Andernach ist eine Mittelstadt mit rund 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern am linken Rheinufer im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz und gehört mit einer urkundlichen Ersterwähnung im Jahr 1.000 vor Christus zu den ältesten Städten Deutschlands — der römische Name Antunnacum erscheint in den Schriften Caesars und macht Andernach zu einem der wenigen Orte nördlich der Alpen mit nachweislich mehr als zweitausend Jahren durchgehender Siedlungsgeschichte. Die Stadt liegt rund 18 Kilometer rheinabwärts von Koblenz am nördlichen Rand des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal, eingerahmt vom Vulkanmassiv des Krahnenbergs im Westen, dem Rhein im Osten und der Eifel im Hinterland. Wahrzeichen sind der vom Stadtbild weithin sichtbare Mariendom mit seinen vier Türmen, die fast vollständig erhaltene mittelalterliche Stadtbefestigung mit Rheintor und Runder Turm sowie der Geysir Andernach im Namedyer Werth — mit einer Sprühhöhe von rund 50 bis 60 Metern der höchste Kaltwasser-Geysir der Welt. International bekannt wurde Andernach in den letzten Jahren durch das 2010 gestartete Projekt der Essbaren Stadt, bei dem öffentliche Beete, Stadtgärten und Obstgehölze für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich angelegt wurden. Dieser Beitrag bündelt das Wissen für die erste Annäherung an Andernach: Anreise, Wahrzeichen, der Geysir und sein Erlebniszentrum, die Stadtmauer, die Essbare Stadt und ein paar Insider-Hinweise jenseits der Postkartenmotive.
Anreise und Erreichbarkeit
Andernach liegt verkehrsgünstig zwischen Koblenz und Bonn auf der linken Rheinseite und ist sowohl mit dem Auto als auch besonders gut mit der Bahn erreichbar. Wer aus Deutschland anreist, kommt in der Regel von Norden über Köln und Bonn oder von Süden über Mainz und Koblenz — beide Routen führen am Rhein entlang und gehören zu den landschaftlich schönsten Anreisen, die der Mittelrhein zu bieten hat. Aktuelle Verbindungen und Tickets findest du über bahn.de und über die regionale Verkehrsauskunft des Rhein-Mosel-Verkehrsverbunds auf vrminfo.de sowie ergänzende Tourist-Informationen auf andernach.de und beim Tourismus-Service der Stadt im Haus von der Leyen am Läufstraßchen.
Mit dem Auto
Aus Richtung Frankfurt und Mainz nimmst du die A61 bis zur Ausfahrt Kruft, von dort weiter auf der L121 rund 10 Kilometer hinunter ins Rheintal nach Andernach. Aus Richtung Köln und Bonn fährst du die A61 in Gegenrichtung bis zur Ausfahrt Mendig oder Plaidt und folgst der B9 rheinaufwärts. Alternativ verläuft die B9 als landschaftlich reizvolle Bundesstraße direkt am Rheinufer entlang und verbindet Andernach in beide Richtungen mit Koblenz im Süden und Remagen im Norden. Parken in Andernach ist auf bewirtschafteten Parkplätzen an der Rheinanlage, am Bahnhof und am Kulturzentrum Mittelrhein-Museum möglich, Tagesticket etwa 5 bis 8 Euro. Innerhalb der schmalen Altstadtgassen gilt weitgehend Anwohnerparken, die Hochstraße und der Markt sind Fußgängerzone.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der Bahnhof Andernach liegt unmittelbar an der linken Rheinstrecke und wird stündlich mehrfach von Regional-Express- und Regionalbahn-Linien zwischen Koblenz, Bonn und Köln angefahren. Aus Koblenz erreichst du Andernach in rund 15 Minuten, aus Bonn in etwa 35 Minuten, aus Köln Hauptbahnhof in knapp einer Stunde. Auch ICE und IC der Linke-Rhein-Strecke halten mehrfach täglich am Bahnhof Andernach und verbinden die Stadt direkt mit Frankfurt Flughafen, Mainz und Karlsruhe im Süden sowie Köln, Düsseldorf und Hamburg im Norden. Aus dem Rhein-Main-Gebiet bist du mit dem ICE ab Frankfurt in rund 1:15 Stunden in Andernach. Tickets gibt es im Nahverkehr über das VRM-Tarifgebiet oder bundesweit über die Deutsche Bahn auf bahn.de. Vom Bahnhof zur Altstadt und zur Rheinpromenade sind es zu Fuß rund acht Minuten — der Weg führt am Mittelrhein-Museum und am Mariendom vorbei in die Hochstraße hinein. Stadtbusse der Linien 230, 880 und 881 verbinden Andernach mit den umliegenden Orten Plütscheid, Eich und Kell sowie mit dem Geysir-Erlebniszentrum am Rheinufer.
Mit dem Schiff
Andernach besitzt eine eigene Schiffsanlegestelle direkt an der Rheinpromenade und wird von Linien- und Ausflugsschiffen der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt (KD) sowie regionalen Anbietern wie Bingen-Rüdesheimer angelaufen. Von Mai bis Oktober verkehren mehrmals täglich Schiffe zwischen Koblenz, Andernach, Linz und Bonn — eine Talfahrt von Koblenz nach Andernach dauert rund eine Stunde, die Bergfahrt etwa 1:45 Stunden. Eine besondere Variante ist die Geysir-Fahrt mit dem stadteigenen Geysir-Schiff MS Namedy, das vom Anleger direkt am Rheintor ablegt und Besucherinnen und Besucher in rund 15 Minuten zur Halbinsel Namedyer Werth bringt, wo der Geysir-Ausbruch erlebbar wird. Im Sommer verkehrt das Schiff vier- bis sechsmal täglich, im Frühjahr und Herbst seltener.
Mit dem Flugzeug
Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind Köln/Bonn (CGN, rund 70 Kilometer und etwa 45 Minuten mit Pkw oder Bahn) und Frankfurt am Main (FRA, rund 130 Kilometer und etwa 1:15 Stunden). Vom Flughafen Köln/Bonn erreichst du Andernach mit dem RE5 über Bonn und Remagen in rund einer Stunde mit einem Umstieg. Vom Flughafen Frankfurt geht es mit dem ICE direkt nach Andernach ohne Umstieg in 1:15 Stunden. Frankfurt-Hahn (HHN) im Hunsrück liegt zwar geografisch näher, ist aber mangels direkter Bahnanbindung mit dem Bus über Koblenz oder Boppard umständlicher zu erreichen.
Vor Ort bewegen
Die Altstadt von Andernach ist kompakt und in 20 Minuten zu Fuß komplett durchquert — Mariendom, Markt, Hochstraße, Rathaus und Rheintor liegen alle innerhalb der historischen Stadtmauer auf einem Areal von rund 600 mal 400 Metern. Wer den Geysir besuchen will, fährt mit dem Geysir-Schiff vom Anleger am Rheintor oder mit dem Stadtbus zum Geysir-Erlebniszentrum an der Westspitze der Rheinpromenade. Fahrradverleih bietet die Tourist-Info am Läufstraßchen, ein Tagesrad kostet etwa 12 bis 15 Euro — der Rheinradweg verläuft direkt am Ufer und ist auf dem Abschnitt Mainz–Köln einer der beliebtesten Radstrecken Deutschlands. Wer die Höhe sucht, nimmt die Sesselbahn auf den Krahnenberg (191 m ü. M.), die seit 1957 im Sommer verkehrt und einen weiten Blick auf das Neuwieder Becken und das Siebengebirge bietet.
Wahrzeichen und Hauptattraktionen
Andernach lebt von einem dichten Ensemble aus Römerresten, Mariendom, mittelalterlicher Stadtbefestigung, Rheinpromenade und dem weltweit höchsten Kaltwasser-Geysir. Auf engem Raum stehen Bauwerke und Naturphänomene aus zwei Jahrtausenden dicht beieinander — vom römischen Limes-Kastell über den romanisch-staufischen Mariendom, die spätmittelalterliche Stadtmauer mit Runder Turm und Rheintor bis zum modernen Geysir-Erlebniszentrum von 2009. Die folgenden fünf Wahrzeichen markieren das, was du in einem ersten Aufenthalt unbedingt gesehen haben solltest.
Geysir Andernach im Namedyer Werth
Der Geysir Andernach auf der Halbinsel Namedyer Werth rund drei Kilometer nordwestlich der Altstadt ist mit einer Sprühhöhe von rund 50 bis 60 Metern der höchste Kaltwasser-Geysir der Welt. Anders als die heißen Geysire in Island oder im Yellowstone wird der Andernacher Geysir nicht durch geothermische Hitze, sondern durch Kohlensäure aus der vulkanischen Tiefe der Osteifel angetrieben — das Wasser steigt mit einer Temperatur von rund 10 bis 15 Grad Celsius auf. Die erste Bohrung erfolgte zwischen 1903 und 1957 zur kommerziellen Mineralwasser-Förderung, eine zweite Bohrung 2001 erschloss den Geysir touristisch. Heute erfolgt etwa alle 90 bis 100 Minuten ein Ausbruch, der rund acht Minuten dauert — der Beginn ist gut kalkulierbar, die Sprühphase entwickelt sich in zwei Stufen mit zunächst etwa 30 Metern und nach kurzer Pause der vollen Höhe. Der Zugang erfolgt ausschließlich über das Geysir-Erlebniszentrum mit dem Geysir-Schiff MS Namedy — Einzelbesuche zu Fuß sind nicht möglich.
Geysir-Erlebniszentrum an der Rheinpromenade
Das 2009 eröffnete Geysir-Erlebniszentrum am westlichen Ende der Rheinpromenade ist Eingangstor und Erklärungsort zum Geysir-Besuch. Auf vier Etagen führt ein interaktiver Rundgang als Reise zum Mittelpunkt der Erde durch Magmakammern, Vulkanschloten und Wasserblasen-Modelle und endet mit der Schiffsanlegestelle der MS Namedy. Die Kombi-Tickets für Erlebniszentrum, Schifffahrt und Geysir-Ausbruch kosten für Erwachsene rund 15 Euro, für Kinder ab sechs Jahren rund 9 Euro, Familien zahlen 35 bis 40 Euro. Der Gesamtbesuch inklusive Schifffahrt und Wartezeit auf den Ausbruch dauert rund zwei Stunden. Eine Online-Reservierung über andernach.de oder das Erlebniszentrum direkt ist in der Hochsaison Juli und August dringend zu empfehlen, an Sonn- und Feiertagen sind die Tickets oft schon vormittags ausverkauft.
Mariendom als romanisch-gotische Stadtkirche
Der Mariendom an der Hochstraße — auch Liebfrauenkirche oder schlicht Andernacher Dom genannt — ist die historische Stadtpfarrkirche und das markanteste Bauwerk der Skyline. Errichtet zwischen 1198 und etwa 1220 als spätromanische Basilika auf den Fundamenten einer karolingischen Vorgängerkirche, kombiniert der Mariendom rheinische Spätromanik mit frühgotischen Elementen im Chor und in den Seitenkapellen. Die vier Türme — zwei Westtürme an der Hauptfassade und zwei Osttürme am Chor — sind ein typisches Merkmal rheinischer Doppelchoranlagen und fanden in dieser Form Eingang in die Skyline der Stadt. Innen bestechen das nahezu original erhaltene Querschiff, der spätgotische Hochaltar von 1525 und das renaissancezeitliche Sakramentshaus. Der Mariendom ist täglich ohne Eintritt zugänglich, für Führungen empfiehlt sich eine Voranmeldung über die katholische Pfarrgemeinde.
Rheintor und Runder Turm — Stadtbefestigung
Andernach verfügt über eine der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtbefestigungen am gesamten Mittelrhein. Die zwischen 1200 und 1450 errichtete Stadtmauer umschloss die Altstadt auf einem Ring von rund zwei Kilometern Länge und ist heute noch zu rund 80 Prozent erhalten. Das Rheintor an der Ostseite zum Fluss hin entstand 1198 als doppeltürmige Toranlage und ist neben dem Stadttor von Hagenau eine der ältesten Doppelturm-Tore nördlich der Alpen — die beiden zinnenbekrönten Pechnasen-Türme rahmen den Durchgang von der Rheinpromenade in die Altstadt. Der Runder Turm an der Nordwestecke der Stadtmauer wurde 1453 bis 1468 als spätgotischer Wehrturm mit 56 Metern Höhe und 15 Metern Durchmesser errichtet und gilt mit seinen sieben Stockwerken und der zinnenbekrönten Plattform als einer der eindrucksvollsten Wehrtürme am Mittelrhein. Im Dreißigjährigen Krieg 1689 versuchten französische Truppen unter Ludwig XIV. den Turm zu sprengen — die Sprengladung riss eine Bresche in die Westseite, der Turm blieb jedoch stehen und ist heute auf der gesamten Höhe über eine Innentreppe begehbar.
Essbare Stadt — öffentliche Beete und Stadtgärten
2010 startete Andernach unter dem damaligen Bürgermeister Achim Hauck und dem Stadtökologen Lutz Kosack das Projekt der Essbaren Stadt — eine bundesweit beachtete Initiative, bei der öffentliche Grünflächen, Beete und Stadtgärten mit Obst, Gemüse, Kräutern und essbaren Wildpflanzen bepflanzt wurden. Im Stadtgraben unterhalb der Stadtmauer, auf der Burgwall-Wiese, an Straßenrändern und vor dem Geysir-Erlebniszentrum stehen heute rund 5.000 Quadratmeter an essbaren Pflanzungen, die für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich sind. Tomaten, Bohnen, Kürbis, Mangold, Salbei, Erdbeeren und Apfelbäume werden auf wechselnden Anbau-Konzepten gepflegt, jährlich entstehen rund 25 Tonnen Ernte. Das Projekt hat die kommunale Gartenamt-Praxis grundlegend verändert, vermeidet Pestizide und chemische Dünger und ist als Modell von über 200 Städten im In- und Ausland kopiert worden. Eine kostenlose Führung durch die Essbare Stadt findet von April bis Oktober jeden Samstag um 14 Uhr ab der Tourist-Info statt.
Die sechs wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Überblick
Geysir Andernach
Höchster Kaltwasser-Geysir der Welt mit rund 50 bis 60 Metern Sprühhöhe, alle 90 bis 100 Minuten ein achtminütiger Ausbruch. Zugang nur über das Geysir-Erlebniszentrum und das Geysir-Schiff MS Namedy.
Mariendom
Spätromanisch-frühgotische Stadtpfarrkirche von 1198 bis 1220 mit vier Türmen, Doppelchoranlage und Hochaltar von 1525. Wahrzeichen der Skyline, täglich ohne Eintritt zugänglich.
Rheintor
Doppeltürmige Toranlage von 1198 mit zinnenbekrönten Pechnasen-Türmen am Übergang von der Rheinpromenade in die Altstadt. Eine der ältesten Doppelturm-Tore nördlich der Alpen.
Runder Turm
Spätgotischer Wehrturm von 1453 bis 1468 mit 56 Metern Höhe und 15 Metern Durchmesser an der Nordwestecke der Stadtmauer. Auf voller Höhe begehbar, Aussichtsplattform mit Rundumblick.
Geysir-Erlebniszentrum
Interaktiver Vier-Etagen-Ausstellungsbau von 2009 als Reise zum Mittelpunkt der Erde mit Modellen, Schiffsanleger und Kombi-Tickets für Schifffahrt und Geysir-Ausbruch. Eingangstor zum Geysir-Besuch.
Essbare Stadt
Stadtweites Beet- und Stadtgarten-Projekt seit 2010 mit rund 5.000 Quadratmeter freier essbarer Pflanzung. Modell für über 200 Städte im In- und Ausland, kostenlose Führungen samstags ab Tourist-Info.
Vergleich der Andernacher Sehenswürdigkeiten
Wer nur einen halben Tag in Andernach hat, kombiniert Geysir (Vormittag) mit Mariendom und Hochstraße (Mittag). Wer einen ganzen Tag bleibt, schließt Stadtmauer-Rundweg, Runder Turm und Essbare Stadt an.
Geschichte und Charakter
Andernach gehört zu den ältesten Städten Deutschlands und blickt auf eine durchgehende Siedlungsgeschichte von rund 2.000 Jahren zurück. Der Ortsname Antunnacum erscheint erstmals in den Schriften Caesars im Kontext des Gallischen Krieges, das römische Kastell und der Hafen wurden Ende des ersten vorchristlichen Jahrhunderts angelegt und sicherten den Limes-Übergang über den Rhein. Im Mittelalter wurde Andernach 1167 Reichsstadt unter Friedrich Barbarossa, gehörte später zum Kurfürstentum Köln und entwickelte sich durch den Tuffsteinabbau auf dem Krahnenberg und dem nahen Plaidter Hümmerich zu einem wichtigen Steinexport-Hafen — die Andernacher Mühlsteine wurden bis nach England und Skandinavien verschifft. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt mehrfach geplündert, 1689 zerstörten französische Truppen unter Ludwig XIV. weite Teile der Stadtbefestigung. Erst im 19. Jahrhundert kam mit dem Anschluss an die linke Rheinstrecke 1858 ein wirtschaftlicher Wiederaufschwung. Heute prägen ein erhaltenes mittelalterliches Stadtbild, der Mariendom, die Stadtmauer und das Geysir-Erlebniszentrum den Charakter — ergänzt durch das Modell-Projekt der Essbaren Stadt, das Andernach bundesweit bekannt gemacht hat.
Essen und Trinken in Andernach
Die kulinarische Landschaft Andernachs ist geprägt von rheinland-pfälzischer Hausmannskost, modernen Bistros an der Rheinpromenade und einigen ambitionierten Adressen in der Altstadt. Hochstraße und Markt bieten ein dichtes Netz von Cafes, Weinstuben und Restaurants — die meisten mit Außenplätzen in der Fußgängerzone. An der Rheinpromenade konzentrieren sich Brauhaus, Eisdielen und mediterrane Lokale mit Blick auf den Strom und die Schiffsbewegungen. Eine Spezialität sind die Andernacher Bekes, ein in der Region noch heute hergestelltes Sauerteigbrot aus regionalem Roggen, und der Apfelkuchen mit Streuseln aus der traditionellen Konditorei am Markt. Die nahe Eifel und das Maifeld liefern Spargel, Erdbeeren, Wild und regionalen Riesling der Mittelrhein-Lagen. Wer abends bleibt, findet rund um den Markt und in der Hochstraße einige Weinstuben mit Mittelrhein- und Mosel-Weinen sowie das Brauhaus Andernach mit eigener kleiner Brauerei und hauseigenem Pils und Helles.
Praktische Tipps für Andernach
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Kombi-Ticket für Geysir spart Wartezeit
Wer Geysir-Erlebniszentrum, Schifffahrt und Ausbruch in einem Paket bucht, zahlt rund 15 Euro statt einzeln 20 Euro und umgeht die Schlange am Schiffsanleger. In der Hochsaison von Juli bis August ist eine Online-Reservierung über andernach.de oder am Vortag im Erlebniszentrum dringend zu empfehlen, an Sonntagen sind die Tickets oft schon mittags ausverkauft.
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Geysir-Besuch am Vormittag planen
Die erste Ausbruchs-Tour des Tages startet ab 9 Uhr im Geysir-Erlebniszentrum und ist deutlich weniger frequentiert als die Mittagstouren ab 11 Uhr. Wer um 8:30 Uhr im Erlebniszentrum ist, schafft die Komplettrunde inklusive Schifffahrt und Ausbruch bis 11:30 Uhr und hat den Nachmittag für Altstadt und Mariendom frei.
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Runder Turm auf eigene Faust
Der Aufstieg auf den Runder Turm an der Nordwestecke der Stadtmauer ist täglich von April bis Oktober von 10 bis 17 Uhr offen, der Eintritt beträgt rund 4 Euro. Die 56 Meter hohe Plattform bietet einen Rundblick auf Altstadt, Mariendom, Rheinbogen und Krahnenberg — Fotografen empfehlen die Stunde vor Sonnenuntergang für das beste Licht.
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Essbare Stadt mit kostenloser Führung
Von April bis Oktober findet jeden Samstag um 14 Uhr ab der Tourist-Info am Läufstraßchen eine kostenlose Führung durch die Essbare Stadt statt, Dauer rund 90 Minuten ohne Anmeldung. Die Führung erklärt die wechselnde Bepflanzung im Stadtgraben, die Burgwall-Wiese und die freie Ernte-Regelung für Bürgerinnen, Bürger und Gäste.
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Kombi mit Koblenz oder Bonn
Andernach lässt sich exzellent mit einem Vor- oder Nachprogramm in Koblenz (Deutsches Eck, Festung Ehrenbreitstein, 15 Bahnminuten) oder Bonn (Beethovenhaus, Münster, 35 Bahnminuten) kombinieren. Ein Tagesticket des VRM oder das Quer-durchs-Land-Ticket der Deutschen Bahn lohnt sich, wenn ihr drei oder mehr Etappen am selben Tag fahrt.
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Barrierefreiheit beachten
Geysir-Erlebniszentrum, Mariendom-Hauptschiff und Rheinpromenade sind weitgehend barrierefrei. Die Schifffahrt zum Geysir mit der MS Namedy ist mit Voranmeldung für Rollstuhlfahrer möglich, der Weg vom Schiff über Holzstege zum Geysir-Ausbruch ist eben. Der Runder Turm und Teile der Stadtmauer sind nur über Treppen erreichbar — für den Stadtmauer-Rundweg empfiehlt sich der ebene Außenring.
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Sommer im Rheintal — Hitze einplanen
Das Mittelrheintal kann zwischen Juli und August Werte von 35 Grad Celsius und mehr erreichen, an der Rheinpromenade gibt es wenig Schatten. Trinkflasche, Sonnenhut und eine Pause im klimatisierten Geysir-Erlebniszentrum oder im kühlen Mariendom helfen. Die Sesselbahn auf den Krahnenberg ist im Sommer eine gute Höhen-Alternative mit etwas Wind.
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Schlechtwetter-Plan
Bei Regen funktionieren Geysir-Erlebniszentrum (vier Etagen indoor), Mariendom, Stadtmuseum am Mariendom-Platz und das Brauhaus Andernach an der Rheinpromenade als ganztägiges Schlechtwetter-Programm. Die Schifffahrt zum Geysir findet auch bei leichtem Regen statt, der eigentliche Geysir-Ausbruch ist überdacht zu beobachten. Nur bei Gewitter wird der Schiffsbetrieb eingestellt.
Insider-Tipps
Geheimtipp Vulkanpark Brohltal
Wenige Kilometer nordwestlich von Andernach beginnt der Vulkanpark Brohltal — ein Geopark mit Lavakellern, Tuffsteinbrüchen und der Wasserfall-Schlucht des Brohlbachs. Wer einen Tag länger bleibt, kombiniert Andernach mit einer Wanderung auf dem Geo-Pfad Rheinbrohl oder einer Fahrt mit der historischen Brohltalbahn von Brohl-Lützing über Niederzissen nach Engeln — eine schmalspurige Dampf-Eisenbahn von 1901, die an Wochenenden von Mai bis Oktober verkehrt.
Krahnenberg-Sesselbahn für den Überblick
Die Krahnenberg-Sesselbahn vom Stadtteil Eich auf den Krahnenberg (191 m ü. M.) verkehrt von April bis Oktober täglich und ist Deutschlands älteste noch aktive Sesselbahn aus dem Jahr 1957. Die Fahrt dauert rund 8 Minuten, oben öffnet sich der Blick auf das Neuwieder Becken, das Siebengebirge im Norden und die Eifel im Westen. Oben befinden sich ein Wanderrestaurant, ein Spielplatz und der Startpunkt für Rundwege über den Schloss Burg und den ehemaligen Bimsabbau.
Andernach mit Kindern
Andernach ist eine der kindgerechtesten Städte am Mittelrhein. Der Geysir-Besuch ist ein Naturphänomen, das Kinder ab sechs Jahren mit Begeisterung erleben — die acht Minuten dauernde Wassersäule, die in zwei Stufen aus dem Boden steigt, ist auch für Erwachsene ein einmaliges Erlebnis. Das Geysir-Erlebniszentrum hat in jeder der vier Etagen interaktive Stationen mit Knöpfen, Modellen und Mitmach-Effekten. Die Stadtmauer-Runde ist mit kurzen Pausen auch für Grundschulkinder gut machbar, der Runder Turm hat allerdings 280 Treppenstufen und ist erst ab etwa sieben Jahren empfehlenswert. Die Essbare Stadt mit ihren freien Beeten ist ein natürliches Lernfeld — Kinder dürfen Erdbeeren, Tomaten und Kräuter probieren und mitnehmen. Auf dem Krahnenberg gibt es einen ausgebauten Spielplatz mit Klettergerüst und Seilbahn, die Sesselbahn-Fahrt selbst ist für viele Kinder ein Höhepunkt. Familienpaket aus Krahnenberg-Sesselbahn, Geysir und Mariendom-Innenraum kostet zusammen rund 35 bis 40 Euro für zwei Erwachsene und zwei Kinder.
Andernach bei jedem Wetter
Andernach funktioniert das ganze Jahr über. Die Hauptsaison für den Geysir ist von März bis November — von Dezember bis Februar ist der Geysir wegen Frostgefahr im Geysir-Brunnen geschlossen, das Erlebniszentrum bleibt jedoch ganzjährig täglich geöffnet. Der Mariendom ist täglich ganzjährig zugänglich, die Stadtmauer-Runde ist auch bei kühleren Temperaturen mit warmer Kleidung gut machbar. Im Sommer schützt die schattige Hochstraße vor Hitze, das klimatisierte Geysir-Erlebniszentrum ist eine ideale Hitzepause. Bei Regen funktionieren Erlebniszentrum, Mariendom und Stadtmuseum als geschlossenes Innenprogramm für einen halben Tag. Die schönste Reisezeit für Andernach insgesamt ist Mai bis Juni und September bis Oktober — milde Temperaturen, lange Tageslichtphasen, niedrige Touristenfrequenz im Vergleich zum Hochsommer und die Weinlese am angrenzenden Mittelrhein im September.




