Der Schwarzwald hat sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten zur heimlichen Gin-Hauptstadt Deutschlands entwickelt. Auslöser war 2008 die Gründung von Monkey 47 auf einem alten Schwarzwaldhof bei Loßburg-Wittendorf — ein Dry Gin mit 47 Botanicals und 47 Prozent Volumen, der heute in über 50 Ländern verkauft wird und als bekanntester deutscher Gin gilt. In seinem Sog sind zahlreiche kleinere Brennereien entstanden oder haben klassische Obstbrand-Häuser wie Schladerer in Staufen ihr Sortiment um Gin erweitert. Typische Schwarzwald-Botanicals sind frische Tannentriebe, Wacholder aus der Region, Heidelbeere, Holunder, Hagebutte, Brombeere und Vogelbeere — der Geschmack reicht von harzig-waldig bis fruchtig-süß. Die folgenden elf Destillerien zwischen Loßburg, Ottenhöfen, Sasbachwalden, Triberg, Staufen und Furtwangen prägen die Szene und sind teils auch zur Verkostung im Brennerei-Hof zu besuchen.

Anreise und Erreichbarkeit

Die Schwarzwald-Brennereien verteilen sich über die gesamte Mittelgebirgs-Höhe von Loßburg im Norden bis Staufen im Süden. Viele Höfe liegen abseits der größeren Bahnhöfe in kleinen Schwarzwald-Tälern und sind am bequemsten mit dem Auto erreichbar. Für eine Mehrtages-Route bietet sich Freiburg, Offenburg oder Baden-Baden als Basis an — von dort sind die meisten Destillerien innerhalb von 30 bis 90 Minuten Fahrtzeit zu erreichen.

Mit dem Auto

Die A5 erschließt den Schwarzwald von Norden nach Süden mit Ausfahrten Baden-Baden, Achern, Offenburg, Lahr, Herbolzheim, Freiburg-Nord und Bad Krozingen. Für die Brennereien im Mittleren Schwarzwald führt die B33 ab Offenburg über Haslach und Hausach nach Triberg, die B500 als Schwarzwaldhochstraße verbindet Baden-Baden mit Freudenstadt und passiert mehrere Hofbrennereien. Bei Höhen ab 800 Metern sind in der Zeit von Dezember bis März Schneeketten häufig nötig.

Mit der Bahn / dem ÖPNV

Die Schwarzwaldbahn führt von Offenburg über Hausach, Hornberg, Triberg, Villingen und Donaueschingen nach Konstanz und ist für Brennerei-Besuche in Triberg und Umgebung der wichtigste Schienenweg. Die Höllentalbahn ab Freiburg erschließt den Süden bis Titisee. Wer eine Brennerei in Loßburg-Wittendorf, Ottenhöfen oder Sasbachwalden besuchen will, sollte ab dem nächsten Bahnhof einen Bus oder Mietwagen einplanen — kleine Schwarzwald-Höfe liegen oft mehrere Kilometer abseits der Hauptstrecken.

Mit dem Flugzeug

Stuttgart STR liegt rund 100 Kilometer östlich, Frankfurt FRA rund 200 Kilometer nördlich und Basel-Mulhouse EAP rund 60 Kilometer südlich des mittleren Schwarzwalds. Karlsruhe-Baden-Baden FKB ist der kleine Regional-Flughafen direkt am Rand des Mittelgebirges. Für die meisten Touristen aus dem deutschsprachigen Raum ist eine Anreise per Auto oder ICE nach Freiburg oder Offenburg deutlich entspannter als per Flug plus Mietwagen.

Vor Ort bewegen und Verkostung

Wer mehrere Brennereien an einem Tag besuchen will, sollte unbedingt einen Fahrer dabei haben oder auf das eigene Glas verzichten — bei einer kompletten Hofführung mit Verkostung kommen häufig 4 bis 6 Gläser zusammen, die deutlich über der Promille-Grenze liegen. Praktischer ist die Konus-Gästekarte: Bei Übernachtung im Schwarzwald gilt sie für den gesamten ÖPNV und macht eine zwei- bis drei-tägige Brennerei-Route entspannt möglich.

Stuttgart → Loßburg 95 km ~1:15 h via A81/B294
Freiburg → Staufen (Schladerer) 25 km ~30 min via B3/L123
Offenburg → Sasbachwalden 35 km ~40 min via B3/L86
Karlsruhe → Loßburg-Wittendorf 130 km ~1:45 h via A5/B28
Frankfurt → Baden-Baden 170 km ~1:45 h via A5 oder 1:20 h ICE direkt

Monkey 47 — der weltberühmte Schwarzwald-Gin aus Loßburg-Wittendorf

Monkey 47 ist der mit Abstand bekannteste deutsche Gin und hat den Schwarzwald als Spirituosen-Region international auf die Landkarte gesetzt. Gegründet wurde die Marke 2008 vom Unternehmer Alexander Stein auf einem alten Schwarzwaldhof bei Loßburg-Wittendorf — die Rezeptur geht auf einen britischen Offizier zurück, der nach dem Zweiten Weltkrieg im Schwarzwald lebte und einen Gin mit lokalen Botanicals destillierte.

Botanicals und Profil

Monkey 47 enthält 47 verschiedene Botanicals und wird auf 47 Prozent Volumen abgefüllt — daher der Name. Neben klassischem Wacholder kommen Lingonberry, Brombeere, Heckenrose, Holunder, Tanne, Fichte, Akazie, Lavendel und 39 weitere Pflanzen aus dem Schwarzwald zum Einsatz. Das Aromenprofil ist komplex-würzig mit waldigen, blumigen und fruchtigen Noten — kein klassischer London Dry Style, sondern eine eigene Schwarzwald-Interpretation.

Besuch und Verkostung

Die Destillerie in Loßburg-Wittendorf bietet Führungen auf Anmeldung an — mehrere Termine pro Woche von April bis Oktober, mit Hofbesichtigung, Botanical-Garten und Verkostung von vier bis fünf Sorten inklusive Sloe Gin und Distiller's Cut. Preis rund 65 bis 95 Euro pro Person je nach Programm. Kapazitäten sind häufig Monate im Voraus ausgebucht.

Black Forest Distillers — die Manufaktur hinter Monkey 47

Black Forest Distillers ist der offizielle Name der Brennerei, die Monkey 47 produziert. Neben dem Hauptprodukt entstehen hier auch limitierte Sondereditionen wie der jährliche Distiller's Cut mit jeweils einer neuen Botanical, der Sloe Gin auf Basis von Schlehen aus dem Schwarzwald und gelegentliche Experimental-Reihen. Seit 2016 gehört die Marke mehrheitlich zum Pernod-Ricard-Konzern, die Produktion bleibt aber in Loßburg.

Wacholderhof Schmieg in Ottenhöfen — Familienbrennerei mit Tradition

Die Brennerei Schmieg liegt in Ottenhöfen im Achertal und führt das Handwerk seit mehreren Generationen. Neben klassischen Obstbränden aus Mirabelle, Williamsbirne und Vogelbeere brennt die Familie auch einen eigenen Schwarzwald-Gin mit Wacholder, Tannentrieben und regionalen Wildkräutern. Der Hofladen ist regelmäßig geöffnet, Termine für Hofführungen mit Verkostung lassen sich telefonisch vereinbaren — vor allem in den Sommermonaten Juni bis September.

Bimmerle in Sasbachwalden — Kornbrand-Tradition trifft Gin

Bimmerle ist mit einer der größeren Schwarzwald-Brennereien und steht im Ortskern von Sasbachwalden direkt am Ortseingang. Der Familienbetrieb produziert seit 1956 Kornbrand und hat das Portfolio über die Jahrzehnte um Whisky, Wodka, Rum und Gin erweitert. Der Schwarzwald-Gin aus dem Haus ist mild-würzig und vergleichsweise erschwinglich — eine gute Einstiegs-Variante für Genießer, die Schwarzwald-Gin probieren wollen ohne den Monkey-47-Preis. Hofladen und Verkostung sind vor Ort möglich.

Sailer's Spezialitäten in Triberg — die Schwarzwald-Gin-Linie

Sailer's Spezialitäten liegen in Triberg im Mittleren Schwarzwald, dem Ort der berühmten Wasserfälle. Die Brennerei führt unter dem Label „Sailer's“ eine ganze Spirituosen-Linie mit Schwarzwald-Bezug — vom Wacholder-Brand über Bärwurz und Enzian bis zum modernen Schwarzwald-Gin mit eigener Botanical-Mischung. Triberg ist mit der Schwarzwaldbahn ab Offenburg in rund 45 Minuten erreichbar, die Brennerei liegt fußläufig zum Bahnhof und kann nach Voranmeldung besucht werden.

Schladerer in Staufen — vom Obstbrand-Klassiker zum Gin

Schladerer ist der bekannteste Obstbrand-Hersteller im Schwarzwald und produziert seit 1844 in Staufen am Fuß des Münstertals. Das klassische Sortiment umfasst Williams-Christ-Birnenbrand, Mirabelle, Kirschwasser und Himbeergeist in markanten Tonkrügen. In den 2010er Jahren hat das Haus das Portfolio um einen eigenen Schwarzwald-Dry-Gin erweitert, der traditionelle Wacholdernote mit Schladerer-typischer Frucht verbindet. Der Werksverkauf in Staufen ist Werktags geöffnet, die Stadt selbst ein lohnendes Tagesziel mit historischem Marktplatz und Faust-Brunnen.

Schwarzwaldhof Furtwangen — Brennerei aus der Uhrmacher-Stadt

Schwarzwaldhof in Furtwangen liegt im Bregtal auf rund 870 Metern Höhe — die kleine Stadt ist vor allem durch das Deutsche Uhrenmuseum bekannt, hat aber auch eine lebendige Brennerei-Szene. Der Schwarzwaldhof-Gin nutzt typische Höhen-Botanicals wie Tannentriebe, Vogelbeere und Heidelbeere und ergibt ein vergleichsweise nadelig-frisches Profil. Verkostungen sind nach Voranmeldung in der Brennerei möglich, der Hofladen führt auch klassische Obstbrände aus eigenem Anbau.

Tannenkönig — eigene Brennerei mit Nadelholz-Fokus

Tannenkönig setzt namensgebend auf Tannentriebe als zentrale Botanical und führt einen markant harzig-grünen Schwarzwald-Gin. Die Brennerei ist klein und produziert in begrenzten Chargen — der Gin ist eher in regionalen Feinkost-Läden, Hotelbars und über Manufaktur-Vertriebe erhältlich als im klassischen Supermarkt. Wer das Profil mag, findet hier eine deutlich eigenständige Alternative zu den großen Marken.

ParcReserve — Schwarzwald-Gin im Premium-Segment

ParcReserve positioniert sich im oberen Preisbereich und nutzt seltene regionale Botanicals wie Bärlauch, Mädesüß und wildwachsende Brombeerblätter. Die Flaschen sind häufig nummeriert und in kleinen Stückzahlen abgefüllt — eine Variante für Sammler und Genießer, die Schwarzwald-Aromen abseits des Mainstreams suchen. Erhältlich in ausgewählten Schwarzwald-Hotels und über den Online-Shop des Herstellers.

Hercynian Distilling Co — Crossover zwischen Elsass und Schwarzwald

Hercynian Distilling Co operiert im Grenzraum zwischen Elsass und Südschwarzwald und bringt französische Aromatik-Tradition mit Schwarzwald-Botanicals zusammen. Die Gins der Marke nutzen Wacholder aus dem Schwarzwald, kombinieren ihn aber mit elsässischen Kräutern und Frucht-Mazeraten — eine spannende Brücke zwischen beiden Spirituosen-Kulturen. Verkostungen sind nach Voranmeldung möglich, der Vertrieb läuft vor allem über Feinkost-Händler im Rhein-Tal.

Reisetbauer-Tradition als Inspiration für Schwarzwald-Marken

Reisetbauer aus Österreich gehört nicht zu den Schwarzwald-Brennereien, hat aber als Pionier der hochwertigen Obstbrand- und Gin-Produktion viele kleinere Schwarzwald-Manufakturen inspiriert — vor allem das Konzept aus eigenem Obst und sortenreinem Brand. Wer Schwarzwald-Gin verstehen will, sollte einen Reisetbauer Blue Gin als Referenz im Glas haben — er zeigt, woran sich viele junge Schwarzwald-Brenner stilistisch orientieren.

Die elf Schwarzwald-Gin-Brennereien im Überblick

Monkey 47

Der weltbekannte Dry Gin aus Loßburg-Wittendorf mit 47 Botanicals und 47 Prozent Volumen. Komplex-würzig, blumig, fruchtig — Aushängeschild der Schwarzwald-Gin-Szene seit 2008. Rund 35 bis 40 Euro für 0,5 Liter.

Black Forest Distillers

Manufaktur hinter Monkey 47 in Loßburg, mit Distiller's Cut, Sloe Gin und experimentellen Sondereditionen. Hofführungen mit Verkostung nach Anmeldung — meist Monate im Voraus ausgebucht.

Wacholderhof Schmieg

Familienbrennerei in Ottenhöfen im Achertal mit Obstbrand-Tradition und eigenem Schwarzwald-Gin. Wacholder, Tannentriebe und Wildkräuter prägen das Profil. Hofladen mit regulären Öffnungszeiten.

Bimmerle

Größere Brennerei in Sasbachwalden, seit 1956 in Familienhand. Schwarzwald-Gin mit mildem Profil und vergleichsweise erschwinglichem Preis — guter Einstieg für Gin-Neulinge mit Schwarzwald-Interesse.

Sailer's Spezialitäten

Brennerei in Triberg im Mittleren Schwarzwald, fußläufig vom Bahnhof. Komplettes Schwarzwald-Spirituosen-Sortiment mit eigenem Gin, Wacholder, Bärwurz und Enzian. Voranmeldung für Besuche empfohlen.

Schladerer

Traditionshaus seit 1844 in Staufen am Münstertal, weltweit bekannt für Williams-Christ-Birnenbrand. Seit den 2010er Jahren auch eigener Schwarzwald-Dry-Gin im Sortiment. Werksverkauf an Werktagen.

Schwarzwaldhof Furtwangen

Brennerei auf rund 870 Metern Höhe im Bregtal, nahe dem Deutschen Uhrenmuseum. Schwarzwaldhof-Gin mit Tannentriebe, Vogelbeere und Heidelbeere — nadelig-frisches Höhen-Profil. Hofverkauf vorhanden.

Tannenkönig

Kleine Manufaktur mit harzig-grünem Schwarzwald-Gin und Tannentriebe als Zentral-Botanical. Limitierte Chargen, Vertrieb über Feinkost-Läden und ausgewählte Hotelbars im Schwarzwald.

ParcReserve

Premium-Schwarzwald-Gin mit seltenen Botanicals wie Bärlauch, Mädesüß und wilden Brombeerblättern. Nummerierte Flaschen, kleine Stückzahlen — für Sammler und Spezialisten.

Hercynian Distilling Co

Crossover zwischen elsässischer Kräuter-Tradition und Schwarzwald-Wacholder. Spannende Brücke zwischen beiden Spirituosen-Kulturen im Grenzraum Rhein-Tal. Voranmeldung für Verkostungen.

Reisetbauer als Referenz

Kein Schwarzwälder Produkt, aber stilistischer Pate vieler junger Schwarzwald-Brenner. Blue Gin als Vergleichs-Referenz hilft, regionale Schwarzwald-Stile besser einzuordnen.

Spirituosen-Wege

Schwarzwälder Spirituosen-Wege und Brenner-Routen verbinden mehrere Höfe als Mehrtages-Tour. Praktisch mit Konus-Gästekarte und Übernachtung in einem zentralen Ort wie Baiersbronn oder Triberg.

Schwarzwald-Gin im direkten Vergleich

Kriterium
Monkey 47
Schladerer Gin
Bimmerle Gin
Sailer's Gin
Schwarzwaldhof Gin
Tannenkönig
Brennerei-Ort
Loßburg-Wittendorf
Staufen
Sasbachwalden
Triberg
Furtwangen
Schwarzwald
Höhe
650 m
280 m
260 m
700 m
870 m
variabel
Volumen
47 % vol.
43 % vol.
42 % vol.
44 % vol.
43 % vol.
45 % vol.
Profil
komplex, würzig-floral
fruchtig, mild
mild-würzig
harzig-klassisch
nadelig-frisch
harzig-grün
Preis 0,5 L
35-40 Euro
25-30 Euro
18-24 Euro
25-32 Euro
25-30 Euro
35-45 Euro
Hofbesuch
nur mit Anmeldung
Werksverkauf
Hofladen offen
nach Anmeldung
nach Anmeldung
selten möglich
Verfügbarkeit
weltweit
deutschlandweit
regional Süddeutschland
Schwarzwald, Online
regional
Feinkost, Hotelbar

Die Preise sind Richtwerte für die 0,5-Liter-Flasche im Fachhandel und können je nach Saison und Verfügbarkeit deutlich abweichen.

Typische Botanicals des Schwarzwalds

Was einen Gin zum Schwarzwald-Gin macht, sind nicht starre Regeln wie bei einer geschützten Herkunfts-Bezeichnung, sondern vor allem die regionalen Botanicals. Frische Tannentriebe im Frühjahr geben harzige Nadelholz-Noten, Heidelbeere und Brombeere bringen waldige Frucht, Vogelbeere und Hagebutte fügen leicht bittere und herb-süße Akzente hinzu. Holunder, Wacholder aus dem Schwarzwald, Mädesüß und Bärlauch ergänzen das Spektrum — viele Brenner sammeln einen Teil ihrer Zutaten selbst in den umliegenden Wäldern.

Frühjahrs-Botanicals

Im Frühjahr sind frische Tannenspitzen, Bärlauch, Waldmeister und junge Birkenblätter saisonale Botanicals. Tannenspitzen werden meist im Mai geerntet — sie ergeben besonders zarte, helle Harz-Aromen. Mehrere Schwarzwald-Brenner produzieren limitierte Frühjahrs-Editionen mit diesen Saison-Zutaten.

Sommer- und Herbst-Botanicals

Im Sommer reifen Heidelbeere, Holunderblüte und später Holunderbeere — sie geben weiche fruchtige Noten. Der Herbst bringt Brombeere, Vogelbeere, Hagebutte und Schlehe — letztere als Basis für Sloe Gin nach britischer Tradition. Schwarzwälder Sloe-Gin-Varianten wie der von Monkey 47 sind eine charakteristische lokale Spezialität.

Praktische Tipps für die Schwarzwald-Gin-Tour

  • Werksverkauf statt Souvenir-Laden

    Im Werksverkauf von Schladerer in Staufen oder bei Bimmerle in Sasbachwalden sind die Preise häufig 10 bis 15 Prozent günstiger als im Schwarzwald-Souvenirgeschäft am Titisee oder in Triberg — und das Sortiment ist deutlich größer.

  • Monkey-47-Führung früh buchen

    Die Hofführungen der Black Forest Distillers in Loßburg-Wittendorf sind häufig zwei bis drei Monate im Voraus ausgebucht — wer den Besuch in den Schwarzwald-Urlaub einplanen will, sollte die Anmeldung als ersten Schritt der Reiseplanung erledigen.

  • + Konus-Karte spart ÖPNV-Kosten

    Bei Übernachtung in vielen Schwarzwald-Orten gibt es die Konus-Gästekarte vom Vermieter — sie gilt für den gesamten Schwarzwald-ÖPNV. Eine Brennerei-Route über zwei oder drei Tage wird damit deutlich entspannter und günstiger.

  • i Verkostung erfordert nüchterne Fahrer

    Eine vollständige Hofführung mit Verkostung bringt häufig 4 bis 6 Gläser auf den Tresen — das liegt deutlich über der 0,5-Promille-Grenze. Wer mehrere Brennereien an einem Tag besucht, braucht entweder einen Fahrer, ein Taxi oder das Bahnhofs-Hotel.

  • Tasting-Set als Mitbringsel

    Mehrere Brennereien bieten Tasting-Sets aus 3 bis 5 kleinen Flaschen á 50 Milliliter an — eine clevere Variante für Gastgeschenke oder zum Vergleich verschiedener Schwarzwald-Stile zuhause, ohne fünf Großflaschen kaufen zu müssen.

  • Barrierearme Brennereien

    Schladerer in Staufen und Bimmerle in Sasbachwalden sind ebenerdig zugänglich. Brennereien auf Schwarzwaldhöfen mit Stallgebäuden und alten Hofböden sind häufig nur über Stufen erreichbar — bei eingeschränkter Mobilität vorab telefonisch klären.

  • Beste Saison für Brennerei-Besuche

    Mai bis Oktober ist die Hauptsaison — Hofläden sind verlässlich geöffnet, Außenausschank in den Höfen ist möglich, viele Brennereien zeigen ihre Kräuter- und Wacholder-Gärten. Im Winter bleibt einige Höfe geschlossen oder nur nach Voranmeldung erreichbar.

  • Regen-Tag-Backup im Schwarzwald

    Wenn das Wanderwetter im Schwarzwald nicht mitspielt, sind Brennerei-Besuche das perfekte Schlechtwetter-Programm — die meisten Hofführungen finden im Inneren der Destillerie statt und lassen sich kurzfristig mit ein bis zwei Tagen Vorlauf buchen.

Insider-Tipps

Welches Tonic zu Schwarzwald-Gin?

Klassisches Tonic Water mit hoher Chinin-Konzentration wie Fever-Tree Indian Tonic passt zu den meisten Schwarzwald-Gins. Bei besonders fruchtigen Varianten wie Schladerer oder Bimmerle kann ein Mediterranean Tonic mit Rosmarin-Note die Beeren-Aromen verstärken. Zu nadeligen Gins wie Tannenkönig oder Schwarzwaldhof eher ein neutraleres Light-Tonic, damit die Tannen-Aromatik nicht erschlagen wird.

Garnitur passend zum Profil

Heidelbeere, Brombeere und ein kleiner Tannenzweig als Garnitur unterstreichen den Schwarzwald-Charakter. Bei Schladerer eine Scheibe Birne, bei Monkey 47 ein dünnes Stück Brombeere und ein Pfeffer-Korn. Verzichtet wird häufig auf Zitronen-Scheiben — sie passen schlechter zu den waldigen Schwarzwald-Aromen als zu klassischen London-Dry-Gins.

Drei-Tage-Plan für die Schwarzwald-Gin-Route

HÄUFIGE FRAGEN

Welcher ist der bekannteste Schwarzwald-Gin?

Monkey 47 von den Black Forest Distillers in Loßburg-Wittendorf ist mit Abstand der bekannteste Schwarzwald-Gin und gilt als bekanntester deutscher Gin überhaupt. 2008 gegründet, in über 50 Ländern verkauft. 47 Botanicals und 47 Prozent Volumen — daher der Name.

Welche Botanicals sind typisch für Schwarzwald-Gin?

Wacholder, Tannentriebe, Heidelbeere, Brombeere, Vogelbeere, Hagebutte, Holunder und Mädesüß sind die häufigsten regionalen Botanicals. Frische Tannenspitzen werden meist im Mai geerntet und geben dem Gin den charakteristisch harzig-nadeligen Schwarzwald-Akzent.

Kann ich die Monkey-47-Destillerie besichtigen?

Ja, die Black Forest Distillers in Loßburg-Wittendorf bieten Hofführungen mit Verkostung an — aber nur nach Voranmeldung. Termine sind häufig zwei bis drei Monate im Voraus ausgebucht. Preis rund 65 bis 95 Euro pro Person je nach Programm und Saison.

Was kostet eine Flasche Schwarzwald-Gin?

Einstiegs-Schwarzwald-Gins wie Bimmerle liegen bei rund 18 bis 24 Euro für 0,5 Liter, Schladerer bei 25 bis 30 Euro, Monkey 47 bei rund 35 bis 40 Euro, Premium-Marken wie ParcReserve oder Tannenkönig bei 35 bis 45 Euro. Preise im Werksverkauf häufig etwas günstiger als im Souvenir-Laden.

Wo liegen die wichtigsten Schwarzwald-Brennereien?

Monkey 47 in Loßburg-Wittendorf, Wacholderhof Schmieg in Ottenhöfen, Bimmerle in Sasbachwalden, Sailer's in Triberg, Schladerer in Staufen, Schwarzwaldhof in Furtwangen. Die Höhen reichen von rund 260 Metern in Sasbachwalden bis rund 870 Metern in Furtwangen.

Was unterscheidet Schwarzwald-Gin von London Dry Gin?

Schwarzwald-Gin nutzt regionale Botanicals wie Tannentriebe, Heidelbeere und lokalen Wacholder — das Aromenprofil ist häufig harziger, fruchtiger oder waldiger als klassischer London Dry Style. Monkey 47 mit 47 Botanicals geht deutlich weiter als die typischen 8 bis 12 Botanicals eines London Dry.

Eignet sich Schwarzwald-Gin für Gin Tonic?

Ja, alle hier vorgestellten Schwarzwald-Gins eignen sich für Gin Tonic. Klassiker wie Bimmerle und Sailer's passen zu jedem Standard-Tonic, Monkey 47 verträgt auch komplexe Tonics wie Fever-Tree Mediterranean. Für nadelige Gins wie Tannenkönig eher ein neutrales Light-Tonic verwenden.

Welche Garnitur passt zu Schwarzwald-Gin?

Heidelbeere, Brombeere und ein kleiner Tannenzweig unterstreichen den Schwarzwald-Charakter. Bei Schladerer eine Birnen-Scheibe, bei Monkey 47 eine Brombeere und ein Pfeffer-Korn. Zitronen-Scheiben passen schlechter zu den waldigen Aromen als zu klassischen London-Dry-Gins.

Wie plane ich eine Brennerei-Route durch den Schwarzwald?

Eine Drei-Tage-Route mit Basis in Baiersbronn oder Freudenstadt deckt Loßburg-Wittendorf (Monkey 47), Achertal (Wacholderhof Schmieg, Bimmerle) und Mittlerer Schwarzwald (Sailer's, Schwarzwaldhof Furtwangen) ab. Konus-Gästekarte bei Übernachtung macht den ÖPNV kostenfrei.

Brauche ich für Brennerei-Besuche einen Fahrer?

Ja, eine vollständige Hofführung mit Verkostung bringt häufig 4 bis 6 Gläser auf den Tresen — das liegt deutlich über der 0,5-Promille-Grenze. Wer mehrere Brennereien an einem Tag besucht, braucht entweder einen Fahrer, ein Taxi-Konzept oder ein Hotel in Bahnhofsnähe mit ÖPNV-Anschluss.

Gibt es Schwarzwald-Gin auch ohne Alkohol?

Ja, einige Brennereien haben in den letzten Jahren alkoholfreie Schwarzwald-Botanical-Spirituosen ins Sortiment aufgenommen — sie nutzen die typischen Botanicals wie Tannentriebe und Heidelbeere, verzichten aber auf den Alkohol. Verfügbar vor allem in größeren Häusern wie Schladerer und im gut sortierten Feinkost-Handel.

Was ist die beste Saison für eine Schwarzwald-Gin-Tour?

Mai bis Oktober ist die Hauptsaison. Hofläden sind verlässlich geöffnet, Außenausschank in Schwarzwald-Höfen ist möglich, viele Brennereien zeigen ihre Kräuter- und Wacholder-Gärten. Im Winter bleiben einige Höfe geschlossen oder nur nach Voranmeldung erreichbar.
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