Der Schwarzwald ist nicht nur Wald und Wasserfall, sondern auch eine Region mit über zwei Dutzend sehenswerten Städten zwischen 4.700 und 230.000 Einwohnern. Im Süden öffnet die Universitäts-Stadt Freiburg mit gotischem Münster und mittelalterlichen Bächle das Tor zum Hochschwarzwald, im Norden empfängt die Belle-Époque-Kurstadt Baden-Baden Gäste mit Caracalla-Therme und ältestem deutschen Casino. Dazwischen liegen Fachwerk-Idyllen wie Schiltach und Calw — letztere die Geburtsstadt Hermann Hesses —, Uhrmacher-Hochburgen wie Furtwangen und Schramberg, sowie die Goldstadt Pforzheim als nördlichster Schwarzwald-Eingang. Der folgende Überblick stellt die 12 wichtigsten Städte vor — mit Lage, Charakter, Highlight, Anreise und realistischen Übernachtungs-Tipps für jeden Reisestil und jedes Budget.

Anreise und Erreichbarkeit

Die Städte im Schwarzwald sind über zwei zentrale Autobahnen und ein dichtes Bahnnetz erreichbar. Wer mehrere Orte kombinieren möchte, fährt am bequemsten mit dem Auto über die A5 oder die Schwarzwaldhochstraße. Für Aufenthalte in einer einzelnen Stadt reichen die ICE-Halte Freiburg, Offenburg, Baden-Baden und Karlsruhe häufig völlig aus — der Schwarzwald-Tarif erlaubt günstige Anschluss-Tickets.

Mit dem Auto

Die A5 erschließt den westlichen Schwarzwald von Karlsruhe über Baden-Baden, Offenburg und Freiburg bis Müllheim und ist die wichtigste Zufahrt für Freiburg, Baden-Baden und Wolfach. Aus dem Osten führt die A8 nach Pforzheim als nördlichster Schwarzwald-Eingang. Die B500 Schwarzwaldhochstraße verbindet Baden-Baden und Freudenstadt über 60 Panorama-Kilometer, die B33 führt von Offenburg über Triberg nach Donaueschingen. Für Calw und Hirsau ist die A81 Stuttgart bis Herrenberg die schnellste Option. Im Winter sind Schneeketten auf Höhen ab 800 Metern in Hinterzarten, Furtwangen und Triberg häufig nötig.

Mit der Bahn / dem ÖPNV

Freiburg, Offenburg, Baden-Baden, Karlsruhe und Pforzheim sind ICE-Halte mit direkter Anbindung nach Hamburg, Berlin, München und Frankfurt. Die Schwarzwaldbahn führt von Offenburg über Triberg, Villingen und Donaueschingen nach Konstanz und bedient damit gleich vier der hier vorgestellten Städte. Die Höllentalbahn ab Freiburg erreicht Hinterzarten und Titisee-Neustadt, die Murgtalbahn ab Rastatt führt nach Schiltach und Schramberg. Für Calw und Hirsau ist die Hermann-Hesse-Bahn ab Pforzheim die richtige Verbindung.

Mit dem Flugzeug

Nächste Großflughäfen sind Stuttgart STR im Osten, Basel-Mulhouse EAP im Süden und Frankfurt FRA im Norden — alle mit guter Bahn-Anbindung an die Schwarzwald-Städte. Karlsruhe-Baden-Baden FKB ist ein kleinerer Flughafen mit Direktverbindung zur Kurstadt. Wer aus Übersee anreist, nimmt häufig Frankfurt FRA mit ICE-Anschluss nach Baden-Baden oder Freiburg in unter zwei Stunden.

Vor Ort bewegen / Konus-Gästekarte

Übernachtungsgäste in den meisten Schwarzwald-Städten erhalten vom Vermieter die Konus-Gästekarte, die den gesamten ÖPNV im Schwarzwald kostenfrei macht — Bus, Bahn und mehrere Schwebebahnen. Für Tagesausflüge ohne Konus eignet sich das Baden-Württemberg-Ticket ab rund 27 Euro für eine Person. In den Altstädten von Freiburg, Schiltach und Calw bewegt man sich am besten zu Fuß — die historischen Kerne sind kompakt und größtenteils autofrei.

Stuttgart → Pforzheim 50 km ~0:45 h via A8
Karlsruhe → Baden-Baden 40 km ~0:30 h via A5
Frankfurt → Freiburg 270 km ~2:45 h via A5
Basel → Freiburg 75 km ~0:50 h via A5
München → Donaueschingen 280 km ~3:00 h via A8/A81

Die 12 Städte im Schwarzwald im Profil

Die folgenden Profile gehen von Nord nach Süd und ergänzen jeweils einen Steckbrief mit Lage, Charakter, Highlight, Anreise und Übernachtungs-Tipps. Wer einen Rundtrip plant, kombiniert sinnvoll Baden-Baden (Norden), Schiltach und Wolfach (Mitte) sowie Freiburg und Titisee-Neustadt (Süden).

1. Freiburg im Breisgau — Universitäts-Stadt mit Münster und Bächle

Freiburg liegt am südwestlichen Rand des Schwarzwalds zwischen Kaiserstuhl und Schauinsland und ist mit rund 230.000 Einwohnern die größte Stadt der Region. Die Albert-Ludwigs-Universität wurde 1457 gegründet und prägt das junge Stadtbild bis heute — über 30.000 Studierende sorgen für eine lebendige Café- und Kneipenszene rund um die Altstadt. Das Wahrzeichen ist das gotische Freiburger Münster aus rotem Buntsandstein mit dem 116 Meter hohen Turm, den Schweizer Architekturhistoriker Jacob Burckhardt einmal als „schönsten Turm der Christenheit“ bezeichnete. Auf dem Münsterplatz findet montags bis samstags der traditionelle Markt mit Lange Rote, Käse und regionalem Obst statt. Charakteristisch sind die Bächle — schmale Wasserläufe, die durch die gesamte Altstadt führen und der Sage nach jeden, der hineintritt, mit einer Freiburgerin oder einem Freiburger verheiraten.

Anreise: ICE-Halt mit Direktverbindungen, A5 Ausfahrt Freiburg-Mitte. Übernachtungs-Tipps: Boutique-Hotels in der Altstadt rund 130 bis 220 Euro, Drei-Sterne-Häuser ab 80 Euro, junge Hostels ab 30 Euro pro Nacht.

2. Baden-Baden — Belle-Époque-Kurstadt mit Therme und Casino

Baden-Baden liegt am nordwestlichen Schwarzwald-Rand zwischen Rheinebene und Schwarzwaldhochstraße und ist mit rund 55.000 Einwohnern überschaubar, aber international weit über seine Größe hinaus bekannt. Die Stadt ist seit 2021 Teil des UNESCO-Welterbes „Bedeutende Kurstädte Europas“ und wurde im 19. Jahrhundert zur Sommerhauptstadt Europas — Zar Alexander II., Otto von Bismarck, Fjodor Dostojewski und Mark Twain zählten zu den Stammgästen. Die Caracalla-Therme bietet auf 4.000 Quadratmetern Wasser-Sauna-Landschaft mit drei Stunden-Eintritt für rund 17 Euro, das benachbarte Friedrichsbad ermöglicht die irisch-römische Badekultur mit 17 Stationen für rund 29 Euro. Im Kurhaus residiert seit 1855 das älteste Casino Deutschlands, das Marlene Dietrich einmal als „schönstes Casino der Welt“ bezeichnete.

Anreise: ICE-Halt Baden-Baden, A5 Ausfahrt Baden-Baden, Flughafen FKB für Kurztrips. Übernachtungs-Tipps: Brenners Park-Hotel oder Steigenberger ab 350 Euro, Vier-Sterne-Stadthotels ab 150 Euro, kleine Pensionen am Stadtrand ab 90 Euro.

3. Pforzheim — Goldstadt am nördlichen Schwarzwald-Eingang

Pforzheim liegt am nördlichsten Eingang des Schwarzwalds an der Mündung von Nagold, Enz und Würm und trägt seit dem 18. Jahrhundert den Beinamen „Goldstadt“, weil hier traditionell die deutsche Schmuck- und Uhren-Industrie ansässig ist. Rund drei Viertel des deutschen Schmuck-Exports werden noch heute in der 125.000-Einwohner-Stadt gefertigt, das Schmuckmuseum im Reuchlinhaus zeigt 5.000 Jahre Schmuck-Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart auf 800 Quadratmetern. Nach der schweren Zerstörung im Februar 1945 wurde das Stadtbild modern wieder aufgebaut — die Altstadt ist heute eher Funktional-Beton als historisches Fachwerk, dafür ist Pforzheim mit dem Westweg-Startpunkt am Kupferhammer der wichtigste Wander-Ausgangspunkt für den Nordschwarzwald.

Anreise: ICE-Halt, A8 Ausfahrt Pforzheim-Ost oder Pforzheim-West. Übernachtungs-Tipps: Drei-Sterne-Stadthotels ab 70 Euro, Business-Hotels ab 95 Euro, Pensionen am Goldkanal-Stadtrand ab 55 Euro.

4. Calw — Geburtsstadt Hermann Hesses und Fachwerk-Idyll

Calw liegt rund 30 Kilometer südlich von Pforzheim im engen Nagoldtal auf etwa 350 Metern Höhe und ist mit rund 23.000 Einwohnern eine der schönsten Fachwerk-Städte des Nordschwarzwalds. Der Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse wurde hier 1877 geboren und verbrachte seine Kindheit am Marktplatz — sein Geburtshaus ist heute Museum, viele Schauplätze aus „Unterm Rad“ sind im Stadtbild noch identifizierbar. Der spätmittelalterliche Marktplatz mit Rathaus aus dem 17. Jahrhundert und der Nikolausbrücke zählt zu den meistfotografierten Ensembles des Nordschwarzwalds. Knapp drei Kilometer flussaufwärts liegt das Kloster Hirsau — eine der größten und einflussreichsten mittelalterlichen Klosteranlagen Deutschlands, deren Ruinen heute jeden Sommer Schauplatz der Calwer Klostersommer-Festspiele sind.

Anreise: Hermann-Hesse-Bahn ab Pforzheim, B463 ab Pforzheim. Übernachtungs-Tipps: Fachwerk-Hotels in der Altstadt ab 95 Euro, Landgasthöfe rund um Hirsau ab 65 Euro, Ferienwohnungen am Nagold-Ufer ab 75 Euro pro Nacht.

5. Triberg — Wasserfälle, Kuckucksuhren und höchste Stadt der Liste

Triberg liegt auf rund 700 Metern Höhe im mittleren Schwarzwald zwischen Offenburg und Villingen und ist mit nur rund 4.700 Einwohnern die kleinste der hier vorgestellten Städte — aber dank zweier Superlative weit über Deutschland hinaus bekannt. Die Triberger Wasserfälle stürzen über sieben Stufen 163 Meter in die Tiefe und sind damit die höchsten Wasserfälle Deutschlands, der Eintritt liegt bei rund 8 Euro Erwachsene und 7 Euro für Kinder. Triberg gilt zudem als Welthauptstadt der Kuckucksuhr — gleich zwei selbsternannte „größte Kuckucksuhren der Welt“ stehen sich in Triberg-Schonach und Triberg-Schonachbach gegenüber, beide mit über zwei Metern Pendel und begehbarem Inneren. Das Schwarzwaldmuseum Triberg zeigt auf 2.000 Quadratmetern Trachten, Uhren, Bergbau-Geschichte und Schwarzwaldhöfe.

Anreise: Schwarzwaldbahn Offenburg–Konstanz hält direkt am Wasserfall, B33 ab Offenburg. Übernachtungs-Tipps: Schwarzwald-Hotels mit Halbpension ab 110 Euro, Pensionen ab 75 Euro, Ferienwohnungen ab 70 Euro pro Nacht.

6. Schiltach — Fachwerk-Idyll mit Kinzigtal-Flößer-Tradition

Schiltach liegt rund 30 Kilometer südwestlich von Freudenstadt an der Mündung der Schiltach in die Kinzig auf etwa 325 Metern Höhe und ist mit rund 3.800 Einwohnern eine der intaktesten Fachwerk-Städte Deutschlands. Der dreieckige Marktplatz, an dem alle Häuser leicht in Hanglage stehen und keiner exakt rechtwinklig zum Nachbarn ist, gilt unter Fotografen als das Schwarzwald-Motiv schlechthin. Über Jahrhunderte war Schiltach Zentrum der Kinzigtal-Flößerei — Schwarzwald-Tannen wurden hier zu kilometerlangen Flößen gebunden und bis nach Holland transportiert. Das Schüttesägemuseum am Stadtrand und das Museum am Markt erzählen die Flößer-Geschichte mit originalen Werkzeugen und Modellen. Die Firma Hansgrohe hat hier ihren weltweiten Stammsitz und betreibt das moderne Aquademie-Designforum.

Anreise: Murgtalbahn ab Freudenstadt oder Hausach, B294 ab Freudenstadt. Übernachtungs-Tipps: historische Fachwerk-Gasthöfe ab 85 Euro, Pensionen ab 60 Euro, Ferienwohnungen ab 65 Euro pro Nacht.

7. Wolfach — UNESCO-Fasnacht an der Kinzig-Mündung

Wolfach liegt knapp 10 Kilometer nördlich von Schiltach an der Mündung der Wolf in die Kinzig auf rund 270 Metern Höhe und hat ähnlich wie Schiltach eine geschlossene Fachwerk-Altstadt, ist aber mit rund 5.700 Einwohnern etwas größer und durch die Wolfacher Fasnacht überregional bekannt. Die schwäbisch-alemannische Fasnacht in Wolfach wurde 2014 als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt und zieht jedes Jahr im Februar Zehntausende an — Besonderheit sind die „Geldbeutelwäscher“ und die „Nasenzug"-Tradition. Schloss Fürstenberg im Stadtzentrum stammt aus dem 17. Jahrhundert und beherbergt heute das Heimatmuseum mit Schwarzwaldhof-Modellen und Trachten. Die Glashütte Dorotheenhütte am Stadtrand ist die letzte produzierende Schwarzwald-Glasbläserei mit Schau-Produktion.

Anreise: Schwarzwaldbahn Offenburg–Konstanz, B294/B33 ab Offenburg. Übernachtungs-Tipps: Drei-Sterne-Hotels ab 95 Euro, Privatpensionen ab 65 Euro, Ferienwohnungen ab 70 Euro pro Nacht.

8. Furtwangen — Schwarzwald-Uhrenmuseum und höchste deutsche Hochschule

Furtwangen liegt auf rund 850 Metern Höhe zwischen Triberg und Donaueschingen im südlichen Mittelschwarzwald und ist mit rund 9.300 Einwohnern eine der höchstgelegenen Städte Deutschlands. Die Hochschule Furtwangen ist auf 1.018 Metern Höhe die höchstgelegene Hochschule Deutschlands und macht den kleinen Ort zur jüngsten Studenten-Stadt des Schwarzwalds. Das Deutsche Uhrenmuseum auf dem Campus zeigt mit rund 8.000 Exponaten die weltweit größte Uhren-Sammlung — vom ersten Schwarzwälder Holzräderwerk aus dem späten 17. Jahrhundert über Kuckucksuhren-Produktion im 19. Jahrhundert bis zur Quarz-Revolution. Die Brigach, einer der beiden Donau-Quellflüsse, entspringt nur wenige Kilometer westlich der Stadt und macht Furtwangen zusätzlich zur Donau-Quellgemeinde.

Anreise: Bus ab Triberg oder Donaueschingen, B500 ab Triberg. Übernachtungs-Tipps: Schwarzwald-Hotels mit Bergblick ab 95 Euro, Gasthöfe ab 70 Euro, Ferienwohnungen ab 75 Euro pro Nacht.

9. Donaueschingen — Donauquelle und fürstliche Sammlungen

Donaueschingen liegt auf rund 680 Metern Höhe am südöstlichen Schwarzwald-Rand zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb und ist mit rund 22.000 Einwohnern das Tor zum oberen Donautal. Die offizielle Donauquelle entspringt im Schlosspark der Fürsten zu Fürstenberg und ist ein achteckiges Marmorbecken aus dem 19. Jahrhundert — geografisch korrekter ist allerdings die Vereinigung von Brigach und Breg etwas außerhalb des Stadtzentrums. Das Schloss der Fürsten zu Fürstenberg beherbergt eine bedeutende Kunst-Sammlung mit Werken von Lucas Cranach dem Älteren und dem berühmten Augsburger „Cranach-Christus“. Die Donaueschinger Musiktage gelten als wichtigstes Festival für Neue Musik weltweit und finden seit 1921 jährlich im Oktober statt.

Anreise: IC-Halt, Schwarzwaldbahn, A81 Ausfahrt Bad Dürrheim. Übernachtungs-Tipps: Vier-Sterne-Hotels ab 130 Euro, Drei-Sterne-Häuser ab 85 Euro, Pensionen rund um Schloss ab 65 Euro pro Nacht.

10. Titisee-Neustadt — Promenade am Bergsee und Hochschwarzwald-Hauptort

Titisee-Neustadt liegt auf rund 850 Metern Höhe im Hochschwarzwald rund 25 Kilometer östlich von Freiburg und ist mit rund 12.500 Einwohnern der wichtigste Tourismus-Ort der Region. Der namensgebende Titisee ist mit 1,3 Quadratkilometern Fläche und bis zu 39 Metern Tiefe einer der größten Bergseen des Schwarzwalds und in der Sommersaison Schauplatz für Tretboot-Verleih, Rundfahrten und Strandbad. Die rund 800 Meter lange Seestraße mit Kuckucksuhren-Läden, Schwarzwald-Cafés und Souvenirläden ist häufig kritisiert worden, gehört aber zu den meistfotografierten Promenaden des Schwarzwalds. Im Winter wird der Titisee gelegentlich begehbar und gefriert auf mehrere Zentimeter zu. Knapp 8 Kilometer westlich liegt der Feldberg mit 1.493 Metern als höchste Erhebung außerhalb der Alpen.

Anreise: Höllentalbahn ab Freiburg, B31 ab Freiburg. Übernachtungs-Tipps: Vier-Sterne-Seehotels ab 165 Euro, Drei-Sterne-Häuser ab 105 Euro, Ferienwohnungen abseits der Promenade ab 80 Euro pro Nacht.

11. Hinterzarten — Bobbahn-WM, Hochfirst-Schanze und Wintersport-Hochburg

Hinterzarten liegt auf rund 885 Metern Höhe nur 8 Kilometer westlich von Titisee-Neustadt und ist mit rund 2.500 Einwohnern zwar überschaubar, gilt aber als nobelster Wintersport-Ort des Schwarzwalds. Die Hochfirst-Schanze auf 1.190 Metern Höhe ist die einzige Großschanze des Schwarzwalds und Austragungsort der jährlichen FIS-Skisprung-Sommer-Grand-Prix-Wettbewerbe. Die Adlerschanze ist die zweite Schanze und Trainingsbasis vieler deutscher Skisprung-Nationalmannschaften — Martin Schmitt und Sven Hannawald trainierten hier in ihren aktiven Jahren. Im Winter erschließt der Ort über 40 Kilometer Langlauf-Loipen, mehrere Rodelbahnen und die Nähe zum Feldberg-Skigebiet. Das Schwarzwälder Skimuseum zeigt 100 Jahre Skigeschichte mit Original-Trikots und Skisprung-Schuhen.

Anreise: Höllentalbahn ab Freiburg hält direkt im Ort, B31 ab Freiburg. Übernachtungs-Tipps: Fünf-Sterne-Häuser wie Park-Hotel Adler ab 280 Euro, Vier-Sterne-Hotels ab 165 Euro, Ferienwohnungen ab 90 Euro pro Nacht.

12. Schramberg — Junghans-Uhren und Talstadt im Schiltachtal

Schramberg liegt auf rund 420 Metern Höhe im Schiltachtal rund 20 Kilometer östlich von Schiltach und ist mit rund 21.000 Einwohnern eine der wichtigsten Industrie-Städte des mittleren Schwarzwalds. Die Firma Junghans wurde hier 1861 gegründet und war Anfang des 20. Jahrhunderts mit über 3.000 Mitarbeitern größte Uhrenfabrik der Welt — das Junghans-Terrassenbau-Werk am Stadtrand ist ein Architektur-Denkmal aus den 1910er Jahren und beherbergt heute das Junghans-Terrassenbau-Museum. Schramberg trägt zudem den Beinamen „Fünftälerstadt“, weil sich im Stadtkern fünf Schwarzwald-Täler treffen — die Bergfeste Hohenschramberg, die Bergfeste Schilteck und die Bergfeste Ramstein bilden ein einzigartiges Dreierschloss-Ensemble auf den umliegenden Höhen. Die Schramberger Bach-Na-Fahrt am Fasnachtsmontag mit selbstgebauten Booten ist regionales Spektakel.

Anreise: Murgtalbahn ab Freudenstadt oder Hausach, B462 ab Rottweil. Übernachtungs-Tipps: Drei-Sterne-Stadthotels ab 80 Euro, Pensionen ab 60 Euro, Ferienwohnungen am Schlosspark ab 70 Euro pro Nacht.

Die 12 Städte im Schwarzwald im direkten Vergleich

Kriterium
Freiburg
Baden-Baden
Calw
Triberg
Titisee-Neustadt
Hinterzarten
Donaueschingen
Einwohner
230.000
55.000
23.000
4.700
12.500
2.500
22.000
Höhenlage
278 m
181 m
350 m
700 m
850 m
885 m
680 m
Charakter
Universitäts-Stadt
Belle-Époque-Kurstadt
Fachwerk-Idyll
Kuckucksuhren-Stadt
See-Hauptort
Wintersport-Nobel
Donau-Quellstadt
Highlight
Münster + Bächle
Caracalla-Therme
Hesse-Geburtshaus
Wasserfälle
Titisee-Promenade
Hochfirst-Schanze
Donauquelle
Anreise
ICE direkt
ICE direkt
Hesse-Bahn
Schwarzwaldbahn
Höllentalbahn
Höllentalbahn
IC-Halt
Hotel-Niveau
gehoben bis Hostel
Luxus bis Pension
Fachwerk-Mittelfeld
Halbpension-Klassik
See-Vier-Sterne
Fünf-Sterne-Adler
Schloss-Vier-Sterne
Beste Saison
ganzjährig
ganzjährig
Mai bis Oktober
Mai bis Oktober
Mai bis September
Dezember bis März
Mai bis Oktober

Höhen, Einwohner und Hotel-Niveau gerundet — für individuelle Reisen Höhe und ÖPNV-Anbindung mit Konus-Karte gegenchecken.

Praktische Tipps für die Städte-Reise im Schwarzwald

  • Konus-Gästekarte vom Vermieter abholen

    Bei Übernachtung in fast allen Schwarzwald-Orten gibt es vom Gastgeber die Konus-Gästekarte mit kostenfreier ÖPNV-Nutzung im gesamten Schwarzwald. Pro Person und Tag sind so 10 bis 25 Euro Sparpotenzial möglich, gerade wenn mehrere Städte besucht werden.

  • Höhenlage bei Saison-Wahl bedenken

    Hinterzarten, Furtwangen und Titisee-Neustadt liegen auf 800 bis 900 Metern Höhe und können bis in den April hinein Schneereste haben. Wer Altstadt-Bummel will, plant zwischen Mai und Oktober — wer Wintersport-Stimmung sucht, kommt zwischen Dezember und März.

  • + Schwarzwaldbahn als Drei-Städte-Tour nutzen

    Die Schwarzwaldbahn verbindet Offenburg über Triberg, Villingen und Donaueschingen mit Konstanz und fährt durch eine der schönsten Bahn-Strecken Deutschlands. Mit dem Baden-Württemberg-Ticket lassen sich drei Städte an einem Tag besuchen.

  • i Wochenmärkte gezielt planen

    Der Freiburger Münstermarkt findet montags bis samstags vor dem Münster statt — lokale Lange Rote, Schwarzwälder Käse und Wein vom Kaiserstuhl sind das Standard-Programm. Baden-Baden hat dienstags und freitags Wochenmarkt vor der Stiftskirche.

  • Therme-Besuch vor 12 Uhr planen

    Die Caracalla-Therme in Baden-Baden ist morgens deutlich leerer als nachmittags — wer vor 12 Uhr kommt, hat häufig die größte Sauna-Landschaft fast für sich. Drei Stunden Eintritt für rund 17 Euro reichen für einen kompletten Wellness-Vormittag.

  • Barrierefreie Altstadt-Routen prüfen

    Freiburg und Baden-Baden sind in den Hauptachsen barrierefrei zugänglich, viele kleinere Fachwerk-Städte haben Kopfsteinpflaster und schmale Gassen. Calw und Schiltach bieten barrierefreie Routen zum Marktplatz, die Tourist-Information vor Ort hilft mit Karten.

  • Wolfacher Fasnacht im Februar einplanen

    Die UNESCO-anerkannte Wolfacher Fasnacht zieht jedes Jahr Zehntausende Besucher und ist eines der größten Spektakel des Schwarzwalds. Übernachtungen müssen bereits im Spätsommer für das Folgejahr gebucht werden, dann sind häufig nur noch Pensionen im Umland frei.

  • Bei Regen ins Museum statt aufs Höhenwandern

    Der Schwarzwald hat ungewöhnlich viele Top-Museen pro Quadratkilometer — das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen, das Schmuckmuseum in Pforzheim, das Junghans-Terrassenbau-Museum in Schramberg und das Schwarzwaldmuseum in Triberg sind sämtlich auch an Regentagen sinnvoll.

Insider-Tipps

Geheimtipp Stadtmarken außerhalb der Liste

Neben den 12 hier vorgestellten Städten lohnen sich auch Gengenbach mit prachtvollen Fachwerk-Häusern und dem berühmten Adventskalender-Rathaus, Haslach im Kinzigtal mit dem Schwarzwälder Trachtenmuseum und Staufen im Breisgau mit der Faust-Legende am Marktplatz. Wer Zeit für eine Reise von 10 Tagen oder länger hat, sollte mindestens drei dieser Geheimtipps zusätzlich einplanen.

Geheimtipp Bad Wildbad als Wellness-Alternative

Statt der teuren Baden-Badener Caracalla-Therme lohnt sich für Wellness-Fans Bad Wildbad im Nordschwarzwald — die Palais Thermal in einem original erhaltenen Belle-Époque-Bad ist deutlich günstiger und atmosphärisch eher noch authentischer. Bonus: gleich nebenan die Wildline-Hängebrücke mit 382 Metern Spannweite und der Baumwipfelpfad.

HÄUFIGE FRAGEN

Welche Stadt im Schwarzwald ist die größte?

Freiburg im Breisgau ist mit rund 230.000 Einwohnern mit Abstand die größte Stadt am Schwarzwald. Sie liegt am südwestlichen Rand zwischen Kaiserstuhl und Schauinsland und gilt als südliches Tor zum Hochschwarzwald. Die Albert-Ludwigs-Universität wurde 1457 gegründet und prägt das Stadtbild mit rund 30.000 Studierenden bis heute.

Welche Stadt im Schwarzwald ist die kleinste der bekannten Orte?

Triberg ist mit rund 4.700 Einwohnern die kleinste der hier vorgestellten Städte, gleichzeitig aber durch die 163 Meter hohen Wasserfälle und die Kuckucksuhren-Tradition weltbekannt. Hinterzarten ist mit nur 2.500 Einwohnern noch kleiner, gilt aber als Wintersport-Gemeinde, nicht als klassische Stadt.

Welche Schwarzwald-Stadt ist die nördlichste?

Pforzheim ist mit rund 125.000 Einwohnern und der Lage an der Mündung von Nagold, Enz und Würm der nördlichste Schwarzwald-Eingang. Die Stadt trägt seit dem 18. Jahrhundert den Beinamen „Goldstadt“, weil rund drei Viertel des deutschen Schmuck-Exports hier gefertigt werden. Vom Pforzheimer Kupferhammer startet auch der Westweg, der wichtigste Fernwanderweg des Schwarzwalds.

Welche Stadt eignet sich am besten für ein Wellness-Wochenende?

Baden-Baden ist die klassische Wellness-Stadt mit Caracalla-Therme (rund 17 Euro für drei Stunden) und Friedrichsbad (rund 29 Euro für irisch-römisches Bad). Seit 2021 ist die Stadt UNESCO-Welterbe. Als günstigere Alternative bietet Bad Wildbad im Nordschwarzwald die Palais Thermal in einem original erhaltenen Belle-Époque-Bad zu deutlich niedrigeren Preisen.

Wo wurde Hermann Hesse geboren?

Hermann Hesse wurde 1877 in Calw geboren — der Literatur-Nobelpreisträger verbrachte seine Kindheit am Marktplatz. Das Geburtshaus ist heute Museum und viele Schauplätze aus seinem Roman „Unterm Rad“ sind im Stadtbild noch identifizierbar. Calw liegt rund 30 Kilometer südlich von Pforzheim im engen Nagoldtal auf etwa 350 Metern Höhe.

Welche Schwarzwald-Stadt hat UNESCO-Status?

Gleich zwei Schwarzwald-Bezüge sind UNESCO-anerkannt: Baden-Baden ist seit 2021 Teil des Welterbes „Bedeutende Kurstädte Europas“ mit zehn weiteren Städten wie Karlsbad und Vichy. Die Wolfacher Fasnacht wurde 2014 als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt und ist eines der größten Schwarzwald-Spektakel im Februar.

Wo entspringt die Donau im Schwarzwald?

Die offizielle Donauquelle entspringt im Schlosspark der Fürsten zu Fürstenberg in Donaueschingen, eingefasst in ein achteckiges Marmorbecken aus dem 19. Jahrhundert. Geografisch korrekter ist die Vereinigung der beiden Quellflüsse Brigach und Breg etwas außerhalb der Stadt — die Brigach entspringt nahe Furtwangen, die Breg nahe St. Georgen.

Welche Schwarzwald-Stadt eignet sich am besten für Wintersport?

Hinterzarten ist mit der Hochfirst-Schanze auf 1.190 Metern Höhe und über 40 Kilometern Langlauf-Loipen die nobelste Wintersport-Hochburg. Titisee-Neustadt liegt nur 8 Kilometer östlich und bietet zusätzlich den See als Eislauffläche bei Frost. Beide Orte sind über die Höllentalbahn ab Freiburg direkt zu erreichen, das Feldberg-Skigebiet ist nur 15 Kilometer entfernt.

Wie viele Schwarzwald-Städte lassen sich mit der Bahn erreichen?

Die meisten der hier vorgestellten Städte sind direkt per Bahn erreichbar: Freiburg, Baden-Baden und Pforzheim sind ICE-Halte, Donaueschingen ist IC-Halt. Triberg und Wolfach liegen an der Schwarzwaldbahn Offenburg–Konstanz, Hinterzarten und Titisee-Neustadt an der Höllentalbahn ab Freiburg. Calw ist über die Hermann-Hesse-Bahn ab Pforzheim erschlossen.

Welche Stadt im Schwarzwald hat die höchste Lage?

Hinterzarten liegt auf rund 885 Metern Höhe und ist damit die höchstgelegene Stadt der Liste, gefolgt von Furtwangen und Titisee-Neustadt mit jeweils rund 850 Metern. Die Hochschule Furtwangen ist auf 1.018 Metern Höhe die höchstgelegene Hochschule Deutschlands. Triberg liegt auf rund 700 Metern Höhe noch knapp unterhalb dieser Spitzengruppe.

Was kostet ein Hotelzimmer in den Schwarzwald-Städten?

Die Spreizung ist groß: In Baden-Baden gibt es Fünf-Sterne-Häuser wie Brenners Park-Hotel ab 350 Euro, in Hinterzarten das Park-Hotel Adler ab 280 Euro. Vier-Sterne-Häuser in Freiburg, Baden-Baden und am Titisee liegen bei 130 bis 220 Euro. Drei-Sterne-Hotels in kleineren Städten wie Schiltach, Calw oder Triberg starten bei 70 bis 95 Euro, einfache Pensionen ab 55 Euro pro Nacht.

Welche Schwarzwald-Stadt ist für die Kuckucksuhr berühmt?

Triberg gilt als Welthauptstadt der Kuckucksuhr — gleich zwei selbsternannte „größte Kuckucksuhren der Welt“ stehen sich in Triberg-Schonach und Triberg-Schonachbach gegenüber, beide mit über zwei Metern Pendel und begehbarem Inneren. Das benachbarte Furtwangen besitzt mit dem Deutschen Uhrenmuseum die größte Uhren-Sammlung der Welt mit rund 8.000 Exponaten.
Was denkst du? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare — wir lesen jedes Feedback und antworten gern.
Kommentar schreiben →