Elbingerode liegt mitten im Hochharz auf rund 470 Metern Höhe und gehört seit der Gebietsreform 2010 zur Stadt Oberharz am Brocken in Sachsen-Anhalt. Wer hierher kommt, sucht keinen Trubel, sondern eines der ältesten Bergbau-Reviere des Mittelgebirges — die ersten Erzfunde gehen auf das 13. Jahrhundert zurück, der Diabas-Steinbruch Hartmannsbach südlich des Ortes zählt zu den größten Hartgestein-Brüchen Mitteldeutschlands. Das Plateau zwischen Brocken im Westen und den Rübeländer Tropfsteinhöhlen im Osten ist beides per Auto in unter zwanzig Minuten erreichbar. Anders als Wernigerode mit seinem Schloss oder Braunlage mit Wurmberg-Seilbahn bleibt Elbingerode ruhig — ein Standort für Wanderer, Geologie-Interessierte und alle, die den Harz ohne Bus-Ströme erleben wollen. Wer in den Süden Richtung Brocken weiterfahren will, sitzt über die Harzer Schmalspurbahnen ab Drei-Annen-Hohne in einer halben Stunde am Gipfel.

Karte von Elbingerode im Hochharz mit Diabas-Steinbruch und Rübeländer Höhlen © OpenStreetMap Mitwirkende

Anreise und Erreichbarkeit

Elbingerode liegt im geographischen Zentrum des Harzes — von Wernigerode 18 Kilometer südlich, von Quedlinburg 35 Kilometer westlich. Per Auto kommst du am schnellsten über die A36 ab Blankenburg, dann auf der B81 und L96 hinauf aufs Plateau. Mit der Bahn fährst du bis Wernigerode oder Halberstadt und steigst auf die Harzer Schmalspurbahnen oder den Bus um. Aktuelle Service-Adressen pflegt die Tourist-Information der Stadt Oberharz am Brocken auf oberharzamharz.de.

Mit dem Auto

Aus Westen kommst du über die A7 bis Goslar, dann B6 und B27 in 50 Minuten. Aus Osten nimmst du die A36 ab Magdeburg bis Abfahrt Blankenburg, von dort B81 und L96 in 30 Minuten ins Zentrum. Aus Süden fährst du über die A38 bis Nordhausen, dann B243 und B81 in einer Stunde. Die letzten zehn Kilometer steigen kurvig an — bei Schnee oder Eis ist Winterausrüstung Pflicht.

Wernigerode 18 km ~25 min via B244
Hannover 155 km 2:00 h via A7/A36
Berlin 240 km 2:45 h via A2/A36
Leipzig 200 km 2:15 h via A14/A36
Hamburg 320 km 3:15 h via A7/A36

Im Winter fällt regelmäßig Schnee bis April — die Räumdienste sind zuverlässig, Sommerreifen reichen aber nicht. An Sommerwochenenden mit Brocken-Wetter staut sich die L96 zwischen Drei-Annen-Hohne und Elbingerode am späten Vormittag. Sonntag-Anreise gegen sechzehn Uhr ist meist entspannter.

Mit der Bahn

Elbingerode hat keinen eigenen DB-Bahnhof. Du fährst bis Wernigerode (RE Hannover oder Magdeburg, etwa stündlich) und steigst dort entweder auf die Harzer Schmalspurbahnen nach Drei-Annen-Hohne (4 km vor Elbingerode) oder auf den Buslinien-Verbund um. Aktuelle Verbindungen prüfst du auf bahn.de und hsb-wr.de.

Wernigerode Hbf ~25 min Bus 257 oder Auto
Drei-Annen-Hohne ~10 min Bus oder HSB-Anschluss
Halberstadt ~45 min Bus über Blankenburg
Magdeburg Hbf ~2:00 h RE plus Bus

Die HSB-Schmalspurbahn bringt dich in einer halben Stunde von Drei-Annen-Hohne bis zum Brockengipfel — ein Klassiker für Tagesausflügler. Zwischen Drei-Annen-Hohne und Elbingerode pendelt mehrmals täglich die Buslinie 257 des HVB. An Sonn- und Feiertagen ist der Takt deutlich ausgedünnt, im Winter teilweise eingestellt.

Mit dem Flugzeug

Nächste Verkehrsflughäfen sind Hannover (HAJ) in 150 km Entfernung und Leipzig/Halle (LEJ) in 190 km. Vom Flughafen Hannover kommst du mit der S5 in 17 Minuten zum Hauptbahnhof, von dort RE bis Wernigerode plus Bus — Gesamtzeit rund drei Stunden. Aus Leipzig fährst du zwei Stunden mit dem Mietwagen über die A14 und A36.

Parken vor Ort

Zentrale Parkplätze gibt es am Marktplatz (kostenfrei, ein bis drei Stunden Beschränkung), am Sportpark südlich des Ortskerns (ohne Begrenzung) und an der Kirchstraße nahe der St.-Cyriakus-Kirche (Anwohnerregelung beachten). Wer Wandertouren startet, parkt am besten am Parkplatz Drei-Annen-Hohne (HSB-Bahnhof, kostenpflichtig 4 EUR pro Tag) und läuft direkt los.

Wandern und Bergbau-Geschichte

Elbingerode ist kein Küstenort und kein Wintersport-Mekka — die Stärke liegt in der Kombination aus Wanderwegen über die Hochharz-Plateaufläche und der ältesten Bergbau-Geschichte des Harzes. Drei Schwerpunkte:

Diabas-Steinbruch Hartmannsbach

Direkt südlich des Ortskerns liegt der Diabas-Steinbruch Hartmannsbach — einer der größten Hartgestein-Brüche Mitteldeutschlands, betrieben von der Harzer Grauwacke Bergbau- und Baustoffwerke. Diabas (auch Grünstein genannt) entstand vor rund 380 Millionen Jahren aus erstarrter Lava am Meeresboden — heute liefert der Bruch Schotter für den Straßen- und Bahnbau in ganz Norddeutschland. Der Bruch ist Privatgelände und nicht zu betreten, vom Aussichtspunkt am Mühlenberg-Wanderweg siehst du jedoch in die hundert Meter tiefe Grube. Lehrtafeln erklären den Aufschluss und die Geologie des Hochharz.

Schaubergwerk Drei Kronen und Ehrt

Wenige Kilometer westlich am Ortsausgang Richtung Elend liegt das Schaubergwerk Drei Kronen und Ehrt — ein ehemaliges Eisenerz-Bergwerk, in dem du eine 90-minütige Untertage-Führung mitmachen kannst. Die Stollen reichen bis in 250 Meter Tiefe, im untersten Niveau liegt ein unterirdischer Stausee. Eintritt Erwachsene rund 12 EUR, Kinder 8 EUR, Voranmeldung empfohlen. Der Bergbau-Lehrpfad zwischen Elbingerode und Rübeland ist sechs Kilometer lang und passiert frühere Pingen, Halden und Wasserführungen aus drei Jahrhunderten Bergbaugeschichte. Eine kompakte Übersicht zur Region findest du beim Regionalverband Harz.

Wanderwege rund um den Hartenberg und zum Brocken

Der Harzer Hexenstieg (94 km Wanderweg von Osterode nach Thale) führt knapp nördlich an Elbingerode vorbei — ein Tagesabschnitt vom Wanderparkplatz Hartenberg bis Drei-Annen-Hohne misst rund acht Kilometer und ist gut markiert vom Harzklub. Wer länger gehen will, steigt vom Bahnhof Drei-Annen-Hohne über den Knaupsholz und den Goetheweg auf den Brocken (rund 16 km hin, 700 Höhenmeter). Insgesamt sind im Nationalpark Harz über 600 km Wanderwege markiert, viele Einstiege liegen unter zehn Auto-Minuten von Elbingerode entfernt.

Top-Sehenswürdigkeiten

St.-Cyriakus-Kirche

Die romanische Saalkirche im Ortskern stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert. Mehrfach umgebaut, zuletzt 1893 im neugotischen Stil restauriert. Der Glockenturm trägt drei Bronzeglocken aus dem 17. und 19. Jahrhundert. Eintritt frei, geöffnet zur Mittagszeit und zu Gottesdiensten. Lohnt sich für einen halbstündigen Stopp im Ortszentrum.

Schaubergwerk Drei Kronen und Ehrt

Ehemaliges Eisenerz-Bergwerk mit unterirdischem Stausee in 250 m Tiefe. Geführte Touren über 90 Minuten, Helm und Lampe werden gestellt, Temperatur konstant 9 Grad. Eintritt Erwachsene rund 12 EUR. Voranmeldung an Wochenenden empfohlen, Saison von Ostern bis Ende Oktober.

Hermannshöhle Rübeland

Etwa fünf Kilometer östlich, eine der spektakulärsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands. Über 1.700 m erschlossene Gänge, durchgehende 8 Grad. Höhepunkt ist die Olm-Grotte mit den einzigen Grottenolmen Deutschlands. Eintritt rund 11 EUR, ganzjährig geöffnet außer kurzen Wartungszeiten im Januar.

Baumannshöhle Rübeland

Direkter Nachbar der Hermannshöhle und eine der ältesten Schauhöhlen Deutschlands (Erstbegehung 1656). 600 m Rundgang durch sechs Grotten mit unterirdischem See und Goethesaal — hier veranstaltete schon Goethe 1784 eine Höhlenfeier. Konzerte im Sommer, Eintritt rund 11 EUR. Kombiticket mit Hermannshöhle möglich.

Diabas-Aussicht Mühlenberg

Vom Mühlenberg-Wanderweg blickst du in den 100 m tiefen Diabas-Tagebau Hartmannsbach. Schautafeln erklären die Geologie und den Abbau. Anfahrt zu Fuß ab Marktplatz in 25 Minuten, kein Eintritt. An Werktagen hörst du das Brechwerk, am Sonntag herrscht Stille.

Drei-Annen-Hohne (HSB-Bahnhof)

Vier Kilometer westlich, Knotenpunkt der Harzer Schmalspurbahnen. Von hier startet die Brockenbahn zum 1.141 m hohen Gipfel — Fahrtzeit 50 Minuten, Hin- und Rückfahrt rund 50 EUR. Lohnt sich auch ohne Brocken-Aufstieg als Bahnhofserlebnis mit historischen Dampfloks.

Aktivitäten und Erlebnisse

Was du auf der Hochfläche unternimmst, hängt vom Wetter und der Reisegruppe ab. Vier Konstellationen:

Bei Sonne

  • Wandern: Tagesetappen über den Harzer Hexenstieg zwischen acht und fünfzehn Kilometern, alle Wege markiert vom Harzklub
  • Brockenbahn ab Drei-Annen-Hohne: 50 Minuten Fahrt zum Gipfel, im Frühherbst mit Sicht bis zur Magdeburger Börde
  • Mountainbike-Trails: rund um Elend und Königshütte, Verleih in Wernigerode oder Schierke ab 20 EUR pro Tag
  • Hartenberg-Rundweg: drei Kilometer durch alten Buchenwald, Start am Sportpark, kaum Höhenunterschied

Bei Regen

  • Hermannshöhle und Baumannshöhle: die nasseste Empfehlung im Trockenen, Höhlentemperatur konstant acht Grad
  • Schloss Wernigerode: Schlossmuseum und Kapelle aus der Neugotik 1885, 18 km entfernt
  • Harzmuseum Wernigerode: in der historischen Altstadt mit Mineraliensammlung
  • Selketalbahn der HSB: ab Quedlinburg in 35 Minuten erreichbar, geschützte Schmalspur-Fahrt durch das Selketal

Mit Kleinkindern

Die Schaubergwerk-Tour ist erst ab Schulalter empfohlen — in den Höhlen gibt es Stufen, Dunkelheit und kühle Luft. Geeignet für die ganze Familie ist die Bahnfahrt mit der HSB ab Drei-Annen-Hohne, der Bürgerpark Elbingerode mit Spielplatz und kurze Wanderungen über den Hartenberg-Rundweg. Das beheizte Freibad in Elend (5 km westlich) hat ein Nichtschwimmerbecken und liegt geschützt zwischen Mischwald.

Sportlich

Wer trainieren will, läuft den Hartenberg-Rundweg morgens vor sieben — drei Kilometer flache Schotterpiste durch den Buchenwald, kein Höhenunterschied. Fortgeschrittene starten am Parkplatz Drei-Annen-Hohne den Goetheweg auf den Brocken (16 km, 700 Höhenmeter). Für Tennis oder Hallensport fährt man nach Wernigerode (18 km), für Klettern an die Bodefelsen bei Thale (35 km) oder ans Okertal bei Goslar.

Gastronomie und regionale Spezialitäten

Die Harzer Küche ist deftig und bergmännisch geprägt — Wild aus den umliegenden Forsten, Forelle aus den Bachläufen, dazu Klöße, Sauerkraut oder geschmälzte Kartoffeln. Drei Anlaufstellen vor Ort:

Restaurants im Ort

  • Gasthaus Zum Schluckenburger: traditionelle Harzer Hausmannskost, Forelle Müllerin oder Wildgulasch, Hauptgericht 14 bis 22 EUR, im historischen Fachwerk am Marktplatz
  • Hotel Tannenpark: Restaurant mit regionaler Karte und kleinem Biergarten, Hauptgericht 16 bis 26 EUR, ruhige Lage am Ortsrand
  • Bäckerei Mund: Frühstück und Mittagstisch ab 6:30 Uhr, frisch gebackene Brötchen für die Wandertasche, Hausspezialität Harzer Roggenbrot

Hütten und Gasthäuser im Umland

Auf der Hochfläche liegt das Forsthaus an der L96 Richtung Königshütte — Bratkartoffeln, Wildschweinbraten, im Winter Glühwein. Geöffnet Mittwoch bis Sonntag. Das Wasserfall-Häuschen in Königshütte sechs Kilometer südlich serviert Erbsensuppe, Käsekuchen und gekühltes Brockenbrauerei-Bier — nur an Wochenenden geöffnet, Selbstbedienung statt Service.

Cafés und Bäckereien

Das Café im Bahnhof Drei-Annen-Hohne führt hausgebackene Torten und Kaffee mit Blick auf die HSB-Loks — die richtige Pause zwischen Bahnfahrt und Wanderung. In Wernigerode lohnt sich für süße Spezialitäten die Konditorei Pohl mit Baumkuchen und Mozartstückchen.

Markttag

Wochenmarkt jeden Mittwochvormittag von 8 bis 12 Uhr am Marktplatz, mit Käsestand aus Stiege, Wurst aus Hasselfelde und Saisongemüse aus dem Harzvorland. Größerer Markt am Mittwoch und Samstag in Wernigerode auf dem Marktplatz vor dem Rathaus — wer in einer Ferienwohnung kocht, deckt sich dort ein.

Regionale Spezialitäten zum Mitnehmen

  • Harzer Käse: Sauermilchkäse mit geringem Fettgehalt und kräftigem Geschmack, Hofverkauf in Stiege oder Hasselfelde
  • Brockenbrauerei-Bier: handwerklich gebraut in Schierke, Sorten Brockenköppel und Brockenbrauerei Pils
  • Bergmanns-Schnaps: aus den umliegenden Brennereien, Klassiker Kümmel und Hagebutte
  • Diabas-Stein: als Mineraliensouvenir aus dem Harzklub-Shop oder am Schaubergwerk-Eingang

Events und Saisonkalender

Elbingerode selbst veranstaltet wenig Großes — die Termine kommen aus der Region. Die wichtigsten Anker, generisch nach Quartal weil Datums sich jährlich verschieben:

Frühjahr (April bis Juni)

Saisonstart der Schauhöhlen und des Schaubergwerks zu Ostern. Ab Mai füllen sich die Wanderparkplätze, der Harzklub eröffnet die geführten Touren über den Hexenstieg. Ende April läuft die Walpurgis-Saison auf den Hexenfeiern in Schierke, Thale und Wernigerode — ein lokaler Volksfest-Klassiker am 30. April.

Sommer (Juli bis September)

Hauptsaison für Brockenbahn, Höhlen und Wanderwege. Im Juli und August finden in der Baumannshöhle die Goethesaal-Konzerte statt — klassische Musik unter Tropfsteinen, akustisch außergewöhnlich. Anfang September läuft das Wernigerodener Schlossfest mit Mittelaltermarkt und historischer Inszenierung im Schlosshof. Pfingst- und Sommerferien sind Frühbucher-Zeit.

Herbst (Oktober bis November)

Indian Summer auf dem Plateau — der Buchenwald am Hartenberg leuchtet in Gold und Rot, die Brockenbahn fährt mit klarer Sicht über die Norddeutsche Tiefebene. Ende Oktober schließen viele Pensionen ihre Außengastronomie. Anfang November wird es leer.

Winter (Dezember bis Februar)

Adventsmärkte in Wernigerode und Stiege locken Tagesausflügler. In Elbingerode selbst gibt es einen kleinen Adventsmarkt am Marktplatz an einem Wochenende im Dezember. Schneesicher ab Mitte Dezember bis Mitte März, Loipen in Schierke und Sonnenberg gepflegt, Wellnesshotels haben Auslastungsprobleme und gute Preise.

Geschichte und Kultur

Elbingerode wird erstmals 1207 urkundlich erwähnt, als Heinrich von Blankenburg dem Kloster Drübeck Güter im Ort übertrug. Der Name leitet sich vom Bachlauf Elbinge und der altsächsischen Endung -rode für Rodung ab — ein Hinweis auf die mittelalterliche Waldrodung zur Erschließung der Hochfläche.

Vom Bergbaurevier zum Wanderort

Über sieben Jahrhunderte dominierte der Bergbau das Leben im Ort. Im 13. Jahrhundert begann der Abbau von Eisenerz, später kamen Kupfer, Blei und Manganerz dazu. Im 19. Jahrhundert beschäftigten die Gruben rund um Elbingerode mehrere hundert Bergleute. Mit der Schließung der letzten Eisenerz-Grube 1970 endete diese Ära — geblieben sind das Schaubergwerk Drei Kronen und Ehrt, die Halden und Pingen im Wald, der Diabas-Steinbruch als einzige produktive Anlage. Tourismus und Wanderverkehr ersetzten den Bergbau als Wirtschaftsfaktor.

St.-Cyriakus-Kirche und Fachwerk-Ortskern

Die St.-Cyriakus-Kirche steht seit dem 13. Jahrhundert am heutigen Marktplatz, mehrfach umgebaut und 1893 im neugotischen Stil restauriert. Das Fachwerk-Ensemble rund um den Marktplatz stammt überwiegend aus dem 17. bis 19. Jahrhundert — keine UNESCO-Welterbe-Dichte wie in Wernigerode, dafür weniger Tagesausflügler und mehr gewachsene Substanz. Der Stadtbrand von 1880 vernichtete einen Teil der Bausubstanz, der Wiederaufbau folgte historisierend.

Sprache und Tradition

Die Harzer Mundart Ostfälisch ist im Alltag fast verschwunden, lebt aber in Straßennamen, in Wanderführer-Glossaren und in der Lokalküche fort. Begriffe, die du auf Schildern siehst: Ehrt für Erz-Hütte, Hartmann für Schmiede, Stieg für steiler Pfad. Wer einen Kontaktpunkt zur Sprache sucht, schaut bei den Volksliederabenden im Kulturhaus Elbingerode vorbei oder besucht das Harzmuseum in Wernigerode.

Wetter und beste Reisezeit

Elbingerode liegt auf 470 Metern Höhe und damit deutlich kühler als Wernigerode oder das Harzvorland. Klima-Anker für die Hochfläche ist die DWD-Station Braunlage (565 m) — die Jahresmitteltemperatur liegt bei rund 6 Grad, auf der Elbingeroder Plateau-Höhe etwas wärmer (rund 7 Grad im Mittel). Niederschlag liegt im Mittel bei 1.000 bis 1.100 mm pro Jahr, deutlich mehr als im niedersächsischen Vorland. Schnee fällt typischerweise von Mitte November bis Anfang April, an 60 bis 80 Tagen pro Jahr liegt eine geschlossene Schneedecke.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Hauptsaison Geheimtipp Nebensaison Off-Season

Geheimtipp für Wanderer

Mai & September

Luft Tag12 bis 18 Grad
Luft Nacht5 bis 9 Grad
Preise20 bis 30 % unter Hauptsaison
Trubelspürbar leer, Pension spontan

Hochsaison

Juni bis August

Luft Tag17 bis 22 Grad
Luft Nacht8 bis 12 Grad
Höhle konstant8 bis 9 Grad
Trubelvoll, Brockenbahn ausgebucht

Schnee & Stille

Dezember bis Februar

Luft-3 bis 3 Grad
Schneedeckeoft 30 bis 60 cm
PreiseTiefststand, Wellness-Pakete
Trubelfast menschenleer

Praktische Tipps

  • Kurtaxe: in Oberharz am Brocken 2,00 EUR pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison, 1,00 EUR in der Nebensaison. Wird über das Hotel mitabgerechnet, beinhaltet die HarzCard mit Rabatten an Schaubergwerken, Höhlen, HSB und Schwimmbädern.
  • 🐕 Hunde: in Elbingerode und im Nationalpark Harz erlaubt, Leinenpflicht in Schutzgebieten. In den Schauhöhlen nicht zugelassen. In den meisten Gasthäusern willkommen, Pensionen mit Hunde-Zuschlag von 5 bis 12 EUR pro Tag.
  • 📶 Mobilfunk und WLAN: im Ortskern stabil bei allen drei Netzen, abseits der Hauptstraße schnell Lücken — vor allem im Bodetal und in den Steinbruch-Senken. Wanderkarten offline laden. Kostenfreies WLAN am Marktplatz und in der Tourist-Information.
  • + Apotheke und Ärzte: Elbingerode-Apotheke an der Hauptstraße, eine Hausarztpraxis im Ort. Notdienst rotiert mit Wernigerode und Blankenburg, Liste am Apotheken-Eingang. Nächstes Krankenhaus: Harz-Klinikum Wernigerode (18 km).
  • Geldautomaten: Sparkasse Harz und Volksbank im Ort, weiterer Automat im Edeka am Ortseingang. Karten-Zahlung in Pensionen nicht überall möglich — kleines Bargeld dabei haben.
  • Barrierefreiheit: Marktplatz und Hauptstraße rollstuhltauglich, einzelne Nebenstraßen mit Kopfsteinpflaster. Schauhöhlen und Schaubergwerk wegen Stufen nicht barrierefrei. Brockenbahn-Waggons der HSB mit Rollstuhl-Plätzen, Voranmeldung empfohlen.
  • i Tourist-Information: Stadt Oberharz am Brocken, im Rathaus an der Hauptstraße, ganzjährig Mo–Fr geöffnet, in der Saison auch samstags. Wanderkarten, Veranstaltungspläne, HarzCard-Verkauf.
  • Wer im Sommer Höhlen besucht, sollte eine leichte Jacke einpacken — die Temperatur in Hermanns- und Baumannshöhle bleibt das ganze Jahr bei 8 Grad, auch wenn draußen 25 Grad herrschen.

Insider-Tipps

Drei Spots, die nicht in jedem Reiseführer stehen:

Stausee Königshütte als Sonnenuntergangs-Spot

Sechs Kilometer südlich liegt der Stausee Königshütte, ein Trinkwasser-Reservoir mit Talsperren-Blick auf die Hochharz-Hänge. Gegen Abend spiegeln sich die Mischwald-Hänge im Wasser — Schwimmen ist verboten, Fotografieren und Picknick erlaubt. Anfahrt über die L96 ab Elbingerode, Parkplatz am südlichen Damm. Wer kein Auto hat, fährt mit dem Fahrrad in 30 Minuten über die Forststraße.

Goethesaal in der Baumannshöhle

Goethe besuchte die Baumannshöhle 1784 und veranstaltete im großen Saal eine Höhlenfeier mit Fackeln und Musik. Heute heißt der Saal Goethesaal und wird im Juli und August für klassische Konzerte genutzt — Cellostücke und Streichquartette unter Tropfsteinen, akustisch außergewöhnlich. Programm und Termine bei der Höhlenverwaltung Rübeland, Karten oft schon im Mai vergeben.

Hartenberg-Wanderweg im Morgennebel

Der drei Kilometer lange Hartenberg-Rundweg startet am Sportpark Elbingerode und führt durch alten Buchenwald. An kühlen Morgen liegt oft Bodennebel zwischen den Stämmen — gegen halb acht ist der Spot leer, gegen elf kommen die ersten Tagesausflügler aus Wernigerode. Im Mai und Oktober am stimmungsvollsten, das Licht steht dann tief und färbt die Buchenstämme orange.

Umgebung und Tagesausflüge

Elbingerode liegt im Zentrum des Harzes — alle Klassiker der Region sind binnen einer Stunde erreichbar. Drei Tagestouren für drei Wettertypen:

Bei Sonne: Brocken via Drei-Annen-Hohne (16 km)

Mit dem Auto in 10 Minuten zum HSB-Bahnhof Drei-Annen-Hohne, dann mit der Brockenbahn in 50 Minuten zum Gipfel (1.141 m, Hin- und Rückfahrt rund 50 EUR). Vor Ort: Brockenhaus-Museum mit Wetterstation-Dauerausstellung, Brockengarten (Alpinpflanzen Mai bis Oktober), Aussicht über halb Norddeutschland. Mittagessen im Brockenhotel, Rückfahrt per Bahn oder zu Fuß über den Goetheweg (16 km, 600 Höhenmeter).

Bei Wechselwetter: Wernigerode (18 km)

Auto 25 Minuten über die B244. Historisches Stadtbild: Schloss Wernigerode (Neugotik 1885, sechs Stockwerke, Aussicht auf den Brocken), Altstadt mit über 1.000 Fachwerkhäusern, das Krummelsche Haus von 1674. Mittag im Marktplatz-Café, am Nachmittag Schloss-Führung. Kombiniert mit Brockenbahn-Fahrt ab Wernigerode-Hbf möglich.

Bei Regen: Bodetal Thale (35 km)

Auto 50 Minuten über B244 und L242. Das Bodetal mit dem Bodekessel ist das spektakulärste Schluchtsystem des Harzes — Roßtrappe-Klippe und Hexentanzplatz, beide per Seilbahn auf 451 m erreichbar (Eintritt rund 8 EUR). Bei Regen sind die Felsformationen am eindrucksvollsten, die Walpurgishalle am Hexentanzplatz und das Bergtheater Thale geben Schlechtwetter-Programm.

Weitere Tagesziele (40 bis 80 km)

  • Quedlinburg: UNESCO-Welterbe-Altstadt mit über 2.000 Fachwerkhäusern, 35 km östlich
  • Halberstadt: Domkirche St. Stephanus mit Domschatz, 45 km nördlich
  • Goslar: UNESCO-Welterbe und Schaubergwerk Rammelsberg, 50 km westlich

HÄUFIGE FRAGEN

Wo liegt Elbingerode genau?

Im Hochharz auf 470 Metern Höhe, mitten zwischen Brocken im Westen und den Rübeländer Tropfsteinhöhlen im Osten. Seit der Gebietsreform 2010 ist Elbingerode Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken in Sachsen-Anhalt. Wernigerode liegt 18 km nördlich, Quedlinburg 35 km östlich.

Welche Höhlen kann ich in der Nähe besuchen?

Die Hermannshöhle und die Baumannshöhle in Rübeland, beide rund 5 km östlich von Elbingerode. Die Hermannshöhle ist die größere mit über 1.700 m erschlossenen Gängen und der Olm-Grotte (einzige Grottenolme Deutschlands), die Baumannshöhle ist eine der ältesten Schauhöhlen Deutschlands mit Goethesaal. Eintritt jeweils rund 11 EUR, Kombiticket möglich, ganzjährig geöffnet außer kurzen Wartungszeiten im Januar.

Wie komme ich ohne Auto nach Elbingerode?

Mit dem RE bis Wernigerode Hbf, von dort mit Bus 257 in rund 25 Minuten bis Elbingerode oder mit der Harzer Schmalspurbahn bis Drei-Annen-Hohne (4 km vor dem Ort) und Bus-Anschluss. An Sonn- und Feiertagen ist der Bus-Takt deutlich ausgedünnt — Verbindungen vorher auf bahn.de prüfen.

Lohnt sich die Brockenbahn ab Drei-Annen-Hohne?

Ja, vor allem an klaren Tagen. Vom HSB-Bahnhof Drei-Annen-Hohne (10 Auto-Minuten von Elbingerode) fahren historische Dampfloks in 50 Minuten zum Brockengipfel auf 1.141 m. Hin- und Rückfahrt rund 50 EUR. In Hauptsaison Frühbuchung empfehlenswert, im Sommer sind die Wagen oft schon vormittags ausgebucht.

Was kostet das Schaubergwerk Drei Kronen und Ehrt?

Erwachsene rund 12 EUR, Kinder 8 EUR für eine 90-minütige Untertage-Führung. Helm und Lampe werden gestellt, Temperatur konstant 9 Grad — leichte Jacke mitnehmen. Geöffnet von Ostern bis Ende Oktober, Voranmeldung an Wochenenden empfohlen. Für Kinder erst ab Schulalter empfohlen wegen Stufen und Dunkelheit.

Wann ist die beste Wanderzeit in Elbingerode?

Mai bis Oktober, mit zwei Geheimtipp-Phasen: Mitte Mai bis Mitte Juni (Buchen schlagen aus, Wanderwege noch leer) und Mitte September bis Mitte Oktober (Indian Summer, klare Sicht zum Brocken, Buchenwald in Gold und Rot). An Hochsommer-Wochenenden sind die Brockenbahn und beliebte Wanderparkplätze voll.

Sind Hunde am Plateau und auf den Wanderwegen erlaubt?

Ja, in Elbingerode und im Nationalpark Harz erlaubt mit Leinenpflicht in Schutzgebieten. Auf dem Harzer Hexenstieg und den Hartenberg-Rundwegen problemlos. In den Schauhöhlen und im Schaubergwerk nicht zugelassen — bei Tagesausflug Hund im Auto bei kühler Witterung lassen oder im Hotel.

Wie hoch ist die Kurtaxe in Oberharz am Brocken?

2,00 EUR pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison (Mai bis Oktober), 1,00 EUR in der Nebensaison. Wird über das Hotel oder den Vermieter mitabgerechnet und beinhaltet die HarzCard mit Rabatten an Schaubergwerken, Höhlen, HSB und regionalen Schwimmbädern. Kinder unter sechs Jahren zahlen nichts.

Welche Restaurants sind in Elbingerode empfehlenswert?

Das Gasthaus Zum Schluckenburger am Marktplatz für Harzer Hausmannskost (Forelle Müllerin, Wildgulasch, Hauptgericht 14 bis 22 EUR), das Restaurant im Hotel Tannenpark für regionale Karte mit Biergarten (16 bis 26 EUR), die Bäckerei Mund für Frühstück und Wandertaschen-Brötchen ab 6:30 Uhr. Abends gibt es keine Bar-Szene — wer ausgeht, fährt nach Wernigerode.

Wie ist Elbingerode für Familien mit Kleinkindern?

Geeignet für die ganze Familie sind die Bahnfahrt mit der HSB ab Drei-Annen-Hohne, der Bürgerpark mit Spielplatz und der drei Kilometer lange Hartenberg-Rundweg ohne Höhenunterschied. Schaubergwerk und Schauhöhlen werden erst ab Schulalter empfohlen wegen Stufen und Dunkelheit. Das beheizte Freibad in Elend (5 km westlich) hat ein Nichtschwimmerbecken zwischen Mischwald.

Schneit es im Winter zuverlässig?

Ja, an 60 bis 80 Tagen pro Jahr liegt eine geschlossene Schneedecke, oft 30 bis 60 cm. Schnee fällt typischerweise von Mitte November bis Anfang April, am zuverlässigsten von Mitte Dezember bis Mitte März. Loipen werden in Schierke und Sonnenberg gepflegt, Pisten gibt es auf dem Wurmberg bei Braunlage. Winterausrüstung am Auto Pflicht — die letzten zehn Kilometer auf der L96 sind kurvig.

Lohnt sich ein Tagesausflug nach Wernigerode?

Ja. 18 km nördlich, mit dem Auto 25 Minuten über die B244, mit dem Bus 257 rund eine Stunde. Vor Ort: Schloss Wernigerode (Neugotik 1885, sechs Stockwerke, Aussicht zum Brocken), Altstadt mit über 1.000 Fachwerkhäusern und Krummelschem Haus von 1674, Harzmuseum. Plan einen ganzen Tag oder kombiniere mit einer Brockenbahn-Fahrt ab Wernigerode-Hbf.
Was denkst du? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare — wir lesen jedes Feedback und antworten gern.
Kommentar schreiben →