Neustadt an der Weinstraße ist mit rund 53.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt an der Deutschen Weinstraße und das wirtschaftliche wie touristische Herz der Pfalz. Die kreisfreie Stadt liegt am Ostrand des Pfälzerwaldes auf rund 137 Metern Höhe — eingebettet zwischen Riesling-Steillagen im Westen und der weiten Rheinebene im Osten. Über der Altstadt thront das Hambacher Schloss als Wiege der deutschen Demokratie, in dem 1832 rund 30.000 Menschen mit schwarz-rot-goldenen Fahnen für Einheit und Freiheit demonstrierten. Im Stadtzentrum dominiert die spätgotische Stiftskirche aus dem 14. Jahrhundert den Marktplatz, der mit seinen Sandstein-Fassaden und Renaissance-Erkern zu den schönsten Ensembles der Pfalz zählt. Mit über 2.000 Hektar Rebfläche ist Neustadt zudem die größte Weinbaugemeinde Deutschlands und beheimatet jährlich das Deutsche Weinlesefest mit der Krönung der Pfälzischen Weinkönigin. Du erreichst die Stadt über die A65 oder den Bahnhof Neustadt (Weinstraße) Hauptbahnhof, der direkt an das Fernverkehrsnetz angebunden ist.

Anreise und Erreichbarkeit

Neustadt an der Weinstraße liegt zentral in der Metropolregion Rhein-Neckar zwischen Mannheim, Karlsruhe und Saarbrücken — aus Frankfurt am Main erreichst du die Weinmetropole in rund einer Stunde 15 Minuten, aus Stuttgart in 1 Stunde 30 Minuten, aus Köln in etwa 2 Stunden 45 Minuten. Die Stadt ist über die A65 (Abfahrten Neustadt-Nord und Neustadt-Süd) gut angebunden und liegt direkt an der Bahn-Hauptachse Mannheim–Saarbrücken. Innerhalb der Altstadt zwischen Bahnhof und Marktplatz bewegst du dich am besten zu Fuß — der Weg vom Hauptbahnhof zur Stiftskirche misst nur etwa 500 Meter.

Mit dem Auto

Aus Norden kommst du über die A61 mit Wechsel auf die A65 am Kreuz Mutterstadt — die Abfahrt 13 Neustadt-Nord führt direkt in die Stadt. Aus Süden über die A65 ab Karlsruhe und Wörth nutzt du Abfahrt 14 Neustadt-Süd. Aus Westen über die A6 mit Abzweig auf die A61 am Kreuz Mannheim-Sandhofen oder direkt aus Saarbrücken über die B10 durchs Queichtal. Parken in der Altstadt ist gut organisiert — das Parkhaus Marstall am Ostbahnhof (260 Plätze, Tagessatz rund 6 Euro), das Parkhaus Klemmhof in der Klemmhofstraße (220 Plätze) und das Parkhaus Markt direkt am Marktplatz (180 Plätze) liegen jeweils fünf bis zehn Gehminuten zur Stiftskirche. Am Saalbau-Parkplatz und am Festplatz vor dem Saalbau gibt es kostenfreie Stellplätze, vor allem während Weinlesefest und Weihnachtsmarkt empfehlenswert.

Mit der Bahn aus Deutschland

Neustadt (Weinstraße) Hauptbahnhof liegt am westlichen Altstadtrand und ist im Stunden- bis Halbstundentakt mit Intercity- und Regionalexpress-Zügen erreichbar. Aus Mannheim Hauptbahnhof fährt der RE 1 in 20 Minuten direkt, aus Karlsruhe Hauptbahnhof in 35 Minuten. Aus Frankfurt am Main Hauptbahnhof bist du per ICE bis Mannheim und Umstieg in 1 Stunde 5 Minuten am Ziel. Aus Stuttgart Hauptbahnhof rechnest du mit rund 2 Stunden über Karlsruhe, aus Köln Hauptbahnhof mit 2 Stunden 30 Minuten über Mannheim. Tickets buchst du über bahn.de oder den Verkehrsverbund Rhein-Neckar — die VRN-Tarife decken den gesamten Stadtverkehr und die regionalen S-Bahnen ab. Informationen zum lokalen Nahverkehr findest du unter vrn.de. Für Stadtinformationen und Veranstaltungstermine ist neustadt.eu die offizielle Anlaufstelle.

Mit dem Flugzeug

Frankfurt Airport (FRA) ist mit rund 110 Kilometern der wichtigste Flughafen für internationale Gäste — von dort fährst du per ICE bis Mannheim in 30 Minuten und steigst in den Regionalexpress nach Neustadt um. Stuttgart (STR) liegt rund 145 Kilometer entfernt und bietet Anschlüsse aus Süddeutschland und Übersee. Karlsruhe-Baden-Baden (FKB) ist mit 60 Kilometern der nächstgelegene Flughafen und bedient vor allem Low-Cost-Verbindungen aus Mittel- und Osteuropa. Saarbrücken (SCN) mit 110 Kilometern und Frankfurt-Hahn (HHN) mit 130 Kilometern ergänzen das Bild im Westen. Aus Übersee kommst du fast immer über Frankfurt — ein Taxi bis Neustadt kostet rund 160 Euro, die Bahnverbindung ist die deutlich günstigere Wahl.

Vor Ort bewegen und Parken

Die Altstadt zwischen Stiftskirche und Bahnhof ist überwiegend Fußgängerzone — Hauptstraße, Hetzelgalerie und Marktplatz sind autofrei. Vom Hauptbahnhof zum Marktplatz sind es 500 Meter zu Fuß, vom Bahnhof zum Hambacher Schloss rund 5 Kilometer mit Buslinie 502 in 12 Minuten. Die Stadtwerke Neustadt bedienen mit den Linien 501 bis 511 alle 14 Stadtteile, Einzelticket im Kernbereich 2,90 Euro, Tageskarte 7,40 Euro. Fahrradverleih gibt es am Bahnhof und an mehreren Stationen — Neustadt liegt am Radweg Deutsche Weinstraße und am Kraut-und-Rüben-Radweg durch den Pfälzerwald. Taxi vom Hauptbahnhof in die Altstadt rund 7 Euro. Behindertenparkplätze am Marktplatz, am Saalbau und in allen Parkhäusern verfügbar.

Mannheim 30 km ~30 min via A65 oder RE 20 min
Karlsruhe 50 km ~45 min via A65 oder RE 35 min
Frankfurt 110 km ~1:15 h via A61/A65 oder ICE plus RE
Stuttgart 145 km ~1:30 h via A8/A5 oder Bahn 2:00 h
Köln 240 km ~2:45 h via A61 oder Bahn 2:30 h

Hambacher Schloss und Wiege der Demokratie

Das Hambacher Schloss erhebt sich über dem Ortsteil Hambach auf 325 Metern Höhe — der Aufstieg von der Talstation per Pendelbus oder zu Fuß über den Schlossberg-Wanderweg dauert rund 25 Minuten. Die mittelalterliche Burg wurde im 11. Jahrhundert als Salierburg gegründet, im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 zerstört und ab 2008 nach Plänen des Architekten Max Dudler zum modernen Begegnungsort ausgebaut. Im Mai 1832 versammelten sich auf der Ruine etwa 30.000 Menschen aus ganz Deutschland und Frankreich beim Hambacher Fest — mit schwarz-rot-goldenen Fahnen, Reden für die Pressefreiheit und gegen die Restauration des Wiener Kongresses. Diese Versammlung gilt heute als Geburtsstunde der deutschen Demokratiebewegung und als Vorläuferin der Märzrevolution von 1848.

Dauerausstellung Hinauf, hinauf zum Schloss

Die Dauerausstellung auf rund 800 Quadratmetern führt chronologisch durch die deutschen Demokratie-Bewegungen vom Hambacher Fest 1832 über die Paulskirche 1848 bis zur Bundesrepublik. Originale Flugblätter, Festkokarden und ein nachgebauter Versammlungssaal vermitteln die Atmosphäre des Mai-Aufstiegs. Audio-Stationen lassen Originalreden von Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth wiederaufleben. Eintritt 9 Euro für Erwachsene, 4 Euro ermäßigt, freier Eintritt unter 18 Jahren. Ein Kombiticket mit Restaurantbon und Audioguide kostet rund 14 Euro.

Aussicht und Schlossrestaurant

Vom Burgturm hast du einen Rundblick über die gesamte Rheinebene bis zum Odenwald, Kaiserstuhl und an klaren Tagen bis zum Pfälzerwald-Hauptkamm. Das Schlossrestaurant 1832 serviert auf der Aussichtsterrasse Pfälzer Küche mit Riesling, Saumagen und Leberknödel, Hauptgerichte zwischen 18 und 28 Euro. Reservierung über das Schloss empfehlenswert, vor allem an Wochenenden zwischen Mai und Oktober.

Die historische Altstadt

Die Neustädter Altstadt zwischen Hauptbahnhof, Stiftskirche und Saalbau ist eines der besterhaltenen Renaissance- und Barock-Ensembles der Pfalz. Die spätgotische Stiftskirche aus dem 14. Jahrhundert war einst Wahlkirche der pfälzischen Kurfürsten und ist heute zugleich evangelische und katholische Kirche — durch eine Trennwand seit dem Simultaneum von 1707 geteilt. Der Marktplatz mit Rathaus, Stadthaus und historischen Bürgerhäusern bildet das urbane Zentrum, in dem an Markttagen Dienstag und Samstag Pfälzer Erzeuger ihre Stände aufschlagen. Westlich davon liegt das Casimirianum, eine ehemalige reformierte Hochschule aus dem 16. Jahrhundert, östlich der Saalbau als Veranstaltungszentrum mit dem benachbarten Festplatz für Weinlesefest und Konzerte.

Stiftskirche und Marktplatz

Die dreischiffige Stiftskirche misst 64 Meter Länge und 30 Meter Höhe, der Westturm ragt 78 Meter empor und ist nach Voranmeldung über 142 Stufen besteigbar. Im Inneren sind die Renaissance-Empore, der spätgotische Schnitzaltar von 1500 und die Kurfürsten-Grabplatten besonders sehenswert. Auf dem Marktplatz steht das Eulen-Brunnen-Denkmal als Erinnerung an die Weinbau-Tradition, daneben die Rosengarten-Statue der jeweiligen Pfälzischen Weinkönigin.

Klemmhof und Gerberviertel

Der Klemmhof ist eine Renaissance-Häuserzeile mit Sandstein-Erkern und Schmuckgiebeln aus dem 16. Jahrhundert. Im angrenzenden Gerberviertel haben kleine Cafés, Weinbars und inhabergeführte Geschäfte ihr Zuhause — die Atmosphäre erinnert an alte Pfälzer Handwerkerviertel mit Kopfsteinpflaster und schmalen Gassen. Besonders abends mit Beleuchtung der Fachwerk-Fassaden lohnt der Spaziergang.

Die neun Weindörfer im Überblick

Mußbach

Ältester Stadtteil mit dem Herrenhof Mußbach als historischem Weingut-Ensemble. Hier wurde 1856 die Rebsorte Müller-Thurgau gezüchtet. Riesling-Lagen Mußbacher Eselshaut und Glockenzehnt zählen zu den besten der Mittelhaardt.

Hambach

Ortsteil unterhalb des Hambacher Schlosses mit malerischen Winzerhöfen rund um den Schlossberg. Beste Riesling-Lagen Hambacher Schlossberg und Kirchberg, dazu Weingut Müller-Catoir als Pfalz-Ikone für trockene Spitzenweißweine.

Gimmeldingen

Bekannt für das Mandelblütenfest Mitte März, wenn die Mandelallee rosa-weiß blüht. Lage Mandelgarten bringt mineralische Rieslinge, das Weingut Christmann ist hier zuhause.

Königsbach

Höchster Weinort Neustadts auf 200 Metern Höhe. Lage Idig zählt zu den Großen Gewächsen der Pfalz, Weingut Reichsrat von Buhl ist mit den Lagen weit über Deutschland hinaus bekannt.

Diedesfeld

Romantischer Weinort am Übergang zum Pfälzerwald mit der barocken Bergkirche St. Remigius. Lage Berg bringt elegante Rieslinge mit feiner Säure, ideale Basis für Wanderungen ins Diedesfelder Tal.

Haardt und Lachen-Speyerdorf

Haardt mit dem berühmten Bürgergarten und Riesling-Lage Herrenletten — Weingut Müller-Catoir war hier Stammhaus. Lachen-Speyerdorf am Ostrand mit fruchtigen Rieslingen und Sektmanufakturen für preiswerten Pfälzer Crémant.

Riesling, Saumagen und Pfälzer Küche

Kriterium
Riesling
Weißburgunder
Spätburgunder
Dornfelder
Gewürztraminer
Anteil an Pfälzer Rebfläche
Rund 26 Prozent
Rund 9 Prozent
Rund 8 Prozent
Rund 12 Prozent
Unter 1 Prozent
Stilrichtung
Trocken bis edelsüß
Trocken, schmelzig
Trocken, fruchtig
Halbtrocken, beerig
Halbtrocken, würzig
Beste Lagen Neustadt
Idig, Mandelgarten, Eselshaut
Bürgergarten, Schlossberg
Kalkofen, Herrenletten
Lachener Berg
Hambacher Feuer
Speisenpaarung
Spargel, Forelle, Saumagen
Pfälzer Leberknödel
Reh, Wild aus Pfälzerwald
Flammkuchen, Bratwurst
Käseplatte, Asia-Küche
Preisbereich Flasche
8 bis 80 Euro
7 bis 28 Euro
10 bis 45 Euro
5 bis 15 Euro
10 bis 22 Euro
Trinktemperatur
8 bis 10 Grad
10 bis 12 Grad
14 bis 16 Grad
14 bis 16 Grad
10 bis 12 Grad

Die Pfalz ist mit über 23.000 Hektar Rebfläche das zweitgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands nach Rheinhessen. Neustadt allein bringt über 2.000 Hektar in diese Statistik ein — vor allem mit Riesling, der auf den kalkhaltigen Mittelhaardt-Hängen sein klassisches Pfälzer Profil aus reifer Frucht und straffer Säure entwickelt.

Pfälzerwald vor der Haustür

Westlich der Stadt beginnt der Naturpark Pfälzerwald — mit 1.770 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands und seit 1992 UNESCO-Biosphärenreservat. Direkt aus Neustadt führen mehrere markierte Wanderwege durch Buntsandstein-Felsen, Mischwald und entlang historischer Burgruinen. Das Hambacher Schloss ist der niedrigste, die Kalmit mit 673 Metern der höchste Gipfel der Pfalz und nur 15 Kilometer westlich von Neustadt erreichbar. Im Sommer bieten die Waldgaststätten mit Pfälzer Brotzeit, Wein und kühlem Bier eine willkommene Einkehr.

Kalmit und Hüttenwanderung

Der Kalmit-Gipfel mit Aussichtsturm und Berggasthof ist von Neustadt in 45 Minuten mit dem Auto oder per Linienbus 517 erreichbar. Wanderer starten am Parkplatz Kalmithütte und steigen in 30 Minuten zum Gipfel. Eine längere Tagestour verbindet Kalmit, Hohe Loog und Helmbachweiher zu einer 18-Kilometer-Runde mit rund 5 Stunden reiner Gehzeit. Die Hütten und Waldgaststätten Pfälzerwaldverein bieten zünftige Mahlzeiten und übernachten meist gegen kleines Entgelt.

Pfälzer Mandelpfad und Weinwanderungen

Der Pfälzer Mandelpfad führt 77 Kilometer entlang der Mittelhaardt von Bockenheim bis Schweigen-Rechtenbach und durchquert auf rund 12 Kilometern das Neustädter Stadtgebiet mit Mußbach, Haardt und Gimmeldingen. Im März blühen tausende Mandelbäume rosa-weiß, im Oktober färben sich die Reben kupferrot. Der Pfälzer Weinsteig ist mit 172 Kilometern die längere Variante und führt durch den Pfälzerwald-Rand hinab in die Weinberge. Beide Wege sind mit weißen Mandel-Logos beziehungsweise grünen Trauben markiert.

Praktische Tipps für deinen Neustadt-Besuch

  • Pfalzcard für Übernachtungsgäste

    Wer in einem teilnehmenden Hotel oder einer Pension in Neustadt übernachtet, erhält die Pfalzcard kostenlos. Sie umfasst freie Fahrt im VRN-Netz, Eintritt ins Hambacher Schloss, das Museum Villa Böhm und Ermäßigungen bei Weinproben — der finanzielle Vorteil bei zwei Übernachtungen liegt schnell bei 30 bis 50 Euro pro Person.

  • Weinwanderungen mit Winzerführung

    Mehrere Weingüter in Mußbach, Hambach und Gimmeldingen bieten geführte Weinbergswanderungen mit Verkostung in den Lagen an. Dauer rund 3 Stunden, Preis zwischen 30 und 55 Euro je nach Anzahl der Weine. Reservierung mindestens eine Woche vorher empfehlenswert, vor allem im Mai und September.

  • + Pendelbus zum Hambacher Schloss

    Zwischen Bahnhof und Schlosseingang verkehrt der Schloss-Pendelbus von April bis Oktober im 30-Minuten-Takt — Einzelfahrt 3 Euro, Hin- und Rückfahrt im Schloss-Ticket inkludiert. Wer mit dem Auto kommt, parkt am Wanderparkplatz Hambach und nutzt den Bus für den steilen Anstieg.

  • i Tourist-Information am Marktplatz

    Die Tourist-Information Neustadt befindet sich im historischen Hetzelplatz direkt am Marktplatz, geöffnet werktags 9 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr. Hier bekommst du Stadtpläne, Weinführer, Veranstaltungstickets und Beratung zu geführten Stadt- und Weinbergstouren. Stadtinformationen auch online unter neustadt.eu.

  • Weinprobe richtig reservieren

    Spitzenweingüter wie Müller-Catoir, Christmann, von Buhl und Mosbacher bieten Vinotheken-Verkostungen meist nur nach Voranmeldung an — typischerweise 4 bis 6 Weine für 15 bis 30 Euro pro Person, oft verrechnet beim Kauf einer Kiste. Einfache Hofproben in den kleineren Familienweingütern sind ohne Termin möglich.

  • Barrierefreie Wege im Schloss

    Das Hambacher Schloss ist über einen barrierefreien Zugang am Restaurantbereich erreichbar — der historische Innenhof, die Dauerausstellung und das Restaurant sind mit Rollstuhl gut zugänglich. Der Schlossturm und die obere Bastion sind nicht barrierefrei. Behindertenparkplätze am unteren Wanderparkplatz Hambach, von dort fährt ein Shuttle direkt zum Eingang.

  • Mandelblüte im März planen

    Die Mandelblüte beginnt je nach Witterung zwischen Mitte und Ende März und dauert rund zwei Wochen — Gimmeldingen feiert in dieser Zeit das Mandelblütenfest mit Weinständen und Live-Musik in der Mandelgasse. Hotels in Gimmeldingen und Hambach sind dann meist drei Monate im Voraus ausgebucht, Neustadt-Zentrum bietet bessere Verfügbarkeit.

  • Pfälzer Weinkönigin und Krönung

    Höhepunkt des Deutschen Weinlesefestes Anfang Oktober ist die Krönung der Pfälzischen Weinkönigin am Saalbau — der Festumzug am ersten Festsonntag mit über 100 Festwagen und rund 100.000 Zuschauern ist eines der größten Winzerfeste Deutschlands. Tickets für die Krönungsgala kosten zwischen 35 und 80 Euro, Karten mehrere Wochen vorher buchen.

Insider-Tipps

Pfälzer Heuriger statt Sterneküche

Die echte Pfälzer Esskultur findet nicht in der Sterneküche statt, sondern im saisonalen Heurigen — Winzerschänken, die nur zwei bis sechs Wochen im Jahr in Hambach, Mußbach oder Diedesfeld öffnen. Saumagen, Leberknödel und Pfälzer Bratwurst zu hauseigenem Riesling für 12 bis 18 Euro pro Person. Liste der aktuellen Heurigen-Öffnungen erhältst du in der Tourist-Information oder bei den Winzervereinen direkt vor Ort.

Kalmit-Sonnenaufgang

Wer Wandersport mag, startet vor 5 Uhr morgens vom Diedesfelder Parkplatz Kalmithütte und ist nach 90 Minuten Aufstieg pünktlich zum Sonnenaufgang am Kalmit-Gipfel — der höchste Punkt der Pfalz mit Blick über die Rheinebene Richtung Schwarzwald. Auf der Rückkehr Frühstück im Berggasthof, dann ist man mittags wieder im Tal.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie viele Tage sollte ich für Neustadt an der Weinstraße einplanen?

Für einen kompakten Überblick mit Altstadt und Hambacher Schloss reichen zwei volle Tage. Ein langes Wochenende mit drei bis vier Tagen ist ideal, um auch die Weindörfer Mußbach, Hambach und Gimmeldingen sowie eine Pfälzerwald-Wanderung einzubauen. Wer den Pfälzer Mandelpfad ganz erwandern oder mehrere Spitzenweingüter besuchen will, plant eine ganze Woche.

Was kostet der Eintritt ins Hambacher Schloss?

Der Eintritt für die Dauerausstellung kostet 9 Euro für Erwachsene und 4 Euro ermäßigt. Unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Ein Kombiticket mit Audioguide und Restaurantbon liegt bei rund 14 Euro. Geführte Touren mit Voranmeldung kosten zwischen 4 und 8 Euro zusätzlich pro Person.

Wie komme ich mit der Bahn nach Neustadt?

Neustadt (Weinstraße) Hauptbahnhof ist über Mannheim Hauptbahnhof in 20 Minuten per Regionalexpress erreichbar — Mannheim wiederum ist ICE-Knoten an den Hauptachsen Köln–Stuttgart und Frankfurt–Basel. Aus Frankfurt bist du in 1 Stunde 5 Minuten, aus Karlsruhe in 35 Minuten, aus Stuttgart in rund 2 Stunden am Ziel. Tickets über bahn.de oder den VRN-Tarif unter vrn.de.

Wann ist die beste Reisezeit für Neustadt?

April bis Oktober ist die touristische Hauptsaison mit langen Tagen und mildem Pfalz-Klima. Die Mandelblüte Mitte bis Ende März lockt Frühjahrsgäste, das Deutsche Weinlesefest mit Krönung der Pfälzischen Weinkönigin Anfang Oktober bringt den Saisonhöhepunkt. Mai und September gelten als ideal für Wanderungen und Weinverkostungen ohne Hochbetrieb.

Was war das Hambacher Fest 1832?

Im Mai 1832 versammelten sich rund 30.000 Menschen aus ganz Deutschland und Frankreich auf der Ruine des Hambacher Schlosses zur ersten freien politischen Massenversammlung der deutschen Geschichte. Mit schwarz-rot-goldenen Fahnen und Reden für Pressefreiheit, nationale Einheit und Bürgerrechte gilt das Hambacher Fest als Wiege der deutschen Demokratiebewegung — der direkte Vorläufer der Märzrevolution von 1848 und der späteren Paulskirche.

Welche Weingüter in Neustadt lohnen einen Besuch?

Spitzenadressen sind Müller-Catoir in Haardt (legendäre trockene Rieslinge), A. Christmann in Gimmeldingen (Mandelgarten Riesling), Reichsrat von Buhl in Königsbach (Idig Großes Gewächs) sowie Mosbacher in Forst — letzteres etwas außerhalb von Neustadt. Voranmeldung empfehlenswert. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Familienweingüter mit spontaner Hofprobe in Mußbach, Hambach und Diedesfeld.

Was ist die Deutsche Weinstraße?

Die Deutsche Weinstraße ist eine 1935 eröffnete Ferienstraße, die auf 85 Kilometern Länge vom Deutschen Weintor an der französischen Grenze bei Schweigen-Rechtenbach bis zum Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim führt. Neustadt liegt zentral auf halber Strecke und gilt als Mittelpunkt der Weinstraße. Entlang der Route verbinden sich rund 130 Weindörfer der Mittelhaardt und Südpfalz zu einer durchgehenden Weinregion.

Welche Pfälzer Spezialitäten sollte man unbedingt probieren?

Klassiker sind Saumagen (gefüllter Schweinemagen mit Kartoffeln und Schweinefleisch, gerne in Riesling-Soße), Pfälzer Leberknödel mit Sauerkraut, Bratwurst mit Senf und Brot sowie Flammkuchen. Süße Pfälzer Spezialitäten sind Quetschekuche (Zwetschgenkuchen) und Riewelschwowe (Kartoffelpfannkuchen). Dazu trinkt man Riesling oder einen kühlen Pfälzer Weißwein.

Wie komme ich vom Stadtzentrum zum Hambacher Schloss?

Mit dem Schloss-Pendelbus, der zwischen April und Oktober im 30-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof und Schlosseingang verkehrt — Fahrtdauer 12 Minuten, Einzelfahrt 3 Euro, Hin- und Rück im Schloss-Ticket inkludiert. Mit dem Auto über die Schlossstraße rund 8 Minuten bis zum Wanderparkplatz Hambach, von dort 600 Meter zu Fuß oder per Shuttle hinauf. Wanderer steigen über den Schlossberg-Weg in 45 Minuten direkt aus der Altstadt auf.

Ist Neustadt familienfreundlich?

Ja, Neustadt eignet sich gut für Familien — der Marktplatz mit Brunnen und Eisdielen, das Eisenbahn-Museum Lokwelt am Hauptbahnhof, der Holiday Park rund 15 Kilometer entfernt in Haßloch und der Kletterpark Forsthaus Heidenbrunnen im Pfälzerwald bieten Programm für Kinder. Das Hambacher Schloss hat eine Kinderführung Demokratie für Kids ab 8 Jahren. Viele Weingüter und Restaurants sind familienfreundlich.

Welche Weinfeste finden in Neustadt statt?

Höhepunkt ist das Deutsche Weinlesefest mit Krönung der Pfälzischen Weinkönigin Anfang Oktober. Das Mandelblütenfest in Gimmeldingen Mitte März eröffnet die Saison, das Hambacher Mandelblütenfest folgt Ende März. Im Sommer feiern fast alle Weindörfer eigene Hoffeste, das Mußbacher Weinfest Anfang August und das Diedesfelder Bergkirchweih Ende August sind besonders besucht. Das Saalbau-Weinfest im Mai versammelt Winzer aus allen Stadtteilen.

Gibt es Parkmöglichkeiten in der Altstadt?

Ja — das Parkhaus Marstall am Ostbahnhof mit 260 Plätzen, das Parkhaus Klemmhof mit 220 Plätzen und das Parkhaus Markt direkt am Marktplatz mit 180 Plätzen sind die zentralen Optionen, Tagessatz rund 6 Euro. Am Saalbau-Parkplatz und am Festplatz gibt es kostenfreie Stellplätze, jeweils fünf bis zehn Gehminuten zum Marktplatz. Während Weinlesefest und Weihnachtsmarkt sind Park-and-Ride-Angebote vom Festplatz mit Shuttle in die Innenstadt eingerichtet.
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