Feriendörfer im Schwarzwald sind ferienparkartige Anlagen, die freistehende Ferienhäuser im Schwarzwaldhaus-Stil mit einer zentralen Infrastruktur kombinieren — Schwimmbad, Sauna, Restaurant, Sportflächen und häufig Kinderbetreuung gehören zum festen Inventar. Die größte Dichte solcher Anlagen findet sich rund um den Schluchsee, im Hochschwarzwald und am Feldberg, ergänzt durch Standorte im Nordschwarzwald und an der Schwarzwald-Bodensee-Grenze. Anbieter sind teils familiengeführte Betriebe wie das Feriendorf Hochschwarzwald oder das Feriendorf am Schluchsee, teils europäische Ketten wie Pierre & Vacances oder die Mountain Lodge Resorts am Feldberg. Preise schwanken stark zwischen Hochsaison (Sommer-Schulferien, Weihnachten, Skiwinter) und Nebensaison; eine typische Familienferienwohnung kostet zwischen 90 und 250 Euro pro Nacht, plus Endreinigung und Kurtaxe. Dieser Ratgeber bündelt die wichtigsten Anlagen, vergleicht Konzepte und gibt Buchungstipps für Familien.
Anreise und Erreichbarkeit
Die meisten Feriendörfer im Schwarzwald liegen in Höhen zwischen 600 und 1100 Metern, häufig am Rand größerer Touristenorte wie Schluchsee, Titisee-Neustadt, Feldberg oder Bad Wildbad. Die Anreise erfolgt überwiegend mit dem Pkw, weil die Anlagen oft am Ortsrand liegen und für den Transport von Familienausrüstung praktisch ausgelegt sind. Wer mit der Bahn anreist, kommt mit der Schwarzwaldbahn, der Höllentalbahn oder der Dreiseenbahn in viele Hochlagen — der letzte Kilometer wird häufig per Anlagen-Shuttle oder Taxi überbrückt.
Mit dem Auto
Die A5 zwischen Karlsruhe und Basel ist die wichtigste Achse für den westlichen Schwarzwald, die A81 zwischen Stuttgart und dem Hochrhein bedient den Ostrand mit Anlagen rund um St. Georgen und Triberg. Für den Hochschwarzwald nimmt man die Ausfahrt Freiburg-Mitte und folgt der B31 durch das Höllental, etwa 45 bis 60 Minuten ab Autobahn. Falkenstein im Nordschwarzwald erreicht man über die A8 und die B500, dem Schwarzwaldhochstraßen-Abschnitt. Vor allem in den Sommerferien und an Skiwochenenden bilden sich auf der B31 und der B500 spürbare Staus, der frühe Morgen oder späte Abend ist die ruhigere Anreise-Zeit.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Die Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Konstanz erschließt den Mittel- und Hochschwarzwald, die Höllentalbahn fährt von Freiburg über Titisee bis Seebrugg am Schluchsee. Die Dreiseenbahn verbindet Titisee mit Schluchsee und Bonndorf. Wer ein Feriendorf am Schluchsee bucht, kommt mit dem Zug bis direkt vor die Anlage. Bei abgelegeneren Häusern organisieren viele Betreiber einen Shuttle ab dem nächsten Bahnhof. Die KONUS-Gästekarte ist bei den meisten Anlagen im Aufenthalt enthalten und erlaubt während des Aufenthalts die freie Nutzung von Bahn und Bus in fast allen Verkehrsverbünden des Schwarzwaldes.
Mit dem Flugzeug
EuroAirport Basel-Mulhouse (BSL) ist für den Süd- und Hochschwarzwald am nächsten gelegen, der Flughafen Stuttgart (STR) für den Nord- und Mittelschwarzwald. Karlsruhe-Baden-Baden (FKB) liegt direkt am Nordrand der Region und ist saisonal mit Billigflieger-Verbindungen aus halb Europa zu erreichen. Mietwagen sind direkt am Flughafen verfügbar, die Bahn-Weiterfahrt klappt in beide Richtungen.
Vor Ort bewegen und Parken
Alle größeren Feriendörfer im Schwarzwald haben kostenfreie Parkplätze direkt an der Ferienwohnung oder in einer Anlagen-Tiefgarage. Der Pkw bleibt während des Aufenthalts häufig stehen, weil Schwimmbad, Restaurant, Spielplatz und Wanderwege fußläufig erreichbar sind. Mit der KONUS-Karte lassen sich Tagesausflüge nach Freiburg, Titisee-Neustadt oder ins Höllental ohne Auto bewältigen. Für Skiausflüge zum Feldberg empfiehlt sich der Bus, weil die Parkplätze an Spitzentagen früh voll sind.
Das Konzept Feriendorf: zwischen Ferienpark und Schwarzwaldhaus
Ein Feriendorf im Schwarzwald ist mehr als nur eine Ansammlung von Ferienhäusern: Es ist eine geplante Anlage, die freistehende Häuser mit gemeinsamen Service-Bereichen kombiniert. Die Idee stammt aus den 1970er Jahren, als der Tourismus in der Region wuchs und Familien Alternativen zum klassischen Hotelzimmer suchten. Anders als der All-Inclusive-Ferienpark einer Kette behält ein traditionelles Schwarzwald-Feriendorf den regionalen Charakter — Schwarzwaldhäuser mit Krüppelwalmdach, Holzfassaden und Geranien an den Balkonen sind Teil des Konzepts.
Was die Anlagen verbindet
Alle Feriendörfer der Region setzen auf drei Bausteine: Erstens freistehende oder halb-freistehende Ferienhäuser im Schwarzwaldhaus-Stil mit eigener Küche, Wohnraum und mehreren Schlafzimmern. Zweitens eine zentrale Infrastruktur mit Schwimmbad, Sauna, oft Fitness und Wellness, dazu Restaurant oder mindestens ein Frühstücks-Service. Drittens ein Aktivprogramm mit Wanderkarten, Bike-Verleih, Kinderbetreuung in den Schulferien und häufig einem Animations-Team. Die Größe schwankt zwischen 30 und über 400 Einheiten je Anlage.
Was die Anlagen unterscheidet
Den klassischen Schwarzwald-Feriendörfern stehen seit einigen Jahren die größeren europäischen Ferienpark-Marken gegenüber. Center Parcs betreibt das Park Allgäu — geografisch genau genommen schon im Allgäu, nicht mehr im Schwarzwald, mit überdachtem Aqua Mundo-Erlebnisbad und französisch geprägtem Animations-Programm. Pierre & Vacances und Landal sind mit einzelnen Resorts im weiteren Schwarzwald-Umfeld vertreten, darunter Hagnau am Bodensee. Wer den regionalen Charakter sucht, ist mit familiengeführten Anlagen wie dem Feriendorf Hochschwarzwald oder dem Feriendorf am Schluchsee besser bedient als mit standardisierten Ketten-Resorts.
Saisonalität und Preisstaffeln
Im Schwarzwald gibt es vier Preisstufen: Hauptsaison Sommer (Schulferien Juli und August), Hauptsaison Winter (zwischen Weihnachten und Anfang Januar plus Faschingswoche bei Schnee), Zwischensaison (Pfingsten, Herbstferien, Skisaison Februar) und Nebensaison (November, frühes Dezember, Mitte Januar bis Ostern ohne Ferien). Zwischen Hoch- und Nebensaison kann der Nächtigungspreis sich verdoppeln. Wer flexibel ist, spart in den letzten beiden Maiwochen oder im späten September spürbar gegenüber den Schulferien.
Die Top-Anlagen im Überblick
Feriendorf Hochschwarzwald
Familiengeführte Anlage in der Schluchsee-Region mit traditionellen Schwarzwaldhäusern auf rund 1000 Metern Höhe. Eigene Schwimmhalle, Sauna, Restaurant und ein KONUS-Anschluss machen die Anlage zu einer typischen Adresse für Familien, die regionalen Charme wollen.
Feriendorf am Schluchsee
Direkt am höchstgelegenen Stausee Deutschlands gelegen, mit Bootssteg, Seebad, Wanderwegen und einem zentralen Servicebereich. Ferienhäuser für vier bis acht Personen, Bademantelgang ins Hallenbad und in die Sauna gehören zum Service.
Mountain Lodge Resort Feldberg
Modernes Ferienresort am Fuß des Feldbergs, mit direktem Zugang zum Skigebiet im Winter und zur Mountain Lodge Sommerbahn im Sommer. Ferienlofts statt klassischer Schwarzwaldhäuser, Spa-Bereich, Bistro und Skiverleih im Haus.
Ferienpark Falkenstein
Anlage im Nordschwarzwald, eingebettet in dichte Wälder. Schwarzwaldhaus-Replikate mit Holzfassaden, Spielplatz, Hallenbad, Kinderclub in den Schulferien. Beliebte Adresse für Mehrgenerationen-Reisen mit Kombination aus Ruhe und Familienprogramm.
Pierre & Vacances Hagnau
Resort an der Bodensee-Schwarzwald-Grenze, streng genommen am Westufer des Bodensees in Hagnau. Französisch geprägter Service, Pool-Landschaft und Strandlage. Wer Schwarzwald und Bodensee verbinden will, findet hier einen Mischtyp.
Center Parcs Park Allgäu
Streng genommen schon im Allgäu, nicht im Schwarzwald, aber häufig in einem Atemzug genannt. Mit Aqua Mundo, Restaurants-Plaza, Kinderprogramm und Cottages im skandinavischen Stil. Wer einen All-Inclusive-Ferienpark sucht, sollte ihn kennen — wer den Schwarzwald sucht, fährt weiter nach Westen.
Vergleich: Die fünf bedeutendsten Feriendörfer im Schwarzwald
Preise pro Ferienhaus und Nacht, je nach Belegung und Saison. Endreinigung, Strom und Kurtaxe kommen typischerweise zwischen 60 und 180 Euro pro Aufenthalt zusätzlich hinzu.
Ausstattung der Ferienhäuser im Detail
Die Ferienhäuser in Schwarzwald-Feriendörfern sind so geplant, dass eine Familie eine Woche autark wohnen kann — auch wenn sie das Restaurant der Anlage nicht nutzt. Übliche Größen reichen von 50 Quadratmetern für zwei Personen bis zu 110 Quadratmetern für acht Personen, häufig mit zwei Etagen.
Küche und Wohnen
Die Küchenzeile ist meist voll ausgestattet mit Cerankochfeld, Backofen, Geschirrspüler, Kaffeemaschine, Wasserkocher und einem ausreichend großen Kühlschrank mit Gefrierfach. Geschirr, Töpfe und Pfannen reichen für die maximale Belegung. Der Wohnraum hat oft einen offenen Kamin oder zumindest einen Holzofen, der mit Brennholz aus der Anlage versorgt wird. Möbel sind in vielen Häusern aus Holz, häufig regional gefertigt, vereinzelt finden sich auch modernere Einrichtungs-Konzepte mit klaren Linien.
Schlafen
Die meisten Häuser haben ein bis vier Schlafzimmer, häufig mit einem Doppelbett im Hauptschlafzimmer und Einzelbetten oder Etagenbetten in den Kinderzimmern. Babybetten und Hochstühle lassen sich kostenfrei oder gegen kleine Gebühr dazu buchen. In den größeren Häusern findet sich eine Schlafgalerie unter dem Dach, von der aus der Blick durch die hohen Holzbalken in den Wohnraum fällt.
Bad und Sanitär
Bäder sind meist mit Dusche ausgestattet, in den größeren Häusern findet sich zusätzlich eine Badewanne. Manche Premium-Ferienhäuser im Schwarzwald haben eine eigene private Sauna im Haus oder auf der Terrasse, was den Aufenthalt bei kühleren Temperaturen aufwertet. Föhn, Handtücher und Bettwäsche sind in der Regel im Preis enthalten, vereinzelt zahlt man eine Pauschale pro Person.
Aktivprogramm und Animation
Ein Schwarzwald-Feriendorf lebt von dem, was rund um die Häuser passiert. Der zentrale Service-Bereich ist das Herz der Anlage — dort befinden sich Schwimmbad, Sauna, Restaurant, Rezeption, Skiverleih, Bike-Verleih und der Kinderclub. Die Wanderkarten an der Rezeption sind häufig auf das Umland abgestimmt, die KONUS-Karte ermöglicht Tagesausflüge ohne Auto.
Im Sommer
Die Sommer-Saison zwischen Mai und Oktober ist die intensivste Zeit für die Anlagen. Wanderprogramme starten direkt vor der Haustür, gemütlich oder anspruchsvoll, je nach Anlage. Bike-Touren, Mountain-Bike-Verleih, Geocaching für Familien, Erlebnis-Wanderungen mit Förstern oder Kräuterpädagogen gehören zum Programm vieler Häuser. Das Schwimmbad ist häufig sowohl Innen- als auch Außenbereich, das Restaurant öffnet die Terrasse.
Im Winter
Zwischen Dezember und März dominiert der Wintersport. Anlagen am Feldberg bieten Direktanschluss an den Lift, andere Häuser organisieren Shuttle-Service oder fahren mit der KONUS-Karte hin. Skiverleih in der Anlage, Skikurse für Kinder, Loipen-Anschluss für Langlauf und Winterwander-Programme gehören zum Standard. Wer keinen Skipass kauft, findet Schneeschuh-Touren, Rodelhänge und Pferdeschlitten-Fahrten als Alternativen.
Für Kinder
Die Kinderbetreuung in Schwarzwald-Feriendörfern ist in der Regel auf die deutschen Schulferien zugeschnitten, ergänzt durch Wochenend-Programme. Altersgruppen werden meist von vier bis sieben und von acht bis zwölf Jahren getrennt betreut. Maskottchen, Bastel-Workshops, Märchen-Stunden, Walderlebnis-Touren und Wettkämpfe am Pool gehören zum festen Repertoire. Größere Anlagen haben eine eigene Disco oder einen Teen-Raum für Jugendliche.
Praktische Tipps für die Buchung eines Feriendorfs im Schwarzwald
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Nebensaison gezielt nutzen
In den letzten beiden Maiwochen, im späten September und im November sind die Preise oft 30 bis 50 Prozent niedriger als in den Schulferien. Wer ohne schulpflichtige Kinder reist, sollte diese Zeit gezielt einplanen — das Wetter ist häufig stabiler als gedacht.
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Vorlauf für Sommer und Skiwoche
Die Sommer-Schulferien und die Faschingswoche sind in beliebten Anlagen wie dem Feriendorf am Schluchsee oft schon im Januar des laufenden Jahres ausgebucht. Wer dort hin will, plant sechs bis zwölf Monate Vorlauf ein. Last-Minute-Plätze finden sich häufiger im November oder im späten März.
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Nebenkosten einrechnen
Zur Grundmiete kommen Endreinigung (60 bis 120 Euro), Strom oder Heizung in Pauschale oder nach Verbrauch, Kurtaxe pro Person und Nacht sowie häufig eine Kaution. Bei kurzen Aufenthalten erhöhen die Pauschalen den Preis pro Nacht spürbar — bei einer Woche relativieren sie sich.
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KONUS-Karte prüfen
Die Konus-Gästekarte des Schwarzwalds erlaubt während des Aufenthalts die kostenlose Nutzung von Bahn und Bus in fast allen Verkehrsverbünden der Region. Bei vielen Feriendörfern ist sie automatisch im Preis enthalten — wer das Angebot nutzt, kann das Auto stehenlassen und spart Sprit und Parkgebühren bei Tagesausflügen.
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Direkt buchen statt über Portale
Bei familiengeführten Feriendörfern ist die Direktbuchung über die Anlagen-Website häufig günstiger als über große Buchungsportale, weil Provisionen entfallen. Bei Ketten-Resorts wie Center Parcs oder Pierre & Vacances macht der Vergleich vor allem in Sonderaktionen Sinn — Frühbucher-Rabatte gibt es direkt beim Anbieter.
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Barrierefreiheit erfragen
Klassische Schwarzwaldhäuser haben oft zwei Etagen und sind nicht durchgehend barrierefrei. Moderne Anlagen wie das Mountain Lodge Resort und einige Ketten-Resorts halten ausdrücklich barrierefreie Einheiten vor. Vor der Buchung beim Anbieter konkret nach Schwellen, Lift und Sanitär-Ausstattung fragen.
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Wettermix mit überdachten Optionen
Im Schwarzwald wechselt das Wetter im Sommer schnell. Anlagen mit großem Hallenbad und überdachtem Spielbereich verzeihen Regen-Wochen leichter. Kleinere Häuser ohne Schwimmbad sind günstiger, brauchen aber stabile Sommerwochen, damit Kinder draußen unterhalten sind.
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Haustier-Regeln klären
Hunde sind in vielen Schwarzwald-Feriendörfern erlaubt, aber häufig nur in bestimmten Häusern und gegen Aufpreis (8 bis 15 Euro pro Nacht). Ketten-Resorts haben oft eigene Hunde-Cottages. Vor der Buchung das Kleingedruckte prüfen — manche Anlagen begrenzen die Größe oder die Anzahl pro Buchung.
Insider-Tipps
Frühstücks-Strategie
Wer im Restaurant der Anlage frühstückt, zahlt häufig 14 bis 22 Euro pro Person. Wer am ersten Tag einen Einkauf im nahen Edeka oder beim örtlichen Bäcker macht, frühstückt eine Woche lang spürbar günstiger im Ferienhaus — und mit Schwarzwälder Schinken, Bauernbrot und frischen Hörnchen vom Bäcker oft besser. Viele Anlagen bieten alternativ einen Brötchen-Service mit Lieferung an die Haustür ab 5 Euro pro Tag.
Restaurant-Hopping in der Umgebung
Ein Vorteil der Schwarzwald-Feriendörfer gegenüber großen Ferienparks: Die Anlagen liegen oft am Rand kleiner Schwarzwaldorte mit eigenen Gasthäusern, Cafés und Höhengaststätten. Statt jeden Abend im Anlagen-Restaurant zu essen, lohnt der Wechsel ins Nachbardorf — typische Schwarzwälder Küche mit Schwarzwälder Schinken, Vesperplatte, Käsespätzle und Forelle blau zu fairen Preisen.
Saunalandschaft in der Nebensaison
Die Saunalandschaft der meisten Anlagen ist auch in der Nebensaison voll in Betrieb. Wer im November oder Anfang Dezember bucht, hat das Hallenbad und die Sauna oft fast für sich allein — und kann nach einem kalten Wandertag mit Aussicht in den Saunabereich abtauchen, ohne sich um die Verfügbarkeit der besten Plätze sorgen zu müssen.




