Der Tierpark und das Fossilium Bochum an der Klinikstraße 49 im Bochumer Stadtparkviertel sind eine in Deutschland seltene Kombination aus klassischem Zoo und naturkundlichem Fossilien-Museum unter einem Eintritt. Auf einer Fläche von rund fünf Hektar leben seit der Gründung 1933 Tiere aus verschiedenen Klima-Zonen, ergänzt um die 2009 eröffnete Fossilium-Halle, die Erdgeschichte vom Kambrium bis ins Quartär begehbar macht. Auf dem Rundgang treffen Besucher auf eine Aquarienlandschaft mit tropischen und heimischen Fischen, frei begehbare und blickdichte Vogelvolieren, einen Streichelzoo mit Ziegen und Schafen sowie ein Affenhaus mit verschiedenen Primaten-Arten. Im angeschlossenen Fossilium führen Saurier-Skelette, Versteinerungen aus dem Solnhofener Plattenkalk, der Eifel und dem Ruhrgebiet sowie nachgebildete Lebenswelten durch 540 Millionen Jahre Evolution. Jährlich besuchen rund 280.000 Gäste den Tierpark und das Fossilium, das Tagesticket kostet rund 11 Euro. Die Anreise per Straßenbahn-Linien 308 und 318 endet an der Haltestelle Tierpark unmittelbar vor dem Eingang an der Klinikstraße.
Anreise und Erreichbarkeit
Der Tierpark und das Fossilium Bochum liegen rund zwei Kilometer südlich des Bochumer Hauptbahnhofs am Übergang zwischen dem Stadtpark und dem Krankenhausviertel rund um das Bergmannsheil. Die Adresse Klinikstraße 49 verweist auf die direkte Nachbarschaft zu mehreren großen Kliniken, gleichzeitig grenzt das Gelände an die weitläufige Parkanlage des Bochumer Stadtparks mit Tiergarten-Teich und Bismarckturm. Die Lage im inneren Stadtgebiet macht den Tierpark zu einem der am besten mit dem ÖPNV erreichbaren Tiergärten im Ruhrgebiet, gleichzeitig stehen ausreichend Parkplätze für Anreisende mit dem Auto bereit.
Mit dem Auto
Aus Süden führt die Autobahn A43 von der Sauerlandlinie über die Ausfahrt Bochum-Querenburg und die Universitätsstraße in rund zehn Minuten zum Stadtpark. Aus Westen erreichen Gäste das Haus über die A40 aus Essen und Duisburg, die Ausfahrt Bochum-Stahlhausen liegt rund drei Kilometer entfernt. Von Osten kommend ist die A40-Ausfahrt Bochum-Hamme die schnellste Option. Parkplätze stehen unmittelbar am Eingang an der Klinikstraße bereit, an Wochenenden und in den Schulferien ist der Bereich häufig ausgelastet, dann lohnt das Ausweichen auf die Parkhäuser am Bergmannsheil oder am Bochumer Hauptbahnhof in rund zehn Minuten Fußweg.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Vom Bochumer Hauptbahnhof führen die Straßenbahn-Linien 308 in Richtung Hattingen und 318 in Richtung Bochum-Dahlhausen direkt zur Haltestelle Tierpark, die unmittelbar vor dem Haupteingang liegt. Die Fahrt vom Hauptbahnhof dauert rund sieben Minuten. Aus der Bochumer Innenstadt erreichen Gäste die Tram ab dem Rathaus oder dem Bermuda3Eck in wenigen Minuten. Aus Essen und Dortmund führt der Regionalverkehr im Halbstunden-Takt zum Bochumer Hauptbahnhof, von dort sind es mit der Tram weniger als zehn Minuten zum Tierpark.
Mit dem Flugzeug
Der Flughafen Düsseldorf (DUS) liegt rund 50 Kilometer westlich, der Flughafen Dortmund (DTM) rund 30 Kilometer östlich. Vom Flughafen Düsseldorf erreichen Gäste den Bochumer Hauptbahnhof per Regional-Express in rund 35 Minuten, vom Flughafen Dortmund per S-Bahn oder Bus in rund 50 Minuten. Damit gehört der Tierpark Bochum zu den im Ruhrgebiet zentralen Ausflugszielen mit guter überregionaler Anbindung.
Vor Ort bewegen und Parken
Innerhalb des Geländes legen Besucher alle Wege zu Fuß zurück, der Rundgang folgt einer empfohlenen Reihenfolge vom Eingangsbereich über Aquarium, Vogelvolieren und Affenhaus bis ins Fossilium. Das Gelände ist weitgehend barrierefrei zugänglich, einzelne ältere Tierhäuser haben schmale Schwellen. Behindertenparkplätze liegen direkt am Haupteingang. Kinderwagen sind im Tierpark erlaubt, Wickelbereiche gibt es im Eingangsgebäude und im Fossilium. Wer mit dem Rad anreist, findet überdachte Stellplätze am Eingang, der Bochumer Stadtparkring führt unmittelbar am Gelände vorbei und verbindet den Tierpark mit dem Hauptbahnhof und der Innenstadt.
Geschichte des Tierparks und Erweiterung um das Fossilium
Die Wurzeln des Tierparks Bochum reichen ins Jahr 1933 zurück, als die Stadt eine kleine Anlage im Stadtpark eröffnete, die ursprünglich vor allem heimische Vögel und Kleinsäuger zeigte. In den Nachkriegs-Jahrzehnten wuchs der Bestand kontinuierlich, der Tierpark übernahm in den 1960er- und 1970er-Jahren Aufgaben eines klassischen Stadtzoos für das Ruhrgebiet zwischen Essen, Dortmund und Wuppertal. Mit der Eröffnung der Aquarium-Halle und des Affenhauses in den 1980er-Jahren professionalisierte sich das Haus, eine erste Tropenhalle folgte in den 1990er-Jahren. 2009 markierte mit der Eröffnung des Fossiliums den größten Umbruch der Tierpark-Geschichte: Aus dem klassischen Zoo wurde eine Kombination aus zoologischer Schau und Naturkunde-Museum unter einem Träger und einem Eintritt.
Das Fossilium als Erweiterung 2009
Das Fossilium entstand auf einer rund 1.000 Quadratmeter großen Erweiterungsfläche am Rand des bestehenden Tierparks und wurde 2009 eröffnet. Inhaltlich erzählt die Ausstellung in chronologischer Reihenfolge die Erdgeschichte vom Kambrium über das Devon, Karbon und die Trias bis ins Jura, die Kreidezeit und das Quartär. Saurier-Skelette, Versteinerungen aus dem Solnhofener Plattenkalk, fossile Pflanzen aus dem Ruhrgebiet-Karbon und mehrere Lebenswelt-Dioramen verbinden die Funde mit der Welt, aus der sie stammen. Das Konzept eines Fossilien-Museums im Zoo gilt in Deutschland als einzigartig und macht den Tierpark Bochum zu einem überregional wahrgenommenen Ziel.
Träger-Wechsel und Modernisierung
Bis 2015 betrieb die Stadt Bochum den Tierpark direkt, danach übernahm eine gemeinnützige GmbH die Trägerschaft, die sich aus städtischen Anteilen und privaten Förderern zusammensetzt. Die Umstellung erlaubte eine intensivere Modernisierung der älteren Tierhäuser, die Erweiterung des Streichelzoos und den Ausbau der Bildungs-Angebote für Schulen und Kitas. Seitdem zählt der Tierpark stabil rund 280.000 Gäste pro Jahr, ein deutliches Plus gegenüber dem Jahrzehnt vor der Fossilium-Eröffnung.
Die Bereiche im Tierpark und Fossilium
Aquarium und Tropenhalle
Das Aquarium zeigt tropische Süßwasser- und Meeres-Fische in einer Reihe großer Schau-Becken, ergänzt um eine kleine Tropenhalle mit feuchtwarmem Klima. Zu sehen sind Buntbarsche aus dem Malawi-See, Piranhas aus dem Amazonas, kleine Riffhaie und farbenfrohe Anemonen-Bewohner.
Vogelvolieren
Mehrere begehbare und blickdichte Volieren beherbergen tropische und einheimische Vögel, darunter Sittiche, Aras, Tukane und verschiedene Wasservögel. In den begehbaren Volieren landen die Vögel teils direkt auf den Sitzbänken, was den Bereich besonders bei Kindern beliebt macht.
Streichelzoo
Im Streichelzoo leben Zwergziegen, Schafe und Kaninchen in einer offenen Gehege-Landschaft, in die Besucher direkt hineingehen. Tierfutter ist an einem Automaten am Eingang erhältlich, der Bereich gilt als der intensivste Tier-Kontakt-Bereich des Hauses.
Affenhaus
Das Affenhaus zeigt mehrere Primaten-Arten in nach innen und außen geöffneten Gehegen, darunter Totenkopfäffchen, Krallenaffen und Kapuzineraffen. Die Beobachtung erfolgt durch große Glasscheiben, im Sommer ziehen sich die Tiere in die Außen-Voliere zurück.
Fossilium Hauptausstellung
Die Hauptausstellung des Fossiliums führt chronologisch durch 540 Millionen Jahre Erdgeschichte. Highlight ist das nahezu vollständige Skelett eines Plateosaurus aus der Trias, ergänzt um Schädel von Allosaurus und Iguanodon, fossile Fische aus Solnhofen und Pflanzen-Versteinerungen aus dem Ruhrgebiet-Karbon.
Lebenswelten und Dioramen
Mehrere Dioramen rekonstruieren Lebenswelten vergangener Erdzeitalter, vom tropischen Steinkohle-Wald des Karbons mit Baum-Farnen bis zur eiszeitlichen Tundra mit Mammut und Höhlenbär. Audio-Stationen erklären die Funde und ihre Fundorte vor allem im Ruhrgebiet und in der Eifel.
Bereiche im Vergleich
Familien mit kleinen Kindern starten meist im Streichelzoo direkt am Eingang, weil die Aufmerksamkeit zu Beginn am höchsten ist, und planen das Fossilium als ruhigeren Abschluss ein, sobald die Tier-Energie nachlässt.
Das Fossilium im Detail
Das Fossilium ist der jüngste und überregional bekannteste Teil der Anlage. Auf rund 1.000 Quadratmetern führt die Ausstellung durch 540 Millionen Jahre Erdgeschichte, beginnend im Kambrium mit den ersten harten Schalen und endend im Quartär mit den eiszeitlichen Großsäugern. Die chronologische Anordnung verbindet Funde aus dem Ruhrgebiet, der Eifel, dem Solnhofener Plattenkalk und Holzmaden mit globalen Schaustücken aus Nordamerika, Asien und Afrika. Audio-Stationen, kurze Erklär-Videos und Tast-Modelle für Kinder ergänzen die Vitrinen, mehrere Lebenswelt-Dioramen mit nachgebildeter Vegetation und Tierwelt machen die Funde greifbar.
Saurier-Skelette als Höhepunkt
Im Zentrum des Fossiliums steht das nahezu vollständige Skelett eines Plateosaurus, eines pflanzenfressenden Sauriers aus der späten Trias, der vor rund 210 Millionen Jahren in Mitteleuropa lebte. Ergänzt wird der Bestand um Schädel und Teil-Skelette von Allosaurus, Iguanodon und kleineren Raubsauriern. Die Aufstellung in einer offenen Halle ohne Vitrinen erlaubt eine 360-Grad-Beobachtung, Foto-Punkte sind an mehreren Stellen markiert. Für Kinder hängen Maßstäbe in Form von Schritt-Markierungen am Boden, die den ungefähren Gang eines Sauriers nachzeichnen.
Versteinerungen aus Solnhofen und der Eifel
Eine eigene Sektion widmet sich dem Solnhofener Plattenkalk, der weltberühmt für die Funde des Archaeopteryx und für seine fein erhaltenen Fisch- und Insekten-Versteinerungen ist. Mehrere Original-Platten zeigen Knochenfische, Quallen und Krebse aus dem oberen Jura. Eine zweite Sektion sammelt Funde aus der Eifel, darunter Trilobiten und versteinerte Korallen aus dem Devon, sowie Pflanzen-Fossilien aus dem Karbon des Ruhrgebiets, das eine eigene Verbindung zur Region herstellt.
Praktische Tipps für den Besuch
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Eintritt und Familien-Ticket
Das Tagesticket Erwachsene kostet rund 11 Euro und schließt den Besuch des Fossiliums ohne Aufpreis ein. Kinder ab vier Jahren zahlen den ermäßigten Tarif, Familien-Tickets für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder sparen rund ein Viertel gegenüber Einzelkarten. Tickets gibt es an der Kasse oder online im Vorverkauf.
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Beste Tageszeit
Das Haus öffnet täglich um 9 Uhr, in den Wintermonaten teilweise erst um 10 Uhr. Wer Schul-Klassen ausweichen will, kommt unter der Woche ab 14 Uhr oder am Wochenende vor 11 Uhr. Schließung ist je nach Saison zwischen 17 und 18 Uhr.
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Aufenthaltsdauer einplanen
Für den kompletten Rundgang inklusive Fossilium sollten Besucher rund drei bis vier Stunden einplanen. Mit kleineren Kindern verlängert sich die Dauer im Streichelzoo und in den begehbaren Vogelvolieren, dann lohnt eine Pause am Café im Eingangsbereich.
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Fütterungszeiten und Programm
Der Tierpark Bochum bietet täglich öffentliche Fütterungen, unter anderem im Affenhaus und an den Pinguinen, wenn diese saisonal gezeigt werden. Die Termine hängen am Eingang aus, ein Blick lohnt direkt nach der Kasse, da die Fütterungen den Tages-Ablauf strukturieren.
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Foto- und Stativ-Regeln
Fotografieren ohne Blitz ist im gesamten Haus erlaubt, der Blitz ist mit Rücksicht auf die Tiere verboten. Stative sind im Aquarium und im Fossilium grundsätzlich zugelassen, in den schmaleren Tierhäusern und im Streichelzoo aus Sicherheits-Gründen nicht. Für Saurier-Skelette eignet sich ein Weitwinkel, da die Hallenhöhe begrenzt ist.
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Barrierefreiheit
Das Gelände ist weitgehend barrierefrei, alle Hauptbereiche und das Fossilium sind über Rampen oder Aufzüge erreichbar. Einzelne ältere Tierhäuser haben schmale Schwellen, die ein Begleiter ausgleichen kann. Behindertenparkplätze liegen direkt am Eingang, Rollstühle können nach Anmeldung ausgeliehen werden.
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Kombi mit Stadtpark
Der Bochumer Stadtpark grenzt unmittelbar an das Gelände und ist frei zugänglich. Wer den Besuch im Sommer plant, kombiniert die drei Stunden im Tierpark mit einem Spaziergang um den Tiergarten-Teich, zum Bismarckturm oder ins Bermuda3Eck der Bochumer Innenstadt für das Abendprogramm.
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Schlechtwetter-Vorteil
Aquarium, Tropenhalle, Affenhaus und Fossilium liegen im Gebäude, damit funktioniert ein großer Teil des Programms auch bei Regen. An Regentagen ist die Auslastung höher als an Schönwetter-Tagen, dann lohnt der Online-Kauf der Tickets, um Warteschlangen an der Kasse zu vermeiden.
Insider-Tipps
Die ruhigsten Ecken
Das Fossilium bleibt selbst an Samstagen vergleichsweise ruhig, weil die meisten Familien sich zuerst auf die lebenden Tiere konzentrieren. Wer die Saurier-Skelette und Versteinerungen in Ruhe sehen möchte, plant diesen Bereich für den späten Vormittag oder kurz vor Schließung ein. Auch die blickdichten Vogelvolieren auf der Ostflanke des Geländes gelten als Geheim-Tipp für ruhige Beobachtungen.
Kombi mit dem Ruhrgebiet
Der Tierpark Bochum lässt sich gut mit einem Tagesausflug ins westliche Ruhrgebiet verbinden. Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum liegt rund einen Kilometer entfernt und vertieft die regionale Erdgeschichte aus dem Fossilium um die menschliche Bergbau-Geschichte. Das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen, das Zeiss-Planetarium und das Bermuda3Eck ergänzen einen Bochumer Tag um Kultur und Gastronomie.




