Was die Prognose für Deutschland bedeutet
Die Studie ordnet Deutschland klar als Ziel für mehr Fernreisende ein. Vor allem Gäste aus Asien und dem Nahen Osten sollen stärker wachsen als die klassischen Märkte in Europa. Gleichzeitig bleiben die Nachbarländer wichtig: Die Niederlande und die Schweiz sollen auch 2036 die größten internationalen Herkunftsmärkte bleiben, gefolgt von den USA und dem Vereinigten Königreich.
Spannend ist nicht nur die Zahl der Ankünfte. Die Studie geht davon aus, dass die Ausgaben internationaler Gäste stärker steigen als die Übernachtungen. Das heißt: Mehr Geld fließt in Transport, Kultur, Gastronomie und Einkäufe. Für Städte wie München, Berlin, Frankfurt oder Hamburg ist das relevant, weil dort viele Fernreisende zuerst ankommen und oft länger in der Wertschöpfungskette hängen bleiben als nur im Hotel.
Woher das Wachstum kommen soll
Asien-Pazifik und Naher Osten als Treiber
Laut der Prognose wächst die Nachfrage aus dem asiatisch-pazifischen Raum um 111 Prozent, aus dem Nahen Osten um 112 Prozent. Als Gründe nennt die Meldung steigende Einkommen, neue Flugverbindungen und bessere touristische Infrastruktur. Genau diese Punkte machen Fernmärkte für Deutschland interessant: Wenn die Anreise einfacher wird, verschiebt sich Nachfrage schnell von einzelnen Metropolen auch auf Städte mit guter Flug- und Bahn-Anbindung.
Die wichtigsten Quellmärkte
- China: +178 Prozent
- Südkorea: +94 Prozent
- Japan: +92 Prozent
- Indien: +84 Prozent
- Niederlande und Schweiz bleiben die größten internationalen Märkte
Die genannten Werte stammen aus der Accor-Auswertung auf Basis von Tourism Economics. Für die Branche ist das ein Hinweis auf langfristige Planung statt kurzfristiger Kampagnen. Wer sich auf Fernmärkte einstellt, braucht passende Sprache, Buchungsstrecken, Zahlungsarten und Serviceprozesse.
Wer in Deutschland davon profitiert
Hotels sind nur der Anfang
Die Meldung nennt ausdrücklich mehr Umsatzchancen für Restaurants, Geschäfte, Kulturangebote, Freizeitattraktionen und Verkehrsanbieter. Das passt zur Struktur der Reisen: Fernreisende geben selten nur für die Übernachtung Geld aus. Sie buchen oft Stadtrundfahrten, Museumstickets, Transfers oder Restaurantbesuche mit.
- Hotels: mehr Nachfrage in Citylagen, an Bahnhöfen und an Flughäfen
- Gastronomie: höhere Umsätze durch Abendessen, Frühstück und Gruppenbuchungen
- Kultur: Museen, Konzerte und Stadtrundgänge profitieren
- Einzelhandel: internationale Gäste geben laut Prognose 72 Prozent mehr aus
- Verkehr: Bahn, Shuttle, Taxi und Flughafenservices gewinnen an Bedeutung
Was Betriebe jetzt prüfen sollten
- Ist die Website in den wichtigsten Quellsprachen verständlich?
- Lassen sich Zimmer, Tickets oder Tische ohne Hürden online buchen?
- Gibt es Informationen zu Frühstückszeiten, Transfers und Gepäckservice?
- Akzeptiert ihr gängige internationale Zahlungsarten?
- Sind Speisekarten, Wegweiser und Concierge-Infos mehrsprachig?
Einordnung für den Deutschlandtourismus
Deutschland bleibt laut Prognose stark vom inner-europäischen Reiseverkehr abhängig. Gleichzeitig verschiebt sich der Zuwachs nach Fernost. Das ist für Destinationen wichtig, die bisher vor allem auf nahe Märkte gesetzt haben. Wer heute mit Gruppen aus den Niederlanden, der Schweiz oder den USA gut funktioniert, sollte jetzt prüfen, wie fernöstliche Gäste angesprochen werden.
Die Zahlen klingen nach ferner Zukunft, sind für den Mittelstand im Tourismus aber sehr konkret. Ein Hotel mit viel Business-Anteil braucht andere Prozesse als ein Haus mit Wochenendgästen. Eine Innenstadt mit vielen Museen und Stores kann vom Fernmarkt anders profitieren als ein Badeort. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Herkunftsmärkte nicht nur für große Ketten, sondern auch für kleinere Betriebe vor Ort.
Praktische Folgen für deine Reiseplanung in Deutschland
Wenn du selbst durch Deutschlands Städte reist, merkst du den Wandel wahrscheinlich zuerst an mehr Internationalität an Bahnhöfen, in Museen und in Hotel-Lobbys. Das kann auch für dich Vorteile haben: längere Öffnungszeiten, mehr mehrsprachige Angebote und oft eine bessere Infrastruktur rund um Transfers und Stadtführungen.
Für Reisende innerhalb Deutschlands bleibt das Land trotzdem gut planbar. Gerade außerhalb der Hauptsaison findest du in vielen Städten weiterhin genug Auswahl bei Hotels und Restaurants. Die zusätzliche internationale Nachfrage könnte in Spitzenzeiten aber schneller zu Auslastung führen, besonders in Messe- und Ferienzeiten.
Fazit für Hotellerie und Städte
Die Accor-Prognose zeigt kein plötzlichen Boom, sondern einen langsamen, aber klaren Strukturwandel. Wer heute in Deutschland touristische Angebote baut, sollte Fernmärkte mitdenken: Sprache, Buchung, Zahlung, Transfers und Service müssen zusammenpassen. Genau dort liegen in den nächsten Jahren die größten Chancen.
Für die Branche ist das eine gute Nachricht. Mehr Gäste allein helfen schon, aber der eigentliche Hebel liegt in höheren Ausgaben pro Besuch. Wer das versteht, plant nicht nur mehr Betten, sondern bessere Gästestrecken vom ersten Klick bis zum Restaurantbesuch.
Quellenhinweis: Die Angaben in diesem Beitrag basieren auf der Accor-Meldung vom 29.10.2026 über Presseportal sowie auf der darin genannten Studie von Tourism Economics.





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