Warum Sommerferien das Risiko erhöhen
Wenn Wohnungen mehrere Tage oder Wochen nicht genutzt werden, steht Wasser länger in den Leitungen. Genau das schafft gute Bedingungen für Legionellen. Techem weist in der Mitteilung darauf hin, dass längere Abwesenheiten und Leerstände die Hygiene in Trinkwasserinstallationen belasten können Quelle: Techem via Presseportal.
Wichtig ist der Temperaturbereich. Legionellen vermehren sich vor allem bei 25 bis 45 Grad Celsius. Oberhalb von 55 Grad wird ihr Wachstum gehemmt, ab 60 Grad sterben die Keime ab. Die eigentliche Gefahr liegt nicht beim Trinken, sondern beim Einatmen feinster Wassertröpfchen, etwa beim Duschen.
Was Legionellen im Alltag auslöst
Aerosole sind der kritische Weg
Die Bakterien gelangen meist nicht über das Trinken in den Körper, sondern über Aerosole. Das sind winzige Wassertröpfchen, die beim Duschen, an Wasserhähnen, in Pools oder Luftbefeuchtern entstehen können. Wer sie einatmet, kann eine Infektion bekommen. Das reicht von grippeähnlichen Symptomen bis zur Legionärskrankheit mit schwerer Lungenentzündung.
Biofilm macht Leitungen anfälliger
Stehendes Wasser ist nicht das einzige Problem. Im Rohrinneren kann sich ein Biofilm bilden. Dort vermehren sich Legionellen leichter und verteilen sich später über die Anlage. Im Sommer spielt auch die höhere Umgebungstemperatur eine Rolle, weil sich das System schneller aufheizt.
Prüfpflicht: Das steht im Raum
Techem verweist auf die Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Nach § 31 müssen bestimmte Gebäudewasserversorgungsanlagen regelmäßig auf Legionella spec. untersucht werden. In vielen vermieteten Wohngebäuden ist das mindestens alle drei Jahre nötig. Wer mehrere Objekte verwaltet, braucht also einen sauberen Ablauf, sonst rutschen Termine schnell durch.
Genau hier setzt das Unternehmen an: Der Prüfpflicht-Schnellcheck und ein Online-Rechner sollen Eigentümern und Verwaltungen helfen, die Untersuchung planbar zu organisieren. Techem sagt außerdem, dass die Probenahme und die Untersuchung zusammen mit akkreditierten Laboren laufen Techem.
So gehst du praktisch vor
- Vor Ferienbeginn: Prüfe, ob selten genutzte Wohnungen oder Häuser einen Spülplan brauchen.
- Bei Leerstand: Lass klären, ob Warmwasseranlagen weiter betrieben werden müssen.
- Bei Vermietung: Halte die Turnusprüfung der Trinkwasseranlage sauber nach.
- Nach einem Befund: Informiere betroffene Nutzer schnell und konkret.
- Bei Unsicherheit: Hol dir eine fachkundige Bewertung statt auf Verdacht zu handeln.
Welche Lösungen im Markt relevant sind
Techem nennt digitale Services für Prüfpflichten und Probenorganisation. Im gleichen Umfeld spielen auch Komponentenhersteller und Hygiene-Spezialisten eine Rolle. SCHELL verweist auf ganzheitliche Lösungen für Trinkwasserhygiene in Schulen und Bildungsstätten SCHELL. Das zeigt: Nicht nur die Laborprobe zählt, sondern auch die Technik im Gebäude.
Für dich heißt das in der Praxis: Erst Zuständigkeit klären, dann Anlage prüfen, dann Proben ziehen, dann Befund auswerten. Wer das als Einmalaktion behandelt, hat beim nächsten Leerstand sofort wieder dasselbe Thema.
Wann du besonders genau hinschauen solltest
- vor längeren Sommerurlauben in Mehrfamilienhäusern
- bei leer stehenden Wohnungen nach Mieterwechsel
- bei selten genutzten Gäste- oder Ferienwohnungen
- bei großen Anlagen mit vielen Zapfstellen
- nach Umbauten am Leitungssystem
Was du dir merken solltest
Legionellen sind kein Sommerloch-Thema, sondern eine echte Pflichtaufgabe für Eigentümer und Verwaltungen. Kritisch wird es, wenn Wasser lange steht, Temperaturen in den warmen Bereich rutschen und Kontrollen liegen bleiben. Wer Prüfungen, Spülroutinen und klare Informationswege kombiniert, senkt das Risiko spürbar.
Gerade vor den Ferien lohnt sich ein kurzer Blick in die Unterlagen. Wenn die letzte Prüfung alt ist oder eine Anlage längere Zeit ungenutzt bleibt, solltest du nicht warten, bis jemand über einen Befund stolpert.
FAQs
- Wann steigt das Legionellen-Risiko besonders?
Vor allem bei stehendem Wasser und Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Längere Abwesenheiten in den Ferien können das verstärken. - Wie infiziert man sich mit Legionellen?
Meist über Aerosole beim Duschen oder an anderen Wasserstellen. Das Trinken von Wasser ist nicht der typische Übertragungsweg. - Wie oft muss geprüft werden?
In vielen vermieteten Wohngebäuden mindestens alle drei Jahre. Maßgeblich ist die Trinkwasserverordnung und die Art der Anlage. - Was hilft im Alltag?
Selten genutzte Leitungen spülen, Warmwasseranlagen im Blick behalten und Fristen für Prüfungen sauber dokumentieren. - Wer trägt die Verantwortung?
Vor allem Eigentümer und Verwaltungen. Sie müssen die Trinkwasserhygiene organisieren und im Zweifel auch Maßnahmen auslösen.



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