Der Grüne Zoo Wuppertal liegt an der Hubertusallee 30 im Stadtteil Elberfeld, 42117 Wuppertal, und ist seit seiner Eröffnung 1881 einer der ältesten und landschaftlich reizvollsten Tiergärten Deutschlands. Auf 24 Hektar bewaldetem Hang am Boltenberg leben rund 3.000 Tiere in etwa 360 Arten, jedes Jahr besuchen rund 620.000 Gäste die Anlage. Zu den bekanntesten Bereichen gehören die große Menschenaffen-Anlage mit Schimpansen, Orang-Utans und einer der größten Gorilla-Gruppen Europas mit rund zwölf Tieren, die historische Pinguin-Anlage, das Aquarium mit Süßwasserschwerpunkt, das Vivarium für Reptilien sowie die Anlagen für asiatische Elefanten, Giraffen, Tiger und Schneeleoparden. Das Konzept folgt der Idee des Landschaftszoos mit dichtem Baumbestand und hügeligen Wegen, die sich an die natürliche Topografie des Bergrückens anschmiegen. Das Tagesticket kostet rund 17 Euro, die Anreise per Bus 643 endet direkt am Haupteingang.
Anreise und Erreichbarkeit
Der Grüne Zoo Wuppertal liegt im Südwesten von Elberfeld, eingebettet zwischen dem Boltenberg und dem Burgholz-Wald. Die Hubertusallee zweigt von der Sambatrasse und der Cronenberger Straße ab und führt direkt am Haupteingang vorbei. Wer aus dem Rheinland, dem Ruhrgebiet oder dem Sauerland anreist, erreicht Wuppertal über die A46 und die A1, die ÖPNV-Anbindung im Bergischen Land ist über Hauptbahnhof Elberfeld und Schwebebahn organisiert.
Mit dem Auto
Die Hauptachse ist die Autobahn A46, Ausfahrt Wuppertal-Sonnborn oder Wuppertal-Elberfeld, beide rund zehn Fahrminuten vom Haupteingang entfernt. Aus Richtung Düsseldorf führt die A46 direkt nach Wuppertal, aus Richtung Köln verläuft die Route über die A1 und A46. Aus dem Ruhrgebiet kommen Gäste über die A1 mit Anschluss an die A46. Vor Ort führen die Hubertusallee und die Cronenberger Straße zum Zoo, kostenpflichtige Besucherparkplätze stehen am Boltenberg und entlang der Hubertusallee zur Verfügung.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Vom Hauptbahnhof Wuppertal-Elberfeld erreichen Gäste den Zoo mit der Buslinie 643 in rund 15 Minuten, Ausstieg an der Haltestelle Zoo direkt am Haupteingang. Alternativ verbindet die berühmte Wuppertaler Schwebebahn den Hauptbahnhof mit der Station Zoo/Stadion in rund acht Minuten, von dort sind es noch fünf bis zehn Minuten Fußweg über die Hubertusallee. Aus Düsseldorf, Köln und Essen erreichen Gäste den Wuppertaler Hauptbahnhof per Regional-Express oder S-Bahn in 20 bis 45 Minuten und steigen dort in Bus oder Schwebebahn um.
Mit dem Flugzeug
Der Flughafen Düsseldorf (DUS) liegt rund 35 Kilometer westlich des Zoos. Vom Terminal aus erreichen Gäste den Wuppertaler Hauptbahnhof per S-Bahn S8 oder Regional-Express in rund 30 bis 40 Minuten und anschließend mit Bus 643 oder Schwebebahn zum Zoo. Per Taxi oder Mietwagen dauert die Strecke etwa 40 Minuten ohne Stau, im Berufsverkehr auf der A46 deutlich länger.
Vor Ort bewegen und Parken
Innerhalb des Zoos legen Besucher alle Wege zu Fuß zurück. Das Gelände am Boltenberg hat deutliche Steigungen zwischen dem unteren Bereich am Haupteingang und den oberen Anlagen für Tiger, Schneeleoparden und Greifvögel. Die Hauptwege sind asphaltiert und auch für Rollstühle und Kinderwagen befahrbar, einzelne Nebenwege sind dagegen schmaler und steiler. Kinderwagen lassen sich am Eingang ausleihen, mehrere Kioske und das Hauptrestaurant Okavango decken Pausen ab. Behindertenparkplätze liegen direkt vor dem Haupteingang an der Hubertusallee.
Geschichte und Landschaftszoo-Konzept
Der Grüne Zoo Wuppertal wurde am 8. September 1881 als Zoologischer Garten Elberfeld eröffnet und entstand auf Initiative wohlhabender Elberfelder Bürger in der Hochphase der bergischen Textilindustrie. Der Standort am Boltenberg wurde bewusst gewählt, weil die Hanglage am Stadtrand eine großzügige, parkartige Anlage erlaubte, wie sie in dichten Innenstädten unmöglich gewesen wäre. Schon die ersten Pläne folgten dem Gedanken eines Landschaftszoos, der Tieranlagen und Spazierwege harmonisch in einen bestehenden Buchen- und Eichenbestand einfügt.
Bili-Schimpansen und tiermedizinische Pionierarbeit
In den 1950er und 1960er Jahren wurde der Wuppertaler Zoo durch die Schimpansin Bili überregional bekannt, eines der ersten Tiere in einem deutschen Zoo mit eigenem Markenwert. Ihre Gruppe bildete den Grundstock für die heutige Affenhaltung und führte zu einer langfristigen Spezialisierung auf Menschenaffen. Bis heute ist Wuppertal einer der wenigen deutschen Zoos, die Gorillas, Orang-Utans und Schimpansen parallel halten und pflegen.
Umbenennung zum Grünen Zoo und Modernisierung
Mit der Umbenennung zum Grünen Zoo im Jahr 2009 unterstrich die Stadt Wuppertal die landschaftliche Eigenart der Anlage und distanzierte sich vom Bild der Käfigzoos der Gründerzeit. Großprojekte wie die neue Pinguin-Anlage, die Tiger-Außenanlage und die Erweiterung des Aquariums folgten in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Das Konzept setzt auf möglichst große, naturnahe Gehege, in denen Tiere ihre Bewegungsmuster ungestört zeigen können.
Tierbestand und Hauptattraktionen
Mit rund 3.000 Tieren in 360 Arten gehört der Grüne Zoo Wuppertal zu den mittelgroßen, aber besonders profilierten Zoos in Deutschland. Menschenaffen, antarktische und subantarktische Pinguine, asiatische Elefanten, Großkatzen und das Aquarium mit Süßwasserschwerpunkt bilden die fünf inhaltlichen Säulen. Die Hanglage des Boltenbergs ermöglicht es, viele Anlagen terrassenförmig übereinander anzuordnen, was den Eindruck eines durchwanderten Naturraums verstärkt.
Menschenaffen-Anlage mit einer der größten Gorilla-Gruppen Europas
Die Menschenaffen-Anlage gilt als Herzstück des Zoos. In großen Innen- und Außenbereichen leben Schimpansen, Orang-Utans und Westliche Flachlandgorillas, von denen Wuppertal mit rund zwölf Tieren eine der größten Gruppen Europas hält. Die Tiere können zwischen klimatisierter Halle und naturnahem Außenbereich frei wechseln, Besucher beobachten sie durch große Sichtfenster aus geringer Distanz. Wuppertal ist seit Jahrzehnten Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Westliche Flachlandgorillas und hat mehrere Nachzuchten in andere europäische Zoos abgegeben.
Pinguin-Anlage und Aquarium
Die Pinguin-Anlage des Grünen Zoos zählt zu den bekanntesten Tierhäusern Wuppertals. In der unterirdischen Beobachtungsebene können Gäste Königspinguine, Eselspinguine und Felsenpinguine beim Schwimmen unter Wasser beobachten. Direkt benachbart liegt das Aquarium, das anders als die meisten Zooaquarien einen klaren Süßwasser-Schwerpunkt setzt und tropische Flusslandschaften vom Amazonas bis zum Kongo zeigt. Beide Häuser sind komplett überdacht und gelten als verlässliches Schlechtwetter-Programm.
Vivarium, Tiger und Schneeleoparden
Im Vivarium leben Reptilien und Amphibien, von Pfeilgiftfröschen über Krokodile bis zu Riesenschlangen. Im oberen Bereich des Hanggeländes liegen die Anlagen für Tiger und Schneeleoparden, beide mit großzügigen Außenbereichen entlang der Bergkante. Die Schneeleoparden gelten in europäischen Zoos als Seltenheit, weil die Haltungsanforderungen an Höhe, Klima und Sichtschutz hoch sind. Wuppertal hat sich darauf besonders eingestellt.
Die sechs zentralen Bereiche im Überblick
Menschenaffen-Anlage
Schimpansen, Orang-Utans und Westliche Flachlandgorillas teilen sich eine der größten Menschenaffen-Anlagen Deutschlands. Mit rund zwölf Tieren hält Wuppertal eine der größten Gorilla-Gruppen Europas. Beste Beobachtungszeit ist am späten Vormittag bei aktiver Fütterungsrunde im Innenbereich.
Pinguin-Anlage
Königspinguine, Eselspinguine und Felsenpinguine in einer der modernsten Pinguin-Anlagen Deutschlands. Eine unterirdische Beobachtungsebene erlaubt Sicht auf die Tiere unter Wasser. Beste Zeit für Aktivität sind die Fütterungen am Vormittag und am späten Nachmittag.
Aquarium
Süßwasserschwerpunkt mit Amazonas-, Kongo- und Asiatischen Flusslandschaften, ergänzt um einzelne Riffabschnitte. Im Aquarium herrscht ganzjährig tropisches Klima, die Beleuchtung wechselt im Tagesrhythmus. Wetterunabhängig und Teil der Schlechtwetter-Route gemeinsam mit Pinguinhaus und Vivarium.
Vivarium
Reptilien und Amphibien von Pfeilgiftfröschen über Krokodile bis zu Riesenschlangen. Die Terrarien sind in tropische und gemäßigte Klimazonen unterteilt. Ideal als kurze Wetter-Pause zwischen den Außenanlagen, weil das Vivarium kompakt und komplett überdacht ist.
Elefanten- und Giraffen-Anlage
Asiatische Elefanten in einer großen Außenanlage mit Badebecken, daneben die Giraffen mit Sichtfenstern in den Innenbereich. Beide Anlagen liegen im mittleren Hangbereich und lassen sich gut von einer höhergelegenen Aussichtsplattform überblicken. Beste Beobachtungszeit ist am Vormittag.
Tiger und Schneeleoparden
Im oberen Bereich des Hangs liegen die Anlagen für Tiger und für die seltenen Schneeleoparden. Beide profitieren vom kühlen Mikroklima auf dem Bergrücken und dem dichten Baumbestand. Die Schneeleoparden gelten als europaweite Rarität, ihre Anlage ist auf höhere Felsformationen und Sichtschutz hin angelegt.
Grüner Zoo Wuppertal im Vergleich mit anderen NRW- und West-Zoos
Der Grüne Zoo Wuppertal ist im NRW-Vergleich preislich am günstigsten und punktet mit dem deutlichsten Landschafts-Charakter sowie der ungewöhnlich großen Gorilla-Gruppe. Wer Vielfalt sucht, fährt nach Köln, wer Allwetter-Sicherheit braucht, nach Münster.
Beste Reisezeit und Saisonalität
Der Grüne Zoo Wuppertal ist ganzjährig geöffnet, jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Im Frühling explodiert die Vegetation am Boltenberg, im Sommer locken die Außenanlagen für Elefanten, Tiger und Pinguine, im Herbst leuchten die Buchen und Eichen, im Winter sind Aquarium, Vivarium und Pinguinhaus die wärmsten und ruhigsten Stationen.
Frühling und Frühsommer
April bis Juni gelten als die schönste Zeit für einen Besuch. Die Tiere sind nach der Winterruhe besonders aktiv, viele Jungtiere kommen zur Welt, und der Buchenbestand am Boltenberg steht in frischem Grün. An Werktagen vor den Pfingstferien ist der Zoo deutlich ruhiger als in den Schulferien.
Sommer und Hochsaison
Juli und August sind die besucherstärksten Monate. An heißen Tagen empfiehlt sich frühe Anreise und Mittagspause in klimatisierten Häusern. Die Außenanlagen für Tiger und Schneeleoparden sind am Vormittag am ergiebigsten, weil die Tiere die Mittagshitze in schattigen Rückzugsbereichen verbringen. Pinguinhaus und Aquarium sind dann besonders gefragt.
Herbst und Winter
Ab November bis März profitiert der Grüne Zoo von seiner Hanglage und den überdachten Häusern. Aquarium, Vivarium und Pinguin-Anlage bieten klimatisierte Refugien, die Schneeleoparden sind in kalten Monaten besonders aktiv. Wer Winter-Tickets nutzt, hat oft nur einen Bruchteil der sommerlichen Besucherzahl auf dem Gelände und kann Menschenaffen und Großkatzen in Ruhe beobachten.
Praktische Tipps für den Zoo-Besuch
-
€
Online-Ticket spart Wartezeit
Tagestickets sind im Online-Shop des Zoos günstiger als an der Tageskasse und ersparen an Sommer-Wochenenden lange Wartezeiten am Eingang. Wer mit Familie oder in einer Gruppe kommt, sollte vorab buchen und am Einlass direkt mit dem Code durchgehen.
-
✦
Jahreskarte für Bergische Pendler
Wer in Wuppertal, Solingen, Remscheid oder im Niederbergischen wohnt und mehrmals im Jahr kommt, fährt mit der Jahreskarte deutlich günstiger. Ab dem dritten Besuch rechnet sich die Jahreskarte für Erwachsene, bei Familien noch früher.
-
+
Gorillas am späten Vormittag
Die Westlichen Flachlandgorillas sind am späten Vormittag während der Fütterungsrunde besonders aktiv und gut zu beobachten. Wer die Gruppe in Bewegung sehen will, plant die Menschenaffen-Anlage zwischen 10 und 12 Uhr ein.
-
i
Fütterungs-Zeiten als Tages-Anker
Pinguine, Seehunde und Greifvögel werden zu festen Zeiten gefüttert oder kommentiert. Diese Zeiten strukturieren den Tag und lohnen den frühzeitigen Blick auf den aktuellen Aushang am Eingang, weil die Wege zwischen den Stationen am Hang Zeit kosten.
-
⌘
Schwebebahn als Anreise-Erlebnis
Wer aus Vohwinkel, Oberbarmen oder vom Hauptbahnhof kommt, nutzt am besten die Schwebebahn bis Station Zoo/Stadion und läuft die letzten fünf Minuten zu Fuß. Die Fahrt ist Teil des Wuppertal-Erlebnisses und spart die Parkplatzsuche.
-
♿
Rollstuhl-Hinweise am Hang
Trotz Hanglage am Boltenberg sind die Hauptwege mit Rollstuhl oder Kinderwagen befahrbar, einzelne Nebenwege sind aber schmaler und steiler. Am Eingang gibt es einen Wegweiser mit barrierearmer Route, Leih-Kinderwagen stehen ebenfalls bereit.
-
☀
Hitze-Schutzplan für Hochsommer
An Tagen über 30 Grad sind Aquarium, Vivarium und Pinguinhaus klimatisierte Refugien. Wer zwischen elf und 15 Uhr in diesen Häusern Pause macht, ist später am Nachmittag wieder bereit für Tiger, Schneeleoparden und Elefanten an der frischen Luft.
-
☂
Schlechtwetter-Programm
Aquarium, Vivarium und Pinguinhaus ergeben zusammen rund zweieinhalb Stunden vollständig überdachtes Programm. Die Menschenaffen-Anlage verfügt zusätzlich über große Innenbereiche, die bei Dauerregen ebenfalls einsehbar sind. Ein Besuch im November oder bei Schauerwetter lohnt sich darum trotzdem.
Insider-Tipps
Schwebebahn-Foto vom Vorabend
Wer eine Übernachtung in Elberfeld einplant, sollte die Wuppertaler Schwebebahn am Vorabend bei eingeschalteter Beleuchtung über die Wupper schweben sehen. Die Strecke ist eines der weltweit ungewöhnlichsten Verkehrsmittel und ergänzt den Zoobesuch um ein Stadtbild-Erlebnis, das es so kein zweites Mal gibt.
Nebensaison mit den Schneeleoparden
An kalten Wintertagen mit Schnee sind die Schneeleoparden in ihrer Außenanlage besonders aktiv. Wer im Januar oder Februar an einem Werktag morgens kommt, hat oft die gesamte Anlage für sich und kann die Tiere bei freier Bewegung im Schnee beobachten. Diese Stimmung erleben Hochsaison-Besucher nie.




