Der Schwarzwald ist das höchste deutsche Mittelgebirge — und mit dem Feldberg auf 1.493 Metern steht hier zugleich der höchste Berg Deutschlands außerhalb der Alpen. Insgesamt überschreiten im Süd-Schwarzwald rund ein Dutzend Gipfel die 1.200-Meter-Marke, vom Feldberg-Hauptgipfel über den eigenständigen Herzogenhorn-Stock und den freistehenden Belchen mit Alpen-Panorama bis zum Freiburger Hausberg Schauinsland, der mit der längsten Umlauf-Seilbahn Deutschlands erschlossen ist. Im Nord-Schwarzwald markiert die Hornisgrinde mit 1.164 Metern und Hochmoor-Plateau den höchsten Punkt. Dieser Überblick stellt die 12 wichtigsten Gipfel mit Höhe, Lage, Seilbahn- oder Aussichtsturm-Anbindung, bester Saison und Aufstiegsdauer vor — geprüft für Wanderer, Familien, Skifahrer und Foto-Freunde.
Anreise und Erreichbarkeit der Schwarzwald-Gipfel
Die höchsten Schwarzwald-Berge liegen fast alle im Süd-Schwarzwald zwischen Freiburg, Titisee und Schönau. Wer mehrere Gipfel an einem Wochenende kombinieren möchte, ist mit dem Auto deutlich flexibler, weil viele Aufstiege an abgelegenen Talstationen beginnen. Bahn-Anreise klappt sehr gut für Feldberg, Schauinsland und Hornisgrinde — die Konus-Gästekarte bei Übernachtungen macht den ÖPNV im gesamten Schwarzwald kostenfrei. Im Winter sind Schneeketten auf Höhen ab 800 Metern häufig nötig, besonders auf der B500 zwischen Baden-Baden und Freudenstadt.
Mit dem Auto
Die A5 erschließt den Schwarzwald von Norden nach Süden mit Ausfahrten bei Baden-Baden, Offenburg, Freiburg und Müllheim. Aus Freiburg führt die B31 ins Höllental und weiter auf den Feldberg-Pass (1.231 m) mit Abzweig zu Feldberg-Ort, Belchen und Herzogenhorn. Die Schauinslandstraße (L124) schraubt sich in 23 Serpentinen von Freiburg-Günterstal auf 1.220 Meter zum Schauinsland-Sattel — eine der spektakulärsten Berg-Straßen Deutschlands. Für Hornisgrinde und Hochkopf nimmt man die Schwarzwaldhochstraße B500 ab Baden-Baden oder Achern.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Freiburg ist über die Höllentalbahn mit Hinterzarten, Titisee und Feldberg-Bärental verbunden — Fahrzeit Freiburg-Bärental rund 50 Minuten mit Bus-Anschluss 7300 zum Feldberg-Ort. Die Schauinslandbahn als Seilbahn startet ab Freiburg-Horben und ist mit Straßenbahn 2 plus Bus 21 vom Hauptbahnhof in 30 Minuten erreichbar. Achern als Bahnhof am Rhein hat Bus 421 zur Hornisgrinde-Talstation. Belchen erreicht man mit Bus 7300 ab Schönau in 25 Minuten zur Belchen-Talstation.
Mit dem Flugzeug
Nächste Großflughäfen sind Basel-Mulhouse EAP (rund 60 Kilometer Süden), Stuttgart STR (rund 130 Kilometer Osten) und Frankfurt FRA (rund 220 Kilometer Norden). Karlsruhe-Baden-Baden FKB ist klein, aber für den Nord-Schwarzwald gut gelegen. Vom Bahnhof Basel SBB fährt der ICE in 45 Minuten nach Freiburg, von dort weiter mit Höllentalbahn und Bus auf die Gipfel.
Vor Ort bewegen / Konus-Gästekarte
Übernachtungsgäste erhalten in fast allen Schwarzwald-Höhen-Orten die Konus-Gästekarte vom Vermieter — sie gilt für ÖPNV im gesamten Schwarzwald und macht die Bus-Verbindung zu Feldberg, Belchen, Schauinsland und Hornisgrinde gratis. Sparpotenzial pro Tag rund 10 bis 25 Euro. Mehrere Seilbahnen (Feldberg, Belchen, Schauinsland) sind nicht in Konus enthalten und kosten extra zwischen 11 und 18 Euro pro Berg- und Talfahrt.
Feldberg — höchster Gipfel des Schwarzwaldes mit 1.493 Metern
Der Feldberg ist mit 1.493 Metern der höchste Berg im Schwarzwald und gleichzeitig der höchste Mittelgebirgs-Berg Deutschlands. Auf dem freien Hochplateau steht der Feldbergturm — ein 32 Meter hoher Aussichtsturm aus dem Jahr 2003, der das alte Bismarckdenkmal überragt. Vom Turm reicht der Blick an klaren Tagen über die Vogesen, Schweizer Alpen und an Föhn-Tagen sogar bis zum Mont Blanc.
Aussichtsturm und Seilbahn-Anbindung
Feldbergturm-Eintritt rund 3 Euro, Bismarckdenkmal-Plateau frei. Die Feldbergbahn als Sesselbahn führt ab Feldberg-Ort in 8 Minuten auf 1.450 Meter, Sommer-Berg- und Talfahrt rund 14 Euro, Konus gilt hier nicht. Im Winter ist die Anlage Teil des größten Skigebiets Deutschlands außerhalb der Alpen mit 14 Liften und 38 Pistenkilometern. Auf dem Plateau Wanderer-Gasthof St. Wilhelm und mehrere Schutzhütten.
Aufstieg und beste Saison
Vom Bahnhof Feldberg-Bärental über den Höhenweg in rund 2 Stunden zum Gipfel (Aufstieg 320 m, mittelschwer). Vom Feldberg-Ort über Seebuck-Variante in 75 Minuten (Aufstieg 240 m). Beste Saison ganzjährig — im Sommer Wanderparadies mit über 60 Kilometern Wegenetz inklusive Premium-Wanderweg Feldberg-Steig (12 km Rundtour), im Winter Skigebiet ab Anfang Dezember bis Mitte April. Sonnenuntergang vom Turm im September zählt zu den schönsten Naturschauspielen des Schwarzwalds.
Seebuck — Vorkuppe des Feldbergs mit 1.448 Metern
Der Seebuck ist mit 1.448 Metern die zweithöchste Erhebung des Schwarzwalds — formal aber nur eine Vorkuppe des Feldberg-Hauptgipfels, mit dem er über einen flachen Sattel verbunden ist. Auf dem Seebuck-Plateau steht das alte Bismarckdenkmal von 1896, lange vor dem Feldbergturm das Wahrzeichen des Gebiets.
Aussichtsturm und Aufstieg
Bismarckdenkmal frei zugänglich, kleine Plattform mit Rundum-Sicht zum Feldberg-Hauptgipfel und ins Wiesental. Die Feldbergbahn endet direkt am Seebuck — wer den höchsten Punkt erreichen will, geht von dort in 15 Minuten zum Feldbergturm hinüber. Zu Fuß ab Feldberg-Ort über Bismarckweg in 45 Minuten.
Beste Saison
Ganzjährig zugänglich, im Winter ist der Seebuck Start mehrerer Abfahrten. Im Frühsommer (Juni) blüht die alpine Vegetation auf den Karflanken — Silberdistel, Arnika und Trollblume. Wer den Feldberg-Aufstieg mit kürzerem Profil sucht, ist am Seebuck richtig.
Herzogenhorn — zweithöchster eigenständiger Berg mit 1.415 Metern
Das Herzogenhorn ist mit 1.415 Metern nach dem Feldberg-Stock der zweithöchste eigenständige Berg im Schwarzwald. Anders als Seebuck steht das Herzogenhorn als freier Gipfel zwischen Bernau und Todtmoos. Auf dem Plateau das Bundesleistungszentrum für Nordische Disziplinen, ein Trainingsort der deutschen Skilanglauf- und Biathlon-Nationalmannschaften.
Aussichtsturm und Anbindung
Kein Aussichtsturm, dafür freie Rundum-Sicht vom Gipfel-Plateau über Belchen, Feldberg und Vogesen. Keine Seilbahn — der Berg ist nur zu Fuß erreichbar, was ihm einen ruhigeren Charakter als dem Feldberg verleiht. Vom Wanderparkplatz Krunkelbachhütte (1.215 m) in 45 Minuten zum Gipfel, mittlere Schwierigkeit mit moderater Steigung.
Beste Saison
Juni bis Oktober für Wandern, Mitte Dezember bis Mitte März für Skilanglauf auf den Höhen-Loipen rund um das Bundesleistungszentrum. Aufstieg ab Bernau-Hof über den Heinrich-Hansjakob-Weg in 2 Stunden (Aufstieg 480 m). Wer die Stille des Süd-Schwarzwalds sucht, ist hier richtig — am Wochenende deutlich weniger Tagesgäste als auf dem Feldberg.
Belchen — Alpen-Aussicht mit 1.414 Metern und Belchenbahn-Seilbahn
Der Belchen ist mit 1.414 Metern der vierthöchste Schwarzwald-Gipfel und gilt unter Berg-Liebhabern als schönster Aussichtsberg Deutschlands. Sein freier Rundum-Blick reicht bei klarem Wetter zur kompletten Schweizer Alpenkette von Säntis über Eiger und Mönch bis zur Jungfrau — kein anderer Schwarzwald-Berg bietet dieses Panorama so frei.
Belchenbahn-Seilbahn
Die Belchenbahn als Kabinen-Seilbahn führt ab Talstation Aitern (1.080 m) in 4 Minuten zum Gipfel. Berg- und Talfahrt rund 11 Euro Erwachsene und 7 Euro Kinder, Tagesticket etwas teurer. Geöffnet Mai bis Anfang November täglich 9 bis 17 Uhr, im Winter als Skigebiet-Lift weiter in Betrieb. Auf dem Gipfel das Belchenhaus mit Restaurant und Sonnenterrasse.
Aufstieg und beste Saison
Vom Wanderparkplatz Multen (1.030 m) in 1 Stunde zum Gipfel über breiten Wirtschaftsweg (Aufstieg 384 m, leicht). Belchen-Steig als Premium-Wanderweg in 4 Stunden Rundtour mit 700 Höhenmetern. Beste Saison für Alpen-Sicht ist Oktober bis April mit Föhn-Lagen — im Sommer Dunst-Schleier. Sonnenuntergang vom Belchen im Herbst gilt als beste Foto-Gelegenheit des Schwarzwaldes.
Spießhorn — eigenwilliger Felsen-Gipfel mit 1.349 Metern
Das Spießhorn ist mit 1.349 Metern der fünfthöchste Schwarzwald-Gipfel und liegt zwischen Bernau und Todtmoos im Hochschwarzwald. Anders als die runden Kuppen seiner Nachbarn hat das Spießhorn einen markant felsigen Charakter, was den Berg unter Mountainbikern und Wanderern bekannt macht.
Aussicht und Anbindung
Kein Aussichtsturm, kein Seilbahn-Anschluss. Vom freien Gipfel-Plateau gute Sicht zu Herzogenhorn und Feldberg, südwärts ins Wehratal. Vom Wanderparkplatz Krunkelbachhütte ist das Spießhorn in 25 Minuten Aufstieg erreichbar — eine der kürzesten Touren zu einem 1.300er-Gipfel im Schwarzwald.
Beste Saison
Juni bis Oktober für Wandern, im Winter als Schneeschuh-Tour beliebt. Kombinations-Tour Herzogenhorn-Spießhorn-Krunkelbachhütte in rund 3 Stunden gilt als eine der lohnendsten Hochschwarzwald-Touren. Aufstieg insgesamt moderat, gutes Schuhwerk wegen Geröll-Passagen empfohlen.
Blößling — stiller 1.309er bei St. Blasien
Der Blößling ist mit 1.309 Metern der sechsthöchste Schwarzwald-Gipfel und liegt zwischen St. Blasien und Schluchsee. Der Berg trägt seinen Namen von den waldfreien („blößen“) Höhen-Flächen oberhalb der Baumgrenze des Süd-Schwarzwalds, die hier um 1.300 Meter liegt.
Aussicht und Anbindung
Kein Aussichtsturm, kein Seilbahn-Anschluss. Vom Gipfel freier Blick zu Feldberg, Herzogenhorn und Hochkopf, südwärts bis in die Schweizer Bergwelt. Wenig besucht — wer Ruhe sucht, ist hier richtig. Vom Wanderparkplatz Menzenschwand-Hinterdorf in 1:15 Stunden Aufstieg über den Westhang.
Beste Saison
Juli bis September für höhere Wetterstabilität, Oktober für Buchenwald-Leuchten in den unteren Hängen. Im Winter als Schneeschuh-Tour mittelschwer wegen exponierter Höhen-Passagen. Aufstieg insgesamt rund 350 Höhenmeter.
Schauinsland — Freiburger Hausberg mit 1.284 Metern und 3.600-Meter-Seilbahn
Der Schauinsland ist mit 1.284 Metern der Hausberg Freiburgs und einer der bekanntesten Schwarzwald-Gipfel. Sein Name kommt vom freien Ausblick auf Rheinebene, Vogesen und Schwarzwald — bei klarem Wetter sind sogar die Schweizer Alpen sichtbar. Auf dem Plateau steht der Eugen-Keidel-Turm, ein 30 Meter hoher Aussichtsturm aus den 1980er Jahren.
Schauinslandbahn — längste Seilbahn im Schwarzwald
Die Schauinslandbahn als Umlauf-Gondelbahn führt seit 1930 ab Freiburg-Horben in 20 Minuten auf den Gipfel — mit 3.600 Metern Länge die längste Seilbahn im Schwarzwald und eine der längsten ihrer Bauart in Deutschland. Berg- und Talfahrt rund 14 Euro Erwachsene und 9 Euro Kinder, Familien-Ticket ab rund 32 Euro. Geöffnet ganzjährig täglich 9 bis 17 Uhr, im Sommer bis 18 Uhr.
Aufstieg und beste Saison
Vom Bergstation-Plateau in 10 Minuten zum Eugen-Keidel-Turm (Eintritt frei). Wer zu Fuß läuft, plant ab Bahnhof Günterstal in 2:30 Stunden über den Roßkopfweg (Aufstieg 940 m, anspruchsvoll). Beste Saison ganzjährig — im Sommer Mountainbike-Hotspot mit eigenem Bikepark, im Winter Skigebiet mit 4 Liften. Sonnenuntergang vom Eugen-Keidel-Turm Richtung Rheinebene mit Vogesen-Silhouette ein Klassiker.
Hochkopf — Aussichts-Kuppe mit 1.263 Metern bei Häg-Ehrsberg
Der Hochkopf ist mit 1.263 Metern der siebthöchste Schwarzwald-Gipfel und liegt im südlichen Hochschwarzwald zwischen Schönau und Häg-Ehrsberg. Auf dem Plateau steht der Hochkopfturm, ein 17 Meter hoher Aussichtsturm aus Holz, der 2003 errichtet wurde und freie Sicht auf Feldberg, Belchen und Hotzenwald bietet.
Aussichtsturm und Anbindung
Hochkopfturm-Eintritt frei, ganzjährig zugänglich. Kein Seilbahn-Anschluss — der Hochkopf ist nur zu Fuß oder per Mountainbike erreichbar, was den Berg unter Wanderern als Geheimtipp etabliert hat. Vom Wanderparkplatz Präg-Niederhof in 45 Minuten Aufstieg über breiten Wirtschaftsweg.
Beste Saison
Juni bis Oktober für Wandern, Mitte November bis März für Schneeschuh-Touren. Der Hochkopf-Steig als Premium-Wanderweg führt in 11 Kilometern Rundtour über den Gipfel und gilt unter Genuss-Wanderern als einer der schönsten im Süd-Schwarzwald.
Kandel — Kraftort mit 1.243 Metern und Kandelhof
Der Kandel ist mit 1.243 Metern der zweithöchste Berg im mittleren Schwarzwald und liegt zwischen Waldkirch und Glottertal. Er gilt seit Jahrhunderten als Kraftort und mystischer Berg — alte Sagen erzählen von Hexen-Versammlungen auf dem Kandel-Plateau zur Walpurgisnacht. Auf dem Gipfel das Berghotel Kandelhof mit Restaurant und Aussichtsterrasse.
Aussichtsturm und Anbindung
Kein klassischer Aussichtsturm, aber freie Rundum-Sicht vom Gipfel-Plateau über das gesamte Elztal und nach Westen bis zu den Vogesen. Kein Seilbahn-Anschluss. Mit dem Auto über die Kandelstraße ab Waldkirch in 30 Minuten erreichbar — eine kurvenreiche Strecke, die unter Motorradfahrern als Klassiker gilt.
Aufstieg und beste Saison
Vom Wanderparkplatz Kandelhof in 5 Minuten zum Gipfelkreuz, vom Wanderparkplatz Glottertal über den Kandel-Höhenweg in 2 Stunden (Aufstieg 700 m, mittelschwer). Beste Saison Mai bis Oktober, im Winter Skigebiet mit 3 Liften und 8 Pistenkilometern. Sonnenuntergang vom Kandelhof Richtung Vogesen besonders im September lohnenswert.
Hochfirst — Skisprung-Berg mit 1.190 Metern bei Hinterzarten
Der Hochfirst bei Titisee-Neustadt ist mit 1.190 Metern der höchste Berg im Hochschwarzwald-Streifen östlich von Hinterzarten. Er ist vor allem als Standort der Hochfirst-Schanze bekannt — der größten Skisprungschanze des Schwarzwaldes mit K-120-Profil, Trainingsort der deutschen Skisprung-Nationalmannschaft und Schauplatz internationaler Weltcup-Wettbewerbe.
Schanze und Aussicht
Kein Aussichtsturm, dafür freier Blick vom Hochfirst-Plateau über Titisee, Feldberg und Belchen. Skisprung-Schanzen-Besichtigung mit Aufstieg zum Anlaufturm rund 5 Euro im Sommer. Kein Seilbahn-Anschluss zum Gipfel, aber für Schanzen-Besucher ein Aufzug zur Anlauf-Plattform.
Aufstieg und beste Saison
Vom Bahnhof Titisee-Neustadt in 1:30 Stunden Aufstieg zum Gipfel über den Hochfirstweg (Aufstieg 350 m, mittelschwer). Beste Saison Mai bis Oktober für Wandern, Dezember bis März für Skisprung-Wettkämpfe als Zuschauer. Der Hochfirst-Skiweltcup im Dezember zieht jährlich rund 30.000 Fans an.
Hornisgrinde — höchster Nord-Schwarzwald mit 1.164 Metern und Hochmoor
Die Hornisgrinde ist mit 1.164 Metern der höchste Punkt des Nord-Schwarzwaldes und liegt direkt an der Schwarzwaldhochstraße B500 zwischen Baden-Baden und Freudenstadt. Auf dem flachen Plateau zieht sich ein einzigartiges Hochmoor mit Bohlenwegen entlang, das durch seine Pflanzenwelt unter Schutz steht — Sonnentau, Wollgras und Heidekraut.
Bismarckturm und Aussicht
Auf dem Plateau steht der Bismarckturm aus dem Jahr 1908, ein 23 Meter hoher Aussichtsturm aus Sandstein — Eintritt frei, Aufstieg über schmale Stein-Treppe. Vom Turm reicht der Blick über den gesamten Nord-Schwarzwald, ins Rheintal und bei klarer Sicht bis zu den Vogesen. Daneben steht ein zweiter Turm — der Signalturm mit Sendemast.
Aufstieg und beste Saison
Vom Parkplatz Mummelsee an der B500 (1.030 m) in 30 Minuten Aufstieg über den Hochmoor-Pfad zum Plateau — barrierearm bis zur ersten Plattform, ab dann Holz-Bohlen mit Stufen. Beste Saison Mai bis Oktober für Hochmoor-Sicht, Mitte August Heideblüte. Im Winter wegen Vereisung Bohlenwege teilweise gesperrt. Familien mit Kinderwagen kommen bis zur Aussichtsplattform.
Brendberg — Mittelschwarzwald-Höhepunkt mit 1.149 Metern
Der Brendberg (auch Brend genannt) ist mit 1.149 Metern der höchste Berg im mittleren Schwarzwald rund um Furtwangen. Auf seinem Plateau befinden sich Sendetürme, die ihn als „Brend“-Sender weithin sichtbar machen, sowie das Berggasthaus Brend mit Aussichtsterrasse und Wandererherberge.
Aussicht und Anbindung
Kein klassischer Aussichtsturm für Besucher, dafür vom Berggasthaus freie Sicht zu Feldberg, Belchen und Schwäbischer Alb im Osten. Kein Seilbahn-Anschluss. Mit dem Auto ab Furtwangen über die L175 in 15 Minuten zum Wanderparkplatz, von dort kurzer 10-Minuten-Aufstieg zum Gipfelkreuz.
Beste Saison
Mai bis Oktober für Wandern, im Winter beliebt für Loipen-Touren. Vom Brendberg startet einer der Westweg-Hauptabschnitte als Premium-Fernwanderweg in Richtung Belchen. Aufstieg ab Furtwangen-Bahnhof in 1:45 Stunden über den Brendweg (Aufstieg 480 m, mittelschwer).
Die 7 wichtigsten Gipfel im direkten Vergleich
Sieben Top-Gipfel im direkten Vergleich — die übrigen fünf (Seebuck, Hochkopf, Blößling, Hochfirst, Brendberg) sind in den Profil-Blöcken oben beschrieben.
Die 6 lohnendsten Aufstiege im Überblick
Feldberg ab Bärental
Klassischer Aufstieg ab Bahnhof Feldberg-Bärental über den Höhenweg in 2 Stunden zum Hauptgipfel mit Feldbergturm. Mittelschwer mit 320 Höhenmetern, ganzjährig geeignet. Rückfahrt mit Bus 7300 oder zu Fuß über Seebuck-Variante in 1:30 Stunden.
Belchen-Steig Premium-Tour
4-Stunden-Rundtour ab Multen mit 700 Höhenmetern über alle Süd-Hänge zum Gipfel. Premium-Wanderweg mit Alpen-Sicht-Plattformen. Im Herbst die beste Foto-Tour des Schwarzwalds mit Föhn-Lagen Richtung Schweizer Alpen.
Schauinsland-Seilbahn plus Turm
Bequemste Variante zum 1.284er — 20 Minuten Gondelfahrt ab Freiburg-Horben auf das Plateau, dann 10 Minuten zum Eugen-Keidel-Turm. Familien-freundlich, ganzjährig. Berg- und Talfahrt rund 14 Euro Erwachsene.
Hornisgrinde-Hochmoor
30-Minuten-Aufstieg ab Mummelsee-Parkplatz über Bohlenwege zum Hochmoor-Plateau und Bismarckturm. Familien-freundlich, barrierearm bis zur ersten Plattform. Im August Heideblüte besonders eindrucksvoll.
Herzogenhorn-Stille
45-Minuten-Aufstieg ab Wanderparkplatz Krunkelbachhütte zum 1.415er, ohne Seilbahn und Massen-Tourismus. Vom Plateau freier Blick auf Belchen und Feldberg. Im Süd-Schwarzwald die ruhigste 1.400er-Tour.
Kandel-Mystik-Berg
5-Minuten-Aufstieg ab Wanderparkplatz Kandelhof zum Gipfelkreuz mit alpinem Charakter. Längere Variante ab Glottertal in 2 Stunden mit 700 Höhenmetern. Auf dem Plateau Berghotel Kandelhof mit Aussichtsterrasse.
Praktische Tipps für Schwarzwald-Gipfel-Touren
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Konus-Gästekarte beim Vermieter holen
Übernachtungsgäste bekommen die Konus-Gästekarte kostenfrei vom Hotel, Pension oder Ferienwohnungs-Vermieter. Sie gilt für ÖPNV im gesamten Schwarzwald und macht Bus 7300 zum Feldberg, Bus 421 zur Hornisgrinde und Schwarzwaldbahn-Anschlüsse gratis. Pro Tag und Person Ersparnis 10 bis 25 Euro.
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Alpen-Sicht nur bei Föhn-Lagen
Klare Fernsicht zu den Schweizer Alpen vom Belchen, Feldberg oder Schauinsland gibt es fast nur bei Föhn — meist Oktober bis April. Im Sommer Dunst-Schleier. Wetter-Foren wie KachelWetter zeigen Föhn-Vorhersagen 2 bis 3 Tage im Voraus für gezielte Reise-Planung.
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Festes Schuhwerk auch im Sommer
Höhen-Pfade auf Feldberg, Belchen und Herzogenhorn sind häufig nass und mit Wurzeln durchzogen. Bei Spießhorn und Hochkopf liegt Geröll auf den Wegen. Wander-Halbschuhe reichen nicht — knöchelhohe Wanderstiefel mit Profil-Sohle für sicheren Tritt nötig.
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Wetter-App vor jedem Aufstieg
Auf den Gipfeln über 1.300 Metern wechselt das Wetter binnen Minuten — Nebel-Bänke, plötzliche Gewitter im Sommer, Glatteis im Winter. Vor dem Start die App des Deutschen Wetterdienstes oder MeteoBlue für die genaue Höhen-Lage prüfen. Bei Gewitter-Warnung Tour abbrechen.
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Seilbahnen früh oder spät besuchen
Feldbergbahn, Belchenbahn und Schauinslandbahn haben am Wochenende zwischen 11 und 15 Uhr lange Warteschlangen. Wer früh um 9 Uhr fährt oder nach 16 Uhr für die letzten Bergfahrten plant, spart 30 bis 60 Minuten Wartezeit und hat mehr Ruhe auf dem Gipfel.
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Barrierearme Gipfel-Alternativen
Schauinsland mit Seilbahn und Bergstation-Plateau, Mummelsee-Hornisgrinde-Bohlenweg (bis zur ersten Plattform) und Belchen-Bergstation mit Belchenhaus sind weitgehend rollstuhltauglich. Kandelhof und Brendberg-Gasthaus mit Auto-Anfahrt fast bis zum Gipfel. Feldberg-Bergstation ebenfalls barrierearm.
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Sonnenschutz auch im Mittelgebirge
Auf 1.400 Metern Höhe ist die UV-Belastung deutlich stärker als im Tal — Sonnenbrand-Gefahr bei längerem Aufenthalt auf Feldberg- und Belchen-Plateau auch bei bewölktem Wetter hoch. Sonnencreme mit Lichtschutz 30 plus aufwärts, Sonnenbrille und Kopfbedeckung gehören in jeden Tagesrucksack.
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Wetter-Schichten statt einer Jacke
Im Schwarzwald-Hochgebirge fallen die Temperaturen pro 100 Höhenmeter um rund 0,6 Grad — auf 1.400 Metern ist es im Sommer nachts unter 10 Grad. Zwiebel-Prinzip mit T-Shirt, Fleece-Pullover und wind-/wasserabweisender Außenjacke schlägt eine dicke Winterjacke an wechselhaften Tagen.
Insider-Tipps zu den Schwarzwald-Gipfeln
Geheimtipp Herzogenhorn-Stille
Während Feldberg und Belchen am Wochenende voll sind, bleibt das Herzogenhorn (1.415 m) erstaunlich leer — obwohl es nach dem Feldberg der zweithöchste eigenständige Schwarzwald-Berg ist. Vom Wanderparkplatz Krunkelbachhütte sind es nur 45 Minuten Aufstieg, oben das Bundesleistungszentrum als architektonische Kuriosität und freier Blick zum Feldberg-Stock.
Schauinslandbahn am Sonnenaufgang
Die Schauinslandbahn fährt im Sommer ab 9 Uhr, das ist für Sonnenaufgangs-Fotos zu spät. Wer auf dem Schauinsland-Plateau bei Sonnenaufgang stehen will, parkt am Bergstation-Parkplatz (gebührenpflichtig) und steht in 10 Minuten am Eugen-Keidel-Turm. Vom Turm Richtung Osten Rheinebene mit Vogesen-Silhouette im roten Morgen-Licht.
Hornisgrinde-Heideblüte Ende August
Das Hochmoor der Hornisgrinde blüht zwischen Mitte August und Anfang September in violett-rosa Heide-Farben — eine der schönsten Pflanzen-Saisons im Schwarzwald. Die Bohlenwege sind dann teils mit Foto-Stativen verstopft, aber wer früh um 7 Uhr ab Mummelsee-Parkplatz startet, hat die Hochmoor-Flächen für sich allein.




