Edinburgh ist mit rund 530.000 Einwohnern die Hauptstadt Schottlands und gilt als eine der eindrucksvollsten Kulissen Europas. Auf dem Castle Rock thront das Edinburgh Castle 130 Meter über der Stadt, die Royal Mile führt schnurgerade vom Schloss hinab zum Holyrood Palace, der offiziellen Residenz des britischen Monarchen in Schottland. Old Town und New Town bilden gemeinsam ein UNESCO-Welterbe und kontrastieren die mittelalterlichen Closes und Wynds der Altstadt mit der georgianischen Eleganz der Neustadt aus dem 18. Jahrhundert. Im August verwandelt das Edinburgh Festival Fringe mit über 3.500 Shows die Stadt in die größte Kulturveranstaltung der Welt. Arthur Seat, ein erloschener Vulkan mitten in der Stadt, bietet auf 251 Metern einen Rundumblick bis zum Firth of Forth. Die Anreise aus Deutschland gelingt am schnellsten per Direktflug nach EDI in unter zwei Stunden, von dort fahren Tram und Airlink-Bus in 25 bis 35 Minuten ins Zentrum. Whisky-Touren in den umliegenden Destillerien und Tagesausflüge in die Highlands oder zu Loch Ness runden das Erlebnis ab.
Anreise und Erreichbarkeit
Edinburgh ist von Deutschland aus auf drei Wegen gut erreichbar: Direktflug, Bahn über London oder Fähre plus Auto. Die offizielle Tourismusseite edinburgh.org bündelt aktuelle Veranstaltungshinweise und Reisetipps. Das Bus-Netz in der Stadt wird von lothianbuses.com betrieben, die schottische Bahn fährt unter scotrail.co.uk und verbindet Edinburgh mit Glasgow, den Highlands und der Ostküste bis nach Aberdeen.
Mit dem Flugzeug — schnellster Weg aus Deutschland
Der Edinburgh Airport (EDI) liegt rund 13 Kilometer westlich des Stadtzentrums und wird ab Deutschland mehrfach täglich angeflogen. Direktverbindungen gibt es ab Frankfurt mit Lufthansa, ab München mit Lufthansa, ab Berlin und Düsseldorf mit easyJet sowie ab Hamburg saisonal. Die Flugzeit liegt bei 1:45 bis 2:00 Stunden. Vom Flughafen ins Zentrum führen drei gute Optionen — die Edinburgh Trams in 35 Minuten zur Princes Street für 7,50 Pfund einfache Fahrt, der Airlink 100 Bus in 25 bis 30 Minuten zur Waverley Bridge für 5,50 Pfund und das Taxi mit rund 25 bis 30 Pfund. Die Tram fährt von 06:30 bis 22:45 Uhr, der Airlink Bus rund um die Uhr.
Mit der Bahn — via London King's Cross
Wer klimafreundlich reisen will, kombiniert Eurostar nach London mit dem LNER-Express von King's Cross nach Edinburgh Waverley. Die LNER fährt rund alle 30 Minuten und braucht 4:20 bis 4:40 Stunden, Spar-Tickets ab 35 Pfund Buchungsklasse Advance. Ab Hamburg liegt die Gesamtreisezeit bei 13 bis 14 Stunden inklusive Umstieg in Brüssel und London, ab Köln rund 11 Stunden. Innerhalb Schottlands fährt ScotRail von Waverley in 50 Minuten nach Glasgow Queen Street, in 2:30 Stunden nach Inverness und in 1:25 Stunden nach Aberdeen.
Mit dem Auto — länger und komplizierter
Die Strecke ab Hamburg beträgt rund 1.250 Kilometer inklusive Fähre, über Eurotunnel oder DFDS Fähre Amsterdam–Newcastle dauert die Tour zwei bis drei Tage. In Edinburgh gilt Linksverkehr, das Zentrum hat seit 2024 eine Low Emission Zone (LEZ) für emissionsstarke Diesel- und Benziner. Wer mit dem Auto kommt, parkt besser am Park-and-Ride Ingliston West (kostenlos, Tram-Anschluss) oder Hermiston (kostenlos, Bus-Anschluss) und fährt mit ÖPNV ins Zentrum.
Vor Ort bewegen — Tram, Bus, zu Fuß
Edinburgh ist sehr kompakt — von der Royal Mile zum Princes Street Gardens sind es 400 Meter, vom Castle zum Holyrood Palace 1,3 Kilometer entlang der Royal Mile. Lothian Buses fährt mit über 50 Linien rund um die Uhr, eine Tagesnetzkarte (Day Saver) kostet 5,50 Pfund, eine Einzelfahrt 2 Pfund. Bezahlung erfolgt kontaktlos mit Bankkarte oder per Tap2Pay direkt am Bus-Leser. Die Edinburgh Trams fahren auf einer Linie vom Flughafen über Princes Street nach Newhaven (seit 2023). Taxis sind teurer als in deutschen Großstädten, für kurze Strecken in der Altstadt sind eigene Füße die beste Option.
Die großen Wahrzeichen — Castle, Royal Mile, Holyrood
Edinburgh lässt sich entlang einer einzigen Achse begreifen — der Royal Mile, die als gepflasterte Hauptstraße vom Edinburgh Castle auf dem Castle Rock schnurgerade bis zum Palace of Holyroodhouse am Fuß von Arthur Seat führt. Auf den 1.814 Yards der Royal Mile (genau eine schottische Meile, daher der Name) liegen Castle, Cathedral, drei Museen und Dutzende Whisky-Shops. Die wichtigsten drei Wahrzeichen sollte man auf zwei volle Tage verteilen, sonst wird es Reisegruppen-Hektik.
Edinburgh Castle
Das Edinburgh Castle thront auf einem 130 Meter hohen Vulkanfels und ist seit dem 12. Jahrhundert besiedelt, die St Margaret's Chapel aus dem Jahr 1130 ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. Höhepunkte sind die Schottischen Kronjuwelen (Honours of Scotland) — Krone, Zepter und Schwert von 1540 — der Stone of Destiny, auf dem schottische Könige gekrönt wurden, und Mons Meg, eine sechs Tonnen schwere Belagerungskanone von 1457. Täglich außer Sonntag um 13 Uhr feuert die One O'Clock Gun von der Half Moon Battery, ein Ritual seit 1861, das ehemals Schiffe im Firth of Forth zur Zeitkontrolle nutzten. Eintritt 21,50 Pfund Erwachsene, vorab buchen.
Royal Mile und St Giles' Cathedral
Die Royal Mile gliedert sich in vier Abschnitte — Castlehill, Lawnmarket, High Street und Canongate. Auf der Mitte steht die St Giles' Cathedral mit ihrer charakteristischen Kronen-Turmhaube, der Mutterkirche der Presbyterianischen Church of Scotland. Innen die Thistle Chapel mit dem feinsten Schnitzwerk Schottlands aus dem Jahr 1911. Beidseits der Mile zweigen schmale Closes und Wynds ab — versteckte Innenhöfe und Durchgänge, die einen Eindruck vom mittelalterlichen Edinburgh vermitteln. Real Mary King's Close unter der City Chambers ist ein unterirdisches Straßenviertel aus dem 17. Jahrhundert, das nach dem Pest-Ausbruch 1645 zugemauert wurde. Führung 22 Pfund, Reservierung dringend empfohlen.
Palace of Holyroodhouse und Holyrood Abbey
Am unteren Ende der Royal Mile steht der Palace of Holyroodhouse, die offizielle schottische Residenz des britischen Monarchen. King Charles III. residiert jeden Sommer eine Woche hier und veranstaltet die jährliche Holyrood Garden Party. Die historischen Apartments mit den blutigen Erinnerungen an Mary Queen of Scots (David Rizzio wurde 1566 in ihrem Audienzzimmer ermordet) und die Ruine der Holyrood Abbey aus dem 12. Jahrhundert sind die Hauptanziehung. Eintritt 19,50 Pfund, geschlossen wenn der König anwesend ist (meist Ende Juni bis Anfang Juli). Direkt nebenan das schottische Parlament (Holyrood) von Architekt Enric Miralles, fertiggestellt 2004.
Arthur Seat und Old Town — der wilde Vulkan und die mittelalterliche Stadt
Mitten in Edinburgh ragt Arthur Seat als erloschener Vulkan auf 251 Meter Höhe und bietet vom Gipfel einen 360-Grad-Blick über die Stadt, den Firth of Forth bis zu den Pentland Hills im Süden und der Fife-Küste im Norden. Der Aufstieg dauert vom Holyrood Palace rund 45 Minuten über den Salisbury Crags Path oder direkt durch die Hunters Bog Senke. Der Park rund um Arthur Seat (Holyrood Park) ist 260 Hektar groß und wurde 1541 von King James V. zum königlichen Jagdrevier erklärt.
Old Town und die Closes
Die Old Town zwischen Castle und Holyrood ist UNESCO-Welterbe und das wohl besterhaltene mittelalterliche Stadtviertel Großbritanniens. Hier stehen die höchsten erhaltenen Wohnbauten Europas vor der industriellen Revolution — die Land-Bauten über acht Stockwerke hoch, weil die Stadt im Schutz der Stadtmauer nicht horizontal wachsen konnte. Auf jeder Seite der Royal Mile zweigen über 80 Closes, Wynds und Vennels ab, jeder mit eigener Geschichte. Advocate's Close mit den schönsten Aussichten über die New Town, Anchor Close mit dem Adam Smith-Haus, Mary King's Close als Pest-Viertel.
Grassmarket und Greyfriars Bobby
Unterhalb der Royal Mile, am Fuß des Castle Rock, liegt der Grassmarket — früher Hinrichtungsplatz und Pferdemarkt, heute Pub-Meile mit dem Last Drop und White Hart Inn (Burns- und Wordsworth-Stammkneipe). Von hier führt die Victoria Street mit ihren bunten viktorianischen Hausfassaden hinauf zur George IV Bridge — angeblich das Vorbild für J.K. Rowlings Diagon Alley. Am südlichen Ende der George IV Bridge sitzt die Statue des Greyfriars Bobby — ein Skye Terrier, der nach dem Tod seines Herrchens 14 Jahre an dessen Grab auf dem Greyfriars Kirkyard wachte (1858 bis 1872). Der Greyfriars Kirkyard selbst hat Eingang zu mehreren Harry-Potter-Inspirationen, hier findet sich der Grabstein von Thomas Riddle.
New Town — georgianische Eleganz und Princes Street
Nord der Old Town und durch die Princes Street Gardens (früher der Nor Loch, ein zugeschüttetes Sumpfgewässer) getrennt, liegt die New Town. James Craig gewann 1766 als 22-jähriger Architekt den Wettbewerb für den Bauplan und schuf ein rechtwinkliges Straßenraster mit drei Hauptachsen — George Street in der Mitte, Princes Street im Süden mit Blick zum Castle, Queen Street im Norden mit Blick zum Firth of Forth. Die New Town ist mit der Old Town gemeinsames UNESCO-Welterbe seit 1995.
Princes Street und Scott Monument
Die Princes Street ist die Haupteinkaufsstraße und einzige Straße Edinburghs mit nur einseitiger Bebauung — nordseitig die Geschäfte, südseitig der Park mit Blick auf das Castle. In den Princes Street Gardens steht das Scott Monument, ein 61 Meter hoher gotischer Steinturm zu Ehren des Schriftstellers Sir Walter Scott (1771 bis 1832), den man für 8 Pfund über 287 enge Treppenstufen besteigen kann. Daneben die National Gallery of Scotland mit Werken von Vermeer, Velazquez, Rembrandt und Raeburn — Eintritt frei.
George Street und Charlotte Square
Eine Straße nördlich verläuft parallel die George Street mit den eleganten Boutiquen, Bars und Restaurants. Am Westende der George Street öffnet sich der Charlotte Square mit dem Bute House (offizielle Residenz des schottischen First Minister) und der Georgian House (National Trust Museum mit eingerichteter Stadtwohnung aus dem 18. Jahrhundert, Eintritt 9 Pfund). Am Ostende der George Street liegt der St Andrew Square mit dem Melville Monument und dem National Trust Bistro im Erdgeschoss der Dundas House.
Calton Hill
120 Meter hoher Hügel östlich der New Town mit dem National Monument (unvollendete Replik des Parthenon), Nelson Monument und Stadtobservatorium. Aufstieg in 15 Minuten, der beste Blick auf Edinburghs Skyline mit Castle, Arthur Seat und Firth of Forth, vor allem zum Sonnenuntergang.
Stockbridge
Charmantes ehemaliges Dörfchen 15 Minuten zu Fuß nördlich der New Town, mit unabhängigen Boutiquen, Cafes und dem Stockbridge Market jeden Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Hier ist die Water of Leith Walkway am hübschesten, perfekt für einen Sonntag-Spaziergang.
Dean Village
Verstecktes ehemaliges Mühlenviertel im Tal des Water of Leith, nur fünf Minuten von der Princes Street entfernt, wirkt aber wie ein Bilderbuch-Dorf des 19. Jahrhunderts. Sandsteinhäuser, schmiedeeiserne Brücken, der Damm der ehemaligen Baxters Mill — Instagram-Hotspot der Stadt.
Leith und The Shore
Ehemaliger Hafen Edinburghs im Norden, seit den 1990er Jahren komplett saniert, heute mit Michelin-Restaurants (The Kitchin, Restaurant Martin Wishart) und dem Royal Yacht Britannia als Museum vor Anker. Tram-Linie fährt direkt nach Leith Newhaven seit 2023.
National Museum of Scotland
Auf der Chambers Street, das größte Museum Schottlands mit zwölf Ausstellungsbereichen von der Wissenschaftsgeschichte über Dolly das Klonschaf bis zur Wikingerzeit. Eintritt frei, die Dachterrasse im 7. Stock bietet einen kostenlosen Castle-Blick. Mindestens drei Stunden einplanen.
Royal Botanic Garden
72 Hektar großer Botanischer Garten zwei Kilometer nördlich des Zentrums, einer der wichtigsten Botanischen Gärten der Welt mit 13.500 Pflanzenarten. Eintritt frei, die viktorianischen Glashäuser kosten 8 Pfund. Im Mai blüht der Rhododendron-Hang spektakulär, im Sommer Open-Air-Konzerte.
Whisky-Touren und Destillerien — Edinburgh und Umgebung
Schottischer Whisky ist eines der wichtigsten Exportgüter des Landes, und Edinburgh ist ein guter Ausgangspunkt für Verkostungen — sowohl in der Stadt selbst als auch für Tagesausflüge in die umliegenden Whisky-Regionen.
The Scotch Whisky Experience
Auf der Castlehill direkt am Castle bietet die Scotch Whisky Experience Einsteiger-Touren mit Verkostung von vier Whisky-Sorten aus den vier Hauptregionen Highland, Speyside, Islay und Lowland. Die Silver Tour kostet 22 Pfund und dauert 80 Minuten, die Gold Tour mit vier Drams 36 Pfund und 90 Minuten. Im Anschluss zeigt die weltgrößte Whisky-Sammlung mit 3.384 Flaschen die Vielfalt schottischer Brennereien — Eigentum eines brasilianischen Sammlers, hier dauerausgestellt.
Holyrood Distillery
Die erste neue Whisky-Brennerei in der Stadt Edinburgh seit fast 100 Jahren, eröffnet 2019 nahe Holyrood Palace. Hier wird Single Malt und Gin destilliert, Touren mit Verkostung kosten 25 Pfund. Wer mehr Tiefe will, fährt mit dem Bus oder Mietwagen 90 Minuten zur Glenkinchie Distillery in den Lowlands (Diageo-Brennerei, einer der vier Klassiker der Region) oder mit der Bahn nach Falkirk zur Deanston Distillery.
Tagestour Speyside oder Highland
Wer einen vollen Whisky-Tag will, bucht eine Tour-Gruppe ab Edinburgh zu drei bis vier Speyside-Destillerien — typischerweise Glenfiddich, Aberlour, Cardhu und Glen Grant. Anbieter wie Rabbie's und Heart of Scotland Tours starten morgens 8 Uhr und sind abends 19 Uhr zurück, Kosten 90 bis 130 Pfund pro Person inklusive Tastings. Alternative — Tour in die Highlands mit Dalwhinnie und Tomatin.
Tagesausflüge — Highlands, Loch Ness, Stirling
Edinburghs großer Vorteil ist die zentrale Lage zwischen Lowlands, Highlands und der Ostküste. Mehrere ikonische schottische Ziele sind als Tagesausflug machbar — mit Mietwagen, organisierter Tour oder Bahn.
Highlands und Loch Ness
Der wohl beliebteste Tagesausflug führt durch die Trossachs und das Glen Coe-Tal bis nach Inverness und Loch Ness. Anbieter wie Rabbie's und Highland Explorer Tours fahren morgens 7:30 Uhr ab Edinburgh, halten an Stirling Castle (Foto-Stopp), Doune Castle (Outlander- und Monty Python-Drehort), Glen Coe (Massaker von 1692, dramatischste Berglandschaft Schottlands), Fort William, Loch Ness mit Urquhart Castle und kehren abends gegen 21 Uhr zurück. Kosten 70 bis 90 Pfund, Eintritt zu Urquhart Castle extra (15 Pfund). Lange Fahrt von 13 Stunden, aber unvergessliche Bilder.
Stirling Castle und Wallace Monument
Mit der ScotRail in 50 Minuten ab Waverley nach Stirling. Das Stirling Castle steht auf einem Vulkanfels und gilt als das wichtigste schottische Schloss neben Edinburgh, hier wurde Mary Queen of Scots gekrönt. Eintritt 19 Pfund. Vom Castle Spaziergang zum National Wallace Monument auf dem Abbey Craig — 67 Meter hoher Turm zu Ehren von William Wallace (Braveheart), mit Wallace's Schwert. Eintritt 11 Pfund. Tagesausflug komplett in einem Tag machbar.
Rosslyn Chapel und Pentland Hills
Nur 30 Minuten südlich Edinburghs liegt die Rosslyn Chapel — die mysteriöse Templerkapelle aus dem 15. Jahrhundert, weltberühmt durch The Da Vinci Code. Die Steinmetzkunst mit über 100 Grünen Männern, exotischen Pflanzenmotiven und mutmaßlichen Templer-Symbolen ist einzigartig. Eintritt 11 Pfund. Kombiniert mit einer Wanderung in den Pentland Hills (Hillend Country Park mit dem längsten künstlichen Skihang Großbritanniens) wird das ein perfekter Halbtag.
North Berwick und Bass Rock
Mit der ScotRail in 30 Minuten an die Küste nach North Berwick — viktorianisches Seebad mit zwei Stränden, dem Scottish Seabird Centre und Blick auf den Bass Rock, eine 100 Meter hohe Felsinsel mit der weltgrößten Festland-Kolonie von Basstölpeln (rund 150.000 Vögel). Bootstouren um den Bass Rock starten von April bis September für 25 Pfund. Direkt vor Ort die Ruine von Tantallon Castle aus dem 14. Jahrhundert.
Stadtteile im Vergleich — wo wohnen, wo ausgehen?
Hotelpreise gelten als Indikator für ein 4-Sterne-Doppelzimmer pro Nacht. Im August zum Fringe-Festival liegen die Preise drei- bis viermal höher als in der Nebensaison November bis März, eine Buchung 6 bis 9 Monate vorab ist Pflicht.
Edinburgh Festival Fringe — die größte Kulturveranstaltung der Welt
Jeden August verwandelt sich Edinburgh für drei Wochen in die wohl größte Kulturveranstaltung der Welt. Das Edinburgh Festival Fringe (gegründet 1947) zeigt in 25 Tagen über 3.500 Shows mit rund 50.000 Aufführungen — Comedy, Theater, Tanz, Musik, Zirkus, Kabarett. Dazu kommen das Edinburgh International Festival (klassische Musik und Theater), das Edinburgh International Book Festival und das Royal Edinburgh Military Tattoo (1.200 Musiker auf der Castle Esplanade, drei Wochen lang).
Wer im August anreist, sollte die Unterkunft 9 bis 12 Monate vorab buchen — die Stadt verdoppelt ihre Einwohnerzahl, Restaurants brauchen Reservierungen mehrere Tage im Voraus, Tickets für die Top-Comedy-Shows im EICC und am Pleasance sind oft nach Stunden ausverkauft. Vorteil — die Stimmung ist elektrisch, Straßenkünstler auf der Royal Mile bieten den ganzen Tag kostenlose Performances, viele Free-Fringe-Shows kosten nichts (Trinkgeld). Der August ist allerdings die teuerste Reisezeit Edinburghs.
Praktische Tipps für den Edinburgh-Trip
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Kontaktlos zahlen im Bus
Lothian Buses akzeptiert kontaktlose Bankkarten und Apple Pay direkt am Leser, das Daily Cap deckelt automatisch bei 5,50 Pfund pro Tag. Eine separate Buspass-Karte ist für Touristen überflüssig. Wichtig — beim Einsteigen einmal tappen, nicht beim Aussteigen.
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Castle morgens vor 10 Uhr
Das Edinburgh Castle öffnet um 9:30 Uhr, wer um 9 Uhr in der Schlange steht, hat die Honours of Scotland und die St Margaret's Chapel die ersten 30 Minuten fast für sich. Ab 11 Uhr quellen die Hallen mit Reisegruppen über. Tickets vorab online buchen spart bis zu 90 Minuten Wartezeit.
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Royal Edinburgh Ticket nur für drei Highlights
Das Royal Edinburgh Ticket bündelt für 78 Pfund Edinburgh Castle, Holyroodhouse und Britannia mit Hop-on-Hop-off-Bus für zwei Tage. Lohnt nur wenn alle drei in zwei Tagen absolviert werden, sonst günstiger einzeln. Achtung — Britannia liegt 30 Minuten außerhalb in Leith.
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Free Walking Tours starten täglich
Sandeman New Europe und Mercat Tours bieten kostenlose Stadtführungen ab St Giles' Cathedral, täglich 10 und 14 Uhr, Trinkgeld nach Gefallen (8 bis 15 Pfund üblich). Die zwei Stunden vermitteln einen guten Überblick und sind oft besser als bezahlte Bus-Touren.
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August nur mit Vorbuchung
Wer Edinburgh im August besuchen will, sollte 9 bis 12 Monate vorab Unterkunft und die wichtigsten Shows buchen. Die Stadt verdoppelt ihre Einwohnerzahl, Hotelpreise verdrei- bis vervierfachen sich, Restaurants brauchen Reservierungen 2 bis 4 Tage vorab. Free Fringe spontan möglich.
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Royal Mile ist Kopfsteinpflaster
Die Royal Mile ist durchgehend grobes Granit-Kopfsteinpflaster, Rollstuhl- und Kinderwagen-Geeignet eingeschränkt. Das Castle hat einen steilen Anstieg über den Castlehill — Shuttle-Bus für Eintrittskarten-Inhaber von der Esplanade. Holyrood Palace ist hingegen gut zugänglich.
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Wetter wechselt vier Mal am Tag
Edinburgh hat ein launisches Küstenklima mit häufigen Regenschauern und schnellem Wetterwechsel. Selbst im Sommer kann es morgens 12 Grad sein und nachmittags 22 Grad mit Sonne. Schichten-Prinzip, Regenjacke immer dabei, Schirm wegen Wind oft sinnlos. Sonnenschutz wegen langer Tage im Sommer (bis 22 Uhr Tageslicht).
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Whisky-Touren nur ohne Auto
Wer Whisky verkosten will, fährt nicht selbst — Schottland hat eine 0,5 Promille-Grenze und sehr aktive Polizeikontrollen. Tour-Anbieter wie Rabbie's, Heart of Scotland und Highland Explorer fahren mit professionellen Drivers ab Edinburgh, dann kann man unbekümmert genießen.
Insider-Tipps
Calton Hill zum Sonnenuntergang
Wer keine Lust auf den steilen Arthur-Seat-Aufstieg hat, geht abends auf den Calton Hill — 15 Minuten Spaziergang vom Waverley Bahnhof, 120 Meter Höhe, freier Blick zum Sonnenuntergang über Castle, Princes Street und Arthur Seat. Vor allem von Juni bis August spektakulär, dann geht die Sonne erst nach 21 Uhr unter.
Dean Village versteckter Spaziergang
Die meisten Touristen sehen Dean Village nicht, weil es in einer Senke unter der Dean Bridge versteckt liegt. Von der Princes Street rechts in die Queensferry Street, dann die Treppen rechts der Dean Bridge runter — fünf Minuten Fußweg, aber wie ein Bilderbuch-Bayerndorf an einem Bachlauf. Von dort entlang der Water of Leith Walkway in 25 Minuten zur Royal Botanic Garden.
Mary King's Close für Schauder-Fans
Wer einen ungewöhnlichen Tipp will — die Real Mary King's Close unter der City Chambers ist ein 17.-Jahrhundert-Straßenviertel, das nach dem Pest-Ausbruch 1645 zugemauert wurde. Heute führen kostümierte Guides durch die unterirdischen Gassen und erzählen Pest-Geschichten. Nicht für Klaustrophobiker, aber unvergleichlich atmosphärisch. Vorab buchen, Spätnachmittags-Slots sind gemütlicher.




