Neuwied ist die rund 64.000 Einwohner zählende Kreisstadt am rechten Rheinufer rund 14 Kilometer nördlich von Koblenz, dort wo der Mittelrhein in den Niederrhein übergeht und der Westerwald die Hänge zum Strom hin abfallen lässt. Gegründet 1653 durch Graf Friedrich von Wied als Toleranzstadt mit Glaubensfreiheit für Mennoniten, Hugenotten, Herrnhuter und Inspirierte, zählt Neuwied zu den jüngsten und planmäßig angelegten Stadtgründungen am Rhein. Die schachbrettartige Innenstadt mit ihrem markanten Schloss Neuwied am Marktplatz, der weltberühmten Möbelmanufaktur Roentgen sowie der Lage als Deichstadt zwischen Rhein und Wiedmündung machen den Ort einzigartig. In Stadtteil Hamm wurde 1818 Friedrich Wilhelm Raiffeisen geboren, Gründer der Genossenschaftsidee, was Neuwied zu einem Wallfahrtsort der Genossenschaftsgeschichte macht. Wer Rheinromantik, Toleranzgeschichte, Westerwald-Anschluss und Tagesausflüge nach Koblenz und an die Mosel kombinieren möchte, findet hier einen praktischen und vielseitigen Ausgangspunkt.
Anreise und Erreichbarkeit
Neuwied liegt verkehrsgünstig am rechten Rheinufer zwischen Koblenz im Süden und Bonn im Norden, mit direktem Zugang zur A3 und an der Rechten Rheinstrecke der Deutschen Bahn. Wer aus Norddeutschland oder dem Ruhrgebiet anreist, kommt in unter zwei Stunden, aus dem Rhein-Main-Gebiet in rund 90 Minuten. Innerhalb der Stadt bewegt man sich gut zu Fuß, mit dem Stadtbus oder per Rad entlang der Deichanlagen.
Mit dem Auto
Aus Richtung Norden über Köln und Bonn folgen Reisende der A3 in Richtung Frankfurt bis Abfahrt 36 Dierdorf, dann der B413 hinunter durch den Westerwald nach Neuwied. Aus Richtung Süden über Frankfurt nimmt man die A3 nordwärts bis zur gleichen Abfahrt. Wer aus dem Saarland oder der Pfalz kommt, nutzt die A61 bis Kreuz Koblenz, dann die B9 oder B42 rheinaufwärts bis Neuwied. Die Strecke aus Köln dauert rund 75 Minuten, aus Frankfurt am Main etwa 90 Minuten, aus Bonn rund 50 Minuten.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Der Hauptbahnhof Neuwied liegt an der Rechten Rheinstrecke und wird stündlich vom Mittelrhein-Bahn-Regional-Express sowie der Regionalbahn aus Koblenz und Niederlahnstein bedient. Aus Koblenz dauert die Fahrt nur rund elf Minuten, aus Frankfurt am Main rund 90 Minuten mit Umstieg in Koblenz, aus Köln rund 80 Minuten über Koblenz oder direkt über die Rechte Rheinstrecke ab Köln-Deutz. Innerhalb von Neuwied verkehren Stadtbusse zu allen Stadtteilen von Engers im Süden über Niederbieber-Segendorf im Westerwald-Vorland bis Heimbach-Weis im Norden. Das Tarifgebiet liegt im Verkehrsverbund Rhein-Mosel mit günstigen Tageskarten ab 7,50 Euro.
Mit dem Flugzeug
Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind Frankfurt am Main rund 90 Autominuten südöstlich und Köln-Bonn rund 70 Autominuten nördlich. Beide bieten ICE-Anschluss an Koblenz mit Umstieg nach Neuwied. Frankfurt-Hahn im Hunsrück liegt rund 75 Minuten entfernt und bedient vor allem Low-Cost-Verbindungen. Düsseldorf ist in unter zwei Stunden erreichbar und bietet zusätzliche Interkontinentalflüge.
Vor Ort bewegen / Parken
Die Innenstadt mit Schlossplatz, Marktplatz und Fußgängerzone ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Parkhäuser gibt es am Schlossplatz, am Luisenplatz und an der Pfarrstraße mit Tagespauschalen zwischen vier und sieben Euro. Wer den Deich oder den Mendelssohn-Bartholdy-Park besucht, parkt am besten an der Sandkauler Straße oder direkt am Pegelhaus. Für Ausflüge in die Stadtteile Hamm am Berg, Niederbieber-Segendorf oder Engers lohnt sich der Stadtbus oder das Fahrrad entlang des Rheinradwegs. Der Rheinradweg D8 führt direkt durch Neuwied und ist über weite Strecken vom Autoverkehr getrennt.
Wahrzeichen und Highlights
Neuwieds Profil ist eine Mischung aus barocker Residenzstadt, Toleranz-Idee aus dem 17. Jahrhundert und Rhein-Westerwald-Lage. Wer einen Tag bleibt, schaut Schloss, Schlosspark und Roentgen-Museum an. Wer drei Tage bleibt, fügt Deichspaziergang, Raiffeisen-Geburtshaus in Hamm sowie eine Westerwald-Wanderung im Stadtteil Niederbieber-Segendorf hinzu. Wer länger bleibt, plant Tagesausflüge nach Koblenz zum Deutschen Eck und an die Mosel.
Schloss Neuwied
Das barocke Residenzschloss am östlichen Ende der Marktstraße ist das wichtigste Wahrzeichen der Stadt. Erbaut zwischen 1707 und 1756 unter den Grafen und späteren Fürsten zu Wied, präsentiert es sich als dreiflügelige Anlage mit Ehrenhof und Sandstein-Fassade. Das Schloss befindet sich noch heute im Privatbesitz des Fürstenhauses zu Wied, was es zu einer Seltenheit am Mittelrhein macht. Die historischen Räume mit Porzellansammlung und Bibliothek können von Mai bis Oktober im Rahmen geführter Touren besichtigt werden, der Innenhof ist frei zugänglich. Im Schloss residierte unter anderem Prinz Maximilian zu Wied, der berühmte Brasilien- und Nordamerika-Forscher des frühen 19. Jahrhunderts.
Mendelssohn-Bartholdy-Park und Schlosspark
Direkt hinter dem Schloss erstreckt sich der weitläufige Schlosspark, der seit den 1970er Jahren um den Mendelssohn-Bartholdy-Park am Rheinufer erweitert wurde. Auf rund 17 Hektar finden sich alter Baumbestand, eine Orangerie, der Wiedische Hof sowie zahlreiche Skulpturen und Brunnen aus drei Jahrhunderten. Der Park ist ganzjährig frei zugänglich, im Sommer dient er als Open-Air-Bühne für Schlosskonzerte und das Neuwieder Sommerfest. Vom Park aus reicht der Blick weit ins Rheintal hinunter bis nach Koblenz und auf die Hänge des Westerwalds.
Roentgen-Museum
Das Roentgen-Museum am Raiffeisenplatz dokumentiert das Werk der berühmten Möbelmanufaktur Abraham und David Roentgen, die zwischen 1750 und 1799 in Neuwied tätig war und als bedeutendste Möbelwerkstatt Europas ihrer Zeit galt. Die kunstvollen Schreibmöbel mit geheimen Schubladen, mechanischen Vorrichtungen und Marketerie-Intarsien wurden an die Höfe Europas geliefert, darunter Marie Antoinette, Katharina die Große und Friedrich II. von Preußen. Das Museum zeigt rund 50 Originalmöbel sowie Werkstattmodelle und Werkzeuge. Der Eintritt liegt bei rund 5 Euro, geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag.
Raiffeisen-Geburtshaus in Hamm
Im Stadtteil Hamm am Berg, rund vier Kilometer östlich des Zentrums, wurde 1818 Friedrich Wilhelm Raiffeisen geboren, Begründer des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens und Namensgeber der weltweit über 700.000 Raiffeisen-Genossenschaften. Das schlichte Geburtshaus mit Original-Inventar und einer umfangreichen Dauerausstellung zur Genossenschaftsgeschichte ist seit 1949 Museum. Vor dem Haus erinnert ein Denkmal an den Sozialreformer, dessen Idee der gegenseitigen Selbsthilfe bis heute weltweit Anwendung findet. Der Eintritt ist kostenlos, die Anfahrt mit dem Stadtbus ab Bahnhof dauert rund 15 Minuten.
Deich und Pegelhaus
Die rund vier Kilometer lange Deichanlage entlang des Rheinufers schützt die Innenstadt seit der großen Flut von 1924 vor Hochwasser. Sie ist heute eine der schönsten Promenaden am Mittelrhein, mit Aussichtsbänken, Cafés am Pegelhaus und Blick auf das gegenüberliegende Weißenthurm. Das historische Pegelhaus von 1885 dokumentiert die Hochwassergeschichte des Rheins mit Pegelmarken bis zur Rekordflut von 1926 mit fast zehn Metern über Normal. Der Deich verbindet die Innenstadt mit dem Mendelssohn-Bartholdy-Park und ist auch Teil des Rheinradwegs D8.
Die 6 wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Überblick
Schloss Neuwied
Barockes Residenzschloss von 1707 bis 1756 mit dreiflügeliger Anlage, Ehrenhof und Sandstein-Fassade. Noch heute im Privatbesitz des Fürstenhauses zu Wied. Führungen Mai bis Oktober, Innenhof ganzjährig frei zugänglich.
Mendelssohn-Bartholdy-Park
17 Hektar Schlosspark mit altem Baumbestand, Orangerie und Skulpturen aus drei Jahrhunderten. Verbindet Schloss und Rheinufer. Ganzjährig frei zugänglich, im Sommer Schlosskonzerte und Sommerfest.
Roentgen-Museum
Bedeutendste Möbelmanufaktur Europas des 18. Jahrhunderts. Rund 50 Schreibmöbel von Abraham und David Roentgen mit mechanischen Geheimfächern, einst geliefert an Marie Antoinette und Katharina die Große. Eintritt rund 5 Euro.
Raiffeisen-Geburtshaus Hamm
Geburtsort des Genossenschaftsgründers Friedrich Wilhelm Raiffeisen von 1818. Original-Inventar, Dauerausstellung zur weltweiten Genossenschaftsbewegung, Denkmal vor dem Haus. Eintritt kostenlos, mit Stadtbus 15 Minuten ab Bahnhof.
Deich und Pegelhaus
Vier Kilometer lange Rheindeich-Promenade mit Pegelhaus von 1885 und Hochwassermarken bis zur Rekordflut 1926. Aussichtsbänke, Cafés, Blick zum gegenüberliegenden Weißenthurm. Teil des Rheinradwegs D8.
Engerser Feld
Naturschutzgebiet am Rheinufer im Stadtteil Engers mit Auwiesen, Baggerseen und seltenen Wasservögeln wie Eisvogel und Rohrweihe. Beliebtes Naherholungsgebiet, mehrere Rundwanderwege zwischen drei und acht Kilometern.
Stadtteile und Nachbarorte im Vergleich
Die Stadtteile von Neuwied unterscheiden sich deutlich in Charakter und Lage. Wer Schloss und Roentgen-Museum besuchen will, bleibt am besten zentral. Wer Wandern oder den Limes erkunden möchte, wählt einen Westerwald-Stadtteil wie Niederbieber-Segendorf. Stadtbusse verbinden die Ortsteile mindestens im 30-Minuten-Takt.
Toleranzstadt und Geschichte
Neuwied verdankt seine Gründung dem Grafen Friedrich von Wied, der 1653 mit dem Friedrich-Wilhelm-Privileg eine bemerkenswert moderne Toleranzpolitik begründete. Während andernorts Glaubenskriege wüteten, lud Wied Verfolgte aller Konfessionen ein, sich in der neuen Residenzstadt anzusiedeln. Bedingung war einzig, friedlich miteinander zu leben und das Stadtgesetz zu achten. So entstand eine Stadt, in der Mennoniten, Reformierte, Lutheraner, Juden, Herrnhuter Brüdergemeine und Inspirationsgemeinde nebeneinander ihre Gotteshäuser errichteten, oft in Sichtweite zueinander rund um den Marktplatz.
Glaubensvielfalt im Stadtbild
Die mennonitische Kirche an der Engerser Landstraße, die Herrnhuter Brüdergemeine mit ihrem markanten Gemeindehaus, die katholische Pfarrkirche St. Matthias und die evangelische Marktkirche stehen alle in unmittelbarer Nachbarschaft. Die ehemalige Synagoge in der Mittelstraße erinnert an die einst bedeutende jüdische Gemeinde, die hier ab dem 18. Jahrhundert blühte und 1938 zerstört wurde. Ein Stolperstein-Rundgang dokumentiert die Schicksale der jüdischen Familien. Die Mennoniten und Herrnhuter prägten lange Zeit Handwerk und Handel der Stadt, darunter auch die Roentgen-Manufaktur.
Die Roentgen-Möbelmanufaktur
Der Herrnhuter Abraham Roentgen gründete 1750 in Neuwied seine Möbelwerkstatt, die unter seinem Sohn David Roentgen ab den 1770er Jahren zur bedeutendsten Möbelmanufaktur Europas aufstieg. Die mit Marketerie verzierten Schreibtische, Schreibsekretäre und mechanischen Tische mit geheimen Fächern, beweglichen Aufsätzen und musizierenden Automaten galten als Wunderwerke der Handwerkskunst. David Roentgen wurde 1779 von König Ludwig XVI. zum Königlichen Möbelfabrikanten ernannt, später auch von Katharina der Großen ausgezeichnet. Die Französische Revolution und die Napoleonischen Kriege beendeten 1799 das Unternehmen, dessen Werke heute in den großen Museen der Welt zu sehen sind, darunter Hermitage, Louvre, Metropolitan Museum und Schloss Versailles.
Vom 19. Jahrhundert bis heute
Nach dem Wiener Kongress kam Neuwied 1815 zu Preußen, blieb aber bis 1848 Residenz der Fürsten zu Wied. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Industrie in den Vororten Engers und Heimbach-Weis, vor allem Bimsstein- und Tonabbau. Im Stadtteil Hamm wurde 1818 Friedrich Wilhelm Raiffeisen geboren, dessen Genossenschaftsgedanke später weltweit Schule machte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Innenstadt stark beschädigt, doch das Schloss und große Teile der barocken Gründungsstruktur blieben erhalten. Heute ist Neuwied Verwaltungs-, Schul- und Industriezentrum für den Landkreis sowie Wohnstadt für viele Koblenz-Pendler.
Westerwald-Anschluss und Limes
Östlich der Innenstadt steigen die Hänge zum Westerwald an, einem dünn besiedelten Mittelgebirge mit weiten Wäldern, Hochmooren und Basaltkuppen. Bereits in den Stadtteilen Niederbieber-Segendorf, Hamm und Oberbieber erreicht man die ersten Höhenlagen mit Blick weit ins Rheintal hinab. Hier verläuft auch der Obergermanisch-Rätische Limes, seit 2005 UNESCO-Welterbe, mit Resten von Wachtürmen und einem rekonstruierten Limeswachturm bei Hillscheid in der nahen Verbandsgemeinde.
Limeswanderweg und Wachturm Niederbieber
Bei Niederbieber befand sich ein bedeutendes römisches Numeruskastell mit angegliedertem Vicus, das um 185 nach Christus errichtet wurde und bis zur Räumung des Limes um 260 bewohnt war. Heute zeigt eine archäologische Informationsstation Mauerreste, einen Grundriss und Inschriftensteine. Der ausgeschilderte Limeswanderweg führt von Niederbieber rund neun Kilometer durch den Westerwald nach Anhausen und weiter zum rekonstruierten Limeswachturm bei Hillscheid. Festes Schuhwerk und eine Wanderkarte sind empfehlenswert, da der Weg streckenweise durch dichten Wald führt.
Abtei Rommersdorf in Heimbach-Weis
Im nördlichen Stadtteil Heimbach-Weis liegt die ehemalige Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf, gegründet 1117 und damit eine der ältesten Klostergründungen der Region. Erhalten sind die romanische Klosterkirche, der barocke Kreuzgang sowie die fürstabtelichen Räume mit reicher Stuckdekoration. Die Abtei dient heute als Kulturzentrum mit Konzerten, Ausstellungen und Führungen. Im angeschlossenen Klosterhof liegt ein Café mit Garten, ideal als Ausklang einer Wanderung. Der Eintritt zur Abtei liegt bei rund 4 Euro, geöffnet ist von April bis Oktober.
Essen und Übernachten in Neuwied
Die Gastronomie spiegelt die Lage zwischen Rhein und Westerwald wider. Klassiker sind Sauerbraten mit Rosinen-Soße, Westerwälder Schinken, Reibekuchen mit Apfelmus sowie Forellen aus den Bachläufen des Westerwalds. Dazu kommen Weine vom nahen Mittelrhein, vor allem Rieslinge und Spätburgunder von den Hängen rund um Koblenz und Boppard. Die Innenstadt bietet Mittagstische ab rund 11 Euro, abends gehoben Menüs zwischen 40 und 80 Euro. Empfehlenswert sind die Restaurants am Schlossplatz, im Mendelssohn-Bartholdy-Park sowie in den Stadtteilen Engers und Heimbach-Weis.
Klassische Adressen
Das Restaurant Goldener Anker am Marktplatz ist seit Generationen eine Institution für rheinische Klassiker mit Blick auf das Schloss. Das Restaurant im Schloss Engers im gleichnamigen Stadtteil setzt auf gehobene Küche in barockem Ambiente mit Lage direkt am Rhein. Wer rustikal mag, findet in Westerwälder Landgasthöfen in Niederbieber, Hamm und Anhausen deftige Westerwälder Spezialitäten zu fairen Preisen. Mehrere Cafés am Luisenplatz bieten Frühstück und leichten Lunch im Sommer mit Außenbestuhlung.
Übernachtungsoptionen
Die Hotellerie reicht von Stadt-Hotels nahe der Innenstadt über das stilvoll renovierte Schloss-Hotel in Engers bis hin zu Ferienwohnungen und Pensionen in den Westerwald-Stadtteilen. Mittelklasse-Doppelzimmer liegen meist zwischen 80 und 130 Euro pro Nacht, das Schloss-Hotel oberhalb von 160 Euro. Wer Ruhe und Wandern bevorzugt, bucht eine Wanderpension in Niederbieber-Segendorf oder eine Ferienwohnung in Heimbach-Weis am Rand der Westerwald-Wälder. Im Sommer empfiehlt sich frühzeitige Reservierung, vor allem zur Schlosskonzertsaison und zum Rhein in Flammen im August.
Praktische Tipps für Neuwied
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Mittelrhein-Card spart bei Museen
Die regionale Mittelrhein-Card gibt es in der Tourist-Info am Marktplatz und beinhaltet ermäßigte Eintritte ins Roentgen-Museum, ins Schloss Engers, in die Abtei Rommersdorf sowie freie Stadtbus-Nutzung. Ein Wochenende spart so leicht 25 bis 35 Euro pro Person und macht die Kombination mehrerer Museen besonders attraktiv.
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Deichspaziergang am Morgen
Der vier Kilometer lange Deich ist am frühen Morgen zwischen sieben und neun Uhr nahezu menschenleer und im weichen Licht besonders fotogen. Vom Pegelhaus bis zum Mendelssohn-Bartholdy-Park reicht der Blick weit über den Rhein bis nach Weißenthurm. Anschließend lädt ein Café am Marktplatz zum Frühstück.
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Schlosskonzerte im Sommer
Zwischen Juni und September finden im Schlosspark und in der Orangerie regelmäßig Schlosskonzerte mit klassischer und jazziger Musik statt. Karten gibt es ab rund 20 Euro, im Sommer-Abo deutlich günstiger. Vorbestellung lohnt sich, da viele Konzerte ausverkauft sind. Picknick im Park vor dem Konzert ist erlaubt und sehr beliebt.
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Schiffsausflug nach Koblenz
Von Mai bis Oktober verkehrt die Köln-Düsseldorfer Rheinflotte zwischen Neuwied und Koblenz mehrmals täglich. Die Fahrt dauert rund 90 Minuten und endet am Deutschen Eck direkt unter der Festung Ehrenbreitstein. Eine Hin- und Rückfahrt kostet rund 22 Euro, mit Mittagessen an Bord deutlich mehr. Ideal als Tagesausflug ohne Auto.
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Roentgen-Führung lohnt sich
Das Roentgen-Museum bietet samstags um 14 Uhr und sonntags um 11 Uhr Führungen, in denen einige der mechanischen Geheimfächer und musizierenden Automaten in Aktion gezeigt werden. Ohne Führung bleibt vieles unsichtbar. Die Führung dauert rund 60 Minuten und kostet rund 3 Euro zusätzlich zum regulären Eintritt von 5 Euro.
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Barrierefreiheit im Park
Der Mendelssohn-Bartholdy-Park, der Deich und die zentrale Fußgängerzone sind weitgehend barrierefrei mit befestigten Wegen, Rampen und Behindertenparkplätzen am Schlossplatz und am Pegelhaus. Roentgen-Museum und Schloss Engers verfügen über Aufzüge. Schwieriger sind die Westerwald-Stadtteile mit teils steilen Hängen und Kopfsteinpflaster.
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Rhein in Flammen im August
Einmal pro Jahr im August zieht eine illuminierte Schiffskonvoi von Spay über Koblenz bis Neuwied, begleitet vom großen Höhenfeuerwerk im Schlossgarten. Der Deich wird dabei zur Tribüne mit Tausenden Zuschauern. Frühzeitige Anreise und Picknick-Decke empfohlen, da Parkplätze knapp werden. Hotels sollten Monate vorher reserviert werden.
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Schlechtwetter im Roentgen-Museum
Bei Regen wird das Roentgen-Museum zur Komfort-Option mit rund 50 Möbeln, mechanischen Vorrichtungen und einer 90-minütigen Audio-Tour. Anschließend lässt sich in der Abtei Rommersdorf in Heimbach-Weis bei einer weiteren Stunde Klosterführung der Schauer abwarten. Das Raiffeisen-Haus in Hamm bietet überdacht kostenlose Sozialgeschichte für eine weitere Stunde.
Insider-Tipps
Geheimtipp Schloss Engers
Im südlichen Stadtteil Engers liegt das spätbarocke Schloss Engers direkt am Rhein, erbaut zwischen 1758 und 1762 vom Trierer Kurfürsten Johann Philipp von Walderdorff als Sommerresidenz. Der prächtige Diana-Saal mit Deckenfresken des Tiroler Künstlers Januarius Zick gilt als eines der schönsten Rokoko-Räume Deutschlands. Heute beherbergt das Schloss die Villa Musica, eine Stiftung für Kammermusik, sowie ein gehobenes Restaurant. Führungen werden von April bis Oktober sonntags angeboten.
Bimsweg und Industriedenkmäler
Der Neuwieder Bimsabbau prägte das nördliche Stadtgebiet bis ins 20. Jahrhundert. Der Bimsweg, ein rund zwölf Kilometer langer Themenweg zwischen Heimbach-Weis und Andernach, führt zu ehemaligen Abbaustellen, einer Bimspresse und einem Bimsmuseum in Kaltenengers. Die Landschaft mit ihren Mulden und Seen ist heute Naherholungsgebiet und Lebensraum vieler Vogelarten. Die Wanderung dauert rund drei Stunden, mehrere Einkehrmöglichkeiten unterwegs.



