Warnemünde liegt an der Mündung der Warnow in die Ostsee, als Stadtteil von Rostock und gleichzeitig als eigenständiges Seebad mit eigenem Charakter. Der Ort hat den breitesten Sandstrand der deutschen Ostseeküste — gemessene 150 Meter zwischen Promenade und Wasserlinie — sowie einen aktiven Fischereihafen, ein Kreuzfahrtterminal mit AIDA- und MSC-Anläufen und eine S-Bahn-Anbindung, die dich in 20 Minuten ins Rostocker Zentrum bringt. Wer Strand mit maritimer Kulisse sucht, ohne auf Großstadtnähe zu verzichten, ist hier richtig. Im Unterschied zu den ruhigeren Bädern weiter östlich bleibt in Warnemünde immer Bewegung: Pötte laufen ein, Fischkutter machen am Alten Strom fest, und an Sommerwochenenden sind Westmole und Promenade fest in Spaziergänger-Hand.
Anreise und Erreichbarkeit
Warnemünde erreichst du aus Hamburg, Berlin oder dem Ruhrgebiet ohne Umstieg-Gymnastik. Der Ort hat einen eigenen Bahnhof am Alten Strom, die S-Bahn fährt im 15-Minuten-Takt nach Rostock, und die A19 endet praktisch vor der Haustür. Service-Adressen und aktuelle Veranstaltungen pflegt die Tourismuszentrale auf rostock.de.
Mit dem Auto
Du fährst die A19 bis zur Abfahrt 1 Rostock-Überseehafen, dann über die L22 in fünf Minuten ins Ortszentrum. In der Hauptsaison ist die Brücke über die Warnow ein Nadelöhr — wer in Hohe Düne wohnt, nutzt die Fähre.
Auf der A19 staut es sich Freitagnachmittags zwischen Berlin und dem Dreieck Wittstock, plan eine Stunde Puffer ein, wenn du im Hochsommer aus Berlin anreist.
Mit der Bahn
Der Bahnhof Warnemünde liegt am südlichen Ende des Alten Stroms, knapp 600 Meter vom Strand entfernt. Hier endet die S-Bahn-Linie S1, die im 15-Minuten-Takt mit Rostock Hauptbahnhof verbindet. Fernverkehr (IC und ICE) hält in Rostock, dort steigst du in die S1 um. Aktuelle Fahrpläne findest du auf bahn.de.
Familien mit kleinem Gepäck kommen ohne Auto aus. Vom Bahnhof bist du in acht Minuten am Strand und in fünf Minuten am Leuchtturm — die Distanzen in Warnemünde sind alle Fußweg.
Mit dem Flugzeug
Nächster Verkehrsflughafen ist Rostock-Laage (RLG), etwa 35 km südlich. Saisonal Ferienflüge nach Mallorca und Antalya, im Winter wenig Verkehr. Größere Auswahl bietet Hamburg (HAM), 200 km westlich — von dort über Hamburg Hbf und IC nach Rostock, gesamt rund vier Stunden ab Gate.
Parken vor Ort
Warnemünde hat zwei größere Parkplätze: das Parkdeck am Bahnhof (Tagesticket 8 EUR) sowie den Parkplatz am Mittelmole / Kreuzfahrtterminal (12 EUR pro Tag). Straßenparken ist im Ortskern fast überall kostenpflichtig und in der Hochsaison voll. Hotels mit eigenem Tiefgaragenplatz bei Buchung gezielt nachfragen — die Stellplätze in der Innenstadt sind knapp.
Strände
Der Hauptstrand zieht sich vom Leuchtturm rund 3 km nach Westen bis zur Diedrichshäger Heide — feinster Sandstrand mit der größten Strandbreite der deutschen Ostseeküste. Drei Abschnitte mit unterschiedlichem Charakter:
Hauptstrand (Leuchtturm bis Strandaufgang 8)
Hier konzentriert sich das Leben: Strandbars, Eisstände, Strandkorbservice, DLRG-Aufsicht im Sommer. Die Strandbreite erreicht zwischen Westmole und Strandaufgang 5 ihren Höchstwert von rund 150 Metern — du brauchst eine gefühlte Ewigkeit, um vom Strandkorb ins Wasser zu kommen. Strandkörbe gibt es an mehreren Servicestellen, Tagesmiete 12 bis 15 EUR. Familien finden flaches Wasser über die ersten 40 Meter, gut geeignet für Kleinkinder.
Westlicher Strand Richtung Diedrichshagen
Ab Strandaufgang 8 wird es ruhiger. Weniger Strandkörbe, weniger Service, mehr Naturstrand mit Dünenbereich. Wer eine Stunde laufen mag, hat hinter Diedrichshagen praktisch leeren Strand, auch im Hochsommer. Der Sand ist heller und feiner als am Hauptstrand — ein Eigenart, die Geologen mit Strömungseffekten der Warnow-Mündung erklären.
Hundestrand bei Markgrafenheide
Auf der östlichen Seite der Warnow, zwischen Hohe Düne und Markgrafenheide, liegt der offizielle Hundestrand — mit der Fähre erreichbar (5 EUR pro Person, Räder kostenlos). Ganzjährig erlaubt, kein Leinenzwang. Außerhalb dieser Zone gilt im Sommer (1. Mai bis 30. September) Hundeverbot am Strand.
FKK-Strand
Westlich des Strandaufgangs 8, ab dem Bereich Diedrichshagen-Süd, gibt es einen ausgewiesenen FKK-Bereich. Beschilderung ist eindeutig, der Übergang zum Textilstrand fließend. Etwa 800 Meter lang, kein Strandservice.
Top-Sehenswürdigkeiten
Leuchtturm Warnemünde
Der 37 Meter hohe Leuchtturm aus dem Jahr 1898 steht am Übergang zwischen Promenade und Westmole. Im Sommer kannst du hochsteigen — 135 Stufen für eine Aussicht über Strand, Hafen und offene See. Eintritt etwa 3 EUR. Lohnt sich für einen klaren Vormittag, wenn die Sicht bis zur Seebrücke Heiligendamm reicht.
Teepott
Direkt neben dem Leuchtturm, der Teepott ist eines der wenigen erhaltenen Hyparschalen-Bauwerke der DDR (1968 fertiggestellt, 2002 saniert). Heute Restaurants, Cafe und Galerien unter einem geschwungenen Dach. Kein Eintritt für das Gebäude selbst, lohnt sich besonders für einen Schlechtwetter-Stopp.
Alter Strom
Die ehemalige Hauptmündung der Warnow, heute Yachthafen mit den klassischen Warnemünder Fischerhäusern entlang der Westkante. Hier liegen Fischkutter direkt an den Verkaufsständen, die Brötchen werden an Bord belegt. Spaziergang vom Bahnhof zum Leuchtturm: rund 800 Meter, eine halbe Stunde mit Pausen.
Westmole
Die 540 Meter lange Westmole schützt die Hafeneinfahrt und ist der bekannteste Sonnenuntergangs-Spot des Ortes. Bei ruhigem Wetter ein einfacher Spaziergang, bei Nordwest-Sturm spritzt das Wasser über die Steine. Robuste Schuhe sind klug. Lohnt sich besonders eine Stunde vor Sonnenuntergang.
Kreuzfahrtterminal Warnemünde
An der Mittelmole machen Kreuzfahrtschiffe von AIDA, MSC und Costa fest. Anlauflisten hängen am Terminal aus, in der Saison oft drei Schiffe gleichzeitig. Vom Strand und von der Westmole aus hast du Sicht auf das Auslaufen — vor allem AIDA-Schiffe verabschieden sich um 17 Uhr mit der eigenen AIDA-Tradition. Lohnt sich für Schiffs-Begeisterte.
Heimatmuseum am Alexandrinenplatz
Im historischen Fischerhaus aus dem 18. Jahrhundert, fünf Minuten Fußweg vom Alten Strom. Trachten, Fischereigerät, Kapitänsstuben aus drei Jahrhunderten. Klein, aber dicht — eine Stunde reicht. Eintritt rund 5 EUR. Lohnt sich an einem Regentag oder wenn du Hintergrund zur Ortsgeschichte willst.
Aktivitäten und Erlebnisse
Was du in Warnemünde unternimmst, hängt vom Wetter und der Reisegruppe ab. Ein paar Empfehlungen sortiert nach Konstellation:
Bei Sonne
- Wassersport: Stand-Up-Paddling-Verleih am Strandaufgang 3 (Halbtag etwa 25 EUR), Kitesurfen am westlichen Hauptstrand bei Wind aus Nordwest, Surfschule mit Anfängerkursen ab 60 EUR
- Radtouren: Mit dem Rad auf der Fähre nach Hohe Düne (Räder gratis), dann Richtung Graal-Müritz durch Heide und Küstenwald — 25 km eine Strecke, überwiegend flach. Leihrad ab 12 EUR pro Tag
- Beachvolleyball: öffentliche Felder am Hauptstrand, kostenlos
- Strandkörbe-Tag: Reservierung am Vortag empfehlenswert, in der Hauptsaison sonst lange Schlange am Servicestand
Bei Regen
- Schiffsrundfahrt durch den Hafen Rostock, Abfahrt am Alten Strom (60 Minuten, etwa 14 EUR) — auch bei Regen drinnen ohne Sicht-Einbußen
- Heimatmuseum für Hintergrund zur Ortsgeschichte
- Tagesausflug Rostock Altstadt Marienkirche, Petrikirche, Universität, Museumshafen — alles in 20 Minuten S-Bahn-Entfernung
- Teepott und Cafes am Alten Strom Mehrere Stunden mit Buch und Kaffee überbrücken
Mit Kleinkindern
Der Hauptstrand hat über die ersten 40 Meter sehr flaches Wasser, gut geeignet für die ersten Watschelversuche. Spielplätze gibt es an der Promenade auf Höhe Strandaufgang 4 und am Kurpark zwischen Bahnhof und Alten Strom. Buggy-tauglich ist die gesamte Promenade. Strandkorb-Reservierung am Vortag wirklich empfehlenswert — sonst stehst du mit Kind und Kegel um neun Uhr in der Schlange.
Sportlich
Joggingstrecke entlang der Promenade: 3 km Hauptstrand, weiter Richtung Diedrichshagen verlängerbar bis 8 km eine Strecke, ohne Ampel oder Querung. Früh am Morgen ist die Promenade leer. Open-Air-Krafttraining am westlichen Promenadenende. Tennisclub Warnemünde mit Sand- und Hartplätzen, Gastspielerkarten ab 15 EUR pro Stunde.
Gastronomie und regionale Spezialitäten
Die Küche der Mecklenburger Ostseeküste ist Fischküche mit norddeutschem Bodensatz: Hering, Scholle, Aal, Heringssalat mit Bismarck, dazu Mecklenburger Rippenbraten oder Sanddorn-Quark. Die Klassiker findest du an drei Orten:
Fischbrötchen am Alten Strom
Entlang der Westkante des Alten Stroms reihen sich rund ein Dutzend Fischkutter, die direkt vom Bord verkaufen. Klassisches Bismarck-Brötchen 4 bis 5 EUR, Brathering rund 5,50 EUR, geräucherter Aal als Spezialität ab 7 EUR. Geöffnet von April bis Oktober, im Winter rotieren ein bis zwei Stände.
Restaurants am Strand und Teepott
- Teepott Restaurant gehobene Küche im DDR-Architektur-Denkmal, Reservierung empfehlenswert (Hauptgericht ab 22 EUR)
- Fischers Fritz am Alten Strom: traditionelle Fischküche, gut für Familien (Hauptgericht 16 bis 24 EUR)
- Strandcafe Heimat einfach, ehrlich, direkt an der Promenade — Frühstück mit Meerblick
Cafes und Backwaren
Das Cafe Lentz am Alexandrinenplatz führt Kuchen aus eigener Backstube, im Sommer mit Innenhof. Die Strandkonditorei am Leuchtturm ist auch unter Touristen bekannt — geh früh, gegen zehn Uhr ist die Auswahl noch komplett.
Markttag
Wochenmarkt jeden Mittwoch und Samstag von 8 bis 13 Uhr am Alexandrinenplatz im Ortskern. Regionaler Honig, Wurst aus Mecklenburg, Fisch direkt aus dem Hafen, Sanddorn aus dem Hinterland. Wer in einer Ferienwohnung kocht, deckt sich hier ein.
Regionale Spezialitäten zum Mitnehmen
- Sanddornprodukte aus Mecklenburg-Vorpommern (Saft, Likör, Marmelade) — die Vitamin-C-Bombe der Region
- Geräucherter Aal direkt vom Kutter am Alten Strom
- Rostocker Doppelkümmel, der lokale Schnaps mit Kümmel- und Anissaat
Events und Saisonkalender
Warnemünde ist als Standort lebhafter als die ruhigen Bäder weiter östlich. Die wichtigsten Termine — generisch nach Quartal, weil die Datums sich jährlich verschieben:
Frühjahr (April bis Juni)
Saisonstart der Strandkorb-Vermietung Anfang Mai, parallel öffnen Strandbars und Promenaden-Cafes. Mitte Mai die Fahrradsaison — die Route nach Hohe Düne und Markgrafenheide füllt sich. Im Juni klassisch das Mecklenburgische Spargelfenster — viele Restaurants haben Spezialkarten.
Sommer (Juli bis September)
Hauptsaison. Anfang Juli die Warnemünder Woche — eines der größten Segelevents der deutschen Ostseeküste mit knapp 2.000 Booten in zehn Tagen, Strand-Programm und Großfeuerwerk am Abschlusssonntag. Im August die Hanse Sail Rostock, eines der größten Traditionsseglertreffen Europas — Großsegler liegen dann im Stadthafen Rostock, mit S-Bahn 20 Minuten erreichbar. Aktuelle Termine auf hansesail.com. Mitte August läuft auch das Stromfest am Alten Strom — Live-Musik, Fischspezialitäten, Hafenfeuerwerk.
Herbst (Oktober bis November)
Drachenfest am Strand Anfang Oktober: hunderte Drachen am Hauptstrand, kostenlos zugänglich. Ende Oktober schließen die meisten Strandservice-Anbieter, Promenade leerer und gemütlicher. Im November laufen die letzten Kreuzfahrtsaison-Anläufe.
Winter (Dezember bis Februar)
Adventsmarkt im Ortskern und am Teepott im Dezember, kompakter als der große Markt in Rostock. Silvesterfeuerwerk an der Westmole. Im Januar und Februar ist Warnemünde fast menschenleer — wer Ruhe sucht und Sturm mag, kommt jetzt. Wellnesshotels haben in dieser Zeit deutlich bessere Preise.
Geschichte und Kultur
Warnemünde wird erstmals 1195 urkundlich erwähnt — damals als Fischerdorf an der Mündung der Warnow, das im 14. Jahrhundert von der Hansestadt Rostock gekauft wurde, um den Seezugang zu sichern. Über Jahrhunderte blieb der Ort ein abhängiges Vorwerk Rostocks, ohne eigene Stadtrechte.
Vom Fischerdorf zum Seebad
Der Wandel begann 1821 mit dem ersten dokumentierten Badebetrieb. Schon 1843 entstand das erste Warmbadehaus, 1886 fuhr die Eisenbahn von Rostock direkt bis ans Wasser, und ab 1903 verkehrte regelmäßig die Eisenbahnfähre nach Gedser in Dänemark. Mit dem Bahnanschluss kam das Seebad-Publikum aus Berlin und Sachsen, mit dem Hafen die maritime Infrastruktur, die heute den Charakter prägt.
Warnemünde in der DDR
Zu DDR-Zeiten war Warnemünde Tor zur Welt: Hier legten die Fährschiffe nach Schweden und Dänemark ab, hier arbeitete die Warnowwerft Warnemünde. Der Teepott von 1968 ist Symbol dieser Phase — ein Wagnis aus Beton-Hyparschale, das heute als Architektur-Denkmal gilt. Nach 1990 ersetzte das Kreuzfahrtterminal die Fährfunktion teilweise, der Hafen blieb aber Wirtschaftsmotor.
Plattdeutsch und Seefahrer-Sprache
Das Plattdeutsche ist im Alltag fast verschwunden, lebt aber in Straßennamen und an Ortsschildern fort. In der Lokalküche siehst du "Bismarck" für eingelegten Hering, "Pott" für Schiff, "Klamotten" als Sammelbegriff. Wer einen Kontaktpunkt zur Sprache sucht, geht zum Niederdeutschen Theaterhaus Rostock — eigene Spielzeit auf Plattdeutsch, Untertitel auf Hochdeutsch.
Wetter und beste Reisezeit
Das Klima an der Warnow-Mündung ist gemäßigt und maritim: kühle Sommer, milde Winter, viel Wind. Die Wassertemperaturen erreichen im August Höchstwerte um 19 Grad, im Oktober fallen sie schnell unter 13 Grad.
Beste Reisezeit für Familien
Mai & September
Hochsaison
Juli & August
Wellness & Ruhe
November bis Februar
Praktische Tipps
- € Kurtaxe 2,80 EUR pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison, 1,50 EUR in der Nebensaison. Wird über das Hotel mitabgerechnet, gilt als Strandzugang und Rabatt-Schlüssel für lokale Angebote.
- Hund Hunde am Hundestrand bei Markgrafenheide ganzjährig erlaubt (Anfahrt mit der Fähre Hohe Düne), sonst vom 1. Mai bis 30. September am Strand verboten. In Restaurants meist willkommen, auf der Promenade Leinenpflicht.
- WLAN WLAN kostenfreies Promenaden-WLAN entlang des Hauptstrands. Im Restaurantbereich und in den Cafes am Alten Strom verlässlicher als auf dem offenen Strand.
- + Apotheke & Ärzte zwei Apotheken im Ortskern, mehrere Hausarztpraxen. Notdienst rotiert mit Rostock, Liste am Apotheken-Eingang. Nächstes Krankenhaus: Universitätsmedizin Rostock (15 km).
- € Geldautomaten Sparkasse Rostock am Bahnhof, Volksbank am Alten Strom, in den größeren Supermärkten am Kirchenplatz.
- ♿ Barrierefreiheit Promenade komplett rollstuhltauglich, Strandzugang für Rollstühle an drei markierten Stellen. Strandrollstuhl kostenfrei über die Tourist-Information mietbar.
- i Tourist-Information Am Strom 59, geöffnet ganzjährig, in der Saison auch Sonntags. Gedruckte Karten, Veranstaltungspläne und Fähr-Fahrpläne nach Hohe Düne und Markgrafenheide.
- ⛴ Fähre Hohe Düne Personenfähre vom Alten Strom auf die Ostseite der Warnow, alle 15 Minuten in der Hauptsaison. 5 EUR pro Person, Räder gratis. Kürzeste Verbindung zum Hundestrand und zur Marina.
Insider-Tipps
Drei Spots, die nicht in jedem Reiseführer stehen:
Der Bahnhof als Sonnenuntergangs-Spot
Klingt unspektakulär, ist aber unter Einheimischen bekannt: Vom Mittelmolen-Parkplatz hinter dem Bahnhof hast du Sicht über den Alten Strom Richtung Westmole — der Sonnenuntergang färbt erst die Fischkutter, dann den Leuchtturm. Kein Trubel, kein Eintritt, einfach hingehen. Beste Zeit eine halbe Stunde vor offiziellem Sonnenuntergang.
Diedrichshäger Heide — Wandern hinter dem Strand
Wer einen halben Tag Schatten und Stille braucht: hinter dem westlichen Hauptstrand beginnt die Diedrichshäger Heide, ein Küstenwald mit markierten Wanderwegen. Vom Strandaufgang 8 in zehn Minuten erreichbar. Mischwald, ein kleiner Bachlauf, im Hochsommer 5 Grad kühler als am Strand. Mit dem Rad in 15 Minuten Rundtour möglich.
Frischer Fang am Alten Strom — frühe Stunde
Die Fischkutter am Alten Strom verkaufen ihren Fang ab 7 Uhr morgens, bevor die Touristenströme einsetzen. Wer früh aufsteht, bekommt frischen Räucheraal, Hering und Scholle direkt vom Bord — Auswahl ist um neun Uhr deutlich kleiner. Gespräch mit den Fischern lohnt sich, viele kennen den Hafen seit drei Jahrzehnten.
Umgebung und Tagesausflüge
Die Region rund um Warnemünde hat mehr zu bieten als den Strand. Drei Tagestouren für drei Wettertypen:
Bei Sonne: Rostock Altstadt und Stadthafen (15 km)
Mit der S-Bahn S1 in 20 Minuten direkt vom Bahnhof Warnemünde. Vor Ort: Marienkirche mit der Astronomischen Uhr von 1472, das Universitätsgelände am Universitätsplatz, der Stadthafen mit dem Museumshafen (Traditionssegler ganzjährig). Mittagessen an der Kröpeliner Straße, Rückfahrt am späten Nachmittag. Im August während der Hanse Sail unbedingt machen — eine der größten Traditionsseglerveranstaltungen Europas.
Bei Wechselwetter: Bad Doberan und Heiligendamm (25 km)
Mit der historischen Schmalspurbahn "Molli" von Bad Doberan nach Heiligendamm — eine der ältesten noch fahrenden Schmalspurstrecken Deutschlands (Eröffnung 1886). Bad Doberan mit dem gotischen Münster und dem Klosterhof, Heiligendamm als ältestes deutsches Seebad mit der ikonischen weißen Bäderarchitektur. Mit Auto eine halbe Stunde, mit Auto plus Molli ein voller Tag.
Bei Regen: Stralsund Altstadt (75 km)
UNESCO-Welterbe, eine Stunde mit dem Auto. Vor Ort: das Ozeaneum (mit das größte Meeresaquarium Deutschlands, eine Halle mit 1:1-Walmodellen), das Meeresmuseum im Katharinenkloster, die Backsteingotik der Altstadt. Wenn das Wetter aufklart: weiter nach Rügen über die Strelasundbrücke. Plan einen ganzen Tag.
Tagesausflüge an Bord (45 bis 75 km)
- Graal-Müritz ruhiges Heilbad mit Rhododendron-Park, 25 km östlich. Für einen Wechsel von Großstadt-Lebhaftigkeit zu Ruhe.
- Insel Poel 60 km westlich, ruhige Insel mit Reet-Häusern und der Kirchenburg Kirchdorf.
- Schwerin Schloss-Stadt 100 km westlich, eines der schönsten Schlösser Deutschlands. Mit dem Auto 1:15 Std.



