Der Parc Saint Paul liegt in der Gemeinde Saint-Paul mit der Postleitzahl 60650 im Département Oise in der Region Hauts-de-France, rund 80 Kilometer nördlich von Paris und etwa zehn Kilometer westlich der Präfekturstadt Beauvais. Eröffnet 1983 als kleiner Familienpark einer regionalen Familienholding, ist die Anlage über die Jahrzehnte organisch gewachsen und gehört heute mit rund 400.000 Besuchern pro Jahr zu den meistbesuchten Freizeitparks der nördlichen Picardie, bleibt damit aber deutlich kleiner als Disneyland Paris mit fast 10 Millionen Gästen oder Parc Astérix mit rund 2,5 Millionen. Der Park ist konsequent familienfreundlich ausgerichtet — kleinere Kinder und Grundschulkinder finden eine eigene Family-Zone mit dem Mini-Coaster Le Petit Train de Lapinou, Eltern und Teenager den Western-Bereich mit den Achterbahnen Le Boomerang, Le Tornado und Le Twist. Mit Wasserrutschen, einer Wildwasserbahn, Autoscooter und rund 40 weiteren Fahrgeschäften und Shows bietet der Parc Saint Paul ein klassisches französisches Freizeitpark-Programm mit Saison von Anfang April bis Ende September und einem Eintritt um 26 Euro, der ihn zum preiswertesten der großen nordfranzösischen Parks macht.
Anreise und Erreichbarkeit
Der Parc Saint Paul liegt im Département Oise in einer ländlich geprägten Region zwischen den Kleinstädten Beauvais, Gisors und Méru, abseits der großen touristischen Achsen Frankreichs und damit für deutsche Gäste vor allem als Zwischenstopp auf der Anreise nach Paris oder in die Normandie sinnvoll. Aus dem Großraum Paris ist der Park über die Autobahn A16 in rund einer Stunde zu erreichen, aus Deutschland über die A1 und A29 in fünf bis acht Fahrstunden je nach Startpunkt. Die nahegelegene Präfekturstadt Beauvais mit ihrem Flughafen, der vor allem von Ryanair und Wizz Air bedient wird, macht den Park auch für Wochenend-Trips mit dem Flieger gut erreichbar.
Mit dem Auto
Aus Paris fährt man auf der Autobahn A16 in Richtung Norden bis zur Ausfahrt Beauvais-Sud oder Beauvais-Nord, von dort über die Departementsstraßen D901 und D981 in rund 15 Minuten zum Park. Aus Deutschland nutzt man die A4 nach Reims, die A29 in Richtung Amiens und schwenkt dann auf die A16 in Richtung Süden bis Beauvais ab. Aus dem Großraum Lille sind es über die A16 in Richtung Süden rund 180 Kilometer und damit etwa zwei Fahrstunden, aus Brüssel rund 260 Kilometer in drei Stunden. Der Park verfügt über einen kostenlosen Besucherparkplatz direkt am Eingang mit mehreren hundert Stellplätzen, der auch an Hauptsaison-Tagen meist ausreicht.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der nächstgelegene Bahnhof ist Beauvais, dort halten Züge der SNCF auf der Strecke Paris-Nord nach Le Tréport-Mers, die Fahrzeit ab Paris-Nord liegt bei rund 75 Minuten. Vom Bahnhof Beauvais zum Park sind es rund zehn Kilometer, die mit einem Taxi für 20 bis 30 Euro oder bei guter Wetterlage mit dem Fahrrad zu überwinden sind — eine direkte Buslinie zwischen Bahnhof und Park existiert nur sporadisch und ist für deutsche Gäste in der Praxis selten praktikabel. Wer ohne Auto anreist, plant am besten ein Mietwagen-Ticket ab Beauvais oder Paris ein. Aus Paris selbst ist die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr theoretisch möglich, mit Umstieg in Beauvais aber unkomfortabel und für einen Tagesausflug zu lang.
Mit dem Flugzeug
Der internationale Flughafen Paris Beauvais-Tillé liegt rund 15 Kilometer östlich des Parks und ist mit dem Mietwagen in rund 30 Minuten zu erreichen. Beauvais wird vor allem von Low-Cost-Airlines wie Ryanair und Wizz Air aus zahlreichen deutschen, italienischen, spanischen und osteuropäischen Städten angeflogen und damit eine günstige Option für einen Wochenend-Trip. Alternativ kommen die Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle mit rund 80 Kilometern und Orly mit rund 110 Kilometern Entfernung in Frage, lohnen aber wegen der längeren Anfahrt eher für eine Kombination mit Paris als Ausgangspunkt. Aus Deutschland bieten sich Direktflüge nach Paris-CDG, Paris-Beauvais oder Brüssel-Charleroi an.
Vor Ort bewegen und Parken
Der Parc Saint Paul ist mit rund 25 Hektar Fläche überschaubar, der gesamte Rundgang ohne Fahrten dauert rund 30 Minuten und alle Themen-Zonen sind in zehn Minuten Fußmarsch erreichbar. Der Hauptparkplatz liegt unmittelbar vor dem Eingang und ist kostenlos, ein Shuttle wird nicht benötigt. Die Wege im Park sind weitgehend asphaltiert oder mit Kies befestigt, einige Bereiche im Western-Themengebiet sind etwas hügelig. Kinderwagen können kostenlos genutzt oder gegen geringe Gebühr gemietet werden, Rollstuhlfahrer finden barrierearme Wege, einige Coaster sind aus baulichen Gründen aber nicht für Gäste mit Bewegungseinschränkung zugänglich.
Themen-Bereiche und Hauptattraktionen
Der Parc Saint Paul gliedert sich in zwei Hauptzonen — die Family-Zone für jüngere Kinder mit Karussells, Mini-Coastern und Märchen-Themen sowie den Western-Bereich mit den größeren Coastern und einer durchgehenden Western-Stadt-Kulisse aus Holzfassaden, Saloon und Schmiede. Anders als die großen IP-getriebenen Themen-Parks setzt Saint Paul auf eine eigene, gewachsene Identität ohne Lizenzfiguren, was den Park insbesondere bei französischen Stammgästen beliebt macht.
Le Boomerang als Aushängeschild
Le Boomerang ist die spektakulärste Achterbahn des Parks, ein klassischer Vekoma-Boomerang-Coaster aus den 1990er Jahren mit drei Inversionen, einer Höhe von rund 35 Metern und einer Geschwindigkeit bis zu 75 km/h. Die Strecke wird sowohl vorwärts als auch rückwärts durchfahren, die gesamte Fahrt dauert rund eineinhalb Minuten und ist für viele Gäste das prägende Erlebnis des Park-Besuchs. Der Vekoma-Boomerang ist ein international weit verbreitetes Modell und auch in Parks in den USA, Asien und Europa zu finden, in Saint Paul gilt er als Pflicht-Programm für Teenager und Erwachsene mit Hang zum Adrenalin.
Le Tornado und Le Twist als zweite Reihe
Le Tornado ist ein Spinning-Coaster, bei dem die Wagen sich frei drehen können und die Fahrt für jeden Gast individuell unterschiedlich verläuft — eine Variante, die in den 2000er Jahren populär wurde und im Vergleich zu klassischen Coastern weniger Kräfte aber mehr Überraschungseffekt bietet. Le Twist ist ein klassischer italienischer Pinfari-Looping-Coaster aus den 1980er Jahren, technisch deutlich einfacher als moderne Anlagen, aber bei Coaster-Enthusiasten als Nostalgie-Stück geschätzt. Beide Bahnen sind in den Western-Bereich integriert und bieten eine guten Mittelweg zwischen Familienfreundlichkeit und Adrenalin.
Wasserrutschen und Wildwasserbahn für heiße Tage
Neben den Achterbahnen verfügt der Parc Saint Paul über eine Wildwasserbahn mit Boots-Fahrt durch einen künstlichen Kanal mit Final-Drop und einer Reihe von Wasserrutschen, die vor allem an heißen Sommertagen für Erfrischung sorgen. Die Wasser-Attraktionen sind frei zugänglich und kosten keinen Aufpreis, Wechselkleidung sollte im Auto oder im Spind am Eingang deponiert werden. Im Hochsommer können die Wartezeiten an der Wildwasserbahn auf 30 bis 45 Minuten steigen, am Vormittag und am späten Nachmittag bleibt der Andrang aber meist überschaubar.
Die sechs wichtigsten Attraktionen im Überblick
Le Boomerang
Vekoma-Boomerang-Coaster mit drei Inversionen, rund 35 Meter Höhe, bis 75 km/h, vorwärts und rückwärts durchfahren. Aushängeschild des Parks, Mindestgröße 130 Zentimeter.
Le Tornado
Spinning-Coaster mit frei drehenden Wagen, jede Fahrt verläuft anders, mittlere Adrenalinstufe, ab 105 oder 120 Zentimetern Größe je nach Begleitung durch Erwachsene.
Le Twist
Klassischer Pinfari-Looping-Coaster aus den 1980ern, ein Looping, kompakt, etwas rumpelig. Nostalgie-Stück für Coaster-Fans, ab 120 Zentimetern Größe.
Le Petit Train de Lapinou
Family-Coaster für die Jüngsten, niedrige Geschwindigkeit, kurze Strecke mit Hügeln, Mindestgröße meist 90 Zentimeter mit Begleitung. Erster Coaster für Vorschulkinder.
Wildwasserbahn
Klassische Log Flume mit Boots-Fahrt durch einen Wasserkanal und Final-Drop. Erfrischung garantiert, an heißen Tagen lange Schlangen, Wechselkleidung sinnvoll.
Bumper-Cars und Karussells
Klassische Familien-Attraktionen mit Autoscootern, einem alten Karussell und mehreren Kinder-Karussells in der Family-Zone. Für jüngere Kinder und Eltern als Pause zwischen Coastern.
Vergleich nordfranzösische Familien-Freizeitparks
Saint Paul ist mit Abstand der preiswerteste der nordfranzösischen Familien-Freizeitparks und besonders für Eltern mit kleineren Kindern sinnvoll, die keine langen Wartezeiten und keine großen Adrenalin-Coaster brauchen. Wer Teenager begleitet, sollte eher Parc Astérix wählen.
Geschichte und Charakter
Der Parc Saint Paul wurde 1983 von einer regionalen Familienholding als kleiner Freizeitpark eröffnet, lange bevor Disneyland Paris 1992 die französische Freizeitpark-Landschaft grundlegend veränderte. Anders als die großen IP-Parks ist Saint Paul nie an einen internationalen Konzern verkauft worden und befindet sich bis heute in privater französischer Hand, was die Investitionen kleiner aber die Eintrittspreise niedriger hält. Die Anlage hat über vier Jahrzehnte organisch um die ursprüngliche Family-Zone und den später ergänzten Western-Bereich wachsen können, mit gelegentlichen Neuinvestitionen wie dem Spinning-Coaster Le Tornado oder Updates an bestehenden Attraktionen.
Western-Thema als roter Faden
Der Western-Bereich ist das prägende Themen-Element des Parks mit Holzfassaden im Stil amerikanischer Frontier-Städte, einem Saloon, einer Schmiede und Cowboys-Shows in der Sommer-Saison. Das Western-Thema war in den 1980er Jahren in französischen Freizeitparks weit verbreitet und ist in Saint Paul bewusst beibehalten worden, auch als Disneyland Paris und Parc Astérix längst eigene Themen setzten. Für Gäste, die einen klassisch-französischen Freizeitpark der 1980er Jahre erleben wollen, ist Saint Paul damit eine fast schon nostalgische Erfahrung.
Familien-Fokus als bewusste Positionierung
Der Park positioniert sich konsequent als Familien-Freizeitpark für Eltern mit Kindern zwischen 3 und 12 Jahren, was sich in der Mehrzahl der Attraktionen, dem Eintrittspreis und der überschaubaren Anlage spiegelt. Teenager und junge Erwachsene finden mit Le Boomerang und Le Twist zwei adrenalin-starke Coaster, die das Programm abrunden, der Park ist aber bewusst nicht auf diese Zielgruppe ausgerichtet. Diese klare Positionierung macht Saint Paul vor allem für junge Familien aus der Region Hauts-de-France und dem Großraum Paris attraktiv.
Praktische Tipps für den Parc-Saint-Paul-Besuch
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Online-Tickets sparen mehrere Euro
Der Eintritt liegt an der Tageskasse bei rund 26 Euro für Erwachsene und 22 Euro für Kinder. Wer online auf der Park-Seite bucht, spart drei bis fünf Euro pro Person und vermeidet die Schlange am Kassenhäuschen. Familien-Tickets für vier Personen liegen oft unter 90 Euro.
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Früh anreisen für die Coaster
Am Vormittag direkt nach Öffnung um 10:30 Uhr sind die Wartezeiten an Le Boomerang und Le Tornado am kürzesten. Wer die großen Coaster in den ersten 90 Minuten abhakt, hat den Nachmittag entspannt für Family-Zone und Wasserattraktionen.
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Wechselkleidung für die Wildwasserbahn
Die Wildwasserbahn und einige Wasserrutschen sorgen für nasse Hosen und T-Shirts, im Hochsommer trocknet das schnell, an kühleren Tagen ist Wechselkleidung sinnvoll. Spinde am Eingang kosten ein bis zwei Euro pro Tag.
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Kombi-Tagesausflug mit Beauvais
Beauvais mit seiner Kathedrale Saint-Pierre, der mit 48 Metern Innenhöhe höchsten gotischen Kathedrale Frankreichs, liegt zehn Kilometer entfernt und bietet einen sinnvollen Vormittags-Spaziergang vor dem Park-Besuch. Restaurants in der Altstadt sind günstiger als im Park.
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Verpflegung mitbringen
Der Park hat mehrere Snack-Stände und ein größeres Restaurant im Western-Bereich, die Preise sind moderat aber das Angebot begrenzt auf Burger, Pommes und Crêpes. Wer auf vegetarische oder spezielle Ernährung Wert legt, bringt Snacks und Wasser besser selbst mit, ein Picknickplatz steht zur Verfügung.
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Barrierefreiheit ist solide
Hauptwege sind asphaltiert oder fest mit Kies belegt, die Family-Zone ist komplett barrierearm zugänglich. Le Boomerang und Le Twist sind aus baulichen Gründen für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich, Le Tornado und Karussells lassen sich mit Hilfe nutzen. Behindertenausweise gibt es zum reduzierten Tarif.
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Hauptsaison Juli und August meiden
Im Juli und August sind französische Schulferien und der Park entsprechend voll, die Wartezeiten an Coastern steigen auf 30 bis 45 Minuten. Mai, Juni und September bieten gutes Wetter bei deutlich weniger Andrang und sind die ideale Reisezeit für deutsche Familien außerhalb der Schulferien.
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Wetter im Blick behalten
Der Parc Saint Paul ist überwiegend Outdoor-Park ohne große Indoor-Attraktionen, bei Dauerregen ist der Besuch wenig spaßig. Regenjacke und Wechselschuhe sind empfehlenswert, bei angesagtem Starkregen lieber auf einen anderen Tag verschieben. Der Park bietet keinen Wetter-Rabatt oder Rückerstattung.
Insider-Tipps
Western-Show nicht verpassen
Die Western-Show im Saloon-Bereich läuft in der Sommer-Saison meist zweimal täglich gegen 14 und 16 Uhr und bietet eine altmodische Cowboy-Inszenierung mit Stunts, Pferden und Slapstick. Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren ist das ein Highlight des Park-Besuchs und gibt eine willkommene Pause von den Coastern.
Karls Picknickbereich für Selbstverpfleger
Im hinteren Park-Bereich nahe der Wildwasserbahn liegt ein Picknickbereich mit Tischen und Bänken im Schatten, der von vielen französischen Familien genutzt wird und im Park-Plan oft übersehen wird. Eine Kühltasche mit Sandwiches und Obst spart einer vierköpfigen Familie schnell 40 bis 60 Euro im Vergleich zum Park-Restaurant.




