Ilsenburg liegt am Nordrand des Harz auf rund 250 Metern Höhe, wo die Ilse aus dem Brockenmassiv ins Vorland tritt. Die Klosterstadt in Sachsen-Anhalt zählt rund 8.700 Einwohner und ist mit der Marienkirche eines der wichtigsten Zeugnisse romanischer Klosterarchitektur in Norddeutschland — der Bau begann 1003 unter Bischof Bernward von Hildesheim. Wer den klassischen Heinrich-Heine-Weg durch das Ilsetal zum Brocken laufen will, startet hier am Kurpark — 11 Kilometer, 870 Höhenmeter, einer der schönsten Aufstiege Deutschlands. Anders als das touristisch dichtere Wernigerode (10 km östlich) bleibt Ilsenburg ruhiger und naturnäher; anders als Bad Harzburg (12 km nordwestlich) hat die Stadt kein Heilbad, dafür unverbaute Talblicke und das einzige erhaltene romanische Klausurensemble der Region. Mehr Hintergrund zum Nationalpark auf nationalpark-harz.de.
Anreise und Erreichbarkeit
Ilsenburg liegt verkehrsgünstig zwischen Goslar, Wernigerode und der A36 — der Anschluss an das Bundesstraßennetz ist gut, der Bahnhof liegt fußläufig zur Altstadt. Aktuelle Verbindungen prüfst du auf bahn.de, Wanderkarten und Veranstaltungen bei der Tourist-Information am Marktplatz.
Mit dem Auto
Aus Westen über die A7 bis Abfahrt 67 Rhüden, dann B6 und B6n in 35 Minuten ins Zentrum. Aus Osten kommst du über die A36 bis Abfahrt Heudeber-Danstedt, danach 15 Kilometer Landstraße. Aus Berlin nimmst du die A2 bis Abfahrt Bernburg, danach A36 Richtung Goslar.
Im Winter herrscht situative Winterreifenpflicht — auf der B6n und im Ilsetal liegt von Dezember bis März verlässlich Schnee. An Wochenenden mit gutem Wanderwetter stauen die Wanderparkplätze am Kurpark und am Forsthaus Plessenburg ab dem späten Vormittag. Wer Sonntag anreist und auf den Brocken will, plant eine halbe Stunde Puffer ein.
Mit der Bahn
Ilsenburg hat einen eigenen Haltepunkt an der Strecke Halberstadt–Vienenburg (RB42, etwa stündlich). Aus Hannover oder Berlin steigst du in Wernigerode oder Vienenburg um. Vom Bahnhof Ilsenburg läufst du in zehn Minuten ins Zentrum oder direkt zum Kurpark mit Wanderwegstart ins Ilsetal.
Wer mit der Schmalspurbahn auf den Brocken will: die Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahnen startet in Wernigerode, nicht in Ilsenburg. 15 Minuten mit der Regionalbahn nach Wernigerode, dort Umstieg in die Dampfbahn — Tagesticket Brocken-Retour rund 47 EUR pro Erwachsenem.
Mit dem Flugzeug
Nächste Verkehrsflughäfen sind Hannover (HAJ) rund 140 km nordwestlich und Leipzig/Halle (LEJ) rund 200 km östlich. Von Hannover kommst du mit der S5 zum Hauptbahnhof, dann RE/RB nach Vienenburg und Ilsenburg — Gesamtzeit etwa drei Stunden. Von Leipzig dauert der Bahnweg über Halberstadt rund 2:45 Stunden.
Parken vor Ort
Im Ort gibt es drei zentrale Parkbereiche: der Wanderparkplatz Kurpark direkt am Talstart des Heinrich-Heine-Wegs (Tagesticket 4 EUR, 60 Plätze), der Parkplatz an der Marienkirche (3 EUR pro Tag, fußläufig zur Klosteranlage) und der Bahnhofsparkplatz (kostenfrei, etwa 800 Meter zur Altstadt). Wer ins Ilsetal weiter will, kann am Forsthaus Plessenburg oder am Wanderparkplatz Scharfenstein (B27 Richtung Torfhaus) parken — beide kostenfrei, beide an Wochenenden ab elf Uhr voll.
Wandern und Berge
Ilsenburg liegt am Übergang zwischen Harzvorland und Hochharz — hier laufen die klassischen Brockenaufstiege durch eines der wildesten Täler des Mittelgebirges. Drei Schwerpunkte:
Ilsetal mit Ilsefällen und Ilsestein (472 m)
Der Klassiker führt vom Kurpark durch das Ilsetal entlang der Ilse — Heinrich Heine beschrieb den Weg 1824 in seiner Harzreise und gab ihm den Namen. Schon nach einem Kilometer erreichst du die ersten Ilsefälle, kleine Kaskaden zwischen Granitblöcken, dann den Aufstieg zum Ilsestein (472 m, etwa 220 Höhenmeter ab Tal) — Granitkuppe mit Eisenkreuz von 1814 und freiem Blick auf das Brockenmassiv. Reine Wanderung Kurpark–Ilsestein–Kurpark: 7 km, 2:30 Stunden, mittelschwer. Festes Schuhwerk Pflicht, im Frühjahr und nach Regen rutschig.
Heinrich-Heine-Weg auf den Brocken (1.141 m)
Der ausgeschilderte Heinrich-Heine-Weg führt vom Kurpark Ilsenburg über die Ilsefälle, an der Plessenburg vorbei und über den Hermannsberg hinauf zum Brockengipfel. 11 Kilometer, 870 Höhenmeter, vier bis fünf Stunden Aufstieg. Oben gibt es das Brockenhaus mit Wetterstation-Ausstellung, den Brockengarten (Alpinpflanzen, Mai bis Oktober, geführte Touren) und den Hexenaltar. Rückweg entweder zu Fuß (gleicher Weg, 2:30 Stunden bergab) oder mit der Brockenbahn nach Wernigerode (Umstieg in die Regionalbahn nach Ilsenburg, Gesamtzeit etwa zwei Stunden, Ticket Brocken–Wernigerode rund 27 EUR).
Plessenburg und Forsthaus-Runde
Wer einen kürzeren Tag möchte, läuft vom Kurpark zum Forsthaus Plessenburg (575 m, 6 km, 320 Höhenmeter, 1:45 Stunden). Das Forsthaus ist eine der ältesten Wanderhütten im Harz, Mittwoch bis Sonntag bewirtschaftet, Bratkartoffeln mit Spiegelei rund 11 EUR, Erbsensuppe 6 EUR. Von dort aus optionaler Abstecher zur Großen Zeterklippe (607 m, weitere 3 km hin und zurück) — Granit-Felsformation mit Aussicht über das Eckertal Richtung Bad Harzburg. Karten und Routenplaner beim Harzklub.
Top-Sehenswürdigkeiten
Kloster Ilsenburg / Marienkirche (1003)
Eines der bedeutendsten romanischen Bauensembles Norddeutschlands. Bauherr Bischof Bernward von Hildesheim, Weihe 1018. Dreischiffige Basilika mit Querhaus, Krypta und einem der ältesten Klausurensemble der Region. Eintritt Kirche frei, Klostergarten ganzjährig zugänglich. Führungen durch die Krypta nach Voranmeldung, etwa 6 EUR. Lohnt sich für jeden Besuch — eine halbe Stunde mindestens.
Schloss Ilsenburg (Stolberger Residenz)
Aus dem ehemaligen Kloster ging im 16. Jahrhundert das Renaissance-Schloss der Grafen zu Stolberg-Wernigerode hervor. Heute Sitz der Stiftung Kloster Michaelstein und der Schlosshotel-Suiten. Nicht öffentlich zu besichtigen, aber der Schlosspark mit altem Baumbestand und Teichen ist frei zugänglich. Lohnt sich für einen halbstündigen Spaziergang am späten Nachmittag.
Hüttenmuseum (Eisenwerk Ilsenburg)
Ilsenburg war über 400 Jahre eine der wichtigsten Eisenhütten Mitteldeutschlands — die ersten Hochöfen liefen bereits 1546. Das Hüttenmuseum am alten Werksgelände dokumentiert die Industriegeschichte mit Originalexponaten, Modellen und einer begehbaren Schmiede. Eintritt rund 4 EUR, Mittwoch bis Sonntag geöffnet, Führungen am Wochenende.
Ilsestein mit Eisenkreuz (1814)
Granit-Felsformation auf 472 m direkt über dem Ilsetal. Das Eisenkreuz wurde 1814 zur Erinnerung an die Befreiungskriege errichtet. Die Aussicht reicht bei klarem Wetter über das Vorland bis Magdeburg. Aufstieg vom Kurpark in 45 Minuten, leicht ausgesetzt im oberen Teil — Trittsicherheit Pflicht.
Kurpark mit Ilse-Promenade
Englischer Landschaftspark entlang der Ilse, angelegt im 19. Jahrhundert. Der Hauptweg führt am Wasser entlang bis zum Talstart des Heinrich-Heine-Wegs. Im Sommer Konzerte am Kurpark-Pavillon, mehrmals monatlich, freier Eintritt. Spielbereich für Kinder, Liegewiesen, Brunnen mit Trinkwasserstelle.
Heinrich-Heine-Denkmal am Kurpark
Bronzeplakette und Findling am Talstart erinnern an Heines Harzreise von 1824. Heine schrieb das berühmte Ilsetal-Gedicht Ich bin die Prinzessin Ilse direkt nach dieser Wanderung. Lohnt sich als Foto-Stopp vor dem Aufstieg, Eintritt frei.
Aktivitäten und Erlebnisse
Was du in Ilsenburg unternimmst, hängt von Saison und Reisegruppe ab. Vier Konstellationen:
Im Frühling und Herbst
- Wandern auf Heinrich-Heine-Weg, Ilsetal-Runden oder Plessenburg-Tour — Routen 4 bis 22 km, alle markiert vom Harzklub
- Mountainbike: Verbindungs-Trails ins MTB-Netz Hochharz, Verleih am Kurpark-Café, Tagespreis ab 30 EUR
- Klosterführung mit Krypta-Besichtigung, Samstag und Sonntag um 14 Uhr
- Indian-Summer-Wanderungen Ende September bis Mitte Oktober — Buchen und Ahorne im Ilsetal
Im Sommer
- Brockenwanderung mit Frühstart (gegen 7 Uhr) — vor der Tagesausflügler-Welle aus Wernigerode
- Naturschwimmbad Ilsenburg am Stadtrand, Saison Mai bis September, Eintritt 4 EUR
- Konzerte im Kurpark mehrmals monatlich, kostenfrei
- Schmalspurbahn ab Wernigerode auf den Brocken — Tagesausflug
Mit Kleinkindern
Das Ilsetal ist mit Geländekinderwagen bis zur ersten Brücke (1 km) befahrbar, danach steinig. Naturschwimmbad mit separatem Kinderbecken, Spielbereich im Kurpark, Klostergarten mit Tieren. Der Aufstieg zum Brocken ist mit Kindern unter zehn Jahren nicht ratsam — besser Brockenbahn ab Wernigerode kombiniert mit kurzer Gipfelrunde.
Bei Regen / Schlechtwetter
- Klosterkirche mit Krypta-Führung — überdachte Anlage
- Hüttenmuseum — Industriegeschichte unter Dach
- Schloss Wernigerode (12 km) — buntestes Schloss Deutschlands, Neugotik 1885
- Schaubergwerk Rammelsberg Goslar (25 km) — UNESCO-Welterbe, Untertage-Tour
Gastronomie und regionale Spezialitäten
Die Harzer Küche ist deftig und bergmännisch geprägt: Wild aus den umliegenden Wäldern, Forelle aus den Talsperren, dazu Knödel oder geschmälzte Kartoffeln. Drei Anlaufstellen:
Restaurants im Ort
- Restaurant zum Roland: regionale Wildküche, Hauptgericht 16 bis 26 EUR, am Marktplatz im historischen Fachwerkhaus
- Hotel Klosterstuben: gehobene Harzer Küche, Hauptgericht ab 22 EUR, direkt an der Klosteranlage
- Gasthof Schwarzer Adler: traditionelle Bergmannskost, Forelle Müllerin Art, Hauptgericht 14 bis 20 EUR
- Café am Kurpark: einfache Mittagskarte direkt am Talstart, Schnitzel und Klöße, kinderfreundlich
Hütten und Almen
Das Forsthaus Plessenburg auf 575 m ist die wichtigste bewirtschaftete Hütte am Heinrich-Heine-Weg — Mittwoch bis Sonntag geöffnet, Bratkartoffeln 11 EUR, Erbsensuppe 6 EUR, im Winter Glühwein. Von Ilsenburg in 1:45 Stunden zu Fuß erreichbar. Weiter oben am Goetheweg liegt das Brockenhotel direkt am Gipfel — ganzjährig geöffnet, deftige Gerichte ab 14 EUR, Aussichtsterrasse bei Sonnenwetter Pflicht.
Cafés und Konditoreien
Die Bäckerei Sosna am Marktplatz öffnet ab 6 Uhr und versorgt Frühaufsteher mit Brötchen vor dem Brockenaufstieg. Das Café am Kurpark hat hausgebackenen Mohnstrudel und Harzer Baumkuchen — Stück 4 EUR, im Sommer Terrasse zur Ilse. Das Café Niemeyer in der Marktstraße führt selbstgemachte Pralinen mit Brockenkristall-Motiv — typisches Mitbringsel.
Regionale Spezialitäten zum Mitnehmen
- Harzer Käse aus Sauermilch (geringer Fettgehalt, kräftiger Geschmack), Hofverkauf in Drübeck und Wernigerode
- Brockenkristall aus der Glasmanufaktur Derenburg (15 km östlich)
- Wernigeröder Schnaps aus der Bauernkräuter-Brennerei, Sorten Bergmann und Wurzelbitter
- Ilsenburger Rauchforelle aus der Forellenzucht im Drübecker Tal
Events und Saisonkalender
Frühjahr (April bis Juni)
Saisonstart der Wanderhütten Mitte März bis April, Plessenburg eröffnet Karfreitag, Naturschwimmbad ab Mitte Mai. Mai bringt frisches Buchengrün ins Ilsetal — fotografisch eines der besten Monate. Anfang Juni öffnen die ersten Klosterkonzerte, Walpurgisnacht am 30. April im benachbarten Schierke und Thale (Tagesausflug, 25 km).
Sommer (Juli bis September)
Hauptsaison Brockenwanderung. Die Klosterkonzerte in der Marienkirche laufen von Juni bis September mehrmals pro Monat, Schwerpunkt Alte Musik. Mitte August die Ilsenburger Sommernacht mit Open-Air-Bühne am Marktplatz und Feuerwerk. Im September startet die Pilzsaison im Hochharz — Steinpilze und Pfifferlinge.
Herbst (Oktober bis November)
Indian Summer am Heinrich-Heine-Weg von Ende September bis Mitte Oktober — Buchen und Ahorne in Gold und Rot. Ende Oktober schließen Forsthaus Plessenburg und Naturschwimmbad. Anfang November Drachenfest am Sportplatz, kostenlos.
Winter (Dezember bis Februar)
Adventsmarkt am Schloss am zweiten Adventswochenende, kompakt und ruhiger als die großen Märkte in Wernigerode oder Goslar. Ende Dezember Silvesterfeuerwerk am Kurpark. Im Januar und Februar liegt zuverlässig Schnee in den Hochlagen — Schneeschuhwanderungen mit dem Nationalpark-Ranger nach Voranmeldung, Skilanglauf-Loipen rund um Schierke (25 km südlich).
Geschichte und Kultur
Ilsenburg wird 995 erstmals als königliches Jagdgut urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von der Ilse ab — dem Bach, der durch den Ort fließt und bis heute dem Tal seinen Namen gibt.
Vom Reichsstift zur Eisenstadt
1003 gründete Bischof Bernward von Hildesheim das Benediktinerkloster, geweiht 1018 unter Heinrich II. Über 500 Jahre prägte das Kloster die Region als geistliches Zentrum. 1525 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst, die Grafen zu Stolberg-Wernigerode bauten die Anlage zur Renaissance-Residenz aus. Parallel entstand 1546 die erste Eisenhütte — Ilsenburg wurde über 400 Jahre einer der wichtigsten Eisen- und Walzwerkstandorte Mitteldeutschlands.
Heinrich Heine und die Romantik
1824 wanderte Heinrich Heine durch das Ilsetal und beschrieb den Weg in seiner Harzreise. Sein Gedicht Ich bin die Prinzessin Ilse machte das Tal in der deutschen Romantik berühmt — eine Generation später kamen die ersten Sommergäste. Der Heinrich-Heine-Weg trägt seinen Namen seit 1899, das Heinrich-Heine-Denkmal am Kurpark wurde 1989 errichtet.
Innerdeutsche Grenze und Wende
Bis 1989 verlief das Eckertal als innerdeutsche Grenze nur 8 km westlich von Ilsenburg — der Brocken war militärisches Sperrgebiet, Wandern auf dem Heinrich-Heine-Weg war undenkbar. Erst am 3. Dezember 1989 wurde der Brocken wieder freigegeben, an diesem Tag stiegen über 6.000 Menschen zum Gipfel auf. Heute erinnern Gedenkstelen entlang des ehemaligen Kolonnenwegs und das Grenzlandmuseum in Sorge an die Teilung.
Wetter und beste Reisezeit
Das Klima im Nordharz ist gemäßigt-kontinental. An der DWD-Station Wernigerode (234 m, vergleichbare Tallage zu Ilsenburg) liegt die Jahresmitteltemperatur bei 9,3 Grad und der Niederschlag bei 620 mm — das Vorland ist deutlich trockener als die Hochlagen. An der DWD-Station Braunlage (607 m) fällt fast doppelt so viel Niederschlag, Schnee liegt von November bis April. Wer auf den Brocken will, sollte wissen: am Gipfel (1.141 m) gibt es im Jahresmittel nur 100 sonnige Stunden, der Berg ist die meiste Zeit in Wolken.
Beste Reisezeit für Wanderer
Mai & September/Oktober
Hochsaison Brockenwanderung
Juli & August
Ruhe und Klosterstimmung
November bis Februar
Praktische Tipps
- € Kurtaxe: 2,20 EUR pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison (Mai bis Oktober), 1,20 EUR in der Nebensaison. Wird über das Hotel mitabgerechnet, gilt als HarzCard mit Rabatten an Klosterführung, Brockenbahn, Schaubergwerk Rammelsberg und Schloss Wernigerode.
- 🐕 Hunde: in Ilsenburg und im Nationalpark Harz ganzjährig erlaubt, Leinenpflicht in Schutzgebieten und am Brockengipfel. Im Klostergarten an der Leine. Auf den Wanderwegen frei laufend gestattet, sofern unter Aufsicht. Hotels meist mit Hunde-Zuschlag von 8 bis 12 EUR pro Tag.
- 📶 WLAN: kostenfreies Hotspot-Netz im Kurpark und am Marktplatz. Im Tal verlässlich, ab 400 m Höhe oft kein Mobilfunk-Empfang im Buchenwald — Karten und Brockenbahn-Tickets offline laden.
- + Apotheke und Ärzte: Ilse-Apotheke an der Marktstraße, zwei Hausarztpraxen im Ort, Notdienst rotiert mit Wernigerode und Halberstadt. Nächstes Krankenhaus: Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben in Wernigerode (12 km).
- € Geldautomaten: Sparkasse Ilsenburg am Marktplatz, Volksbank an der Klosterstraße, weiterer Automat am Bahnhof. In Hütten ab 400 m Höhe nur Bargeld — Plessenburg und Brockenhaus nehmen keine Karten.
- ♿ Barrierefreiheit: Klosterkirche ebenerdig zugänglich, Krypta nur über Treppe. Kurpark und Schlosspark weitgehend rollstuhltauglich. Heinrich-Heine-Weg nicht barrierefrei (Granitblöcke, Stufen). Brocken erreichbar mit Brockenbahn ab Wernigerode (rollstuhltauglicher Waggon nach Voranmeldung).
- i Tourist-Information: Marktplatz 1, ganzjährig geöffnet, in der Saison auch Sonntags. Wanderkarten, Veranstaltungspläne, HarzCard-Verkauf, Klosterführung-Tickets und Brockenbahn-Kombitickets.
- ⚓ Wasser unterwegs: am Trinkbrunnen im Kurpark und am Forsthaus Plessenburg lassen sich Flaschen kostenfrei auffüllen. Die Ilse selbst ist Trinkwasserschutzgebiet — Baden und Wassersport im Nationalpark verboten, aber Fotos und ein Hineinhalten der Hand sind erlaubt.
Insider-Tipps
Vier Spots, die nicht in jedem Reiseführer stehen:
Frühmorgens an den Ilsefällen
Die ersten Kaskaden erreichst du in 25 Minuten ab Kurpark. Wer vor sieben Uhr startet, hat das beste Licht für Fotos — die Sonne fällt durch das schmale Tal in goldenen Streifen aufs Wasser. Im Frühjahr nach Schneeschmelze führt die Ilse besonders viel Wasser und tost durch die Granitblöcke. Festes Schuhwerk Pflicht, im Mai oft moosige Stufen.
Forsthaus Plessenburg als Übernachtungsstation
Wer den Brocken im Sommer auf zwei Tage strecken will, übernachtet am Forsthaus Plessenburg — sechs einfache Zimmer, Vollpension rund 65 EUR pro Person und Nacht. Reservierung Pflicht (Telefon über die Tourist-Information), Hütte hat keine eigene Webseite. Tag eins: Kurpark bis Plessenburg, 1:45 Stunden. Tag zwei: Plessenburg über Heinrich-Heine-Weg zum Brocken, weitere drei Stunden. Frühaufsteher sehen den Sonnenaufgang vom Großen Zeterklippen-Felsen.
Klosterkonzert mit Klostergarten-Aperitif
Im Sommer kannst du vor dem Konzert in der Klosterkirche im Klostergarten ein Glas regionalen Wein nehmen — die Stiftung schenkt ab 18:30 Uhr aus, Konzertbeginn meist 19:30 Uhr. Im Garten stehen alte Linden, die Akustik der Mauern hält den Lärm vom Marktplatz fern. Rund 8 EUR Aperitif inklusive Klostergarten-Spaziergang. Reservierung über die Stiftung Kloster Michaelstein.
Adventsmarkt am Schloss
Das zweite Adventswochenende steht im Zeichen des Schloss-Adventsmarkts — kompakter als Wernigerode oder Goslar, im Schlosspark mit Glühwein und Räucherfisch aus dem Drübecker Tal. Etwa 25 Stände, lokale Handwerker, Drehorgel-Spieler. Eintritt frei, Anfahrt mit der Regionalbahn ab Wernigerode oder Halberstadt.
Umgebung und Tagesausflüge
Die Region rund um Ilsenburg hat mehr zu bieten als Kloster und Brocken. Drei Tagestouren für drei Wettertypen:
Bei Sonne: Brocken über Heinrich-Heine-Weg (11 km)
Der Klassiker direkt ab Kurpark — vier bis fünf Stunden Aufstieg, 870 Höhenmeter, 11 Kilometer. Vor Ort Brockenhaus mit Wetterstation-Dauerausstellung, Brockengarten (Alpinpflanzen, Mai bis Oktober, geführte Touren um 11:30 Uhr), Hexenaltar mit Bronzeguss-Tafel. Mittagessen im Brockenhotel, Rückfahrt mit der Brockenbahn nach Wernigerode (Umstieg in die Regionalbahn nach Ilsenburg).
Bei Wechselwetter: Wernigerode Altstadt (12 km)
Auto 15 Minuten über die B6n. Schloss Wernigerode auf dem Agnesberg (Neugotik 1885, Eintritt rund 9 EUR), Altstadt mit über 600 Fachwerkhäusern, das schiefe Haus von 1680, Rathaus von 1497. Plan einen ganzen Tag — Wernigerode-Altstadt lohnt mindestens fünf Stunden. Brockenbahn-Bahnhof direkt am Westerntor, Tagesausflug auf den Brocken mit Dampflok dauert etwa drei Stunden hin und zurück.
Bei Regen: Quedlinburg UNESCO-Welterbe (35 km)
Auto 45 Minuten über die B6n und B79. Quedlinburg hat die größte Fachwerkstadt Deutschlands mit über 1.300 Häusern, den Stiftsberg mit Stiftskirche St. Servatii (10. Jahrhundert) und den Domschatz mit ottonischen Reliquien. Bei Regen sind Stiftskirche, Domschatz, Lyonel-Feininger-Galerie und das Klopstockhaus trocken — gut planbar als ganztägiger Schlechtwetter-Plan.
Weitere Tagesziele (40 bis 100 km)
- Goslar: UNESCO-Welterbe, 25 km westlich, Kaiserpfalz und Rammelsberg-Bergwerk.
- Halberstadt: Domkirche St. Stephanus mit Domschatz, 35 km nordöstlich.
- Schierke: höchstgelegener Ort am Brocken-Südhang, 25 km südlich, Klassiker für die Brockenbahn.




