Die Kanaren sind kein Ziel für einen einzigen Wanderurlaub, sondern für mehrere sehr unterschiedliche Touren. Auf Teneriffa steigst Du auf den Teide bis auf 3.718 Meter, auf La Gomera läufst Du durch den Lorbeerwald im Nationalpark Garajonay, und auf La Palma folgst Du Vulkanrouten über schwarze Aschefelder und Kiefernwälder. Dazu kommen Küstenwege auf Fuerteventura, Schluchten auf Gran Canaria und grüne Höhenwege auf El Hierro. Wenn Du Natur magst und im Urlaub gern jeden Tag draußen bist, findest Du hier kurze Halbtagestouren genauso wie anspruchsvolle Gipfelwege.
Anreise und Erreichbarkeit
Für einen Wanderurlaub auf den Kanaren fliegst Du fast immer zuerst auf eine der größeren Inseln. Teneriffa Süd, Teneriffa Nord, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und La Palma haben regelmäßige Verbindungen aus Deutschland. Von dort kommst Du mit Mietwagen, Linienbus oder Inlandsflug weiter. Für Wanderer ist ein Mietwagen auf vielen Inseln praktisch, weil Start- und Zielpunkte von Touren oft weit auseinanderliegen.
Mit dem Auto
Auf den Inseln selbst ist das Auto für viele Wanderungen die einfachste Lösung. Auf Teneriffa fährst Du für den Teide über die TF-21, TF-24 oder TF-38 je nach Startpunkt. In Masca, im Anaga-Gebirge oder an abgelegenen Küstenwegen sind die Parkplätze früh voll. Auf La Palma, La Gomera und El Hierro sind viele Trails nur mit Auto oder Taxi gut erreichbar. Wenn Du auf Fuerteventura unterwegs bist, planst Du längere Fahrzeiten ein, weil die Wanderstartpunkte oft weit auseinanderliegen. Bei beliebten Routen lohnt sich ein Start am frühen Morgen.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Einen klassischen Bahnanschluss gibt es auf den Inseln kaum. Für Wanderungen nutzt Du meist Busse, zum Beispiel auf Teneriffa und Gran Canaria. Das klappt gut bei Touren ab größeren Orten, aber nicht bei allen Ausgangspunkten im Gebirge. Auf La Gomera und El Hierro sind Busse seltener, daher ist die Planung mit Mietwagen oder Taxi meist einfacher. Für den Teide, Anaga oder die Masca-Schlucht solltest Du die Rückfahrt vorab mitdenken.
Mit dem Flugzeug
Die wichtigsten Flughäfen sind Teneriffa Süd, Teneriffa Nord, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und La Palma. Für reine Wanderreisen ist Teneriffa oft der praktischste Einstieg, weil Du dort viele unterschiedliche Landschaften auf einer Insel bekommst. La Gomera erreichst Du meist über Teneriffa mit Fähre oder Inlandsflug. Von Deutschland aus dauert der Flug je nach Ziel rund 4 bis 5,5 Stunden. Für einen kurzen Wanderurlaub ist das gut planbar, weil Du ohne Zeitverschiebung ankommst.
Vor Ort bewegen / Parken
Die Parksitutation ist an bekannten Startpunkten unterschiedlich. Am Teide gibt es Parkplätze an mehreren Zufahrten, aber sie sind an Wochenenden schnell voll. In Masca und im Anaga-Gebiet ist frühes Kommen Pflicht. Auf La Gomera und La Palma sind die Straßen schmaler, dafür ist das Parken an vielen Ausgangspunkten unkomplizierter. Wenn Du lieber ohne Mietwagen reist, buche eine Unterkunft mit guter Lage für Wanderbusse oder Transfers.
Die besten Wanderinseln im direkten Vergleich
Wenn Du nur eine Insel wählen willst, nimm Teneriffa für die größte Auswahl. Für ruhige Natur und kurze Wege passt La Gomera besonders gut.
Die bekanntesten Routen für Wanderer
Teide-Route auf Teneriffa
Der Teide ist mit 3.718 Metern Spaniens höchster Berg. Du bekommst hier Lavafelder, Schotterpfade und weite Blicke über die Insel. Für den Gipfel brauchst Du je nach Route gute Kondition und, für den oberen Bereich, eine Genehmigung. Die Tour ist am besten zwischen Oktober und Mai.
Garajonay auf La Gomera
Im Nationalpark Garajonay läufst Du durch dichten Lorbeerwald. Viele Wege sind gut markiert und deutlich kühler als an der Küste. Das macht die Insel für Frühling und Herbst sehr angenehm. Rundwege ab La Laguna oder dem Besucherzentrum sind besonders beliebt.
Caldera de Taburiente auf La Palma
La Palma ist die Vulkaninsel für lange Naturtouren. In der Caldera de Taburiente wanderst Du durch ein riesiges Erosionsbecken mit Wasserläufen, Kiefern und steilen Wänden. Die Wege sind oft anspruchsvoll, aber landschaftlich sehr abwechslungsreich.
Anaga-Gebirge auf Teneriffa
Anaga ist grün, steil und oft feucht. Hier liegen Küstenwege, Höhenrouten und kurze Schluchtenwanderungen dicht beieinander. Wer viel sehen, aber nicht den ganzen Tag unterwegs sein will, findet dort sehr gute Halbtagestouren.
Roque Nublo auf Gran Canaria
Der Bereich um Roque Nublo gehört zu den klassischen Bergzielen der Insel. Du wanderst durch Hochland, Kiefern und offene Aussichtspunkte. Die Tour ist ein guter Einstieg in das Bergwandern auf Gran Canaria.
Küstenpfade auf Fuerteventura
Fuerteventura ist ideal, wenn Du lange, eher einfache Wege mit Meerblick suchst. Die Landschaft ist trockener und offener als auf den westlichen Inseln. Gerade an ruhigen Abschnitten sind die Touren gut für Einsteiger und Winterurlauber geeignet.
Beliebte Wanderungen nach Insel und Schwierigkeitsgrad
Die Werte sind typische Orientierungsgrößen. Auf den Kanaren ändern Wind, Hitze und Höhenmeter die Gehzeit oft stärker als die Kilometerzahl.
Die 6 besten Aktivitätsideen für Deinen Wanderurlaub
Geführte Teide-Tour
Mit Guide ist die Tour entspannter, weil Route, Timing und Genehmigungen oft mitgedacht werden. Das ist besonders sinnvoll, wenn Du früh starten und den Sonnenaufgang mitnehmen willst.
Caminos de La Gomera
Die historischen Wege der Insel verbinden Dörfer, Schluchten und Höhenzüge. Mit einer Tagesetappe bekommst Du viel Natur, ohne gleich eine schwere Bergtour zu machen.
Vulkanwanderung auf La Palma
Nach dem Ausbruch von 2021 hat La Palma noch mehr Aufmerksamkeit als Vulkaninsel. Viele Wege führen durch geprägte Lavafelder und Kiefernwälder. Für Naturfans ist das eine der spannendsten Inseln der Gruppe.
Sonnenaufgang im Hochland
Auf Teneriffa oder Gran Canaria lohnt sich ein sehr früher Start. Dann sind die Temperaturen angenehmer und die Aussicht meist klarer. Im Sommer ist das fast Pflicht.
Kombination aus Wandern und Badepause
Auf Fuerteventura, Teneriffa und La Palma lassen sich leichte Touren gut mit einem Strandstopp verbinden. So wird der Tag nicht zu lang, wenn Du mit Familie oder ohne große Bergerfahrung unterwegs bist.
Tagesausflug mit Transfer
Gerade auf La Gomera und Teneriffa gibt es organisierte Wanderungen mit Shuttle. Das ist praktisch, wenn Du keine Rundtour laufen willst oder den Mietwagen stehen lassen möchtest.
Welche Insel passt zu Deinem Wandertyp?
Praktische Tipps für Wandern auf den Kanaren
- ☀Früher Start lohnt sich fast immer
Zwischen 10 und 16 Uhr kann es auf den Südhängen und in den Hochlagen sehr warm werden. Starte bei längeren Touren möglichst vor 9 Uhr, im Sommer noch früher.
- €Mietwagen spart Zeit
Viele Startpunkte liegen weit auseinander. Wenn Du mehrere Inseln oder mehrere Gebiete auf einer Insel planst, ist ein Auto oft die praktischste Lösung.
- ✦Genehmigungen vorher prüfen
Für einzelne Bereiche am Teide brauchst Du eine Erlaubnis. Das gilt nicht für jede Route, aber für Gipfelabschnitte solltest Du das vorher klären.
- iWasser ist Pflicht
Gerade auf Fuerteventura, Lanzarote und an trockenen Hängen auf Teneriffa nimmst Du mehr Wasser mit, als Du für eine ähnliche Tour in Mitteleuropa einpacken würdest.
- ♿Leichte Wege sind familienfreundlich
Routen an Küsten, kurze Rundwege im Lorbeerwald und gut ausgebaute Besucherwege eignen sich auch für Kinder, wenn die Strecke nicht zu lang ist.
- ☂Wind nicht unterschätzen
Auf exponierten Höhen und an Küsten kann es frisch werden, selbst wenn es im Tal warm ist. Eine leichte Jacke gehört in jeden Rucksack.



