Trip nur für Fine-Dining-Fans?
Nein. Gerade Galway und Belfast funktionieren auch dann, wenn du gutes Essen ohne steifes Setting suchst. - Brauche ich einen Mietwagen?
Für Belfast und Galway nicht zwingend. Für County Fermanagh ist ein Auto deutlich praktischer. - Wo liegen die Küchen mit dem stärksten Regionalbezug?
Vor allem im Kai in Galway und im Finn Lough in County Fermanagh. Dort spielen Lieferkette und Herkunft eine große Rolle. - Gibt es einen klaren Schwerpunkt in der irischen Küche?
Ja, Meeresfrüchte und Fisch prägen viele Karten. Dazu kommen Milchprodukte, Gemüse und Produkte von kleinen Erzeugern.
Wer Irland heute nur mit Pubs verbindet, verpasst einen Teil der aktuellen Kulinarik. Spannend sind gerade die Häuser, in denen Köchinnen mit klaren Ideen arbeiten und aus regionalen Produkten feste Handschriften machen. Für einen ersten Trip reicht oft eine Stadt plus ein ländlicher Stopp. Danach weißt du ziemlich schnell, ob dich eher Galway, Belfast oder das ruhige County Fermanagh zieht.





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