Prag, die goldene Stadt an der Vltava, ist mit rund 1,3 Millionen Einwohnern die Hauptstadt Tschechiens und gehört zu den am besten erhaltenen historischen Metropolen Europas — das gesamte Altstadt-Ensemble samt Kleinseite, Karlsbrücke und Hradschin steht seit 1992 auf der UNESCO-Welterbeliste. Auf engem Raum verdichten sich romanische Rotunden, gotische Kathedralen, Renaissance-Palais, barocke Kirchen, Jugendstil-Hotels und kubistische Häuser zu einem Stadtbild, das im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört blieb. Karlsbrücke, Altstädter Ring mit der astronomischen Aposteluhr, Prager Burg mit dem Veitsdom, die kopfsteingepflasterten Gassen der Kleinseite, das Jüdische Viertel Josefov mit sechs Synagogen, der weite Wenzelsplatz, das Strahov-Kloster mit barocker Bibliothek — die Highlights lassen sich an einem dichten Wochenende anreißen, für einen ruhigeren Eindruck plant man vier Tage. Die Anreise gelingt klimafreundlich per Bahn ab Berlin (rund 4:30 Stunden), Dresden (gut 2 Stunden) oder mit dem Flixbus aus München, alternativ per Direktflug nach Václav-Havel-Airport. Vor Ort ist die Metro mit drei Linien (A, B, C) plus dem dichten Tram-Netz das schnellste Fortbewegungsmittel, eine 24-Stunden-Karte kostet 120 Kronen und gilt für alle Verkehrsmittel.
Anreise und Erreichbarkeit
Prag liegt verkehrsgünstig in Mitteleuropa, knapp 350 Kilometer südöstlich von Berlin und rund 280 Kilometer nördlich von Wien. Aus Deutschland gelangt man auf vier Wegen in die Stadt: per Bahn, Fernbus, Flugzeug oder eigenem Auto. Die offizielle Tourismusseite prague.eu bündelt aktuelle Veranstaltungshinweise und Reisetipps, das Verkehrsnetz vor Ort wird vom Prager Verkehrsbetrieb dpp.cz betrieben und stellt Routenplaner, Fahrpläne und Ticketinformationen mehrsprachig bereit.
Mit der Bahn aus Deutschland
Der klimafreundlichste Weg führt mit dem EuroCity über Dresden direkt nach Praha hlavní nádraží (Hauptbahnhof). Ab Berlin dauert die Fahrt rund 4:30 Stunden, ab Dresden gut 2 Stunden, ab Hamburg etwa 7 Stunden mit Umstieg in Berlin oder Dresden. Es gibt mehrere tägliche Direktverbindungen, die meisten Züge führen Speisewagen mit tschechischer Küche und sind reservierungsfrei nutzbar. Tickets buchbar über bahn.de mit Sparpreis ab 29,90 Euro pro Strecke. Aus München führt der Alex/RE über Schwandorf und Plzeň nach Prag, Fahrzeit rund 5:30 Stunden. Der Prager Hauptbahnhof liegt mitten im Zentrum, von dort zu Fuß in 15 Minuten zum Wenzelsplatz und zur Altstadt.
Mit Bus oder Auto
Flixbus, RegioJet und Student Agency fahren ab vielen deutschen Städten direkt nach Prag. Ab Berlin dauert die Busfahrt rund 4:30 Stunden ab 15 Euro, ab Dresden 2 Stunden ab 9 Euro, ab München 5 bis 6 Stunden ab 25 Euro. Ankunft meist am ÚAN Florenc-Busbahnhof oder am Hauptbahnhof, beide mit Metro-Anschluss. Mit dem eigenen Auto über die A17 ab Dresden und die tschechische D8 (Mautpflicht, elektronische Vignette ab 200 CZK für zehn Tage) nach Prag, Fahrzeit aus Dresden gut 2 Stunden, aus Berlin rund 4 Stunden. Vor der Innenstadt empfiehlt sich Park-and-Ride an einer der Metro-Endstationen wie Letňany, Skalka oder Černý Most ab 100 CZK pro Tag.
Mit dem Flugzeug
Der Václav-Havel-Flughafen Prag (PRG) liegt rund 17 Kilometer westlich der Innenstadt und wird ab Deutschland mehrfach täglich aus Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf und Berlin angeflogen, Flugzeit unter 90 Minuten. Vom Flughafen ins Zentrum geht es bequem mit dem Airport-Express-Bus 119 zur Metro-Station Nádraží Veleslavín (Linie A, 17 Minuten) oder mit der Buslinie 100 nach Zličín (Linie B, 18 Minuten), die Einzelfahrt kostet 60 CZK inklusive Gepäck. Die Taxifahrt ins Zentrum dauert je nach Verkehr 25 bis 40 Minuten und kostet rund 700 CZK, AirportCars ist der offizielle Festpreis-Anbieter direkt am Terminal.
Vor Ort bewegen — Metro, Tram, zu Fuß
Die Prager Metro mit drei Linien (A grün, B gelb, C rot) ist das schnellste Fortbewegungsmittel und bedient täglich von rund 5 bis 24 Uhr, an Wochenenden gibt es Nachtbusse und Nacht-Trams. Das Tram-Netz mit 26 Linien ist eines der dichtesten Europas und führt malerisch durch die Altstadt und über die Hänge der Kleinseite. Tickets gibt es als 30-Minuten-Ticket (30 CZK), 90-Minuten-Ticket (40 CZK), 24-Stunden-Karte (120 CZK) oder 72-Stunden-Karte (330 CZK), Kauf an Automaten, im DPP-Kiosk oder kontaktlos direkt am Validator-Terminal mit Bankkarte. Die historische Altstadt mit Karlsbrücke und Altstädter Ring lässt sich am besten zu Fuß erkunden, festes Schuhwerk wegen Kopfsteinpflaster empfohlen. Den Aufstieg zur Burg übernimmt die Standseilbahn auf den Petřín-Hügel ab Újezd oder die Tram 22 bis Pražský hrad.
Die großen Wahrzeichen — Karlsbrücke, Altstädter Ring, Prager Burg
Das historische Zentrum Prags reiht drei der bekanntesten Wahrzeichen Mitteleuropas auf wenigen hundert Metern aneinander. Karlsbrücke, Altstädter Ring und Prager Burg liegen entlang der sogenannten Königlichen Route, dem Krönungsweg böhmischer Könige, und lassen sich an einem dichten Tag zu Fuß abgehen. Wer mehr Tiefe will, plant zwei volle Tage ein, um zwischendurch in Kirchen, Cafés und Innenhöfen zu pausieren.
Karlsbrücke und die Statuengalerie
Die Karlsbrücke (Karlův most) wurde 1357 unter Kaiser Karl IV. anstelle einer eingestürzten Vorgängerbrücke begonnen und 1402 fertiggestellt — sie ist 516 Meter lang, 10 Meter breit und wird von 16 Pfeilern getragen. Die 30 barocken Heiligenstatuen entlang der Brüstungen stammen größtenteils aus den Jahren 1683 bis 1714, die Originale stehen heute im Lapidarium des Nationalmuseums, auf der Brücke selbst Kopien. Wer den Trubel meiden will, kommt frühmorgens vor 8 Uhr oder spätabends nach 22 Uhr — tagsüber drängen sich Reisegruppen, Maler und Straßenmusiker. Die Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk auf der Nordseite gilt als Glücksbringer, das blank polierte Reliefbild zeugt vom Andrang.
Altstädter Ring und Aposteluhr
Der Altstädter Ring (Staroměstské náměstí) ist seit dem 12. Jahrhundert der zentrale Marktplatz Prags und einer der schönsten Stadtplätze Europas. Auf der Südseite das gotische Rathaus mit der berühmten astronomischen Aposteluhr (Orloj) von 1410 — zu jeder vollen Stunde zwischen 9 und 23 Uhr zieht die Apostelprozession ihre Runde, der Tod läutet die Glocke, der Hahn kräht. Gegenüber die Teynkirche mit ihren beiden 80 Meter hohen Türmen aus dem 14. Jahrhundert, daneben die barocke Sankt-Nikolaus-Kirche und das Jan-Hus-Denkmal in der Platzmitte. Bei einem Aufstieg auf den Rathausturm (300 CZK, mit Aufzug auch barrierefrei) eröffnet sich der wohl schönste Stadtblick auf die roten Dächer und die Burg.
Prager Burg und Veitsdom
Die Prager Burg (Pražský hrad) gilt mit 7,28 Hektar als größte zusammenhängende Burganlage der Welt und ist seit dem 9. Jahrhundert Sitz böhmischer Könige und tschechischer Staatsoberhäupter — bis heute residiert der Präsident im alten Königspalast. Das Herzstück bildet der Veitsdom (Katedrála svatého Víta), eine gotische Kathedrale, deren Bau 1344 begann und erst 1929 vollendet wurde. Im Inneren das Königsgrab Karls IV., die Wenzelskapelle mit Edelsteinwänden und das vielfarbige Jugendstilfenster des Mauchs Mucha im nördlichen Seitenschiff. Eintritt ins Burgareal kostenlos, ein Kombi-Ticket B (250 CZK) öffnet Veitsdom, Alter Königspalast, Basilika St. Georg und Goldenes Gässchen. Die Wachablösung am Hauptportal findet stündlich statt, mittags um 12 Uhr mit Fanfaren-Begleitung — sehenswert. Zugang zur Burg über die Tram 22 bis Pražský hrad oder zu Fuß über die alte Schlossstiege ab Malostranská.
Kleinseite und Wenzelsplatz
Zwischen Burg und Vltava liegt die Kleinseite (Malá Strana), das wohl atmosphärischste Viertel Prags mit verwinkelten Gassen und barocken Palais. Auf der anderen Seite der Altstadt erstreckt sich der lange, breite Wenzelsplatz als urbanes Herz der Neustadt und einer der wichtigsten Schauplätze tschechischer Geschichte.
Kleinseite und Sankt-Nikolaus-Kirche
Die Kleinseite (Malá Strana) wurde 1257 von Přemysl Otakar II. als königliche Stadt gegründet und blieb über Jahrhunderte das Wohnviertel des Adels und der Bürokratie. Das Zentrum bildet der Malostranské náměstí mit der Sankt-Nikolaus-Kirche, einem der bedeutendsten Barockbauten Mitteleuropas — die Kuppel ist 70 Meter hoch, das Deckenfresko mit 1.500 Quadratmetern eines der größten in Europa. Mozart spielte hier 1787 auf der Orgel. Östlich davon die Lennon-Mauer, eine ständig neu bemalte Graffiti-Wand zum Gedenken an John Lennon und gegen das kommunistische Regime. Südlich der Petřín-Hügel mit Aussichtsturm (60 Meter, eine Mini-Version des Eiffelturms von 1891) und Spiegellabyrinth.
Wenzelsplatz — Boulevard und Geschichte
Der Wenzelsplatz (Václavské náměstí) ist mit 750 Metern Länge und 60 Metern Breite eigentlich ein Boulevard und seit dem Mittelalter Pferdemarkt der Neustadt. Am oberen Ende thront die Reiterstatue des Heiligen Wenzel von 1912 vor dem neorenaissance-Bau des Nationalmuseums. Hier liefen 1968 die Panzer des Warschauer Pakts ein, hier verbrannte sich 1969 der Student Jan Palach aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings, hier sammelten sich 1989 in der Samtenen Revolution Hunderttausende Tschechen. Heute ist der Wenzelsplatz die geschäftige Einkaufs- und Hotelmeile mit der Hauptpost, dem Jugendstil-Hotel Europa und vielen Wechselstuben — Vorsicht, ungünstige Kurse, immer den Aushang prüfen.
Jüdisches Viertel Josefov
Das ehemalige Ghetto im Norden der Altstadt mit sechs erhaltenen Synagogen, dem Alten Jüdischen Friedhof (12.000 Grabsteine auf engem Raum) und dem Pinkas-Memorial für 80.000 ermordete tschechische Juden. Kombi-Ticket des Jüdischen Museums 600 CZK, Zugang Metro Staroměstská (Linie A).
Strahov-Kloster und Bibliothek
Das Prämonstratenser-Kloster oberhalb der Burg von 1140 beherbergt zwei der schönsten barocken Bibliothekssäle Europas — der Theologische Saal von 1671 und der Philosophische Saal mit 42 Meter hohem Fresko. Eintritt 150 CZK, Zugang Tram 22 bis Pohořelec, anschließend Blick über die Stadt vom Klostergarten.
Loreta-Wallfahrtskirche
Direkt unterhalb des Strahov-Klosters die barocke Loreta von 1626 mit Glockenspiel-Turm (27 Glocken, stündlich) und der Diamant-Monstranz mit 6.222 Diamanten im Schatzhaus. Eintritt 230 CZK, ruhiger Innenhof mit Kreuzgang, eine der versteckten Perlen Prags abseits der Hauptrouten.
Tanzendes Haus und Frank Gehry
Das von Vlado Milunić und Frank Gehry 1996 entworfene Tanzende Haus (Tančící dům) am Vltava-Ufer zwischen Karlsplatz und Nationaltheater wurde als Ginger and Fred bekannt — zwei Türme, die sich umschlingen. Auf dem Dach das Restaurant Ginger and Fred mit Skyline-Blick, Tram-Haltestelle Jiráskovo náměstí.
Vyšehrad — die zweite Burg
Die Festung auf dem Felsen südlich der Innenstadt ist nach Sage die Wiege Prags und beherbergt die neugotische Peter-und-Paul-Kirche sowie den Slavín-Friedhof mit Gräbern von Dvořák, Smetana und Mucha. Kostenlos zugänglich, Panorama über Burg und Stadt, Metro Vyšehrad (Linie C), abends besonders ruhig und romantisch.
Vltava-Bootsfahrt
Stündliche Rundfahrten vom Anleger Čechův most zwischen Karlsbrücke und Manesbrücke, klassische Ein-Stunden-Tour mit Audioguide 350 CZK, Abend-Cruises mit Dinner ab 1.200 CZK. Schöne Perspektive auf Burg und Brücken-Ensemble, geöffnet von April bis Oktober, im Winter nur Wochenend-Verkehr.
Stadtbezirke im Vergleich — wo wohnen, wo ausgehen?
Preise sind Indikatoren für ein 4-Sterne-Hotel im Doppelzimmer in der Nebensaison, in der Hauptsaison Mai bis September oder zu Weihnachtsmärkten und Silvester kommen 40 bis 70 Prozent Aufschlag hinzu. Vinohrady und Žižkov bieten beste Preis-Leistung mit guter Metro-Anbindung in 10 Minuten zur Altstadt.
Geschichte und Charakter
Prag wurde laut Sage von Fürstin Libuše um 700 nach Christus an der Vltava gegründet, archäologisch belegbar ist die slawische Siedlung am Burgberg ab dem 8. Jahrhundert. Unter Wenzel I. und Ottokar II. wuchs die Stadt im 13. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Handelsplätze Mitteleuropas, ihr goldenes Zeitalter erlebte sie unter Kaiser Karl IV. (1346 bis 1378), der Prag zur Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation machte und die Karlsbrücke, den Veitsdom und die Karls-Universität (1348, die älteste in Mitteleuropa) gründete. Die Hussitenkriege im 15. Jahrhundert, der Prager Fenstersturz von 1618 als Auslöser des Dreißigjährigen Krieges und die habsburgische Gegenreformation prägten die folgenden Jahrhunderte, in denen Prag den barocken Charakter erhielt, der bis heute das Stadtbild bestimmt.
Im 19. Jahrhundert wurde Prag zum Zentrum der tschechischen Nationalbewegung, das Nationaltheater (Národní divadlo) von 1881 und das Nationalmuseum am Wenzelsplatz wurden zu Symbolen kultureller Selbstbehauptung. 1918 wurde Prag Hauptstadt der neugegründeten Tschechoslowakei unter Tomáš Masaryk. Der Zweite Weltkrieg traf die Stadt vergleichsweise mild, größere Zerstörungen blieben aus, jedoch wurde die jüdische Bevölkerung Josefovs fast vollständig deportiert und ermordet. 1968 endete der Prager Frühling mit dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen, 1989 brachte die Samtene Revolution unter Václav Havel die friedliche Wende. Seit dem EU-Beitritt 2004 entwickelt sich Prag zum lebendigen kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum Mitteleuropas mit wachsender Tech-Szene und florierendem Tourismus.
Essen und Trinken — Knödel, Schweinebraten und Pilsner
Die tschechische Küche ist deftig, fleischlastig und unter Bierbegleitung erst vollständig — Vepřo knedlo zelo (Schweinebraten mit Knödel und Sauerkraut), Svíčková (Lendenbraten in Sahnesoße mit Preiselbeeren), Guláš (Gulasch ungarischer Tradition) und Smažený sýr (panierter Käse) sind die Klassiker, die in jeder traditionellen hospoda (Kneipe) auf der Karte stehen. Ein vollständiges Mittagsmenü (Polévka plus Hauptgericht) kostet außerhalb der Touristenzentren zwischen 180 und 280 CZK, in Touristenrestaurants nahe Karlsbrücke und Altstädter Ring 350 bis 600 CZK — der Aufschlag lohnt selten. Empfehlenswert sind die alteingesessenen Kneipen U Medvídků nahe Národní třída, U Fleků mit eigener Hausbrauerei seit 1499 oder Lokál mit mehreren Filialen in der Stadt.
Tschechisches Bier ist Weltkultur, das halbe Liter Pilsner Urquell, Staropramen oder Budvar kostet in einer Stammkneipe 50 bis 70 CZK, in Touristenlokalen schnell 100 CZK aufwärts. Der Bierkonsum pro Kopf von 140 Litern jährlich ist Weltspitze. Wer Craftbeer mag, findet im Letná-Viertel rund um den Letenské sady mit Beerhouses wie Vinohradský Pivovar oder Bad Flash die beste Auswahl. Süße Spezialitäten sind Trdelník (auf einem Stab gebackener Hefekuchen mit Zimt und Zucker — eigentlich ungarisch, in Prag aber omnipräsent) sowie Větrník (Windrad-Cremepuff). Cafés mit historischem Ambiente sind Café Slavia gegenüber dem Nationaltheater, Café Louvre an der Národní třída und das Jugendstil-Café im Kommunalhaus (Obecní dům).
Praktische Tipps für den Prag-Trip
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€
Mit Kronen zahlen statt Euro
Viele Touristenrestaurants akzeptieren Euro, rechnen aber zu einem deutlich schlechteren Kurs ab (oft 22 statt 24 bis 25 CZK pro Euro). Besser am Geldautomaten Kronen ziehen oder kontaktlos mit Bankkarte zahlen — die meisten deutschen Banken rechnen zum tagesaktuellen Devisenkurs ab. Wechselstuben am Wenzelsplatz und an der Karlsbrücke meiden, dort verlieren Touristen schnell 10 bis 15 Prozent durch versteckte Gebühren.
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Karlsbrücke früh oder spät
Zwischen 10 und 19 Uhr drängen sich auf der Karlsbrücke Reisegruppen, Maler und Souvenirverkäufer Schulter an Schulter. Wer das Bauwerk in Ruhe erleben möchte, kommt vor 8 Uhr morgens oder nach 22 Uhr, dann mit nachts beleuchteter Burg im Hintergrund — die wohl schönste Postkarten-Perspektive Prags.
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Prague Pass nur bei dichtem Sightseeing
Die Prague Card oder der Prague Cool Pass (ab 65 Euro pro Tag) lohnen nur, wenn man mindestens drei bis vier kostenpflichtige Attraktionen pro Tag besucht (Prager Burg, Jüdisches Museum, Loreta, Strahov). Bei Schwerpunkt auf kostenlosen Spaziergängen, Kirchen und Aussichten ist der Pass meist nicht rentabel.
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i
ÖPNV-Tickets entwerten nicht vergessen
An jedem Metro-Eingang und in jeder Tram stehen gelbe oder grüne Validator-Automaten. Papier-Tickets müssen vor der ersten Fahrt entwertet werden — sonst drohen Bußgelder von 1.000 CZK durch Kontrolleure in Zivil. Kontaktloses Bezahlen direkt am Validator-Terminal mit der Bankkarte ist mittlerweile flächendeckend möglich und erspart das Ticketkauf-Theater.
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Burg vor 9 Uhr betreten
Die Prager Burg öffnet um 9 Uhr, die ersten Reisegruppen treffen meist gegen 9:30 Uhr ein. Wer um 8:45 Uhr am Hauptportal steht und den Veitsdom als erstes ansteuert, erlebt das Glasfenster von Alfons Mucha bei leerem Hauptschiff. Die Wachablösung um 12 Uhr mittags ist die einzige mit Fanfaren-Begleitung — sehenswerter als die stündlichen Wechsel.
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Kopfsteinpflaster und Stufen einplanen
Die Altstadt, Kleinseite und Burg sind durchgehend mit historischem Kopfsteinpflaster ausgelegt, dazu kommen Treppen und Steigungen vor allem zur Burg hin. Feste Schuhe mit guter Sohle sind Pflicht, hohe Absätze ausgeschlossen. Wer auf Stufenfreiheit angewiesen ist, plant über die DPP-Routensuche mit Filter Aufzug oder weicht auf Niederflur-Trams (Linien 9, 14, 22) und barrierefreie Metro-Stationen aus.
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☀
Beste Reisezeit ist Spätfrühling oder Frühherbst
April bis Juni und September bis Oktober bieten mildes Wetter (15 bis 22 Grad), wenig Regen und deutlich weniger Andrang als die Hochsaison Juli und August. Im Winter (November bis Februar) ist es oft eisig kalt (minus 5 bis plus 5 Grad), dafür liegen die Hotelpreise tief und die Weihnachtsmärkte am Altstädter Ring und Wenzelsplatz von Ende November bis Anfang Januar sind besonders stimmungsvoll.
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Tickets für Konzerte und Burg vorab buchen
Klassik-Konzerte im Rudolfinum, in der Sankt-Nikolaus-Kirche, im Klementinum-Spiegelsaal oder in der Smetana-Halle des Kommunalhauses kosten ab 600 CZK und sind vor allem im Sommer rasch ausverkauft. Online-Buchung über die Veranstalter-Websites oder Bookio.cz spart Zeit und teils Geld. Auch das Burg-Kombi-Ticket kann online vorab erworben werden — bei großem Andrang ein klarer Zeitvorteil.
Insider-Tipps
Vltava-Inseln und Letná-Park
Die Vltava hat in Prag drei kleine Inseln, die kaum jemand besucht — Slovanský ostrov mit dem Žofín-Palais und sommerlichem Open-Air, Střelecký ostrov mit Blick auf die Karlsbrücke von unten und Kampa mit dem Werner-Brunnen und der Lennon-Mauer am Ufer. Im Letná-Park über der Stadt steht der Metronom an der Stelle des größten Stalin-Denkmals der Welt, das 1962 gesprengt wurde — heute Skater-Treffpunkt mit Blick über Karlsbrücke und Altstadt.
Klassik-Konzert in einer Barockkirche
Jeden Abend finden in Prag mehrere Klassik-Konzerte statt — meist Mozart, Dvořák, Smetana, Vivaldi. Atmosphärisch sind die kleinen Konzerte in der Sankt-Nikolaus-Kirche auf der Kleinseite, im Klementinum-Spiegelsaal oder in der Loreta. Tickets ab 600 CZK, Reservierung über die Veranstalter-Websites oder direkt am Kirchen-Eingang.
Frühstück mit Locals
Das Café Savoy auf der Kleinseite, das Café Imperial im Hotel Imperial mit Art-Deco-Mosaik-Saal oder das einfache Bistro Petrkov in Vinohrady servieren tschechisches Frühstück mit Eierspeisen, Kaffee und frischen Mehlspeisen für 250 bis 400 CZK — beliebte Adressen unter Pragerinnen und Pragern, Reservierung am Wochenende empfohlen.




