Der Kletterwald Frauenau ist einer der größten und vielfältigsten Hochseilgärten im Bayerischen Wald und seit 2007 die zentrale Outdoor-Anlage rund um Glasdorf, Nationalparkzentrum Lusen und Trinkwassertalsperre Frauenau. Die Anlage liegt an der Hochseilgartenstraße in 94258 Frauenau im Landkreis Regen in Niederbayern, eingebettet in einen rund vier Hektar großen Mischwald aus Fichte, Buche und Tanne am südwestlichen Ortsrand. Über die acht Parcours verteilen sich mehr als 110 Stationen, die von kindgerechten Übungen knapp über dem Waldboden bis hin zu Hochseilen und Tarzansprüngen in 24 Metern Höhe reichen. Vier davon zählen zu den Easy- und Familien-Routen, vier weitere bedienen die Schwierigkeitsstufen Mittel, Schwer und Extrem. Mehrere Zip-Lines mit Längen bis zu 250 Metern führen quer durch den Wald und sind das akustische Markenzeichen der Anlage. Der Kletterwald empfängt in einer Saison zwischen April und Oktober rund 50.000 Gäste, darunter Familien aus der Region, Schulklassen aus ganz Bayern und Firmen-Teams. Der Eintritt liegt bei rund 26 Euro für Erwachsene und 22 Euro für Kinder, jede Tour beginnt mit einer rund 30-minütigen Sicherheitseinweisung am Trainingsparcours. Die Anreise erfolgt über die Bundesstraße B11 zwischen Regen und Bayerisch Eisenstein.
Anreise und Erreichbarkeit
Frauenau liegt im südöstlichen Bayerischen Wald zwischen Zwiesel und Spiegelau am Rand des Nationalparks Bayerischer Wald. Der Kletterwald selbst befindet sich an der treffend benannten Hochseilgartenstraße am südwestlichen Ortsrand, eingebettet in den Mischwald oberhalb der Trinkwassertalsperre Frauenau. Die meisten Gäste reisen mit dem Auto an, weil die Anlage im ländlichen Raum liegt — die Waldbahn bietet aber eine gute Alternative bis ins Ortszentrum.
Mit dem Auto
Aus Richtung München erreicht man Frauenau über die A92 bis Deggendorf, anschließend führt die B11 in rund 50 Minuten durch das Regental über Regen und Zwiesel bis zum Abzweig Frauenau. Aus Richtung Nürnberg und Regensburg nutzt man die A3 bis Deggendorf und folgt ab dort ebenfalls der B11. Aus Tschechien kommt man über den Grenzübergang Bayerisch Eisenstein und die B11 in südlicher Richtung. Im Ort selbst weisen Schilder mit dem Logo des Hochseilgartens den Weg, der hauseigene Parkplatz an der Hochseilgartenstraße bietet rund 80 kostenfreie Stellplätze direkt am Eingang.
Mit der Bahn und dem Bus
Frauenau liegt an der Waldbahn-Linie von Plattling über Deggendorf, Regen und Zwiesel nach Bayerisch Eisenstein. Der Bahnhof Frauenau wird tagsüber stündlich bedient, vom Bahnhof zum Kletterwald sind es rund zwei Kilometer Fußweg durch den Ort oder eine kurze Taxifahrt. In den Sommermonaten verkehrt der Igelbus des Nationalparks Bayerischer Wald, der den Kletterwald mit Glashütten, Glasdorf Weinfurtner und dem Nationalparkzentrum Lusen verbindet.
Mit dem Flugzeug
Der nächstgelegene größere Flughafen ist München (MUC) mit rund 200 Kilometern Distanz. Vom Flughafen führt die Anreise per Mietwagen über die A92 nach Deggendorf und die B11 weiter in den Bayerischen Wald. Eine schnelle Bahnverbindung von München-Flughafen bis Frauenau gibt es nicht — der Mietwagen ist die deutlich praktischere Variante für Familien mit Kindern und Kletterausrüstung.
Vor Ort bewegen und Parken
Der Parkplatz direkt am Kletterwald reicht in der Hauptsaison an heißen Sommerwochenenden gelegentlich nicht aus, größere Gruppen kommen idealerweise früh oder nutzen den Bus-Shuttle der Glashütte gegenüber. Behindertenparkplätze sind ausgewiesen, der Zugang zum Empfangshäuschen ist barrierefrei, einzelne Parcours der Easy-Stufe sind grundsätzlich auch für Begleitpersonen mit Sehbeeinträchtigung geeignet. Wer im Ort übernachtet, erreicht den Kletterwald in 15 Minuten zu Fuß.
Die Anlage im Wald
Der Kletterwald Frauenau wurde 2007 in einem rund vier Hektar großen Mischwald-Stück angelegt, das fast vollständig erhalten geblieben ist. Statt freistehender Holzmasten dienen die natürlichen Bäume — vor allem ausgewachsene Fichten, Buchen und Tannen — als Plattformen für die Parcours. Plattformen, Drahtseile und Zip-Lines werden mit baumfreundlichen Halterungen befestigt, sodass die Rinde nicht beschädigt wird. Diese Bauweise verleiht der Anlage einen authentischen Wald-Charakter, der sich von rein technischen Hochseilgärten in städtischen Parks deutlich unterscheidet.
Bauweise und Sicherungssystem
Alle Parcours arbeiten mit einem durchgängigen Sicherungssystem, das bei modernen Hochseilgärten Standard ist. Der Klettergurt wird zu Beginn der Tour angelegt, das daran befestigte Kletter-Set hängt ab der ersten Plattform bis zum Ausstieg an einem durchlaufenden Stahlseil. Ein Aushängen ist konstruktiv nicht möglich. Helm und Handschuhe sind verpflichtend, beides wird vor Ort gestellt. Die Kontrolle der Anlage erfolgt täglich vor Saisonbeginn und in regelmäßigen Wartungsintervallen durch zertifizierte Prüfer nach DIN EN 15567 — die einschlägige europäische Norm für Seilgärten.
Sicherheitseinweisung und Trainingsparcours
Vor dem ersten Klettern in den eigentlichen Parcours steht eine rund 30 Minuten lange Sicherheitseinweisung. Sie findet am bodennahen Trainingsparcours statt, wo der Umgang mit Karabinern, Rolle und Sicherungs-Set unter Anleitung geübt wird. Erst wenn die Trainer die Handhabung freigegeben haben, dürfen Gäste eigenständig in die höheren Parcours wechseln. Bei Kindergruppen begleiten zusätzliche Trainer den Aufstieg, bei Schulklassen wird die Gruppe in Kleinteams aufgeteilt.
Wald und Ökologie
Der Mischwald rund um den Kletterwald gehört zum Naturpark Bayerischer Wald und grenzt an den südwestlichen Ausläufer des Nationalparks. Die Kombination aus Fichte, Buche und Tanne sorgt das ganze Jahr über für ein kühles, schattiges Klima — im Hochsommer ein klarer Vorteil gegenüber freiliegenden Anlagen. Spechte, Eichhörnchen und gelegentlich auch Habicht oder Bussard sind während der Klettertour zu beobachten. Der Betreiber arbeitet eng mit dem Forst zusammen, sodass kranke Bäume frühzeitig identifiziert und ersetzt werden.
Die acht Parcours im Überblick
Easy-Parcours für die Jüngsten
Niedriger Übungsparcours rund einen Meter über dem Boden für Kinder ab vier Jahren. Etwa 15 Stationen mit Balken, Hängebrücken und einer Mini-Zip-Line. Begleitperson am Boden empfohlen, Sicherung am durchgehenden Seil.
Familien-Parcours Mittel-niedrig
Rund drei bis fünf Meter Höhe mit Mut-Brücken, Wackelbalken und einer Zwischen-Plattform. Geeignet für Familien mit Kindern ab acht Jahren und für Einsteiger ohne Klettererfahrung.
Mittel-Parcours mit Aussicht
In rund acht bis zehn Metern Höhe verlaufen Hängebrücken, ein Tibet-Seil und eine längere Zip-Line zurück zum Boden. Erste anspruchsvollere Balanceaufgaben für Jugendliche und sportliche Erwachsene.
Schwer-Parcours für Geübte
Höhen um zwölf bis 15 Meter mit Schaukel-Stationen, einbeinigen Balken und einer doppelten Zip-Line parallel über den Wald. Ausdauer und Armkraft werden spürbar gefordert.
Extrem-Parcours mit Tarzansprung
Bis zu 24 Meter Höhe, lange Stahl-Traversen, freischwebende Bretter und der namensgebende Tarzansprung an einem langen Seil. Der Klassiker für Erfahrene mit gutem Gleichgewicht und festen Nerven.
Zip-Line-Parcours mit 250-Meter-Bahn
Eigener Parcours mit dem Schwerpunkt auf langen Seilbahnen. Höhepunkt ist die rund 250 Meter lange Hauptbahn quer durch den Wald — Geschwindigkeiten bis zu rund 40 Kilometer pro Stunde sind realistisch.
Die Parcours im Vergleich
Die Tickets gelten in Frauenau in der Regel als Tageskarte, sodass Geübte mehrere Parcours nacheinander durchklettern können — die kumulierte Zeit auf den Seilen erreicht so leicht drei bis vier Stunden.
Programm für Familien und Gruppen
Der Kletterwald Frauenau ist klar familienorientiert ausgerichtet. Etwa 60 Prozent der Saison-Gäste klettern in Familienkonstellationen, weitere 20 Prozent kommen mit Schulklassen oder Vereinen. Für jüngere Kinder gibt es ein eigenes Bambino-Programm, für Schulklassen reservierbare Zeitfenster und Pauschalen, für Firmen-Events eigene Teambuilding-Module mit Trainer-Begleitung. Der Wald-Charakter und die hohe Schattendichte machen die Anlage auch im Hochsommer attraktiv, wenn andere Outdoor-Ziele in der prallen Sonne liegen.
Schulklassen und Vereinsausflüge
Schulklassen ab Jahrgangsstufe drei klettern in der Regel im Easy- und Familien-Parcours, ältere Gruppen auch im Mittel- und Schwer-Parcours. Der Betreiber stellt nach Voranmeldung zusätzliche Trainer und bietet ermäßigte Gruppentarife. Beliebt ist die Kombination mit dem nahen Nationalparkzentrum Lusen oder dem Glasdorf Weinfurtner — ein Tagesausflug mit Kletter-Vormittag und Glas-Workshop am Nachmittag ist klassische Programmplanung für Klassenfahrten ins Regental.
Firmen-Events und Teambuilding
Für Firmen-Gruppen ab zehn Personen organisiert der Kletterwald moderierte Teambuilding-Module mit Aufgaben in der Höhe — etwa gemeinsames Bewältigen einer Kletter-Strecke unter Zeitdruck. Die Module dauern in der Regel zwei bis drei Stunden und werden von erfahrenen Trainern angeleitet. Pausenflächen und ein überdachter Bereich mit Grillplatz stehen für den anschließenden Imbiss zur Verfügung.
Kindergeburtstage
Eine Kletter-Stunde mit anschließendem Geburtstagstisch ist eines der beliebtesten Geburtstagsformate im Bayerischen Wald. Die Geburtstagspakete enthalten Eintritt, Sicherung, Trainer-Betreuung und einen reservierten Sitzbereich für Kuchen und Würstchen. Geeignet ab dem fünften Geburtstag, ab dem achten Geburtstag erweitert sich die Auswahl auf den Familien-Parcours mit ersten Höhen-Erlebnissen.
Praktische Tipps für den Kletterwald-Tag
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Preise und Familienkarte
Der reguläre Eintritt liegt bei rund 26 Euro für Erwachsene und 22 Euro für Kinder zwischen acht und 17 Jahren. Familienkarten für zwei Erwachsene und ein bis zwei Kinder reduzieren den Pro-Kopf-Preis spürbar, Bambino-Karten für die Jüngsten unter acht Jahren sind günstiger. Online-Tickets sind möglich, in Stoßzeiten sogar empfehlenswert.
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Beste Tageszeit
Vormittags zwischen zehn und zwölf Uhr ist die Anlage spürbar leerer als nachmittags, gerade an Wochenenden in der Hauptsaison. Schulferien-Wochen sind insgesamt voller. Für die langen Parcours empfiehlt sich der frühe Start, weil der Wald am Nachmittag in den unteren Lagen warm wird und die Konzentration nach drei Stunden Klettern spürbar nachlässt.
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Kleidung und Schuhe
Feste, geschlossene Schuhe sind Pflicht — Turnschuhe oder leichte Wanderschuhe sind ideal. Lange oder dreiviertellange Hosen schützen vor Reibung am Klettergurt. Sandalen, Flip-Flops und Crocs werden am Eingang nicht akzeptiert. Lange Haare sollten zusammengebunden werden, weil sie sich sonst an Karabinern verfangen können.
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Sicherheitseinweisung verbindlich
Jede Gruppe — auch Stammgäste — durchläuft zu Beginn die rund 30-minütige Sicherheitseinweisung am Trainingsparcours. Sie ist nicht verhandelbar und Voraussetzung für den Aufstieg in die hohen Parcours. Wer sehr knapp anreist, verpasst sie und verliert wertvolle Kletterzeit am Ticket.
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Wetter und Sperrung
Bei Gewitter, Sturm oder starkem Regen wird die Anlage aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Betreiber informiert kurzfristig über die Webseite und am Empfangshäuschen. Bereits gelöste Tickets gelten bei Sperrung in der Regel auch an einem Folgetag derselben Saison, sodass keine Eintrittskosten verfallen.
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♿
Barrierefreiheit
Der Empfangsbereich, die WC-Anlage und der Trainingsparcours sind barrierefrei zugänglich. Einzelne Stationen des Easy-Parcours sind grundsätzlich auch für Menschen mit Sehbeeinträchtigung in Begleitung geeignet, eine vorherige Absprache mit dem Betreiber ist sinnvoll. Mit Rollstuhl ist Klettern in den Hochparcours nicht möglich.
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Sommer im Schattenwald
Anders als reine Sport-Outdoor-Anlagen liegt der Kletterwald ganztägig unter dichtem Blätterdach. Selbst an Hitzetagen mit über 30 Grad bleibt es im Wald angenehm. Trinkflasche und Sonnenschutz für die offenen Plattformen schaden nicht, sind aber weniger kritisch als in unbeschatteten Anlagen.
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Saison und Vorab-Buchung
Die Saison reicht von April bis Oktober, je nach Wetter mit Verlängerung in milden Herbstwochen. In den bayerischen Schulferien und an Brückentagen ist die Anlage zeitweise ausgebucht, Online-Reservierung mit Zeitfenster ist dann fast unverzichtbar. Außerhalb der Ferien reicht oft die Anreise ohne Voranmeldung.
Insider-Tipps
Kombi-Tag mit Glasdorf Weinfurtner
Ein Klassiker im Regental ist die Kombination aus Kletterwald am Vormittag und Glasdorf Weinfurtner am Nachmittag. Das Glasdorf liegt rund acht Kilometer entfernt und bietet Glasbläser-Vorführungen, einen Schaupark mit Glas-Skulpturen und ein Café mit großer Auswahl. Familien mit Kindern ab Grundschulalter erleben so an einem Tag Hochseil-Adrenalin und das ruhige Handwerk des Glasbläsers.
Übernachten in Frauenau
Frauenau bietet mehrere familiengeführte Hotels und Pensionen sowie Ferienwohnungen in zentraler Lage. Wer schon am Vorabend anreist, vermeidet den frühen Stau auf der B11 und startet ausgeruht in den Kletter-Tag. Empfehlenswert sind Häuser im Ortskern oder an der Talsperre, von dort lassen sich auch Wanderungen in den Nationalpark unternehmen.
Kletterwald in der Nebensaison
Im April und im Oktober ist die Anlage spürbar leerer als in den Sommermonaten. Wer Trubel meidet und Mut zum Mehr-Lagen-Anziehen mitbringt, klettert in dieser Zeit fast allein durch die Parcours. Die Temperaturen im Wald liegen früh am Morgen oft im einstelligen Bereich, sodass eine Mütze und Handschuhe als Reserve ins Auto gehören.





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