Bad Harzburg liegt am Nordrand des Harz auf rund 270 Metern Höhe, direkt am Fuß des Großen Burgbergs (482 m). Das niedersächsische Heilbad ist eines der wenigen norddeutschen Ziele mit Sole-Therme, eigener Bergbahn und einer der ältesten Galopprennbahnen Deutschlands (1864). Wer einen Tagesausflug zum Brocken plant oder Heilbad-Atmosphäre mit Wandertor verbinden will, findet hier den passenden Standort. Anders als das höher gelegene Braunlage bleibt Bad Harzburg ganzjährig in der Tallage des Harzvorlands — milderes Klima, bessere Bahnanbindung, mehr Kurarchitektur. Wer in den Bergen Schnee sucht, fährt 35 Minuten weiter nach Süden; wer Heilbad und Wanderbasis kombinieren möchte, ist hier richtig.
Anreise und Erreichbarkeit
Bad Harzburg ist eines der wenigen Harz-Ziele mit eigenem Endbahnhof — die Strecke aus Hannover endet hier. Auch per Auto kommst du schnell hin: A7 bis Abfahrt Rhüden, dann eine knappe halbe Stunde über die B6 ins Zentrum. Aktuelle Service-Adressen pflegt die Tourist-Information an der Nordhäuser Straße auf bad-harzburg.de.
Mit dem Auto
Aus Westen fährst du die A7 bis Abfahrt 67 Rhüden, dann über die B6 in 25 Minuten ins Zentrum. Aus Norden geht es ab Hannover über A7 und B4 in zwei Stunden. Aus Osten kommst du via A395 ab Wolfenbüttel oder über Goslar (15 km westlich, eigene Anfahrtsroute über die B82).
Im Winter brauchst du Winterreifen — Pflicht ab erstem Schnee, in der Regel von November bis April. An Wochenenden mit gutem Wanderwetter staut sich die B6 zwischen Goslar und Bad Harzburg ab dem späten Vormittag. Wenn du Sonntag anreist, plan eine halbe Stunde Puffer ein.
Mit der Bahn
Bad Harzburg hat einen eigenen Endbahnhof an der Linie aus Hannover (RE10 Hannover–Bad Harzburg, etwa stündlich, Fahrtzeit rund zwei Stunden). Aus Hamburg, Berlin und Köln steigst du in Hannover oder Braunschweig um. Aktuelle Verbindungen prüfst du auf bahn.de.
Vom Bahnhof Bad Harzburg läufst du in zehn Minuten ins Zentrum oder nimmst den Stadtbus zur Burgbergseilbahn. Die Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahnen startet in Wernigerode (40 km nordöstlich) — interessant als Tagesausflug, aber kein direkter Anreiseweg.
Mit dem Flugzeug
Nächster Verkehrsflughafen ist Hannover (HAJ), etwa 110 km entfernt. Vom Flughafen kommst du mit der S5 in 17 Minuten zum Hauptbahnhof, dort steigst du in den RE10 nach Bad Harzburg um. Gesamtzeit Flughafen → Bad Harzburg: rund drei Stunden inklusive Umstieg.
Parken vor Ort
Im Ort gibt es vier zentrale Parkbereiche: Parkdeck am Bahnhof (Tagesticket 4 EUR), Parkplatz an der Burgbergseilbahn-Talstation (3 EUR pro Tag, im Bergbahn-Ticket inbegriffen), Parkplatz Baumwipfelpfad am Krodotalweg (kostenfrei) und Tiefgarage am Kurzentrum (Tagesticket 6 EUR). Hotels mit eigener Tiefgarage frag bei der Buchung gezielt nach — im Sommer sind die Innenstadtparkplätze ab Mittag voll.
Wandern und Berge
Bad Harzburg liegt im Übergang zwischen Harzvorland und Hochharz — hier beginnen die klassischen Wanderwege Richtung Brocken, dazu kommt der eigene Hausberg. Drei Schwerpunkte:
Großer Burgberg (482 m)
Der Hausberg ragt direkt über dem Stadtzentrum auf. Du kommst entweder mit der historischen Burgbergseilbahn (in Betrieb seit 1929, Doppelsessellift, Fahrtzeit 4 Minuten, Berg- und Talfahrt Erwachsene rund 9 EUR) oder zu Fuß über den Wanderweg vom Krodotalweg (etwa 45 Minuten, 200 Höhenmeter). Oben warten die Ruine der Harzburg (von Heinrich IV. um 1065 erbaut, 1180 zerstört), das Canossa-Säulen-Denkmal von 1877, das Berghotel mit Panoramaterrasse und der Ausblick über das Vorland bis zur Hildesheimer Börde. Bei klarem Wetter siehst du den Brocken im Süden.
Eckertal-Talsperre (Trinkwasser-Reservoir)
Sieben Kilometer südlich von Bad Harzburg liegt die Eckertal-Talsperre, 1942 fertiggestellt, mit 13 Mio. Kubikmetern Stauinhalt eines der größten Trinkwasser-Reservoirs Niedersachsens. Der Wanderweg um die Talsperre ist 13 km lang und führt über die innerdeutsche Grenze von 1945 bis 1990 — heute markiert die Eckermauer den Verlauf der ehemaligen Grenze, mit Schautafeln des Grünen Bands. Schwimmen ist verboten (Trinkwasser-Schutzzone), Wandern und Fotografieren erlaubt. Anfahrt: B4 Richtung Torfhaus, am Wegweiser Eckertal abzweigen.
Wanderwege Richtung Brocken und Nationalpark Harz
Der Kaiserweg ist die historische 75-km-Fernwanderroute Bad Harzburg–Walkenried — hier zogen im Mittelalter die Salzkarrenführer durch den Harz. Tagesabschnitt ab Bad Harzburg: 12 km bis Torfhaus, 350 Höhenmeter, etwa drei Stunden. Vom Torfhaus aus startet der Goetheweg zum Brocken (16 km, weitere 600 Höhenmeter, 4 bis 5 Stunden hin). Beide Wege sind im Kartenwerk des Harzklubs ausgeschildert. Insgesamt sind im Nationalpark Harz über 600 km Wanderwege markiert.
Top-Sehenswürdigkeiten
Burgbergseilbahn (1929)
Die historische Sesselbahn ist seit 1929 in Betrieb und verbindet die Talstation am Krodotal mit dem Burgbergplateau auf 482 m. Vier Minuten Fahrzeit, Hin- und Rückfahrt Erwachsene rund 9 EUR, Familienkarte ab 22 EUR. Saison von April bis Anfang November sowie Adventswochenenden, ansonsten Wartung. Lohnt sich für jeden Besuch — älteste Doppelsesselbahn Norddeutschlands.
Baumwipfelpfad Harz
Eröffnet 2015 am Nordhang des Burgbergs, 1.000 Meter langer Holzsteg in 26 Metern Höhe über dem Buchenwald, Aussichtsturm auf 36 Metern. Eintritt Erwachsene rund 12 EUR, Kinder 9 EUR, Familienkarte ab 30 EUR. Ganzjährig geöffnet, Hunde an der Leine erlaubt. Lohnt sich vor allem im Frühherbst, wenn die Buchen in Gold und Rot stehen.
Galopprennbahn Bad Harzburg
Älteste Galopprennbahn Norddeutschlands, gegründet 1864. Acht Renntage im Jahr, Schwerpunkt Ende Juli bis Mitte August während der Bad Harzburger Rennwoche — neun Tage mit über 80 Rennen. Tageskarte ab 12 EUR, Großer Preis von Bad Harzburg traditionell am ersten Augustwochenende. Anreise zu Fuß vom Zentrum 15 Minuten oder mit Shuttle-Bus.
Sole-Therme Bad Harzburg
Die Therme nutzt die 1894 erschlossene Krodo-Quelle (4 % Salzgehalt, mineralreich). Innen- und Außenbecken, Saunalandschaft mit acht Saunen, Tagesticket Therme rund 16 EUR, mit Sauna 26 EUR. Geöffnet täglich, in den Schulferien länger. Direkt am Kurpark, fußläufig zu allen zentralen Hotels.
Wildgehege und Luchsstation
Das Wildgehege im Nationalpark-Vorland zeigt Rotwild, Damwild, Wildschweine und das Luchs-Schaugehege — Teil des Wiederansiedlungsprogramms im Nationalpark Harz seit 2000. Eintritt Erwachsene rund 8 EUR, Fütterung Luchse Mittwoch und Samstag um 14:30 Uhr, gut planbar als Familienausflug. Anfahrt mit dem Auto zur Stadtwaldstraße oder zu Fuß ab Burgbergseilbahn.
Schloss Bündheim
Spätbarocke Schlossanlage am südlichen Ortsteil Bündheim, 1718 für die Welfen errichtet. Nicht zu besichtigen (Privatbesitz), aber der englische Schlosspark ist frei zugänglich. Lohnt sich für einen halbstündigen Spaziergang abseits der Touristenströme. Eingang am Bündheimer Marktplatz.
Kurpark mit Trinkkurhaus
Acht Hektar Englischer Landschaftsgarten, angelegt ab 1874 nach den Plänen von Hofgärtner Hermann Jäger. Im Trinkkurhaus von 1875 kannst du das Krodo-Quellwasser direkt am Brunnen probieren — kostenfrei, ganzjährig. Im Sommer Kurorchester-Konzerte am Pavillon, mehrmals wöchentlich, freier Eintritt.
Ruine der Harzburg
Auf dem Burgberg-Plateau, von Heinrich IV. um 1065 als Sicherungsburg errichtet, 1180 von sächsischen Adligen geschleift. Ausgegrabene Mauerfragmente und das 1877 errichtete Canossa-Säulen-Denkmal markieren den Ort. Eintritt frei, ganzjährig zugänglich. Lohnt sich in Kombination mit der Seilbahn-Fahrt.
Aktivitäten und Erlebnisse
Was du in Bad Harzburg unternimmst, hängt von Saison und Reisegruppe ab. Vier Konstellationen:
Im Frühling und Herbst
- Wandern auf Kaiserweg, Goetheweg oder rund um den Burgberg — Routen 4 bis 16 km, alle markiert vom Harzklub
- Mountainbike: rund 2.200 km markierte MTB-Strecken im Harz, Verleih an der Burgbergseilbahn-Talstation, Tagespreis ab 28 EUR
- Baumwipfelpfad mit Indian-Summer-Programm im Oktober — geführte Touren über die Buchenkronen mit Förster-Erklärung
- Galopprennen Ende Juli und Anfang August während der Bad Harzburger Rennwoche
Im Sommer
- Sole-Therme mit Außenbecken bei warmem Wetter
- Sommerrodelbahn am Burgberg: 1.000 Meter Edelstahlbahn, 4 EUR pro Fahrt, Familienkarten verfügbar
- Kanu auf der Oker-Talsperre (10 km westlich) ab 18 EUR pro Halbtag
- Konzerte im Kurpark mehrmals wöchentlich, kostenfrei
Mit Kleinkindern
Wildgehege mit Luchsfütterung am Mittwoch und Samstag, Kinderspielbereich im Kurpark, Sole-Therme mit separatem Kinderbereich. Der Baumwipfelpfad ist mit Kinderwagen befahrbar — der Steg hat keine Stufen.
Bei Regen und Schlechtwetter
- Sole-Therme Bad Harzburg mit Saunalandschaft
- Schaubergwerk Rammelsberg in Goslar (15 km) — Untertage-Führung rund 90 Minuten
- Harzer Uhrenmuseum in der Innenstadt — kompaktes Museum mit Uhrwerken aus drei Jahrhunderten
- Schloss Wernigerode (40 km) — buntes Schloss in Neugotik 1885
Gastronomie und regionale Spezialitäten
Die Harzer Küche ist deftig und bergmännisch geprägt: Wild aus den umliegenden Wäldern, Forelle aus den Talsperren, dazu Klöße oder geschmälzte Kartoffeln. Vier Anlaufstellen:
Restaurants im Ort
- Berghotel Burgberg: Panoramaterrasse auf 482 m, regionale Wildküche, Hauptgericht 18 bis 28 EUR, im Sommer Reservierung Pflicht
- Hotel Braunschweiger Hof: gehobene Harzer Küche, Hauptgericht ab 24 EUR, im historischen Hotel von 1885
- Gasthof Bündheim: traditionelle Bergmannskost, Forelle Müllerin Art, Hauptgericht 14 bis 22 EUR
- Café Winuwuk: einfache Mittagskarte direkt am Bahnhof, Schnitzel und Klöße, kinderfreundlich
Hütten und Almen
Auf dem Burgberg-Plateau gibt es das Burgberg-Berghotel mit ganzjähriger Küche — Bratkartoffeln mit Spiegelei, Hüttengulasch, im Winter Glühwein. Direkt erreichbar mit der Seilbahn oder zu Fuß über den Hauptpfad. Das Molkenhaus auf 540 m ist eine traditionelle Forsthaus-Hütte am Eckertal-Wanderweg, nur Sa/So und Feiertage geöffnet, Anstieg ab Bündheim 1:15 Stunde.
Cafés und Konditoreien
Das Café Winuwuk an der Herzog-Wilhelm-Straße führt hausgebackene Harzer Spezialitäten und Baumkuchen — Stück 4 EUR. Die Bäckerei Drangmeister am Marktplatz öffnet ab 6 Uhr und versorgt Frühaufsteher mit warmen Brötchen vor der Wandertour. Im Sommer Terrasse zum Kurpark.
Regionale Spezialitäten zum Mitnehmen
- Harzer Käse aus Sauermilch (geringer Fettgehalt, kräftiger Geschmack), beim Hofverkauf in Klingelhausen oder Wernigerode
- Bergmanns-Schnaps aus der Brennerei Wolters in Walkenried, klassische Sorten Kümmel und Hagebutte
- Krodo-Sole als Badezusatz aus der Bad Harzburger Sole-Therme — typisches Mitbringsel
- Brockenkristall aus der Glasmanufaktur Derenburg (35 km östlich)
Events und Saisonkalender
Bad Harzburg lebt vom Wechsel zwischen ruhiger Heilbad-Saison und der Galopprennwoche. Die wichtigsten Termine, generisch nach Quartal:
Frühjahr (April bis Juni)
Saisonstart der Burgbergseilbahn Anfang April, parallel öffnet das Außenbecken der Sole-Therme. Mitte Mai die Walpurgisnacht rund um den Brocken — Hexenfeste in den umliegenden Orten Schierke, Thale und Hahnenklee. Im Juni die Vorbereitungs-Renntage auf der Galopprennbahn.
Sommer (Juli bis September)
Hauptsaison. Ende Juli bis Mitte August die Bad Harzburger Rennwoche mit dem Großen Preis am ersten Augustwochenende — die Hotels sind drei bis vier Monate vorher ausgebucht. Im Hochsommer Kurorchester-Konzerte mehrmals pro Woche im Kurpark, kostenfrei. Im September startet das Indian-Summer-Programm auf dem Baumwipfelpfad mit geführten Touren durch den herbstlichen Buchenwald.
Herbst (Oktober bis November)
Goldener Oktober ist die ruhigste und schönste Wanderzeit — die Buchenwälder am Burgberg leuchten in Gold und Rot. Anfang November endet die reguläre Saison der Burgbergseilbahn (Wiederöffnung an Adventswochenenden), die Hotels reduzieren auf Wellness-Pakete.
Winter (Dezember bis Februar)
Adventsmarkt am Bündheimer Schloss am Wochenende vor dem ersten Advent — kompakter als Goslar oder Wernigerode, mit Glühwein und Räucherfisch. Silvesterfeuerwerk am Kurpark. Im Januar und Februar ist Bad Harzburg fast menschenleer, die Wellnesshotels haben Auslastungsprobleme und entsprechend günstige Preise. Schnee liegt im Tal selten, am Burgberg häufiger.
Geschichte und Kultur
Bad Harzburg geht auf die Gründung der Harzburg durch Heinrich IV. um 1065 zurück — als Sicherungsburg gegen die sächsischen Adligen. 1180 wurde die Burg geschleift, das Plateau blieb über Jahrhunderte unbedeutend.
Vom Bergbau-Vorland zum Heilbad
Lange war Bad Harzburg ein kleiner Kurort am Rand des Bergbau-Reviers Goslar/Rammelsberg. Der Wandel begann 1894 mit der Erschließung der Krodo-Quelle — eine sehr salzhaltige Sole, die in der Therme bis heute genutzt wird. 1898 erhielt der Ort den Bahnanschluss aus Hannover, 1929 wurde die Burgbergseilbahn als eine der ersten Sesselbahnen Deutschlands eröffnet. 1949 wurde Bad Harzburg offiziell als Heilbad anerkannt — die Voraussetzung für Kurtaxen, Reha-Förderung und Sanatoriums-Bauten.
Die Galopprennbahn und Bismarck
1864 gründete eine Gruppe von Adelshäusern aus Hannover und Braunschweig die Galopprennbahn — die älteste durchgängig betriebene Norddeutschlands. Reichskanzler Otto von Bismarck war regelmäßig in Bad Harzburg, das Canossa-Säulen-Denkmal von 1877 auf dem Burgberg ist ihm gewidmet. Die Rennwoche entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum gesellschaftlichen Treff der norddeutschen Adelshäuser, die elegant-traditionelle Atmosphäre mit Hutpflicht hat sich gehalten.
Plattdeutsch und Bergmannssprache
Im Alltag ist das Plattdeutsche fast verschwunden, lebt aber in Straßennamen und in der Bergmannssprache fort: "Krodo" als Quellname stammt vermutlich aus dem Slawischen, "Bündheim" ("Bunds-Heim") aus dem Niederdeutschen. Wer einen Kontakt zur Sprache sucht, geht donnerstagabends ins Kurhaus zur Probe der Harzklub-Kapelle Bad Harzburg — Bergmannslieder aus drei Jahrhunderten.
Wetter und beste Reisezeit
Das Klima im Nordharz ist gemäßigt-kontinental und in der Tallage von Bad Harzburg deutlich milder als in den Höhenlagen um Braunlage oder am Brocken. An der DWD-Station Goslar (255 m, vergleichbare Tallage) liegt die Jahresmitteltemperatur bei rund 9 Grad und der Niederschlag bei 770 mm. Schnee liegt meist nur an 25 bis 30 Tagen pro Jahr, mehr Schneetage hast du am Burgberg-Plateau (482 m) und auf den Wanderwegen Richtung Brocken (Vergleichsdaten DWD-Station Braunlage 607 m).
Geheimtipp Indian Summer
Mitte September bis Mitte Oktober
Hochsaison Galopprennen
Ende Juli & Anfang August
Wellness und Ruhe
November bis Februar
Praktische Tipps
- € Kurtaxe: 2,80 EUR pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison (Mai bis Oktober), 1,40 EUR in der Nebensaison. Wird über das Hotel mitabgerechnet, gilt als HarzCard mit Rabatten an Bergbahn, Sole-Therme, Baumwipfelpfad und Wildgehege.
- 🐕 Hunde: in Bad Harzburg und im Nationalpark Harz ganzjährig erlaubt, Leinenpflicht in Schutzgebieten und am Brockengipfel. Im Wildgehege nicht erlaubt. Auf dem Baumwipfelpfad an der Leine. In Restaurants meist willkommen, Hotels mit Hunde-Zuschlag von 8 bis 15 EUR pro Tag.
- 📶 WLAN: kostenfreies Hotspot-Netz im Kurpark, an der Bergbahn-Talstation und am Bahnhof. Im Tal verlässlich, ab 400 m Höhe oft kein Mobilfunk-Empfang im Buchenwald — Karten offline laden.
- + Apotheke und Ärzte: Kur-Apotheke an der Herzog-Wilhelm-Straße, drei Hausarztpraxen im Ort, Reha-Zentrum mit Fachärzten am Kurpark. Notdienst rotiert mit Goslar und Vienenburg. Nächstes Krankenhaus: Asklepios Harzklinik Goslar (15 km).
- € Geldautomaten: Sparkasse Bad Harzburg an der Herzog-Wilhelm-Straße, Volksbank am Marktplatz, weiterer Automat am Bahnhof. An Renntagen am Wochenende oft Schlangen — Karten-Zahlung in der Galopprennbahn empfohlen.
- ♿ Barrierefreiheit: Kurpark und Promenaden weitgehend rollstuhltauglich, Sole-Therme mit Rollstuhl-Lift ins Becken, Baumwipfelpfad komplett barrierefrei (Rampen, keine Stufen). Burgbergseilbahn nimmt Rollstuhlfahrer mit Begleitperson mit. Wanderwege im Nationalpark eingeschränkt.
- i Tourist-Information: Nordhäuser Straße 4, ganzjährig geöffnet, in der Saison auch Sonntags. Wanderkarten, Veranstaltungspläne, HarzCard-Verkauf, Renntag-Tickets und Bergbahn-Kombitickets.
- ☂ Witterung am Burgberg: oben am Plateau ist es im Schnitt 3 bis 5 Grad kühler als im Tal, oft mit Wind. Auch im Hochsommer Pulli oder leichte Jacke einpacken. Bei Hochnebel im Tal (häufig im Spätherbst und Winter) hast du oben oft strahlenden Sonnenschein.
Insider-Tipps
Vier Spots, die nicht in jedem Reiseführer stehen:
Eckertal-Talsperre als Geschichts-Wanderung
Die Eckermauer markiert die ehemalige innerdeutsche Grenze von 1945 bis 1990. Zwölf Schautafeln am 13-km-Rundweg erzählen die Geschichte des Grünen Bands — die Renaturierung der ehemaligen Sperranlagen zum Biotopverbund. Wer früh kommt (vor neun Uhr), hat die Aussicht für sich. Anfahrt: B4 Richtung Torfhaus, Wegweiser Eckertal abzweigen.
Molkenhaus am Eckertal
Die Forsthaus-Hütte auf 540 m im Eckertal-Wanderweg ist nur Sa/So und Feiertage geöffnet, ab Bündheim 1:15 Stunde Anstieg. Hausgemachte Erbsensuppe, selbstgebackener Käsekuchen, Quellwasser im Krug. Kein Service, sondern Selbstbedienung in der Hüttenstube. Bring kleines Geld mit, Karten nehmen sie nicht.
Bergmannskapelle-Probe im Kurhaus
Donnerstagabends um 19 Uhr probt die Harzklub-Kapelle Bad Harzburg im Kurhaus — kostenfreier Zutritt für Gäste. Repertoire: Bergmannslieder aus drei Jahrhunderten, Polkas, Märsche. Frag bei der Tourist-Information am Vortag, ob die Probe stattfindet (entfällt nur an Festtagen).
Adventsmarkt am Bündheimer Schloss
Das Wochenende vor dem ersten Advent steht im Zeichen des Bündheimer Adventsmarkts — kompakter als Goslar oder Wernigerode, im historischen Schlosspark mit Glühwein und Räucherfisch. Etwa 30 Stände, lokale Handwerker, Kinderkarussell. Der Eintritt ist frei, Anfahrt mit dem Stadtbus 870.
Umgebung und Tagesausflüge
Die Region rund um Bad Harzburg hat mehr zu bieten als den Burgberg. Drei Tagestouren für drei Wettertypen:
Bei Sonne: Brocken via Torfhaus (15 km)
Mit dem Auto in 25 Minuten zum Torfhaus, dann zu Fuß über den Goetheweg (16 km, 600 hm) oder mit der Brockenbahn ab Schierke (50 Min, ca. 30 EUR). Vor Ort: Brockenhaus-Museum mit Wetterstation-Dauerausstellung, Brockengarten (Alpinpflanzen, Mai bis Oktober), Hexenaltar mit Bronzeguss-Tafel. Mittagessen im Brockenhotel, Rückfahrt mit Bahn oder zu Fuß.
Bei Wechselwetter: Goslar Altstadt (15 km)
Auto 20 Minuten über die B6. UNESCO-Welterbe seit 1992: Marktplatz mit Glockenspiel viermal täglich, Kaiserpfalz aus dem 11. Jahrhundert, Schaubergwerk Rammelsberg mit Untertage-Tour (rund 16 EUR). Plan einen ganzen Tag — Goslar-Altstadt hat 1.500 Fachwerkhäuser. Kombinieren mit dem Schaubergwerk lohnt sich.
Bei Regen: Wernigerode und Brockenbahn (40 km)
Auto 45 Minuten über die B6 und B244. Wernigerode hat ein farbenfroh-historisches Schloss (Neugotik 1885), die historische Altstadt mit dem schiefen Haus von 1680 und das Harzmuseum. Von hier startet die Brockenbahn — als Tagesausflug mit Schloss-Besichtigung am Vormittag und Bahnfahrt am Nachmittag möglich. Bei Regen sind Schloss-Innenräume und Bahn-Waggons trocken.
Weitere Tagesziele (50 bis 100 km)
- Quedlinburg: UNESCO-Welterbe, 50 km östlich, 1.300 Fachwerkhäuser.
- Halberstadt: Domkirche St. Stephanus mit Domschatz, 60 km östlich.
- Hildesheim: UNESCO-Welterbe Mariendom und Michaeliskirche, 90 km nordwestlich.




