Der Churpfalzpark Loifling liegt rund acht Kilometer südwestlich von Cham an der B85 Richtung Roding und gehört seit der Eröffnung im Jahr 1969 zu den traditionsreichsten Freizeitparks Bayerns. Auf etwa 25 Hektar Parkfläche verteilen sich über 60 Attraktionen vom klassischen Märchenwald mit seinen 80 begehbaren Stationen bis zur 270 Meter langen Wildwasserbahn, dem 25 Meter hohen Aussichtsturm und der 600 Meter langen Sommerrodelbahn. Geöffnet ist der Park von Anfang April bis Anfang November täglich von 9 bis 18 Uhr, der Eintritt kostet für Erwachsene 26 Euro und für Kinder ab 95 Zentimetern Körpergröße 24 Euro — alle Fahrgeschäfte sind im Tagespreis enthalten, eine Wertmarken-Logik wie in anderen Parks gibt es nicht. Diese Übersicht beleuchtet den Park konsequent aus Freizeitpark-Perspektive: Welche Fahrgeschäfte sind die Highlights, welche Bereiche sind für welche Altersgruppe gemacht und wie plant man einen Tag so, dass weder Kleinkind noch Teenager an irgendeiner Stelle zurückstecken muss.
Anreise und Erreichbarkeit
Der Churpfalzpark liegt auf halber Strecke zwischen Cham und Roding direkt an der B85, einer der Hauptverkehrsadern der Oberpfalz. Die Lage abseits einer Autobahn klingt zunächst nach Umweg, ist in der Praxis aber unkompliziert: Aus jeder Richtung führen gut ausgebaute Bundesstraßen zur Ausfahrt Loifling, und die letzten Kilometer sind ab der Abzweigung deutlich beschildert.
Mit dem Auto
Aus Norden über die A93 bis Ausfahrt Cham-Süd, dann der B85 etwa acht Kilometer Richtung Roding folgen. Aus Süden über die A3 bis Ausfahrt Straubing-Sand, dann die B20 nach Cham und dort auf die B85 wechseln. Aus dem Münchner Raum führt die A92 bis Deggendorf, von dort die B85 nordwärts — die landschaftlich reizvollste Variante mit Blick auf den Bayerischen Wald. Die letzten 1.500 Meter ab der Beschilderung führen über eine schmale Zufahrtsstraße direkt auf den Parkplatz.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der nächste Bahnhof ist Cham mit Anschluss an die Strecke Schwandorf-Furth im Wald und stündlichen Verbindungen aus Regensburg. Vom Bahnhof Cham verkehrt die Buslinie 33 (Cham-Roding) bis zur Haltestelle Loifling Churpfalzpark, Fahrzeit etwa 15 Minuten, in der Saison werktags rund alle zwei Stunden, am Wochenende seltener. Wer aus Regensburg anreist, sollte für den Komplettweg etwa zwei Stunden einplanen — die ÖPNV-Anbindung ist nicht der Stärke-Punkt des Parks und in der Praxis machen über 90 Prozent der Besucher die Anreise mit dem Auto.
Mit dem Flugzeug
Internationale Anreise läuft über München (MUC, rund 165 Kilometer, knapp zwei Stunden mit dem Mietwagen über die A92) oder Nürnberg (NUE, rund 140 Kilometer, etwa 1:45 Stunden über die A3). Beide Flughäfen haben gute Mietwagen-Verfügbarkeit, ein Direkt-Shuttle zum Park existiert nicht.
Vor Ort bewegen und Parken
Der Parkplatz mit rund 1.500 Stellplätzen direkt am Eingang ist kostenfrei und das ganze Jahr über bei normalem Besucheraufkommen ausreichend. An Hochsaison-Samstagen im August kann es ab 11 Uhr eng werden, in den Sommerferien empfiehlt sich Ankunft vor 10:30 Uhr. Behindertenparkplätze liegen direkt am Haupteingang, ebenso Wickel-Parkplätze für Familien mit Kleinkindern. Innerhalb des Parks ist alles fußläufig — die Anlage ist mit etwa 800 Metern Durchmesser kompakt genug, dass selbst kleine Kinder einen ganzen Tag durchhalten, ohne Bobbycar oder Bollerwagen mitzubringen (beide sind aber erlaubt und sehr verbreitet).
Die Highlight-Fahrgeschäfte im Churpfalzpark
Der Park lebt nicht von einem einzelnen Mega-Coaster, sondern von einer Mischung aus klassischen Familien-Fahrgeschäften, Wasserattraktionen und nostalgischen Bahnen, die seit den 1980er Jahren im Bestand sind und liebevoll gewartet werden. Wer mit einem Adrenalin-Erwartungshorizont vom Heide-Park oder Europa-Park kommt, muss umschalten — wer einen entspannten Tag mit der Familie sucht, findet hier nahezu perfekte Bedingungen.
Wildwasserbahn — das Wahrzeichen
Die 270 Meter lange Wildwasserbahn wurde 1988 eröffnet, befördert sechs Personen pro Boot und hat zwei Abfahrten von 8 und 12 Metern Höhe. Die größere Abfahrt ist der Höhepunkt des Tages für die meisten Besucher und sorgt zuverlässig für eine ordentliche Wasserdusche der vorderen Sitzreihe. Mindestgröße 100 Zentimeter in Begleitung Erwachsener, 120 Zentimeter alleine. Wartezeit an Spitzentagen 20 bis 30 Minuten, ansonsten unter 10 Minuten.
Sommerrodelbahn
Die 600 Meter lange Edelstahlbahn schlängelt sich entlang des südlichen Parkrands den Hügel hinunter, die Schlitten sind mit Handbremse ausgestattet und für eine oder zwei Personen ausgelegt. Kinder ab 8 Jahren dürfen alleine fahren, jüngere müssen mit Begleitung. Pro Fahrt etwa 90 Sekunden Spaß, der Aufzug nach oben ist mit der Schlepplift-Logik organisiert.
Familien-Achterbahn Schmetterling
Der 'Schmetterling' ist eine 240 Meter lange Wagner-Achterbahn aus den 1990er Jahren mit maximal 9 Metern Höhe und ohne Inversionen — der ideale Einstieg für Achterbahn-Neulinge ab etwa 6 Jahren. Mindestgröße 105 Zentimeter in Begleitung, 120 Zentimeter alleine. Vier Wagen, knapp zwei Minuten Fahrzeit, Wartezeit selten über 15 Minuten.
Drachenbahn — der nostalgische Klassiker
Die seit 1982 betriebene Drachenbahn führt 180 Meter durch eine künstliche Höhle mit Drachen-Animation, kleinen Steigungen und einer sanften Abfahrt. Kein Adrenalin, aber Kult: Drei Generationen sind hier bereits gefahren, und die Original-Drachen aus den 80er Jahren werden bei jeder Wartung restauriert statt ausgetauscht.
Wildwasserbahn
270 Meter, zwei Abfahrten 8 und 12 Meter Höhe, sechs Personen pro Boot, Mindestgröße 100 Zentimeter in Begleitung. Hauptattraktion des Parks mit der höchsten Wiederholungsfahrt-Rate aller Fahrgeschäfte.
Sommerrodelbahn
600 Meter Edelstahl-Rinne mit Handbremse, ein- oder zweisitzig, ab 8 Jahren alleine, ab 3 in Begleitung. Pro Fahrt etwa 90 Sekunden, im Sommerpreis ist die unbegrenzte Anzahl Fahrten enthalten.
Familien-Achterbahn Schmetterling
240 Meter, 9 Meter Höhe, keine Inversionen, ideal für Achterbahn-Einsteiger ab 6 Jahren. Etwa 2 Minuten Fahrzeit, vier Wagen im Umlauf, selten Wartezeit über 15 Minuten.
Drachenbahn
Indoor-Bahn aus dem Jahr 1982, 180 Meter durch künstliche Höhle mit Drachen-Animationen. Keine Höhenangst, kein Tempo — pure Nostalgie für Kinder ab 3 und Eltern mit Erinnerungen.
Aussichtsturm
25 Meter hoher Holzturm in der Parkmitte, kostenlos zugänglich. Blick über das gesamte Parkgelände, den Bayerischen Wald bis zum Großen Arber bei klarem Wetter und nach Cham im Norden.
Märchenwald
Ältester Parkbereich von 1969 mit 80 begehbaren Märchen-Stationen entlang eines 1,2 Kilometer langen Rundwegs. Vom Rotkäppchen über Hänsel und Gretel bis zum Schlaraffenland — jede Station mit Bewegung und Sound auf Knopfdruck.
Die Bereiche im Park und für wen sie gemacht sind
Die Verweildauer-Werte gelten pro Bereich für eine Familie mit zwei Kindern; wer alle Bereiche besucht, kommt auf 6 bis 8 Stunden im Park.
Saisonzeiten und Tickets
Die Saison im Churpfalzpark startet traditionell am ersten Wochenende im April und endet je nach Wetterlage zwischen 1. und 7. November. In der Hauptsaison von Mitte Juni bis Anfang September öffnet der Park täglich um 9 Uhr und schließt um 18 Uhr, die Kassen schließen bereits um 17 Uhr — wer kurz vor Saisonende noch ein Halbtags-Ticket kaufen möchte, muss vor 16:30 Uhr da sein. In der Vor- und Nachsaison öffnet der Park ebenfalls täglich, schließt aber bei schlechtem Wetter und unter zehn vorhandenen Besuchern gelegentlich früher.
Preisstruktur
Erwachsene zahlen 26 Euro, Kinder ab 95 Zentimetern Körpergröße 24 Euro, Kinder unter 95 Zentimetern haben freien Eintritt. Ein Halbtags-Ticket ab 14 Uhr kostet 18 Euro für Erwachsene und 16 Euro für Kinder. Die Saisonkarte für Erwachsene liegt bei 79 Euro, für Kinder bei 69 Euro — sie rechnet sich ab dem dritten Besuch und ist für Familien aus dem Raum Cham-Regensburg eine sinnvolle Investition. Gruppen ab 15 Personen erhalten 10 Prozent Rabatt, Schulklassen zahlen unter Schulwoche-Bedingungen 12 Euro pro Kind plus eine Freikarte pro 10 Schülerinnen und Schüler.
Was im Tagespreis enthalten ist
Alle Fahrgeschäfte und der Märchenwald sind im Eintrittspreis ohne weitere Wertmarken oder Aufpreise nutzbar. Ausgenommen sind das Bogenschießen (3 Euro für 10 Pfeile), die Pony-Reitstunde (5 Euro pro Runde) und der Goldwaschplatz (4 Euro für einen Versuch). Der Streichelzoo und die Greifvogel-Vorführung um 11 und 15 Uhr sind ebenfalls inklusive. Die Schließfächer am Eingang kosten 2 Euro Pfand, der Bollerwagen-Verleih 5 Euro pro Tag plus 10 Euro Pfand.
Essen und Pausen im Park
Der Park hat drei Hauptgastronomie-Bereiche und verteilt über das Gelände sechs kleinere Imbissstände. Das Hauptrestaurant 'Zum Märchenkönig' liegt zentral neben dem Aussichtsturm und bietet warme Küche mit Schwerpunkt regionaler Hausmannskost (Schweinsbraten 12,90 Euro, Schnitzel 11,90 Euro, Kinder-Menü 6,50 Euro). Das Selbstbedienungs-Restaurant am Wildwasserbahn-Ausgang ist die schnelle Variante mit Pommes, Currywurst und Pizza. Eis und Getränke gibt es an mehreren Kiosken. Eigene Verpflegung ist erlaubt und wird vor allem an heißen Sommertagen von vielen Familien genutzt — Tische und Bänke stehen in mehreren Picknickbereichen kostenfrei zur Verfügung.
Praktische Tipps für den Park-Besuch
-
€
Online-Ticket spart 2 Euro pro Person
Wer die Tickets über die Park-Website mindestens einen Tag vorher kauft, zahlt 24 statt 26 Euro für Erwachsene und 22 statt 24 Euro für Kinder. An Hochsaison-Samstagen erspart das zusätzlich die Wartezeit an der Tageskasse.
-
✦
Anfahrt vor 10:30 Uhr in den Sommerferien
An Juli- und August-Samstagen ist der Parkplatz ab 11 Uhr regelmäßig zu zwei Dritteln gefüllt, ab 12 Uhr stehen einige Familien in der Schlange am Eingang. Wer um 9:30 Uhr da ist, hat die erste Stunde fast alle Fahrgeschäfte ohne Wartezeit.
-
+
Wechselkleidung für die Wildwasserbahn
Die vordere Sitzreihe wird zuverlässig nass, an heißen Tagen ist das angenehm, an kühleren Tagen unter 20 Grad ein Problem. Ein Wechsel-T-Shirt im Schließfach oder Bollerwagen rettet die Stimmung. Schließfächer kosten 2 Euro Pfand.
-
i
Saisonkarte ab drittem Besuch lohnenswert
Familien aus dem Raum Cham, Regensburg oder Straubing fahren häufig mehrmals pro Saison. Die Saisonkarte für 79 Euro Erwachsene und 69 Euro Kinder amortisiert sich rechnerisch ab dem dritten Tagesbesuch und gilt auch in der Nachsaison ohne weitere Buchung.
-
⌘
Greifvogel-Vorführungen einplanen
Die kostenlose Greifvogel-Show findet täglich um 11 und 15 Uhr für jeweils 25 Minuten in der Arena beim Tier-Bereich statt. Bei Regen fällt sie aus, ansonsten ist sie ein guter Fixpunkt zur Mittagspause und einer der wenigen ruhigen Programmpunkte im Park.
-
♿
Park ist überwiegend barrierefrei
Die Wege sind asphaltiert oder fest geschottert, die meisten Fahrgeschäfte haben Rollstuhl-taugliche Einstiege, das Hauptrestaurant ist ebenerdig. Behinderten-Parkplätze direkt am Eingang, Behinderten-WC zentral neben dem Aussichtsturm. Pflegegrad ab 3 ergibt 50 Prozent Ermäßigung mit Ausweis.
-
☀
Schatten im August knapp
Der zentrale Bereich um den Aussichtsturm ist offen und an heißen Tagen schattenarm. Die schattigsten Bereiche sind der Märchenwald (alter Baumbestand) und der hintere Teil mit dem Tier-Bereich. Sonnencreme und Kopfbedeckung gehören in den Bollerwagen.
-
☂
Regen-Plan B funktioniert eingeschränkt
Bei Dauerregen sind die Action-Bereiche und die Wildwasserbahn geschlossen, der Märchenwald (teilweise überdacht) und einzelne Indoor-Attraktionen wie die Drachenbahn laufen weiter. Ein Tagesticket bei strömendem Regen zu kaufen lohnt sich nicht — Tickets sind nicht erstattbar.
Insider-Tipps
Welche Ecken man oft übersieht
Der hintere Bereich beim Greifvogel-Gehege wird von vielen Besuchern komplett ausgelassen, weil er hinter dem Tier-Bereich liegt und nicht direkt erkennbar ist. Hier stehen das alte Karussell von 1972 (immer noch in Betrieb), eine kleine Eisenbahn-Strecke um einen Teich und der Bogenschießplatz. Wer eine Pause vom Trubel sucht, findet hier auch in der Hochsaison Ruhe.
Foto-Spots
Der Aussichtsturm liefert den besten Überblick und ist gerade in der ersten Stunde nach Öffnung menschenleer. Vom Schloss-Eingang des Märchenwalds hat man ein klassisches Park-Foto. Die Wildwasserbahn-Abfahrt ist von der Brücke über die Bahn am besten zu fotografieren — kurz nach der zweiten Abfahrt, wenn die Wasserwand am höchsten steht.



