Der Schwarzwald ist Deutschlands drittgrößtes Mittelgebirge und mit 11.100 Quadratkilometern flächenmäßig größer als das Saarland und Hamburg zusammen. Zwischen Pforzheim im Norden und Basel im Süden, zwischen Rheinebene im Westen und Schwäbischer Alb im Osten erstreckt sich eine Landschaft, die in keiner anderen deutschen Region vergleichbar ist: tiefe Tälern mit Schindeldach-Höfen, dunkle Tannen- und Fichtenwälder, glasklare Seen wie Titisee und Schluchsee, der Feldberg als höchster deutscher Mittelgebirgsgipfel mit 1.493 Metern Höhe und ländliche Dörfer, in denen Schwarzwälder Kirschtorte, Schinken und Forelle blau noch nach alten Rezepten auf den Tisch kommen. Geografisch teilt sich die Region in drei Teile — den Nordschwarzwald (Pforzheim, Baden-Baden, Freudenstadt), den Mittleren Schwarzwald (Kinzigtal, Triberg, Schwarzwaldhochstraße) und den Hochschwarzwald im Süden (Feldberg, Titisee, Schluchsee, Belchen). Dieser Guide stellt alle drei Teile vor, ordnet die Aktivitäten von Wandern und Wassersport über Wintersport und Mountainbike bis zu Wellness und Genuss ein und zeigt, wie die KONUS-Gästekarte die Anreise in über 140 Schwarzwald-Orten in den kostenlosen ÖPNV verwandelt. Für Familien lohnt ein Abstecher zum Europa-Park bei Rust, für Genießer eine Verkostung des Schwarzwälder Schinkens auf dem Hofladen und für Aktive eine Etappe auf dem Westweg, dem ältesten markierten Fernwanderweg Deutschlands.
Anreise und Erreichbarkeit
Der Schwarzwald liegt verkehrsgünstig im Südwesten Deutschlands zwischen Stuttgart, Frankfurt und Basel und ist von allen Seiten gut erschlossen. Die wichtigsten Achsen sind die A5 entlang der Rheinebene und die A81 von Stuttgart Richtung Singen, beide mit zahlreichen Ausfahrten in die Schwarzwald-Täler. Wer mit der Bahn anreist, hat die Wahl zwischen ICE-Halten in Karlsruhe, Baden-Baden, Offenburg und Freiburg sowie regionalen Schwarzwald-Strecken wie der Schwarzwaldbahn und der Höllentalbahn, die das Gebirge selbst queren.
Mit dem Auto
Die A5 (Karlsruhe—Freiburg—Basel) erschließt den Schwarzwald von Westen, die A81 (Stuttgart—Singen) von Osten. Wer den Nordschwarzwald ansteuert, fährt über Pforzheim oder Baden-Baden ab; für den Mittleren Schwarzwald lohnen die Ausfahrten Offenburg, Lahr oder Freiburg-Nord; im Hochschwarzwald sind Freiburg, Bad Krozingen und Lörrach die Tore. Quer durch das Mittelgebirge führen die Schwarzwaldhochstraße B500 zwischen Baden-Baden und Freudenstadt und die B294 von Pforzheim über Wolfach bis Freiburg. Parkplätze an Wanderportalen wie Hornisgrinde, Mummelsee, Feldberg-Pass und Belchen sind großzügig dimensioniert, an Sommerwochenenden aber häufig früh belegt.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Drei ICE-Achsen erschließen den Schwarzwald: Frankfurt—Karlsruhe—Basel entlang der Rheinebene, Stuttgart—Karlsruhe als Querverbindung und München—Stuttgart—Karlsruhe für Anreisende aus dem Süden. Karlsruhe und Freiburg sind ICE-Halte, beide direkt am Rand des Gebirges. Die Schwarzwaldbahn fährt von Offenburg über Triberg nach Konstanz, quert das Mittelgebirge auf 149 Kilometern mit 39 Tunneln und gilt selbst als touristische Attraktion. Die Höllentalbahn führt von Freiburg über Titisee zum Feldberg-Bärental und bringt Wintersportler direkt ins Skigebiet. Die Murgtalbahn verbindet Rastatt mit Freudenstadt durch das Murgtal.
Mit dem Flugzeug
Die nächstgelegenen Flughäfen sind Stuttgart STR (für den Nord- und Mittelschwarzwald), Basel-Mulhouse-Freiburg EAP (für den Hochschwarzwald und Südschwarzwald), Karlsruhe-Baden-Baden FKB (für die Schwarzwaldhochstraße) und Frankfurt FRA als großes internationales Drehkreuz mit ICE-Anschluss in 1:15 bis 1:45 Stunden bis Karlsruhe oder Freiburg. Zürich ZRH ist für den Süd-Hochschwarzwald über die Hochrheinbahn ebenfalls eine sinnvolle Option, vor allem für Fernreisende aus Asien oder Übersee.
Vor Ort bewegen und KONUS-Karte
Die KONUS-Gästekarte ist das wichtigste Mobilitätswerkzeug im Schwarzwald-Urlaub und im deutschen Tourismus früher fast einzigartig. Sie wird beim Check-in in einer der über 140 teilnehmenden Unterkünfte automatisch ausgegeben — vom Schwarzwaldhof über die Familienpension bis zum Wellness-Hotel — und gilt für die gesamte Aufenthaltsdauer als kostenloses ÖPNV-Ticket. Damit lässt sich der Mietwagen häufig komplett ersetzen: vom Hotel in Titisee zum Feldberg-Skigebiet, von Triberg zu den Wasserfällen, von Freudenstadt auf die Schwarzwaldhochstraße. Regionale Wanderbusse wie der Belchen-Wanderbus, der Feldbergbus und der SüdbadenBus ergänzen das Netz und verkehren häufig nur saisonal von Mai bis Oktober.
Die drei Schwarzwald-Regionen im Überblick
Der Schwarzwald ist kein einheitliches Reiseziel, sondern ein Verbund aus drei sehr unterschiedlichen Landschaften. Wer den Charakter eines Urlaubs vorab einschätzen möchte, sollte sich zuerst klarmachen, in welchen der drei Teile er fährt: Nordschwarzwald, Mittlerer Schwarzwald oder Hochschwarzwald. Jede Region hat eigene Höhen, eigene Klimazonen, eigene kulinarische Schwerpunkte und eigene typische Aktivitäten.
Nordschwarzwald — sanfte Wälder und Bäderlandschaft
Der Nordschwarzwald reicht von Pforzheim und der Goldstadt am Nordrand bis hinunter nach Freudenstadt. Charakteristisch sind ausgedehnte, geschlossene Tannenwälder, der Bad-Charakter der Region rund um Baden-Baden mit seinen Thermen und das Murgtal mit seinen Schindel-Höfen. Höchste Erhebungen sind Hornisgrinde (1.164 m) und Kniebis. Die Schwarzwaldhochstraße B500 verläuft als historische Panoramastraße durch diesen Teil — eine der ältesten touristischen Straßen Deutschlands, 1932 eröffnet. Charakter ist insgesamt sanfter, die Höhen weniger schroff, die Wälder dunkler und tiefer als im Süden.
Mittlerer Schwarzwald — Kinzigtal und Trachten-Heimat
Der Mittlere Schwarzwald umfasst das große Kinzigtal von Lahr und Offenburg bis nach Schiltach und Wolfach, dazu die Triberger Wasserfälle als höchste Wasserfälle Deutschlands mit 163 Metern Gesamt-Höhe und die Uhrmacher-Region rund um Furtwangen und Triberg. Hier ist die Heimat der klassischen Schwarzwald-Tracht mit Bollenhut, die kulinarische Wiege der Schwarzwälder Kirschtorte (erstmals 1915 in Bad Godesberg dokumentiert, aber mit Schwarzwald-Zutaten) und das historische Zentrum der Schwarzwald-Uhrmacherei mit dem Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen, das über 8.000 Stück Uhren ausstellt.
Hochschwarzwald — Feldberg, Seen und Wintersport
Der Hochschwarzwald oder Südschwarzwald ist der höchste, kälteste und schroffste Teil. Hier liegen der Feldberg (1.493 m) als höchster Punkt, der Belchen (1.414 m) mit seiner ikonischen Pyramidenform und der Schauinsland (1.284 m) als Freiburger Hausberg. Dazu kommen die beiden bekanntesten Schwarzwald-Seen Titisee und Schluchsee, die als Wassersport-Reviere im Sommer und als Naturkulisse mit Promenaden ganzjährig wichtig sind. Schneesicher ab 1.000 Metern Höhe, mit der einzigen ernstzunehmenden Skigebietsregion außerhalb der Alpen in Deutschland und damit Zentrum des Wintersports.
Die drei Schwarzwald-Teile im direkten Vergleich
Die Aufteilung folgt der offiziellen Tourismus-Gliederung. Wer mehrere Teile in einem Urlaub kombinieren möchte, plant Wege von 1 bis 2 Stunden zwischen den Regionen ein.
Die wichtigsten Aktivitäten im Schwarzwald-Urlaub
Der Schwarzwald gehört zu den vielseitigsten Urlaubsregionen Deutschlands. Wandern, Wassersport, Wintersport, Mountainbike, Wellness und kulinarischer Genuss sind nicht Nischen-Themen, sondern jeweils eigenständige Säulen mit ausgebauter Infrastruktur. Wer eine Woche bleibt, kann problemlos drei bis vier dieser Felder kombinieren — entscheidend ist die Wahl der Standorts in einem der drei Schwarzwald-Teile.
Wandern
27.000 Kilometer markierte Wege durch den Schwarzwaldverein, drei klassische Fernwege (Westweg, Mittelweg, Ostweg) plus Premium-Routen wie Schluchtensteig und Albsteig. Höhen-Touren auf Feldberg, Belchen und Hornisgrinde, Familien-Runden am Mummelsee und in Hinterzarten.
Wassersport an Titisee und Schluchsee
Der Titisee (1,3 km² Fläche) bietet Tretboot, SUP, Segeln und Schwimmen direkt am Ortsrand. Der Schluchsee (5,1 km²) ist der größte See im Schwarzwald, mit Segelschule, Surfrevier und Strandbädern an mehreren Seiten. Beide Seen sind ab Mai bis September badetauglich.
Wintersport am Feldberg
Das Feldberg-Skigebiet ist mit 14 Liften, 28 Pistenkilometern und Höhen von 1.000 bis 1.493 Metern das größte deutsche Skigebiet außerhalb der Alpen. Dazu kommen Belchen, Notschrei und Todtnauberg als kleinere Skigebiete sowie das 100-Kilometer-Loipennetz rund um Hinterzarten und am Kniebis.
Mountainbike
Der Schwarzwald-Bikepark Belchen bietet Downhill-Strecken in mehreren Schwierigkeitsgraden, das Loipennetz wird im Sommer als MTB-Trail genutzt. Die Schwarzwald-Mountainbike-Spuren mit über 8.500 Kilometern beschilderter Routen gehören zu den dichtesten in Deutschland.
Wellness und Thermen
Baden-Baden mit Caracalla-Therme und Friedrichsbad ist eine Wellness-Hauptstadt Europas, Bad Wildbad bietet die Palais Thermal mit Original-Säle aus dem 19. Jahrhundert. Im Süden punkten Bad Krozingen und Bad Bellingen mit Heilbad-Tradition.
Genuss und Schwarzwälder Küche
Schwarzwälder Kirschtorte, Schwarzwälder Schinken, Forelle blau, Käsespätzle und Schäufele auf der Speisekarte fast jeder Gaststätte. Bauernhof-Hofläden mit Wurst, Schnaps, Honig und Käse, prämierte Restaurants im Kinzigtal und in Baiersbronn (höchste Sterne-Dichte Deutschlands).
Beste Reisezeit für den Schwarzwald-Urlaub
Der Schwarzwald ist ein Ganzjahresziel — anders als reine Strandregionen oder Hochgebirgs-Spots gibt es in fast jedem Monat etwas Lohnendes zu erleben. Entscheidend für die Wahl der Reisezeit ist, welche Aktivitäten im Vordergrund stehen sollen und wie sehr Schneesicherheit oder Vegetationspracht zählen.
Frühling von April bis Juni — Blütezeit
Der Frühling im Schwarzwald ist spektakulär, vor allem die Obstbaumblüte im Markgräflerland und im Rheinvorland ab Mitte April. Auf den Höhen ab 1.000 Metern liegt häufig noch Schnee bis Mai, in den Tälern blühen Wiesen und Obstbäume. Mai und Juni sind ideale Wandermonate mit langen Tagen, gemäßigten Temperaturen zwischen 15 und 22 Grad und noch nicht überlaufenen Wegen. Aufgrund der Schneeschmelze führt die Wutachschlucht häufig erst ab Mai sicher begehbar Wasser.
Sommer von Juli bis August — Hochsaison
Die heißesten und vollsten Monate. Titisee und Schluchsee als Bade-Magnet, Höhen bieten kühle Refugien vor der Hitze der Rheinebene (die Rheinebene hat häufig 5 bis 8 Grad mehr als die Schwarzwald-Höhen). Heidelbeer-Saison auf den Höhenpfaden im Juli und August, perfekt für Wandertouren mit Genussfaktor. Unterkünfte sind teurer und müssen 2 bis 4 Monate im Voraus gebucht werden, vor allem in Titisee, Hinterzarten und an der Schwarzwaldhochstraße.
Herbst von September bis Oktober — Farbenpracht
Der Herbst ist für viele Schwarzwald-Kenner die schönste Reisezeit. Die Mischwälder mit Buchen, Ahorn, Eichen und Lärchen färben sich ab Mitte September bunt, Pilz-Saison setzt ein, die Temperaturen sind angenehm zwischen 10 und 18 Grad. Die Höhen bieten dann häufig die spektakulärsten Aussichten — klare Luft, kein Sommerdunst, Alpensicht vom Feldberg bis Mont Blanc möglich. Weinfeste in den Vorbergzonen und Bauernmärkte mit Erntefrucht in jedem Dorf.
Winter von Dezember bis März — Wintersport
Schneesicherheit ist ab 1.000 Metern Höhe in der Regel ab Mitte Dezember bis Mitte März gegeben. Feldberg, Belchen, Notschrei, Todtnauberg und das Loipennetz Hinterzarten bilden das Wintersport-Zentrum. Die Adventszeit bringt klassische Schwarzwald-Weihnachtsmärkte in Triberg, Gengenbach (das größte Adventskalender-Rathaus der Welt mit 24 Fenstern) und Freiburg. Skihütten, Glühwein und die kurzen Tage haben einen eigenen Reiz.
Geschichte des Schwarzwalds
Der Schwarzwald hat über 1.000 Jahre Kulturgeschichte und war früher weit weniger Naturraum als ländlich-industrielle Werkstatt. Klöster wie St. Blasien (gegründet 858) und St. Peter prägten das Mittelalter, in den Klosterwerkstätten entstand die Grundlage für Bildung und Schriftkultur. Bergbau auf Silber, Eisen und Kobalt bestimmte vom 11. bis ins 19. Jahrhundert die Wirtschaft in Tälern wie dem Münstertal und im Kinzigtal — Schwarzwald-Orte wie Todtnau und Hofsgrund tragen Bergmanns-Erbe bis heute in ihren Wappen und Häusern.
Im 18. und 19. Jahrhundert kam die Flößerei dazu: Schwarzwald-Stämme wurden im Kinzig- und Murgtal zu riesigen Flößen verbunden und über Rhein bis nach Holland transportiert, wo sie als Schiffsmasten und Stadtbau-Material dienten. Die Holländer-Häuser im Kinzigtal sind Zeugnis dieser Handelsbeziehung. Parallel entwickelte sich die Schwarzwald-Uhrmacherei: ab 1640 erstmals dokumentiert, im 19. Jahrhundert mit Kuckucksuhren und mechanischen Wanduhren weltbekannt, mit Furtwangen, Triberg und Schramberg als Zentren. Junghans in Schramberg war zeitweise größter Uhren-Hersteller der Welt mit über 9.000 Mitarbeitern.
Der Tourismus setzte Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Baden-Baden wurde durch russische Adlige, Pariser Bürger und englische Sommergäste zur Sommer-Hauptstadt Europas, der Schwarzwaldverein wurde 1864 gegründet und legte die Grundlage für das markierte Wandernetz. Ab 1900 mit dem Westweg und den ersten Hotels in Titisee und Hinterzarten begann der moderne Schwarzwald-Tourismus, der heute jährlich rund 20 Millionen Übernachtungen erreicht.
Schwarzwälder Küche und Kulinarik
Die Schwarzwälder Küche ist deftig, traditionell und bodenständig, basiert auf den Erträgen von Wald und Hof und nutzt jede Kategorie an verfügbaren Zutaten. Sie ist regional klar verankert und in fast jeder Gaststätte präsent, von der einfachen Wanderhütte bis zur Sterne-Küche in Baiersbronn, das mit drei Drei-Sterne-Häusern (Schwarzwaldstube, Bareiss, Schloss Eberstein) deutsche Spitze ist.
Schwarzwälder Kirschtorte
Das wohl bekannteste deutsche Tortengericht der Welt. Drei Schichten Schokoladenbiskuit, Sauerkirschen, Schlagsahne und Kirschwasser-Schuss, garniert mit Schoko-Spänen und Kirschen. Erfunden vermutlich Anfang des 20. Jahrhunderts (erste schriftliche Erwähnung 1934), heute Schutzbezeichnung "Schwarzwälder Kirschtorte g.g.A." nicht verfügbar, aber Schwarzwälder Kirschwasser muss aus der Region kommen.
Schwarzwälder Schinken
Geschützte geographische Angabe seit 1997: nur Schinken aus dem Schwarzwald darf den Namen tragen, mindestens drei Monate im Tannenrauch geräuchert. Wird hauchdünn aufgeschnitten als Vorspeise, auf Brot oder als Beilage zur Vesper serviert. Hofläden in Schiltach, Schramberg und im Münstertal verkaufen direkt vom Erzeuger zu deutlich günstigeren Preisen als im Supermarkt.
Forelle blau und Schwarzwald-Fisch
Die Schwarzwald-Bäche sind Heimat von Bachforellen und Saiblingen, beide werden in Hofteichen gezüchtet. Forelle blau (in Essig-Sud gegart, Haut wird durch Säurereaktion blau) ist ein Klassiker, ebenso Forelle Müllerin in Mehl und Butter gebraten. Restaurants in Baiersbronn, Bad Rippoldsau und Wolfach haben häufig eigene Forellenteiche und servieren tagesfrisch.
Käsespätzle und Schäufele
Käsespätzle als Schwarzwald-Variante mit Bergkäse aus dem Münstertal, Zwiebelringen und Schinkenwürfel — kein veganes Gericht, aber Wohlfühl-Klassiker nach langer Wandertour. Schäufele (geräucherte Schweineschulter) wird mit Kartoffelsalat, Sauerkraut oder Brot serviert und ist die zentrale Festtags-Speise vieler Schwarzwald-Familien.
Schwarzwald-Brot und Hofläden
Schwarzwald-Brot ist ein dunkles Roggenmischbrot mit Sauerteig, häufig mit Anis oder Kümmel gewürzt. Hofläden auf Bauernhöfen verkaufen neben Brot auch Käse, Wurst, Honig, Schnaps, Eier und Saisongemüse. Käufer können in vielen Höfen direkt mit den Erzeugern sprechen — eine Form von Märkten, die das Schwarzwald-Erlebnis stark prägt und für ländliche Wertschöpfung sorgt.
Praktische Tipps für den Schwarzwald-Urlaub
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KONUS-Karte sofort aktivieren
Beim Check-in die KONUS-Gästekarte erfragen und sofort am ersten Tag testen — sie spart bei einer Woche Aufenthalt schnell 80 bis 120 Euro Bus- und Bahnkosten und ermöglicht autofreies Reisen zwischen Sehenswürdigkeiten.
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Hofläden statt Supermarkt
Schinken, Käse und Schnaps direkt vom Bauernhof sind häufig 20 bis 30 Prozent günstiger als im Supermarkt und qualitativ besser. Hofladen-Verzeichnisse liegen in jeder Tourist-Info aus, viele Höfe haben einen Selbstbedienungs-Stand mit Kasse des Vertrauens.
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Höhen-Wandern statt Tal-Wandern bei Hitze
Im Hochsommer sind die Höhen ab 1.000 Metern bis zu 8 Grad kühler als die Rheinebene. Wer in einer Hitzewelle anreist, plant Wanderungen auf Feldberg, Belchen und Hornisgrinde statt im Kinzigtal — auf den Höhen weht häufig zusätzlich frischer Wind.
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Wetter-Wechsel einplanen
Das Schwarzwald-Wetter wechselt schnell, vor allem in den Höhen. Eine Regenjacke gehört auch im Sommer in jeden Tagesrucksack. Frühe Vormittagsstunden sind häufig klarer, am Nachmittag bauen sich gerne Quellwolken über den Bergen auf.
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Schwarzwaldverein-Karten kaufen
Die Wanderkarten des Schwarzwaldvereins im Maßstab 1:35.000 (rund 9 Euro pro Blatt) zeigen jeden Pfad, jede Schutzhütte und jede Einkehrmöglichkeit. Für eine Woche genügen 1 bis 2 Blätter je nach Region. Erhältlich in Tourist-Infos und Buchhandlungen.
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Barrierefreie Tipps
Mummelsee-Rundweg, Titisee-Promenade, Schluchsee-Seeufer und die Plateau-Wege auf Hornisgrinde sind weitgehend rollstuhltauglich. Die Belchenbahn-Seilbahn und die Schauinsland-Seilbahn ermöglichen Gipfel-Erlebnis ohne Aufstieg. Bahnhöfe in Titisee, Hinterzarten und Triberg sind stufenfrei zugänglich.
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Wassersport-Regeln am See
Am Titisee gibt es ausgewiesene Bade- und Bootsbereiche, Motorboote nur mit Genehmigung. Am Schluchsee ist Surfen frei, aber Vorsicht bei plötzlichen Windsprüngen aus den Tälern. Die Wassertemperatur liegt im Juli und August zwischen 18 und 22 Grad — angenehm, aber nicht warm wie in Süd-Seen.
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Schlechtwetter-Alternativen
Bei Dauerregen lohnen das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen (über 8.000 Stück Uhren), das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach (lebendige Höfe aus mehreren Jahrhunderten) und die Caracalla-Therme in Baden-Baden. Auch Europa-Park bei Rust hat zahlreiche überdachte Bereiche.
Insider-Tipps
Mit Kindern: Bauernhof oder Europa-Park?
Familien mit kleineren Kindern (3 bis 8 Jahre) profitieren häufig mehr von einem Bauernhof-Aufenthalt als von einem Europa-Park-Tag. Die Schwarzwald-Bauernhöfe mit Ferienwohnungen (Verzeichnis "Bauernhof-Urlaub Schwarzwald" mit über 200 Betrieben) bieten Tiere streicheln, beim Melken zusehen, im Heu spielen und unstrukturierte Outdoor-Zeit. Europa-Park lohnt für Familien mit älteren Kindern (ab 8 Jahren) als 1 bis 2-Tages-Ausflug, idealerweise außerhalb der Hauptsaison und unter der Woche.
Mehrtägige Wanderung ohne Etappenplan
Wer keinen festen Etappenplan möchte, bucht eine Standortwoche in Baiersbronn, Hinterzarten oder Todtnau und macht von dort Sternwanderungen mit der KONUS-Karte. Vorteil: ein einziges Hotel, kein Gepäcktransport, abendliche Heimkehr in dasselbe Bett. Drei bis vier verschiedene Wanderungen pro Woche sind ohne Stress machbar.
Hochsommer-Hitze-Strategie
Bei Hitzewellen über 30 Grad ziehen wir grundsätzlich auf die Höhen über 1.200 Metern oder an die Seen. Feldberg-Plateau, Belchen-Gipfel und die Hornisgrinde sind zuverlässig kühler. Am Schluchsee gibt es schattige Strandabschnitte am Nordufer, am Titisee die Promenade mit alten Linden. Auto in der Hitze vermeiden — die KONUS-Bahn ist klimatisiert.
5-Phasen-Plan für eine Schwarzwald-Woche
Naturparks und Naturschutz im Schwarzwald
Der Schwarzwald ist großflächig als Naturpark ausgewiesen. Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord ist mit 4.200 Quadratkilometern der größte deutsche Naturpark überhaupt und umfasst das gesamte Gebiet zwischen Pforzheim und Hornberg. Der Naturpark Südschwarzwald schließt sich mit 3.700 Quadratkilometern an und reicht bis zur Schweizer Grenze. Beide Naturparks pflegen Wanderwege, geben Informationsmaterial heraus und betreiben Besucherzentren in Schönmünzach, Baiersbronn und an mehreren Standorten im Süden.
Der Nationalpark Schwarzwald wurde 2014 gegründet und ist mit 10.062 Hektar einer der jüngsten Nationalparks Deutschlands. Er liegt im Nordschwarzwald zwischen Baden-Baden und Freudenstadt entlang der Schwarzwaldhochstraße und schützt vor allem die Höhenbergmischwälder mit alten Bäumen, Hochmooren und Karen aus der Eiszeit. Wanderwege wie der Lotharpfad (durch ein vom Sturm Lothar 1999 zerstörtes Wald-Areal) und der Wildnispfad zeigen, wie Wald ohne menschlichen Eingriff zu Urwald wird. Über 7.000 verschiedene Tier- und Pflanzen-Stück sind im Nationalpark dokumentiert, darunter Auerhuhn, Sperlingskauz und Luchs.
Geld, Saison und Budget
Schwarzwald-Urlaub ist im Vergleich zu Alpen-Destinationen häufig günstiger, aber teurer als küstennahe Mittelgebirge wie der Harz. Übernachtungspreise in 3-Sterne-Hotels liegen typisch bei 80 bis 130 Euro pro Doppelzimmer in der Nebensaison und 120 bis 180 Euro in der Hauptsaison Juli-August und über Weihnachten/Neujahr. Wellness-Hotels und Sterne-Küche im Hochpreis-Segment erreichen 250 bis 500 Euro pro Person und Nacht. Bauernhof-Ferienwohnungen sind günstiger mit 60 bis 100 Euro pro Apartment für Familien.
Restaurant-Hauptgerichte in der traditionellen Schwarzwald-Küche kosten 14 bis 22 Euro, Sterne-Häuser zwischen 90 und 250 Euro für mehrgängige Menüs. Eine Tagesfahrt mit Bus und Bahn ohne KONUS würde 15 bis 25 Euro kosten — über eine Woche summieren sich also 80 bis 150 Euro, die mit der Gästekarte komplett entfallen. Bauernhof-Hofläden sparen bei Wurst, Käse und Schnaps gegenüber dem Supermarkt etwa 20 Prozent.



