Die ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen ist Deutschlands konsequentester Themen-Zoo und ein Vorzeigeprojekt der Ruhrgebiets-Konversion: Aus dem alten Ruhr-Zoo von 1949 entstand zwischen 2005 und 2010 in drei Bauabschnitten eine komplett neu gedachte Anlage, die ihre rund 570 Arten in drei Geo-Welten gliedert — Alaska, Afrika und Asien. Auf rund 31 Hektar erleben jährlich rund eine Million Besucher kanadische Bergwelten mit Eisbären-Unterwassertunnel, afrikanische Savannen mit Schimpansen und Flusspferden sowie asiatische Tropen mit Tigern, Orang-Utans und Elefanten. Das Besondere: durch jede der drei Welten führt eine eigene Boots-Tour über Yukon, Kongo und Mekong, die den Themen-Zoo in dieser Form einzigartig in Deutschland macht. Der Eintritt liegt mit rund 25 Euro auf Niveau der großen Erlebnis-Zoos, dafür gibt es einen ganzen Tag konsequent inszenierte Reise um die Welt.
Anreise und Erreichbarkeit
Die ZOOM Erlebniswelt liegt im Norden Gelsenkirchens am Rhein-Herne-Kanal, eingebettet in den ehemaligen Ruhr-Zoo-Park zwischen Bismarck und Bleckstraße. Die Lage mitten im Ruhrgebiet macht sie über Autobahn-Netz und S-Bahn von Essen, Bochum, Dortmund und Duisburg in unter einer Stunde erreichbar. Mit der Tram-Haltestelle direkt vor dem Haupteingang ist sie zudem einer der wenigen Großzoos, die ÖPNV-Reisende ohne weiteren Fußweg erschließt.
Mit dem Auto
Aus allen Richtungen erreicht man Gelsenkirchen über die A2 (Oberhausen-Dortmund), die A40 (Ruhrschnellweg) und die A42 (Emscher-Schnellweg). Die nächste Abfahrt ist Gelsenkirchen-Buer und Gelsenkirchen-Bismarck, von dort sind es rund fünf Minuten zum Zoo. Der ZOOM verfügt über eigene Parkplätze direkt am Haupteingang mit rund 2.500 Stellplätzen, eine Tagesgebühr von wenigen Euro ist üblich. An Sommer-Wochenenden und in den NRW-Schulferien lohnt sich ein früher Start, da die Parkflächen am späten Vormittag stark gefüllt sind.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der Hauptbahnhof Gelsenkirchen ist Halt für Regionalzüge aus dem gesamten Ruhrgebiet und bietet schnelle Verbindungen aus Essen, Dortmund, Münster und Duisburg. Vom Hauptbahnhof fährt die Straßenbahnlinie 301 direkt bis zur Haltestelle ZOOM Erlebniswelt vor dem Haupteingang, die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Aus Essen, Bochum und Dortmund erreichen S-Bahnen und Regionalzüge Gelsenkirchen in 15 bis 30 Minuten, in Verbindung mit dem VRR-Tagesticket ist die Anreise besonders günstig.
Mit dem Flugzeug
Der nächste Flughafen ist Düsseldorf International (DUS) in rund 40 Kilometern Entfernung, von dort fährt der ICE oder RE direkt nach Gelsenkirchen. Etwas weiter, aber gut angebunden ist Dortmund (DTM) für Low-Cost-Verbindungen sowie der Flughafen Köln/Bonn (CGN) als Alternative für süddeutsche Reisende.
Vor Ort bewegen und Parken
Innerhalb des Zoos bewegt man sich zu Fuß auf befestigten Wegen, die durchgängig kinderwagen- und rollstuhlgeeignet sind. Die drei Themen-Welten Alaska, Afrika und Asien sind ringförmig miteinander verbunden, der komplette Rundweg misst rund vier Kilometer. Behindertenparkplätze finden sich direkt am Haupteingang, Rollstühle und Bollerwagen können am Eingang gegen Pfand ausgeliehen werden. Die drei Boots-Touren sind im Eintritt inbegriffen und barrierefrei zugänglich.
Geschichte und Konversion
Der ursprüngliche Ruhr-Zoo wurde 1949 als kommunaler Tierpark in der Nachkriegszeit gegründet und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem klassischen Bestandszoo des Ruhrgebiets. In den 1990er Jahren war die Anlage in Substanz und Konzept veraltet, zwischen Reviergehegen und Käfighaltung gab es kaum noch ein zeitgemäßes Bild von Tierhaltung. Die Stadt Gelsenkirchen entschied sich für einen radikalen Schritt und beauftragte eine komplette Neukonzeption.
Ab 2002 begann der Umbau nach dem Vorbild moderner Erlebnis-Zoos in Nordamerika und der Niederlande. Die drei Geo-Welten entstanden in Bauabschnitten: Alaska eröffnete 2005, Afrika folgte 2006, Asien wurde 2010 vollständig fertiggestellt. Das gesamte Konzept folgt der Idee, Tiere nicht nach Systematik, sondern nach Lebensraum zu präsentieren und Besucher in inszenierte Landschaften zu führen. Aus dem alten Ruhr-Zoo wurde damit eine der konsequentesten Themen-Zoo-Anlagen Europas, vergleichbar nur mit Wildlands Emmen in den Niederlanden oder dem Pairi Daiza in Belgien.
Die drei Themen-Welten
Das Herzstück des ZOOM Erlebniswelt sind die drei großen Geo-Welten, die jeweils rund neun bis elf Hektar einnehmen und in sich geschlossene Reise-Erlebnisse bilden. Jede Welt erschließt sich zu Fuß und zusätzlich per Boots-Tour, die durch die zentralen Wassergebiete der Anlage führt. Plant man sorgfältig, lässt sich an einem Tag jede Welt einmal komplett durchlaufen und alle drei Boots-Fahrten unternehmen.
Alaska
Die Welt Alaska bildet kanadisch-amerikanisches Bergland nach und beherbergt Eisbären, Wölfe, Pumas, Karibus, Stinktiere und Fischotter. Highlight ist der Eisbären-Unterwassertunnel, durch den die Tiere beim Tauchen aus nächster Nähe beobachtet werden können — eine der wenigen Anlagen dieser Art in Deutschland. Die Boots-Fahrt führt als Yukon River Quest durch die Berglandschaft mit Blick auf Bären-Felsen und Otter-Becken.
Afrika
Die Welt Afrika kombiniert Sahara, Savanne und Regenwald auf rund elf Hektar. Hier leben Schimpansen, Krokodile, Flusspferde und eine Pinguin-Kolonie, dazu Antilopen, Erdmännchen, Wildhunde und zahlreiche afrikanische Vogelarten. Das Großgewächshaus für die Schimpansen gehört zu den modernsten Affenhäusern Europas. Die Kongo-Boots-Fahrt führt durch eine inszenierte Flusslandschaft mit Blick auf Flusspferd-Becken und Krokodil-Sumpf.
Asien
Die jüngste der drei Welten erschließt das tropische Asien mit Tigern, Orang-Utans und Elefanten sowie einem großen begehbaren Tropenhaus. Im Tropenhaus leben Affen, Reptilien und Vögel weitgehend frei im Raum — eine Konstellation, die das Besucher-Erlebnis stark vom klassischen Schaugehege unterscheidet. Die Mekong-Boots-Fahrt rundet den Themen-Kreis ab und führt durch die asiatischen Wasserlandschaften zwischen Tropenhaus und Elefanten-Anlage.
Die sechs Besucher-Magneten im Überblick
Eisbären-Unterwassertunnel
Der Tunnel führt unter dem Eisbären-Becken hindurch und ermöglicht Tauch-Beobachtungen aus nächster Nähe. Die Anlage gehört zu den großzügigsten Eisbär-Gehegen Deutschlands.
Yukon River Quest
Die rund 25-minütige Boots-Fahrt durch die Alaska-Welt führt entlang Otter-Becken, Bären-Felsen und Wolfs-Gehege. Die Fahrt ist im Eintritt enthalten und barrierefrei zugänglich.
Schimpansen-Anlage
Das Großgewächshaus für die Schimpansen-Gruppe gehört zu den modernsten Affenhäusern Europas mit großzügigem Innen- und Außenbereich, Kletter-Strukturen und Sichtfenstern.
Kongo-Boots-Tour
Die Afrika-Boots-Fahrt führt durch eine inszenierte Flusslandschaft mit Blick auf Flusspferd-Becken, Krokodil-Sumpf und Pinguin-Felsen. Ein zweiter Pflicht-Punkt für Erst-Besucher.
Tropenhaus Asien
Im großen Tropenhaus laufen Besucher zwischen frei lebenden Affen, Reptilien und Vögeln. Die hohe Luftfeuchtigkeit und das dichte Pflanzen-Setting machen den Rundgang zu einer Reise in den Regenwald.
Mekong-Boots-Tour
Die dritte Boots-Fahrt erschließt die Asien-Welt von der Wasserseite und schließt den Themen-Kreis. Sie führt zwischen Tropenhaus und Elefanten-Anlage durch geschwungene Kanäle.
Die drei Welten im Vergleich
Die drei Welten ergänzen sich klimatisch und atmosphärisch — wer wenig Zeit hat, sollte mindestens eine Boots-Tour pro Welt einplanen.
Programm und Tier-Begegnungen
Über die reinen Schau-Anlagen hinaus bietet der ZOOM täglich Schau-Fütterungen, Tier-Begegnungen und kommentierte Programm-Punkte, die den Besuch strukturieren. Die Schau-Fütterungen für Eisbären, Pinguine, Robben und Schimpansen sind die beliebtesten Programm-Punkte und ziehen jeweils mehrere hundert Zuschauer an. Eine aktuelle Übersicht hängt am Eingang aus und lässt sich am Vormittag in den Tag einplanen.
Die drei Boots-Touren laufen zwischen März und Oktober in dichten Intervallen, im Winter werden sie auf wenige Fahrten reduziert oder pausiert. Wer alle drei Touren an einem Tag schaffen möchte, sollte einen Sommer-Wochentag wählen und mit dem Yukon River starten, bevor die Schlangen wachsen. Für Familien mit kleinen Kindern bietet der ZOOM zudem mehrere große Spielplätze entlang der drei Welten, die als willkommene Pausen zwischen den Tier-Anlagen dienen.
Praktische Tipps für den ZOOM-Besuch
-
€
Online-Tickets sparen Zeit
Tickets sind online und am Automaten verfügbar. An Wochenenden und in den Sommerferien lohnt sich der Vorabkauf, weil die Schlangen am Eingang ab zehn Uhr deutlich wachsen.
-
✦
Reihenfolge der Welten planen
Die meisten Besucher starten in Alaska, weil es direkt am Haupteingang liegt. Wer den Besuch entzerren möchte, startet stattdessen in Asien und arbeitet sich rückwärts vor.
-
+
Boots-Touren früh fahren
Alle drei Boots-Touren sind im Eintritt enthalten. Die Schlangen am Yukon River werden ab Mittag besonders lang, ein Start direkt nach Öffnung lohnt sich.
-
i
Schau-Fütterungen einplanen
Die täglichen Schau-Fütterungen sind die emotionalen Höhepunkte des Tages. Die Termine hängen am Eingang aus und lassen sich gut um die Boots-Touren herum planen.
-
⌘
Picknick statt Gastronomie
Der ZOOM erlaubt Picknick auf den Wiesen zwischen den Welten. Mehrere Bistros bieten warme Mahlzeiten, in den NRW-Ferien sind die Sitzplätze aber knapp.
-
♿
Barrierefrei durchgängig
Alle drei Welten und alle Boots-Touren sind rollstuhlgerecht. Am Eingang können Rollstühle und Bollerwagen ausgeliehen werden, Behindertenparkplätze liegen direkt am Eingang.
-
☀
Beste Reisezeit
Mai und Juni sowie September bieten mildes Wetter und volle Boots-Saison. In den NRW-Sommerferien ist es voll, im Winter pausieren manche Boots-Fahrten.
-
☂
Regen ist machbar
Bei Regen bieten Tropenhaus, Schimpansen-Haus und mehrere überdachte Bereiche Ausweichflächen. Der Park wird bei Schauern angenehm leer und die Tiere oft aktiver.
Insider-Tipps
Wann besuchen
Wochentage außerhalb der NRW-Schulferien sind die ruhigsten Tage und perfekt für entspannte Besuche. An Sonn- und Feiertagen kommen Tagesgäste aus dem ganzen Ruhrgebiet, dann lohnt sich der frühe Start vor zehn Uhr.
Mit Kindern
Für Familien empfiehlt sich eine entspannte Halbtags-Strategie statt Marsch-Tour durch alle drei Welten. Eine Welt pro Halbtag plus eine Boots-Tour reicht den meisten Kindern. Die großen Spielplätze sind zwischen den Welten verteilt und ideale Pausen-Punkte.
Foto-Spots
Die besten Motive bieten Eisbären-Tunnel, Schimpansen-Haus und Tropenhaus mit den frei laufenden Affen. Für Tier-Porträts empfiehlt sich ein lichtstarkes Tele, weil die Anlagen weitläufig sind und die Tiere nicht immer am Sichtfenster stehen.



