St. Georgen im Schwarzwald ist eine Höhenstadt im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg mit rund 13.000 Einwohnern und liegt auf 810 Metern über dem Meeresspiegel — damit eine der höchsten Städte Deutschlands. Gegründet wurde der Ort im Jahr 1084 durch Benediktiner der Hirsau-Reform als Kloster St. Georgenstift, das über Jahrhunderte religiöses und wirtschaftliches Zentrum der Region blieb, bis die Reformation 1538 das Klosterleben beendete. Weltbekannt wurde St. Georgen durch die Uhrenindustrie ab dem 19. Jahrhundert mit Firmen wie Wehrle und Hauser, vor allem aber durch die 1907 gegründete Firma Dual, deren Plattenspieler in den 1960er- und 1970er-Jahren Weltmarktführer waren und das Lebensgefühl einer ganzen Generation prägten. Heute ist St. Georgen Standort für Mikrotechnik, Phonox- und HiFi-Hersteller und punktet als Sport- und Höhenort mit Loipen, Wanderwegen und einem rauen, alpinen Klima. Wer den industriellen Schwarzwald sucht, mit echten Möbeln in den Stuben und einem Stück Technikgeschichte, ist hier richtig — die Möglichkeit, später noch in den Wäldern Höhen zu gewinnen oder in Säle voller Plattenspieler-Erinnerungen einzutauchen, macht den Ort einzigartig.

Anreise und Erreichbarkeit

St. Georgen liegt zentral im Mittleren Schwarzwald auf der historischen Schwarzwald-Hauptstraße zwischen Triberg und Villingen-Schwenningen und ist dank Bundesstraße und Schwarzwaldbahn-Anschluss eine der am einfachsten erreichbaren Höhenstädte der Region. Die Lage auf 810 Metern bedeutet allerdings, dass Wetter und Straßenverhältnisse sich gegenüber dem Rheintal deutlich unterscheiden — wer im Winter anreist, plant Schneeketten oder Winterreifen ein und kalkuliert längere Fahrzeiten.

Mit dem Auto

Die wichtigste Verbindung ist die Bundesstraße B33, die von Offenburg über Hornberg, Triberg und Hornberg-Niederwasser bis St. Georgen und weiter nach Villingen führt. Aus Richtung Stuttgart kommt man am bequemsten über die A81 bis zur Ausfahrt Villingen-Schwenningen und folgt von dort der B33 in rund 20 Minuten ins Schwarzwald-Höhenland. Aus Richtung Karlsruhe oder Basel führt die A5 ans Rheintal, über die B33 ab Offenburg geht es dann durch das Gutachtal und über Triberg nach St. Georgen — landschaftlich spektakulär, aber bei Schneefall häufig kurzfristig gesperrt. Parken ist im Ortskern, am Bahnhof und an mehreren Wanderparkplätzen rund um die Stadt kostenfrei möglich, im Winter wird der Parkplatz Stockwald als Loipen-Einstieg geräumt.

Mit der Bahn und dem ÖPNV

St. Georgen liegt direkt an der Schwarzwaldbahn, einer der spektakulärsten Bergstrecken Europas, die zwischen Offenburg und Konstanz auf rund 150 Kilometern zahlreiche Tunnel und Kehren überwindet. Der Bahnhof St. Georgen liegt zentral am Ortsrand, stündliche Regional-Express-Züge verbinden den Ort mit Offenburg, Triberg, Villingen und Singen. Aus Stuttgart erreicht man St. Georgen in rund 2 Stunden über Singen oder Donaueschingen, aus Frankfurt mit Umstieg in Offenburg in rund 3:30 Stunden. Vor Ort verkehren Stadtbusse und Regionalbusse der SBG in alle Ortsteile und in die Nachbargemeinden, die KONUS-Gästekarte gilt für Übernachtungsgäste im gesamten Schwarzwald.

Mit dem Flugzeug

Der nächste internationale Flughafen ist Stuttgart STR in rund 130 Kilometern Entfernung, Anfahrt 1:45 bis 2:00 Stunden über A81 und B33. Etwas weiter, aber häufig günstiger im Anflug, sind Zürich ZRH in 150 Kilometern und Basel-Mulhouse EAP in 140 Kilometern, beide via A5 oder über Schaffhausen erreichbar. Karlsruhe/Baden-Baden FKB liegt rund 130 Kilometer entfernt im Rheintal und bedient vor allem Ferien- und Billigflieger-Verbindungen. Strasbourg SXB in Frankreich ist mit 110 Kilometern die kürzeste Strecke, allerdings mit grenzbedingten Wartezeiten häufig nicht schneller als Karlsruhe.

Vor Ort bewegen und Parken

Im kompakten Ortskern lässt sich alles zu Fuß erkunden — von der Klosterkirche bis zum Bahnhof sind es keine 800 Meter. Wer die umliegenden Wandergebiete, das Phonomuseum am Stockburg oder die Loipen am Brogen erreichen will, nimmt am besten das Auto oder den E-Bike-Verleih im Ortskern. Die meisten Wanderparkplätze sind kostenfrei und gut beschildert, der Parkplatz Klosterweiher ist zentraler Ausgangspunkt für Touren in die Klosterhöfe. Im Winter ist der Stockwald-Parkplatz mit Loipenanschluss kostenpflichtig, dafür mit gepflegten Spuren von Klassisch bis Skating.

Villingen-Schwenningen 15 km ~20 min via B33
Triberg 12 km ~15 min via B33 oder Schwarzwaldbahn
Freiburg 75 km ~1:10 h via B31 und A5
Stuttgart 130 km ~1:45 h via A81 und B33
Zürich 150 km ~2:00 h via A81 und A1

Klostergründung und Geschichte

St. Georgen verdankt seinen Namen und seine Existenz dem Benediktinerkloster St. Georgenstift, das im Jahr 1084 von Mönchen aus dem Reformkloster Hirsau gegründet wurde. Die Hirsau-Reform stand für eine strenge Auslegung der Benediktsregel und die Loslösung der Klöster vom weltlichen Adel — St. Georgen war eine der bedeutendsten Tochtergründungen dieser Bewegung im südwestdeutschen Raum.

Klosterkirche und Lorenzkapelle

Das Wahrzeichen der Stadt ist die evangelische Stadtkirche, die auf den Fundamenten der mittelalterlichen Klosterkirche steht und nach mehreren Bränden zuletzt im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut wurde. Im Inneren finden sich Reste der romanischen Bausubstanz, ein Taufstein aus dem 12. Jahrhundert und schlichte Säle mit hölzernen Emporen. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt die Lorenzkapelle aus dem 14. Jahrhundert, ein kleiner gotischer Bau mit Spitzbogenfenstern und einem schlichten Altar — heute Ort für stille Andacht und gelegentliche Konzerte.

Reformation und Niedergang des Klosters

Mit der Reformation 1538 wurde das Kloster St. Georgenstift aufgehoben, die Mönche zogen ab und die Klostergebäude wurden teils abgerissen, teils als Schulen und Verwaltungssitze genutzt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort mehrfach geplündert, im Stadtbrand von 1865 brannten weite Teile der Bausubstanz nieder — was heute zu sehen ist, stammt überwiegend aus dem Wiederaufbau der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Schramberger Tor als historischer Stadtzugang erinnert noch an die einstige Befestigung.

Industriegeschichte und Dual-Plattenspieler

Im 19. Jahrhundert wurde St. Georgen vom Klosterstädtchen zur Industriestadt — möglich gemacht durch die Schwarzwaldbahn, die ab 1873 Kohle, Rohstoffe und Fertigprodukte ins Tal und wieder heraus brachte. Die Uhrenindustrie etablierte sich früh, Firmen wie Wehrle und Hauser produzierten Tisch-, Wand- und später auch elektrische Uhren in großem Stil und beschäftigten zu Spitzenzeiten Tausende Mitarbeiter.

Dual — Plattenspieler-Pionier mit Weltruf

Die wichtigste industrielle Marke des Ortes ist Dual, gegründet 1907 durch die Brüder Christian und Joseph Steidinger. Anfangs produzierte das Unternehmen Federwerke für Grammophone, ab den 1920er-Jahren entwickelte sich Dual zum Pionier der Plattenspieler-Industrie und führte mit dem Dual 1010 in den 1960er-Jahren einen Plattenspieler ein, der weltweit zum Verkaufsschlager wurde. In den 1970er- und frühen 1980er-Jahren war Dual mit Tausenden Mitarbeitern größter Arbeitgeber der Region, jeder zweite Plattenspieler in deutschen Wohnzimmern kam aus St. Georgen. Die Krise der CD-Ära traf das Unternehmen hart, mehrfache Insolvenzen folgten — heute lebt die Marke unter neuem Eigentümer als kleiner HiFi-Hersteller in Sankt Georgen weiter.

Konversion zur Mikrotechnik

Nach dem Niedergang der klassischen Uhren- und Plattenspieler-Industrie hat sich St. Georgen erfolgreich neu erfunden — als Standort für Mikrotechnik, Sensorik, Phonox- und HiFi-Fertigung. Mittelständische Spezialisten produzieren hier heute Präzisionsbauteile für Medizintechnik, Automotive und Audio-Hardware. Die historische Robert-Gerwig-Schule, ursprünglich als höhere Berufsfachschule für Uhrmacher gegründet, ist heute eines der zentralen Bildungszentren des Schwarzwald-Baar-Kreises.

Die sechs wichtigsten Stationen in St. Georgen

Klosterkirche und Klosterweiher

Wahrzeichen der Stadt mit Resten der romanischen Klosterkirche, Taufstein aus dem 12. Jahrhundert und schlichten Sälen mit Holzemporen. Der angrenzende Klosterweiher mit Spazierweg und alten Bäumen ist ein gemütlicher Ort für eine erste Runde durch die Geschichte des Ortes.

Phonomuseum

Das Deutsche Phonomuseum am Stockburg dokumentiert die Geschichte der Tonwiedergabe von der Walze über das Grammophon bis zum Dual-Plattenspieler. Über 300 Originalgeräte aus drei Generationen, Werkstattführungen an Aktionstagen, Hör-Sessions mit historischen Schallplatten — Pflichtbesuch für HiFi-Fans und Technik-Interessierte.

Lorenzkapelle

Kleine gotische Kapelle aus dem 14. Jahrhundert mit Spitzbogenfenstern und schlichtem Altar. Heute Ort für stille Andacht und gelegentliche Kammerkonzerte, häufig geöffnet an Werktagen bis zum frühen Abend. Schlichte, fast meditative Atmosphäre, ein Kontrastpunkt zur Industriestadt rundherum.

Schramberger Tor

Historischer Stadtzugang aus der mittelalterlichen Befestigung, mehrfach umgebaut und nach dem Stadtbrand 1865 in heutiger Form rekonstruiert. Heute Sitz einer kleinen heimatkundlichen Sammlung mit Stücken zur Stadtgeschichte, der Reformation und der frühen Industrialisierung.

Stockwald und Brogenloipen

Naherholungsgebiet mit Wanderwegen im Sommer und Loipennetz im Winter. Auf 850 bis 950 Metern Höhe bieten die Brogenloipen rund 30 Kilometer gespurte Strecken von Klassisch bis Skating, Schneesicherheit von Anfang Januar bis Mitte März häufig gegeben.

Robert-Gerwig-Schule und Industriekultur

Ehemalige Uhrmacherschule, benannt nach dem Erbauer der Schwarzwaldbahn Robert Gerwig. Heute Berufsschulzentrum mit kleinem Industriearchiv, das die Geschichte der Uhren- und Plattenspielerproduktion in St. Georgen dokumentiert. Führungen für Gruppen nach Voranmeldung möglich.

Vergleich: Welche Sehenswürdigkeit für welches Interesse?

Kriterium
Klosterkirche
Phonomuseum
Lorenzkapelle
Stockwald
Schramberger Tor
Thema
Religion, Geschichte
Technik, HiFi
Gotik, Stille
Natur, Sport
Stadtgeschichte
Dauer
30 bis 45 min
2 bis 3 Stunden
15 bis 20 min
halber bis ganzer Tag
30 bis 60 min
Eintritt
frei
moderat, KONUS-Rabatt
frei
frei, Loipe gebührenpflichtig
moderat
Familienfreundlich
eher Erwachsene
sehr gut
eher ruhige Kinder
sehr gut
gut
Wetterabhängig
nein
nein
nein
ja, im Winter Loipen
nein
Zu Fuß vom Bahnhof
10 min
20 min
12 min
25 min
8 min
Beste Jahreszeit
ganzjährig
ganzjährig
ganzjährig
Sommer und Winter
Frühjahr bis Herbst

Wer nur einen Tag bleibt, kombiniert Klosterkirche, Phonomuseum und einen kurzen Spaziergang im Stockwald — das deckt Geschichte, Technik und Natur des Ortes ab.

Höhenklima und Sport

St. Georgen liegt auf 810 Metern und gehört damit klimatisch zu den rauesten Städten Deutschlands — die Wintermonate sind häufig kalt und schneereich, der Sommer kurz und mild, ähnlich einer alpinen Klimazone. Wer hier herkommt, schätzt die klare Höhenluft, die Stille der Wälder und die Möglichkeit, in wenigen Minuten Loipen, Wanderwege und Höhen zu erreichen, die weiter unten im Schwarzwald bereits schneefrei wären.

Wandern im Sommerhalbjahr

Rund um St. Georgen liegt ein dichtes Netz von Wanderwegen, die häufig durch alte Tannen- und Fichtenwälder führen. Der Klosterweiher-Rundweg mit rund 5 Kilometern eignet sich für Familien, der Brogenweg mit 12 Kilometern und 350 Höhenmetern führt zu Aussichtspunkten über den Schwarzwald-Baar-Kreis bis zur Schwäbischen Alb. Besonders schön ist der Höhenweg nach Triberg, der auf rund 18 Kilometern Länge die historische Schwarzwald-Hauptstraße als Höhenpfad nachzeichnet und mit der Schwarzwaldbahn zurückgelegt werden kann.

Loipen und Wintersport

Im Winter wird St. Georgen zur Loipenstadt — die Brogenloipen am Stockwald gehören mit rund 30 Kilometern gespurter Strecke zu den größten zusammenhängenden Loipennetzen des nördlichen Schwarzwalds. Klassisch und Skating sind getrennt gespurt, mehrere Einstiegspunkte mit Parkplätzen und Hütten sind über die Stadt verteilt. Abfahrtsski wird in den nahen Skigebieten Brogen und Plattenmoos auf kurzen Hängen angeboten, große Abfahrten gibt es erst weiter südlich am Feldberg.

Höhenluftkurort und Gesundheit

Aufgrund der Höhenlage gilt St. Georgen als Höhenluftkurort — die Luft ist arm an Pollen und Aerosolen, ideal für Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Allergien. Mehrere Reha-Kliniken und Höhenkurhäuser sind im Ort und in den Nachbargemeinden ansässig, die kombinierten Kur- und Wanderangebote sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor neben der Industrie.

Praktische Tipps für St. Georgen

  • KONUS-Gästekarte für freien Nahverkehr nutzen

    Alle Übernachtungsgäste in St. Georgen bekommen die KONUS-Gästekarte automatisch beim Check-in. Damit fahren Sie kostenlos in Bussen und Bahnen im gesamten Schwarzwald — Schwarzwaldbahn, Stadtbusse und Wanderbusse sind alle inklusive. Bei mehreren Tagesausflügen nach Triberg, Villingen oder Freiburg spart das häufig 30 bis 50 Euro pro Person.

  • Phonomuseum mit Hör-Session kombinieren

    Das Deutsche Phonomuseum bietet an Wochenenden und Aktionstagen Hör-Sessions mit historischen Plattenspielern, oft mit originalen Dual-Geräten aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Wer als Vinyl-Fan oder HiFi-Enthusiast reist, sollte den Besuchstermin nach diesen Sessions ausrichten — das Erlebnis, einen 60 Jahre alten Plattenspieler in einem akustisch optimierten Saal zu hören, ist einzigartig.

  • + Höhenklima ernst nehmen — auch im Sommer

    Auf 810 Metern Höhe sind die Temperaturen häufig 5 bis 8 Grad niedriger als im Rheintal, der Wind im Schwarzwald-Baar-Kreis pfeift selbst im Hochsommer ungemütlich. Wer in Sandalen und T-Shirt anreist, wird abends frieren — Fleece-Jacke und feste Schuhe gehören auch im Juli ins Gepäck. Im Winter sind Schneeketten oder gute Winterreifen Pflicht.

  • i Schwarzwaldbahn als Sightseeing-Tour nutzen

    Die Schwarzwaldbahn zwischen Offenburg und Konstanz gehört zu den spektakulärsten Bergstrecken Europas — 39 Tunnel, zwei Kehrschleifen, Höhenunterschied von über 600 Metern. Wer in St. Georgen wohnt, kann die Strecke als Tagesausflug nutzen: morgens nach Triberg zu den Wasserfällen, mittags weiter nach Hornberg, abends zurück. Die KONUS-Karte deckt das ab.

  • Loipen-Schneetelefon vor Anreise prüfen

    Die Schneesicherheit am Stockwald ist trotz der Höhenlage nicht garantiert — in milden Wintern sind die Loipen häufig nur wenige Wochen befahrbar. Das Schneetelefon der Stadt und die Webcam am Brogen geben tagesaktuell Auskunft, vor langer Anreise lohnt sich der Blick. Alternativ liegen die Loipen am Kandel und Feldberg auf 1.000 bis 1.300 Metern und sind deutlich schneesicherer.

  • Barrierefreie Innenstadt mit Einschränkungen

    Der Ortskern von St. Georgen ist überwiegend eben und gut mit Rollstuhl oder Kinderwagen befahrbar, Klosterkirche und Phonomuseum sind barrierefrei zugänglich. Schwierig wird es an den Wanderwegen und in der Lorenzkapelle mit alten Stufen. Wer auf Barrierefreiheit angewiesen ist, fragt im Tourismusbüro nach den ausgewiesenen Rollstuhl-Wanderwegen am Klosterweiher.

  • Sommerhitze unten — Frische oben

    Bei Hitzewellen im Rheintal mit 35 Grad und mehr ist St. Georgen ein perfektes Höhenrefugium — Tagestemperaturen liegen häufig 8 bis 10 Grad niedriger, nachts kühlt es auf angenehme 12 bis 15 Grad ab. Wer aus Stuttgart, Karlsruhe oder Freiburg anreist und der Hitze entkommen möchte, ist hier richtig — Klimaanlage braucht es in den Pensionen meist nicht.

  • Bei Schlechtwetter ins Phonomuseum oder zur Schwarzwaldbahn

    Wenn der Höhenort im Nebel versinkt und Regen fällt, sind die Wanderwege schnell unangenehm. Phonomuseum, Klosterkirche und Schramberger Tor bieten je 1 bis 3 Stunden Programm im Trockenen, die Schwarzwaldbahn als Sightseeing-Fahrt nach Triberg, Hornberg und Offenburg füllt einen ganzen Tag — Panorama bleibt auch bei Wolken eindrucksvoll, häufig nur in einer anderen Stimmung als bei Sonne.

Insider-Tipps

Wo ich am liebsten übernachte

Die schönsten Quartiere sind die kleinen familiengeführten Pensionen in den Ortsteilen Stockburg und Brigach — solide Zimmer mit handgeschnitzten Möbeln, häufig noch eigenen Wäldern und Sägewerken im Hintergrund. Frühstück aus regionalen Produkten, abends Hausmannskost aus der eigenen Küche, häufig ein Schwätzchen mit den Wirten über die Dual-Zeiten oder die letzte Schneesaison. Wer Wellness-Hotel mit Pool und Sauna sucht, ist in St. Georgen nicht ideal aufgehoben — wer authentische Schwarzwälder Höhenluft und echte Gastfreundschaft schätzt, hier umso mehr.

Vinyl-Tipp für Sammler

Im Ortskern gibt es zwei kleine HiFi-Werkstätten, die alte Dual-Plattenspieler restaurieren und teils auch Originale aus den 1960er- und 1970er-Jahren weiterverkaufen. Wer ein Stück Schwarzwald-Industriegeschichte mit nach Hause nehmen möchte, fragt im Phonomuseum nach Adressen — die Werkstätten sind nicht touristisch ausgeschildert, aber unter Vinyl-Sammlern weltweit bekannt. Authentizität schlägt hier jeden Souvenirladen.

HÄUFIGE FRAGEN

Wo liegt St. Georgen im Schwarzwald genau?

St. Georgen liegt im Schwarzwald-Baar-Kreis im Mittleren Schwarzwald in Baden-Württemberg, an der Schwarzwald-Hauptstraße zwischen Triberg und Villingen-Schwenningen. Mit 810 Metern Höhe gehört der Ort zu den höchsten Städten Deutschlands und liegt direkt an der Schwarzwaldbahn.

Wie hoch liegt St. Georgen im Schwarzwald?

Der Ortskern von St. Georgen liegt auf 810 Metern über dem Meeresspiegel, womit die Stadt zu den höchsten Städten Deutschlands gehört. Das Klima ist rau und vergleichbar mit einer alpinen Klimazone, der Brogen oberhalb der Stadt erreicht über 900 Meter Höhe.

Wann wurde St. Georgen gegründet?

St. Georgen wurde im Jahr 1084 durch Benediktinermönche der Hirsau-Reform als Kloster St. Georgenstift gegründet. Das Kloster blieb bis zur Reformation 1538 religiöses und wirtschaftliches Zentrum der Region, danach wurde der Konvent aufgehoben und die Gebäude teils abgerissen, teils profaniert.

Was hat St. Georgen mit Dual-Plattenspielern zu tun?

Die Firma Dual wurde 1907 durch die Brüder Christian und Joseph Steidinger in St. Georgen gegründet und entwickelte sich ab den 1920er-Jahren zum Plattenspieler-Pionier. In den 1960er- und 1970er-Jahren war Dual mit Tausenden Mitarbeitern Weltmarktführer und größter Arbeitgeber der Region, jeder zweite Plattenspieler in deutschen Wohnzimmern kam aus St. Georgen.

Wie viele Einwohner hat St. Georgen?

St. Georgen im Schwarzwald hat rund 13.000 Einwohner und gehört zum Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Stadt umfasst neben dem Hauptort mehrere Ortsteile wie Brigach, Peterzell, Stockburg und Langenschiltach und ist Sitz mehrerer mittelständischer Industriebetriebe.

Wie komme ich nach St. Georgen?

Mit dem Auto über die B33 zwischen Triberg und Villingen, mit der Bahn über die Schwarzwaldbahn mit eigenem Bahnhof im Ortszentrum. Aus Stuttgart sind es rund 130 Kilometer über die A81, aus Freiburg 75 Kilometer über die B31. Stündliche Regionalzüge verbinden St. Georgen mit Offenburg, Villingen und Singen.

Gibt es in St. Georgen Skifahren oder Langlauf?

Langlauf ist die Stärke von St. Georgen — die Brogenloipen am Stockwald bieten rund 30 Kilometer gespurte Strecken von Klassisch bis Skating, häufig schneesicher von Januar bis März. Abfahrtsski gibt es nur auf kleinen Hängen am Brogen und Plattenmoos, größere Skigebiete liegen am Feldberg und Kandel.

Was ist das Phonomuseum in St. Georgen?

Das Deutsche Phonomuseum am Stockburg dokumentiert die Geschichte der Tonwiedergabe von der Edison-Walze über das Grammophon bis zum modernen Plattenspieler. Über 300 Originalgeräte aus drei Generationen, Werkstattführungen an Aktionstagen und Hör-Sessions mit historischen Dual-Plattenspielern machen den Besuch zum Pflichttermin für HiFi-Fans.

Welche Wanderwege gibt es rund um St. Georgen?

Beliebt sind der Klosterweiher-Rundweg mit 5 Kilometern für Familien, der Brogenweg mit 12 Kilometern und 350 Höhenmetern zu Aussichtspunkten sowie der Höhenweg nach Triberg mit 18 Kilometern entlang der historischen Schwarzwald-Hauptstraße. Insgesamt sind rund 100 Kilometer markierte Wege rund um den Ort beschildert.

Gibt es Höhenluftkur in St. Georgen?

Ja, St. Georgen gilt als Höhenluftkurort — die Luft auf 810 Metern ist arm an Pollen und Aerosolen und besonders geeignet für Menschen mit Atemwegserkrankungen und Allergien. Mehrere Reha-Kliniken und Höhenkurhäuser sind im Ort und den Nachbargemeinden ansässig, kombinierte Kur- und Wanderangebote werden ganzjährig gebucht.

Was ist die Robert-Gerwig-Schule in St. Georgen?

Die Robert-Gerwig-Schule ist eine berufsbildende Schule und das zentrale Bildungszentrum des Schwarzwald-Baar-Kreises. Historisch war sie als höhere Berufsfachschule für Uhrmacher gegründet und hat damit eng zur Uhrenindustrie des Ortes gehört. Heute werden technische und kaufmännische Berufe ausgebildet, ein kleines Industriearchiv dokumentiert die Schulgeschichte.

Was ist die beste Reisezeit für St. Georgen?

Juni bis September für Wandern und Höhenluftkur mit angenehmen Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad, Januar bis März für Langlauf auf den Brogenloipen bei meist schneesicheren Bedingungen. Frühjahr und Herbst sind ruhig und ideal für Industriegeschichte und Museumsbesuche, der November ist häufig neblig und weniger reizvoll.
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