Der Schluchtensteig ist der spektakulärste Schluchten-Fernwanderweg Deutschlands. Auf 118 Kilometern führt er in sechs Etappen vom Städtchen Stühlingen an der Wutach bis nach Wehr am Hochrhein quer durch den Südschwarzwald und durchquert dabei vier der dramatischsten Wildschluchten Mitteleuropas — die Wutachschlucht als eine der tiefsten Klammen Deutschlands mit Tiefen bis 170 Metern, das Hauensteiner Murgtal mit seinen moosigen Felsabbrüchen, das Hotzenwälder Albtal mit seinen tief eingeschnittenen Bachläufen und den Strittberg-Stamm als verbindendes Höhenrückgrat. Seit 2008 trägt der Weg das Premium-Wandersiegel des Deutschen Wanderinstituts und gehört damit zu den qualitativ höchstdekorierten Wanderwegen Deutschlands. Die gelbe Raute auf weißem Grund markiert jeden Meter, sechs Etappen zwischen 16 und 24 Kilometern führen über die wandererfreundlichen Höfe und Gasthäuser der Südschwarzwald-Hotzenwald-Region. Beste Saison: April bis Oktober, wobei die Wutachschlucht im Frühjahr nach starkem Hochwasser häufig gesperrt ist und der Stand vor der Anreise geprüft werden sollte. Mit der KONUS-Gästekarte fahren Übernachtungsgäste kostenfrei mit Bus und Bahn zwischen den Etappen.
Anreise und Erreichbarkeit
Der Schluchtensteig verbindet zwei kleine Südschwarzwald-Orte am Rand des Hochrheins: Stühlingen als Nordausgang nahe der Schweizer Grenze und Wehr als Südendpunkt vor dem Anstieg ins Wehratal. Beide Orte sind über die Hochrheinbahn mit Basel und Singen verbunden und ermöglichen damit eine bahnfreundliche An- und Abreise. Für Etappen-Wanderer ist die KONUS-Gästekarte das wichtigste Planungswerkzeug — sie wird in den Schluchtensteig-Unterkünften automatisch ausgegeben und ermöglicht in über 140 teilnehmenden Schwarzwald-Orten die kostenfreie Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Damit löst sich das klassische Fernweg-Problem der Etappen-Rückkehr ohne zweites Auto auch hier elegant über Bus und Bahn.
Mit dem Auto
Stühlingen als Startpunkt liegt an der Bundesstraße B314 zwischen Waldshut-Tiengen und Schaffhausen, gut zwanzig Minuten nördlich vom Hochrhein. Anfahrt von Norden über die A81 (Stuttgart—Singen) mit Ausfahrt Geisingen und Weiterfahrt über die B27 und B314 nach Stühlingen, von Westen über die A5 (Karlsruhe—Basel) und die A98 mit Wechsel auf die B500 oder die B34 am Hochrhein. Wehr als Südendpunkt ist über die A98 zwischen Bad Säckingen und Lörrach direkt erreichbar, Ausfahrt Wehr-Brennet. Wer mit dem Auto anreist und in Etappen wandert, parkt sinnvollerweise am Start- oder Endpunkt einer Tagesetappe und fährt mit Bus und Bahn zum nächsten Etappen-Ort zurück — die Hochrheinbahn und die Wutachtalbahn verbinden mehrere Schluchtensteig-Punkte direkt.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Der Bahnhof Stühlingen-Bietingen ist der offizielle Startpunkt des Schluchtensteigs und liegt an der Wutachtalbahn (Sauschwänzlebahn), die als historische Museumsbahn zwischen Blumberg-Zollhaus und Weizen verkehrt. Für die normale Anreise nutzen Wanderer die Hochrheinbahn von Basel oder Singen nach Schaffhausen und steigen dort in den Bus oder die Regionalbahn nach Stühlingen um. Von Basel SBB dauert die Anreise rund eineinhalb Stunden, von Singen rund eine Stunde. Wehr als Endpunkt ist über die Wehratalbahn an die Hochrheinbahn angebunden, vom Bahnhof Bad Säckingen oder Schopfheim dauert die Weiterfahrt 15 bis 25 Minuten. Auf der Strecke selbst kreuzt die Dreiseenbahn von Titisee nach Seebrugg den Schluchtensteig direkt am Schluchsee — eine wichtige Verbindung zwischen den mittleren Etappen und Freiburg.
Mit dem Flugzeug
Basel-Mulhouse BSL/EAP ist der nächste Flughafen für den Süd-Schluchtensteig und in 45 Minuten mit dem Auto bis Wehr erreichbar. Zürich ZRH liegt auf der anderen Seite des Hochrheins und ist eine sinnvolle Alternative — mit dem Zug rund 70 Minuten bis Schaffhausen und weitere 30 Minuten Bus bis Stühlingen. Stuttgart STR und Frankfurt FRA bedienen die Anreise von Norden mit ICE-Anschluss bis Basel oder Singen. Wer von außerhalb Europas anreist, plant am besten über Frankfurt mit Weiterfahrt im ICE, alternativ über Zürich mit Anschluss in die Hochrhein-Region.
Vor Ort bewegen / KONUS-Karte
Die KONUS-Karte ist das wichtigste Werkzeug für Schluchtensteig-Wanderer. Sie wird bei der Anmeldung in einer der wandererfreundlichen Unterkünfte automatisch ausgegeben und gilt für die gesamte Aufenthaltsdauer. Damit lässt sich nach einer Tagesetappe von Blumberg nach Schluchsee oder von St. Blasien nach Todtmoos problemlos mit Bus und Bahn zur Unterkunft zurückfahren. Zusätzlich gibt es regionale Wanderbusse wie den Hotzenwaldbus und Saisonverbindungen rund um den Schluchsee, die häufig nur in der Sommer-Saison Mai bis Oktober verkehren. Manche Gastgeber bieten zudem einen kleinen Gepäcktransport-Service oder Tipps zu lokalen Anbietern an, sodass der schwere Rucksack zwischen Etappen-Hotels weiterreist und nur Tagesgepäck mitgetragen werden muss.
Geschichte: Vom regionalen Premium-Projekt zum überregionalen Schluchten-Klassiker
Der Schluchtensteig wurde 2008 vom Naturpark Südschwarzwald und den Anrainerkommunen als Premium-Wanderweg konzipiert und sofort vom Deutschen Wanderinstitut mit dem begehrten Premium-Wandersiegel ausgezeichnet. Anders als die historischen Schwarzwald-Fernwege Westweg, Mittelweg und Ostweg, die seit 1900 vom Schwarzwaldverein angelegt wurden, ist der Schluchtensteig also ein vergleichsweise junger Weg — und doch hat er in seinem konzeptionellen Anspruch eine neue Qualität in die deutsche Fernwander-Landschaft gebracht. Das Premium-Siegel wird nur an Wege vergeben, die nach 34 streng definierten Kriterien des Wanderinstituts mehr als 60 Punkte erreichen — von Erlebnisqualität über Markierungssicherheit bis hin zur Anbindung an wandererfreundliche Betriebe.
Der Schluchtensteig erreicht diese Bewertung vor allem durch sein einzigartiges Profil: Kein anderer deutscher Fernweg führt durch vier so dramatische Wildschluchten in so kurzer Distanz. Die Wutachschlucht im Norden, das Hauensteiner Murgtal, das Hotzenwälder Albtal und der Strittberg-Stamm sind in Geologie, Mikroklima und Pflanzenwelt jeweils eigenständige Naturphänomene, die der Weg an den landschaftlich spannendsten Stellen quert. Pro Saison sind schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Wanderer auf dem Schluchtensteig unterwegs, die meisten in der klassischen Variante von Stühlingen bis Wehr in sechs Tagen, einige in Teil-Etappen über mehrere Jahre.
Die vier Schluchten des Schluchtensteigs
Das Herzstück des Schluchtensteigs sind die vier Wildschluchten, die ihm den Namen geben. Jede hat einen eigenen Charakter, eine eigene geologische Geschichte und eine eigene Wegbeschreibung mit unterschiedlichen Anforderungen. Wer den ganzen Weg geht, erlebt den Südschwarzwald in seiner gesamten Schluchten-Vielfalt.
Wutachschlucht: eine der dramatischsten Klammen Deutschlands
Die Wutachschlucht ist mit 30 Kilometern Länge und Tiefen bis 170 Metern eine der spektakulärsten Klammen Deutschlands. Die Wutach hat sich hier seit der letzten Eiszeit in den weichen Buntsandstein und die darunter liegenden Granitschichten eingegraben und dabei eine Landschaft aus Wasserfall-Becken, Felsbrücken und tief eingeschnittenen Schluchtenpfaden geschaffen. Charakteristisch sind die Lochmühle als historisches Mühlengebäude, der Engehölzlimpfad mit seinen schmalen Felspassagen und die offenen Galerien, von denen aus der Blick in die Tiefe der Schlucht bis zu 170 Meter reicht. Der Schluchtensteig führt am oberen Schlucht-Rand entlang mit mehreren Abstecher-Möglichkeiten in die Tiefe.
Hauensteiner Murgtal: moosige Felsabbrüche im Hotzenwald
Das Hauensteiner Murgtal ist die zweite große Schluchten-Etappe des Schluchtensteigs und liegt zentral im Hotzenwald. Die Murg, ein wilder Schwarzwald-Bach, hat sich hier durch dichte Granitfelsen gefressen und ein Tal mit moosigen Felsabbrüchen, schattigen Schluchtenpfaden und einer für Mitteleuropa ungewöhnlichen Farn- und Mooswelt geschaffen. Der Weg führt eng am Wasser entlang, häufig auf schmalen Felssimsen, mit Brücken über tiefe Wasserbecken und Galerien über senkrechten Felsabbrüchen. Das Mikroklima ist deutlich kühler und feuchter als auf den umliegenden Hotzenwald-Höhen, weshalb hier seltene Pflanzen wie der Frauenschuh und mehrere Orchideen-Arten gedeihen.
Hotzenwälder Albtal: tiefe Bachläufe im urigen Hochwald
Das Hotzenwälder Albtal ist die dritte Schlucht des Schluchtensteigs und führt durch eine der ländlichsten und urigsten Landschaften des Südschwarzwalds. Die Alb, ein Hotzenwälder Wildbach, hat sich in tiefe V-Täler eingegraben, die der Weg in mehreren Höhenwechseln quert. Charakteristisch sind die alten Hotzenwald-Höfe, die mit ihren tief gezogenen Walmdächern bis ans Tal heranreichen, die kleinen Sägewerke und Mühlen entlang der Alb und die alten Schwarzwälder Bäume — Buchen, Tannen und Bergahorne mit Stammumfängen, die häufig mehrere Generationen alt sind. Der Wechsel zwischen tiefen Tälern und offenen Höhenflanken macht diese Etappe besonders abwechslungsreich.
Strittberg-Stamm: das verbindende Höhenrückgrat
Der Strittberg-Stamm ist die vierte und höchste Schluchten-Region des Schluchtensteigs. Hier verbinden sich die drei vorangegangenen Tal-Erlebnisse über eine offene Höhenlandschaft, die als Wasserscheide zwischen Alb-System und Wehrtal fungiert. Charakteristisch sind die offenen Almen, die Schwarzwälder Weidewirtschaft und der Blick zurück über die Schluchten-Landschaft sowie nach Süden über den Hochrhein bis zu den Schweizer Alpen. Auf klaren Föhntagen reicht die Sicht von hier bis zum Mont Blanc und zum Berner Oberland.
Die sechs Etappen des Schluchtensteigs im Überblick
Stühlingen — Blumberg
Auftakt vom Bahnhof Stühlingen-Bietingen in die Wutachschlucht hinein, 16 Kilometer mit moderaten Höhenmetern. Der Eingang zur Schlucht wird gleich am ersten Tag erlebt, Übernachtung in Blumberg auf rund 700 Metern Höhe.
Blumberg — Schluchsee
Die längste Etappe mit 24 Kilometern führt durch die obere Wutachschlucht und über die Wasserscheide auf das Schluchsee-Niveau. Schluchsee als touristisches Zentrum bietet komfortable Übernachtungs-Möglichkeiten direkt am See.
Schluchsee — St. Blasien
Etappe mit 21 Kilometern, viel Wald-Wandern durch dichte Mischbestände und Anstieg zum Strittberg-Stamm. St. Blasien mit seinem barocken Dom ist einer der eindrucksvollsten Orte auf dem ganzen Weg.
St. Blasien — Todtmoos
Tagesetappe mit 16 Kilometern und Einstieg in das Hauensteiner Murgtal. Todtmoos ist seit dem Mittelalter Wallfahrtsort und bietet wandererfreundliche Höfe mit Schwarzwälder Küche.
Todtmoos — Wehrhardt
Etappe mit 21 Kilometern durch das Hotzenwälder Albtal mit seinen moosigen Felsabbrüchen und urigen Bachläufen. Wehrhardt ist kleiner Hotzenwald-Ort mit traditioneller Höfe-Architektur.
Wehrhardt — Wehr
Schluss-Etappe mit 20 Kilometern über den Strittberg-Stamm und Abstieg ins Wehratal. Wehr als Endpunkt liegt am Hochrhein-Vorland und ist Bahnstation mit direktem Anschluss nach Basel.
Wer in sechs Tagen wandert, hat die klassische Variante. Mit einem Pausen-Tag in Schluchsee oder St. Blasien lässt sich die Tour auf eine Wanderwoche von sieben Tagen ausdehnen, was vielen Genusswanderern entgegenkommt.
Die vier Schluchten im direkten Vergleich
Die Tabelle hilft bei der Planung — wer nur eine Teil-Etappe gehen will, findet hier den direkten Vergleich der vier Schluchten mit ihren jeweiligen Besonderheiten und der typischen Schwierigkeit.
Höhepunkte des Schluchtensteigs in Detail
Lochmühle in der Wutachschlucht: historische Mühle am wilden Wasser
Die Lochmühle ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Wutachschlucht und liegt mitten in der dramatischsten Stelle der Klamm. Sie wurde im 17. Jahrhundert erbaut, war über Generationen in Familienbesitz und nutzte die Wasserkraft der Wutach zum Mahlen von Getreide und später zum Sägen von Schwarzwälder Tannen. Heute ist die Lochmühle ein eindrucksvolles Schauobjekt und beliebter Rastpunkt für Wanderer. Direkt unterhalb der Mühle stürzt die Wutach über mehrere Stufen, die Brücke über das Becken bietet einen der spektakulärsten Foto-Punkte des ganzen Schluchtensteigs.
Engehölzlimpfad: schmale Galerie über der Wutach
Der Engehölzlimpfad ist die schmalste und ausgesetzteste Stelle der Wutachschlucht und führt auf einer wenige Meter breiten Galerie über senkrechten Felsabbrüchen. Die Wutach rauscht 50 bis 80 Meter unter dem Pfad durch das enge Becken. Der Pfad ist mit Stahlseilen gesichert, aber bei Nässe rutschig. Wer hier geht, erlebt die Schlucht in ihrer extremsten Form — und versteht sofort, warum die Wutachschlucht zu den dramatischsten Klammen Deutschlands gezählt wird.
St. Blasien: barocker Dom mit größter Kuppel Deutschlands
Der barocke Dom von St. Blasien ist ein architektonisches Wunder mitten im Schwarzwald. Die mächtige Kuppel mit 36 Metern Durchmesser ist nach dem Petersdom in Rom und dem Pantheon in Paris die drittgrößte Kuppel Europas und steht ungewöhnlich groß über dem kleinen Schwarzwald-Ort. Erbaut zwischen 1768 und 1783 von Pierre Michel d'Ixnard, war der Dom Teil einer Klosteranlage, die heute Hauptsitz der süddeutschen Jesuiten ist. Der Schluchtensteig führt direkt am Dom vorbei und bietet auf dem Marktplatz von St. Blasien einen Rastpunkt zwischen Schluchten-Etappen.
Schluchsee: größter Stausee des Schwarzwalds
Der Schluchsee ist mit über sieben Quadratkilometern Wasserfläche der größte Stausee des Schwarzwalds und liegt auf rund 930 Metern Höhe. Ursprünglich war er ein natürlicher Karsee, wurde aber in den 1930er Jahren durch eine Staumauer auf das heutige Niveau gehoben, um die Wasserkraft für das Schluchseewerk zu nutzen. Der Schluchtensteig führt um den nördlichen Teil des Sees und bietet auf den Etappen 2 und 3 mehrere Aussichts- und Bade-Punkte. Im Hochsommer ist der See ein beliebter Bade-Ort, im Herbst spiegelt sich die Schwarzwald-Landschaft eindrucksvoll in der Wasserfläche.
Praktische Tipps für den Schluchtensteig
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KONUS-Karte sofort nutzen
Die Karte bekommt jeder Übernachtungsgast in einer der über 140 teilnehmenden Schwarzwald-Unterkünfte kostenlos und nutzt damit den ÖPNV im gesamten Gebiet ohne weitere Kosten. Für eine Schluchtensteig-Tour mit Bahn- und Bus-Verbindungen zwischen Etappen spart das schnell 30 bis 60 Euro über die Gesamtdauer.
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Wutachschlucht-Status prüfen
Die Wutachschlucht wird im Frühjahr nach starkem Hochwasser oder bei umgestürzten Bäumen häufig gesperrt. Vor der Anreise unbedingt den aktuellen Stand bei der Tourist-Info Stühlingen oder beim Naturpark Südschwarzwald telefonisch abklären. Im Zweifel auf eine Höhenvariante oberhalb der Schlucht ausweichen, die ausgeschildert ist.
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Trittsicheres Schuhwerk Pflicht
Die Schluchtenpfade in Wutach und Murg sind schmal, häufig moosig und bei Nässe rutschig. Knöchelhohe Wanderstiefel mit gutem Profil sind in jeder Saison Pflicht, leichte Trail-Schuhe reichen nicht. Wanderstöcke helfen besonders an den Galerien und Brücken über tiefen Wasserbecken.
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Markierung beachten
Die gelbe Raute auf weißem Grund ist eindeutig und engmaschig angebracht, an Wegkreuzungen häufig auf Steinpoller, Baumstämmen und Wegweisern. Wer länger keine Raute sieht, sollte stehen bleiben und zur letzten gesicherten Markierung zurückgehen. Karten und GPS-Tracks gibt es vom Naturpark Südschwarzwald in offizieller Form.
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Wandererfreundliche Höfe reservieren
Die Schluchtensteig-Unterkünfte tragen das Siegel „Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland“ und sind speziell auf Wanderer eingestellt — mit Trockenraum, Lunchpaket-Service und KONUS-Karten-Ausgabe. In der Hauptsaison Juni bis September sind sie häufig ausgebucht, Reservierung idealerweise drei bis sechs Monate vor Tour-Beginn.
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Etappenwahl nach Kondition
Die sechs Etappen zwischen 16 und 24 Kilometern haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Wer wenig Bergerfahrung hat, plant in den Schluchten-Tagen weniger Tagesstunden und mehr Pausen für die spektakulären Aussichtspunkte ein. Die Murgtal-Etappe ist die anspruchsvollste und sollte nicht am ersten Tag stehen, wenn die Beine noch nicht eingelaufen sind.
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Beste Saison April bis Oktober
April und Mai bieten frisches Grün und blühende Hangwiesen, Juni und Juli sind warm und sonnig mit langen Tagen, September und Oktober sind ideal für Genusswanderer mit stabilem Wetter und herbstlicher Farbpracht. Außerhalb dieser Saison sind viele Etappen-Höfe geschlossen und die Schluchtenpfade häufig zu nass oder zu glatt für sichere Begehung.
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Schluchten-Mikroklima beachten
In den Schluchten ist es deutlich kühler und feuchter als auf den umliegenden Höhen, selbst im Hochsommer. Eine dünne Wind- und Regenjacke gehört in jeden Tagesrucksack, auch wenn auf dem Strittberg-Stamm die Sonne scheint. Im Murgtal und in der Wutachschlucht häufig 5 bis 8 Grad kühler als auf den Höhen, dazu sehr hohe Luftfeuchtigkeit.
Insider-Tipps
Wutachschlucht zum Sonnenaufgang
Wer in Stühlingen oder Blumberg übernachtet, kann die Wutachschlucht zum Sonnenaufgang erreichen — die ersten Sonnenstrahlen brechen sich an den feuchten Felsen und tauchen die Schlucht in ein goldenes Licht, das im Lauf des Tages so nicht mehr zu sehen ist. Besonders an der Lochmühle und auf der Brücke über das Wasserfall-Becken ist das Lichtspiel ein Highlight, das viele Wanderer als den schönsten Moment der ganzen Tour beschreiben.
St. Blasien als Pausen-Tag
Wer einen Pausen-Tag einplanen will, sollte St. Blasien als Ort wählen. Der barocke Dom mit seiner riesigen Kuppel ist eine eigene Tagesreise wert, der Ort selbst bietet wandererfreundliche Höfe mit Schwarzwälder Küche und die Möglichkeit, einen kleinen Spaziergang um den Albtal-Eingang zu unternehmen. Mit der KONUS-Karte sind auch Tagesausflüge nach Todtmoos oder zum Schluchsee unkompliziert möglich, um die Beine zu lockern, ohne eine ganze Etappe zu gehen.
Wegbeschreibung und Markierung: das System der gelben Raute
Die gelbe Raute auf weißem Grund ist das offizielle Wegzeichen des Schluchtensteigs und seit der Eröffnung 2008 unverändert. Sie ist an Bäumen, Wegweisern, Steinpollern und Felswänden angebracht — in der Regel alle 100 bis 200 Meter, an Wegkreuzungen häufiger. Die Markierung folgt einer strikten Logik: Eine einzelne Raute zeigt, dass der Weg weiterführt, eine doppelte Raute (zwei untereinander) markiert eine Wegekreuzung oder einen wichtigen Abzweig. An den Schluchten-Eingängen gibt es zusätzliche Hinweisschilder mit Status-Informationen — wenn etwa die Wutachschlucht nach Hochwasser gesperrt ist, wird die Höhenvariante ausgeschildert.
Der Naturpark Südschwarzwald als Träger des Schluchtensteigs hält offizielle Karten und Wanderführer mit Höhen-Profilen und detaillierten Wegbeschreibungen vor. Die GPS-Tracks sind über die Naturpark-Website kostenlos abrufbar und enthalten alle Etappen, Höhenwerte und Übernachtungs-Empfehlungen. Wer in Eigenregie wandert, sollte sich vor jeder Etappe das Tages-Höhenprofil ansehen — die Schwierigkeit einer Etappe ergibt sich häufig weniger aus der Streckenlänge als aus den Höhenmetern und den Schluchten-Passagen mit ihren technischen Anforderungen.
Unterkunft auf dem Schluchtensteig: wandererfreundliche Höfe
Die Übernachtungs-Tradition auf dem Schluchtensteig ist geprägt von den wandererfreundlichen Höfen, die das Premium-Siegel unterstützen. Die meisten Etappen-Unterkünfte sind familiengeführte Schwarzwälder Höfe und Gasthäuser, die seit Generationen in derselben Familie sind und sich speziell auf Wanderer eingestellt haben. Sie bieten Trockenräume für nasses Schuhwerk, Lunchpaket-Service für die nächste Etappe, KONUS-Karten-Ausgabe und häufig auch Vermittlung zu lokalen Gepäcktransport-Anbietern. Doppelzimmer mit Schwarzwälder Frühstück liegen zwischen 60 und 110 Euro, einfache Zimmer in kleineren Höfen häufig schon ab 45 Euro pro Nacht.
Daneben gibt es klassische Schwarzwälder Gasthöfe in den größeren Etappen-Orten Blumberg, Schluchsee, St. Blasien, Todtmoos und Wehr, mit eigenem Restaurant und häufig auch Wellness-Bereich. Abendessen in diesen Häusern ist häufig mit regionalen Spezialitäten — Schäufele, Bibeleskäs, Wildgulasch in Saison, Schwarzwälder Kirschtorte zum Abschluss. Vor allem in St. Blasien und am Schluchsee sind auch komfortablere Hotels mit eigenem Wellness-Bereich verfügbar, ideal als Pausen-Tag oder als Endpunkt einer Wochenend-Variante. Bauernhöfe mit Ferienwohnungen ergänzen das Angebot in den ländlicheren Etappen-Orten und sind ideal für Wanderer, die einen Etappen-Ort als Basis für mehrere Tagestouren nutzen.
Saison, Wetter und der Hochwasser-Faktor
Die beste Saison für den Schluchtensteig liegt zwischen April und Oktober, wobei jede Phase ihre eigenen Reize hat. Im April und frühen Mai ist das Wasser in den Schluchten am dramatischsten, weil die Schneeschmelze auf den höheren Schwarzwald-Höhen den Wasserstand der Wutach und Murg erhöht. Damit verbunden ist allerdings ein erhöhtes Risiko der Schluchten-Sperrung — die Wutachschlucht wird bei extremem Hochwasser regelmäßig geschlossen, weil die Pfade überschwemmt oder Bäume umgestürzt sind. Vor der Anreise im Frühjahr unbedingt den aktuellen Stand bei der Tourist-Info Stühlingen oder beim Naturpark Südschwarzwald abklären. Im Zweifel auf eine Höhenvariante oberhalb der Schlucht ausweichen, die ausgeschildert ist.
Juni bis August bieten warmes, stabiles Wetter mit langen Tagen, allerdings mit dem Risiko von Nachmittags-Gewittern, die in den Schluchten besonders schnell zu gefährlichen Pegelständen führen können. September und Oktober sind die idealen Genuss-Monate — stabile Hochdruck-Lagen, klare Fernsicht vom Strittberg-Stamm bis zu den Alpen, herbstliche Farbpracht in den Schwarzwald-Wäldern und Schwarzwälder Küche in Hochform mit Wild, Pilzen und Kürbis. Außerhalb dieser Saison von November bis März sind viele Etappen-Höfe geschlossen, die Schluchtenpfade häufig vereist und nicht sicher begehbar — der Schluchtensteig ist kein Winterweg.




